Frauen2012 bis Fz

OR Nr. 12 vom 1. Juni 2012, S. 3:

Paris. Eine Frau wird neuer Vize-Generalsekretär der Französischen Bischofskonferenz. Wie der Pressesprecher mitteilte, folgt Corinne Boilley (55), bislang Abteilungsleiterin, als stellvertretende Generalsekretärin Prälat André Dupleix (68) nach. Boilley ist Mutter von 3 Kindern. In der Bischofskonferenz soll sie demnächst federführend für Wirtschafts-, Rechts- und Gesellschaftsfragen zuständig sein.

Kirche heute 24, Juni 2012, S. 2:
Widmer-Schlumpf lobte katholische Frauen

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat den Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) für seine „Politik des Einmischens“ gelobt. Die Bundespräsidentin sprach am Fest zum 100-jährigen Bestehen des SKF. Als Beispiele des „Einmischens“ nannte sie die Reaktion auf den Bericht des Bundesrates zur gesetzlichen Regelung der elterlichen Sorge. Der SRK empfand den Bericht als „wenig fundiert und die Begründung eher oberflächlich“. Der SKF habe Recht gehabt, gab die Bundespräsidentin zu. Ständerätin Pascale Bruderer sagte, dass in Bern in der Wandelhalle manchmal Werte vergessen gehen. Hier sei sie froh über den SKF, der ethische Aspekte ins Zentrum rücke.

Katholische Wochenzeitung Nr. 12 vom 22. März 2013, S. 9, Victoria Fender

Minirock, High-Heels und das Katholische. Jede Frau signalisiert mit ihrer Kleidung etwas, ihr Gewand ist Teil ihres Charakters.. Man muss sich gewärtig sein, dass ein äusseres Erscheinungsbild auch mit dem Glauben, den man repräsentiert, verbunden wird. (…)

Kirche heute 33/2013 August, S. 2
Keine Frauen im Priesteramt

„Diese Türe ist geschlossen“, sagte Papst Franziskus zum Abschluss seiner Brasilienreise vor Journalisten. Damit bekräftigt er die Nichtzulassung von Frauen zum Priesteramt in der katholischen Kirche. Papst Johannes Paul II. habe diese Frage mit dem päpstlichen Schreiben „Ordination Sacerdotalis“ von 1994 definitiv entschieden. Gleichzeitig forderte Franziskus aber eine stärkere Rolle von Frauen in der katholischen Kirche. Frauen dürften nicht nur auf ihre Rolle als Mutter reduziert werden, man müsse eine „profunde Theologie der Frau“ entwickeln.

Kirche heute 35/2013 August, S. 2
Frauen sollen ihre Berufung erkennen

Beim Angelusgebet vergangene Woche hat Papst Franziskus das Apostolische Schreiben „Mulleris dignitatem“ zur Rolle der Frau gewürdigt. Das Dokument wurde vor 25 Jahren von Papst Johannes Paul II. verfasst. Es sei reich an Anregungen, die aufgenommen und weiterentwickelt werden sollten, meinte Franziskus vor der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo. Die Basis müsse dabei das Vorbild Marias sein. Er bete dafür, „dass alle Frauen darin sich selbst und die Fülle ihrer Berufung finden“.

OR Nr. 34 vom 23. August 2013, S. 3
Papst Franziskus spricht erneut über die Frauen in der Kirche
Eine grosse und wichtige Rolle

Am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel erinnerte Papst Franziskus an den Jahrestag des Apostolischen Schreibens „Mulieris dignitatem“ und forderte erneut dazu auf, die Forschung fortzusetzen, um den Frauen einen ihrer evangeliumsmässigen und spirituellen Bedeutung angemessenen Platz zu geben: damit „in der ganzen Kirche die so grosse und wichtige Rolle der Frau mehr vertieft und verstanden werde“. (…)

Kirche heute 37/2013, S. 2
Gegen Diskriminierung von Frauen

Nach der Gruppenvergewaltigung einer 22-jährigen Fotografin hat Oswald Gracias, der Kardinal von Bombay, eine systematische Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen und Kindern in der indischen Gesellschaft angeprangert. Auch innerhalb der Familie seien sie oft Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, sagte der Vorsitzende der indischen Bischofskonferenz gemäss dem römischen Pressedienst „Asianews“. Die Vergewaltigung wertete er als Symptom eines geistlichen, sozialen und kulturellen Niedergangs des Landes. Zuletzt war es wiederholt zu Gruppenvergewaltigungen in Indien gekommen.

