V

Vacanza

→Nationalfeiertag   →Unabhängigkeitstag

Vatikan

(gemeint ist der Staat der Vatikanstadt und der Heilige Stuhl, 2 Rechtskörper). Eigentlich muss das Wort „Vatikan“  für den Hügelzug „Vatikan“ (rund 78 m ü. M.)herhalten.

→Staat der Vatikanstadt, →Pippinische Schenkung  →Begriffe Körperschaften
→Basel-Stadt    →Völkerrecht

Vates = Name der etruskischen Priester oder Propheten, die z. B. hier am Vatikanhügel (bevorzugte Orte) die Zukunft voraussagten. Später „Mons Vaticanus“, Berg der Prophezeiung.

  • Vatikanstadt (offiziell: Staat der Vatikanstadt, Stato della città del Vaticano, gegründet 11.02.1929)
  • Grösse; 0,44 km2= 44 ha = 440’000 m2 (ein mittlerer Landwirtschaftsbetrieb in Deutschland)
  • Grösse des Vatikanstaates: 1’045 x 850 m. Grenze rund 3,420 km lang. →Grenze
  • Der frühere Kirchenstaat war 67’000 km2 gross (Schweiz heute: 41’284 km2).
  • Nimmt man die grössten offiziellen Abmessungen eines Fussballfeldes (45 bis 90 m breit, 90 bis 120 m lang), also 90 x 120 m (10’800 m2), würden 40 Fussballfelder den Vatikanstaat belegen.
  • Der Europapark Rust/D ist flächenmässig rund  1 x grösser als der Vatikanstaat (85 ha).
  • Die Gewässer (Parzellenfläche) der Schweizer Stadt Winterthur umfassen genau die Fläche des Vatikanstaates.
  • Der Keukenhof/Holland hat 30 ha Fläche. (siehe „Gärten“)
  • Die Klosteranlage in Einsiedeln mit 9 ha Fläche ist also 4,8 mal kleiner als der Vatikanstaat. Nimmt man das Kloster Einsiedeln als grösster privater Grundbesitzer der Schweiz (in 5 Kantonen, nämlich in Schwyz, Zürich, St. Gallen, Thurgau, Aargau und in Walsergemeinden Voralbergs beheimatet) mit insgesamt 2’140 ha Fläche, so ist es rund 48 mal grösser als der Vatikanstaat.

Ungefähr gleich gross wie der Vatikanstaat sind beispielsweise in der Schweiz die basellandschaftliche Gemeinde  Wintersingen (reine Siedlungsfläche), die Gemeinde Pratval im Domleschg GR (nur die wirtschaftliche Nutzungsfläche) oder Bözen bei Brugg AG (reine Überbauungsfläche).   Kleiner als der Vatikanstaat sind die Schweizer Gemeinden Kaiserstuhl AG und Rivaz VD (Gemeindefläche 0,32 km2) und Ponte Tresa TI (Gemeindefläche 0,41 km2). Das Areal des Flughafens Zürich-Kloten (880 ha) ist genau 20 x grösser als der Vatikanstaat, der kleinste Zwergstaat Europas mit einem sehr bescheidenen Helikopter-Landeplatz.

  • Der Park von Bad Ischl in Österreich, wo Sissi mit Kaiser Franz die Sommerfrische genoss, hat eine Grösse von 22 ha, also die Hälfte des Vatikanstaates.
  • Die amerikanische Botschaft in Bagdad/Afghanistan ist flächenmässig grösser als der Vatikanstaat.
  • Monaco als zweitkleinster Zwergstaat Europas umfasst 2,02 km2, gefolgt von San Marino mit 61 km2. Andorra als grösster Zwergstaat Europas misst 468 km2.
  • und das Fürstentum Liechtenstein hat eine Fläche von 160 km2, d. h. es ist doch ungefähr 363 mal grösser als der Vatikanstadt.

Der Staat der Vatikanstadt wurde im Jahre 1929 von 31 auf 44 ha vergrössert. Der damalige Papst Pius XI. (1922-39) wollte zudem einen eigenen Zugang zum Mittelmeer, weiter eine Verbindung vom neuen Vatikanstaat über den Park Abamelek  zum Park Doria Pamphili, der dann auch zum Vatikanstaat gehören sollte. Wie man weiss, hat Mussolini das alles abgelehnt, ebenso eine weitere  Forderung, den Palast der Glaubenskongregation in den neuen Staat einzugliedern. Heute steht der Palast mit einem grösseren Teil der Audienzhalle „Paul VI.“ auf vatikanischem Hoheitsgebiet.

Mit dem Ausdruck „Vatikan“ meint man meistens auch Papst, katholische Kirche, Petersdom mit Umschwung.

