Gelc–Gi

Geld an Papst überweisen

→Bank des Vatikans

Geldbeträge bei der Abfindung des Lateranvertrages

Siehe unter „Lateranvertrag vom 11.02.1929“

Geldwäsche

→ Finanzgeschäftsgesetz

Gemüsegarten im Vatikan  

Blumen- und Gemüsegarten

Gendarmerie des Vatikanstaates (Corpo della Gendarmeria S.C.V.)

Gendarm Foto Stefan Meier k

Ein Mitglied des Gendarmeriekorps des Staates der Vatikanstadt in der Divisa ceremoniale. Siehe auch „Heraldik I und II“.

Gendarmerie-Korps des Staates der Vatikanstadt
(zuständig für die Sicherheit und den Zivilschutz SCV in Zusammenarbeit mit der vatikanischen Feuerwehr)

Also ohne die Bezeichnung „Päpstlich“, weil die Gendarmerie nicht dem Hl. Stuhl unterstellt ist, sondern dem Staat der Vatikanstadt (SCV). Auch die öfters gesehene Bezeichnung „Vatikanpolizei“ ist richtig. Kommando: Palazzo Tribunale hinter Dom. Kaserne S. Michele Archangelo, im Wirtschaftsteil hinter der Pfarrkirche S. Anna. Korpskapelle: San Pellegrino

Sie wurde am 15.12.1970 durch Paul VI. aufgelöst (Erlass vom 14.09.1970) und nannte sich anschliessend „Vigilanza“ (Aufsicht), hatte aber eigentlich die gleichen Aufgaben wie vorher (ausser Papstpalast): Kontrolldienste, Verkehrsregelung, Ordnungsdienst und Nahschutz. Sie zählt ungefähr 150 Italiener, sie sind nicht, wie öfters behauptet, ehemalige Polizisten oder Carabinieri (Beziehungen sind hier meist alles). Seit 01.02.2002 heisst das Korps: siehe Titel. Als Pilger sieht man den Gendarmen z. B. beim Eingang in die Peterskirche mit der schmucken blauen Uniform und Pistole bei Zeremonien.

Sie schlafen im ersten bis zweiten Jahr in der Vatikankaserne* (max. 20 Gendarmen), sonst ausserhalb des Vatikans. Kommando  im ehemaligen Gerichtspalast hinter dem Platze S. Martha.

Die Gendarmen sind bewaffnet, ebenso die  Schweizergarde (Spraydose eingerechnet).
*Anfang September 2007: Selbstmordversuch eines Gendarmen in der Kaserne mit späterem Tod.

Geschichte nach  U. Nersinger, Soldaten des Papstes, ab Seite  61:

Hier zuerst OR 48 vom 28.11.2008: Die historischen Wurzeln der Gendarmerie lassen sich ein halbes Jahrhundert vor der Gründung der Schweizergarde orten: Schon im Mittelalter gab es in Rom eine schlagkräftige Polizeitruppe. Unter Papst Eugen IV. (Gabriele Condulmer, 1431-1447) sorgte ein „Soldanus“ mit einer unbekannten Zahl bewaffneter Männer für Recht und Ordnung in Rom. Diese ersten  Polizisten wurden als „sbirri“ (Häscher, Bullen) tituliert. In der Mitte des 16. Jahrhunderts agierten in der Ewigen Stadt an die 200 Sbirren, die unter dem Kommando eines „Barigèllo (Hauptmann) standen. Giacomo Puccini [1858 -1924] hat in seiner Oper „Tosca“ den Sbirren ein Denkmal gesetzt: Baron Scarpia und seine Mannen (sbirri) werden dem Publikum als gewissenlose Büttel [abwertend für „Ordnungshüter, Polizist“]  einer verkommenen Gesellschaft vermittelt.

Nachfolge der beim Volk unbeliebten Angehörigen der gefürchteten Polizeitruppe des Kirchenstaates:

14.07.1816 das Korps der Carabinieri Pontifici (Pius VII.,1800-23). 2’280 Mann, 2 Regimenter zu je drei Schwadronen, die sich ihrerseits wieder aus zwei Kompagnien – a cavallo und a piedi (zu Ross und zu Fuss) – zusammensetzten. Sie waren in Rom und in allen Provinzen stationiert.

1838 durch Gregor XVI.; Neuorganisation 17.12.1849: Regiment der Päpstlichen *Veliten  (politische Wachmannschaft)
(*Die mit Lanzen, Schwert und kleinem Schild, aber ohne Panzer und Beinschiene bewaffneten Truppen der römischen Legionen. Auch bei Napoleon I. 1803 vorzufindender Ausdruck für kleine Teile seiner Truppe. Mit Ende des Kaiserreiches wird dieser Truppenteil aufgelöst.)

Im selben Jahr wurde die Einheit in „Gendarmeria“ umbenannt. Sie bestand aus 1’648 Mann und 525 Pferde. Die Gendarmen erhielten die Präzedenz vor allen anderen Truppen des päpstlichen Heeres und nahmen bei den militärischen Appellen die rechte Seite der Streitkräfte ein.

1860: Eine 40 Mann starke Musikkapelle formiert sich und gibt Konzerte. Beliebte Aufführungen fanden auf dem Pincio sonntäglich und an Festtagen statt unter dem gefeierten Kapellmeister Maestro Rolland.

Aufgaben der neuen Gendarmerie: Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, Grenzen schützen. Geleit des Hl. Vaters bei seinen Fahrten und Reisen, ferner die Eskortierung von Dignitären (kath. Würde, z. B. Propst, Dekan usw.) des Päpstl. Hofes, hohen ausländischen Würdenträgern und Staatsgästen bei der Durchreise mit einer Ehren- und Sicherheitseskorte der Gendarmerie.

Der Kampf gegen das Brigantaggio (Räuberunwesen) war einer der wichtigsten Aufgaben des päpstlichen Korps.

Die Päpstlichen Gendarmen nahmen aktiv an der Verteidigung des Kirchenstaates teil: in den Marken und Umbrien, in den Schlachten von Spoleto und Castelfidardo. Im September 1870 standen 1’863 Gendarmen unter Waffen. Sie kämpften auch in Rom. Die Kompagnie innerhalb des Vatikans blieb unbehelligt. Das Korps durfte weiter bestehen, reduziert auf 100 Man und nur zum Schutz des Apostolischen Palastes.

22.10.1922: Gedenkmedaille aus Anlass der 100-Jahr-Feier des Korps (Benedikt XV.)
1. Juni 1929: Das Korps wird dem Gouverneur des Vatikanstaates unterstellt
1946: Das Korps liegt in der Kompetenz des Kardinalpräsidenten der Päpstlichen Kommission für den SCV. Der Aufgabenbereich des Korps wurde auf die exterritorialen Besitztümer des Hl. Stuhles in Rom und die päpstlichen Villen in Castel Gandolfo ausgedehnt.

2. Weltkrieg: Bewachung des Papstpalastes und der Diplomaten
2. Vatikanisches Konzil: 1962-65: Schutz der über 3’000 Teilnehmer

28.03.1968: Dem Korps wurde ein neues Reglement angekündigt. Ein Teil der Truppe aber zeigt nur bedingt Verständnis für die Reformpläne. Es kommt daher in den Jahren 1969 und 1970 vermehrt zu Situationen, die Mängel in der Führung erkennen liessen.

14.09.1970: Auflösung des Korps (Paul VI.)
15.12.1970: Neue Polizeibehörde: Ufficio Centrale di Vigilanza

25.03.1991: Corpo di Vigilanza dello Stato della Città del Vaticano: Staatspolizei, Justizpolizei und Verkehrspolizei: rund 130 Mann, schlichte blaue Uniform, Schirmmütze gleicher Farbe. Bewaffnung: Beretta automatica 7, 65

02.01.2002 Johannes Paul II bestimmt über die Regierung des Vatikanstaates: Gründung einer Direktion für Sicherheit und Zivilschutz, in der sich auch das Gendarmeriekorps und die Belegschaft der →Feuerwehr befindet. Neuer Name: Corpo della  Gendarmeria  S.C.V., verantwortlich für Sicherheit und Zivilschutz im Vatikanstaat mit diesen Aufgaben:
Ordnung und Sicherheit, Polizeidienst, Zolldienst, Rechts- und Steuerüberwachung, Wahrung der Sicherheit aller Personen und Orte im Staate sowie die Überwachung der Ordnung und die Verfolgung von Gesetzesverletzungen.

L’Osservatore Romano, 12.06.08, deutsche Ausgabe:
Die für den Polizeidienst im Vatikan zuständige Gendarmerie hat zwei Sondereinheiten eingerichtet. Eine „schnelle Eingreiftruppe“ und eine „Anti-Sabotage-Abteilung“. Das teilte der Kommandant des aus rund 150 Italienern bestehenden Wachkorps, Domenico Giani, in einem Interview der Tagesausgabe unserer Zeitung mit. Beide Abteilungen verfügten über die erforderliche technische Ausstattung, ihre Mitglieder hätten eine Sonderausbildung und könnten im evtl. Ernstfall sofort zum Einsatz kommen. Zudem verfügten sie über die Einbindung in Informationssysteme und –kanäle auch von Interpol, um Gefahrenmomente analysieren zu können. Die Abteilungen seien im Zuge der wachsenden weltweiten terroristischen Bedrohungen eingerichtet worden und bestünden bereits seit einiger Zeit.

OR 03.10.2008
Am Patronatsfest der vatikanischen Gendarmerie (Erzengel Michael) wurde das neue Reglement für die 150 Mann starke Sicherheits- und Polizeitruppe „Gendarmeria S.C.V.“ eingeführt.

OR 08.10.2008
Die Generalversammlung der internationalen Polizeiorganisationen hat in Sankt Petersburg den Interpol-Beitrittsantrag des Hl. Stuhles angenommen. Damit wird der SCV 187. Mitglied der internationalen Kriminalpolizei.