Kirche heute 39/2013 September, S. 2
Bischofsamt für Frauen

Die anglikanische Kirche von Wales lässt künftig auch Frauen zum Bischofsamt zu. Zuvor hatten die anglikanische Kirche in Schottland und Irland den Weg für weibliche Bischöfe frei gemacht. Der Beschluss sieht auch vor, dass die Bischöfe Vorkehrungen für Christen treffen sollen, welche keine Frau an der Leitungsspitze akzeptieren würden. Im November 2013 berät die Church of  England über neue Vorschläge zu diesem Thema. Als erste Geistliche aus der anglikanischen Kirche von England ist Helen-Ann Hartley in Neuseeland zur Bischöfin gewählt worden.

Frauen zu Kardinälen ernennen

Katholische Theologinnen und Theologen aus Europa und den USA appellieren an Papst Franziskus, auch Frauen zu Kardinälen zu ernennen. Weder in der Bibel noch in der Dogmatik der kirchlichen Tradition spreche irgendein Argument dagegen, das den Papst daran hindern könnte, eine solche Massnahme in die Tat umzusetzen, heisst es in einem vorab veröffentlichten Aufruf. Bis ins 19. Jahrhundert seien gelegentlich Laien ins Kardinalamt berufen worden. Zu den Unterzeichnern der Bittschrift an den Papst gehören neben dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund auch die Schweizer Theologieprofessorin Helen Schüngel-Straumann. Die Unterzeichner berufen sich auf die Äusserungen Franziskus, nach denen Frauen in der katholischen Kirche eine stärkere Rolle erhalten sollten.

OR Nr. 42 vom 18.10.2013, S. 4

Die Rolle der Frau in der katholischen Kirche stand im Mittelpunkt eines Kongresses, der im Vatikan vom 10. bis 12. Oktober 2013 stattfand. Theologen, Philosophen, Mediziner und andere Fachleute aus 25 Ländern erörterten, wie der verstärkten gesellschaftlichen Präsenz von Frauen Rechnung getragen werden kann. Veranstalter der dreitägigen Konferenz war der Päpstliche Rat für die Laien. Anlass des Kongresses war die Veröffentlichung des Päpstlichen Schreibens „Mulieris dignitatem“ von Johannes Paul II. vor 25 Jahren, am 15. August 1988.

Kirche heute 52/2013 Dezember, S. 2
Keine weiblichen Kardinäle

Papst Franziskus hat die Idee, künftig in der katholischen Kirche Frauen zu Kardinälen zu erheben, zurückgewiesen. Wer dies anstrebe, leide unter „Klerikalismus“ (Duden: überstarker Einfluss des Klerus‘  [Priesterschaft] auf Staat und Gesellschaft), meinte Franziskus. Die Frauen in der Kirche müssten wertgeschätzt, aber nicht „klerikalisiert“ werden.

OR Nr. 6 vom 07.02.2014, S. 3
Österreichische Übersetzerin von 5 Päpsten gestorben

Die langjährige, hochqualifizierte Mitarbeiterin unserer Zeitung, Frau Sigrid Spath, ist am 2. Februar im Alter von 74 Jahren in Rom verstorben. Wir trauern um sie und sind dankbar für ihren selbstlosen, unermüdlichen Einsatz. Die aus Villach in Kärnten/A stammende Altphilologin und Lutheranerin wirkte mehrere Jahrzehnte lang als Übersetzerin für alle Päpste seit Paul VI. Sie übertrug rund 70’000 Seiten Text von Päpstlichen Ansprachen, Enzykliken sowie offiziellen Dokumenten des Heiligen Stuhles aus der italienischen, lateinischen, französischen, englischen, portugiesischen, spanischen und polnischen Sprache ins Deutsche. (…)

