Fk bis Fz

Flagge/Fahne des Vatikans 

→Nationalfahne

Flora im Vatikan 

→Fauna

Floreria des Vatikans  

(Tel. Administration: 06 698 832 01)
→Unterhalt

OR Nr. 49 vom 04.12.2009:
Floriere = Ausschmücker, die Floreria ist dem Governatorat unterstellt.  – Gegen Ende des 14. Jahrhunderts ist zum ersten Mal ein „Magister floreriae apostolicae“ erwähnt. Das Büro der Florieri ist im Damasushof. (Jürgen Erbacher, Der Vatikan, Das Lexikon, S. 29)

  • Aufgaben:
    Logistische Vorbereitung der Audienzen und der liturgischen Feiern
    in der Vatikanbasilika, auf dem Petersplatz, in den päpstlichen Basiliken
    Roms und in der Vatikanischen Audienzhalle sowie aller Audienzen,
    die im Apostolischen Palast stattfinden. (Hauptaufgabe)
  • Verantwortlich für die Ausstattung der vatikanischen Wohnungen mit
    Möbeln, die gestiftet wurden. Von der Wohnung des Papstes bis zu
    den Wohnungen der Kardinäle, Bischöfe und der Prälaten der Kurie.
    Verantwortlich für die notwendige Pflege der Einrichtungen dieser
    Wohnungen. Einrichten bedeutet auch restaurieren.Dazu dienen drei →Werkstätten:
  1. Werkstatt für Polster- und Näharbeiten, in der Wohnraumeinrichtungen,
    Stühle und Sessel fertiggestellt und repariert sowie die Paramente
    genäht und die grossen Bühnen für die liturgischen Feiern vorbereitet
    werden.
  2. Werkstatt für Kunsttischlerei und Möbelrestauration
  3. Vergoldungswerkstatt
  • Abteilung der Ausstatter, das Personal, das für die Organisation der
    Ausstattung mit den Objekten zuständig ist. Diese Tätigkeit besteht im
    Wesentlichen aus Transportarbeiten und ist äusserst anstrengend, da
    verschiedene, zum Teil sehr schwere Möbel sowie die ganze
    Ausstattung für die Vorbereitung der liturgischen Feiern transportiert
    werden müssen. Bei einigen Anlässen müssen allein 30’000
    Stühle transportiert werden.

Insgesamt hat die Floreria 38 Mitarbeiter. In den Werkstätten arbeiten 6 Polsterer,  6 Tischler, 3 Vergolder und 3 Näherinnen.

Papstwohnung von Benedikt XVI.: Nach über 25 Jahren waren natürlich tiefgreifende Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten sowohl der Repräsentationsräume als auch der privaten Räumlichkeiten erforderlich.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 118:
Die Floreria ist dem Zeremonienmeister unterstellt. Der Grossbetrieb sorgt für die Ausstattung der Räumlichkeiten und führt das Inventar über alle Möbel, Statuen, den Hausrat, das Besteck und die Blumenvasen des Heiligen Stuhles. Jedes Jahr sind etwa 40 Grossmessen in St. Peter, 6 Freiluftmessen auf dem Petersplatz und 13 ausserhalb, eine Heiligsprechung, knapp 90 Privataudienzen des Papstes und ebenso viele Grossaudienzen in der Halle „Paul VI.“ auszustatten. Dazu über 40 Treffen mit Staatschefs und etliche Sonderwünsche von Kardinälen und Kurialen für ihre Wohnungen und Büros.

Flotte, Päpstliche

OR vom 18.02.2011, Nr. 7, Ulrich Nersinger

Zu den Opfern der Kriegszüge Bonapartes gehörten auch die Päpstlichen Staaten. 1798 requirierte der Korse die Flotte des Papstes für seinen Feldzug nach Ägypten und führte sie damit ihrer vollständigen Vernichtung zu:

  1. Trauriger Zustand der Päpstlichen Kriegsmarine im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts. Vorher Expeditionen bis hin nach Nordafrika. Jetzt: Aktionsradius auf die Gewässer vor der Küste des Kirchenstaates. Die wenigen Galeeren waren nur 5 Monate im Jahr, überwiegend während des Sommers, einsatzbereit. Eine eigene Marineschule gab es nicht mehr. Die Bewaffnung der Schiffe reichte gerade für Einsätze gegen Piratenschiffe, war jedoch nicht für einen Kriegseinsatz konzipiert; sie waren hoffnungslos veraltet.
  2. Als im Mai 1796 eine kleine Flotte von 5 Barbareskenschiffen vor der päpstlichen Küste auftauchte, waren es die Geschütze von Torri Chiarucchia und Santa Marinella, die mit ihrem Feuer die Schiffe in die Flucht schlugen – und nicht die Galeeren des Papstes. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, begann man, neue Schiffe in England und Malta zu bestellen. Der Grundstein für einen notwendigen Neuanfang war gelegt. Zu Beginn des Jahres 1798 konnte dem Papst gemeldet werden, dass man erfolgreich dabei sei, Disziplin und seemännisches Können wieder auf den einstigen Stand zu bringen.
  3. Doch alles Bemühen, alle Anstrengungen des Generalkommandos kamen zu spät Die politischen Ereignisse, die folgten, verhinderten die erwartete, nunmehr möglich erscheinende Realisierung des ehrgeizigen Marineplans. Der Februar 1798 läutete das Ende einer einst ruhmreichen Flotte ein. Nach der Einnahme Roms liess Napoleon Bonaparte die Päpstliche Marine seiner eigenen Flotte einverleiben. Die Schiffe des Papstes brauchte der Korse für seinen geplanten Ägyptenfeldzug; sie sollten zum Transport der Truppen und als Eskorte des Konvois dienen. Nach der fast kampflosen Einnahme des Ordensstaates Malta am 12. Juni segelte der Korse mit „seinen“ Schiffen in Richtung Ägypten.
  4. In der berühmten Schlacht von Aboukir, vor der Küste Alexandria und auf den Flussarmen des Nils focht die ehemalige Flotte des Papstes mit und ging so ihrer vollständigen und sinnlosen Vernichtung entgegen. „Die Offiziere in alle Winde zerstreut, die Mannschaften bis auf den letzten Bootsjungen gefallen, die Schiffe zur Gänze zerstört, die Fahne auf immer eingeholt, eine lange Tradition zerbrochen – meine Geschichte ist zu End“, klagte der Dominikaner Alberte Guglielmotti in den letzten Zeilen seiner „Geschichte der Päpstlichen Marine“.
  5. 1802 „entschädigte“ Napoleon Papst Pius VII. (1800-23) mit zwei neuen Schiffen, mit der „San Pietro“ und der „San Paolo“. – Nach dem Wiener Kongress und der Restituierung (Wiedereinsetzung) der Päpstlichen Staaten (1815) wurde von den Päpsten eine neue Marine aufgebaut, die bis 1870 bestehen sollte. Sie verfügte über nur wenige Schiffe und wurde äusserst selten in Seegefechte verwickelt: sie erlangte jedoch noch einmal weltweiten Ruhm durch Alessandro Cialdi (1807-82), einen begnadeten Ingenieur und Nautiker. Zu den maritimen Bravourstücken des letzten Kommandanten der Päpstlichen Marine gehörte – Ironie der Geschichte – eine Expedition nach Ägypten (1840/41), bei der er als erster Europäer der Neuzeit mit dem Flaggschiff des Papstes 1’164 km den Nil hinaufsegelte, bis zur Insel Philae bei Assuan, dem antiken Syene.
    →Schifffahrtsreglement

Flugzeuge des Vatikans  

→Helikopter

Foto-Service des Vatikans

Servizio fotografico (Bilderdienst des Osservatore Romano), Via Pellegrino, freier Eingang St. Anna. Jede öffentliche Tätigkeit des Papstes, auch Privataudienzen, werden durch den Hoffotografen (früher Arturo Mari (50 Jahre lang, seit 9. März 1956) fotografiert und archiviert. Alle Fotos können hier gekauft werden. Auch im Internet teilweise gestellt unter: https://www.photo.va/index.php

Franziskus, Papst

Franz von Assisi: Paupertas (Armut), Humilitas (Demut), Simplicitas (Schlichtheit)

Lebenslauf: Jorge Mario Bergoglio wid am 17. Dezember 1936 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires (spanisch: gute Lüfte) als Sohn piemontesischer Immigranten geboren: Sein Vater Mario ist als Buchhalter bei der Eisenbahn angestellt, während seine Mutter, Regina Sivori, sich um den Haushalt und die Erziehung der 5 Kinder kümmert. Nachdem er ein Diplom als Chemietechniker erworben hat, entscheidet er sich für den Weg des Priestertums und geht in das Diözesanseminar von Villa Devoto, einem Stadtteil im Westen von Buenos Aires. Am 11. März 1958 tritt er in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Seine humanistischen Studien vervollständigt er in Chile und erwirbt 1963, nach seiner Rückkehr nach Argentinien, den Abschluss in Philosophie am Kolleg San José in San Miguel. Von 1964 bis 1965 ist er Professor für Literatur und Psychologie im Kolleg der Immaculata von Santa Fé, und 1966 unterrichtet er dieselben Fächer im Kolleg San Salvador in Buenos Aires.  Von 1967 bis 1970 studiert er Theologie und schliesst dieses Studium ebenfalls am Kolleg San José ab. Am 13. Dezember 1969 wird er von Erzbischof Ramón José Castellano zum Priester geweiht. Von 1970 bis 1971 setzt er seine Ausbildung in Alcalá de Herrares in Spanien fort, und am 22. April 1973 legt er die Ewige Profess bei den Jesuiten ab. Wieder in Argentinien, wird er Novizenmeister in Villa Barilari in San Miguel, Professor an der Theologischen Fakultät, Konsultor der Jesuitenprovinz und auch Rektor des Kollegs. Am 31. Juli 1973 wird er zum Provinzial der Jesuiten in Argentinien gewählt, ein Amt, das er 6 Jahre lang innehat. Anschliessend nimmt er seine Tätigkeit im universitären Bereich wieder auf und wird von 1980 bis 1986 Rektor des Kollegs San José und auch Pfarrer von San Miguel 1985 geht er nach Deutschland, um seine Dissertation fertigzustellen. Anschliessend schicken ihn seine Oberen in das Kolleg San Salvador in Buenos Aires und später als geistlichen Begleiter und Beichtvater in die Jesuitenkirche der zentralargentinischen Grossstadt Córdoba. Es ist Kardinal Antonio Quarracino, der ihn als engen Mitarbeiter wieder nach Buenos Aires holt. Und so ernennt ihn Johannes Paul II. am 20. Mai 1992 zum Titularbischof von Auca und Weihbischof in Buenos Aires. Am 27. Juni empfängt er die Bischofsweihe durch Kardinal Quarracino. Als Motto wählt er „Misarando atque eligendo“, und in das Wappen fügt er das Christogramm IHS ein, Symbol der Gesellschaft Jesu. Er wird sofort zum  Bischofsvikar des Bezirks Flores ernannt, und am 21. Dezember 1993 wid ihm auch die Aufgabe des Generalvikars der Erzdiözese anvertraut.

Keine Überraschung ist es, als er am 3. Juni 1997 zum Koadjutor des Erzbischofs von Buenos Aires ernannt wird. Weniger als 9 Monate später, nach dem Tod von Kardinal Quarracino, wird er am 28. Februar 1998 dessen Nachfolger als Erzbischof, Primas von Argentinien und Ordinarius für die in Argentinien lebenden Gläubigen des orientalischen Ritus, bis zu jenem Zeitpunkt ohne eigenen Ordinarius. 3 Jahre später, im Konsistorium vom 21. Februar 2001, kreiert ihn Johannes Paul II. zum Kardinal und weist ihm die Titelkirche „San Roberto Bellarmino“ zu.

Am 13. März 2013 wird er im 5. Wahlgang zum Papst gewählt und nennt sich Franziskus. Der neue Papst beherrscht ausser seiner Muttersprache Spanisch auch Italiensich, Deutsch, Englisch und Französisch.  Vermutlich kann er auch Portugiesisch verstehen und lesen. 265. Bischof von Rom.

Kirche heute 14/2013 März, S. 2
Bergoglios Rolle in der Militärdiktatur

Der Zürcher Historiker und Argentinien-Experte Alexander Hasgall appelliert an den neuen Papst, sich zu seiner Rolle während der Periode der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 zu äussern. Bergoglio habe damals zu einer breiten Schicht von Kirchenvertretern gehört, die am Anfang den Militärputsch begrüssten und diesen mit christlichen Ideen verbanden, sagte Hasgall gegenüber der deutschen Zeitung „Zeit“. Bergoglio wurde im Zusammenhang mit der Entführung zweier Jesuitenpatres während der Militärdiktatur vorgeworfen, die beiden indirekt den Militärs ausgeliefert zu haben.

OR Nr. 13 vom 29. März 2013, S. 1
Zwei Brüder beten gemeinsam

Historisches Treffen zweier Päpste – Papst Franziskus besucht emeritierten Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo. Es war ein Treffen, wie es wohl noch keines in der 2000-jährigen Geschichte der katholischen Kirche gab: Ein Papst trifft auf seinen Vorgänger, und dieser ist freiwillig aus dem Amt geschieden und lebt nicht in Gefangenschaft. (…)

Katholische Wochenzeitung 14/2013 April
Lombardi: Papstname lautet Franziskus und nicht Franziskus I.

Erstmals seit dem Jahr 913 wurde jetzt ein neuer Papstname eingeführt. Der Papst heisst Franziskus und nicht Franziskus I.: Das hat Vatikansprecher P. Federico Lombardi vor internationalen Journalisten klargestellt.  Als Jesuit hätte Kardinal Jorge Bergoglio auch den Namen Ignatius wählen können. Dass er sich gerade nicht für den Namen des jesuitischen Ordensgründers entschieden habe, bringe auch die Intention (Absicht) der Jesuiten zum Ausdruck, nämlich „im Dienst der gesamten Kirche zu stehen“, so Lombardi. Erstmals seit dem Jahre Juli 913 (Papst Lando [auch Landonde], 8 Monate im Amt) sei jetzt ein neuer Papstname eingeführt worden. Allerdings könne dies nur gesagt werden, wenn die Wahl des Doppelnamens „Johannes Paul“ im Jahre 1978 nicht als Namenseinführung gerechnet werde. (…)

Kirche heute 21/22 2013 Mai, S. 2

Hans Küng lobt Papst. Der katholische Theologe und Kirchenkritiker Hans Küng ist vom Stil des neuen Papstes überrascht. „Er bittet um das Gebet des Volkes, bevor er es selber segnet, bezahlt seine Hotelrechnung, fährt mit den Kardinälen gemeinsam im Autobus, wäscht jungen Strafgefangenen, sogar einer Muslimin, die Füsse“, schreibt Küng in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung. Zugleich ruft der Theologe Franziskus zu einer Erneuerung der Kirche auf. Wenn der Papst Reformen angehe, werde er weit über die Kirche hinaus breite Zustimmung finden, meint Küng. Andernfalls werde die Reform der Kirche von unten kommen, auch ohne Billigung der Hierarchie.

OR Nr. 28 vom 12. Juli 2013, S. 9

Enzyklika LUMEN FIDEI (Das Licht des Glaubens) von Papst Franziskus (Vorarbeit von Papst Benedikt XVI.) an die Bischöfe, an die Priester und Diakone, an die gottgeweihten Personen und an alle Christgläubigen über den Glauben, veröffentlicht am 12. Juli 2013. (> Benedikt XVI.; Englisch Andreas, Seite 314)

Kirche heute 30-32/2013 Juli, S. 2
Ein Lehrschreiben der vier Hände

In seiner ersten Enzyklika „Lumen fidei“ (Licht des Glaubens) fordert Papst Franziskus dazu auf, den Glauben in den konkreten Dienst der Gerechtigkeit, des Rechts und des Friedens zu stellen. Christen sollten für Menschenwürde, Schutz von Ehe und Familie, Achtung der Schöpfung sowie für Frieden und gerechte Regierungsformen eintreten. Dazu sei es erforderlich, das Licht des Glaubens wiederzugewinnen. Franziskus bezeichnete die Enzyklika als ein Lehrschreiben der vier Hände, weil er auf Vorarbeiten von Benedikt XVI. zurückgegriffen hatte.