„Der Schweizergardist“ 3/2009, Ulrich Nersinger:

Die Gendarmen wurden mit einem der modernsten tragbaren digitalen Kommunikationssysteme ausgestattet. Ebenso erfuhr die Bewaffnung die notwendige Modernisierung. Mittlerweile verfügt der Vatikanstaat über eine eigene „Unità Antisabotaggio“ und ein „Intervento Rapido“.

Durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre und mit dem Beitritt zu Interpol hat sich das vatikanische Gendarmeriekorps neu positioniert. Dies wird auch im äusserlichen Erscheinungsbild sichtbar. 2007 wurden Gendarmen erstmals seit 1970 wieder feierlich vereidigt. Zudem erhielten die päpstlichen Gesetzeshüter eine neue Uniform – „mit ihr wollen wir uns wieder mehr in die Tradition zur alten Päpstlichen Gendarmerie stellen“, liess der Kommandant des Korps, Dr. Domenico Giani, in einem Interview verlauten. Beim Patronatsfest der Gendarmerie am 27.09.2008, das in den Gärten der Sommerresidenz in Castel Gandolfo stattfand, überreichte Kardinal Giovanni Lajolo, der Präsident des Governatorats des Vatikanstaates, dem Korps eine neue Fahne. Der Entwurf stammt von Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, einem passionierten Heraldiker, der auch für das persönliche Wappen des Papstes verantwortlich zeichnet.

Erstmals trat bei diesem Anlass die neugegründete →Banda des Korps auf. Aktuell setzt sich das Gendarmeriekorps aus 152 Angehörigen zusammen, ein neues, „ad experimentum“ erlassenes Reglement sieht eine Sollstärke von 197 Mann vor.

Am 25.10.2009 verstarb der langjährige vatikanische Polizeichef Camillo Cibin im Alter von 83 Jahren: Er stand 58 Jahre im Dienst des Vatikans, 35 Jahre als Kommandant der Vigilanza bzw. der Gendarmerie. Im Sommer 2006 ging er in Pension.

OR vom 24.09.2010, Nr. 38:
Der Papst hat jetzt eine eigene Motorradstaffel. Die beiden Tourenmaschinen des traditionsreichen italienischen Herstellers Ducati sind in den Vatikanfarben Gelb und Weiss gehalten und sollen von der Vatikanischen Gendarmerie genutzt werden, um die Limousine des Kirchenoberhauptes zu eskortieren. Ihren ersten Einsatz absolvierten die Maschinen in den Gärten in Castel Gandolfo, als Papst Benedikt XVI. von seiner wöchentlichen Generalaudienz am 15. September 2010 per Helikopter zurückkehrte und im Wagen vom Landeplatz zum Apostolischen Palast fuhr.

Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof, Seite 172:
Ausser den Zuaven (corps d’elite) behielten bis zum Ende des Kirchenstaates von 1870 alle Einheiten ihre traditionellen Farben bei: Dunkelblau (Päpstliche Gendarmen), Dunkelgrün (Päpstliche Dragoner), Türkis (Päpstliche Artillerie). Die letzte und die jetzige neue Uniform (Sept. 2008) sind in königsblau gehalten.

Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof, Seite 175:
Am Abend des 30. September 2007 fand im Vatikan zum ersten Mal seit dem Jahre 1970 wieder eine feierliche Vereidigung von päpstlichen Gendarmen statt. 18 neue Angehörige des Corpo della Gendarmeria dello Stato del Vaticano legten vor der eindrucksvollen Kulisse der beleuchteten Kuppel des Petersdomes den Eid auf den Papst ab. Dem Zug der Gendarmen war die Fahne des Vatikanstaates vorangetragen worden.

OR Nr. 40 vom 07.10.2011:
Patronatsfeier der vatikanischen Gendarmerie

Das traditionelle Patronatsfest der vatikanischen Gendarmerie zum Fest des heiligen Erzengels Michael, 29. September, hatte in diesem Jahr einen besonders bedeutenden Moment. Während der Feier gab die Adelsfamilie RUSPOLI die Flagge des Kirchenstaates, die bei der Einnahme durch die Truppen des Königreiches Italien 1870 auf der Porta Pia wehte, nach 141 Jahren an den Vatikan zurück. Bereits einen Tag zuvor hatte Prinz Sforza Ruspoli dem Heiligen Vater in einer Privataudienz das historische Stück überreicht, in Erinnerung an die Gefallenen der Päpstlichen Truppen. Die Flagge wird künftig im „Appartemento Nobile“ des Historischen Museums in  S. Giovanni in Laterano ausgestellt.

Die Zeremonie auf dem Platz vor dem Governatoratsgebäude in den vatikanischen Gärten, die mit einer feierlichen Parade begann, standen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und der emeritierte (in den Ruhestand versetzte) Präsident des Governatorats, Kardinal Giovanni Lajolo, der dieses Amt bis 30. September innehatte, vor. Bei dem Festakt waren zahlreiche Gäste anwesend, u. a. die Kurienkardinäle Brandmüller, Canizares Llovera, Comastri, De Giorgio, Farina, Martinez Somalo, Quellet, Saraiva Martins sowie zahlreiche Erzbischöfe und Bischöfe und Vertreter des vatikanischen Staatssekretariates. Unter den italienischen Autoritäten befanden sich der italienische Aussenminister Frattini, die Ministerin Prestigiacomo, die Untersekretäre Letta und Crosetto sowie Mitglieder des Diplomatischen Korps.

OR Nr. 46 vom 18.11.2011:
Vatikanische Gendarmerie bei Interpol-Konferenz

Der Vatikan hat eine offizielle Delegation seiner Gendarmerie zur 80. Interpol-Generalversammlung nach Vietnam entsannt. Zusammen mit Polizei und Sicherheitsbeauftragten aus 139 Ländern erörterten Kommandant Domenico Giani und drei Mitarbeiter Fragen der Terrorbekämpfung. Die Tagung in der Hauptstadt Hanoi stand unter dem Motto „Gemeinsam für eine sicherere Welt“. Die Vatikanvertreter haben im Tagungssaal neben der Interpol-Delegation Vietnams Platz genommen, zwischen beiden Seiten hat sich ein herzliches Klima entwickelt. Bei der Konferenz wurde über Fragen des nationalen wie internationalen Terrorismus, über organisierte Kriminalität, Meerespiraterie, Menschenhandel und Internetkriminalität beraten.

OR Nr. 41 vom 12. Oktober 2012, S. 3:
Die vatikanische Gendarmerie feierte ihr Patronatsfest
Ein Dienst in Treue und mit Leidenschaft

Vatikanstadt. Bei dem traditionellen Patronatsfest der vatikanischen Gendarmerie zum Fest des heiligen Erzengels Michael, das in diesem Jahr am 5. Oktober auf dem Vorplatz des Governatorats stattfand, verlas der Substitut im vatikanischen Staatssekretariat, Erzbischof Angelo Becciu, ein Grusswort von Papst Benedikt XVI. Darin heisst es, dass der heilige Vater beim Fest der Gendarmerie des Staates der Vatikanstadt geistig anwesend sei und er den Wunsch zum Ausdruck bringen möchte, allen Mitgliedern des Korps seine Empfindungen der aufrichtigen Hochachtung und Wertschätzung zu bekunden, die in diesem Jahr noch intensiver und voller Zuneigung sind. Jeden versicherte er seiner Anerkennung für die Treue, die Leidenschaft und den Opfergeist, mit dem die Gendarmen ihren grossherzigen Dienst für den Nachfolger Petri verrichteten und ausserdem den Schutz der öffentlichen Sicherheit garantieren.

Bei der Veranstaltung waren neben vielen Ehrengästen auch der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und der Präsident des Governatorats, Kardinal Giuseppe Bertello, anwesend.

Ende November 2008:

Papst Benedikt XVI. mit dem reich dekorierten Gendarmerie-Oberst Giani

G. Nuzzi, Seine Heiligkeit, S. 154:
Soweit wir dies aus den uns vorliegenden Papieren rekonstruieren konnten, mussten die Gendarmen eines Nachts, am 9. Dezember 2009, die römischen Carabinieri zu Hilfe holen, als sie selbst Opfer eines Vorfalls wurden, der in der Geschichte des Vatikans ohnegleichen ist. Nach einem Abendessen mit Kollegen einer Interpol-Delegation in einem Restaurant der Hauptstadt fanden die Gendarmen den auf dem Parkplatz zurückgelassenen Dienstwagen von Kugeln durchsiebt vor. Der Wagen trug keine Aufschrift, nur das Autokennzeichen „SCV“ für Stato della Città del Vaticano. Eine heikle Situation die Diskretion verlangt.

Daten aus dem Rapport: Gendarmen bemerken gegen 22.45 Uhr den Vorfall. Ort des Geschehens: Parkplatz des Restaurants „Da Arturo“ in der Via Aurelia Antica 411. Auto: Pkw Volkswagen Passat mit der Autonummer SCV 0953. Die Gendarmen rufen im Vatikan Fernando Filoni, Substitut. Der schickt Verstärkung an den Ort. Die Einsatzzentrale der Carabinieri wird verständigt. Die Carabinieri führen innert 12 Stunden alle Untersuchungen durch. Eine Festnahme des Täters bleibt aber aus.

G. Nuzzi, Seine Heiligkeit, S. 159:
In den letzten Jahren konnte die Gendarmerie ihre Rolle und ihre Machtposition immer weiter ausbauen. Allerdings kam es auch zu diplomatischen Zwischenfällen, zu Eifersüchteleien, Neid und Missstimmigkeiten. So entdeckte im Spätherbst 2008 das vatikanische Staatssekretariat, dass wenige Monate zuvor, im September, eine neue Polizeiordnung in Kraft getreten ist, ohne dass Kardinalstaatssekretärs Bertones Büro um seine Meinung gefragt worden wäre. (…)

S. 161:
Hinsichtlich der Aufgaben der Gendarmerie in den extraterritorialen Gebieten gilt, was die Vorschriften hierzu festlegen, nämlich dass das untergeordnete wie das leitende Personal während seines Dienstes in den extraterritorialen Gebieten nicht mit denselben Funktionsbezeichnungen auftreten dürfte wie auf vatikanischem Gebiet, sondern sich als „vom Heiligen Stuhl gesandtes“ Personal vorstellen sollte.