OR Nr.  10/11 vom 07.03.2014, S. 1
Mehr Frauen in Leitungsämtern an der Kurie

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper sagte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Avvenire“, es sei „absurd“ (sinnwidrig, sinnlos), dass Frauen in leitenden Ämtern der Kirche derart unterrepräsentiert seien. Schliesslich seien die Hälfte der Laien und 80 % aller Ordensmitglieder weiblich. Sowohl in den Päpstlichen Räten, aber auch in den Kongregationen sollten Frauen eine viel grössere Rolle auf der Entscheidungsebene spielen, so Kardinal Walter Kaspar. Denkbar wäre nach seinen Worten etwa, das Amt des Untersekretärs in den Kongregationen für die Ordensleute, das katholische Bildungswesen und die Selig- und Heiligsprechungsprozesse an Frauen zu vergeben.  Dies widerspreche nicht dem Kirchenrecht. Auch unter den Theologen, die für die Kongregation für die Glaubenslehre arbeiten, fehlten bisher Frauen, obwohl an den Universitäten zahlreiche Theologinnen lehrten. Ebenso plädierte der Kardinal dafür, dass sie in den Päpstlichen Räten für die Familie, die Laien, die Neuevangelisierung der Völker und für die Kultur sowie an den Kirchengerichten mehr Verantwortung erhalten. Frauen sind Kardinal Kaspar zufolge in allen Positionen denkbar, die nicht das Weiheamt erfordern. Führungsämter in den Kongregationen für die Bischöfe und den Klerus schloss er aus. In den anderen Fällen sollten die Kompetenz und die Bereitschaft zu dienen das Kriterium für die Einstellung sein. Es dürfe unter Frauen wie unter den Männern an der Kurie keinen Karrierismus  geben.

bz  BASEL vom 30.07.2014, S. 24, Delphine Conzelmann
Von der Missionstochter zur Pionierin der Emanzipation
Ruth Epting war eine der ersten Schweizer Pfarrerinnen. Den Respekt musste sie sich hart erkämpfen (Auszug)

   Ruth Epting

Nach Reisen um die ganze Welt lebt Ruth Epting heute in einer bescheidenen Wohnung in Basel. Bescheiden, das ist auch sie selbst – obwohl sie in ihrem Leben viel geleistet hat. „Wenn man von der Emanzipationsbewegung spricht, redet man meistens von den 1970er-Jahren. Dabei gab es uns doch schon früher“, erzählt die 95-jährige Ruth Epting. Vor 58 Jahren wurden in Basel erstmals Frauen zum Pfarramt zugelassen – und zwar gerade 3 auf einen Streich. Marianne Kappeler, Emmy Kühni und Ruth Epting machten die reformierte Kirche um 3 Pfarrer weiblicher und gehörten zu den ersten Pastorinnen in der Schweiz.  Ein Meilenstein, erinnert sich Epting. „Noch wenige Jahre zuvor war das undenkbar.“ Zum Beispiel, als der damalige Kirchenratspräsident Alphons Köchlin ihr 9 Jahre zuvor zu bestandenem Studium gratulierte mit den Worten: „Sie werden niemals eine Stelle finden.“ Oder als ihr Vater ihr das Theologiestudium verbot. „Er glaubte, Frauen seien nur zum Heiraten da“, erinnert sich Epting. Auch während ihres Studiums war sie mit konservativen Männern konfrontiert. – „Das weibliche Selbstvertrauen musste zuerst aufgebaut werden, bevor die Frauen ihre eigenen Wege gehen konnten“, sagt Epting zu ihrer langjährigen Arbeit für Frauenarbeit und Emanzipation in Amerika, Kamerun und besonders in der Schweiz.

Schweiz am Sonntag Nr. 1 vom 04.01.2015, S. 5 (RIP)
Reformierte Männer beklagen „Frauenkirche“

