Sch

Schafe

→Agnes-Lämmer

Schauspieler/innen

Terence Hill (mit richtigem Namen: Mario Girotti, aufgewachsen in Venedig)
Adresse: Via Sannio 29, Roma (unterhalb S. Giovanni in Laterano, der Mauer entlang)

Bud Spencer, Mein Leben, Meine Filme – Die Autobiografie. 2013, Schwarzkopf & Schwarzkopf. Mit richtigem Namen: Carlo Pedersoli, geboren in Neapel, aufgewachsen an der Via Ruggero Fauro, Rom (Quartiere Parioli, nördliches Rom).
Geboren am 31. Oktober 1929 in Neapel, gestorben am 27. Juni 2016 in Rom. Der Sarg wurde auf dem Kapitol in Rom aufbewahrt. Die Abdankungsfeier fand in der Kirche S. Maria in Montesanto (die hl. Maria auf dem hl. Berg) an der Piazza del Popolo in Rom statt. Die Zwillingskirche heisst S. Maria dei Miracoli (Hl. Maria der Wunder). Die Kirche S. Maria in Montesanto liegt auf der linken Seite Richtung Piazza Venezia und hat einen elliptischen Grundriss im Gegensatz zur Zwillingskirche mit einem runden Grundriss.

Schiess, Robert

Siehe unter Unterregister „Ka-Kl“, Nebenregister Kantine … (4 Nebenregister dazu)

Schifffahrtsreglement des Vatikanstaates 

Hochsee-Schifffahrt: Sämtliche Binnenstaaten Europas haben das Recht auf  eine Flagge und einen Hafen (Schweiz beispielsweise Basel). Es erstaunt also nicht, wenn dem Staat der Vatikanstadt, obwohl ohne Zutritt zum Meer, gemäss der Erklärung von Barcelona aus dem Jahre 1921 die Hochseeschifffahrt mit eigenen Schiffen unter der päpstlichen Flagge (gelb/weiss)  gestattet ist, aber zzt. dieses Recht nicht ausübt. Das Dekret über die Seeschifffahrt unter der Flagge des Vatikanstaates, datiert vom 15.09.1951, sagt aus: Die Schiffe im Eigentum des Staates sowie Schiffe im Privateigentum werden immer als Territorium des Vatikanstaates betrachtet.  Auf jedem Schiff und für jede Fahrt übt ein Geistlicher das Amt des Kaplans aus. Der Schiffskaplan nimmt hierarchisch die Stelle direkt nach dem Kommandanten ein. Wer ohne Berechtigung auf See die vatikanische Flagge hisst, wird mit Freiheitsentzug zwischen einem und fünf Jahren und einem Bussgeld bestraft, das den Wert des Schiffes nicht übersteigen darf.

Nach Auskunft der Nuntiatur in Bern führt der Vatikan keinen Hafen. Wenn Ware per Hochseeschiff für den Vatikan bestimmt ist, arrangiert man sich mit Italien.

Der Vatikanbürger kann die Motorbootsprüfung nicht absolvieren. Dafür steht ihm die Prüfung zur Führung eines Motorrads, Autos, Lastwagens oder Cars offen. Die Ausweise gelten international, sie müssen im Heimatland umschrieben werden (ausser Italien).
→Fahrprüfungen   →Auto

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan
Pius IX. (1848-78) verfügte noch über den Dampfsegler „Unbefleckte Empfängnis“ für etwaige Spritztouren auf dem Mittelmeer. Seine Nachfolger müssen auf diesen Luxus verzichten. Im Übrigen hat der Vatikan gemäss des Abkommens von Barcelona 1921 Anspruch auf eine eigene Hochseeflotte unter päpstlicher Flagge. Nach 1945 unterhielt die Vatikanbank Istituto per le Opere di Religione tatsächlich eine Flotte, um die Versorgung des kleinen Staates sicherzustellen. In den 1950ern wurden die Frachter und Tanker an eine französische Reederei verkauft, und seither hat kein Papst von seinem Flottenrecht Gebrauch gemacht. Würde er es, müsste die italienische Regierung ihm an den Molen von Civitavecchia einen Platz einräumen.

Schiner, Kardinal

Siehe unter Unterregister „Ka-Kl“, Nebenregister „Kantine Bilder „Schiner“ von Jauslin und Schiess bzw. Kantine Bild „Schiner“ von Schiess – Text

Schlichtungs- und Schiedsrat (für Arbeitnehmer/innen des Vatikans)

Siehe unter „Arbeitsbüro des Apostolischen Stuhles“

Schreiben (Akten), Päpstliche

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, das Lexikon, ab S. 19

Mit den Päpstlichen Akten werden alle Schreiben/Dokumente des Papstes bezeichnet, die er in Ausübung seines obersten Jurisdiktionsprimats als Oberhaupt der katholischen Kirche erlässt. Dabei gibt es unterschiedliche Formen und Verbindlichkeiten:

Enzyklika
Der Papst wendet sich mit ihr in feierlichster Form an Bischöfe und Laien, vielfach an „alle Menschen guten Willens, wie Johannes XXIII. als erster gestartet ist. Inhalt: Darlegung eines Aspekts der katholischen Lehre.
OR Nr. 27 vom 5. Juli 2013, S. 1: Erste Enzyklika von Papst Franziskus. Er veröffentlicht am 5. Juli 2013 seine erste Enzyklika. Sie trägt den Titel „Lumen fidei.“.

Apostolisches Schreiben
Es richtet sich an die Bischöfe und Gläubigen der katholischen Kirche. Inhalt: wie bei der Enzyklika, eher aber Resultate einer Bischofssynode.

Apostolische Konstitution (Duden: Verfassung, Satzung)
Sie regelt meistens einen bestimmten Sachverhalt des Kirchenrechtes.

Motu Proprio (lateinisch: aus eigenem Antrieb)

Der Papst gibt hier kirchenrechtliche oder administrative Entscheidungen bekannt.

Bullen  (Duden: mittelalterliche Urkunde, feierlicher päpstlicher Erlass)

Eine Entscheidung des Papstes wird bekanntgegeben. In der Praxis nur noch selten.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, das Lexikon, S. 83:
Eine Bulle ist eine Urkunde, mit der ein Rechtsakt des Papstes in feierlicher Form verkündet und besiegelt wird. Ursprünglich wurde der Begriff nur für das Siegel (lat. bulla) verwendet. Später wurde aber auch der Gebrauch für das gesamte Dokument üblich. Seit dem 6. Jahrhundert ist der Gebrauch von Siegeln in Päpstlichen Kanzleien belegt. Das erste noch erhaltene ist aus der Zeit von Papst Agapet I. (535-536). Die Bullen werden nach den ersten Worten des Textes benannt, der nach der Nennung des Namens und der Eröffnungsformel folgt. Seit dem 20. Jahrhundert werden Bullen nur noch selten verwendet. Die Päpste wählen andere schriftliche Formen, um ihren Willen und ihre Entscheidungen kundzutun. Allerdings werden etwa Bischofsernennungen nach wie vor mit einer Bulle verkündet, die in lateinischer Sprache abgefasst und mit einem Siegel mit der Abbildung der hll. →Petrus und →Paulus versehen von einem Apostolischen Protonotar beglaubigt ist.

Breven (Duden: kurzgefasster päpstlicher Erlass)

Für päpstliche Entscheidungen reserviert, heute meistens nur noch für Ernennungen.

Dekret  (Duden: Beschluss, Verordnung)

Mit einem Dekret regelt der Papst Sachverhalte des Kirchenrechts.

Reskript (Duden: feierliche Rechtsentscheidung des Papstes)

Päpstliche Antwort auf ein Gesuch. Die Antwort selber schreibt das zuständige Dikasterium (die Kongregation als Ministerium, Departement), neun an der Zahl beim Heiligen Stuhl als Regierungsorgane.

Chirograph, das

Päpstliche Verlautbarung in Briefform mit eigenhändiger Unterschrift des Papstes. Erstes Chirograph von Franziskus am 24. Juni 2013 (Kommissionsgründung zur Berichterstattung über die IOR). →Bank

Schulen im Vatikan

(mit Vorbehalt)  →Unterregister  „Schulen“
ausgenommen die Sprach- und Ausbildungsschule der Schweizergarde

Schule für Paläographie (Scuola Vaticana di Paleografia, Diplomatica e Archivistica)
Sie befindet sich im Erdgeschoss des westlichen Teiles der vatikanischen Museen. Sie ist die Schule für die Lehre von der Entwicklung der Buchstabenschrift, wichtig für die Entzifferung von Texten aus dem Altertum und dem Mittelalter, Handschriftenkunde, Diplomatie-  und Archivkunde.