Katholische Wochenzeitung Nr. 33/2013 August, S. 4
„Widersprüchliche Erwartungen an Franziskus“ von Prälat Dr. Martin Grichting, Chur

Wer kirchenpolitisch etwas auf sich gibt, hat derzeit grosse Erwartungen an Papst Franziskus. Er solle die Kurie reformieren und weiter internationalisieren sowie die Kirche „dezentralisieren“. Das II. Vatikanische Konzil wünschte schon die Reform  der Kurie („Christus Dominus“ [CD] 9). Viel ist da seither geschehen. Und es könnte noch mehr sein, was zu begrüssen wäre. Denn das Ziel einer reformierten Kurie soll ja eine effizientere Kurie sein. Schwächt eine Reform die Kirche? – Im Gegenteil. Das II. Vatikanische Konzil wünschte schon die Internationalisierung der Kurie (CD 10). Viel ist seither geschehen. Und es könnte noch mehr sein, was zu begrüssen wäre. Denn Mitarbeiter aus aller Welt bringen spezifische Kenntnisse mit, so dass im Vatikan sachkompetenter entschieden werden kann. Schwächt einer Internationalisierung die Kurie? – Im Gegenteil. Das II. Vatikanische Konzil wünschte schon – um diesen unpassenden Begriff zu verwenden – die „Dezentralisierung“ der Kirche  (CD II). Viel ist da seither geschehen. Und theoretisch könnte es noch mehr sein. Ob es zu begrüssen wäre? Die Stellung der Bischöfe wurde seit dem letzten Konzil schon sehr gestärkt. Nicht immer haben sie ihre Kompetenzen aber dann auch wahrgenommen. Denn Kompetenzen sind nur angenehm, wenn man damit Zückerchen, nicht aber Kakteen verteilen kann. Und so wurden dann auch in den letzten 50 Jahren viele heisse Kartoffeln an die Bischofskonferenz oder gleich nach Rom weitergeschoben. Wer eine effizientere und internationalere Kirche fordert, wünscht eine stärkere Kurie. Wer mehr Kompetenzen für die Ortskirchen fordert, wünscht stärkere Bischöfe. Es sei denn, die versteckte Agenda sei, vermehrte Kompetenzen der Bischöfe seien an nationale oder lokale Gremien weiterzugeben. Effizienter wäre das aber nicht, wie man aus der Erfahrung mit Gremienarbeit weiss. Und internationaler wäre es auch nicht, sondern eher nationalkirchlicher. Franziskus ist angesichts solch widersprüchlicher Erwartungen nicht zu beneiden. Er kann unser tägliches Gebet wahrlich brauchen.

OR Nr. 40 vom 04.10.2013, S. 4

Rund 2’000 Briefe aus aller Welt erhält Papst Franziskus jeden Tag. Die Zahl der Sendungen sei seit seiner Wahl vor gut einem halben Jahr ständig gestiegen, sagte der Vizedirektor des vatikanischen Presseamtes, P. Ciro Benedettini. Die Absender kommen demnach aus allen Alters- und Berufsgruppen. Sie bäten sowohl um materielle Hilfe als auch um moralischen Beistand und aufbauende Worte. „Fast alle fügen ihre Telefonnummer hinzu in der Hoffnung, dass der Papst sie anruft“, berichtete der Pater.

OR Nr. 44 vom 1. November 2013, S. 9
Buchtipp

Rom. Ein neues Buch über die Rolle des heutigen Papstes während der argentinischen Militärdiktatur berichtet über zahlreiche Rettungen von Regimegegnern durch den damaligen Jesuitenprovinzial Jorge Mario Bergoglio. „Es wurden sicherlich mehr als 100 Personen von ihm gerettet“, betonte der Journalist und Autor Nello Scavo bei der Präsentation in Rom. Sein Buch „La lista di Bergoglio“ („Die Bergoglio-Liste“) führt rund 20 Zeugenaussagen über diese Hilfsaktionen auf. „Er hat unter Gefahr für das eigene Leben und das eigene Ansehen gehandelt“, so Scavo. Nach seinen Recherchen knüpfte Bergoglio ein regelrechtes Netz zur Untersuchung Verfolgter. Mittelpunkt war demnach das „Colegio Maximo San José“ des Jesuitenordens in San Miguel, wo Bergoglio Menschen versteckte und sie vor Mitbrüdern als Seminaristen ausgab. Seine Verbindungen habe er auch dazu genutzt, um Menschen zur Flucht ins Ausland zu verhelfen. Der damalige Kardinal Bergoglio selbst sagte 2010 in einem Interview, er habe sich während der Diktatur für mehrere bedrohte Seminaristen und Priester eingesetzt. Dabei habe er auch mit den Junta-Führern General Jorge Videla und Emilio Massera gesprochen.

Kirche heute 48/2013 November, S. 2
Papst arbeitet an Umweltenzyklika

Nach Aussagen des argentinischen Senators Fernando Pino Solaras arbeitet Papst Franziskus an einer Enzyklika über Umweltschutz. Nach einem Zusammentreffen mit dem Kirchenoberhaupt meinte der Politiker gemäss der Tageszeitung „Clarin“, er hätte mit dem Papst einen ausführlichen und tiefgreifenden Dialog über die Umweltzerstörung in ihrem Land und in der Welt geführt. Franziskus habe ihm dabei mitgeteilt, er bereite ein Lehrschreiben zu dem Thema vor. Laut Solaras drehte sich das Gespräch auch um die Zusammenarbeit Argentiniens mit dem US-Ölkonzern Chevron, welcher für schwere Umweltschäden im Amazonasgebiet verantwortlich gemacht wird.

Katholische Wochenzeitung Nr. 48/2013 November, S. 4
Papst verschenkt Rosenkränze als „geistliche Medizin“

Papst Franziskus hat den Teilnehmern seines sonntäglichen Mittagsgebets kleine Schachteln mit Rosenkränzen geschenkt. Es handle sich um eine „geistliche Medizin“, die er zum Abschluss des „Jahres des Glaubens“ allen Gläubigern empfehle, sagte er auf dem Petersplatz. Franziskus schloss sich damit einer bislang vor allem in Polen durchgeführten Initiative an, die vom neuen vatikanischen Almosenbeauftragten, dem polnischen Erzbischof Konrad Krajewski, gefördert wird. An den Ausgängen des Petersplatzes überreichten ehrenamtliche Helfer den Teilnehmern des Mittagsgebetes mehrere Tausend weisse Perlenrosenkränze in einer arzneimittelähnlichen Verpackung. Auf einem Beipackzettel sind in vier Sprachen – Italienisch, Spanisch, Englisch und Polnisch – entsprechende Gebrauchsanweisungen für das Gebet vermerkt.

Kirche heute 52/2013 Dezember, S. 2
Franziskus ist „Person des Jahres“

Die „Time Magazine“ hat Papst Franziskus zur „Person des Jahres“ gekürt. In nur 9 Monaten habe der neue Papst „ins Zentrum der wichtigen Debatte unserer Zeit“ gesetzt, unter anderem um Wohlstand und Armut, die Rolle der Frau oder die Versuchungen der Macht, heisst es in einer Würdigung. Laut dem Vatikansprecher P. Frederico Lombardi habe einer der bekanntesten Pressestimmen jemanden gewürdigt, der weltweit für religiöse Werte stehe und effektiv Frieden und mehr Gerechtigkeit einfordere.

OR Nr. 1 vom 3. Januar 2014, S. 2
Besucherzahlen haben sich verfünffacht

Papst Franziskus zieht die Menschenmengen an: Die Zahl der Teilnehmer an den wöchentlichen Generalaudienzen auf dem Petersplatz hat sich seit seiner Wahl gegenüber dem Vorjahr mehr als verfünffacht. Das geht aus den statistischen Angaben hervor, die der Vatikan zu Jahresende veröffentlicht. Demnach wurden für die 30 Generalaudienzen mit Papst Franziskus seit dem 27. März 2013 insgesamt 1’548’000 Eintrittskarten ausgegeben. Der Durchschnitt liegt damit bei gut 50’000 Besuchern je Generalaudienz. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen. Die kostenlosen Eintrittskarten sind nur für den Zugang auf den Petersplatz oder in die Audienzhalle erforderlich. Die Menschen, die den Generalaudienzen von Orten ausserhalb der Kolonnaden des Petersplatzes aus folgen, werden nicht erfasst.

OR Nr. 1 vom 3. Januar 2014, S. 6
Die Pfarren Roms bei den Frühmessen mit dem Papst

Papst Franziskus will im kommenden Jahr die Pfarren Roms zu seinen Frühmessen ins vatikanische Gästehaus Santa Marta einladen. Ab Januar 2014 könnten sich Gruppen einzelner Gemeinden mit etwa 25 Personen über die Pfarrer der Diözese für eine Messe mit dem Heiligen Vater  anmelden, teilte das Vatikanische Presseamt mit. Da der Heilige Vater nicht alle Pfarren seiner 2,5-Millionen-Diözese persönlich besuchen könne, wolle er ihnen die Möglichkeit geben, dass wenigstens eine Abordnung jeder Pfarrei an seinen Messen teilnehmen könne.

OR Nr. 2 vom 10. Januar 2014, S. 3
Papst ist ein Geschenk Gottes an der Kirche

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat Papst Franziskus ein „Geschenk Gottes an der Kirche“ genannt. „Seine unkomplizierte Art, auf Menschen zuzugehen, seine erfrischende Weise, den  Glauben zu leben und beherzt den Dialog zu suchen – gerade auch mit all jenen, die fragen und zweifeln und suchen -, soll uns nicht nur dankbar werden und staunen lassen, sondern Ansporn sein, es ihm gleichzutun“, sagte der Erzbischof am Silvesterabend im Freiburger Münster. Zollitsch äusserte zugleich die Erwartung, dass der im Mai 2014 geplante Besuch von Franziskus im Heiligen Land dort Hoffnung auf Frieden schenken könne. (…)

Umfrage von Papst Franziskus
siehe unter „Diözese“

OR Nr. 12 vom 21.03.2014, S. 6
Eine Kirche wie Salz und Pfeffer

Wien. Als ein „Geschenk des Heiligen Geistes an unsere Kirche“ hat die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Gerda Schaffelhofer, die Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum Papst bezeichnet. Mit der Wahl sei „ein Ruck durch die Weltkirche gegangen“. Franziskus stellt in den Augen Schaffelhofers für die Kirche „Salz und Pfeffer“ dar: „Salz, das dafür sorgt, dass der schale Geschmack von gestern kund vorgestern verschwindet; Pfeffer, wenn er mit unbeirrbarer Deutlichkeit das beim Namen nennt, was die Kirche heute braucht und für das sie heute stehen muss.“ Diese neue Würze tue der Kirche gut und es fänden wieder jene an der Kirche Geschmack, „die sich längst anderen Gewürzmischungen und esoterischen Düften zugewandt haben“.

OR Nr. 18 vom 2. Mai 2014, S. 2
Papst Franziskus dankte für Glückwünsche zum Namenstag

Papst Franziskus hat sich für zahlreiche Glückwünsche aus aller Welt zum Osterfest und zu seinem Namenstag bedankt.  „Ich erwidere diese Wünsche aufs Herzlichste“, sagte er bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Wie seine Vorgänger feierte Franziskus seinen Namenstag am Festtag seines Geburtspatrons, des heiligen Georg (Jorge). Dessen liturgisches Fest wird am 23. April begangen. Der Namenstag des Papstes ist für die Vatikanangestellten traditionell arbeitsfrei. Der Nationalfeiertag des Staates der Vatikanstadt ist der jeweilige Tag der Papstwahl, bei Franziskus der 13. März (2013). Siehe „Nationalfeiertag“.

Katholische Wochenzeitung Nr. 23/2014 Juni, S. 11
Feministische Theologin über Papst: „Kein Grund zum Jubeln“

Elisabeth Schüssler Fiorenza im „Kathpress-Gespräch: Papst will „Theologie der Frau“, die auf überholtes Frauenbild verweist – Feministische Theologie nach wie vor gefragt, aber problematische Abspaltung von gesellschaftlicher Frauenbewegung. – Vor einer überzogenen Papstbegeisterung im Blick auf die Reformvorhaben von Papst Franziskus hat die katholische Theologin Schüssler gewarnt. Gerade im Blick auf die Frage der Frauen in der Kirche sehe sie keine wirkliche Aufbruchssignale, so die deutschstämmige Theologin und an der „Harward-Universität“ lehrende Zentralfigur der theologischen feministischen Bewegung in den USA.

Kirche heute 27/2014 Juni, S. 2
Franziskus exkommuniziert Mafiosi

Mit einem flammenden Appell zum Kampf gegen die Mafia hat Papst Franziskus seinen Besuch im süditalienischen Kalabrien beendet. „Dieses Böse muss bekämpft und entfernt werden; wir müssen ihm Nein sagen“, forderte der Papst im Abschlussgottesdienst in Cassano all’Ionio, vor mehr als 200’000 Menschen. Die Mitglieder der kalabrischen Mafia , der Ndrangheta, seien „exkommuniziert“, weil sie die „Strasse des Guten“ verlassen hätten.

OR Nr. 30/31 vom 25. Juli 2014, S. 4

Papst Franziskus hat mit der langjährigen Tradition gebrochen, für den Vatikan ein Kaffee- und Tafelservice von Villeroy & Boch anzunehmen. Wahrscheinlich hänge es mit der grossen Bescheidenheit zusammen, mit der dieser Papst ausgestattet ist, sagte der Aufsichtsratschef Wendelin von Boch-Galhau gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

Konklave 2005
Siehe unter dem Register „Päpste, ihre Pontifikate: A – G wahlweise, dort unter Benedikt XVI.“
Jorge Mario Bergoglio hätte an diesem Konklave im dritten Wahlgang 40 Stimmen erhalten und anschliessend erklärt, er würde eine Wahl nicht annehmen.

Kirche heute 36/2014 August, S. 2
Rücktritt ist für Franziskus eine Option (nach eigener Wahl)

Papst Franziskus hat erneut seine Absicht bekundet, im Fall nachlassender Kräfte wie sein Vorgänger Benedikt XVI. als Papst zurückzutreten. Benedikt XVI. habe den Schritt hin zu den emeritierten Päpsten vollzogen. „Vielleicht gefällt das einigen Theologen nicht, aber ich denke, dass der emeritierte Papst keine Ausnahme ist, sondern nur nach vielen Jahrhunderten der erste“, sagte Franziskus anlässlich der Pressekonferenz auf dem Rückflug von Korea. Im gegebenen Moment werde er „beten und dasselbe tun“ wie Benedikt XVI. Aus seiner Sicht sei die Figur des emeritierten Papstes heute bereits „eine Institution“, ähnlich wie der emeritierte Bischof.