Das gesamte Territorium der Vatikanstadt steht unter dem Schutz der Haager Konvention vom 14. Mai 1954. Sie bezieht sich auf den Schutz von Kulturgütern im Kriegsfalle. Im Jahre 1984 wurde die Vatikanstadt gemäss der Konvention der UNESCO (Organisation der UNO für  Erziehung, Wissenschaft und Kultur) vom 16.11.1972 in die Liste der Weltkulturgüter aufgenommen. Der Vatikanstaat ist somit auch international als ein moralisches, künstlerisches und kulturelles Denkmal anerkannt und verdient als Kulturschutz der gesamten Menschheit allgemein Respekt und Schutz. Von der UNO ist der Staat der Vatikanstadt als anerkannter eigenständiger Staat anerkannt.

Die Vatikanstadt ist Residenz des Papstes, des sichtbaren Oberhauptes der katholischen Kirche, deren Gründer und unsichtbares Oberhaupt Jesus Christus ist. (aus dem offiziellen Führer „Vatikan 1978“). Es ist der Ort, an dem der erste Bischof Roms, der Apostelfürst Petrus, den Märtyrertod erlitt und bestattet wurde (Nach Hans Küng, „Ist die Kirche noch zu retten?“, war Petrus weder Bischof von Rom noch war er Apostelfürst. Er war der Sprecher [„Speaker“] der Jünger.). Im Zug der geschichtlichen Entwicklung, die zur italienischen Einheit führte („Il risorgimento“; nicht von ungefähr grenzt der Platz „Piazza del risorgimento“ an die vatikanischen Mauern), verlor das Papsttum im Jahre 1870 die weltliche Macht, mit der es seit dem 8. Jahrhundert seine Unabhängigkeit gesichert hatte (Umbrien, Marken, Latium, Romagna). Als Rom zur Hauptstadt des neu gegründeten italienischen Königreiches unter Viktor Emanuel II. wurde, zog sich der Papst in den vatikanischen Palast zurück, welcher seither Papstsitz geblieben ist.

Sollte die päpstliche Handlungsfreiheit in dieser Lage gewahrt werden, so müsste eine, wenn auch beschränkte, irdische Souveränität des Papsttums wiederhergestellt werden. Denn mit der Besetzung Roms war das Oberhaupt der katholischen Kirche ja ein einfacher Bürger des italienischen Staates geworden und unterlag seinen Gesetzen, welche seinen rechtlichen Status in Frage stellten und ihn folglich in der freien Ausübung seines Hirtenamtes behindern könnten. Erst im Februar 1929  konnte diese heikle Frage mit dem Abschluss der →Lateranverträge zwischen Italien und dem Hl. Stuhl geregelt werden. Der Vatikan wurde zum weltlichen Hoheitsgebiet der Kirche erklärt und dem Papst damit die Herrschaft über den Bereich der Vatikanstadt zuerkannt.

→Der Heilige Stuhl (der Papst und die kath. Kirche als nichtstaatliches Subjekt  der völkerrechtlichen Beziehungen mit dem Papst als Völkerrechtssubjekt) hat mit über 180 Staaten diplomatische Beziehungen und mit  Vertretungen Ständige Beobachter, z. B. bei der UNO, UNESCO, FAO, ONUDI, OMS, OIT. Der Vatikanstaat hingegen gehört verschiedenen zwischenstaatlichen Organisationen an, z. B. dem Weltpostverein, dem Internationalen Verband für Nachrichtenwesen, der Internationaler Vereinigung zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst usf.

Staat der Vatikanstadt: Er ist der kleinste Staat der Welt und die letzte absolute Monarchie. Der Papst besitzt alle 3 Gewalten; gesetzgebende, ausführende, richterliche beim Hl. Stuhl und beim Staat der Vatikanstadt. Er ist einziger christlicher Gottesstaat. Im Vatikan wird über alles geredet, nur nicht über Christus (P. Hofmann, Korrespondent der „New York Times, Konzilszeit 1963).
Altbundeskanzler Helmuth Kohl, 3sat, 09.01.2008: Der Vatikan ist zweifelsohne der Ort, in dem die meisten Informationen zusammenkommen.

bazkulturtheater, 05.05.2009, S. 4:
Christoph Schlingensief: Mit dem Papst im Nerzmantel kann ich nichts anfangen, den Vatikan mag ich nicht. Wer da landet, hat so viel Dreck und so viele Intrigen umschaufeln müssen, dass er nicht mehr wirklich mit der christlichen Liebe zu tun hat.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Vatikanstaat: 19 m ü. M. (Obelisk Petersplatz) bis  78,50 m ü. M. (Helikopterplatz Gärten). 1’045 m in der Länge, 850 m in der Breite. Obelisk auf dem Petersplatz: 41° 54’ 07“ Nord und 12° 27’ 30“ Ost.  Der Vatikanstaat ist ein hügeliges Land, besser gesagt ein Bergstaat auf dem Rücken des Vaticano-Hügels, vom dem die Sage geht, vor Urzeiten schon hätten die Etrusker hier ihre Siedlung Vaticum errichtet.