Scuola Biblioteconomia
unter Leitung der Biblioteca Apostolica Vaticana (Tf-Buch Seite 148). Sitz: Belvederehof und Via della Conciliazione 1, Palazzo Paolo, zuunterst in der Prachtsstrasse, Tiberseite.

Preseminario S. Pio X. (Knabenseminar)
im Palazzo San Carlo (neben Domus Martae, hinterer Teil  an der Mauer) und Palazzo della Canonica. Aufgenommen werden Knaben ab der 2. Klasse, unterstützt von den Eltern, die überzeugt sind, ihr Junge sei für den Priesterberuf auserwählt (berufen). Nebenbei machen diese Schüler noch Ministrantendienst im Petersdom. Die Schüler sind nicht uniformiert. Sie kommen aus Rom und Umgebung und schlafen im Vatikan, Samstag/Sonntag gehen sie nach Hause. Dieses Jungeninternat hat 24 Betten, gegründet 1956. – Das Schulhaus selbst befindet sich ausserhalb des Vatikans, an der Viale Vaticano 42, wo sich auch das Seminario Romano Minore befindet.

OR Nr. 36 vom 9. September 2011, Interview mit Rektor Msgr. Radice:
Das Preseminario S. Pio X. wurde von Pius XII. im Jahre 1956 ins Leben gerufen, Gründer war Don Giovanni Folci, Diözese Como. Es ist eine Einrichtung, die der Orientierung im Hinblick auf die Berufung (Priester) dient. In das Knabenseminar werden Jungen der Mittel- und Gymnasialstufe aufgenommen, die im Licht des Wortes Gottes über ihre Zukunft nachdenken wollen. Die besondere Aufgabe der Schüler besteht darin, als Ministranten in der Petersbasilika liturgischen Dienst zu leisten.

Don Folci kam am 26. Januar 1956 mit den ersten 30 Jungen aus Pfarreien der Diözese Como. Sie erhielten das 3. Stockwerk im Gebäude des Domkapitels von St. Peter. 1971 wurde in den Palazzo S. Carlo disloziert. Es wurde ein grosser Hof für die Rekreation (Erholung) eingerichtet. Seitdem haben dort mehrere Generationen (mindestens 2’000 Schüler) gelebt. Anfang 1958 war die Gemeinschaft sehr gross. Sie zählte zwischen 45 und 50 Schülern. In den letzten Jahren schwankte die Zahl zwischen 15 und 20 Schülern, das Durchschnittsalter reicht von 11 bis 18 Jahren. In diesen 56 Jahren sind 75 Schüler Priester geworden (pro Jahr 1,3 Schüler). Die Klassen sind in den letzten Jahren kleiner geworden. Ein grosser Teil der Schüler durchläuft gegenwärtig das gesamte schulische Curriculum am Institut Sant’Apollinare, eine katholische Schule des Vikariats von Rom, die im Kleinen Römischen Priesterseminar untergebracht ist. Einige besuchen das Humanistische, andere das Naturwissenschaftliche Gymnasium.

Ein typischer Tagesablauf:
Unser Leben ist mit der Basilika St. Peter verbunden. Daher dreht sich alles um die Zeiten der liturgischen Feiern: 06.20 Uhr Wecken, es folgt das Gebet in der Kapelle. Dann gehen sofort einige hinunter in den Petersdom, um die Altarlichter anzuzünden und die Vatikanischen Grotten vorzubereiten. Um 7 Uhr ist alles bereit. Sobald die Sakristei geöffnet wird, beginnen die Priester einzutreffen. Jeder Schüler dient täglich în einer Messe, um die Eucharistie zu empfangen. Es folgen weitere Messen. Um 8 Uhr endet der Dienst. Sie gehen zurück in den 3. Stock des Wohnhauses hinauf, frühstücken und fahren um 08.15 Uhr mit dem Schulbus nach Sant’Apollinare. Der Unterricht dauert bis 13.30 Uhr. Zu Hause nehmen sie anschliessend das Mittagessen ein. Dann folgt eine Stunde Rekreation. Von 15.30 bis 16.30 Uhr verpflichten sie sich zu den Hausaufgaben. Nach einem kleinen Imbiss wird dann bis 19 Uhr weiter gelernt. Dann erfolgt das Gebet in der Kapelle. Um 19.15 Uhr ist Abendessen. Bis 21.15 Uhr bleibt Freizeit. Dann folgt das Komplet. 2 x in der Woche dürfen bestimmte Fernsehsendungen angeschaut werden. Am Sonntag: abwechslungsweise stehen drei auf, um den Dienst in der Basilika vorzubereiten, die anderen ruhen bis 07.30 Uhr. Um 09.45 Uhr folgen liturgische Feiern mit den Kanonikern im Chor. Das Hochamt ist um 10.30 Uhr am Kathedra-Altar. Am Nachmittag nehmen die Jungen an der Messe um 16 Uhr und an der Vesper um 17 Uhr sowie einmal im Monat am Ritus der Firmung teil. – Neben dem Dienst und dem Unterricht unternehmen wir Pilgerfahrten (Lourdes, Ars, Turin). Wir weilten schon in Polen.
→Kollegien  →Universitäten

Polnisches Fernsehen, Cds „Discovering the Vatican“:
Die Ministranten von St. Peter (Altarjungen)

Internat von Pius X. Nach Aussage eines Schülers sei die Disziplin wie im Militär. Junge Männer würden gesucht. Schüleraussage: Meine Eltern lasen das Werbeinserat und schlugen mir den Besuch dieses Internats vor. Jeden Sommer findet ein 20-tägiges Praktikum statt. Darnach fragt der Rektor, ob man bleiben wolle. Ich kam mit 3 Freunden vom Land. Die Erwartung ist aber klar: Priester werden. Wir machen im Petersdom Ministrantendienst und helfen die Priester einkleiden. Wir sind grössten Teil italienische Buben/Jungen. Der Tagesablauf verläuft immer gleich.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 110:
Im Palazzo San Carlo wohnen auch die einzigen Schulkinder des Vatikans (WA: ausser denjenigen der Schweizergarde-Familien in den Kasernen). Es sind die Präseminaristen vom „Preseminario Pio X.“, die hier ihre Schlafsäle haben, knapp 2 Dutzend Jungen zwischen 11 und 18 Jahren aus allen Teilen Italiens. Ihr Tag beginnt um 6.20 Uhr auf klassische Weise mit Gebet, dann wird punkt 7 Uhr gemessdienert in St. Peter. Der Schulunterricht ist ausgelagert in das private Institut „Sant’Apollinare“ in der nahe gelegenen Viale Vaticano 42 an der vatikanischen Mauer.

Knabenschule der Cappella Sistina
800 m vom Vatikan entfernt. Morgen Schule, Nachmittag Singen.
→Sixtinischer Chor

Gärtnerschule im Vatikanischen Garten
an der Mauer unweit der Pinakothek

Istituto Figlie di S. Giuseppe
(Institut der Töchter vom Hl. Joseph), Capitolo della Basilica di S. Pietro

Mosaikschule
Am Abgang vom Bahnhof, links

Hochschule für Beichtväter am Petersdom
Palazzo del Tribunale

Schule der Schweizergarde
Sprachen, Informatik, Dienst-Weiterbildung, Vorbereitung auf
Prüfungen in der Schweiz (z. B. Polizei, Zoll, Grenzwache)

Schuss um 12 Uhr auf dem Gianicolo

→Mittagsschuss

Schutzalter im Vatikan

12 Jahre.    →Strafrecht

Schweiz, Religionen in der

Basler Zeitung vom 20. Juni 2012, S. 4:
Jede fünfte Person in der Schweiz ohne Religion

Bern. Der Anteil Personen, die keiner Kirche angehören, hat sich laut Bundesamt für Statistik (BFS) in den vergangenen 10 Jahren fast verdoppelt. Ende 2010 waren in der Schweiz über 1,3 Millionen Personen oder 20,1 % konfessionslos (2000: 12 %). Die meisten Gläubigen waren Ende 2010 römisch-katholisch (38,8 %). Zur evangelisch-reformierten Kirche gehörten rund 30,9 %. Die islamischen Glaubensgemeinschaften machten Ende 2010 einen Anteil von 4,5 % aus. Die jüdische Gemeinde macht 0,2 % der Gläubigen aus. SDA

OR Nr. 5 vom 05.02.2016, S. 3
Religionszugehörigkeit in der Schweiz: Katholiken grösste Gruppe