Katholische Wochenzeitung Nr. 36, 05.09.2014, S. 5
Kardinal Brandmüller: Begeisterung um Papst ist oberflächlich

„Das ist oberflächlich. Wäre diese Beziehung eine religiöse, wären die Kirchen voll“ – Gegen Abschaffung des Zölibats und Frauenpriestertum: „Wir beziehen bezüglich des Glaubens klare Grenzen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke“. Der emeritierte deutsche Kardinal Walter Brandmüller (85) hält nichts viel von der Begeisterung um Papst Franziskus: „Das ist oberflächlich. Wäre diese Bewegung eine religiöse, wären die Kirchen voll“, sagte der ehemalige Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften im Interview mit der Hamburger Zeitschrift „Zeit Geschichte“. (…)

Englisch Andreas, FRANZISKUS, S. 242
Papst Franziskus, Sohn des peronistischen Argentiniens

Mir fiel an Bergoglio auf, dass dieser Mann so jugendlich wirkte in seinem Verhalten, obwohl er damals, 2007, schon 71 Jahre alt war. Dennoch blitzte in diesen Gespräch immer noch dieser Junge aus dem Stadtteil Flores in Buenos Aires durch. Er hatte eine glückliche Kindheit gehabt.  In Europa hätte es kein gutes Vorzeichen bedeutet, am 17. Dezember 1936 geboren worden zu sein. Als Dreijähriger hätte er die Schrecken des Zweiten Weltkrieges erfahren, wäre er wie sein Vorgänger Karol Wojtyla in Polen geboren worden. (…)
S. 143: Sein Vater Mario Bergoglio war 1928 vor dem Faschismus in Italien geflohen, um in Buenos Aires ein bescheidenes Leben als Buchhalter bei der Eisenbahn zu führen, zusammen mit seiner Frau Regina Maria, geborene Sivorio. Neben Jorge Mario haben sie noch vier weitere Kinder. (…)
Noch etwas beeindruckte mich an ihm. Jorge Mario Bergoglio war ein Mann, ein richtiger Mann. Selbst wenn er seine Priestergewänder anlegte, bewegte er sich wie ein Mann, er sprach wie ein Mann, er schimpfte wie ein Mann. Im Vatikan gibt es eine Unmenge von Kardinälen und Bischöfen, die ihr Geschlecht mit der Entscheidung, Priester zu werden, abzulegen scheinen. Manche mögen homosexuelle Tendenzen haben, andere werden zu etwas Geschlechtlosem, eine Art Wesen, das mit einem Mann nichts mehr zu tun hat. Joseph Ratzinger hatte dieses Problem gehabt. Nach dem Krieger Karol Wojtyla, der ein ganzer Kerl gewesen war, schienen die Zeremonienchefs ein leichtes, wesenloses Engelchen geschaffen zu haben. Ratzingers Zeremonienmeister Guido Marini beriet ihn zweifellos schlecht. Diese ständigen Spitzenumhänge machten den Papst, manchmal ohne dass er es wollte, aber auch ohne dass er es merkte, fast ein wenig lächerlich. Das schlimmste Bild in dieser Hinsicht, an das ich mich erinnere, war die Weihe eines Altars in Washington. In einer Art Spitzenrock rieb Ratzinger den Altar mit geweihtem Öl ein und wirkte dabei wie die nette alte Omi, die den Tisch putzte. Es war peinlich, und selbst den glühenden Anhängern Ratzingers ging das zu weit (Hans Küng: Prunk und Plunder, was Ratzinger vorzeigt). (…)
S. 244: Dass dieser Mann, Jorge Mario Bergoglio, eine Freundin gehabt hatte in der Zeit, als er noch als Chemiker gearbeitet hatte, glaube ich sofort. Auch dass er in seiner Jugend Tango getanzt hatte und noch heute gerne Tangomusik hört. (…)
S. 249: Berufung zum Dienst an Gott. Für Jorge Mario Bergoglio ist die Enttäuschung über Juan Domingo Perón (Präsident Argentiniens) ein Einschnitt. Als dieser auf Konfliktkurs mit der Kirche geht, wendet sich Bergoglio von ihm ab. Bergoglio sucht jetzt nach einem anderen Weg für das gleiche Ziel, das Perón erreichen wollte: soziale Gerechtigkeit. Bergoglio glaubt, dass dies der Weg Gottes sein kann. Wo in seinem Herzen die Hoffnung auf eine gerechtere Welt lodert, zieht jetzt Gott ein. War es nicht ein Mann aus Nazareth, der sagte, dass die selig sind, die nach Gerechtigkeit dürsten?
Die Entscheidung, Priester zu werden, wird 1957 auch durch einen persönlichen Schicksalsschlag beeinflusst: Jorge Mario Bergoglio erleidet eine schwere Lungenentzündung. Die Ärzte entschliessen sich damals zu einem aus heutiger Sicht völlig überflüssigen Schritt und entfernen einen Teil der entzündeten rechten Lunge. Heute hätten ein paar Antibiotika das Problem gelöst. Ein Priester wird gerufen, der Eingriff ist lebensgefährlich. Er erklärt dem 21-Jährigen, dass es um Leben und Tod geht. Die Operation gelingt, und Bergoglio ändert sein Leben. Seine Mutter wird erklären, dass er Medizin studieren will. Beim Aufräumen seines Zimmers findet sie lauter theologische Bücher und stellt Jorge zur Rede. Er erklärte ihr, dass er tatsächlich Arzt werden wolle, aber Arzt für die Seelen.

OR Nr. 1 vom 08.01.2016, S. 4
Karlspreis für Papst Franziskus

Papst Franziskus erhält den Aachener Karlspreis. Den Rückschlägen und dem dramatischen Vertrauensverlust in der EU setze er eine „Botschaft der Hoffnung“ entgegen, erklärte das Karlspreisdirektorium in Aachen. Die Preisverleihung findet in Rom statt, der Termin sei noch offen. – Das Direktorium würdigte den Papst auch dafür, dass er Botschaften und Zeichen für Frieden, Verständigung, Barmherzigkeit, Toleranz, Solidarität und die Bewahrung der Schöpfung setze. (…)

Englisch Andreas, Franziskus, 2015, S. 320
Den Pomp des Fürstenhofes des Papstes wirft Franziskus mit einer energischen Geste auf den Müllhaufen der Geschichte. Johannes Paul II. hatte das Amt des Papstes zwar revolutioniert und näher an die Gläubigen herangerückt, aber an dessen aristokratischer Ausrichtung festgehalten. Karol Wojtyla hatte sein Leben lang aus seiner Hochachtung für die Königshäuser in Polen und vor allem in Österreich-Ungarn, in deren Armee sein Vater gekämpft hatte, keinen Hehl gemacht. Joseph Ratzinger hatte schon in seiner Zeit in Deutschland ein enges Verhältnis zu mehreren Fürstenfamilien, vor allem zu den Thur und Taxis in Regensburg und der Adelsfamilie Borghese in Rom, gepflegt.
Doch der Lateinamerikaner Bergoglio bricht mit dieser über tausend Jahre alten Tradition der Päpste, die sich als Könige und Oberhäupter der Kirchenfürsten aufführten. (…) Ein Papst, der sich wie ein König gebärdet, will Bergoglio nicht sein. Die pompöse Kleidung, die sich Papst Benedikt XVI. umhängen liess, lehnt er kategorisch ab.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 45/2016 November, S. 11
Papst ruft Päpstliches Familien-Institut zu Neuorientierung auf

Papst Franziskus hat das römische „Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie“, das als Denkfabrik der traditionellen kirchlichen Morallehre gilt, zu einer Neuorientierung aufgerufen. Die an der Lateran-Universität angesiedelte Einrichtung müsse „die nötige Öffnung der Intelligenz des Glaubens für die seelsorgerische Aufgabe des Nachfolgers Petri unterstützen“, sagte er am Donnerstag in einer Audienz für die Angehörigen des Instituts im Vatikan.
Eine theologische Lehre, die sich nicht am Ziel der Glaubensverkündigung und der Seelsorge der Kirche orientiere, sei ebenso undenkbar wie eine Seelsorge, die den Schatz der Offenbarung und der Tradition nicht würdige, so der Papst weiter. Es gehe darum, auf lehrmässiger und seelsorgerischer Ebene die Wahrheit und Schönheit des Schöpfungsplans Gottes für die heutige Zeit zu lesen und zu interpretieren.
Päpstlich verordneter Richtungswechsel? Offizieller Anlass der Audienz war die Eröffnung des Akademischen Jahres. Dass der Papst persönlich eine Ansprache dazu hält, ist sehr ungewöhnlich. Im Umfeld der beiden Bischofssynoden über Ehe und Familie hatten sich Vertreter des Instituts wiederholt ablehnend zu Veränderungen oder Weiterentwicklungen  der kirchlichen Morallehre geäussert. Im August hatte der Papst den vormaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Familie, Erzbischof Vincenzo Paglia, zum neuen Grosskanzler des Instituts ernannt. Beobachter deuteten diese Personalie als von Franziskus verordneten Richtungswechsel.
Das 1981 von Johannes Paul II. gegründete Institut hat neben seinem Sitz in Rom rund ein Dutzend weitere Niederlassungen auf allen Kontinenten. (cic)

OR Nr. 1 vom 06.01.2017, S. 2
2016 fast 4 Millionen Gläubige bei Veranstaltungen mit Papst Franziskus im Vatikan

Fast 4 Millionen Menschen sind in diesem Jahr zu Papst Franziskus in den Vatikan gekommen. Zu Papstaudienzen, liturgischen Feiern sowie zum Angelus oder Regina Coeli-Gebet kamen insgesamt 3’952’140 Teilnehmer, wie aus einer vom  Vatikan veröffentlichten Statistik hervorgeht.
Mit 168’000 nahmen demnach im September die meisten Pilger an liturgischen Feiern mit Franziskus teil. Grund war die Heiligsprechung von Mutter Teresa in jenem Monat. Im März zogen die Osterfeierlichkeiten besonders viele Menschen an: 165’000 Teilnehmer an liturgischen Feiern mit dem Papst zählte der Vatikan in diesem Monat insgesamt. Neben 43 Generalaudienzen gab es 2016 zusätzlich 11 Papstaudienzen zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit sowie mehrere Sonderaudienzen.
Bei den von der Präfektur des Päpstlichen Hauses ermittelten Zahlen handelt es sich um Annäherungswerte, die ausschliesslich Papst-Veranstaltungen im Vatikan betreffen. Pastoralbesuche in Rom sowie die Reisen von Franziskus führt die Statistik nicht auf.

OR Nr. 1 vom 06.l01.2017, S. 16
Auch Papst Franziskus hat kurz vor Weihnachten eine kleine Shoppingtour unternommen: Seinen freien Tag am Dienstag in der Woche vor Weihnachten nutzte er, um in einem Orthopädiefachgeschäft unweit des Vatikans ein Paar Schuhe zu kaufen. Bei der Gelegenheit segnete er ein Kreuz, hinterliess einige handschriftliche Grussworte und liess sich zusammen mit der Belegschaft zur Erinnerung an den Besuch fotografieren.

OR Nr. 2 vom 13.01.2017, S. 8
Wien/Vatikanstadt. Das neue „Franziskus-Spital in Wien startet mit dem Segen des Papstes: Franziskus habe anlässlich der Errichtung des neuen Ordensspitals, das mit 1. Januar seinen Betrieb aufnahm, Glück und Segenswünsche übermittelt, teilte das „Franziskus-Spital“ mit. Dieses neue Wiener Spital ist das Ergebnis einer Fusion zweier Ordenshäuser – dem Krankenhaus St. Elisabeth im Bezirk Landstrasser (Hauptstrasse 4 a) und dem Hartmannspital in Margareten (Nikolsdorfer G 26-36). Das gemeinsame Haus hat eine 300-jährige bzw. 150-jährige Tradition in Wien. Zum Start des neuen Ordensspitals übermittelte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Zurbriggen, den Apostolischen Segen von Papst Franziskus. Gerichtet ist er an die Orden der beiden Trägerinnen, die Franziskanerinnen von der christlichen Lieben und die Elisabethinnen Linz/Wien, weiters an die Patienten, Pflegekräfte sowie die Mediziner des neuen Hauses.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 3/2017 Januar, S. 3
Kein „Franziskus-Effekt in Deutschland – Austrittszahlen bleiben hoch

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat sich in einem Interview mit dem BR (Bayrischen Rundfunk) selbstkritisch zum Angebot der Kirche geäussert. „Wir neigen dazu, die Kerninhalte unseres Glaubens nicht mehr deutlich zu sagen.“ Oster kritisierte, dass es in vielen Predigten zu sehr um  Ethik gehe. Das Auftreten von Papst Franziskus würdigt der Bischof, einen „Franziskuseffekt“ bei der Kirchenzugehörigkeit gäbe es jedoch nicht. Die Zahlen bei den Kirchenaustritten seien in der Zeit von Franziskus gleichbleibend hoch. Die Gesellschaft erlebe laut Oster derzeit eine tiefe Verunsicherung. Er macht dafür auch den Verlust von Glauben verantwortlich. „Wir erleben einen fortwährenden Rückgang von gläubiger Praxis“. Man halte sich an „allem Möglichen“ fest, wenn „Fundamente des Glaubens in einer ursprünglich christlich geprägten Gesellschaft“ wegbrächen.

OR Nr. 7 vom 17.02.2017, S. 4
P. Lombardi: Franziskus fühlt sich von Benedikt XVI. unterstützt

Papst Franziskus fühlt sich nach Worten des früheren Vatikansprechers P. Federico Lombardi von seinem Vorgänger Benedikt XVI. in vielfältiger Weise unterstützt. Dazu gehörten neben seiner Präsenz und seinem Gebet die gelegentlichen Treffen und Besuche, die Telefonate sowie die vielen Zeichen der Freundschaft, des Respekts und der geistlichen Verbundenheit. Lombardi, der seit einem halben Jahr die vatikanische Stiftung „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ leitet (März 2010: allein Tantiemen von Euro 2,4 Millionen aus den über 130 Ratzinger-Büchern auf dieses Konto überwiesen. →Nuzzi), äusserte sich zum 4. Jahrestag von dessen überraschendem Amtsverzicht am 11. Februar 2013 gegenüber Radio Vatikan.
Der freiwillige Amtsverzicht von Benedikt XVI. (2005-2013) sei und bleibe eine ganz ungewöhnliche Geste (Gebärde), die inzwischen freilich zu einer schönen Normalität geworden sei, so Lombardi. Der emeritierte Papst halte sich strikt an sein damaliges Versprechen, zurückgezogen zu leben und sich dem Gebet und der Meditation für Kirche und Papst zu widmen.
Auch nach seinem Rücktritt von seinen vatikanischen Medienämtern treffe Lombardi gelegentlich mit Benedikt XVI. zusammen. Er erlebe ihn geistig und intellektuell vollkommen heil und präsent. Allerdings liessen die körperlichen Kräfte in seinem Alter von fast 90 Jahren nach. „Man begegnet einem alten Menschen, der mit dem Verlauf der Zeit etwas gebrechlich geworden ist, der geistig voll da ist und den zu treffen eine riesige Freude bereitet“, so P. Lombardi im Interview mit Radio Vatikan.

bz BASEL vom 30.06.2017, S. 7, Dominik Straub, Rom
Dem Papst droht ein Bumerang

Zunächst gilt auch für Kardinal George Pell (→Missbrauchsfälle), was für alle Angeschuldigten gilt: die Unschuldsvermutung. Dennoch wird der „Fall Pell“ zu einer immer grösseren Belastung für Papst Franziskus. Auf dem Spiel steht nichts weniger als seine Glaubwürdigkeit bei der Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester. Also der Affäre, die der katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten am meisten zugesetzt hat.
Schon die Ernennung Pells zum mächtigen vatikanischen Finanzchef hatte bei Opferverbänden Irritationen ausgelöst: Die Vertuschungsvorwürfe an die Adresse des ehemaligen Erzbischofs von Sydney waren damals, im Jahre 2014, längst bekannt. Inzwischen hat Pell selber eingeräumt, dass die von ihm jahrelang geleitete Kirche in Australien bei der Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmänner „schreckliche Fehler“ begangen habe.
Kein Papst  vor Franziskus hat den Missbrauch wortgewaltiger verurteilt. Der Argentinier hat eine vatikanische Sonderkommission eingesetzt und ein eigenes Tribunal versprochen, vor dem die fehlbaren Priester zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Doch die Situation hat sich seit dem Pontifikat von Benedikt XVI. nicht wirklich verbessert. Die Sonderkommission  hat in den ersten 4 Jahren ihres Bestehens nur dreimal getagt. Dass der Papst umgehend verlauten liess, er glaube den Unschuldsbeteuerungen seines australischen „Rangers“, scheint vor diesem Hintergrund zumindest unvorsichtig. Sollte Franziskus‘ Vertrauter und Top-Mitarbeiter schuldig gesprochen werden, werden die Vorwürfe, der Papst lasse es bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals bei Lippenbekenntnissen bewenden, neue Nahrung erhalten. Es droht ein Bumerang – wie man weiss eine australische Erfindung.