Von der Kuppel St. Peter sieht man bei guter Sicht das Mittelmeer (WA: in den 50 Jahren noch nie gesehen). Pius IX. (1848-78) verfügte noch über den Dampfsegler „Unbefleckte Empfängnis“ für etwaige Spritztouren auf dem Mittelmeer; deshalb vermutlich der Wunsch von ihm, mit dem Lateranvertrag einen direkten Zugang zum Mittelmeer zu erhalten.
→Schifffahrtsreglement

Jährlich besuchen 18 Millionen Touristen und Pilger den Petersplatz, Petersdom und die Vatikanischen Museen.

OR Nr. 22 vom 30. Mai 2014, S. 8
Reise durch den Vatikan

„Es mag eigenartig anmuten“, so schreibt Lucetta Scaraffia, „dass der Führer für einen Ort veröffentlicht wird, dessen grösster Teil nicht oder nur sehr schwer besichtigt werden kann, wie es etwa beim Vatikan der Fall ist“. Aber die Guida generale alla Città del Vaticano (Deutscher Kunstverlag 2012) ist ein Führer ganz besonderer Art, so etwas wie ein historisch-kunstgeschichtlicher Führer durch einen Kleinstaat, der aus symbolischer und kultureller Perspektive von allergrösster Bedeutung ist. Ein Führer, der den diesem Ort eigenen tieferen Sinn rekonstruiert und mit sehr viel Klarsicht verständlich macht, dass der Vatikan „der Ort ist, mit dem die katholische Kirche identifiziert wird“.

Schweiz am Sonntag, Nr. 26 vom 29.06.2014, S. 59
Leserbriefe, Heinz Rafreider, Stadel: Der Vatikan wird sich nie ändern

Nein, welcher Kopf auch Papst ist, der Vatikan wird sich nie ändern!

  • Der Vatikan hortet den zweitgrössten Goldschatz auf Erden.
  • Der Vatikan pokert mit enormen Finanzreserven an der Wall Street.
  • Der Vatikan ist „grösster religiöser Wirtschaftskonzern“.
  • Die Kirche ist der grösste Grundbesitzer der westlichen Welt.
  • Der Vatikan ist „grösster Immobilienbesitzer“.

Der Menschenhandel und die Sklaverei vergrösserten den Reichtum der Kirche, von dem sie heute lebt. Wenn man die aktuelle wirtschaftliche Situation Europas betrachtet: Alle katholischen Länder sind am Boden! Und der Vatikan will auch, dass sie am Boden bleiben. So haben sie leichtes Spiel, die Leute nach ihren „Irrlehren“ zu manipulieren. „Die Kirche ist die höchste aller denkbaren Korruptionen“ (Nietzsche). „Wir brennen wahrhaftig vor Geldgier, und indem wir gegen Gerd wettern, füllen wir unsere Krüge mit Gold, und nichts ist uns genug“ (Bischof Hieronymus).

Siehe →Hl. Stuhl  und   →Staat der Vatikanstadt   →Glaubenskongregation   →Nuntiaturen, auch „Bank des Vatikans“

Vatikanisches Fernsehen

siehe unter „Fernsehen“

Vatikanische Museen

→Museen, Vatikanische

Vatileaks

Päpstliche Wohngemeinschaft

Velo (Touren in Italien) 

Auf einer neuen Homepage können sich Velofahrer mit Informationen rund um das Netz der italienischen Veloweg-Touren informieren. Neben technischen Daten zu ausgewählten Strecken gibt es auch Übernachtungs- und Ausflugs-Tips. www.cicloturismo.com

Verdienstauszeichnungen der röm. kath. Kirche

→Orden

Verfassung

→Gesetzgebung

Vergewaltigungen

Basler Zeitung vom  24. November 2012, S. 7, Rudolf Balmer, Paris:
Wer schweigt, der schützt die Täter
Frankreichs Manifest gegen Vergewaltigung ohne Strafanzeige und Prozess