OR Nr. 3 vom 18. Januar 2013, S. 4:

Am 11. Januar 2013 nachmittag hat der Heilige Vater die Offiziere und Mitglieder der vatikanischen Gendarmerie zum Neujahrsempfang begrüsst. Sie sind neben der Schweizergarde für die Sicherheit und Ordnung im Vatikan zuständig und bewachen die Eingänge des Kleinstaates. In seiner Ansprache sagte der Papst, die Gendarmen hätten die Aufgabe, „mit Höflichkeit und Freundlichkeit die Pilger und Besucher zu empfangen, die aus Rom, aus Italien und aus allen Teilen der Welt in den Vatikan kommen“. Der Papst sprach loben de Worte, weil die Gendarmerie ihren Dienst mit Diskretion, Kompetenz, Effizienz und Opferbereitschaft versehe.

OR Nr. 11 vom 13. März 2015, S. 4

Der Kommandant der vatikanischen Gendarmerie, Domenico Giani, hat sich in einem Interview mit dem italienischen Sicherheits-Magazin „Polizia Moderna“ zum Schutz des Papstes und des Vatikans vor Terroristen geäussert. Der Papst wisse um die „ernste Bedrohung“. Er wolle jedoch „keinesfalls auf den direkten Kontakt mit den Menschen verzichten“, so Giani. Franziskus und der Petersdom gelten als besonders gefährdete Ziele für mögliche Anschläge der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Italien. Die Sicherheitsvorkehrungen seien bereits erhöht worden und um den Vatikan seien Tausende (WA: ?) Überwachungskameras installiert worden, so Giani.

OR Nr. 41 vom 09.10.2015, S. 16
Papst warnt die vatikanische Polizei vor Korruption

Papst Franziskus hat die Vatikanische Gendarmerie eindringlich vor Korruption gewarnt. In einem Gottesdienst rief er die Angehörigen der Polizeieinheit am 3. Oktober 2015 auf, viel zu beten, damit Gott sie vor jeder Versuchung der Korruption und des Geldes wegen beschütze. Ebenso auf der Hut sein müssten die Polizisten vor Eitelkeit und Hochmut, so der Papst. Weiter sagte Franziskus in seiner Predigt, die Gendarmen hätten eine schwierige Arbeit, die von Gegensätzen geprägt sei und darin bestehe, Verbrechen und Vergehen zu verhindern. Je demütiger sie ihren Dienst jedoch versähen, umso fruchtbarer und nützlicher sei er für die Allgemeinheit. Anlass der Messe war das Patronatsfest der vatikanischen Gendarmerie, das Fest des heiligen Erzengels Michael, das die katholische Kirche am 29. September begeht.
→Überwachungskameras  →Gefängnis  →Justiz   →Banda    →Heraldik

Gender-Ideologie („Genderismus“)

(= Verwirklichung der Gleichstellung von Mann und Frau unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Lebensbedingungen und Interessen. Mann und Frau können ihr Geschlecht selbst bestimmen.)

Kath. Wochenzeitung Nr. 48 vom 29.11.2013, S. 11
Erzbischof kritisiert Gender-Ideologie: „Direkter Weg zur Selbstvernichtung“

Ein polnischer Bischof findet klare Worte gegen die Gender-Ideologie und wird mit Beschimpfungen antiklerikaler Kreise überschüttet. Die Gender-Ideologie ist der „direkte Weg zur Selbstvernichtung unserer Zivilisation“. Der polnische Erzbischof Marek Jedraszewskj von Lodz verteidigte bei einer Begegnung mit Jugendlichen die Unterschiede und Komplementarität (Ergänzung) von Mann und Frau. Der Erzbischof erteilte den Versuchen eine klare Absage, die „grossartigen und einzigartigen Unterschiede zwischen Mann und Frau, die Gott so wunderbar gedacht hat, einzuebnen.

Gegen menschenverachtende Gleichmacherei: Der Erzbischof sagte, er könne sich gut vorstellen, wenn die Gender-Ideologie sich durchsetzen sollte, dass „die Wenigen, die im Jahr 2050 weiterhin daran festhalten, dass Mann und Frau zwar als Menschen gleich und von völlig gleicher Würde sind, aber ein unterschiedliches Geschlecht haben und dass das gut so ist, wie Indianer in Reservaten gezeigt werden“.  Es sei wichtig, das eigene Geschlecht anzunehmen und jeder menschenfeindlichen Gleichmacherei zu trotzen. „Seht, so sahen die Menschen aus, die hier wohnten, die aber auf eigenen Wunsch aufgehört haben, zu existieren, weil sie sich selbst-biologisch gesehen nicht anzunehmen wussten.“  (…)

(Der Begriff „Gender“ bezeichnet als Konzept die soziale oder psychologische Seite des Geschlechts einer Person im Unterschied zu ihrem biologischen Geschlecht [sex].)

Kath. Wochenzeitung Nr.  50/2013 Dezember, S. 4
Ein klares Wort des Bischofs von Chur zur Gender-Ideologie
Bischof Huonder warnt vor „(Homo)-Sexualisierung der Kinder“

Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, entlarvt den Genderismus als gefährliche, menschenverachtende Ideologie. In seinem Brief zum Tag der Menschenrechte vom 10.10.2013 ruft er die Gläubigen auf, ihre gesellschaftlichen Rechte zum Schutz der in der „Schöpfungs- und Erlösungsordnung grundgelegten Würde des Menschen“ einzusetzen. Im Brief mit dem Titel „Gender – die tiefe Unwahrheit einer Theorie“, welche den Seelsorgenden des Bistums Chur zugestellt wurde, warnt der Bischof vor dem „Genderismus“.  Der Begriff bezeichne ein „soziales Geschlecht“ und bedeute, dass der Mensch sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung frei wählen könne. Der Bischof weist als Beispiel auf Menschen hin, die homo- und transsexuell (Gefühl der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht, häufig verbunden mit dem Bestreben nach Geschlechtsumwandlung) leben wollen.

Der „Genderismus“ diene dazu, das „vermeintliche Recht  gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, durchzusetzen“. Bereits im Kindergarten und in der Schule finde eine (Homo-)Sexualisierung der Kinder statt, heisst es im Brief zum Menschenrechtstag. Als einen Angriff auf Ehe und Familie „als die tragenden Strukturen unserer Gesellschaft“ bezeichnet der Churer Bischof den „Genderismus“. Ungerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter könne durch die „Leugnung der Geschlechterpolarität“ nicht behoben werden. Deshalb lehne die Kirche die „Ideologie des Genderismus“ ab. – Die Schöpfungsordnung von Mann und Frau sieht der Bischof auch in den Naturwissenschaften begründet. „Jede seiner Körperzellen ist entweder männlich oder weiblich“, hielt der Bischof fest. Der „Genderismus“ sei wissenschaftlich nicht haltbar. Dass es „psychische oder physische Störungen der Geschlechtsidentität“ gebe, hebe die grundsätzliche Verschiedenheit von Mann und Frau nicht auf. Die Ehe setze die „verbindliche und dauerhafte Ei heit“ von Mann und Frau voraus. Der „Genderismus“ hingegen betrachte „jede sexuelle Praxis“, ob lesbisch, schwul, bisexuell oder transsexuell, als gleichwertig mit der Heterosexualität. Alle Lebensformen sollen zur „Ehe und damit zu künstlichen Reproduktionsmethoden und zur Kinderadoption“ berechtigen. Dem Menschen werde auf diese Weise die „moralische Orientierung für den rechten Gebrauch seinreiheit“ genommen, die ihn zur Elternschaft befähige. Der „Genderismus“ schade der Frau. Sie müsse von der Gesellschaft in ihrer „lebenserhaltenden Aufgabe der Mutterschaft“ geachtet werden. Ihre Leistung dürfe nicht an ihrem beruflichen Einsatz gemessen werden. Ihr Mutter-Sein müsse etwa durch das Steuer- und Rentenrecht anerkannt werden. Im „Machtkampf“ gegen den Mann stigmatisiere der „feministische Genderismus“ den Mann als „Täter“ und „verklärt die Frau als Opfer“. Dieser „klischeehafte Dualismus“ beschädige die „Identität des Mannes“ sowie dessen Selbst- und Fremdwahrnehmung“. (…)

Kath. Wochenzeitung Nr. 51-52 vom 20.12.2013, S. 9
Homo- und Gender-Ideologie scheitert in Brüssel
Europaparlament lehnt Estrela-Bericht ab

Das Europäische Parlament hat den Estrela-Bericht verworfen. Mit einem denkbar knappen Resultat von 334 Nein- gegen 327 Ja-Stimmen lehnten die Abgeordneten den nach der portugiesischen Sozialistin Edite Estrela benannten Bericht ab. Mit dem Bericht über „Gesundheit und sexuelle und reproduktive Rechte“ sollte als politische Richtlinie in der EU die Abtreibung als „Recht“ und die Gender-Ideologie eingeführt werden. Damit verwarf das Plenum des Europäischen Parlaments innerhalb von 2 Monaten zum zweiten Mal die links-liberale gesellschaftspolitische „Revolution“. Bereits am 22. Oktober hatte das Plenum den Bericht an die zuständige Kommission zurückverwiesen. (…)

Katholische Wochenzeitung 14/14. April 2014, S. 5
Papst Franziskus: Die Gender-Ideologie ist dämonisch!