Die Katholiken sind nach wie vor die grösste Konfessionsgruppe in der Schweiz, wie die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BfS) zeigen: Knapp 38 % der Bevölkerung gehörten 2014 der römisch-katholischen Kirche an. Die Tendenz ist seit den siebziger Jahren sinkend. Mit knapp 2,5 Millionen Mitgliedern bleibt die katholische Kirche wie schon in den letzten Jahren die grösste konfessionelle Gemeinschaft in der Schweiz. Dies zeigen die am 28. Januar veröffentlichten Zahlen des BfS für das Jahr 2014. Zwar ist die Anzahl der Katholiken absolut gesehen seit 2011 um 53’500 Personen gestiegen, prozentual gesehen sank der Anteil jedoch im gleichen Zeitraum, nämlich von 38,4 auf 37,9 %.

bz BASEL vom 21.04.2015, S. 11
Religion: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind gläubig

Eine neue Umfrage der Schweizerischen Evangelischen Allianz zeigt: „Der Glaube in der Schweiz lebt!“ Die Resultate widersprächen dem öffentlichen Bild, wonach Kirchenaustritte und schwindendes religiöses Interesse die Regel seien. Die neue Umfrage zeigt, dass in der Schweiz der Glaube noch immer weit verbreitet ist. 53 % der Befragten bezeichnen sich als gläubig oder sehr gläubig. Als ungläubig bezeichnen sich lediglich 18 %. (SDA)

bz BASEL vom 23.04.2016, S. 7, Inland
Engel, Hellseher, Heiler: Alles Glaubenssache

All die leeren Kirchenbänke zum Trotz: Fast jeder zweite Schweizer glaubt an Gott. Erstmals erlaubt eine gross angelegte Erhebung einen vertieften Einblick in die religiösen und spirituellen Gewohnheiten der Schweizerinnen und Schweizer. So geben über 20 % an, keine Religion zu haben. Aber nur jede achte Person ist laut Bundesamt für Statistik (BFS) überzeugt, es gebe keinen Gott.
Konkret geben von katholischen und protestantischen Befragten 59 respektive 46 % an, an einen einzigen Gott zu glauben. Bei den anderen evangelikalen und muslimischen Gemeinschaften sind es mit je 90 % deutlich mehr.
Fast ein Drittel der 16’500 Befragten geht allerdings nie in den Gottesdienst, gut 40 % tun es maximal 5 Mal pro Jahr. Der Grossteil (87 %) der Gelegenheitsbesucher geht für Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen hin. Fast jedes zweite Mitglied der muslimischen Gemeinschaften gibt an, im Jahr vor der Umfrage keinen Gottesdienst besucht zu haben.  Das ist der zweithöchste Wert hinter den Konfessionslosen. Bei Muslimen ist auch der Anteil Personen, die nie beten, mit 40 % deutlich höher als bei Protestanten und Katholiken.
Am frömmsten erweisen sich Mitglieder freier evangelischer Gemeinden und anderer evangelikaler Gemeinden. Laut BFS besuchen fast drei Viertel mindestens einmal wöchentlich einen Gottesdienst, ein Drittel betet mehrmals täglich und die Hälfte täglich oder fast täglich.
Insgesamt beten Frauen häufiger als Männer (35 % täglich oder fast täglich). Bei Männern sind es 20 % Die Mehrzahl der Frauen (58 %, Männer 37 %) glaubt auch eher oder sich an Engel oder an „übernatürliche Wesen“. 56 % der Frauen ist zudem überzeugt, dass es Personen gibt, die über die Gabe des Heilens oder Hellsehens verfügen (Männer: 42 %). (SDA)
→Religion   →Austritt aus der Kirche

Schweiz, Kirche

→Kirche Schweiz

Schweizergarde, Päpstliche

(Tel. 0039 06 698 98 100)  →Armee
Zur Geschichte der Schweizergarde: „… als schritten sie aus Jahrhunderten“ von Pfarrer Aloys von Euw (unter dem Register „Schweizergarde“).  →Pfarreien des VatikansKdt-Fahne Rena k

Kommandanten(Garde)-Fahne der Garde, die bei einem Kommandantenwechsel neu geschaffen wird, getragen vom Feldweibel, flankiert von der Fahnenwache mit Zweihändern. Der Feldweibel wie der Kommandant tragen weisse Federn, in den Schlachten der Eidgenossen waren sie die zwei wichtigsten Männer: Führer und Bannerträger. Man erblickt in der Fahne die Farben der Medici-Familie von Florenz: gelb, rot und blau. Siehe dazu das Register „Schweizergarde“ bzw. das Unterregister „Geschichte der Schweizergarde“ und das Unterregister „Heraldik III“. – Es sei hier noch erwähnt, dass der Feldweibel die Staatsfahne des Vatikanstaates nur bei den Urbi-et-orbi-Segen auf den Petersplatz trägt, siehe „Heraldik I“. Siehe auch „Fahnen und Farben, päpstliche“. Der Hellebardier trägt eine Halbarte aus dem 16. Jahrhundert, ital. Stil.

Älteste Militärtruppe der Schweiz (Jetzt, das Magazin)

„Tapfer und treu“ – seit über 500 Jahren. Bis ungefähr zur Mitte des 19. Jahrhunderts zählte die Schweiz zu den wirtschaftlich schwächsten und ärmsten Staaten unseres Kontinents. Beinahe der einzige Export waren die standhaften, treuen, zuverlässigen und zuweilen gefürchteten eidgenössischen Söldner, die ihr Auskommen im Dienste von Europas Fürstenhäusern und Königshöfen suchten. Nach dem Verbot fremder Kriegsdienste 1859 ist von dieser Tradition lediglich noch die Päpstliche Schweizergarde bis heute erlaubt und übriggeblieben, gegründet im Jahre 1506. →Militärstrafgesetz, schweizerisches

Bestand der Schweizergarde (Stand Anfang 2017)

   6   Offiziere (Oberst, Oberstleutnant, Kaplan im Range eines Oberstleutnants, Major,
.       zwei Hauptleute)

  27  Unteroffiziere (Feldweibel, 6 Wachtmeister, 10 Korporale, 10 Vizekorporale)

  78  Hellebardiere

110  Gardisten als militärisches Korps des Heiligen Stuhles.

Pius IX. hat es zum Ehrenregiment erhoben. Nur die Offiziere tragen die Rangordnung eines Ehrenregimentes. Der Kommandant  wird zeitweise immer noch als „capitano commandante“ (befehlsführender Hauptmann) vom Heiligen Stuhl angeschrieben. Die Garde ist unterteilt in 3 Geschwader, führt eine Musik (banda) und einen Pfeifer- und Trommlerzug. Die Ausbildungsabschlüsse der Gardisten zeigen heute (Stand Anfang 2017) folgendes Bild: War die Mehrheit um den 2. Weltkrieg noch ohne berufliche Ausbildung, müssen die Eintretenden ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder eine Matura vorweisen können. Heute  treten immer mehr Maturanden, gar solche mit einem akademischen Abschluss, als Rekrut in die Garde ein.

Irving Stone, Michelangelo, 1961, Biographischer Roman, Seite 268
Wie haben die ersten Schweizergardisten  um 1506 die Stadt Rom damals kennengelernt? Sie missfiel ihnen. Aber es war ja gar nicht eine Stadt, es bestand aus vielen, einzelnen, die bewohnt waren von Deutschen, Franzosen, Portugiesen, Griechen, Korsen, Sizilianern, Arabern, Orientalen und Juden. Alle lebten sie in ihren eigenen Wohnbezirken zusammengedrängt und verhielten sich  fremdenfeindlich. Die Gardisten hörten: „Die Römer sind ein widerwärtiges Volk. Nein, man sollte sagen, hundert widerwärtige Völker.“ Die Gardisten hatten bald herausgefunden, dass die Stadt Rom aus einer heterogenen (ungleichartigen)  Ansammlung von Menschengruppen bestand, die verschiedenartige Kleidung trugen, in ihrer eigenen Sprache redeten, eigene Speisen assen und eigene Wertmassstäbe anlegten. Jedermann schien von Gott weiss woher eingewandert zu sein, um dann die Stadt wegen ihres Verfalls, wegen der Überschwemmungen, Seuchen, Räubereien oder nur wegen ihres masslosen Drecks zu verfluchen. Da es keine Regierung gab, keine Gesetze, keine Polizeibehörden, regierte sich jeder Bezirk selbst, so gut er konnte. Der übliche Friedhof für Ermordete war der Tiber, in dem die Frühaufsteher jeden Morgen treibende Leichen sehen konnten. – Rom erschien wie ein vom Kriege verwüstetes Land. Die weit ausgreifenden Stadtmauern, die in den Tagen des römischen Kaiserreiches eine halbe Million Menschen beschützt hatten, umschlossen jetzt weniger als 70’000. Ganze Ortsteile lagen in Trümmern. Es gab selbst in den dicht bewohnten Gegenden kaum einen Häuserblock, in dem nicht Lücken klafften wie fehlende Zähne in einem Greisenmund. Die Architektur der neueren Bauten wies einen Mischmasch auf aus rohen, dungfarbenen Ziegeln, schwarzem Tuffstein, lohbraunem Travertin, grauen Granitblöcken und rosa und grünem Marmor, den man Gebäuden früherer Zeitalter entwendet hatte. Das Benehmen der Menschen war abscheulich. Sie assen im Gehen auf der Strasse; selbst gutgekleidete Frauen sah man Zuckersemmel in den Mund stopfen, wenn sie aus dem Bäckerladen kamen, oder sie holten sich heisse Kutteln von den Karren der Händler oder Gebratenes aus den Garküchen an der Strasse und verzehrten ihr Mittagessen seelenruhig in aller Öffentlichkeit. Die Bewohner zeigten keinen Stolz auf ihre Stadt, keinen Wunsch, ihr auch nur mit notwendigsten Handgriffen etwas auf die Beine zu helfen. Sie sagten: „Rom ist gar keine Stadt, es ist eine Kirche. Uns ist kein Mittel gegeben, etwas zu bestimmen, oder zu ändern.“ Auf die Frage, warum sie es eigentlich hier aushielten, bekam man die Antwort: „Weil man hier Geld verdienen kann.“ Rom galt als die anrüchigste Stadt von ganz Europa. 7’000 Dirnen waren aus allen Teilen der Welt hier zusammengeströmt. – Auf Papst Julius II. della Rovere wartete viel Arbeit, Rom auf den richtigen Weg zu bringen. Er war der beste Mann dazu.