Alle 8 Minuten wird eine Frau in Frankreich vergewaltigt, das sind 75’000 Opfer sexueller Verbrechen pro Jahr. Aus Scham oder aus Angst vor dem Gang zur Polizei wird höchstens in einem von 10 Fällen Anzeige erstattet. Zum Prozess kommt es nur selten. All dies ist seit Jahren bekannt. 313 Frauen gehen nun einen anderen Weg. Weil das Schweigen es der Gesellschaft zu leicht mache, wegzuschauen, und damit letztlich die Sexualverbrecher decke. Sie klagen kollektiv in dem vom Magazin „Nouvel Observateur“ publizierten Manifest mit ihrem Namen und sagen, was ihnen angetan: „Ich bin das Opfer einer Vergewaltigung.“

Die 313 Französinnen zwischen 18 und 87 Jahren nehmen bewusst Bezug auf die offensive „Selbstbezichtigung“ der 343, die 1971 öffentlich erklärt hatten, abgetrieben zu haben. Der Schwangerschaftsabbruch war damals noch gesetzlich verboten und moralisch geächtet, und das Manifest der 343 „Saloppes („Schlampen“), wie sie sich selber ironisch bezeichneten, war ein Schock, der jedoch die Debatte über eine Entkriminalisierung in Gang brachte. Auf genau dieselbe Weise wollen nun die Manifest-Unterzeichnerinnen eine Diskussion auslösen. „Nicht über das Erlittene reden können, vergrössert noch die Gewalt und macht Straflosigkeit der Täter noch unerträglicher.“ (…)

Verheiratete Priester

Kirche heute 44/2010
Vorteile verheirateter Priester:

Der maronitische Bischof Guy-Paul Noujaim hat die Vorteile verheirateter Priester für die christlichen Gemeinden im Nahen Osten hervorgehoben. Diese Geistlichen seien durch ihre Heirat in einen grossen Familienverband integriert und auf diese Weise fest in ihrer Heimat oder ihrem Wirkungskreis verankert, sagte der libanesische Weihbischof von Antiochia. Am Rande des Nahostsynode im Vatikan. Noujaim hob hervor, dass er in dieser Frage keinerlei Ratschläge für die lateinische Kirche in Europa geben wolle. Zölibatär lebende Priester hätten den Vorteil, dass sie flexibler einsetzbar seien.

Katholische Wochenzeitung Baden/CH, 4/2015 Januar, S. 9
Vatikan dementiert Papstbrief über Zulassung verheirateter Priester

Vatikansprecher Federico Lombardi hat Berichte über einen angeblichen Brief von Papst Franziskus dementiert, in dem er sich aufgeschlossen über eine probeweise Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt im brasilianischen Amazonasgebiet äussern soll. Es gebe kein Schreiben dieses Inhalts an Kardinal Claudio Hummes, sagte der Leiter des vatikanischen Presseamtes, Federico Lombardi, dem Internetportal „il Sismografo“. Lombardi reagierte damit auf Spekulationen in Blogs über einen solchen Brief von Franziskus an Hummes, den Präsidenten der Bischofskommission für Amazonien und langjährigen Freund des Papstes. Franziskus soll darin geäussert haben, angesichts des Priestermangels in der Region könnte der Einsatz von sogenannten „Viri probati“ („erfahrene Ehemänner“) erwogen werden, also verheirateter Männer, die sich in der Gemeinde bewährt haben. Ausgangspunkt der Spekulationen war ein Treffen des aus Österreich stammenden Amazonas-Bischofs Erwin Kräutler im April 2014. Anschliessend hatte Kräutler in einem Interview der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ gesagt, Franziskus habe um „mutige und couragierte“ Lösungsvorschläge der Brasilianischen Bischofskonferenz für die Seelsorge der Zukunft gebeten. Ein Vorschlag, so Kräutler weiter, werde gewiss sein, „dass man das Zölibat und Eucharistiefeier entkoppelt“.

Verkehrsgesetz, Vatikanisches

Gesetz von 1929, 4-seitig A4. Es gibt keinen Hinweis für Alkoholvergehen. Wenn eine Übertretung stattfindet, die nicht in diesem Gesetz festgehalten ist, gilt das italienische Verkehrsgesetz. Der Vatikanstaat führt zzt.  2 grosse Tiefgaragen.

Verpflegungsstelle für Minderbemittelte/Obdachlose „Dono di Maria“

Casa dell’Accoglienza „Dono di Maria“: Tel. 06 698 850 72, Piazza del S. Uffizio

Links neben der Glaubenskongregation, an der Ecke zur Porta Cavalleggeri, liess Johannes Paul II. in den 80er-Jahren die Mauer öffnen und liess dahinter eine Verpflegungs- und Notschlafstelle einrichten, die von Kalkutta-Mutter-Theresia-Schwestern geführt wird. Jeden Tag ab 17.00 Uhr können sich dort Minderbemittelte verpflegen lassen. Anfänglich war die Möglichkeit gegeben, dort zu nächtigen. Anfang  der 1990er-Jahre wurde diese Einrichtung Drogenort. Die Einrichtung wurde vorübergehend geschlossen. Heute ist sie nur noch Verpflegungsstelle für Frauen. Ab 19.00 Uhr finden sich Minderbemittelte für die Suppe  ein und können auch die Notunterkunft benutzen.