Von Bischof Andreas Laun. Die „Gender-Ideologie“ ist heute gegenwärtig, weltweit, vor allem in der sogenannten „hochentwickelten“ Welt, was offenbar nicht ihre Vernunft einschliesst. Die Kernthese dieses kranken Vernunft-Produktes ist das Endergebnis eines radikalen Feminismus, den sich inzwischen die Homolobby angeeignet hat. Behauptet wird: Es gibt nicht nur Mann und Frau, sondern auch andere „Geschlechter“. (…)

Katholische Wochenzeitung 21/2014 Mai, S. 3
Russisch-orthodoxe Kirche kritisiert ESC-Sieg von Transvestiten

Der Sieg des österreichischen Transvestiten Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest (ESC) stösst auf Kritik der russisch-katholischen Kirche. Der Sprecher des Moskauer Patriarchats, Vladimir Legoida, sprach am 12. Mai, nach Angaben der russischen Nachrichtagentur Interfax von einer „Absage an die christliche Identität der europäischen Kultur“. Es handle sich um ein weiteres Glied in der Kette der „kulturellen Legitimierung von Lastern in der modernen Welt“. Die Anerkennung von Dingen, die in der Bibel als „Abscheulichkeit“ bezeichnet würden, sei keine neue Entwicklung, so Legoida. Sie dürfe nicht verharmlost werden. Die kulturelle Legitimierung des Phänomens sei noch gefährlicher als die rechtliche, weil sie oft der Vorbote von Gesetzen sei. Conchita Wurst alias Tom Neuwirth (25) war von den TV-Zuschauern in Europa zum Sieger des Wettbewerbes gekürt worden. (kipa/kna/bal)

Katholische Wochenzeitung Nr. 28 vom 11. Juli 2014, S. 11
Kardinal Schönborn kritisiert Auswüchse der „Gender-Ideologie“
„Elter 1“ und „Elter 2“ statt „Mutter“ und „Vater“? – Appell an Bundesregierung: „Österreich muss nicht allen Nonsens (Unsinn) mitmachen“

Kritik an der „Gender-Ideologie“ und der damit verbundenen Einebnung der Geschlechter hat Kardinal Christoph Schönborn geübt. In seiner Freitags-Kolumne in der Gratiszeitung „Heute“ wendet er sich gegen den europaweiten Trend, in Dokumenten nur mehr „geschlechtsneutrale“ Formulierungen zu verwenden. Seinen Kommentar beendet der Wiener Erzbischof mit dem Appell, in Österreich einen anderen Weg einzuschlagen: „Bitte, liebe Bundesregierung: Österreich muss nicht allen Nonsens mitmachen!“ – Der Europarat habe seinen Mitgliedsländern empfohlen, in Zukunft in der Verwaltungssprache nicht mehr von „Vater“ oder „Mutter“, sondern von „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ zu reden, „oder noch schlimmer, von ‚Elter 1 und ‚Elter 2′“, wie Schönborn anmerkte. Weil bestimmte Gruppen wegen ihrer „Gender-Ideologie“ Worte wie „Vater“ oder „Mutter“ als Diskriminierung empfänden, stehe zum Beispiel auf britischen Antragsformularen nur mehr „parent 1“ und „parent 2“. Auch Spanien, Frankreich und Schweden haben – so der Kardinal – diese „Beseitigung“ von Vater und Mutter bereits durchgeführt. „Haben diese Länder keine anderen Probleme?“ so die verwunderte Anfrage des Erzbischofs. „Will man durch solchen ideologischen Unfug vom Drama der Jugendarbeitslosigkeit ablenken?“  Dabei sei es in wirtschaftlich schweren Zeiten „vor allem die Familie, die Rückhalt bietet und ein haltbares Auffangnetz darstellt“. Wenn die Geschlechtskategorien „immer mehr aufgelöst, ja verpönt werden“, könnten Anreden wie „liebe Mutti“ oder „lieber Vati“ bald schon als „hoffnungslos altmodisch“ erachtet werden, schrieb Schönborn. Vielleicht würden bald statt Vatertag wie bisher in Hinkunft ein „Elter-2-Tag“ gefeiert und am 2. Sonntag im Mai statt Muttertag der „Elter-1-Tag“ begangen. Wobei die Reihenfolge „Elter 1“ und „Elter 2“ wohl auch schon als diskriminierend empfunden werden könnte, so der Kardinal: „Da ist mir schon lieber das gute alte „Liebe Mutter und „Lieber Vater“!
Nachbemerkung der Redaktion „Katholische Wochenzeitung“:
Kardinal Schönborn kann man von Herzen beipflichten. Es wäre nur noch anzumerken, dass es sich bei den von ihm kritisierten sprachlichen Neuschöpfungen zwar auch um „Unfug“ handelt, aber nicht nur. Diese Begriffe ergeben sich logisch aus der Gender-Ideologie. Sie sind gewissermassen systemimmanent (systeminnewohnend). hm. (Herbert Meier)

Katholische  Wochenzeitung 30-32 2014 Juli, S. 4, Stefan Fleischer
Kinderfrei – Der neueste Schrei der Gender-Ideologie

In einem Artikel zum Rückgang der Geburtenzahlen in der Schweiz und anderswo in Europa wurden auch jene Frauen erwähnt, die nicht als „kinderlos“ bezeichnet werden wollen, sondern als „kinderfrei“. Sie seien nicht unfähig, Kinder zu haben, sondern hätten sich entschieden, frei zu sein, frei auch von den Bindungen und Verpflichtungen, die eine Mutterrollen mit sich bringt. Nicht erwähnt wurden dabei auch jene Männer, die genauso kinderfrei sein wollen, die sich weder ihre Karriere noch ihre sexuelle Freiheit durch Kinder stören lassen wollen. – Wir Schweizer waren schon immer besonders freiheitsliebend. „Wir wollen frei sein!“ schworen unsere Väter, im vollen Bewusstsein, dass das nicht geht ohne Einordnung und Unterordnung und ohne den Gehorsam gegenüber dem höchsten Gott. „Ich will frei sein!“ schreit der Mensch von heute, ohne zu bedenken, dass das nicht geht ohne Zerstörung der Umwelt, der Gesellschaft, ja auch des eigenen Ichs. Die Gender-Ideologie verspricht eine solche Freiheit. Jeder kann sein, was und wie er will, ohne Rücksicht auf die Zukunft, die Zukunft der Natur, die Zukunft der Gesellschaft, ja selbst ohne Rücksicht auf seine eigene Zukunft, die sich ja nicht auf die augenblickliche Laune und/oder den gerade herrschenden Mainstream (vorherrschende Richtung) fixieren lässt. Kinderfrei sein wollen, ist nur der vorläufig letzte Schrei dieser Ideologie. Weitere werden folgen, es sei denn, wir realisieren diese Kinderfreiheit so konsequent, dass wir gar keine Zukunft mehr haben.

Katholische Wochenzeitung 42/2014 Oktober, S. 9
Der Mensch ist keine Ware
500’000 demonstrierten in Paris gegen Gender-Ideologie – „Manif pour tous“ gegen Leihmutterschaft

Eine halbe Million Franzosen folgten dem Aufruf der Bürgerrechtsbewegung  „Manif pour tous“ und demonstrierten am 4. Oktober 2014 in Paris unter dem Motto „Der Mensch ist keine Ware“ gegen Leihmutterschaft und Gender-Ideologie und für die Familie. Der Kulturkampf gegen die sozialistischen Experimente geht weiter. Ausserhalb Frankreichs breiten die meisten Medien den Mantel der Zensur darüber. Selbst die katholischen Nachrichtenagenturen berichten nur verhalten. Manche beteiligen sich sogar m Kleinrechnen der Teilnehmerzahlen, das von der französischen Regierung betrieben wird.  Deren Motivation lässt sich erklären, die der katholischen Agenturen weniger. – Auch in Bordeaux gingen mindestens 30’000 Menschen für dasselbe Anliegen auf die Strasse. Die Demonstranten fordern ein „weltweites Verbot der Leihmutterschaft“. Der Uterus (Gebärmutter) dürfe nicht für Geschäftemacherei  und ein inakzeptables Spiel mit dem Leben missbraucht werden. Ebenso lehnt „Manif pour tous“ die künstliche Befruchtung „ohne Vater“ ab. Sowohl die Leihmutterschaft als auch die künstliche Befruchtung für alleinstehende Frauen oder Lesben will die sozialistische Regierung unter Staatspräsident François Hollande (PS) legalisieren. (…)

Katholische Wochenzeitung Baden/CH, Nr. 48/2014 November, S. 4
Communiqué der Pro Ecclesia Schweiz

Mit Erstaunen und Unverständnis hat die Katholische Volksbewegung Pro Ecclesia zur Kenntnis genommen, dass die katholische Universität Freiburg i. Ue. am 14. November 2014 Frau Judith Butler, einer amerikanischen Philosophin („Berkley-Universität“ San Francicsco), die Ehrendoktorwürde verliehen hat. Frau Judith Butler ist die Begründerin der Gendertheorie, einer Ideologie zur Zerstörung der Familien. Am Ersten Adventssonntag wird in vielen Pfarreien in der Schweiz das Opfer für die Universität Fribourg aufgenommen. Es ist den Gläubigen überlassen, ob sie für diese Universität ein Opfer spenden wollen. Zentralsekretariat Pro Ecclesia, 5401 Baden

Katholische Wochenzeitung Baden/CH,  49/2014 Dezember, S. 5
Ehrendoktorat für Judith Butler – Uni Freiburg „gendert“ sich ins akademische Abseits

Unterzeichnen sie JETZT unseren Protestbrief an die Leitung der Universität! Am 15. November 2014 hat die Philosophische Fakultät der Universität Freiburg i. Üe.  der amerikanischen Philosophin und Homo-Aktivistin Judith Butler einen Ehrendoktortitel verliehen. Mit dieser Auszeichnung für die derzeit wichtigste Vertreterin der Gender-Ideologie hat sich die Philosophische Fakultät Freiburg wissenschaftlich unglaubwürdig gemacht. Diese Ehrung ist, wie selbst ein Professor der Universität Freiburg gegenüber der Presse sagte, im Grunde einfach nur „zum Lachen“.  Dennoch zeigt sich darin, wie dramatisch der Einfluss der familienzerstörenden Gender-Ideologie in allen Bereichen der Gesellschaft bereits fortgeschritten ist. Die Gender-Ideologie versteht sich als politische Bewegung mit dem Ziel, die Geschlechter von Mann und Frau sowie die heterosexuelle Norm zum Zwang zu erklären und somit abzuschaffen. Es geht um einen machtpolitisch motivierten Angriff auf die Fundamente unserer Gesellschaftsordnung und insbesondere die natürliche Familie. Mit Wissenschaft hat Gender nichts zu tun! Protestieren auch Sie dagegen und unterzeichnen Sie unseren offenen Brief an die Leitung der Universität Freiburg. Es ist ein Brief der etwas anderen Art, aber durchaus sehr ernst gemeint. Er kann zum Unterzeichnen unter www.fuer-gesunde-familien.ch heruntergeladen werden.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 13/2015 März, S. 13
Katholischer Publizist: Die Gender-Ideologie ist „blanker Fanatismus“