OR Nr. 27 vom 07.07.2017, S. 4
Im Vatikan hat die Sommerpause begonnen. Papst Franziskus bleibt zwar in seiner Wohnung im Gästehaus Santa Marta, aber er reduziert sein Arbeitspensum. Den ganzen Juli wird mittwochs keine Generalaudienz stattfinden. Die Morgenmessen in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta entfallen in den Monaten Juli und August. Allein das sonntägliche Angelusgebet auf dem Petersplatz bleibt als fester Termin bestehen. Die Generalaudienzen nimmt Franziskus Anfang August in der vatikanischen Audienzhalle wieder auf. Mit den Frühmessen beginnt er ab Mitte September, im Anschluss an die Reise nach Kolumbien, die vom 6. bis 11. September stattfinden wird.

OR Nr. 29 vom 21.07.2017, S. 4

Papst Franziskus hat jüngst an seiner Zimmertür im Vatikangästehaus ein „Beschweren verboten!“-Schild angebracht. Den ironischen (feiner Spott) Warnhinweis bekam er Mitte Juni bei einer Generalaudienz von einem Psychologen geschenkt, wie italienische Medien berichteten. „Hör auf, dich zu beschweren und handle, um dein Leben zum Besseren hin zu verändern“, ist weiter auf dem Schild zu lesen.

OR Nrn. 30/31 vom 28.07.2017, S. 4
Die offizielle Pontifikatsmedaille zum fünften Pontifikat von Papst Franziskus zeigt auf der Vorderseite das Wappen des Papstes (WA: Franzikskus will seinen Kopf nicht mehr auf Medaillen noch auf Geld) und auf der Rückseite im Hintergrund ein Boot mit Flüchtlingen, während vorne am Strand jemand einem von ihnen, der Christus ähnelt, die Hand entgegenstreckt. Die Künstlerin des Werkes ist Mariangela Crisciotti.

Papstwappen: →Organigramm Vatikan, Kader, Heraldik (separates Register)
4-Minuten-Trickfilm über Papst Franziskus →Film
Siehe auch unter „Englisch Andreas, Franziskus“ und „Nuzzi Gianluigi“

Frau, erste, im Vatikan

 →Angestellte  (und nachstehend unter „Speyer“)

Frauen 

(Buch: Gudrun Sailer, Frauen im Vatikan)

16,39 % der päpstlichen Belegschaft sind Frauen (→Angestellte):
Im Vatikan arbeiten 600 Frauen, 15 % aller Mitarbeitenden, jede 7. ist eine Frau, die meisten Laien. Vatikan: gleicher Lohn für alle. Stand 2010.

2003: zum ersten Mal eine Präsidentin für eine der 10 päpstlichen Akademien: Archäologin Letizia Ermini Pani

Barbara Hallensleben in der Internationalen Theologischen Kommission

2004: US-amerikanische Juristin Mary Ann Glendon auf dem Chefsessel
der päpstl. Akademie für Sozialwissenschaften

2004: Schwester Enrica Rosanna Untersekretärin

WA: Man muss, auch anhand des Buches von Frau Sailer deutlich hervorheben, dass die Frauen mit ansehnlichen Posten wenig oder gar keinen Einfluss auf die Kirchenpolitik haben.

Fernsehsendung BR vom 27.01.2010 und 30.05.2010:
Ergebnis dieser Fernsehsendung: solange die Frauen nicht in höheren Positionen arbeiten, solange haben sie bescheidenen Einfluss auf die Kirchenpolitik.

Erste Frau im Vatikan: Dr. Hermine Speyer, Deutsche, ehemalige Jüdin, Archäologin, Wissenschaftlerin, im Campo Santo Teutonico SCV begraben. Während des 2. Weltkrieges in den Vatikan. →Speyer

Sr. Dr. Enrica Rosanna, Soziologin, Italienerin, Dozentin an der Gregoriana,  als erste Frau dort studiert und erfolgreich abgeschlossen. Untersekretärin (drittoberste Stelle im Organigramm) der Ordenskongregation seit 2004, höchste Stelle, die eine Frau im Vatikan einnimmt. Sie würde am Anfang nie ernst genommen (nur ein Schwesterchen), bis sie sage, was sie studiert habe und was sie mache. Hat Priester unter sich, selbst Monsignore. – 1 Million Ordensleute, davon 80 % Frauen (→Katholiken: Im Jahre 2008 zählte man 739’067 Ordensfrauen, rückläufig)

Angela Foschini, Italienerin, Büroleiterin Generalarchiv Dombauhütte.

Simona Turriziani und Assunta di Sante, Kunsthistorikerinnen, Leiterin Archiv St. Peter

Astrid Haas, Chefredaktorin Osservatore Romano, deutsche Ausgabe, seit 2008, Oesterreicherin

Maria Cristina Carlo-Bella, englischsprechend, Büroleiterin Dombauhütte St. Peter, Management über sämtliche Abläufe in St. Peter (Audienzen, Restaurierungen usf.) Chefin der Sampietrini, Putztruppe in St. Peter (nur Männer). Viele Leute, denen sie vorsteht. (20- bis 30’000 Besucher jeden Tag im Petersdom, 22 Frauenstatuen)

Frau Prof. Dr. Ingrid Stamper, Deutsche, beim Papst als engste Vertraute. Hat seit 1991, nach dem Ableben der Schwester vom Papst, den Haushalt geführt. Jetzt: arbeitet sie im Staatssekretariat, meistens Dolmetscherin. War früher Professorin, Dr.-Titel. Verschwiegen, diskret  Der Papst selber hat zwei Sekretäre und 4 Frauen (zölibatär)  im Haushalt. Es sind Frauen einer italienischen  Schwesternorganisation, aber ohne Ordenskleid. →Päpstliche Wohngemeinschaft

Dr. Maria Serlupi-Crescenzi, Italienerin, zuständig für Sonderführungen in den Museen und in der Sixtina.

Gudrun Seiler, Österreicherin, Journalistin beim vatikanischen Radio, von 200 Mitarbeitenden sind die Hälfte Frauen.

Silvia Correale, Postulatorin, Argentinierin, zuständig für Heiligsprechungen. Sammelt Argumente pro und contra für eine Heiligsprechung. Wird dann später von weiteren 3 Gremien geprüft.

Sr. M. Pascalina Lehnert, 29.08.1894 –  13.11.1983, Deutsche, 40 Jahre im Dienst von Pius XII., die bis jetzt einflussreichste Frau im Vatikan. „Gottesmächtige Dienerin“. Schweizergardisten mussten sie grüssen. Ihr Buch, das sie geschrieben hat: „Ich durfte ihm dienen“, Verlag Johann Wilhelm Naumann, 1982. Im Deutschen Friedhof bestattet. Wenn man aus der Campo-Santo-Kirche tritt, gleich links. Sie  starb anlässlich einer Feier zum 25. Todestag von Pius XII. in Wien. Ihre sehr hübsche Erscheinung ist in ihrem Buch vor Seite 97 zu sehen. → Päpste, Pius XII.

Kinderfürsorgestelle  (Frau als Vorsteherin)    →Filmothek  (Frau als Vorsteherin)

– 2006: 27 hauptamtliche Gärtner in den Vatikanischen Gärten: keine Frauen

OR Nr. 1 vom 07.01.2011:
Päpstliche Ernennungen zu Mitgliedern des Päpstlichen Rates „Cor Unum“:

  • Frau Laurence De La Brosse, Präsidentin der „Association Internationale des
    Charités“  (AIC)
  • Frau Henrietta T. De Villa, bisher Konsultorin des Dikasteriums
    (von 9 Ernennungen 2 Frauen)

OR Nr. 2 vom 14.01.2011:
Päpstliche Ernennungen zu Mitgliedern des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst:

  • Sr. Maria Maurizia Giovanna Biancucci RSV, Generaloberin der Benediktiner-Schwesternkongregation „Riparatrici del Santo Volto del Nostro Signore Gesù  Christo“
  • Sr. Maria Luisa Colombo SDC von den Schwestern der Barmherzigkeit der hl.  Johanna Antida Thouret
  • Frau Maryleen J. Meehan, Präsidentin der Internationalen Katholischen
    Komitees des Krankenpersonals und der sozio-medizinischen Assistenten
    CICIA; (USA)
    (3 Frauen von 18 Ernennungen)

Päpstliche Ernennungen zu Konsultoren des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst:

  • Frau Prof. Kuo-Inn Tsou, Leiterin der Medizinischen Fakultät der Kath.
    Universität Fu Jen in Taipan (Taiwan)
  • Frau Dr. Rosa Merola, Psychologin im Gefängnis Rebibbia in Rom
    (2 Frauen von 29 Ernennungen)

AS, Vatikanistan, S. 189:
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist eine Selbstverständlichkeit auf vatikanischem Territorium und vatikanischem Hoheitsgebiet.

In der 30köpfigen Internationalen Theologenkommission, dem Thinktank des Papstes, sitzen nur 2 Frauen, die Spezialistin für orthodoxe Theologie, Schwester Sara Butler, und die deutsche Professorin für Ökumene und Dogmatik, Barbara Hallensleben. Komplett in weiblicher Hand ist – neben dem Haushalt des Papstes – nur die Telefonzentrale. Im Mai 2008 wurde die 36jährige Silvia Guidi die erste Redakteurin des Osservatore, zuständig für die Kultur. Inzwischen wurde Frau Astrid Haas Chefredakteurin der deutschsprachigen Ausgabe des Osservatore. 2004 wurde mit Schwester Enrica Rosanna die erste Frau zum „Untersekretär“ ernannt, vergleichbar dem Staatssekretär in einer weltlichen Regierung. Im Weiteren: Schwester Sharon Holland als Büroleiterin in der Ordenskongregation, sie lehrt nebenbei noch kanonisches Recht an der Gregoriana. Mary Ann Glendon ist an der Spitze der päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften. Sie hat lange Zeit in Harvard Jura gelehrt. Seit 2007 ist sie die US-Botschafterin am Heiligen Stuhl. – Die ehemalige Vize-Aussenministerin Norwegens, Janne Haaland Matlary, die jetzt Mitglied des Rates Iustitia et Pax ist. – Die US-amerikanische Ordensfrau Judith Zoebelin hat den Internet-Auftritt des Heiligen Stuhles aufgebaut, und die Italienerin Letizia Ermini Pani leitet seit 2003 die Akademie für Archäologie.

Auch die Ansprachen und Enzykliken des Papstes werden von Frauen geschrieben. Birgit Wansing, von der Schönstatt-Bewegung, wurde mit in den Papstpalast genommen. Als  legendär gilt ihre Fähigkeit, die Handschrift des derzeitigen Papstes zu entziffern, eine Fieberkurve im 3-mm-Format. Sie und die Papstvertraute Ingrid Stampa tippen die meisten Manuskripte von Benedikt XVI. ab und lesen – wenn’s Not tut  – durchaus kritisch mit.

Eine der erstaunlichsten Frauen im Vatikan sitzt in der Übersetzungsabteilung. Es ist die Österreicherin Sigrid Spath, und man könnte sie das Sprachzentrum des Papstes nennen. Die Altphilologin hat, so heisst es, seit 1970 mehr als 68’000 Seiten von Kuriendokumenten, päpstliche Ansprachen, Schreiben und Reden ins Deutsche übersetzt. Aus dem Lateinischen, Griechischen, Polnischen, Italienischen, Französischen usw., eben den gängigen Verkehrssprachen. Und das alles als – horribile dictu!- Lutheranerin. – Die Frauenpower im päpstlichen Palast beschränkt sich somit auf die Herrschaft über Kommata und Küche. Auch wenn sie in der Kurie präsenter sind als noch vor 20 Jahren, gibt es Grenzen.

Kirche heute 34/2011, August:
Mehr Frauen in der Vatikanzeitung

In der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ sollen nach Angaben des Chefredakteurs Giovanni Maria Vian Frauen „personell und thematisch“ mehr Raum erhalten. Darum habe der Hl Vater ihn persönlich gebeten. Die englische Redaktion bestehe bereits komplett aus Frauen. So etwas habe es in der Geschichte der Zeitung noch nie gegeben. Der 1861 von zwei italienischen Journalisten gegründete „Osservatore Romano“ ist seit 1885 das Mitteilungsorgan des Papstes. Zusätzlich zur italienischen Ausgabe erscheint er mittlerweile auch in 6 weiteren Sprachen. Herausgeber ist Papst Benedikt XVI.

Fernsehen BR vom 17. August 2011, 20.15 Uhr:
Erste Angestellte des Vatikans mit Vertrag, angestellt im Jahre 1934: Hermine Speier (Spini genannt), Archäologin, Deutsche und Jüdin, später konvertiert, beerdigt im Campo Santo →Deutscher Friedhof, aus Frankfurt am Main. Bis in die 1960er-Jahre sprach man nur von Klo-Frauen.

Dr. Stefania Pandozy, Italienerin, Leiterin der Restaurationszentrale im Vatikan mit 8 Mitarbeiter/innen
Und 80’000 Objekten, die auf die Restauration warten.
→Kloster

Kirche heute 39/2011:
Solidarisch in der Frauenfrage

Die Seelsorgenden des Dekanats Liestal drücken in 2 offenen Briefen ihre Solidarität mit Bischof William Morris von Toowoomba in Australien und mit dem St. Galler Bischof Martin Büchel aus, die beide die Diskussion um das Frauenpriestertum wieder eröffnen wollen. Bischof Morris sei von Rom seines Amtes enthoben worden, weil er über die Weihe verheirateter Männer und Frauen nachdenken wollte, und auch Bischof Büchel wolle die von Rom als abgeschlossen betrachtete Diskussion wieder aufnehmen. Das Dekanat schreibt: „Es geht uns um eine Kirche, in der Männer und Frauen beauftragt werden zu den Aufgaben, für die sie Fähigkeit und Talent mitbringen – unabhängig von Geschlecht, von Zivilstand oder sexueller Orientierung. Es geht uns um die grundsätzliche theologische Neubesinnung auf das Amtsverständnis überhaupt, auf die Frage, welche Strukturen und Ämter heute nötig sind, um als Kirche im 21. Jahrhundert glaubwürdig von der befreienden Botschaft Jesu von Nazareth reden zu können.“

Kath. Wochenzeitung Nr. 41 vom 14.10.2011:
Kurienkardinal: Ausschluss von Frauenpriestertum ist definitiv
Kardinal Piacenza, Präfekt der Kleruskongregation erinnert an Apostolisches Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ von Johannes Paul II.

Die Nichtzulassung von Frauen zum Priestertum in der katholischen Kirche besitzt nach Auffassung des Präfekten der vatikanischen Kleruskongregation, Kardinal Mauro Piacenza, endgültigen Charakter. Die bisweilen als „Ausflucht“ vertretene Auffassung, die kirchliche Festlegung in dieser Frage sei nur von „relativer Endgültigkeit“, sei abwegig und entbehre jeder Grundlage, sagte Piacenza in einem Interview mit der römischen katholischen Nachrichtagentur „Zenit“. – Der Kurienkardinal verwies auf das Apostolische Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ vom 22. Mai 1994. Dieses Dokument habe die Frage des Frauenpriestertums endgültig geklärt. Papst Johannes Paul II. hatte darin festgestellt, „dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“

OR Nr. 12 vom 1. Juni 2012, S. 3:
Paris. Eine Frau wird neuer Vize-Generalsekretär der Französischen Bischofskonferenz. Wie der Pressesprecher mitteilte, folgt Corinne Boilley (55), bislang Abteilungsleiterin, als stellvertretende Generalsekretärin Prälat André Dupleix (68) nach. Boilley ist Mutter von 3 Kindern. In der Bischofskonferenz soll sie demnächst federführend für Wirtschafts-, Rechts- und Gesellschaftsfragen zuständig sein.