AS, Vatikanistan, S. 189:
Mutter Teresa wurde 1988 erlaubt, eine Suppenküche im Vatikan aufzumachen, das Sozialzentrum „Dono di Maria“ gleich neben der Glaubenskongregation, wo etwa 75 obdachlose Frauen Herberge finden können. Wenn’s um Frömmigkeit geht, etwas Wärmendes fürs Herz, geht es also nicht ohne Frauen.

OR Januar 2009
Rom-Führer für Obdachlose

Der Romführer für Obdachlose, den die Gemeinschaft Sant’Egidio herausgibt, wird von Jahr zu Jahr umfangreicher. Bei einer Pressekonferenz präsentierte die römische Basisgemeinschaft die aktuelle, mehr als 200 Seiten starke Ausgabe mit einer Aufstellung von Anschriften „Dove mangiare, dormire, lavare?“ (Wo kann man essen, schlafen und sich waschen?)

Rund 4’500 Menschen schlafen täglich in Rom auf der Strasse, weitere 2’500 in Notunterkünften. Das Handbuch verzeichnet Adressen von Anlaufstellen, ärztlichen Angeboten, Essensausgaben und Duschmöglichkeiten. Sant’Egidio organisiert mit vielen freiwilligen Helfern in Rom und anderen italienischen Städten zahlreiche Sozialprogramme.

Verpflegung der Schweizergarde (Mannschaftskantine/Mensa)

Die Gardemannschaft kann sich hier verpflegen. Zurzeit kochen für sie  polnische Ordensschwestern. 40 Jahre haben Baldegger Schwestern hervorragende Arbeit geleistet. Eine ihrer Kolleginnen zeichnete verantwortlich für eine neue Kücheneinrichtung.
Das Mittagessen wird den Gardeangehörigen vom Lohn abgezogen; das sind rund 70 Euro im Monat. Das Abendessen kostet sie zwischen 1 und 2,5 Euro. Tee und Suppe sind gratis. Ein Abendessen-Beispiel: Schnitzel, Kartoffeln, Erbsen, Rüebli, gemischter Salat ab Buffet, Fruchtsalat: total Euro 2.10 (Stand 2010). Der Kellnerdienst auf freiwilliger Basis wird durch Gardisten gestellt. Es ist eine gute Abwechslung zum Dienstplan. Seit dem Jahre 2000 helfen Exgardisten aus in Kantine, Putz- und Bürodienst, früher auch in der Küche.

Diese Gardemensa ist bekannt im Vatikan. Da kommt hie und da  kurz vorbei zu einem Kurzimbiss und Weintrunk. Das einzige öffentliche Restaurant ist in den Vatikanischen Museen zu finden.

Verpflegung in der Gästekantine (Bettolino) im Gardequartier

Bettolino =  Ein Ausschank in Gefängnissen und Kasernen

Die Gästekantine ist zugänglich für aktive und Ex-Gardisten mit Bekannten und Gruppen. Gute Weine, Getränke und Snacks sind auf Voranmeldung erhältlich. Die Ausmalung des Bettolinos erfolgte durch den Gardisten Robert Schiess, Cham (1895-1956), um das Jahr 1938. Folgende Sujets schmücken diesen Raum: eidgenössische Schlachtenkämpfer, z. B. aus den Schlachten von Arbedo, Marignano, Sempach. Auf der südlichen Wand hat Schiess einen Söldnerzug kopiert (nach einer Vorlage von Karl Jauslin, Muttenz, 1842-1906, „Bilder aus der Schweizergeschichte“). Der Zug ist  angeführt von Kardinal Schiner aus dem Wallis, der die Krieger über die Alpen in die Po-Ebene führt. Gegenüber prangt ein ausziehendes Detachement Gardisten in Grand-Gala mit Fahne und Schlagschwertern, angeführt von zwei Tambouren, der rechte als Selbstbildnis, der linke erinnert an Tambour Max Erbsland, Basel.

Schon Hunderte von Schweizerinnen und Schweizern, auch schon etliche Bischöfe und Kardinäle, haben in diesem Bettolino köstlichen Wein und mundendes Bier gekostet. –
Die Bilder von Jauslin bzw. Schiess sind unter dem Register K, →Kantine – Bilder ersichtlich. Der vermutlich verletzte, sitzende Söldner in Jauslins Bild (rechter Bildrand unten), der alle vorbeiziehenden Krieger in Bann zieht, fehlt bei Schiess.