Scharfe Kritik an der Gender-Ideologie hat der katholische Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“ der Deutschen Vereinigung für eine christliche Kultur, Mathias von Gersdorff (Frankfurt am Main), geübt. Sie sei „blanker Fanatismus“ und ein Sammelsurium von Postulaten, die man wissenschaftlich gar nicht untersucht hat“, sagte er am 14. März 2015 auf der Leipziger Buchmesse. Das sogenannte Gender-Mainstreaming besagt, dass jeder Mensch unabhängig von seinem biologischen Geschlecht wählen kann, als Mann oder Frau zu leben. Das stehe nicht nur konträr zum christlichen Verständnis der Ehe zwischen Mann und Frau. Es höhle auch das Grundgesetz systematisch aus, so von Gersdorff. Denn darin würden Ehe und Familie besonders geschützt. Nach Ansicht des Publizisten ist es skandalös, dass Schulen in Baden-Württemberg beispielsweise gezwungen würden, sich am neuen Bildungsplan zu orientieren. Dieser sieht vor, dass an allgemeinbildenden Schulen von der ersten Klasse an für sexuelle Vielfalt geworben wird.  Dabei geht es um die Interessen von „LSBTTI-Menschen“ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle). – Von Gersdorff: „Warum können die Schulen nicht selbst entscheiden, ob sie gender-recht unterrichten wollen oder nicht? Dann würden wir ja sehen, wie viele Eltern ihre Kinder auf so eine Schule schicken.“ Von Gersdorff stellte auf der Leipziger Buchmesse das Werk „Ehe und Familie im Sperrfeuer revolutionärer Angriffe“ vor, dessen Herausgeber er ist. (kath.net/idea)

Katholische Wochenzeitung Baden 14/2015 April, S. 9
Gender GaGa

In ihrem neuen Buch beschreibt Birgit Kelle, wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will. Gender Mainstreaming – die Vielfalt der Geschlechter – ist in aller Munde. Gegendert werden jetzt Spielplätze, Ampeln, Toiletten, die deutsche Sprache und sogar die Bibel. So langsam schwant immer mehr Bürgern, dass dies alles von zweifelhaftem Sinn und Nutzen ist, dafür aber zielsicher Steuergelder vernichtet. Mit spitzer Feder entlarvt Birgit Kelle in ihrem jetzt im „adeo Verlag“ erschienenen Buch „Gender GaGa“ höchst unterhaltsam die absurden Auswüchse einer Ideologie, die unseren Alltag erobern will. Während kaum jemand begreift, was da alles im Namen von Gender Mainstreaming geschieht, oder gar in zwei, drei vernünftigen Sätzen erklären kann, was das alles soll, hat es sich als Handlungsmaxime in unserer Politik festgemauert. Ohne gesellschaftliche Diskussion und Legimitation, ohne Parlamentsbeschluss. „Da sitzt es jetzt, gekommen, um zu bleiben – und wir zahlen alle fleissig mit“, erklärt Birgit Kelle. „George Orwell hatte an seinem Roman „1984“ bereits das „Neusprech“ erfunden, heute würde er neidvoll erblassen angesichts der Sprach-Kreativität verbissener Diskriminierungsjäger.“ „Doch es gibt auch positive Aspekte“, betont die Journalistin. „Selten hatte eine Ideologie mit Weltverbesserungsanspruch einen derart grossen Unterhaltungsfaktor. Deswegen hat Gender Mainstreaming es verdient, als das betrachtet zu werden, was es ist: eine grosse Satireshow“ (Witzshow). (…)
Gender GaGa. Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will, von Birgit Kelle, 2015 Adeo.

Schweiz am Sonntag vom 26.04.2015, S. 9, Sarah Serafini
Transmenschen fordern: Schluss mit Sterilisation.
Die FDP-Politikerin Doris Fiala will eine Europarat-Resolution in der Schweiz umsetzen

Transmenschen in ganz Europa sprechen von einem historischen Moment. Mit 68 zu 23 Stimmen verabschiedete die parlamentarische Versammlung des Europarates vergangenen Mittwoch eine Resolution, die sich für die Rechte und gegen die Diskriminierung von Transpersonen ausspricht. Doris Fiala ist Präsidentin der Schweizer Delegation im Europarat und Zürcher FDP-Nationalrätin. Sie sagt: „Alle im Rat anwesenden Schweizer stimmten der Resolution zu.“ Transpersonen sind Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht dem Geschlecht entspricht, dem sie bei der Geburt zugeordnet wurden. In der Resolution ruft das Parlament des Europarates seiner Mitgliedstaaten dazu auf, dass Transmenschen einfach Änderungen des Namens oder des amtlichen Geschlechts in Dokumenten vornehmen können. In den meisten europäischen Ländern müssen dafür eine Sterilisation oder andere operative Behandlungen und die Diagnose einer psychischen Erkrankung nachgewiesen werden. Weiter fordert das Parlament, dass Transmenschen nach der Anerkennung ihres Geschlechtes  in einer bestehenden Ehe bleiben dürfen. Vor allem aber werden die Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, für ein Gesetz zu sorgen, das die Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität ausdrücklich verbietet. „Vieles, was das Parlament des Europarates empfiehlt, ist in der Schweiz noch nicht umgesetzt“, sagt Alecs Recher, Transmann und Leiter der Rechtsberatung des „Transgender Network Switzerland“. (…)

Katholische Wochenzeitung CH-Baden, 28/2015 Juli, S. 4
Papst: Gender-Ideologien gefährden die Schönheit der Ehe

Franziskus an Bischöfe: „Unterschiede zwischen Mann und Frau dürften nicht Unterdrückung oder Konkurrenzverhalten“ nach sich ziehen, „sondern müssten der Gemeinschaft und der Fortpflanzung dienen.“ Gender-Ideologien gefährden die Schönheit der Ehe. Darauf hat Papst Franziskus in einer Rede an die Bischöfe von Puerto Rico hingewiesen, die zum Ad-limina-Besuch im Vatikan waren. Franzikus hat laut Redetext die Bischöfe dazu eingeladen, Distanz zu Ideologien zu nehmen, die die traditionelle Familie untergraben. Die „Ergänzung“ von Mann und Frau sei der Gipfel der Göttlichen Schöpfung, und diese Verbindung werde von der Gender-Ideologie – im Namen einer angeblich freieren und besseren Gesellschaft – hinterfragt. (…)

Katholische Wochenzeitung Baden/CH 33/2015 August, S. 9
Eine Million demonstriert in Rom für die Familie und gegen die Gender-Ideologie

Die Kundgebung nannte sich „Verteidigen wir unsere Kinder“ und nicht „Manif pour tous“ wie in Frankreich, aber es war eine italienische „manif pour tous“ und war für eine. Eine Million Italiener sind im Jun für die Verteidigung der Familie aufgestanden und haben die die Gender-Ideologie der Linksregierung protestiert. Die Grössenordnung ist sensationell für Italien. Erst vor 18 Tagen hatte sich das Organisationskomitee an die Öffentlichkeit gewandt, um gegen ein Regierungsdekret mobil zu machen. (…)

Berufsschau Oktober 2015 in Pratteln/Kanton Basellandschaft CH, Flyer

Gendertag – Zukunftstag für Mädchen und Jungens: Donnerstag, 12. November 2015
FIT FÜR DIE ZUKUNFT
Ingenieurin oder Firmenchefin? Fachmann Betreuung oder Primarlehrer? Sind Männerberufe auch Frauenberufe – und umgekehrt? Kinder oder Karriere oder beides? Voll- oder Teilzeit arbeiten? Wer macht den Haushalt, wer betreut die Kinder?
Mädchen und Knaben denken über ihre Berufs- und Lebensplanung nach. Der Zukunftstag – in der Schule, im Betrieb, im Haushalt – gibt ihnen Impulse
Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion Kanton Basel-Landschaft, Amt für Volksschulen und Amt für Berufsbildung und Berufsberatung
Finanz- und Kirchendirektion Kanton Basellandschaft, Gleichstellung für Frauen und Männer Wirtschaftskammer des Kantons Basel-Landschaft.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 2/2016 Januar, S. 6
Erzbischof Schick warnt vor Gender-Theorien

Bamberger Erzbischof: „Wir wollen Gleichberechtigung der Geschlechter, aber nicht die Gleichheit der Geschlechter“ – Schick appellierte an die Politik: „Kinderreichtum darf kein Armutsrisiko sein“ – „Das Vertrauen in die Familie stärken“ (…)

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 37/2016 September, S. 9
Homosexualität oder Transsexualität nicht angeboren. Neue Studie widerlegt Homo-Lobby und Gender-Ideologie