Kirche heute 24, Juni 2012, S. 2:
Widmer-Schlumpf lobte katholische Frauen

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat den Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) für seine „Politik des Einmischens“ gelobt. Die Bundespräsidentin sprach am Fest zum 100-jährigen Bestehen des SKF. Als Beispiele des „Einmischens“ nannte sie die Reaktion auf den Bericht des Bundesrates zur gesetzlichen Regelung der elterlichen Sorge. Der SRK empfand den Bericht als „wenig fundiert und die Begründung eher oberflächlich“. Der SKF habe Recht gehabt, gab die Bundespräsidentin zu. Ständerätin Pascale Bruderer sagte, dass in Bern in der Wandelhalle manchmal Werte vergessen gehen. Hier sei sie froh über den SKF, der ethische Aspekte ins Zentrum rücke.

Katholische Wochenzeitung Nr. 12 vom 22. März 2013, S. 9, Victoria Fender

Minirock, High-Heels und das Katholische. Jede Frau signalisiert mit ihrer Kleidung etwas, ihr Gewand ist Teil ihres Charakters.. Man muss sich gewärtig sein, dass ein äusseres Erscheinungsbild auch mit dem Glauben, den man repräsentiert, verbunden wird. (…)

Kirche heute 33/2013 August, S. 2
Keine Frauen im Priesteramt

„Diese Türe ist geschlossen“, sagte Papst Franziskus zum Abschluss seiner Brasilienreise vor Journalisten. Damit bekräftigt er die Nichtzulassung von Frauen zum Priesteramt in der katholischen Kirche. Papst Johannes Paul II. habe diese Frage mit dem päpstlichen Schreiben „Ordination Sacerdotalis“ von 1994 definitiv entschieden. Gleichzeitig forderte Franziskus aber eine stärkere Rolle von Frauen in der katholischen Kirche. Frauen dürften nicht nur auf ihre Rolle als Mutter reduziert werden, man müsse eine „profunde Theologie der Frau“ entwickeln.

Kirche heute 35/2013 August, S. 2
Frauen sollen ihre Berufung erkennen

Beim Angelusgebet vergangene Woche hat Papst Franziskus das Apostolische Schreiben „Mulleris dignitatem“ zur Rolle der Frau gewürdigt. Das Dokument wurde vor 25 Jahren von Papst Johannes Paul II. verfasst. Es sei reich an Anregungen, die aufgenommen und weiterentwickelt werden sollten, meinte Franziskus vor der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo. Die Basis müsse dabei das Vorbild Marias sein. Er bete dafür, „dass alle Frauen darin sich selbst und die Fülle ihrer Berufung finden“.

OR Nr. 34 vom 23. August 2013, S. 3
Papst Franziskus spricht erneut über die Frauen in der Kirche
Eine grosse und wichtige Rolle

Am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel erinnerte Papst Franziskus an den Jahrestag des Apostolischen Schreibens „Mulieris dignitatem“ und forderte erneut dazu auf, die Forschung fortzusetzen, um den Frauen einen ihrer evangeliumsmässigen und spirituellen Bedeutung angemessenen Platz zu geben: damit „in der ganzen Kirche die so grosse und wichtige Rolle der Frau mehr vertieft und verstanden werde“. (…)

Kirche heute 37/2013, S. 2
Gegen Diskriminierung von Frauen

Nach der Gruppenvergewaltigung einer 22-jährigen Fotografin hat Oswald Gracias, der Kardinal von Bombay, eine systematische Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen und Kindern in der indischen Gesellschaft angeprangert. Auch innerhalb der Familie seien sie oft Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, sagte der Vorsitzende der indischen Bischofskonferenz gemäss dem römischen Pressedienst „Asianews“. Die Vergewaltigung wertete er als Symptom eines geistlichen, sozialen und kulturellen Niedergangs des Landes. Zuletzt war es wiederholt zu Gruppenvergewaltigungen in Indien gekommen.

Kirche heute 39/2013 September, S. 2
Bischofsamt für Frauen

Die anglikanische Kirche von Wales lässt künftig auch Frauen zum Bischofsamt zu. Zuvor hatten die anglikanische Kirche in Schottland und Irland den Weg für weibliche Bischöfe frei gemacht. Der Beschluss sieht auch vor, dass die Bischöfe Vorkehrungen für Christen treffen sollen, welche keine Frau an der Leitungsspitze akzeptieren würden. Im November 2013 berät die Church of  England über neue Vorschläge zu diesem Thema. Als erste Geistliche aus der anglikanischen Kirche von England ist Helen-Ann Hartley in Neuseeland zur Bischöfin gewählt worden.

Frauen zu Kardinälen ernennen

Katholische Theologinnen und Theologen aus Europa und den USA appellieren an Papst Franziskus, auch Frauen zu Kardinälen zu ernennen. Weder in der Bibel noch in der Dogmatik der kirchlichen Tradition spreche irgendein Argument dagegen, das den Papst daran hindern könnte, eine solche Massnahme in die Tat umzusetzen, heisst es in einem vorab veröffentlichten Aufruf. Bis ins 19. Jahrhundert seien gelegentlich Laien ins Kardinalamt berufen worden. Zu den Unterzeichnern der Bittschrift an den Papst gehören neben dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund auch die Schweizer Theologieprofessorin Helen Schüngel-Straumann. Die Unterzeichner berufen sich auf die Äusserungen Franziskus, nach denen Frauen in der katholischen Kirche eine stärkere Rolle erhalten sollten.

OR Nr. 42 vom 18.10.2013, S. 4

Die Rolle der Frau in der katholischen Kirche stand im Mittelpunkt eines Kongresses, der im Vatikan vom 10. bis 12. Oktober 2013 stattfand. Theologen, Philosophen, Mediziner und andere Fachleute aus 25 Ländern erörterten, wie der verstärkten gesellschaftlichen Präsenz von Frauen Rechnung getragen werden kann. Veranstalter der dreitägigen Konferenz war der Päpstliche Rat für die Laien. Anlass des Kongresses war die Veröffentlichung des Päpstlichen Schreibens „Mulieris dignitatem“ von Johannes Paul II. vor 25 Jahren, am 15. August 1988.

Kirche heute 52/2013 Dezember, S. 2
Keine weiblichen Kardinäle

Papst Franziskus hat die Idee, künftig in der katholischen Kirche Frauen zu Kardinälen zu erheben, zurückgewiesen. Wer dies anstrebe, leide unter „Klerikalismus“ (Duden: überstarker Einfluss des Klerus‘  [Priesterschaft] auf Staat und Gesellschaft), meinte Franziskus. Die Frauen in der Kirche müssten wertgeschätzt, aber nicht „klerikalisiert“ werden.

OR Nr. 6 vom 07.02.2014, S. 3
Österreichische Übersetzerin von 5 Päpsten gestorben

Die langjährige, hochqualifizierte Mitarbeiterin unserer Zeitung, Frau Sigrid Spath, ist am 2. Februar im Alter von 74 Jahren in Rom verstorben. Wir trauern um sie und sind dankbar für ihren selbstlosen, unermüdlichen Einsatz. Die aus Villach in Kärnten/A stammende Altphilologin und Lutheranerin wirkte mehrere Jahrzehnte lang als Übersetzerin für alle Päpste seit Paul VI. Sie übertrug rund 70’000 Seiten Text von Päpstlichen Ansprachen, Enzykliken sowie offiziellen Dokumenten des Heiligen Stuhles aus der italienischen, lateinischen, französischen, englischen, portugiesischen, spanischen und polnischen Sprache ins Deutsche. (…)

OR Nr.  10/11 vom 07.03.2014, S. 1
Mehr Frauen in Leitungsämtern an der Kurie

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper sagte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Avvenire“, es sei „absurd“ (sinnwidrig, sinnlos), dass Frauen in leitenden Ämtern der Kirche derart unterrepräsentiert seien. Schliesslich seien die Hälfte der Laien und 80 % aller Ordensmitglieder weiblich. Sowohl in den Päpstlichen Räten, aber auch in den Kongregationen sollten Frauen eine viel grössere Rolle auf der Entscheidungsebene spielen, so Kardinal Walter Kaspar. Denkbar wäre nach seinen Worten etwa, das Amt des Untersekretärs in den Kongregationen für die Ordensleute, das katholische Bildungswesen und die Selig- und Heiligsprechungsprozesse an Frauen zu vergeben.  Dies widerspreche nicht dem Kirchenrecht. Auch unter den Theologen, die für die Kongregation für die Glaubenslehre arbeiten, fehlten bisher Frauen, obwohl an den Universitäten zahlreiche Theologinnen lehrten. Ebenso plädierte der Kardinal dafür, dass sie in den Päpstlichen Räten für die Familie, die Laien, die Neuevangelisierung der Völker und für die Kultur sowie an den Kirchengerichten mehr Verantwortung erhalten. Frauen sind Kardinal Kaspar zufolge in allen Positionen denkbar, die nicht das Weiheamt erfordern. Führungsämter in den Kongregationen für die Bischöfe und den Klerus schloss er aus. In den anderen Fällen sollten die Kompetenz und die Bereitschaft zu dienen das Kriterium für die Einstellung sein. Es dürfe unter Frauen wie unter den Männern an der Kurie keinen Karrierismus  geben.

bz  BASEL vom 30.07.2014, S. 24, Delphine Conzelmann
Von der Missionstochter zur Pionierin der Emanzipation
Ruth Epting war eine der ersten Schweizer Pfarrerinnen. Den Respekt musste sie sich hart erkämpfen (Auszug)

Nach Reisen um die ganze Welt lebt Ruth Epting heute in einer bescheidenen Wohnung in Basel. Bescheiden, das ist auch sie selbst – obwohl sie in ihrem Leben viel geleistet hat. „Wenn man von der Emanzipationsbewegung spricht, redet man meistens von den 1970er-Jahren. Dabei gab es uns doch schon früher“, erzählt die 95-jährige Ruth Epting. Vor 58 Jahren wurden in Basel erstmals Frauen zum Pfarramt zugelassen – und zwar gerade 3 auf einen Streich. Marianne Kappeler, Emmy Kühni und Ruth Epting machten die reformierte Kirche um 3 Pfarrer weiblicher und gehörten zu den ersten Pastorinnen in der Schweiz.  Ein Meilenstein, erinnert sich Epting. „Noch wenige Jahre zuvor war das undenkbar.“ Zum Beispiel, als der damalige Kirchenratspräsident Alphons Köchlin ihr 9 Jahre zuvor zu bestandenem Studium gratulierte mit den Worten: „Sie werden niemals eine Stelle finden.“ Oder als ihr Vater ihr das Theologiestudium verbot. „Er glaubte, Frauen seien nur zum Heiraten da“, erinnert sich Epting. Auch während ihres Studiums war sie mit konservativen Männern konfrontiert. – „Das weibliche Selbstvertrauen musste zuerst aufgebaut werden, bevor die Frauen ihre eigenen Wege gehen konnten“, sagt Epting zu ihrer langjährigen Arbeit für Frauenarbeit und Emanzipation in Amerika, Kamerun und besonders in der Schweiz.

Schweiz am Sonntag Nr. 1 vom 04.01.2015, S. 5 (RIP)
Reformierte Männer beklagen „Frauenkirche“

Zu „Nett“ und „Kuschelig“ gehe es in den reformierten Predigten zu und her. „Sound“ und „Umgang“ hielten Männer davon ab, zur Kirche zu gehen. „All das, was Männer bewegt“, komme nicht vor in reformierten Predigten, sondern werde „moralisierend herabgewürdigt“. Dies schreibt Herbert Pachmann, Dübendorfer Pfarrer und Redaktor der „Reformierten Presse“, auf der Meinungsseite der Zeitung. Als männliche Themen zählt Pachmann auf: „Geld, Macht und Kampf, Risiko und Burnout, Frauen erobern und Grenzen überschreiten“. All dies vermisst er in der reformierten Kirche. – Anlass für Pachmanns Kritik an der Weiblichkeit reformierter Predigten (Titel: „Wir sind Frauenkirche“) ist ein offener Brief von Theologinnen, Pfarrerinnen, Kirchenrätinnen und Dozentinnen, aber auch einer Reihe männlicher Kollegen. Diese wehrten sich wiederum gegen Aussagen des Präsidenten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Gottfried Locher. Dieser hatte in der „Weltwoche“ sein Unbehagen gegenüber einer „zunehmenden Feminisierung“ der Kirche kundgetan. – Die Autoren des offenen Briefes halten dem entgegen, dass Frauen im Pfarramt mit 35 % immer noch eine Minderheit seien und „damit nicht prägend für die Kultur einer Kirche“. Es gehöre zudem zur professionellen Kompetenz von Pfarrpersonen, in ihrem Reden und Handeln auch die Lebenswirklichkeit anderer Menschen aufzugreifen und zu berücksichtigen. – Für Pachmann sind es aber nicht die Frauen, welche für einen femininen Kurs sorgen. Die Ursache liege vielmehr bei den männlichen Diakonen und Pfarrern, die ebenfalls weithin „weibliche Sichtweisen und Themen“ bedienten. Zusammen mit den Diakoninnen, Pfarrerinnen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bildeten sie „eine so starke Allianz, dass sich Männer achselzuckend abwenden“. – Die Unterzeichneten des offenen Briefes sind empört über diese Anwürfe. „In welchem Jahrhundert leben wir denn?“, sagte Ursula Vock, Pfarrerin aus Möriken AG, gegenüber der Zeitung „reformiert“. Dadurch, dass Frauen in die Gefühls- und Harmlosigkeitsecke gedrängt werden, „holen wir längst überwundene Geschlechtsstereotypen aus der Mottenkiste hervor“. SEK-Präsident Locher will nun mit den Erstunterzeichneten des offenen Briefes das Gespräch suchen.

Martin Werlen, Heute im Blick, Herder 2014, S. 142
Dass aber auch ganz oben noch gar nichts verstanden wurde (WA: das Miteinander, nicht das Gegeneinander unter Mitschwestern und Mitbrüdern), zeigt die Bemerkung des Präfekten der Glaubenskongregation (Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemals Regensburg. Seit Juli 2012 im Amt. Hans Küng, Tübingen, nennt die Ernennung eine katastrophale Fehlbesetzung, Müller einen erzkonservativen, bornierten Scharfmacher) in einem Interview mit der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“: „Wir sind gar nicht frauenfeindlich. Wir wollen gar nicht jeden Tag eine Frau fressen!“. Vielleicht gelingt es der Dichterin (WA: Schwester Maria Hedwig Walter, Silja Walter) mit ihrer gewinnenden Sprache und Tiefe, solch verletzende Aussagen ein für allemal vom Tisch zu wischen und sogar in der Glaubenskongregation für mehr Katholizität zu sorgen. (…)

OR  Nr. 5 vom 30.01.2015, S. 6, Orig. ital. in OR, Monatsbeilage „Frauen – Kirche- Welt“, Nov. 2015 (…)
Ohne den Beitrag der Frauen wäre die Kirche ärmer
Interview mit Schwester Mary Melone, der ersten Frau an der Spitze einer päpstlichen Universität (die Fragen stellte Giulia Galeotti).