Verpflegungsstelle für Vatikanbedienstete

Das tägliche Mittagessen für  Vatikanangestellte kann in der Vatikanmensa (Palazzo industriale) eingenommen werden. Eigene Angestellte kochen für über 250 Kolleginnen und Kollegen.

OR Nrn. 32/33 vom 8. August 2014, S. 2
Mittagessen mit Papst Franziskus in der Kantine

Viele Vatikanangestellte trauten ihren Augen nicht. Am Freitag, 25. Juli 2014, kurz nach 12 Uhr kam Papst Franziskus in die Kantine zum Mittagessen. Er hat sich sein Tablett und sein Besteck geholt und sich anschliessend in die Warteschlange gestellt, bevor er bedient wurde. Er liess sich Nudeln ohne Sosse geben mit Dorsch und etwas Gemüse. Dann setzte er sich mit seinem vollen Tablett an einen Tisch, wo noch ein Platz frei war. Mit seinen Tischnachbarn, Lagerarbeiter der vatikanischen Apotheke, sprach er über ihre Arbeit und auch ein bisschen über Fussball. Als er sein Mittagessen eingenommen hatte, wurden ihm die Angestellten der Kantine vorgestellt. Der Papst fragte, wie es ihnen gehe und wie die Arbeit so laufe, dann lobte er sie für das gute Essen und erteilte den Segen. Zum Schluss des zirka einstündigen Besuchs schüttelte der Heilige Vater viele Hände, und es gab noch ein Gruppenfoto mit allen Anwesenden in der Kantine.

Vertrauliche Dokumente

OR Nr. 21 vom 25. Mai 2012, S. 4

Der Vatikan hat ein entschiedenes Vorgehen gegen die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente des Papstes und der Römischen Kurie angekündigt. Es handle sich hier nicht mehr um Journalismus, sondern um kriminelle Taten und um die Verletzung persönlicher Freiheitsrechte, heisst es in einem Kommuniqué des Heiligen Stuhles. Man werde geeignete Schritte einleiten, damit sich die Personen, die vertrauliche Dokumente gestohlen, widerrechtlich weitergegeben und kommerziell genutzt hätten, rechtlich verantworten müssen. Wenn nötig, werde man dazu auf internationale Unterstützung zurückgreifen, so die Mitteilung.
Päpstliche Wohngemeinschaft

Verwaltungsangelegenheiten

Siehe unter „Wirtschaftliche Angelegenheiten“

Vetternwirtschaft

Siehe unter „Korruption“

Viehzucht im Vatikan

Alexander Smoltczyk, Vatikanstan

Viehzucht, Milchwirtschaft und Weinbau sind seit Kriegsende ausgelagert worden. Der Grossteil landwirtschaftlicher Produkte ist heute in der Exklave Castel Gandolfo anzutreffen. Die dortige Viehzucht sei, so der päpstliche Stallmeister Giuseppe Bellapadrona (2008), gänzlich frei von „Rinderwahn“. Die Tiere würden seit jeher als Biorinder gezüchtet, ihr Dung auf die apostolischen Wiesen geschüttet.
→Bauernhof   →Tiere

Vikariat der Vatikanstadt

Gemäss Telefonbuch:

  • Generalvikar Seiner Heiligkeit für die Vatikanstadt (Erzpriester St. Peter), wohnhaft im Vatikan: Stellvertreter des Papstes für die 4 Vatikanpfarreien. Dieser Generalvikar hat am meisten Bischöfe und Kardinäle, selbst den Papst, in seiner „Diözese unter sich“. Organigramm:
  • Sekretariat
  • Ehebüro (ufficio matrimoni), ein Priester als Vorsteher
  • Pfarramt S. Peter, Pfarramt S. Anna, Pfarramt S. Lorenzo in Damaso (Hauskapelle der Cancelleria) und  Pfarramt  S. Salvatore und S. Giovanni in Laterano (Privatkapelle Heilige Treppe)
  • Tribunale Ecclesiastico (Priestergericht)

Vikariat der Diözese Rom

Sitz: Palast S. Giovanni in Laterano. Alter Sitz: zwischen Piazza Venezia und Minerva
Bischof: der Papst
Gemäss Telefonbuch:

  • Generalvikar (ein Kardinal): Stellvertreter des Papstes
  • Vize: ein Bischof
  • 5 Weihbischöfe
  • Sekretariat
  • Ufficio Scuola Cattolico
    usw. (8 Seiten Telefonbuch)

Virtuell (Rom virtuell)

Siehe unter www.exgspbern.ch

Volken Gregor, Oberstleutnant der Garde

Ex-Oberstleutnant Schweizergarde  →Orden

Völkerrecht

Der Heilige Stuhl im Völkerrecht:
siehe auch →Organigramm   →Nuntiaturen   →Diplomatische Dienste