Der Exgardist Nr. 70, S. 124, von Vincenz Oertle (…)
Artikel 94 MStG und der Beitritt zur Päpstlichen Schweizergarde

Nach der Gründung des Schweizerischen Bundesstaates im Jahre 1848 waren die über Jahrhunderte institutionalisierten fremden Dienste nach und nach beschnitten worden. Eine Entwicklung, die sich allerdings über den Ersten Weltkrieg hinauszog und erst 1927 mit Inkrafttreten des revidierten Militärstrafgesetzes (MStG) ihren Abschluss fand. Seither wird jede Fremddienstleistung strafrechtlich verfolgt. Die einzige Ausnahme bildet bekanntlich die Päpstliche Schweizergarde.

Der Eintritt in die Päpstliche Schweizergarde fällt nicht unter die Strafbestimmungen von Art. 94 MStG. Die Garde ist zwar ein militärisches Korps, versieht jedoch ausschliesslich Wach-, Sicherheits- und Repräsentationsdienst. Und so definiert sie der Bundesrat in seiner Sitzung vom 15. Februar 1929 auch als „simple garde de police“ (Protokollauszug, ehem. EMDDOK, MF 258/204).

Artikel 94 MStG lautet.

  1. Der Schweizer, der ohne Erlaubnis des Bundesrates in fremden Militärdienst eintritt, wird mit Gefängnis bestraft.
  2. Der Schweizer, der noch eine andere Staatszugehörigkeit besitzt, im anderen Staat niedergelassen ist und dort Militärdienst leistet, bleibt straflos.
  3. Wer einen Schweizer für fremden Militärdienst anwirbt oder der Anwerbung Vorschub leistet, wird mit Gefängnis nicht unter einem Monat und mit Busse bestraft.
  4. In Kriegszeiten kann auf Zuchthaus erkannt werden.

L’Osservatore Romano, 8. Mai 2009, Ulrich Nersinger:
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts standen eidgenössische Söldner auch ausserhalb Roms in päpstlichen Diensten: die unbekannten Schweizergarden der Päpste

Dass einst auch ausserhalb der Ewigen Stadt (Vatikan und Quirinal) Schweizergarden in den Diensten der Päpste standen, ist jedoch weitgehend unbekannt. Überall dort, wo der Papst einst Landesherr war, versahen seit dem 16. Jahrhundert Schweizer Landsknechte ihren Dienst:

Das weltliche Herrschaftsgebiet des Papstes – die Päpstlichen Staaten – setzte sich aus dem Patrimonium Petri (Rom und Umgebung, →Pippinische Schenkung) und den Legationen zusammen. Die Verwaltung der Legationen war Purpurträgern oder anderen hohen Geistlichen anvertraut. Die Kardinallegaten bzw. Vizelegaten wurden als das „alter ego“ (anderes Ich) des Papstes betrachtet. Aus dieser Sicht heraus erschien es nötig, dass man auch deren Schutz einer besonderen Leibwache anvertraute. Und so entstanden unter anderen in Bologna (1542), Avignon (1573 [1309 – 76 Sitz der Päpste]), Ferrara (1598) und Urbino (1631) eigene Schweizergarden.

In ihrer Mannschaftsstärke unterschieden sich diese Korps voneinander, je nach Grösse und Bedeutung der Legation. Die Schweizergarde in Bologna war ursprünglich die zahlenmässig stärkste; sie bestand aus 120 bis 150 Mann, gegen Ende des 18. Jahrhunderts sank ihr Bestand jedoch auf 51 Mann. 51 Mann konnte auch die Garde von Ferrara aufweisen. Dem Legaten von Urbino standen 25 Schweizer zur Verfügung. Die Garde von Avignon zählte anfangs 12, später dann 21 Mann. – Auch in der Uniform zeigten sich Unterschiede. Nur die Garde in Urbino war genau so gekleidet wie jene in Rom, da ihre Mitglieder aus dieser stammten und dem Legaten „pro tempore“ (auf Zeit) zugeteilt waren. Die Schweizer in Bologna trugen über einem weissen Hemd eine scharlachrote Jacke mit schwarzem Besatz und schwarzem Ärmelaufschlägen; Hose und Strümpfe waren von roten Farbe. In Ferrara waren blaue Hosen und blaue Strümpfe in Gebrauch.

Avignon und die Grafschaft Venaissin:
Am besten erforscht ist die Geschichte der Schweizergarde in der Legation von Avignon und dem Comtat Venaissin. Seit 1274 gehörte die Grafschaft dem Heiligen Stuhl.

1348: Papst Klemens VI. (1342 – 1352) kauft die Stadt Avignon von Königin Johanna von Sizilien. Immer wieder versuchten die französischen Monarchen, dem Papst die Herrschaft über die Enklave streitig zu machen. So besetzte König Franz. I. 1536 für kurze Zeit Stadt und Grafschaft.

Französische Revolution: 1789 begann das Volk, den Vizelegaten massiv zu bedrohen. Handgreiflichkeiten wurden von den Schweizern abgewehrt. Jedoch schien die Sicherheit des Vizelegaten Msgr. Filippo Casoni auf längere Zeit nicht mehr gewährleistet zu sein. Seine „Macht“, die Schweizergarde, eine Kavallerieabteilung (44 Reiter), der Infanterie (121 Füsiliere und 36 Grenadiere) und der Artillerie (54 Mann mit drei Geschützen) war klein. Weiterhin gab es eine Bürgermiliz; die Maréchaussée d’Avignon (sechs Brigaden, zwei von ihnen waren in Avignon stationiert). So wurde schliesslich der Vizelegat vertrieben und die Schweizergarde im Juni 1790 aufgelöst. Am 14.09.1791 beschloss die französische Nationalversammlung die Annexion Avignons und der Grafschaft Venaissin.

Das Schicksal der Schweizergarde von Avignon sollte noch im gleichen Jahrzehnt die übrigen Schweizergarden, die in den Päpstlichen Staaten ihren Dienst zum Schutz der Kardinallegaten oder eines Vizelegaten versahen, ereilen. Sie erfuhren ihre Aufhebung in Folge der Italienfeldzüge Napoleon Bonapartes.   Nach dem Sturz des Korsen wurde die alte Ordnung Europas grösstenteils wieder hergestellt. Die Päpste verzichteten jedoch darauf, in den ihnen verbliebenen Legationen die helvetischen Leibwachen neu zu errichten.

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Der weisse Galahelm (Morion) mit dem Wappen des Gründerpapstes Julius II della Rovere (mit Eiche. Das italienische Wort „róvere“ heisst Eiche). Ein Morion ist ein offener Helmtypus ohne Visier. Ein qualifizierter Helm ist normalerweise aus einer einzigen Stahlplatte geschmiedet.

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Helm mit weisser Feder, einzig getragen vom Kommandanten und Feldweibel (Fahnenträger), früher die wichtigsten Personen einer Reisläufer-Einheit. Sie mussten auffallen. Offiziere tragen eine weinrote und die Mannschaft eine hellrote Feder; die Pfeifer- und Tambourengruppe hingegen eine gelb-schwarze (Farben der Familie Pfyffer von Altishofen, die bis jetzt 11 Kommandanten stellten).