Wie verlief Ihre Wahl zur Rektorin?
„Diese Frage weiss ich sehr zu schätzen“, sagt die 50-jährige Ordensschwester Mary Melone, die seit Juni 2014 das Antonianum leitet (Pontificia Università Antonianum, Via Merulana 124, 00185 Roma, www.antonianum.ofm.org), „weil sich die Fragen, die man mir bisher gestellt hat, allesamt um die Tatsache drehten, dass ich die einzige Frau bin, die bislang in Italien zur Rektorin einer päpstlichen Universität gewählt wurde. Tatsächlich muss eine wichtige Präzision vorgenommen werden:  die Kriterien, aufgrund derer meine Kollegen für mich gestimmt haben, sind nicht geschlechtsspezifischer Art, sondern es handelt sich um akademische und wissenschaftliche Kriterien, die die Kompetenz auf der Grundlage der bisherigen Lehrtätigkeit und Forschung bewerten. Es finden zwei Wahlgänge statt, wobei im ersten Wahlgang alle Kandidaten gewählt werden können. Die Auswahl im zweiten Wahlgang ist dagegen auf die zehn Namen beschränkt, die im ersten die meisten Stimmen erhalten haben.“

Es wird Ihnen eine gute Nachricht sein, wenn wir eines Tages nicht mehr deshalb zu einem Interview zu Ihnen kommen, weil Sie die einzige Frau an der Spitze einer päpstlichen Universität sind.
(
Lacht). Ich bin mir bewusst, wofür meine Berufung steht: Die Zahl der Frauen  – seien es nun Ordensfrauen oder Laien -, die an den Universitäten auf diesem Niveau arbeitet, ist, auch wenn sie in letzter Zeit bedeutend zugenommen hat, immer noch nicht identisch oder auch nur im mindesten vergleichbar mit jener der Männer. Auch auf dem Gebiet der Theologie gilt es noch einen weiten Weg zurückzulegen. Vom Standpunkt des theologischen Denkens aus gesehen hat es auch in den vergangenen Jahrhunderten zwar wenige, dafür aber bedeutende Frauengestalten gegeben, denen wertvolle Denkanstösse zum Thema des heiligen Geistes und der Dreifaltigkeit zu verdanken sind. Gewiss, die Lehrtätigkeit und die Zulassung zu Graduiertenstudiengängen (mit akademischen Grad) sind erst seit dem Konzil möglich, seit damals ist aber viel geschehen. Dieser Reifeprozess, das darf  nicht ausser Acht gelassen werden, betrifft auch die innere Einstellung der Frauen: Phasen, in denen Forderungen und Ansprüche im Vordergrund standen, haben sich abgewechselt mit Phasen eines grösseren Bewusstseins der eigenen Bedeutung und der Möglichkeit, einen wichtigen Beitrag zur Welt der Theologie leisten zu können. Heutzutage steht es ausser Zweifel, dass das theologische Denken der Frau aus vielerlei Gründen sowohl reifer als auch sachlicher ist. Nicht nur deshalb, weil es von der Kirche anders rezipiert (aufgenommen/übernommen) wird,  sondern auch deshalb, weil die Frauen sich ihrer Möglichkeiten auf eine andere Art und Weise bewusst werden.

Der Papst hat sie aufgefordert, eine tiefgründige Theologie der Frau zu fördern.
Ich will mir gewiss nicht anmassen, seine Worte zu interpretieren, aber meines Erachtens besteht das eigentliche Desiderat (etwas Erwünschtes) darin, den bedeutenden Beitrag anzuerkennen, den die Frau zur Welt des Glaubens und der Kirche beisteuert, wenn sie sich dem Geheimnis Gottes auf ihre spezifische Art annähert. Wenn wir weiter ausgreifen wollen, über die von Frauen betriebene Theologie hinaus, so muss meines Erachtens – ausser institutionellen Positionen – auch anerkannt werden, dass der Beitrag, den die  Frauen leisten, nicht nur notwendig ist, sondern auch jenen der Männer ergänzt. (…)
Mary Melone kam 1964 in La Spezia zur Welt und trat nach dem Abitur (Matura) in den Orden der „Suore Francescane Angeline“ ein, wo sie 1991 die ewige Profess ablegte. Ein Jahr später schloss sie an der Freien Universität „Maria Santissima Assunta in Rom (LUMSA, siehe unter „Universitäten“) ihr Pädagogikstudium ab und studierte anschliessend an der Päpstlichen Universität Antonianum Theologie. Von 2001 bis 2008 war sie Leiterin der Fakultät für Religionswissenschaften „Redemptor Hominis“ und 2011 wurde sie von einem aus Männern bestehenden Kollegium zur Dekanin der Theologischen Fakultät gewählt.

OR Nr. 6 vom 6. Februar 2015, S. 12
Mehr Gewicht für Frauen im Päpstlichen Kulturrat

Frauen sollen künftig im Päpstlichen Rat für die Kultur eine wichtigere Rolle spielen. Er plane derzeit die Einrichtung eines weiblichen Beratungsgremiums, sagte der Präsident des Rates, Kardinal Gianfranco Ravasi. Die Mitglieder sollten zu jenen Fragen gehört werden, die Frauen in besonderer Weise betreffen. Ähnliche Expertengruppen unterstützen den Kulturrat bereits in anderen Bereichen. Kardinal Ravasi äusserte sich anlässlich der Vollversammlung des Dikasteriums (Ministeriums). Sie widmete sich dem Thema „Weibliche Kulturen – Zwischen Gleichheit und Unterschiede“. Dabei soll die Lebenswelt von Frauen in Gesellschaft und Kirche im Mittelpunkt stehen.

Kirche heute 12/2015 März, S. 2
Immer mehr Frauen im Vatikan

Der Anteil der Frauen, die im Vatikan arbeiten, hat sich nach einem Bericht von Radio Vatikan in den vergangenen 10 Jahren von 13 auf 19 % der knapp 2’900 Angestellten erhöht. An der römischen Kurie, dem Leitungsorgan der katholischen Kirche, gab es hingegen nur eine geringfügige Zunahme. 2014 waren hier insgesamt 18 % Frauen. Spitzenpositionen nehmen Frauen an der römischen Kurie laut Radio Vatikan kaum ein: Nur 2 Frauen sind im Rang von „Unterstaatssekretärinnen“ angestellt, der drittobersten Stufe in vatikanischen Behörden nach dem Präfekten – häufig ein Kardinal – und dem Sekretär im Rang eines Erzbischofs. (2014: total 4’759 Angestellte, davon 2’823 beim Heiligen Stuhl, 1’936 beim Vatikanstaat)

OR Nr. 14 vom 3. April 2015, S. 3
Mehr Unterstützung für Frauen im Beruf

Vatikanstadt/New York. Frauen, die Arbeit und Familie miteinander verbinden wollen, brauchen nach Ansicht des Heiligen Stuhles mehr politische Unterstützung. So würden Mütter klar benachteiligt, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollten, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhles bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Bernardito Auza. „Unsere Zukunft spiegelt sich in der Weise wider, in der wir als Einzelne und als Gesellschaften Mütter dabei unterstützen, starke und gesunde Familien aufzubauen“, so der Vatikandiplomat bei einer Konferenz zum Thema Familie und Rechte von Mann und Frau.

Kirche heute 18/2015 April, S. 1
„Praktische Probleme brauchen einer praktische Lösung“

Die Synoden aus Basel-Stadt und Baselland trafen sich gemeinsam mit Bischof Felix Gmür: Er könne sich gut eine Frau am Altar vorstellen, sagte Bischof Felix Gmür. Mit seinen Antworten waren die Mitglieder beider Synoden, die den Bischof am 15. April 2015 in Muttenz gemeinsam empfangen hatten, offensichtlich zufrieden. Die Kirchenrats- und Synodenpräsidenten von Basel-Stadt und Baselland wollen die Anliegen der kirchlichen Gleichstellungsinitiativen gleichwohl selber nach Rom tragen. (…)

OR Nr. 26 vom 03.07.2015, S. 4
Erstes weibliches Beratungsgremium im Vatikan

Erstmals hat im Vatikan ein weibliches Beratungsgremium für eine Kurienbehörde betagt. Ins Leben gerufen wurde es vom Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Kultur, Kardinal Gianfranco Ravasi. Über die Tagung der rund 20 Frauen, darunter Professorinnen, Mütter, Diplomatinnen, Journalistinnen und politische Aktivistinnen, informierte der Rat am 23.06.2015 auf seiner Facebook-Seite. Unter den Mitgliedern ist auch die italienische Franziskanerin Mary Melone, die erste Rektorin einer Päpstlichen Universität in Rom (Antonianum, Via Merculana 124). Das Gremium soll dem vatikanischen Kulturrat laufend Tipps und Anregungen aus der Sicht von Frauen vermitteln. In seiner Begrüssungsansprache sagte Ravasi laut der Mitteilung, er freue sich darauf, den Rat der Frauen anzuhören und sich von ihren Einsichten herausfordern zu lassen. Kardinal Ravasi hatte vor 2 Monaten die Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Kultur dem Thema „Weibliche Kulturen“ gewidmet. Er gilt als einer der Kurienkardinäle, die sich für mehr Frauen an der Kirchenspitze einsetzen.

OR Nr. 42 vom 16.10.2015, S. 3
Deutschland: Ab 2016 mehr Frauen an kirchlichen Führungsposten

Mehrere deutsche Diözesen wollen weibliche Nachwuchskräfte mit einem Mentoring-Programm für Führungsaufgaben in der katholischen Kirche vorbereiten. Ziel sei es, den Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungsfunktionen zu erhöhen, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Die ersten 40 Tandems sollen 2016 beginnen. Beteiligt sind demnach die Diözesen Aachen, Bamberg, Essen, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, München und Freising, Münster und Trier. – Das Mentoring wurde vom Hildegardis-Verein durchgeführt, der als Einrichtung der Frauenförderung seit über 100 Jahren die akademische Aus- und Weiterbildung von jungen Katholikinnen unterstütze, heisst es in einer Mitteilung. Als Mentoren würden Frauen und Männern eingesetzt. Empirische Studien zeigten, dass gemischtgeschlechtliche Teams transparenter und zielorientierter arbeiteten, erklärte die Bischofskonferenz. Mit dem Mentoring-Programm folgen die Bischöfe einer Zusage auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2013 zum „Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche“. 2018 sollten die Massnahmen auf Erfolg geprüft werden.

Kirche heute 10/2016 März, S. 5, Kath.ch
„Kirche ohne Frauen wäre ein Irrsinn“

Eine Pilgergruppe geht aus der Schweiz zu Fuss zum Papst. Eine postmoderne  Katholikin, eine Klosterfrau, ein Bischof und eine langjährige Pastoralassistentin präsentierten am 19.02.2016 in Bern das Projekt „Kirche mit den Frauen“. Dieses will dem Papst das Anliegen überbringen, dass Frauen in der katholischen Kirche in Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollten. Hierfür pilgert eine Kerngruppe zu Fuss von St. Gallen nach Rom. – Mit diesem Papst sei der Zeitpunkt gekommen, um in Rom für eine geschwisterliche Kirche zu werben, fand Pastoralassistentin Hildegard Aepli und rief das Projekt „Kirche mit den Frauen“ ins Leben. Männer sollen in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über Funktion und Rolle der Frauen in der katholischen Kirche entscheiden. Eine siebenköpfige Pilgergruppe möchte dieses Anliegen am 2. Juli 2016 in Rom Papst Franziskus überbringen. Dafür nehmen sie 1’000 km unter die Füsse und hoffen, dass 100 weitere Personen bei der Ankunft in Rom dabei sein werden. (…)

OR Nr. 10 vom 11.03.2016, S. 3
Veranstaltung für Frauenrechte im Vatikan

Zum Weltfrauentag am 8. März bot der Vatikan Frauenrechtlerinnen aus aller Welt eine Plattform. Bei einer Konferenz am Sitz der Päpstlichen Akademie für die Wissenschaften berichteten Frauen aus 4 Kontinenten, die Opfer von Menschenhandel, Vertreibung, Gewalt oder Zwangsheirat wurden. Auch der in vielen Teilen der Welt noch erschwerte Zugang zu Bildung für Frauen war Thema. Zudem fand eine Podiumsdiskussion zur Rolle der Frau in der Kirche statt. – Organisator war die US-Initiative „Voices of Faith“ (Stimmen des Glaubens). Geschäftsführerin Chantal Götz erhofft sich durch die Veranstaltung im Vatikan auch mehr Anerkennung für die Frauen in der katholischen Kirche: „Frauen machen mindestens die Hälfte der Gläubigen aus. Da sollten ihre Stimmen auch wahrgenommen und ihre Arbeit geschätzt werden.“ Die Liechtensteinerin betonte vor Journalisten in Rom, dass es nicht darum gehe, „sich in Kirchenlehre oder Dogmatik einzumischen“. Es gebe auch so genug Gelegenheiten, wo eine gebildete Frau mit oft langjährigen und guten Erfahrungen eingesetzt werden könne. – „Voices of Faith“ setzt sich nach eigenen Angaben für die Würde von Mädchen und Frauen und für ihre Teilhabe an der Gesellschaft, auch in Führungspositionen, ein. Die Initiative organisierte die Konferenz zum Weltfrauentag im Vatikan bereits im dritten Jahr. „Der Vatikan ist gewissermassen das Herz der Kirche. Es macht wahrscheinlich schon einen Unterschied, ob unsere Veranstaltung hier oder in einer Diözese stattfindet“, so Götz.

OR Nr 11 vom 18. März 2016, S. 4
Geistliche Exerzitien für den Papst und die Kurie. Exerzitienleiter Priester Ermes Ronchi in Ariccia im Süden von Rom, unter anderem:

Fehlende Frauen auf Führungsebene im Vatikan: Papst Franziskus ist von seinem Exerzitienleiter wegen fehlender Frauen in der vatikanischen Führungsebene „ins Gebet genommen“ worden. Wenn Jesus ihn fragen würde: „Siehst du diese Frau?“, dann müsse er antworten: „Nein, Herr, hier sehe ich nur Männer“, sagte der italienische Priester Ronchi in einer Meditation für den Papst und seine leitenden Mitarbeiter. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen,, dass hier eine Leere ist, die nicht der Wirklichkeit der Menschheit und der Kirche entspricht“, sagte Ronchi weiter. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März erinnerte der Geistliche daran, dass viele Frauen Jesus gefolgt waren und ihm gedient hatten. – Franziskus hatte mehrfach erklärt, dass er sich Frauen in vatikanischen Führungsgremien vorstellen könne, Bisher leiten jedoch weiter ausschliesslich Männer die vatikanischen Behörden. Ronchi sagte, der Heilige Geist verteile seine Gaben, „ohne auf das Geschlecht der Menschen zu sehen“.

OR Nr. 11 vom 18. März 2016, S. 8
Kritik an Mangel von Bildung für Mädchen

Hannover. Als „Skandal“ hat die „Stiftung Weltbevölkerung“ die mangelnden Bildungschancen von Mädchen in den ärmsten Ländern der Welt bewertet. „Bildung ist ein Menschenrecht und muss allen Menschen – egal ob Mädchen oder Jungen – ermöglicht werden“, forderte Geschäftsführerin Renate Bähr in Hannover. Dass Mädchen immer noch benachteiligt seien, dürfe nicht länger hingenommen werden. – Bähr reagierte damit auf neuste Zahlen der UNESCO, wonach rund 63 Millionen Mädchen in 200 Ländern der Erde nicht zur Schule gehen. Fast 16 Millionen von ihnen hätten  nach gegenwärtigem Stand niemals eine Chance, Lesen oder Schreiben zu lernen. – Nur wenn Mädchen Zugang zu guter Schulbildung bekämen, könnten sie sich selbst aus der Armut befreien, so Bähr. Dann könnten sie auch zur Entwicklung ihrer Heimatländer beitragen. Vor allem ein Besuch weiterführender Schulen trage dazu bei, „dass Mädchen ihre Rechte besser wahrnehmen und ungewollte Schwangerschaften vermeiden können“, betonte die Geschäftsführerin.