Der Hl. Stuhl bzw. der Papst (Identität im Sinne des Kirchenrechtes und des Völkerrechtes) wird nach verbreiteter Völkerrecht-Doktrin als souveränes, nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt angesehen. Im Völkerrecht ist dies der derzeit einzige Fall, dass einer natürlichen Person (in ihrer amtlichen Eigenschaft) kraft ihres Amtes und auf Dauer dieses Amtes Völkerrechts-Subjektivität zukommt. Damit unterscheidet sich der Papst von einem gewöhnlichen Regierungschef, der für ein Völkerrechtssubjekt handelt, jedoch selbst kein Völkerrechtssubjekt ist. Der Grund für diese Situation liegt darin, dass mit dem Ende des Kirchenstaates 1870 der Heilige Stuhl nicht ohne diesen Status bleiben sollte, nach der Anerkennung des Vatikans als „Rest-Kirchenstaat“ ist es bei dieser „doppelten Völkerrechts-Souveränität“ geblieben.

Internationale Anerkennung des Status

Als solches ist der Heilige Stuhl (und nicht etwa der Staat der Vatikanstadt) Mitglied oder Beobachter in verschiedenen internationalen Organisationen: bei den Vereinten Nationen UNO ist der Heilige Stuhl als permanenter Beobachter zugelassen. Dies ist nicht unumstritten, da anderen nichtstaatlichen Organisationen, insbesondere anderen Kirchen und Glaubenskongregationen, kein derartiger Status zuerkannt wird. Jedoch ist die Kritik mittlerweile nicht mehr so stark, da vor allem viele Staaten den Einsatz des Papstes für den Frieden anerkennen. Mit der Reform der Vereinten Nationen von 2004 an hat die UN-Vollversammlung, also die 192 Staaten (Stand 2007), dem Heiligen Stuhl mehr Rechte zugestanden. So darf er bei der Jahresvollversammlung in die Debatte eingreifen, ohne die Erlaubnis anderer Staaten abwarten zu müssen, und hat auch das Recht, antworten zu dürfen, soweit es um den Heiligen Stuhl geht.

Auch ist der Heilige Stuhl nicht identisch mit der Katholischen Kirche, die ein eigenes Rechtssubjekt darstellt. Die Katholische Kirche ist selbst kein Völkerrechtssubjekt; der Papst bzw. der Heilige Stuhl vertritt jedoch als Oberhaupt die Katholische Kirche nach aussen und kann somit auch ihre Interessen im diplomatischen Verkehr vertreten.

Internationale Beziehungen

Der Heilige Stuhl besitzt den ältesten diplomatischen Dienst der Welt. In vielen (meist katholischen) Ländern ist deshalb der päpstliche Nuntius der Doyen des Diplomatischen Corps und steht protokollarisch über allen anderen Botschaftern. Der Heilige Stuhl ist in 180 Ländern diplomatisch vertreten (Stand  März 2013).

Am 16. Januar 1982 haben der Heilige Stuhl und das Vereinigte Königreich nach 447 Jahren wieder die vollen diplomatischen Beziehungen aufgenommen. König Heinrich VIII. (sechsmal verheiratet) hatte sich 1535 von der katholischen Kirche losgesagt. Er wollte sich mithilfe des Papstes scheiden lassen. Dieser verneinte es. Ob es ein anderer tun könne? Nein, nur das Oberhaupt der Kirche. So sagte er sich los von der Kirche, gründete die Anglikanische und machte sich zum Oberhaupt dieser Kirche und  schied seine Ehe selber.

Voreheliches Zusammenleben

Katholische Wochenzeitung Baden/CH, Nr. 48/2014 November, S. 5
US-Psychiater warnt vor vorehelichem Zusammenleben

13 Punkte Kritik an vorehelichem Zusammenleben äussert der Psychiater Fitzgibbons anhand der Ergebnisse wissenschaftlicher Studien. Im Gegensatz zu den Synodenvätern finde er wenig konstruktive Elemente im vorehelichen Zusammenleben. 13 Punkte listet der Psychiater Rick Fitzgibbons als nachweisliche Risiken infolge vorehelichem Zusammenleben auf. Gleichzeitig äusserte er sich explizit (ausführlich dargestellt) Kritik an den Aussagen im offiziellen Abschlussbericht der Bischofssynode zum Thema „Ehe und Familie“. Der US-Arzt leitet das „Institute for Marital Healing“ nahe Philadelphia, er hat in den vergangenen 38 Jahren mit mehreren tausend Ehepaaren gearbeitet, deren Ehen gefährdet gewesen waren.