In den 90er Jahren wurde nach dem Homo-Gen gesucht. Obwohl sich die Wissenschaft erst auf dei Suche gemacht hatte, stand das Ergebnis für zahlreiche Massenmedien und die triumphierende Homo-Lobby bereits fest. Selbstverständlich gebe es dieses Homo-Gen. Es sei der ultimative Beweis, dass Homosexualität angeboren und damit Teil der menschlichen Natur sei. Allein durch diese Schlagzeilen und Berichte wurde die Akzeptanz der Homosexualität ein gutes Stück mehr in den Köpfen leichtgläubiger Zeitgenossen verankert. (…)
Homosexualität und Transsexualität nicht angeboren.
Laut der Studie „Sexuality and Gender“ gibt es keine wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung der Gender-Ideologie, dass die Geschlechtsidentität etwas vom biologischen Geschlecht Losgelöstes sei. Mit anderen Worten ausgedrückt: Wenn einb Mann behauptet, er sei inWirklichkeit eine Frau, die nur in einem männlichen Körper „gefangen“ sei, oder umgekehrt, weist das auf eine schwere sexuelle Identitätsstörung, und damit auf eine psychische Pathologie (allgemeine Lehre von den Krankheiten) hin. (…)
Das natürliche Geschlecht kann durch operative Geschlechtsumwandlung nicht geändert werden.
Eine Kernaussage der Studie ist, dass das natürliche, das biologische Geschlecht weder gesellschaftliche, kulturell oder durch chirurgischen Eingriff geändert werden könne. Die Geschlechtsumwandlung durch chirurgischen Eingriff sei zwar technisch möglich, ändere aber nichts am natürlichen Geschlecht eines Menschen. Ein geborener Mann bleibe ein Mann, ebenso eine geborene Frau eine Frau. (…)
Studie warnt vor „Transsexualisierung“ von Kindern
Einen besonderen Schwerpunkt der Studie bilden Kinder. Die beiden Autoren zeigen auf, dass die allerwenigsten Kinder, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen, diese in der Pubertät oder im Erwachsenenalter beibehalten. Es sei daher ein Irrtum, zu meinen, so Mayer und McHugh, solche Kinder sollten animiert werden, sich in Transsexuelle zu verwandeln, oder sie sollten Hormonbehandlungen oder chirurgischen Eingriffen unterzogen werden. Es könnten dadurch irreparable (nicht wieder herstellbare) psychische Schäden hervorgerufen werden. Die Autoren warnen mit Nachdruck vor falschen Therapien im Sinne der Homo-Lobby und der Gender-Ideologen. (…)

bz BASEL vom 03.10.2016, S. 9, Dominik Straub, Rom
„Gender ist Weltkrieg gegen die Ehe“

Kath. Wochenzeitung Baden CH, 46/2016 November, S. 10
Das Gift der Genderideologie (Prof. Manfred Spieker)

Bei der „Demo für alle“ in Wiesbaden forderten die Teilnehmer „die Landesregierung auf, den Lehrplan zu überarbeiten und vom Gift der Genderideologie zu befreien.“ Sexualerziehung hat, so das Hessische Schulgesetz, die Schülerinnen und Schüler mit den biologischen, ethischen, religiösen, kulturellen und sozialen Tatsachen der Geschlechtlichkeit vertraut zu machen, zu Toleranz gegenüber verschiedenen Wertvorstellungen zu erziehen und die grundlegende Bedeutung von Ehe und Familie zu vermitteln (§ 7).
Ehe und Familie haben im Schulgesetz wie auch in der hessischen Verfassung nicht deshalb einen zentralen Platz, weil sich die Ehepartner lieben, weil sie sich gegenseitig begehren und füreinander einstehen. Das mag auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften vorkommen. Sie haben einen zentralen Platz, weil sie für die Regeneration der Gesellschaft sorgen, weil sie „Grundlage des Gemeinschaftslebens“ sind. Nur sie gewährleisten die Zukunft des Gemeinwesens, indem sie die Kinder zeugen und erziehen. Keine gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist dazu in der Lage.
Die Eltern, die hier demonstrieren, verteidigen eine Sexualerziehung, die dieses Fundament achtet. Dieses Fundament ist im neuen Lehrplan nicht völlig verschwunden. Aber es ist mit Gift der Genderideologie infiziert. An zahlreichen Stellen wird dies deutlich: Ehe und Familie werden relativiert, indem sie auf eine Variante partnerschaftlichen Zusammenlebens reduziert werden neben nicht-ehelichen Partnerschaften, Patchworkfamilien und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Bei den Unterrichtsthemen für die 6- bis 10jährigen kommen Ehe und Familie im Gegensatz zu den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gar nicht vor. Die Heterosexualität als biologische Voraussetzung von Ehe und Familie wird gendergerecht auf eine Variante sexueller Vielfalt reduziert – neben Bi-, Homo- und Transsexualität. Die Sexualerziehung soll bereits den 10- bis 12jährigen die Existenz unterschiedlicher sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten vermitteln und nicht nur zu deren Toleranz, sondern zu deren Akzeptanz erziehen. Die Eltern wehren sich dagegen, weil der Lehrplan den Eindruck erweckt, es sei wissenschaftlich geklärt, was eine sexuelle Orientierung oder eine sexuelle Identität ausmacht, und alle Varianten sexueller Orientierung und Identität seien gleichwertig. Sie wehren sich, weil der Lehrplan damit gegen das Indoktrinationsverbot (massive ideologische Beeinflussung) verstösst, das vom Bundesverfassungsgericht in einem wegweisenden Urteil zur Sexualerziehung 1977 formuliert wurde. (…)
Manfred Spieker, Gender-Mainstreaming in Deutschland, Konsequenzen für Staat, Gesellschaft und Kirchen, Verlag Ferdinand Schöningh.

Kath. Wochenzeitung Baden CH, 3/2017 Januar, S. 11
Kardinal Müller: „Lateinamerika wird gedrängt, die Gender-Ideologie anzunehmen“

Vor „dem Druck eines ideologischen Totalitarismus“ auf die Länder Lateinamerikas, der Entwicklungshilfe davon abhängig mache, Abtreibung und Gender-Ideologie zu akzeptieren, hat der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gewarnt.
Der kirchliche Würdenträger erhob diese Anklage in einem exklusiven Interview mit der italienischen Ausgabe von CNA, ACI Stampa, anlässlich seines Buches „Benedikt & Franziskus: Ihr Dienst in der Nachfolge Petri“.
„Die Staaten und die Gesellschaft Lateinamerikas sind, wie auch jene in Europa und Nordamerika, unter dem Druck eines neuen ideologischen Totalitarismus, der sich allen Ländern aufzwingen will, indem er die Entwicklungshilfe an die Akzeptanz seiner Postulate koppelt, wie es bei der Gender-Ideologie und dem freien Zugang zur Abtreibung geschieht, die ein Mord ist, der als Recht dargestellt werden soll. Das sind Bedrohungen, die die Fundamente der modernen Staaten schwächen“, mahnte Kardinal Müller.
Staat und Gesellschaft sind nicht dasselbe. Er betonte, dass Europa und Lateinamerika jedoch unterschiedliche Charakteristiken besässen, die es ihnen erlauben würden, auf unterschiedliche Weise auf dieses Phänomen zu reagieren. „In Europa hat sich die Demokratie besser entwickelt. In Lateinamerika hingegen wird ein Präsident gleichsam wie ein Idol betrachtet, das dazu bestimmt ist, alle Probleme zu lösen. Die Gesellschaft braucht Bildung. Es braucht Personen, die fähig sind, sich um das Gemeinwohl zu kümmern, nicht nur um ihre eigenen Kunden.  Andererseits verhindert der Klientelismus manchmal auch im Westen eine gute Entwicklung der Gesellschaft und eine angemessene Beziehung zum Staat. Es ist wichtig, darauf zu bestehen, dass Staat und Gesellschaft nicht [miteinander] identifiziert werden können. Wenn das geschieht, bedeutet es, dass sich ein neuer Totalitarismus bildet“, fügte er hinzu.
Aufgabe der Bischöfe… Während des Interviews mit CNA erinnerte Kardinal Müller daran, dass es „Aufgabe der Bischöfe und vor allem des Papstes sei, der einen besonderen Auftrag für die Einheit und die Wahrung des Glaubens hat“, die Bedrohungen anzuprangern, die der Gesellschaft von der Verbreitung bestimmter Ideologien totalitären Anspruchs kommen – konkret Ideologien wie die Gender-Theorie – dass es aber auch eine Verkörperung des Naturgesetzes sei.
Im Fall Lateinamerikas, sagte er, sei es nötig, dass die Kirche „ein prophetisches Zeugnis für eine würdige Entwicklung der Strukturen von Staat und Gesellschaft gebe.“

Katholische Wochenzeitung 10/2017 März, S. 4
Arbeitsgruppe Jugend und Familie: Protestaktion gegen CVP-Ständeratsmitglieder

Mit 32 : 12 Stimmen bei einer Enthaltung hat der Ständerat am 27.02.2017 einem Beitritt der Schweiz zur sogenannten Istanbul-Konvention zugestimmt. Den Ausschlag gaben dabei die Ständeräte der CVP-Fraktion (Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz). Sie stimmten – bis auf eine Ausnahme – zusammen mit den Linken und Grünen für die Ratifikation (Anerkennung eines völkerrechtlichen Vertrages).
Die Istanbul-Konvention bezeichnet das Übereinkommen des Europarates vom 11. Mai 2011 „zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“. Das tönt eigentlich gut, hat aber wenig mit dem tatsächlichen Inhalt zu tun. Der Konvention zugrunde liegt nämlich die Genderismus-Ideologie. Geschlecht bezeichne keine biologische Gegebenheit, sondern ausschliesslich „die gesellschaftlich geprägten Rollen, Verhaltensweisen, Tätigkeiten und Merkmale, die eine bestimmte Gesellschaft als für Frauen und Männer angemessen ansieht.“ (Art. 3)
Die Konvention ist somit das erste internationale Abkommen überhaupt, welches das Geschlecht im Sinne der Gender-Ideologie explizit (ausführlich erklärt) als blosse soziale Konstruktion definiert. In logischer Konsequenz liegt den Abkommen denn auch nicht der Gewaltbegriff des Alltagsverstandes, sondern derjenige des radikalen Feminismus zugrunde.
Als Folge des Verhaltens der CVP-Ständeräte hat die Arbeitsgruppe Jugend und Familie zusammen mit anderen Familienorganisationen zu einer Protestaktion an CVP-Präsident Gerhard Pfister aufgerufen. Pfister wird vorgeworfen, mit seiner Forderung nach einer christlichen Wertediskussion eine Scheindebatte lanciert zu haben, während gleichzeitig die CVP-Fraktionsmitglieder in Wertfragen effektiv mit der Linken zusammenspannen.