Zu „Nett“ und „Kuschelig“ gehe es in den reformierten Predigten zu und her. „Sound“ und „Umgang“ hielten Männer davon ab, zur Kirche zu gehen. „All das, was Männer bewegt“, komme nicht vor in reformierten Predigten, sondern werde „moralisierend herabgewürdigt“. Dies schreibt Herbert Pachmann, Dübendorfer Pfarrer und Redaktor der „Reformierten Presse“, auf der Meinungsseite der Zeitung. Als männliche Themen zählt Pachmann auf: „Geld, Macht und Kampf, Risiko und Burnout, Frauen erobern und Grenzen überschreiten“. All dies vermisst er in der reformierten Kirche. – Anlass für Pachmanns Kritik an der Weiblichkeit reformierter Predigten (Titel: „Wir sind Frauenkirche“) ist ein offener Brief von Theologinnen, Pfarrerinnen, Kirchenrätinnen und Dozentinnen, aber auch einer Reihe männlicher Kollegen. Diese wehrten sich wiederum gegen Aussagen des Präsidenten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Gottfried Locher. Dieser hatte in der „Weltwoche“ sein Unbehagen gegenüber einer „zunehmenden Feminisierung“ der Kirche kundgetan. – Die Autoren des offenen Briefes halten dem entgegen, dass Frauen im Pfarramt mit 35 % immer noch eine Minderheit seien und „damit nicht prägend für die Kultur einer Kirche“. Es gehöre zudem zur professionellen Kompetenz von Pfarrpersonen, in ihrem Reden und Handeln auch die Lebenswirklichkeit anderer Menschen aufzugreifen und zu berücksichtigen. – Für Pachmann sind es aber nicht die Frauen, welche für einen femininen Kurs sorgen. Die Ursache liege vielmehr bei den männlichen Diakonen und Pfarrern, die ebenfalls weithin „weibliche Sichtweisen und Themen“ bedienten. Zusammen mit den Diakoninnen, Pfarrerinnen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bildeten sie „eine so starke Allianz, dass sich Männer achselzuckend abwenden“. – Die Unterzeichneten des offenen Briefes sind empört über diese Anwürfe. „In welchem Jahrhundert leben wir denn?“, sagte Ursula Vock, Pfarrerin aus Möriken AG, gegenüber der Zeitung „reformiert“. Dadurch, dass Frauen in die Gefühls- und Harmlosigkeitsecke gedrängt werden, „holen wir längst überwundene Geschlechtsstereotypen aus der Mottenkiste hervor“. SEK-Präsident Locher will nun mit den Erstunterzeichneten des offenen Briefes das Gespräch suchen.

Martin Werlen, Heute im Blick, Herder 2014, S. 142
Dass aber auch ganz oben noch gar nichts verstanden wurde (WA: das Miteinander, nicht das Gegeneinander unter Mitschwestern und Mitbrüdern), zeigt die Bemerkung des Präfekten der Glaubenskongregation (Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemals Regensburg. Seit Juli 2012 im Amt. Hans Küng, Tübingen, nennt die Ernennung eine katastrophale Fehlbesetzung, Müller einen erzkonservativen, bornierten Scharfmacher) in einem Interview mit der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“: „Wir sind gar nicht frauenfeindlich. Wir wollen gar nicht jeden Tag eine Frau fressen!“. Vielleicht gelingt es der Dichterin (WA: Schwester Maria Hedwig Walter, Silja Walter) mit ihrer gewinnenden Sprache und Tiefe, solch verletzende Aussagen ein für allemal vom Tisch zu wischen und sogar in der Glaubenskongregation für mehr Katholizität zu sorgen. (…)

OR  Nr. 5 vom 30.01.2015, S. 6, Orig. ital. in OR, Monatsbeilage „Frauen – Kirche- Welt“, Nov. 2015 (…)
Ohne den Beitrag der Frauen wäre die Kirche ärmer
Interview mit Schwester Mary Melone, der ersten Frau an der Spitze einer päpstlichen Universität (die Fragen stellte Giulia Galeotti).

  Sr. Mary Melone

Wie verlief Ihre Wahl zur Rektorin?
„Diese Frage weiss ich sehr zu schätzen“, sagt die 50-jährige Ordensschwester Mary Melone, die seit Juni 2014 das Antonianum leitet (Pontificia Università Antonianum, Via Merulana 124, 00185 Roma, www.antonianum.ofm.org), „weil sich die Fragen, die man mir bisher gestellt hat, allesamt um die Tatsache drehten, dass ich die einzige Frau bin, die bislang in Italien zur Rektorin einer päpstlichen Universität gewählt wurde. Tatsächlich muss eine wichtige Präzision vorgenommen werden:  die Kriterien, aufgrund derer meine Kollegen für mich gestimmt haben, sind nicht geschlechtsspezifischer Art, sondern es handelt sich um akademische und wissenschaftliche Kriterien, die die Kompetenz auf der Grundlage der bisherigen Lehrtätigkeit und Forschung bewerten. Es finden zwei Wahlgänge statt, wobei im ersten Wahlgang alle Kandidaten gewählt werden können. Die Auswahl im zweiten Wahlgang ist dagegen auf die zehn Namen beschränkt, die im ersten die meisten Stimmen erhalten haben.“