Heutige Aufgaben der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan:

  1. Kontrolldienst: Bewachung der Eingänge zum Vatikanstaat (ohne Eingang Perugino und Ausgang Santa Rosa) und in Castel Gandolfo
  2. Ordnungsdienst: während Messen und Audienzen
  3. Objektschutz: Bewachung der päpstlichen Residenz im Vatikan und in Castel Gandolfo
  4. Personenschutz (Nahschutz) des Papstes: in Zivil, nur Unteroffiziere und Offiziere der Garde
  5. Ehrendienst: bei diplomatischen Empfängen

Die Schweizergarde zählt gemäss Art. 94 des Schweizerischen Militär-Strafgesetzes nicht als ausländische bewaffnete Einheit (wie die französische Fremdenlegion). Da diese Truppe als einfache, waffenlose Wachpolizei gilt, steht für jeden Schweizer die Möglichkeit offen, in ihren Dienst zu treten. Dies erfordert auf keinen Fall die Zustimmung des Bundesrates.

20061107 Rekruten Judo Foto Stefan Meier 076

Garderekruten erhalten Judo-Ausbildung

OR Nr. 27 vom 6. Juli 2012, S. 2:
Päpstliche Schweizergarde besucht Österreich

Vatikanstadt. Eine sommerliche private Pilgerreise wird die Päpstliche Schweizergarde in den kommenden Tagen unter anderem nach Österreich führen. Ab 4. Juli 2012 sind die Gardisten auf den Spuren des hl. Martin, eines ihrer Patrone, ausserdem besuchen sie Ungarn und die Slowakei. Auf dem Reiseprogramm stehen unter anderem das ungarische Szombathely – der Geburtsort des Heiligen – und Pressburg, wo die Gardisten mit Vertretern der griechisch-katholischen Kirche zusammentreffen werden. Auch ein Treffen mit der Garde des slowakischen Präsidenten ist geplant. In Wien ist weiters eine Begegnung mit Nuntius Erzbischof Stephan Peter Zurbriggen (Walliser) und Kardinal Christoph Schönborn vorgesehen. Auch ein Besuch des Stephansdoms steht auf dem Programm. Stift Heiligenkreuz und die Theologische Hochschule Papst Benedikt XVI. werden die Gardisten ebenfalls besuchen.

Der Kaplan der Schweizergarde, Msgr. Alain de Raemy, erklärte in einem Interview mit Radio Vatikan den Sinn der Reise: „Wir  möchten den Gemeinschaftssinn fördern. Die Gardisten sind es gewohnt, hier im Vatikan oder in Castel Gandolfo im Dienst zu stehen. Diese Pilgerfahrt ist eine gute Gelegenheit für uns, uns ausserhalb von Rom besser kennenzulernen.“

Die Gardisten waren schon geschwaderweise (zugsweise) vor 2 Jahren auf den Spuren Papst Benedikts mehrtätig in Bayern.

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G. Nuzzi, Seine Heiligkeit, S. 147:
Die päpstliche Schweizergarde und die Gendarmerie dürfen nur auf vatikanischem Boden tätig werden. Einige Monate nach der Blitzaktion im Stadtteil Parioli (WA: Beschattungen durch vatikanische Gendarmen im römischen Stadtteil Parioli) verschickte die Präfektur des Päpstlichen Hauses ein internes Rundschreiben, um an die Vorschriften hinsichtlich der zugewiesenen Dienste und Aufgaben zu erinnern, da es zwischen Schweizergarde und Gendarmen immer wieder zu Spannungen und Eifersüchteleien gekommen war. Das in 9 Abschnitte gegliederte Dokument ist sehr präzis. Nach der Auflistung der allgemeinen Zuständigkeiten ist unter Punkt 7 wörtlich, zum Teil fett gedruckt zu lesen:

Die Bewachung, die Sicherheit und der Schutz des Heiligen Vaters auf vatikanischem Boden ausserhalb des Apostolischen Palastes obliegt vor allem dem Gendarmeriekorps, das das gesamte Gelände überwacht und dort patrouilliert; hierzu gehören auch die beiden Korps im Petersdom und in der Aula Paolo VI.

DER SCHWEIZERGARDIST Nr. 3/2012, S. 7, Kpl Christian Kühne
Am Viertagemarsch in Nijmegen

Nach gut 22 Jahren Abwesenheit meldete sich die Päpstliche Schweizergarde am Viertagemarsch 2012 in Nijmegen zurück. 1909 erstmals durchgeführt, zählt der Vierdaagse heute zu den grössten Wanderanlässen der Welt. Die Teilnehmerzahl ist auf 45’000 Personen beschränkt. Unsere Marschgruppe von 13 Mann (12 Marschierer und ein Betreuer), bestehend aus 9 Aktiven (davon der Kommandant) und 4 Exgardisten, startete in der Kategorie Militär – das heisst 4 x 40 km Marschdistanz mit mindestens 10 Kilogramm Marschgepäck – und wurde als eigene Gruppe in die Marschdelegation der Schweizer Armee eingegliedert. – Wie von der Schweizer Armee vorgeschrieben, mussten vorgängig mindestens 200 Marschkilometer im Gruppenverband trainiert werden. Die Via Appia Antica vor den Toren Roms sowie der Fahrradweg entlang des Tibers wurden deshalb diesen Frühling intensiv besucht. Aber auch die Ufer des Lago Bracciano sowie 2 Tage in den Abruzzen gehörten zum Trainingsprogramm. (…)

Hervorzuheben ist, dass die erste Teilnahme im Jahre 1988  vor allem auf die Initiative des damaligen Korporals und Präsidenten der Banda, Linus Meier, jetzt Beromünster/LU, zurückzuführen ist.

OR Nr. 11 vom 15.03.2013, S. 4
Damit die Schweizergardisten nicht nur die Sicherheit des Papstes gewährleisten können, sondern auch bei einem medizinischen Problem richtig handeln, erhalten sie jetzt auch eine sanitätsdienstliche Ausbildung. Der erste Ausbildungsblock startete am 6. März 2013. Die Gardisten würden die Grundfertigkeiten der Wiederbelebung inklusive automatischer Defibrillation, ebenso das Erkennen der häufigsten Krankheits- und Verletzungsbilder sowie das Einleiten von ersten lebenswichtigen Massnahmen erlernen, teilte „Schutz und Rettung Zürich“ mit. Die Module seien den Anforderungen der Schweizergarde angepasst worden und erfüllten die „neuesten notfallmedizinischen Richtlinien“.

OR Nr. 35 vom 30. August 2013, S. 4
Die Päpstliche Schweizergarde besucht Graubünden

Die Päpstliche Schweizergarde wirbt in der Heimat um Nachwuchs. Vom 7. bis 9. September 2013 wird ein Teil der Garde den Kanton Graubünden besuchen. Nebst einem Besuch in Domat/Ems steht die Wallfahrt nach Zitell im Vordergrund der Reise. Jährlich organisiert der Gardekaplan zusammen mit dem Kommando der Garde kulturelle Ausflüge für die Gardisten. So führte eine Reise im Jahre 2010 „auf den Spuren des Heiligen Vaters Benedikt XVI.“ nach Bayern, wo die wichtigsten Stationen im Leben des emeritierten Papstes besucht wurden. – Graubünden wurde als erster Gastkanton 2008 zur alljährlichen Vereidigung der jungen Gardisten am 6. Mai nach Rom eingeladen. Mit diesem Gegenbesuch soll erreicht werden, die aktive Garde von Rom der schweizerischen Bevölkerung vor Ort näher zu bringen. Daher stehen auch Treffen mit der bündnerischen Bevölkerung auf dem Reiseprogramm. (…)

OR Nr. 1 vom 3. Januar 2014, S. 4
Personalie

Cyrill  Gregoire Duruz (32) ist von Papst Franziskus zum neuen Gardeoffizier der Päpstlichen Schweizergarde ernannt worden. Duruz diente von 2000 bis 2002 bereits in der Päpstlichen Schweizergarde und war darnach in zahlreichen Funktionen im Milieu der ehemaligen Gardisten engagiert, heisst es in einer Pressemitteilung der Garde. Zuletzt war er Vizepräsident der Schweizerischen Vereinigung der ehemaligen Gardisten. Duruz studierte Ökonomie, Versicherungsmathematik und Recht und arbeitet derzeit bei der Helvetia Versicherung. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

OR Nr. 8 vom 21.02.2014, S. 3
Monsignore Markus Heinz (39), Mitarbeiter der deutschen Abteilung im Päpstlichen Staatssekretariat, wird die Schweizergarde vorübergehend als Kaplan „ad interim“ seelsorgerisch betreuen. Zuletzt hatte das Amt Msgr. Alain de Raemy (54) inne, den Papst Franziskus Ende November 2013 zum Weihbischof in Lausanne, Genf und Freiburg ernannte.
Daten: Markus Heinz, geb. 27.10.1974 in St. Pölten. Heimatpfarre: Ma. Jeutendorf. Theologiestudium in St. Pölten und Rom. Arbeitseinsätze im Krankenhaus Krems und Caritasheim St. Pölten-Wagram. Priesterweihe am 29.06.1999 im Dom zu St. Pölten durch Bischof Dr. Kurt Krenn.