125 „Hirten“, die in die Irre führen

Im Schlussbericht hatten 125 Synodenväter folgende Aussage bejahrt, 54 abgelehnt: „Eine neue Sensibilität der heutigen Pastoral besteht darin, jene positiven Elemente zu erfassen, die in Zivilehen und – bei gebührender Unterscheidung – im Zusammenleben ohne Trauschein vorhanden sind. Auch wenn wir mit aller Klarheit die christliche Botschaft betonen, so müssen wir doch im Angebot der Kirche auch auf konstruktive Elemente in jenen Situationen hinweisen, die ihr noch nicht oder nicht mehr entsprechen“ (Nummer 41).

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien sind klar

Fitzgibbons listete als Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien über die nachteiligen Auswirkungen des unehelichen Zusammenlebens folgende 13 Punkte auf:

1.
Eine Studie aus dem Jahre 1992, die 3’300 Fälle untersuchte, stellte fest, dass Paare, die bereits vor ihrer Eheschliessung zusammenlebten, in ihrer Ehe dann ein um 46 % erhöhtes Scheidungsrisiko haben (Journal of Marriage and the Family. Februar 1992).

2.
Der jährliche Anteil von Menschen mit Depressionen ist bei unverheiratet zusammenlebenden Paaren dreifach höher als bei verheirateten Paaren (Journal of Health and Social Behavior, September 2000).

3.
Frauen, die in einer nichtehelichen Beziehung leben, werden statistisch gesehen häufiger Opfer von körperlichen und sexuellen Missbrauch als verheiratete Frauen (National Marriage Project, Rutgers University, 2002).

4.
Je länger ein Paar unverheiratet zusammengelebt hat, desto weniger begeistert äussert es sich über Ehe und Schwangerschaft (Journal of Marriage and the Family [59], 1997).

5.
Paare, die unverheiratet zusammenleben, geben in den Punkten Zufriedenheit, sexuelle Ausschliesslichkeit und Zufriedenheit und Beziehungen zu ihren Eltern durchschnittlich schlechtere Werte an. (Journal of Family Issues Januar 1995).

6.
Menschen, die in einer nichtehelichen Gemeinschaft leben, zeigen eine Tendenz, ethisch weniger stark Verbindlichkeiten zu leben. Dies könnte möglicherweise auch die höhere Scheidungsrate von Paaren erklären, die vor ihrer Eheschliessung nichtehelich zusammengelebt hatten (Journal of Marriage and the Famijly, August 1997).

7.
Nichteheliche Gemeinschaften tendieren dazu, die Institution Ehe zu schwächen und sie bringen spezielle Risiken für die Kinder aus diesen Verbindungen mit sich (Just Living Together Implications of Cohabitation on Families, Children and Social Policy, New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates, 2002).

8.
Nicht eheliches Zusammenleben lässt zwischen jungen Menschen die Akzeptanz der Scheidung wachsen. (Journal of Marriage and the Family, [59]).

9.
Nichteheliches Zusammenleben kann Ichbezogenheit fördern und ebenso später auch einen Mangel an Offenheit für Kinder.

10.
Wer nach einer Scheidung mit einem neuen Partner nur eheähnlich zusammenlebt, zeigt im statistischen Mittel ein geringeres Mass an Zufriedenheit auf als jene, die nach einer Scheidung nicht nur eheähnlich zusammenleben, sondern zivilrechtlich wieder geheiratet haben (Journal of Marriage and the Famijly, 68 [2],Mai 2006).

11.
Im Vergleich zu ihren Altersgenossen zeigen Individuen, die unverheiratet zusammengelebt haben, eine höhere Anfälligkeit für Depressionen. Das Mass von Depressionen steigt parallel zu Länge des Zusammenlebens (Alabama Policy Institute, August 2006).

12.
Je länger Paare vor der Eheschliessung unverheiratet zusammengelebt hatten, desto wahrscheinlicher ist es, dass es in der folgenden Ehe zu überhitzten Streitigkeiten, zu Schlägen und zum Werfen von Gegenständen kommt. Je länger die Paare unverheiratet zusammengelebt hatten, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit an (Alabama Policy Institute, August 2006).

13.
Die Wahrscheinlichkeit für Frauen, von ihrem Partner in einer eheähnlichen Beziehung getötet zu werden, ist neunmal höher als für verheiratete Frauen. In Beziehungen ohne Trauschein sind mittelalte Frauen am meisten bedroht, von ihrem Partner getötet zu werden (T. K. Shackelford and J. Mouzas, Partner Killing by Men in Cohabiting and Marital Relationships: A Comparative, Cross-National Analysis of Data from Australia and the United States, Journal of Interpersonal Violence, 2005 [30:10]; 1310-1324).