Kath. Wochenzeitung Baden CH, 12/2017 März, S. 11
Vorsitzender der Bischöfe Polens warnt: „Gender-Ideologie gefährlicher als Kommunismus“

Neben der Auseinandersetzung mit dem „Gender Mainstreaming“ ging der Erzbischof von Posen auf das richtige Verständnis des Begriffs der Barmherzigkeit ein, besonders mit Blick auf christliche Familien. Der Bibelwissenschaftler warnt vor einer Reduktion der Theologie auf Soziologie, und er fordert mehr Rücksichtnahme und Augenmerk auf die Kinder in Situationen von Scheidung und ähnlichen Krisen.
Vor 2 Jahren hatte der Erzbischof unter anderem gefordert, dass homosexuelle Beziehungen überhaupt nicht Thema der Familiensynode sein sollten.
Subtiler als der Kommunismus. Mit Blick auf die Gender-Agenda sagte damals Erzbischof Gadecki gegenüber EWTN, dass diese, indem sie subtiler als der Kommunismus vorgehe, auch gefährlicher sei: „Wenn der Genderismus den Raum betritt, dann handelt es sich um eine reine Ideologie, die eigentlich versucht, die ehelichen und familiären Beziehungen zu zerstören“. (…) CNA d.

Generalvikariat Rom

→Vikariat

Gerichte des Vatikans (Staat und Hl. Stuhl)

Staat der Vatikanstadt (4 Gerichte)

Gemäss Gesetz vom 21.11.1987 wird die Gerichtbarkeit von einem

  • einzigen Richter (Gianluigi Marrone, dann 2009: Prof. Piero Antonio Bonnet)
  • einem Gericht (Staatsanwalt: Nicola Picardi, ab 19.10.2013; Prof. Gian Piero Milano)
  • einem Berufungsgericht
  • und einem obersten Gerichtshof (3 Kardinäle als Richter)

ausgeübt. Sie üben ihre Tätigkeit im Namen des Papstes aus. Die einzelnen Kompetenzen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Strafgerichtsbuch, die im Vatikan gelten, festgelegt. Staat der Vatikanstadt: Im Vatikan (bei grösseren Delikten wie z. B. die Ermordung der Oberstenehepaars Estermann) ist man auf Organe und Personen des italienischen Staates angewiesen: Urteile werden im Namen des Papstes gefällt. Er hat das Recht, in jeder Straf- oder Zivilsache allumfassend einzugreifen. Nach seinem Entscheid sind Rechtsmittel nicht mehr zulässig.

OR vom 29. Mai 2009:
Der Papst hat den Anwalt Prof. Piero Antonio Bonnet zum Einzelrichter des Staates der Vatikanstadt ernannt. Prof. Bonnet wird sein bisheriges Amt im Richter-Kollegium des Staates der Vatikanstadt weiterhin beibehalten. Er wird in seiner Funktion Nachfolger des im Februar verstorbenen Gianluigi Marrone.
(→Untersuchungsbericht: Attentat auf Oberst Estermann)

Das vatikanische Staatsgericht ist für zivil- und strafrechtliche Fragen auf seinem Staatsgebiet zuständig. Daher fallen etwa auch Eigentumsdelikte an Touristen auf dem Petersplatz in dessen Zuständigkeit. Siehe nachfolgend:

Gerichtsverfahren im Jahre 2008:

Im Jahre 2008 musste sich die Justiz des Staates der Vatikanstadt mit 486 Strafverfahren und 549 Zivilprozessen befassen. Damit führt der Vatikanstaat im Verhältnis zu seiner geringen Einwohnerzahl von 492 Bürgern ungebrochen die weltweite Kriminalitätsstatistik an. Die Delikte gehen allerdings ausschliesslich auf das Konto der Millionen Besucher/innen aus aller Welt. Zudem bewegen sich die meisten Fälle in der Grössenordnung von Taschendiebstählen. Die durchschnittliche Dauer von Strafprozessen verkürzte sich von 490 Tagen im Jahre 2007 auf 396.5 Tage im Jahre 2008. Zivilverfahren verzeichneten dafür eine leichte Verlängerung von 8,4 auf 9.2 Tage.

OR Nr. 3 vom 22.01.2010:
Gemessen an der Einwohnerzahl haben in keinem anderen Land die Gerichte so viel zu tun wie im Vatikan. Im vergangen Jahr 2009 musste sich die Justiz des 490 Bürger zählenden Staates mit 474 Zivilprozessen und 446 Strafverfahren befassen. Das geht aus dem Jahresbericht des vatikanischen Generalstaatsanwaltes Nicola Picardi hervor. Der Jahresbericht weist jedoch darauf hin, dass die grosse Zahl der Prozesse vor allem auf die rund 18 Millionen Pilger und Touristen zurückzuführen sei, die jährlich den Vatikan besuchten. Zudem brächten es die weltweiten Aktivitäten des Vatikanstaates mit sich, dass in fast jedem Prozess Nicht-Vatikan-Bürger beteiligt seien. Der Anteil der Verfahren, die auf Einwohner des Kirchenstaates entfalle, liege hingegen weit unter einem Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Prozesse allerdings zurückgegangen. 2008 leiteten die vatikanischen Richter noch 486 Strafverfahren und 549 Zivilprozesse. Die durchschnittliche Dauer der Strafprozesse hat sich hingegen von 396,5 auf 745 Tage fast verdoppelt. Zivilverfahren waren 2009 im Durchschnitt nach 7,4 Tagen beendet, im Vorjahr waren es 9.2 Tage gewesen.

Kirche heute 26/2012, Juni, S. 3:
(Kammerdiener des Papstes, der Diener von Hintermännern?) (…)

Grundsätzlich macht das vatikanische Straf- und Strafprozessrecht keinen Unterschied zwischen Laien und Klerikern. Die einzige Ausnahme: die Kardinäle. Die höchsten kirchlichen Würdenträger nach dem Papst können nur von Personen gleichen Ranges gerichtet werden. Das heisst: Ein Prozess gegen einen Kardinal könnte nur vor der 3. und höchsten Instanz der vatikanischen Justiz stattfinden, dem vatikanischen Kassationsgericht, das aus 3 Kardinälen besteht.

Heiliger Stuhl: (3 Gerichte)

⊕   Apostolische Signatur (auch: Oberster Gerichtshof der Apostolischen
.      Signatur)

1806 als höchstes Gericht der römischen Kurie geschaffen.
Berufsinstanz der Römischen Rota. Der Gerichtshof ist unterteilt in drei Sektionen:
–  Sektion I:   Kassationshof – gerichtliche Angelegenheiten
–  Sektion II:  Justizministerium – administrative Angelegenheiten
–  Sektion III: Staatsrat bzw. Verwaltungsgerichtshof –
.  Verwaltungsgerichtsbarkeit

Entscheidungen werden nicht publiziert, über ihre Tätigkeit informiert die Apostolische  Signatur aber jährlich in den Attività della Santa Sede. Die Gerichte unterstehen, wie alle anderen auch, dem Papst.

⊕    Römische Rota (Gericht der Römischen Rota)

Das ordentliche Appellationsgericht, das zweithöchste Gericht der röm.-kath. Weltkirche. Es übt für den Papst die ordentliche Gerichtsbarkeit aus. Vor allem für Berufsverfahren zuständig. Einen Grossteil der Verfahren bilden sogenannte Ehenichtigkeitsverfahren. Hierbei ist die Römische Rota (Rad) dafür zuständig, die Gültigkeit kirchlicher Eheschliessungen zu beurteilen und ist dabei Berufungsinstanz der
Gerichte der einzelnen Diözesen.  →Eheannullierungen

  ⊕  Apostolische Pönitentiarie

Kein Kirchengericht, sondern ein kurialer Gnadenhof für den sakramentalen wie nichtsakramentalen Gewissensbereich. Das Aufgabengebiet der Apostolischen Pönitentiarie umfasst die Gewährung von Gnadenerweisen, das Ablasswesen (soweit es nicht in die Kompetenz der Glaubenskongregation fällt), Absolutionen, Dispensen, Nachlass von Strafen, Umwandlung von Verpflichtungen und Ähnliches

Im vatikanischen Telefonbuch werden auch die Gerichte des Vikariats Roms (Tribunali del Vicariato di Roma) aufgelistet (mit Vatikannummern):

 –  Tribunale Ordinario della Diocesi di Roma
–   Tribunale di Prima Istanza per le Cause di Nullità di Matrimonio d. Regione
.    Lazio
–   Tribunale di Appello

OR Nr. 4 vom 27. Januar 2012:
Audienz für die Richter der Römischen Rota

Papst Benedikt XVI. hat am 21. Januar 2012 die Richter des Gerichtshofes der Römischen Rota in Audienz empfangen. Die über 20 Richter treffen jedes Jahr zu Beginn des Gerichtsjahres mit dem Papst zusammen. In seiner Ansprache hat sich der Heilige Vater gegen eine positivistische Sichtweise (Positivismus = philosophische Position, die allein das Tatsächliche als Gegenstand der Erkenntnis zulässt) des Kirchenrechts gewandt und eine stärkere Berücksichtigung der kirchlichen Wirklichkeit für dessen Auslegung gefordert.

An der Römischen Rota, dem zweithöchsten Gerichtshof der katholischen Kirche, sind gegenwärtig 1’080 Verfahren zur Eheannullierung anhängig. Diese Zahl nannte der Dekan des Gerichtshofes, Bischof Antoni Stankiewicz. Insgesamt verzeichnet das Gericht demnach derzeit 1’115 laufende Prozesse. 276 Prozesse wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen, 162 durch ein Urteil, 114 durch ein Dekret.

Die Römische Rota ist die letzte Instanz für Ehenichtigkeitsverfahren (→Ehe…). Der weitaus grösste Teil dieser Prozesse wird jedoch auf der Ebene der Diözesan- und Metropolitangerichte geführt.

Geschenke an den Papst

AS: Vatikanistan, S. 165

Wenn der Papst auch nur einen Bruchteil dessen essen würde, was ihm Delikatesshändler und Konditoren aus aller Welt zuschicken, würde er in keine Soutane mehr passen. Kurz vor Weihnachten 2007 schickte etwa ein prominenter deutscher Fernsehkoch 2 kg in Rosenblüten marinierten Lachs in den Palast. Kein Gramm davon überquerte die Lippen des Papstes. Meistens werden die Mensen der Gardisten oder der Museumsangestellten mit den Präsenten beliefert.