OR Nr. 19 vom 9.Mai 2014, S. 3
Rekruten-Eintritte in die Garde und zugleich Beginn der einmonatigen Rekrutenschule:
1. Anfang Februar
2. Anfang Juni
3. Anfang November
ab 2017: noch 2 Rekrutenschulen, Februar und November, 2 Monate (Tessin und Vatikan); siehe nachfolgend

OR Nr. 27 vom 4. Juli 2014, S. 3
Neuer Kaplan der Päpstlichen Schweizergarde

Die Päpstliche Schweizergarde hat einen neuen Kaplan: Pascal Burri, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Sainte-Thérese/Saint Laurent in Freiburg wird am 1. September 2014 sein neues Amt im Vatikan antreten. Er folgt als Gardekaplan auf Msgr. Alain de Raemy, der am 30. November 2013 zum Weihbischof im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg ernannt wurde. – Pfarrer Burri wurde am 4. September 1965 in Neuenburg geboren. Nach bestandenen Halblizentiatsprüfungen in Geschichte, französischer Literatur und Musikwissenschaft und dem parallel dazu erworbenen Diplom, das zum Orgelunterricht berechtigt, trat er 1989 in das Priesterseminar von Lausanne, Genf und Freiburg ein. Nach dem Lizentiat in Religionswissenschaft der Theologischen Fakultät Freiburg 1994 wurde Pascal Burri am 21. Mai 1995 in der Liebfrauenkirche von Neuenburg zum Priester geweiht. Als Seelsorger war er in Bernex GE und von 1999 bis 2005 in Greyerz FR tätig, bevor er seine aktuelle Stelle in Freiburg antrat. – Während seines Theologiestudiums verbrachte Pascal Burri ein Jahr am „Angelicum“ in Rom, um im Vatikanischen Geheimarchiv Forschungen durchzuführen. Dies erlaubte ihm, sich mit der Kirche in Rom und im Besonderen mit dem Vatikan vertraut zu machen.

OR Nr. 29 vom 18. Juli 2014, S. 4
Pilgerreise der Päpstlichen Schweizergarde nach Polen

Die Päpstliche Schweizergarde hat vom 4. bis 13. Juli 2014 eine Pilgerreise nach Polen unternommen. Die Teilnehmer waren in 3 Gruppen gestaffelt. Ziel der Reise war es, das Herkunftsland des vor kurzem heiliggesprochenen Papstes Johannes Paul II. kennenzulernen. Am ersten Tag besuchten die Gardisten Tschenstochau und anschliessend das Geburtshaus von Karol Wojtyla. Der zweite Tag stand im Zeichen seiner Jugendzeit. Zudem fand ein Besuch des Konzentrationslagers in Ausschwitz statt. Den dritten Tag verbrachten die Gardisten in der Wirkungsstätte von Karol Wojtyla, als er Erzbischof von Krakau war. Zudem wurde ein Ausflug in die nähere Umgebung der Stadt unternommen. Auch ein Besuch des Heiligtums der hl. Faustina durfte nicht fehlen. Die Schweizer haben ausserdem das noch im Bau befindliche Heiligtum des heiligen Johannes Paul II. besucht. An der Reise nahmen alle aktiven Gardisten sowie einige Familienangehörige der verheirateten Gardisten teil.

Die Vereinigung der ehemaligen päpstlichen Schweizergardisten (WA)

Zurzeit gibt es weltweit zwischen 1’300 und 1’400 ehemalige päpstliche Schweizergardisten (Stand 2015). Sie finden sich nach der Gardezeit in der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten und den 13 regionalen Sektionen. Der Bestand der Vereinigung liegt bei 894 Aktiven und 30 Ehrenmitgliedern (August 2015), d. h. rund 370 – 450 treten der Vereinigung nicht bei (beinahe jeder Dritte). – Das Kontingent der ehemaligen Schweizergardisten kann man vermutlich in drei Gruppen unterteilen:
Gruppe 1: Hier findet sich der stark gläubige Katholik, u. a. mit Fundamentalisten, Traditionalisten und wenigen Frömmlern.  Dieser Exgardist ist loyal gegenüber der Garde und der Kirche.
Gruppe 2: Hier lässt sich der grösste Teil der Exgardisten finden, wenig bis üblich praktizierend. Dieser Exgardist steht (evtl. mit Vorbehalten) für Kirche und Garde ein.
Gruppe 3: Dieser Exgardist mahnt (zum Teil schwere) Vorbehalte gegenüber der Garde oder gegenüber der Kirche oder gegenüber beiden an. Er praktiziert nicht oder ist „Eventkatholik“.
Ein Kaplan meinte während seiner Gardezeit, dass er mit diesen Tatsachen leben könne.

41 Exgardisten und Hilfsgardisten (Hilfsgardisten ohne 2-Jahres-Verpflichtung) folgten einer geistlichen Berufung (z. B. als Weltpriester oder Mönch) oder betätigen sich in Laienämtern (Stand Dezember 2015). Exgardisten kann man in →Gruppierungen (movimenti) finden, beispielsweise in der Pro Ecclesia, bei den Focolari, im Opus Dei usf. Viele Exgardisten  sind gesuchte Mitarbeiter im ehrenamtlichen Engagement in Kirchgemeinden, Pastoralräumen, katholischen Organisationen und Institutionen,  in der Politik und in Vereinen. Viele Exgardisten finden nach ihrem Gardeaustritt einen Beruf bei der Polizei, bei der Grenzwache, in der Armee oder bei Sicherheitsfirmen. Sie sind dazu durch den Gardedienst sehr gut vorbereitet.

OR Nr. 44 vom 31.10.2014, S. 43
Schweizergarde gab Kochbuch heraus: „Buon appetito“

Die Päpstliche Schweizergarde lüftet einige Geheimnisse des Vatikans. Dazu gehören die Lieblingsgerichte des aktuellen Papstes und seiner beiden Vorgänger. Beschrieben sind diese im Kochbuch „Buon appetito“, das die Garde herausgegeben hat. Das Buch enthält Rezepte, Geschichten und Porträts von Prominenten. Die Garde stellt die Offiziere und den Kaplan anhand ihrer Lieblingsspeisen vor. Kirchliche Würdenträger verraten ihre Leibgerichte. Als Höhepunkt des Buches werden die Favoritenmenüs der letzten drei Päpste vorgestellt. Polen, Bayern und Argentinien brächten auf diese Weise eine ganz eigene Note in die Küche der Garde, heisst es in der Ankündigung. – Der aus dem Zürcher Oberland stammende David Geisser ist im Buch zuständig für die Rezepte. Der ausgebildete Koch ist seit 2013 im Dienst der Päpstlichen Garde. Als zweiter Autor firmiert der Konditor-Confiseur Erwin Niederberger aus Luzern, der als Wachtmeister in der Garde dient. Die Bilder stammen von der polnischen Fotografin Katarzyna Artymiak. Sie arbeitet seit 2011 auch für die Schweizer Garde und hat u. a. den Garde-Kalender der letzten Jahre mitgestaltet.