OR Nrn. 12/13 vom 25.03.2016, S. 3
Ritus der Fusswaschung an Frauen jetzt offiziell zugelassen

Papst Franziskus hat einen symbolträchtigen Ritus der katholischen Kirche in diesem Jahr erstmals für Frauen geöffnet. Sie sind nun offiziell zur Fusswaschung in der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag zugelassen. Auf Wunsch des Papstes veröffentlichte die vatikanische Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung am 21. Januar 2016 einen Erlass, wonach Priester nicht nur Männern und Jungen die Füsse waschen dürfen.
Anfang März veröffentlichten die deutschen Bistümer die entsprechende Änderung auch in ihren Amtsblättern. In Deutschland und anderen Ländern war es aber bereits in vielen Kirchen üblich, an dem Ritual auch Frauen zu beteiligen. Die Bischöfe Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Friedhelm Hofmann (Würzburg) und Stefan Oster (Passau) haben inzwischen angekündigt, die päpstliche Erlaubnis am Gründonnerstag erstmals auch in die Tat umzusetzen.
Mit der jetzt offiziell zugelassenen Änderung solle „die volle Bedeutung“ der Geste zum Ausdruck kommen, die Jesus beim Abendmahl an seinen Jüngern vollzogen habe, so Franziskus. Priester könnten fortan für diesen Ritus Gläubige „unter allen Gliedern des Gottesvolkes“ auswählen, heisst es in einem Brief des Papstes an den Präfekten der Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah.
Papst Franziskus hatte die Fusswaschung während der Abendmahlsmesse bereits in den vergangenen Jahren bei Männern und Frauen vollzogen. Unter den Frauen war im vergangenen Jahr eine Muslima (Anhängerin des Islams).

OR Nr. 19 vom 13.05.2016, S. 3
Einen mangelnden Einsatz für die Rechte von Frauen hat Papst Franziskus angeprangert. „Wir haben herzlich wenig für Frauen getan, die sich in schweren Lagen befinden, wo sie verachtet, an den Rand gedrängt und sogar ins Sklaventum herabgesetzt sind“, sagte der Papst in einer Videobotschaft. Es reiche nicht aus, den Beitrag von Frauen in allen Bereichen nur festzustellen. Franziskus verurteilt in dem Video sexuelle Gewalt gegen Frauen. Zudem fordert er mehr Einfluss für sie in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hindernisse auf diesem Weg müssten beseitigt werden. In der Videobotschaft für den Monat Mai ruft Franziskus Christen in der ganzen Welt zum Gebet dafür auf, dass Frauen „geehrt und geachtet werden und ihr unverzichtbarer sozialer Beitrag geschätzt wird“.

OR Nr. 20 vom 20.05.2016, S. 1
Frauen sind oft die besseren Missionare

Frauen sind nach Ansicht von Papst Franziskus häufig die „besseren Missionare“. Sie verstünden „die Probleme der Menschen oft besser und wissen, wie man sie auf angemessene oder manchmal neuartige Weise angehen kann“, heisst es in der Botschaft zum Weltmissionssonntag, die am 15. Mai 206 veröffentlicht wurde. So widmeten Frauen ihre Aufmerksamkeit etwa mehr der Einzelperson als den Strukturen. Dabei setzten sie ihre menschlichen und geistlichen Ressourcen dazu ein, um in zwischenmenschlichen Beziehungen und auf gesellschaftlicher Ebene Harmonie, Frieden und Geschwisterlichkeit zu fördern, schreibt der Papst. (…)

bz BASEL vom 21.05.2016, S. 23
Zwei Theologinnen für die Universität Basel

Die Universität Basel erhält zwei Theologinnen: Andrea Bieler wird neue Professorin für Praktische Theologie und Sonja Ammann Assistenzprofessorin für Altes Testament. Dies teilte die Uni am Freitag mit. Bieler und Ammann besetzen die beiden Stellen, die durch die Emeritierung von Albrecht Grözinger und Hans-Peter Mathys im nächsten Jahr an der Theologischen Fakultät frei werden. (BZ)

OR Nr. 37 vom 16.09.2016, S. 2
Positive Erfahrungen mit weiblichen Beratern

Die „weibliche Perspektive“ tut dem Vatikan gut. Das ist die vorläufige Zwischenbilanz eines Pilotprojektes des Päpstlichen Rates für die Kultur. Die vom italienischen Kurienkardinal Gianfranco Ravasi geleitete Behörde lässt sich seit Juni 2015 von einer Gruppe berufstätiger Frauen in Führungspositionen beraten. Das Gremium entwickle sich „als Präsenz und Stimme der zahlreichen Felder im Leben von Frauen sowie als positive und kritische Unterstützung für die Initiativen“ der Kurienbehörde, heisst es in einer Mitteilung des Rates.
Der Beraterinnengruppe gehören inzwischen 36 Frauen an, unter ihnen sind die Google-Managerin Giorgia Abeltino, die Mode-Unternehmerin Lavinia Biagiotti sowie die Rektorin des römischen Frauengefängnisses Rebibbia, Ida del Grosso. Die Beraterinnen sollen die Arbeit des Kulturrates kritisch begleiten.
Papst Franziskus hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, auch im Vatikan Frauen auf Leitungsposten zu berufen, für die das Kirchenrecht nicht zwingend einen Geistlichen vorsieht.

OR Nr. 40 vom 07.10.2016, S. 4
Vatikan lässt Expertinnen über Rolle der Frau diskutieren

Internationale Expertinnen haben auf Einladung der römischen Kongregation für die Glaubenslehre über die Rolle der Frauen in der Kirche beraten. An der dreitätigen Konferenz nahmen rund 50 Theologinnen, Historikerinnen und Kirchenrechtlerinnen gemeinsam mit Beratern und Mitarbeitern der Glaubenskongregation teil. Eröffnet wurde das Treffen vom Präfekten der vatikanischen Behörde, Kardinal Gerhard Müller. Die Vorträge und Diskussionen drehten sich den Angaben zufolge zum einen um die Begriffserklärung der Berufung von Frauen in der Kirchengeschichte, zum anderen um konkrete von Frauen ausgeübte Aufgaben. Die römische Bibelwissenschaftlerin Bruna Costacurta und die in Paris lehrende Theologin Laetitia Calmeyn wiesen etwa auf die Bedeutung von Frauen in der Priesterausbildung hin, während die schwedische Dominikanerin Madeleine Fredell über Frauen als Exerzitienpredigerinnen referierte.
Zu den Vortragenden gehörte auch die Dogmatikerin Barbara Hallensleben von der Universität Fribourg mit Thesen zum Priestertum aller Getauften und dem Ehesakrament. Die französische Literatur- und Bibelwissenschaftlerin sowie Ratzinger-Preisträgerin Anne-Marie Pelletier legte die Rolle weiblicher Gelehrter für die Exegese dar, die römische Historikerin Lucetta Scaraffia skizzierte allgemein die Präsenz von Frauen in der Kirchengeschichte. Eine Dokumentation der Tagung soll publiziert werden.

Kirche heute 4/2017, Januar, S. 2
Antwort aus Vatikan für Rompilgerinnen

Die Rompilgerinnen des Projekts „Kirche mit den Frauen“ (nach einem Marsch aus der Schweiz Ende Juni 2016 in Rom angekommen) haben ein Schreiben aus dem Vatikan bekommen, das bestätigt, dass die Zeilen der Pilgerinnen von Papst Franziskus aufmerksam zur Kenntnis genommen worden sind. So heisst es in der Antwort, die kath.ch vorliegt. „Es ist schön, dass eine Antwort gekommen ist, aber mehr ist es nicht“, sagte Hildegard Aepli, Initiantin des Projekts, gegenüber kath.ch. Sie sei nicht enttäuscht, hätte sich aber über ein stärkeres Zeichen gefreut. Die Antwort aus dem Vatikan bestätige ihr, wie heikel das Thema „Frauen in der Kirche“ sei. (Quelle: kath.ch)

Kath. Wochenzeitung Baden, 8/2017 Februar, S. 10, Mathias von Gersdorff
„Das ist noch längst nicht alles in der ‚reformkatholischen‘ Agenda“

Nach dem DBK-Papier (Deutsche Bischofskonferenz) zu den wiederverheirateten Geschiedenen werden von der FAZ nun Frauenpriestertum und Ende des Zölibats gefordert. – Eines muss man den Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen und streben stets nach maximalen Zielen.
So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der deutschen Bischöfe „Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von „Amoris Laetitia“. Laut diesem sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.
Dass das dem Progressismus nicht reichen würde, war aber von vornherein klar. Dei Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DKB-Papiers die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gemacht werden müssten. Aber das ist noch längst nicht alles in der „reformkatholischen“ Agenda.
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und der Zölibat abgeschafft werden. Es wäre nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS. Das klingt zwar überheblich und anmassend, doch so haben deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert. Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetprotal von der Bischofskonferenz) und Organisationen wie auch das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt. Kann man sich dann wundern, dass auch viele im Kirchenvolk – oder eben die FAZ – nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen? (…)

OR Nr. 10 vom 10.03.2017, S. 1
Iranische Theologin lobt zum Frauentag neuen Vatikan-Frauenrat
Regenbogen spiritueller Erfahrung

Die iranische Theologin Shahrazad Houshmand hat den Frauenrat des Päpstlichen Kulturrates als „revolutionär“ gewürdigt. Der Weltfrauentag am 8. März 2017 war auch Anlass, um die Einrichtung des ersten weiblichen Beratergremiums an einem Päpstlichen Rat zu feiern, sagte die muslimische Theologin im Vatikan. Sie gehört mit 36 weiteren Frauen unterschiedlicher Religionen, Nationalität und Berufsprofile dem Kreis an, der 2015 vom Präsidenten des Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi, ins Leben gerufen wurde. Ravasi betonte bei der Pressebegegnung, es gehe ihm um mehr als eine rein „symbolische Präsenz“ von Frauen in einer „Männerwelt“.

OR Nr. 10 vom 10. März 2017, S. 4
Zum Weltfrauentag am 8. März 2017 diskutierten Frauen im Vatikan über Perspektiven für eine stärkere weibliche Präsenz in Führungspositionen der katholischen Kirche. Das Thema stand auf dem Programm der Tagung „Das Wasser aufwühlen – das Unmögliche möglich machen“, die der Jesuiten-Flüchtlingsdienst und die Initiative „Voices of Faith“ (Stimmen des Glaubens) der Fidel-Götz-Stiftung im Vatikan organisierten. Im Mittelpunkt der eintägigen Veranstaltung standen die Berichte4 von 4 Frauen, die sich für Flüchtlinge, Menschenrechte und Abrüstung einsetzen. Eröffnet wurde sie vom Generaloberen des Jesuitenordens, P. Arturo Sosa.

Katholische Wochenzeitung Baden 10/2017 März, S. 4
Arbeitsgruppe Jugend und Familie: Protestaktion gegen CVP-Ständeratsmitglieder CH: Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt

Mit 32:12 Stimmen bei einer Enthaltung hat der Ständerat am 27.02.2017 einem Beitritt der Schweiz zur sogenannten Istanbul-Konvention (völkerrechtliches Abkommen) zugestimmt. Den Ausschlag gaben dabei die Ständeräte der CVP-Fraktion: Sie stimmten – bis auf eine Ausnahme – zusammen mit den Linken und Grünen für die Ratifikation.
Die Istanbul-Konvention bezeichnet das Übereinkommen des Europarates vom 11.05.2011 „zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt“. Das tönt eigentlich gut, hat aber wenig mit dem tatsächlichen Inhalt zu tun. Der Konvention zugrunde liegt nämlich die →Genderismus-Ideologie. Geschlecht bezeichne keine biologische Gegebenheit, sondern ausschliesslich „die gesellschaftlich geprägten Rollen, Verhaltensweisen, Tätigkeiten und Merkmale, die eine bestimmte Gesellschaft als für Frauen und Männer angemessen ansieht.“ (Art. 3)
Die Konvention ist somit das erste internationale Abkommen überhaupt, welches das Geschlecht im Sinne der Gender-Ideologie explizit als blosse soziale Konstruktion definiert. In logischer Konsequenz liegt den Abkommen denn auch nicht der Gewaltbegriff des Alltagsverstandes, sondern derjenige des radikalen Feminismus zugrunde.
Als Folge des Verhaltens der CVP-Ständeräte hat die Arbeitsgruppe Jugend und Familie zusammen mit anderen Familienorganisationen zu einer Protestaktion an CVP-Präsident Gerhard Pfister aufgerufen. Pfister wird vorgeworfen, mit seiner Forderung nach einer christlichen Wertediskussion eine Scheindebatte lanciert zu haben, während gleichzeitig die CVP-Fraktionsmitglieder in Wertfragen effektiv mit der Linken zusammenspannen.
Weitere Informationen: Käthi Kaufmann-Eggler, 8021 Zürich: 031 351 90 76.

OR Nr. 11 vom 17.03.2017, S. 4
Die Chefredakteurin des vatikanischen Frauenmagazins „Donne – Chiesa – Mondo“, Lucetta Scaraffia, fordert mehr Gehör für Frauen in der katholischen Kirche. Es sei „ungerecht und absurd“, dass Frauen sowohl in Bischofskonferenzen als auch im Vatikan „nie gehört“ würden, sagte die römische Historikerin der italienischen katholischen Presseagentur SIR. Frauen seien fundamentaler Bestandteil der Kirche, so Scaraffia. Allein in den Orden betrage der weibliche Anteil 80 %. „Sie halten die Kirche aufrecht, sind die mächtigsten Botschfter der Christenheit.“ Frauen wollten in der Kirche auch in „entscheidenden Momenten“ eine Stimme haben, sagte die Historikerin zum Weltfrauentag. Papst Franziskus gehe mit gutem Beispiel voran. Die von ihm eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Rolle von Diakoninnen in der frühen Kirche bestehe etwa  zur Hälfte aus Frauen. So müsse es immer sein, forderte Scaraffia.
⇒Jungfrauen

Frauendiakonat

Kirche heute vom 28.05. bis 03.06.2016, S. 1
Schritt für Schritt tauchen die Frauen am Horizont auf
Papst Franziskus überrascht mit Äusserungen zu möglicher Öffnung des Diakonats für Frauen

Was hindert die Kirche daran, die Frauen unter die Ständigen Diakone aufzunehmen? Mit seiner Ankündigung, eine Kommission zur Klärung dieser Frage einzusetzen, hat Papst Franziskus überwiegend positive Reaktionen ausgelöst. Franziskus habe eine Diskussion wieder eröffnet, die viele für beendet hielten, sagt der deutsche Kirchenhistoriker Hubert Wolf.
Die überraschende Nachricht erreichte die Gruppe, die nach Rom pilgert, um ihrem Anliegen „für eine Kirche mit den Frauen“ Nachdruck zu verleihen, unterwegs nach Oberitalien. „Das ging ja schnell!“, lautet einer der Ko0mmengtare, den die Pilgerinnen und Pilger zu hören bekamen. Umkehren ist aber kein Thema. Das Anliegen des Projektes sei unverändert aktuell, versichert die Churer Theologieprofessorin Eva-Maria Faber im Internet-Tagebuch (kirche-mit.ch): „Wir wünschen, dass Männer der Kirche in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über deren Stellung, Rolle und Funktion einerseits und über die Belange der Kirche im Allgemeinen andererseits nachdenken und entscheiden.“ (…)

Katholische Wochenzeitung  Baden CH 24/2016 Juni, S. 6
Lettland: Lutherische Kirche schafft Frauenordination ab

Innerevangelische Diskussion – Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Rüss, äusserst Sorge, weil in Lutherischen Kirchen in Deutschland frauenordinationskritische Theologen nicht in den Pfarrdienst übernommen würden.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands hat die Frauenordination offiziell abgeschafft. Das hat die Synode am 3. Juni 2016 in Riga beschlossen. 201 von 282 Synodalen sprachen sich dafür aus, die Verfassung zu ändern und künftig nur noch Männer zum Pastorenamt zuzulassen.
Der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüss (Hamburg), begrüsste gegenüber der Evangelischen Nachrichtagentur idea die Entscheidung. Die Synode habe sich bewusst von Texten der heiligen Schrift leiten lassen und dem „enormen Druck des Zeitgeistes und der →Genderideologie“ widerstanden. Vertreter anderer lutherischer Kirchen, etwa aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), hätten versucht, das Wahlergebnis mit der Aussage zu beeinflussen, dass die Frauenordination „unverzichtbarer Bestandteil der reformatorischen Kirche“ sei.
Das stimmt laut Rüss nicht, da die Frauenordination in der lutherischen Kirche keinen Bekenntnisrang habe. Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften und die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland erwarteten nun Respekt und Achtung für die Entscheidung der Synode, so Rüss. Er sieht ferner mit Sorge, dass in Lutherischen Kirchen in Deutschland junge Theologen nicht in den Pfarreidienst übernommen würden, wenn sie sich aus Gewissensgründen kritisch zur Frauenordination äusserten. In einer „innerlutherischen Ökumene“ müsse aber auch Platz für sie sein.