Es wird Ihnen eine gute Nachricht sein, wenn wir eines Tages nicht mehr deshalb zu einem Interview zu Ihnen kommen, weil Sie die einzige Frau an der Spitze einer päpstlichen Universität sind.
(
Lacht). Ich bin mir bewusst, wofür meine Berufung steht: Die Zahl der Frauen  – seien es nun Ordensfrauen oder Laien -, die an den Universitäten auf diesem Niveau arbeitet, ist, auch wenn sie in letzter Zeit bedeutend zugenommen hat, immer noch nicht identisch oder auch nur im mindesten vergleichbar mit jener der Männer. Auch auf dem Gebiet der Theologie gilt es noch einen weiten Weg zurückzulegen. Vom Standpunkt des theologischen Denkens aus gesehen hat es auch in den vergangenen Jahrhunderten zwar wenige, dafür aber bedeutende Frauengestalten gegeben, denen wertvolle Denkanstösse zum Thema des heiligen Geistes und der Dreifaltigkeit zu verdanken sind. Gewiss, die Lehrtätigkeit und die Zulassung zu Graduiertenstudiengängen (mit akademischen Grad) sind erst seit dem Konzil möglich, seit damals ist aber viel geschehen. Dieser Reifeprozess, das darf  nicht ausser Acht gelassen werden, betrifft auch die innere Einstellung der Frauen: Phasen, in denen Forderungen und Ansprüche im Vordergrund standen, haben sich abgewechselt mit Phasen eines grösseren Bewusstseins der eigenen Bedeutung und der Möglichkeit, einen wichtigen Beitrag zur Welt der Theologie leisten zu können. Heutzutage steht es ausser Zweifel, dass das theologische Denken der Frau aus vielerlei Gründen sowohl reifer als auch sachlicher ist. Nicht nur deshalb, weil es von der Kirche anders rezipiert (aufgenommen/übernommen) wird,  sondern auch deshalb, weil die Frauen sich ihrer Möglichkeiten auf eine andere Art und Weise bewusst werden.

Der Papst hat sie aufgefordert, eine tiefgründige Theologie der Frau zu fördern.
Ich will mir gewiss nicht anmassen, seine Worte zu interpretieren, aber meines Erachtens besteht das eigentliche Desiderat (etwas Erwünschtes) darin, den bedeutenden Beitrag anzuerkennen, den die Frau zur Welt des Glaubens und der Kirche beisteuert, wenn sie sich dem Geheimnis Gottes auf ihre spezifische Art annähert. Wenn wir weiter ausgreifen wollen, über die von Frauen betriebene Theologie hinaus, so muss meines Erachtens – ausser institutionellen Positionen – auch anerkannt werden, dass der Beitrag, den die  Frauen leisten, nicht nur notwendig ist, sondern auch jenen der Männer ergänzt. (…)
Mary Melone kam 1964 in La Spezia zur Welt und trat nach dem Abitur (Matura) in den Orden der „Suore Francescane Angeline“ ein, wo sie 1991 die ewige Profess ablegte. Ein Jahr später schloss sie an der Freien Universität „Maria Santissima Assunta in Rom (LUMSA, siehe unter „Universitäten“) ihr Pädagogikstudium ab und studierte anschliessend an der Päpstlichen Universität Antonianum Theologie. Von 2001 bis 2008 war sie Leiterin der Fakultät für Religionswissenschaften „Redemptor Hominis“ und 2011 wurde sie von einem aus Männern bestehenden Kollegium zur Dekanin der Theologischen Fakultät gewählt.

OR Nr. 6 vom 6. Februar 2015, S. 12
Mehr Gewicht für Frauen im Päpstlichen Kulturrat

Frauen sollen künftig im Päpstlichen Rat für die Kultur eine wichtigere Rolle spielen. Er plane derzeit die Einrichtung eines weiblichen Beratungsgremiums, sagte der Präsident des Rates, Kardinal Gianfranco Ravasi. Die Mitglieder sollten zu jenen Fragen gehört werden, die Frauen in besonderer Weise betreffen. Ähnliche Expertengruppen unterstützen den Kulturrat bereits in anderen Bereichen. Kardinal Ravasi äusserte sich anlässlich der Vollversammlung des Dikasteriums (Ministeriums). Sie widmete sich dem Thema „Weibliche Kulturen – Zwischen Gleichheit und Unterschiede“. Dabei soll die Lebenswelt von Frauen in Gesellschaft und Kirche im Mittelpunkt stehen.