Geschichte (territoriale) der Kirche

Kirche, ihre territoriale Geschichte          →Geschichte des Vatikan

Geschichte des Vatikan

→Pippinische Schenkung 754 n. Chr.  →Römische Frage 1870 – 1929

Ursprünglich war der  Vatikan ein verlassenes, unwirtschaftliches, sumpfiges Gebiet, vor einem leichten Hügel: dem Vatico/vatica. Diese Bezeichnung geht auf die Etrusker zurück. Siehe →Vatikan (Vates = etrusk. Priester). Ager  vaticanus.

Ein paar Weinberge waren angelegt, aber als Ergebnis miserabler Wein. Martial (lat. Dichter, 1. Jh. n. Chr.) schreibt: „Wenn du den vatikanischen Wein trinkst, trinkst du Gift.“ Erst in spätrepublikanischer Zeit (200/100 Jahre v. Chr.) entstanden hier Villen  reicher Römer und in der frühen Kaiserzeit (~100 Jahre n. Chr.) entwickelte es sich zu einem Gartenviertel mit Sport- und Vergnügungsanlagen.

Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) baute eine „naumacchia“, ein Becken für Seegefechts-Spiele. Kaiser Caligula (37 – 41 n. Chr.) liess ein “gaianum“ bauen, eine Art Pferderennbahn und einen Zirkus. In der Mitte stand ein Obelisk, der jetzt in der Mitte des Petersplatzes steht.

Herbst 64 n. Chr.: Die ersten Christen werden hier gemartert, auch Petrus unter Nero (54 – 68 n. Chr.) in diesem Zirkus und den umliegenden Gärten. Kaiser Konstantin stellt Verfolgungen ein.

324 n. Chr.: Konstantin baut eine Basilika im Vatikan (349 fertig erstellt). Nachher, 330 n. Chr.,  ging Konstantin nach Ostrom, Byzanz. Dann erfolgten Barbareneinfälle in Rom. Es begann eine Zeit des Niederganges, die mehrere Jahrhunderte dauerte. –

Hauptsitz war im Mittelalter nicht der Vatikan, sondern der Lateran. Kathedrale des Bistums Rom ist immer noch der Lateran. Papst Symmachus (498 – 514) liess im Vatikan zwei Bischofspaläste erbauen. Von nun an wohnten die Päpste öfter vorübergehend im Vatikan, um sich meistens politischen Unruhen in der Stadt zu entziehen.

Der Lateransitz war bis 1309 bewohnt. Dann kam die Avignon-Zeit von 1309 bis 1377 (68 Jahre). Gregor XI. zog in den völlig zerfallenen Vatikan zurück. Seitdem ist er Sitz des Papstes. 1589 – 90 liess Sixtus V. durch Domenico Fontana (aus Melide TI) die heutige Papstresidenz im Vatikan bauen.

Über 1100 Jahre bis 1870 Kirchenstaat. 1592 verlegte Clemens VIII. die päpstliche Residenz in den Quirinal (Gregor XIII. [→Päpste] begann diesen Bau 1573). Bis 22.09.1870 war der Quirinal Sitz des Kirchenstaates. Dann musste Pius IX. (→Päpste) in den Vatikan. Man kann sagen, der Quirinal war  Sitz des Kirchenfürsten (Regierungssitz des Kirchenstaates), der Vatikan Sitz des Oberhauptes der röm. kath. Kirche (seit 1377). Am 18. April 1506 erfolgte die  Grundsteinlegung des Peters-Domes. (Andere Tessiner Architekten: Borromini (Bissone am Damm von Melide), Maderno (Capolago am südlichen Ende des Luganersees).

Geschiedene, Wiederverheiratete

→Eheannullierungen, wiederverheiratete Geschiedene     →Wiederverheiratete

Gesetzgebung Vatikan  

→Strafrecht

Die wichtigsten Gesetzestexte (→Grundgesetz, Verwaltungsordnung, Zutrittsreglement, Dekret über die Seeschifffahrt usw.) sind auch in deutscher Sprache auf der Homepage des Governatorats herunterzuladen:
www.vaticanstate.va/DE/Staat_und_Regierung/DieOrganederGerichtsbarkeit

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
In der Verfassung des Staates der Vatikanstadt kommt das Wort „Gott“ kein einziges Mal vor. Anders als die Islamische Republik Iran ist der Vatikan kein Gottesstaat. Staatsreligion im Vatikan ist nur de facto (tatsächlich bestehend) der Katholizismus. Laut Staatsbürgerschaftsgesetz von 1929 sind lediglich Kardinäle zu katholischem Glauben verpflichtet. Relativ gesehen gibt es hier mit 100 % den höchsten Katholikenanteil weltweit, in absoluten Zahlen jedoch mit 556 Gläubigen (2008)  einen der niedrigsten. Lediglich in Tuvalu (Republik im Südpazifik) gibt es noch weniger Katholiken als im Vatikan. Die höchstrangige Protestantin ist eine Österreicherin und arbeitet in der Übersetzungsabteilung des Staatssekretariates. Weil sie keine vatikanische Staatsbürgerschaft hat, fällt sie allerdings aus der Statistik heraus.

Das offizielle Gesetzesbulletin sind die 4mal im Jahr erscheinenden Acta Apostolicae Sedis in lateinischer Sprache. Drei Monate, nachdem ein Dekret hier veröffentlicht ist, tritt es in Kraft.

Gewerkschaft des Vatikans: ADLV

Associazione Dipendenti (abhängige) Laici Vaticani (Arco del Belvedere)
Proforma-Gebilde mit einem eigenen Häuschen im Belvederehof.
Orario di Segreteria: Lunedi – Mercoledi – Venerdi dalle ore 16.30 alle 19.30

Ufficio del Lavoro della Sede Apostolico U.L.S.A.: Palazzo S. Paolo, Via della Conciliazione 1 (zuunterst) (Arbeitsamt: Officium Laboris Apostolicae Sedis). Jährlich über 2’000 Interessierte für die wenigen zu vergebenden Stellen. Überstunden werden nur Laien vergütet, an Kleriker nicht. Jeder Angestellte hat den kostenlosen Anspruch auf ärztliche Betreuung und braucht für →Medikamente nichts zu bezahlen. Dafür wird ihm monatlich ein Betrag vom Lohn abgezogen. Der Mutterschutz beginnt 3 Monate vor der Geburt und endet 3 Monate danach. Während der Stillzeit werden 2 Stunden von der täglichen Arbeitszeit abgezogen, maximal für ein Jahr.
(→Angestellte, Frauenanteil 16,39 %)
Ufficio del Personale, Sezione C.A.R.P., Sezione I.N.P.S.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Die Gewerkschaft der im Vatikan beschäftigten Arbeitnehmer ADLV (Associazione dipendenti laici Vaticani) setzt sich für die regelmässige Erhöhung der relativ niedrigen Löhne ein. Die Kurie betont immer wieder, dass es sich bei ihren Kontakten mit dem Verband um Gespräche, keineswegs jedoch um Verhandlungen handelt. Zum ersten und bislang einzigen Streik kam es im Jahr 1970, als die Drucker des Osservatore Romano für eine halbe Stunde die Arbeit niederlegten, um Lohnerhöhungen durchzusetzen. Laut päpstlicher Auffassung (vgl. Motu proprio „La sollecitudine“ vom 30.09.1994) bilden alle im Vatikan Tätigen eine Gemeinschaft der Arbeit. Anstelle von Arbeitsniederlegungen müssten zum Beispiel zunächst einmal „die Wege eines aufrichtigen Dialogs eingeschlagen werden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wobei die vorgesehenen Schlichtungsverfahren zur Anwendung kommen können“. Die Einkommensschere zwischen niedrigstem und höchstem Gehalt ist gering. Ein neu berufener Kardinal verdient unter Umständen weniger als sein Hausmeister, wenn der schon sein ganzes Leben lang für den Stadtstaat gearbeitet hat.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, S. 43
Arbeitervereinigung der Laien im Vatikan

Am 4. Dezember 1979 wurde die A. (ADLV = Associazione dipendenti laici Vaticani) gegründet. Erst 1993 wurde sie vom Vatikan offiziell anerkannt. Sie übt die Funktionen einer Gewerkschaft aus; allerdings sind Streiks im Vatikan verboten. Damit fehlt ein wichtiges Mittel, den Forderungen der Arbeitnehmer Nachdruck zu verleihen. In ihrer Arbeit orientiert sich die ADLV an der katholischen Soziallehre sowie den internationalen und italienischen Vereinbarungen über Gewerkschafts- und Arbeitsrecht. Aufgrund der geringen Entfaltungsmöglichkeit ist die Zahl der Mitglieder, die in den 1980er-Jahren bei rund 2’500 lag, seit Mitte der 1990er-Jahre auf rund 600 gesunken. Die ADLV hat keinen Sitz bzw. Vertretung beim Arbeitsbüro (siehe dort) des Apostolischen Stuhles (USLA). Die Generalversammlung ist das oberste Organ der Arbeitnehmervereinigung. Sie wählt einen Delegiertenrat, der wiederum den Präsidenten wählt. Ihm zur Seite steht ein Exekutivrat, der den stellvertretenden Präsidenten wählt und die Leitung des Verbandes bei der Ausübung der Alltagstätigkeit unterstützt.

Gianicolo, Roms höchster Hügelzug

(→ Adressen)

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 Auf dem Hügelzug Gianicolo, neben dem Garibaldi-Denkmal

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Garibaldi-Denkmal auf dem höchsten Punkt des Gianicolo (Janushügel)

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Blick vom Petersdom auf den nördlichen Teil des Gianicolos mit dem Zentrum der Missionswerke, dem Collegio Propoganda Fide und der Universität Urbania. Der Tunnel „Principe Amadeo Savoia Aosta“ führt zum Tiber.