Kommando der Päpstlichen Schweizergarde
Tagesbefehl zum 2. Dezember 2014 (14_14)
1039_DAN Vatikanstadt, 02.12.2014

Offiziere, Unteroffiziere und Gardisten
Als Kommandant der persönlichen Garde des Papstes nehme ich vom Wunsch des Heiligen Vaters Franziskus Kenntnis, dass er eine Erneuerung an der Spitze des Korps wünscht. Als Mann der Kirche, beseelt vom Wunsch im Dienste der Kirche zu stehen, diene ich dem Korps bis zum 31. Januar 2015. Als Mensch danke ich allen, die mich in meinem Wirken unterstützten, allen voran meiner Gattin und meiner Familie.
Acriter et fideliter!
Der Kommandant
Oberst Daniel Anrig
(Siehe Register „Schweizergarde“, Unterregister „Geschichte der Päpstlichen Schweizergarde“ von Pfarrer A. von Euw, unter „34. Kommandant D. Anrig“))

OR Nr. 5 vom 30. Januar 2015, S. 3
Geburtstagsfeier der Schweizergarde

Die Schweizergarde hat am 22. Januar 2015 ihren 509. Gründungstag gefeiert. Der Erzpriester von St. Peter, Angelo Kardinal Comastri, zelebrierte zu diesem Anlass in der Kirche des Campo Santo Teutonico einen Gottesdienst. Mit ihm konzelebrierten u. a. der Kaplan des Korps, Don Pascal Burri. In seiner Ansprache betonte der Kommandant der Schweizergarde, Oberst Daniel Rudolf Anrig, dass die Geschichte der Päpstlichen Garde wie „mit unauslöschbarer Tinte geschrieben ist, die die Farbe und die Intensität der Treue zum Papst und zur Kirche hat.“ „Deshalb, so Anrig weiter, „haben Tausende von Männern im Laufe von 509 Jahren ihren Beitrag geleistet zur Kraft und zur Langlebigkeit der Schutztruppe, und ebensoviele tun es bis zum heutigen Tag.“ In der Tat vereine die gemeinsame Teilhabe an diesem aufrichtigen und bedingungslosen Dienst viele frühere, gegenwärtige und künftige Generationen.

OR Nr. 7 vom 13. Februar 2015, S. 4
7. Februar 2015: Der Papst ernannte

zum Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde im Rang eines Oberst: Oberstleutnant Christoph Graf, bisher Vizekommandant der Schutztruppe. Der neue Kommandant wurde am 5. September 1961 geboren und ist Bürger von Pfaffnau, Kanton Luzern. Er hat seinen Dienst in der Garde als Hellebardier am 2. März 1987 begonnen. Vor seiner Beförderung zum Kommandanten war er zudem Instruktor der Gardisten und als Feldweibel für die Dienstplanung zuständig. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

OR Nr. 19 vom 8. Mai 2015, S. 3
Ansprache von Papst Franziskus bei der Audienz der neuen Gardisten

(…) Wann immer ihr dann den Menschen, den Pilgern begegnet, gebt durch eure Freundlichkeit und eure Kompetenz diese „grössere Liebe“ weiter, die aus der Freundschaft mit Christus kommt. Ihr Gardisten seid ein „Aushängeschild“ für den Heiligen Stuhl! Dafür danke ich euch und dazu ermutige ich euch. (L…)

OR Nr. 32/33 vom 7. August 2015, S. 3
Der Vatikan ist erstmals mit einem eigenen Beitrag bei den Filmfestspielen in Venedig vertreten. Im September 2015 wird dort ein vom Vatikanischen Fernsehzentrum (CTV) produzierter Dokumentarfilm über die Päpstliche Schweizergarde gezeigt, der jedoch ausser Konkurrenz läuft.

OR Nr. 36 vom 04.09.2015, S. 4
Nach seinem Abschiedsbesuch (29.08.2015) bei Papst Franziskus berichtete der Kaplan der Schweizergarde, Pascal Burri (Eintritt 01.09.2014), dass sich der Heilige Vater sehr interessiert für die Gardisten gezeigt und sich über die Lebensumstände einer von ihnen informiert habe.

TCS Touring vom 10.11.2015, S. 30, Dino Nodari
Töfftour im Garten des Papstes

Gardisten nehmen am TCS-Motorradfahrkurs teil. Die TCS-Mitarbeiter René Altschul (TCS-Sektion Aargau) und Roman Angermann zeigen den Soldaten, wie sie ihr Motorrad besser in den Griff bekommen. Denn: „Töfffahren ist etwas vom Gefährlichsten, was man auf der Strasse machen kann“, sagt Roman Angermann. Der ehemalige Gardist ist heute beim TCS verantwortlicher Wissenschaftler Zweirad Verkehrssicherheit. Der Kurs wurde im September 2015 zum ersten Mal durchgeführt und fand an 3 Tagen statt. Allerdings gäbe es schon Anfragen für einen Nachfolgekurs, so Angermann. – Unterrichtet wurde in 3 Gruppen, je nach fahrerischem Können. Jan Schmidhalter hat sein Motorrad erst vor einem Monat einem anderen Gardisten abgekauft und ist damit erst etwa 200 Kilometer gefahren. Bevor es auf die Motorräder ging, erklärte René Altschul, wie eine Maschine richtig eingestellt wird und auf welche Dinge man unbedingt achten sollte, bevor man aufsteigt. Weil gerade unter den Gardisten im Vatikan die Maschinen oft ausgeliehen werden,, sollten immer Bremsen, Lichter und Reifen angeschaut werden, bevor es losgeht. Auf dem Programm stehen danach das Handling der Maschine, Linienwahl und Blickrichtung sowie die richtige Kurventechnik.

OR Nr.51 vom 18.12.2015, S. 3
Schweizergarde bekommt neuen Seelsorger aus der Schweiz

Die Schweizergarde bekommt nun wieder geistlichen Beistand von einem Landsmann: Papst Franziskus hat Thomas Widmer (31) aus Bonstetten/Zürich zum neuen Kaplan der päpstlichen Wachtruppe ernannt. Seit September hatte der im Vatikan tätige Österreicher, Msgr. Markus Heinz vorübergehend die Seelsorge für die rund 110 Schweizergardisten übernommen. – Der neue Gardekaplan studierte Theologie und Philosophie an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom. Der Churer Bischof Vitus Huonder weihte in 2010 zum Priester. Anschliessend war Widmer in der Pfarrei Maria Lourdes in Zürich (7’083 Mitglieder, Stand 2014, Wikipedia) als Vikar tätig. In diesem Jahr schloss er sein vertiefendes Theologiestudium an der Päpstlichen Lateranuniversität mit dem Lizentiat ab.

Schweizer Familie Nr. 25 vom 23.06.2016, S. 22, Angela Lembo
Der Koch, die Kirche und das Showgeschäft

Er war Schweizergardist, plauderte mit dem Papst über das Mittagessen und schrieb ein Kochbuch, das in den USA für Furore sorgt. Die kuriose Karriere des Küsnachters David Geisser.
Die Kamera läuft. David Geisser aus Küsnacht ZH steht im Studio des New Yorker Nachrichtensenders Fox News. Vor sich eine Pfanne und die Zutaten für ein Omelett. Neben sich 3 Moderatoren. Sie plappern ohne Unterbruch. Miteinander. Mit der Kamera. Und mit ihm, dem Koch und ehemaligen Schweizergardisten. Der gibt sich cool. „Keiner sollte meine Nervosität bemerkten.“
Das war vor 2 Monaten. Über eine Million Zuschauer verfolgten die TV-Show „Fox & Friends“. Für David Geisser, 26, war es der erste grosse Fernsehauftritt in den USA. Aber nicht der letzte. Seit es sein Buch „The Vatican Cookbook“ mit Rezepten aus dem Vatikan Anfang April sofort in die Bestsellerliste der „New York Times“ schaffte, reissen sich US-Fernseh- und -Radiosender um den jungen Schweizer.
Dass er einmal mit einem Kochbuch in den USA auf Werbetour gehen würde – das hatte David Geisser nicht geplant. Der Grosserfolg ergab sich von alleine. Mit 18 schrieb der Rudolf-Steiner-Schüler als Abschlussarbeit sein erstes Kochbuch. Darauf folgten eine Kochlehre, eine Stelle bei einem Sternekoch und ein weiteres Kochbuch.
Mit 23 erfüllte sich David Geisser einen Bubentraum. Wie sein Vater vor ihm stellte er sich in den Dienst des Papstes und wurde Schweizergardist in Rom. Dem Kommandanten machte Eindruck, dass Geisser gewillt war, für den Vatikan seine Karriere als Koch und Autor für 2 Jahre auf Eis zulegen. Er schlug ihm darum vor, beides zu verbinden und neben dem Dienst ein Kochbuch aus dem Vatikan zu schreiben.
Spanferkel à la Benedikt. So kam es, dass David Geisser tagsüber mit der Hellebarde für den Papst strammstand und abends an Rezepten tüftelte. An Empanadas, wie sie Papst Franziskus mag. Oder den Spanferkel, einem Leibgericht des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. 2014 war das Buch fertig. In einer Generalaudienz auf dem Petersplatz überreichte es der Autor dem Papst persönlich. Der sprach ihn fortan in den heiligen Gängen an und fragte, ob er wisse, was es heute zu Mittag gebe.
Das Buch war schnell ausverkauft. Ein amerikanischer Verlag sicherte sich die Rechte und brachte es auf Englisch heraus. Seither hetzt David Geisser von Termin zu Termin, gibt Interviews  in Ohio, Washington, Alabama oder L. A. Ein weiblicher Hollywoodstar hat ihn gar für eine private Party im Herbst gebucht. Um wen es sich handelt, darf Geisser aus vertraglichen Gründen nicht verraten. Ist der Koch nervös wie bei seinem ersten Fernsehauftritt vor 2 Monaten? „Nein, nicht mehr – inzwischen kenne ich das amerikanische Showgeschäft“.