Kirche heute 33/2016 August, S. 2
Geschichte des Frauendiakonats

Wie angekündigt hat Papst Franziskus eine wissenschaftliche Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Frauendiakonats eingesetzt. 6 der 12 Mitglieder des Gremiums sind Frauen. Die Kommission soll die Rolle der Diakoninnen in der frühen Kirche untersuchen. Bereits Ende Juni 2016 hatte der Papst klargestellt, dass es nicht um die Prüfung einer Zulassung von Frauen zum Diakonat gehe. Die offizielle Funktion, die eine Frau inne habe, sei ihm weniger wichtig, als ihre Denken, sagte er nun.

Kirche heute 33/2016, S. 2
„Frauendiakonat ist eine Sackgasse“

Die Bibelwissenschaftlerin Helen Schlüngel-Straumann bezeichnet die Einsetzung einer Kommission zum Frauendiakonat als Alibiübung. Die Geschichte des Frauendiakonats sei längst gründlich erforscht, sagte sie in einer Interview mit kath.ch Wirklich nötig wäre aus ihrer Sicht eine Reform des mit dem männlichen Geschlecht verknüpfte Weiheverständnisses aus dem Mittelalter. Sabine Demel, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg, plädiert hingegen dafür, die Frage nach der Einführung des Frauendiakonats klar von der Diskussion um das Frauenpriestertum zu trennen.

OR Nr. 32/33 vom 12. August 2016, S. 6
Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Frauendiakonats

Am 12. Mai 2016 hat der Heilige Vater im Laufe der Begegnung mit den Teilnehmerinnen an der Vollversammlung der Generaloberinnen, die in Dialogform in der Aula Paolo VI. stattfand, seine Absicht zum Ausdruck gebracht, „eine offizielle Kommission einzurichten“, die die Frage des Diakonats der Frau „untersuchen kann“, „vor allem in Bezug auf die Frühzeit der Kirche“.
Nach intensivem Gebet und eingehender Reflexion (Betrachtung) hat seine Heiligkeit beschlossen, eine Studienkommission zum Diakonat der Frau einzurichten. Als Präsident dieser Kommission berief er:

  • Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferr/er SJ, Titularbischof von Tibica, Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre

Zu Mitgliedern berief der Papst:

  • Schwester Nuria Calduch Benages MHSFN, Mitglied der Päpstlichen Bibelkommission
  • Prof. Francesca Cocchini, Dozentin an der Universität „La Sapienza“ und am Patristikinstiut „Augustinianum“, Rom   →Frauen
    (Patristik = Wissenschaft von den Schriften und Lehren der Kirchenväter)
  • Msgr. Piero Coda, Leiter des Universitätsinstitutes „Sophia, Loppiano, und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • P. Robert Dodaro OSA, Direktor des Patristikinstitutes „Augustinianum“, Rom, und Dozent für Patristik
  • P. Santiago Madrigal Terrazas SJ, Professor für Ekklesiologie an der Päpstlichen Universität „Comillas“ („Anführungszeichen“), Madrid
    (Ekklesiologie = Lehre von der Kirche)
  • Schwester Mary Melone SFA, Rektorin der Päpstlichen Universität „Antonianum“, Rom    →Frauen
  • Rev. Karl Heinz Menke, emeritierter Professor für Dogmatik (Glaubenslehre) an der Universität Bonn und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • Don Aimable Musoni SDB, Professor für Ekklesiologie an der Päpstlichen Salesianer-Universität, Rom
  • P. Bernard Pottier SJ, Professor am „Institut d’Etudes Théologiques“, Brüssel, und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • Prof. Marianne Schlosser, Dozentin für Theologie der Spiritualität an der Universität Wien und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • Prof. Michelina Tenace, Dozentin für Fundamentaltheologie (grundlegende Theologie) an der Päpstlichen Universität „Gregoriana“, Rom
  • Prof. Phyllis Zagano, Dozentin an der „Hofstra University, Hempstead, New York

OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 3
Vatikan-Kommission zum Frauendiakonat nimmt Arbeit auf

Die von Papst Franziskus eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Frauendiakonats hat ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium ist am Freitag, 25.11.2016, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre (links des Petersplatzes) zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten.

OR Nr. 50 vom 16.12.2016, S. 4
Erstmals seit Gründung des Vatikanstaates gibt es dort nun eine Frauenvereinigung. Der Verein mit dem Namen „D.VA“ (Donne in Vaticano, Frauen im Vatikan) steht laut eigenen Aussagen allen 750 Frauen offen, die derzeit am Heiligen Stuhl und im Vatikanstaat beschäftigt sind. Sie machen knapp 20 Prozent aller Beschäftigten des Papstes aus. Ziel sei die Schaffung eines „freundschaftlichen Netzes der Solidarität zur Förderung der beruflichen und persönlichen Entwicklung“, teilte der vatikanische Pressesaal mit.

→Zeitung   →Peterskirche   →Vergewaltigungen     →Weltkirche

Freikirchen

Kath. Wochenzeitung Nr. 46 vom 16. November 2012, von Josef Bossart/Kipa (…):
Die Freikirchen sind zunehmend erfolgreich

In der Schweiz sind die etablierten Kirchen tendenziell auf dem absteigenden Ast und die Freikirchen zunehmend erfolgreich. Das zeigt eine Nationalfonds-Studie über die gut 5’700 (lokalen) religiösen Gemeinschaften in der Schweiz. Aus Anlass der „Woche der Religionen“ vom 4. bis 10. November 2012: die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

5’734 religiöse Gemeinschaften gibt es in der Schweiz. 1’750 sind römisch-katholisch, 1’423 sind evangelische Freikirchen und 1’094 sind evangelisch-reformiert. 315 Gemeinschaften sind muslimisch. Das sind einige Ergebnisse aus einer umfassenden Zählung, die zwischen September 2007 und September 2008 vorgenommen worden sind.

Rund 690’000 Personen, so schätzen die Forscher, nehmen in der Schweiz an einem normalen Wochenende an einem religiösen Ritual teil: das sind etwa 9 % der Schweizer Bevölkerung. 38 % dieser 690’000 Personen gehen in eine katholische Kirche, 29 % in eine evangelische Freikirche, 14 % in eine reformierte Kirche und 11 % in eine Moschee. Das Überraschende dabei: In evangelischen Freikirchen sind im Vergleich zu reformierten Kirchen mehr als doppelt so viele Personen anzutreffen. Zu erwarten wäre eigentlich das Gegenteil. Denn die reformierte Kirche zählt etwa 20 Mal mehr Mitglieder als die zumeist kleinen Freikirchen.

Schweiz am Sonntag, 22. Mai 2016, Nachrichten S. 9
Der Aufstieg der konservativen Popkirchen.
Die Freikirche ICF hat rekordhohe Besucherzahlen. Nun erhält das Erfolgsmodell Konkurrenz.

Es ist ein Jahr her. Leo Bigger steckt die Hände in die Hosentaschen. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Er steht mitten in der Baugrube des entstehenden /Eventparks in Stettbach bei Zürich. Bigger ist Gründer und Leiter der Freikirche International Christian Fellowship (ICF). In weniger als einem halben Jahr wird er hier seinen ersten Megagottesdienst feiern können. Wöchentlich pilgern dann über 3’000 Gläubige nach Stettbach. So viele Besucher hatte der ICF im vergangenen Jahr jeden Sonntag an seinem bisherigen Veranstaltungsort in der Maag-Halle in Zürich. Zwar gibt es andere Freikirchen, die Schweizerische Pfingstmission etwa, die landesweit rund 10’000 Mitglieder zu ihrer Gemeinschaft zählt. Jedoch schafft es in der ganzen Schweiz keine andere Kirche, so viele Menschen in ihren Gottesdienst zu holen wie die ICF.
Für Bigger ist es ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens. Endlich, nach 20 Jahren, erhält er seine eigene Kirche. (…)

Fresken

Einzahl: Fresko. Frischmalerei: a fresco, affresco, al fresco – „ins Frische“. Ein Fresko entsteht, indem der Künstler direkt auf die frisch verputzte, noch feuchte Wand malt. Zuerst müssen in Wasser eingesumpfte Pigmente auf den frischen Kalkputz aufgetragen werden. Sobald der Putz trocknet, dringt die Farbe in den Putz ein und kann sich so über Jahrhunderte halten. Allerdings muss der Maler bei einem Fresko zügig und in kleinen Abschnitten arbeiten, denn der Putz trocknet schnell und lässt dann keine Veränderungen mehr zu.

Fussball-Wintermeisterschaften Vatikanstaat und Hl. Stuhl

Kunstrasenplatz des Oratoriums St. Peter an der Via Aurelia
1972 gründete Sergio Valcio die vatikanische Fussball-Liga, um etwas für die körperliche Fitness und das Gemeinschaftsgefühl der Vatikan-Mitarbeiter zu tun (lediglich für Männer). Wintermeisterschaft 2006/07:

11er-Mannschaften, wie z. B. Palastputzdienst, Museumswärter, Gendarmerie, Schweizergarde, Feuerwehr, Floreria  (Technik), Bank (Istituto per le Opere Religione), Post, Typographie, Bibliohek usw. Italienische Schieds- und Linienrichter.
→Sportzentrum

Inzwischen ist durch Staatssekretär Tarcisio Bertone der Klerus-Pokal ins Leben gerufen worden. Erste Spielzeit: Frühjahr 2006.  Es spielten internationale katholische Teams von allen Kontinenten gegeneinander. Die Regeln wurden leicht abgeändert, so gab es z. B. keine roten Karten.

OR vom 27.02.2009, Nr. 9:
„Clericus Cup“ geht in die 3. Runde
Der dritte Clericus Cup, das Fussball-Turnier der römischen Priesterseminare, ist in Rom eröffnet worden. Weil dort angehende Kleriker und Jungpriester aus 69 Nationen teilnehmen, handele es sich um eine Art „Fussballweltmeisterschaft“, stellten die Organisatoren bei der Präsentation im römischen Olympia-Zentrum fest. Die Spiele finden an den kommenden Sonntagen statt, mit Ausnahme vom Ostersonntag. Austragungsort ist das kirchliche Sportgelände „Oratorio San Pietro“ (→Sportzentrum) in unmittelbarer Nähe der vatikanischen Mauern. Die Mannschaften sind im Vergleich zum ersten Turnier deutlich professioneller organisiert, betonte der Präsident des Katholischen Sportverbandes Italiens. Die Leistungsdichte sei gestiegen und Qualitätsunterschiede zwischen den Teams seien kaum noch zu erkennen. Fairness und ein würdevoller Umgang mit dem Gegner sollen zentraler Bestandteil des Turniers sein. Im Eröffnungsspiel traten die Vorjahressieger, das Team der „Mater Ecclesia“, gegen die brasilianische Auswahl des „Collegio Orionino“ an. „Mater Ecclesia“ gewann das Spiel mit 2 : 1.

OR Nr.  24 vom 18. Juni 2010:
Die Fussballelf „Redemptoris Mater“ ist Sieger des internationalen Turniers römischer Priesteramtskandidaten um den Clericus Cup 2010. Im Finale holten sich die Vorjahressieger von der neokatechumenalen Bewegung erneut den Titel mit einem 1 : 0 Sieg über die „North American Martyrs“. Das Spiel um Platz drei entschied zuvor das „Collegio Brasiliano“ mit 6 : 1 Toren gegen die Ordensgemeinschaft der „Guanelliani“ (Diener der Nächstenliebe) klar für sich.

Kirche heute 15/2011:
Anpfiff im Vatikan

In Rom hat der 5. „Clericus Cup“ begonnen. Beim Fussballturnier der römischen Priesterseminare machen 16 Mannschaften mit. Die rund 400 Priester und Seminaristen kommen aus den verschiedensten Ländern. Diesmal nimmt auch ein ehemaliger Serie A-Spieler teil: Davide Tisato, der mit Chievo in der italienischen Topliga gespielt hat, kickt nun für die Vatikanmannschaft „Redemptoris Mater“, da er zum Seminaristen geworden ist. Der Vatikan ist kein Mitglied des Fussball-Weltverbandes, hat aber neben einer Liga auch eine eigene Nationalmannschaft. Sie bestreitet nur selten Länderspiele und wenn, dann gegen andere Kleinstaaten wie San Marino oder Monaco.

OR Nr.  23 vom 10. Juni 2011:
Vor einigen Wochen trafen sich die Fussballmannschaften des Fürstentums Monaco und des Vatikans zu ihrem 2. Spiel. Das Matsch wurde auf dem Fussballfeld „Kardinal Spellmann“, „Petriana“ genannt. ausgetragen. Es endete mit einem 2 : 1 für die Monegassen.

OR Nr. 20 vom 18. Mai 2012:
US-Priesteramtskandidaten gewinnen Clericus-Cup

Die Fussballmannschaft „North American Martyrs“ hat den Clericus Cup 2012 römischer Priesterkollegs und Päpstlicher Universitäten gewonnen. Im Finale setzten sich die Seminaristen des Päpstlichen Nordamerikanischen Kollegs mit 3:0 gegen die Elf der Universität Gregoriana durch. Unter den Zuschauern auf dem Fussballplatz unweit des Vatikans befand sich auch der Erzbischof von Sydney, George Kardinal Pell. In diesem Jahr nahmen 16 Mannschaften und insgesamt 351 Seminaristen und Priester aus 71 Ländern am Clericus Cup teil. Im Verlauf des Turniers wurden 42 gelbe und 2 rote Karten verteilt. Es wurde zum sechsten Mal ausgetragen.

WA, Telefon 24. Juni 2012, während den Fussball-Europameisterschafen in Polen und der Ukraine: Der Vizekommandant der Schweizergarde bestätigt, dass der Vatikan keine Fussball-Nationalmannschaft besitze und daher der Italiener Trappattoni nicht Trainer sein könne.

OR Nr. 10/11 vom 02.03.2014, S. 3

Zum 8. Mal startet in dieser Woche der sogenannte Clericus-Cup im Vatikan. Ab 8. März ringen bei dem Fussballturnier für katholische Geistliche 16 Mannschaften um die Siegtrophäe, wie die Veranstalter mitteilten. Insgesamt tauschen 358 römische Seminaristen und Priester aus 60 Ländern das geistliche Gewand mit dem Spielertrikot. Titelverteidiger sind die „North American Martyrs“, die auch schon 2012 den Pokal holten. Die Spieler aller Mannschaften tragen auf ihren Trikots die Aufschrift „Mein Kapitän ist Papst Franziskus“. Das Endspiel findet am 24. Mai statt.

Buenos Aires. Der „Sportclub Papst Franziskus“, eine zu Ehren des argentinischen Papstes gegründete Fussballmannschaft, geht in seine erste Saison. Mit erklärten Aufstiegsabsichten startet das Team in der Meisterschaft der argentinischen Stadt Lujan am 22. März in der 6. argentinischen Liga. Der Club wurde im Oktober 2013 gegründet.

Fussball Foto Stefan Meier k

Fussballbegeisterte Gardisten verfolgen in der Mensa ein Spiel ihrer Nationalmannschaft.

OR Nr. 25 vom 23.06.2017, S. 4
Die Vatikanische Fussballmannschaft trat am 17. Juni 201 zu einem Freundschaftsspiel in Wittenberg an. Nachdem beim Hinspiel in Rom 2015 die Vatikanmannschaft gewonnen hatte, siegte das Benefiz-Team der Lutherstadt diesmal mit 2:0.
(Die Vatikanmannschaft besteht aus Angestellten verschiedener Abteilungen. Immer dabei sind zwei Schweizergardisten. Die Mannschaft soll aus begeisterten Fussballern bestehen.)