OR Nr. 37 vom 16.09.2016, S. 3
Jubiläumsfeier für die vatikanische Gendarmerie und die Schweizergarde

Die vatikanische Gendarmerie und die Päpstliche Schweizergarde haben gemeinsam die Jubiläumsfeier im Jahr der Barmherzigkeit begangen. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zelebrierte zu diesem Anlass im Petersdom einen Gottesdienst. In seiner Predigt betonte er, er wolle ein „geheimes Arsenal“ überreichen. Es seien damit „geistliche Waffen“ gemeint, die zwar schwach aussehen, aber sehr stark seien. Dabei nahm er besonders Bezug auf das Gebet. Der Kardinal liess den Gendarmen und Schweizergardisten auch einen Rosenkranz überreichen und lud sie ein, sich vertrauensvoll an die Muttergottes zu wenden. Der Rosenkranz, so Parolin, sei ein einfaches, aber mächtiges Gebet. Es erlaube, in das Herz Gottes einzutreten.

OR Nr. 40 vom 7. Oktober 2016, S. 4
Rekrutenschule der Schweizergarde wird neu strukturiert

Die päpstliche Schweizergarde erhält künftig eine intensivere Ausbildung. Ziel sei eine „weitere Professionalisierung“ angesichts wachsender Anforderungen, teilte die Gardeleitung im Vatikan mit. Nach dem neuen Ausbildungskonzept absolvieren Rekruten in Zukunft eine einmonatige Schulung bei der Tessiner Kantonspolizei, bevor sie im Vatikan einen weiteren Monat lang auf spezifische Wach- und Schutzaufgaben vorbereitet werden. Eine zwischen der Schweizergarde und der Tessiner Polizei geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass die Rekruten in der Schweiz

  • unter anderem in Psychologie
  • lebensrettenden Massnahmen
  • persönlicher Sicherheit
  • Taktik und Schiessen geschult werden
  • Weiter stehen juristische Grundlagen
  • Brandbekämpfung
  • und Sport auf dem Programm

Der zweite Teil der Ausbildung im Vatikan umfasst

  • den Erwerb von Orts- und Personenkenntnissen
  • ein gardespezifisch-militärisches Training
  • das Vermitteln der Schutzaufgaben
  • und einen Sprachkurs

Das neue Programm beginnt den Angaben zufolge Ende Oktober 2016 mit 16 Rekruten. – Hauptaufgabe der Garde mit ihrer Sollstärke von 110 Mann ist es, über die Sicherheit der Person und der Residenz des katholischen Kirchenoberhauptes zu wachen. Zudem begleiten Gardisten den Papst auf Reisen, kontrollieren die Eingänge zum Vatikanstaat und nehmen Ordnungs- und Ehrendienste wahr.

Hauptmann Frowin Bachmann, gebürtiger Schwyzer, verlässt die Garde
Nach über 30 Jahren Dienst in der Päpstlichen Schweizergarde (1985 – 2016) verlässt am 30. Juni Frowin Bachmann die Garde, bleibt in Rom, und gründet ein Reisebüro, um als Dienstleister im Speziellen Romreisen für Gruppen und Private zu organisieren und zu führen.
Frowin trat am 1. Oktober 1985, nach absolvierter kaufmännischer Banklehre und Rekrutenschule, in die Garde ein. Die erste Beförderung zum Vizekorporal erreichte ihn am 1. März 1990 bzw. zum Korporal am 1. März 1993. Im 5. Dienstjahr konnte er das Sekretariat übernehmen und holte sich in der Schweizerschule die Matura nach. Mit der Beförderung zum Wachtmeister am 1. Oktober 1999 ernannte man ihn zum Feldweibel-Stellvertreter. Frowin Bachmann 1998 wurde  teilweise in den regulären Dienst versetzt. Er übernahm zusätzlich die Verantwortung für die Finanzen und die Organisation der jährlichen Vereidigungsfeier. Am 7. Juli 2003 erreichte ihn die Beförderung zum Hauptmann.

30.06.2016: Verabschiedung im Ehrenhof des Gardequartiers. Von rechts: Frowin, Anna, Marco, Giulia und Luca Bachmann

OR Nr. 19 vom 12.05.2017, S. 6
(…) Wie Johann Schmidberger (Schmiede Johann und Georg Schmidberger, Molln, Oberösterreich)  erklärte, sollen die letzten Teile der in 9 Grössen aufwendig bearbeiteten Gala-Harnische (Brustpanzer) plangemäss im kommenden Herbst geliefert werden. Dem Kommandanten der Garde schmiedeten die Brüder einen vergoldeten Offiziershandschuh, nachdem er zur Anprobe im Vorjahr  Molln besucht hatte. Als Folgeauftrag sollen die Mollner Kunstschmiede 30 bis 40 der charakteristischen Gardehelme – „Morions“- herstellen und in den Vatikan liefern.

→Kleinste Armee der Welt unter A, auch unter „Orden“ (Orden und Verdienstmedaillen)
Siehe auch unter dem Haupt-Register „Schweizergarde“, Unterregister „Geschichte der Päpstlichen Schweizergarde“ von Pfarrer A. von Euw

Schweizerquartier auf vatikanischem Staatsgebiet
(rund 150 x 120 m gross)

Ehrendenkmal Foto Stefan Meier 011 k

Ehrendenkmal im Ehrenhof des Schweizerquartiers. Es erinnert an die Gardetoten, die am 6. Mai 1527 während des Sacco di Roma gefallen sind. Jeden 6. Mai ziert ein Gedenkkranz das Denkmal. Geschaffen wurde es vom Nidwaldner Bildhauer Eduard Zimmermann, persönlich eingeweiht am 6. Mai 1927 von Papst Pius XI. Ratti.

Das Quartier besteht aus 3 Kasernentrakten neben dem Eingang S. Anna.
(→Pfarreien)

Quartier von oben Foto Stefan Meier

Zwischen den Bäumen und dem Rundturm (Vatikanbank) liegen die drei Kasernentrakte der Päpstlichen Schweizergarde

Im Trakt gegen die Stadt befinden sich auf 2 Geschossen Ein- und 2er-Zimmer für Gardisten und Familienwohnungen. Im Parterre findet man ein Wachtlokal und einen Schlafraum für das St.-Anna-Wachdetachement, weiter eine Turnhalle, die Schneiderei der Garde und einen Theatersaal. Zuvorderst gegen den Petersplatz ist eine moderne Gross-Küche eingerichtet.

Im kleinen Verbindungstrakt zur mittleren Kaserne befindet sich die Ausgabestelle für das Essen und die Getränke für Gardisten und Familien.

Im mittleren Trakt sind  Familienwohnungen und Ein- und 2er-Zimmer für Gardisten, die Bibliothek bzw. das Schulzimmer, ein offener Raum (Rauchen) mit den schriftlichen Befehlsausgaben, die Gästekantine (bettolino) und die Mensa für die Gardisten eingerichtet. Im 2. Stock befindet sich der Rekrutensaal.

Im dritten Trakt,  am Fusse des Papstpalastes, früher „Offizierstrakt“ genannt, befinden sich Familienwohnungen, die Wohnungen der Ordensschwestern (Küche), die Wohnung des Gardekaplans, alle Büros des Kommandos, das Gardearchiv, Spielräume für Gardisten und Familien, ein Krafttrainingsraum und ein öffentlicher PC-Raum. Im Jahre 2013 wurde dieser Trakt um ein Stockwerk erhöht.

Zwischen dem 2. und 3. Trakt befindet sich der Ehrenhof mit dem Denkmal und dem Borgiator, wo das Gardedetachement zu grossen Anlässen auf den Petersplatz durchmarschiert. Im Ehrenhof beginnen alle Ehren- und Ordnungsdienste.l

Die Familienwohnungen und Gardistenzimmer besitzen  unter anderem Telefon-, Fernseh- und Internetanschluss.

Zwischen  Trakt 3 und Papstpalast befindet sich der  Ulmenhof als Auto- und Motorrad- Parkplatz. Neben dem Ulmenhof steht die Gardekapelle.

Die Garde zählt zzt. 110 Mann. Im Quartier wohnen gewöhnlich zwischen 10 und 15 Familien mit 10 bis 20 Kindern.
→Spielplatz