Kirche heute 12/2015 März, S. 2
Immer mehr Frauen im Vatikan

Der Anteil der Frauen, die im Vatikan arbeiten, hat sich nach einem Bericht von Radio Vatikan in den vergangenen 10 Jahren von 13 auf 19 % der knapp 2’900 Angestellten erhöht. An der römischen Kurie, dem Leitungsorgan der katholischen Kirche, gab es hingegen nur eine geringfügige Zunahme. 2014 waren hier insgesamt 18 % Frauen. Spitzenpositionen nehmen Frauen an der römischen Kurie laut Radio Vatikan kaum ein: Nur 2 Frauen sind im Rang von „Unterstaatssekretärinnen“ angestellt, der drittobersten Stufe in vatikanischen Behörden nach dem Präfekten – häufig ein Kardinal – und dem Sekretär im Rang eines Erzbischofs. (2014: total 4’759 Angestellte, davon 2’823 beim Heiligen Stuhl, 1’936 beim Vatikanstaat)

OR Nr. 14 vom 3. April 2015, S. 3
Mehr Unterstützung für Frauen im Beruf

Vatikanstadt/New York. Frauen, die Arbeit und Familie miteinander verbinden wollen, brauchen nach Ansicht des Heiligen Stuhles mehr politische Unterstützung. So würden Mütter klar benachteiligt, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollten, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhles bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Bernardito Auza. „Unsere Zukunft spiegelt sich in der Weise wider, in der wir als Einzelne und als Gesellschaften Mütter dabei unterstützen, starke und gesunde Familien aufzubauen“, so der Vatikandiplomat bei einer Konferenz zum Thema Familie und Rechte von Mann und Frau.

Kirche heute 18/2015 April, S. 1
„Praktische Probleme brauchen einer praktische Lösung“

Die Synoden aus Basel-Stadt und Baselland trafen sich gemeinsam mit Bischof Felix Gmür: Er könne sich gut eine Frau am Altar vorstellen, sagte Bischof Felix Gmür. Mit seinen Antworten waren die Mitglieder beider Synoden, die den Bischof am 15. April 2015 in Muttenz gemeinsam empfangen hatten, offensichtlich zufrieden. Die Kirchenrats- und Synodenpräsidenten von Basel-Stadt und Baselland wollen die Anliegen der kirchlichen Gleichstellungsinitiativen gleichwohl selber nach Rom tragen. (…)

OR Nr. 26 vom 03.07.2015, S. 4
Erstes weibliches Beratungsgremium im Vatikan

Erstmals hat im Vatikan ein weibliches Beratungsgremium für eine Kurienbehörde betagt. Ins Leben gerufen wurde es vom Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Kultur, Kardinal Gianfranco Ravasi. Über die Tagung der rund 20 Frauen, darunter Professorinnen, Mütter, Diplomatinnen, Journalistinnen und politische Aktivistinnen, informierte der Rat am 23.06.2015 auf seiner Facebook-Seite. Unter den Mitgliedern ist auch die italienische Franziskanerin Mary Melone, die erste Rektorin einer Päpstlichen Universität in Rom (Antonianum, Via Merculana 124). Das Gremium soll dem vatikanischen Kulturrat laufend Tipps und Anregungen aus der Sicht von Frauen vermitteln. In seiner Begrüssungsansprache sagte Ravasi laut der Mitteilung, er freue sich darauf, den Rat der Frauen anzuhören und sich von ihren Einsichten herausfordern zu lassen. Kardinal Ravasi hatte vor 2 Monaten die Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Kultur dem Thema „Weibliche Kulturen“ gewidmet. Er gilt als einer der Kurienkardinäle, die sich für mehr Frauen an der Kirchenspitze einsetzen.

OR Nr. 42 vom 16.10.2015, S. 3
Deutschland: Ab 2016 mehr Frauen an kirchlichen Führungsposten

Mehrere deutsche Diözesen wollen weibliche Nachwuchskräfte mit einem Mentoring-Programm für Führungsaufgaben in der katholischen Kirche vorbereiten. Ziel sei es, den Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungsfunktionen zu erhöhen, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Die ersten 40 Tandems sollen 2016 beginnen. Beteiligt sind demnach die Diözesen Aachen, Bamberg, Essen, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, München und Freising, Münster und Trier. – Das Mentoring wurde vom Hildegardis-Verein durchgeführt, der als Einrichtung der Frauenförderung seit über 100 Jahren die akademische Aus- und Weiterbildung von jungen Katholikinnen unterstütze, heisst es in einer Mitteilung. Als Mentoren würden Frauen und Männern eingesetzt. Empirische Studien zeigten, dass gemischtgeschlechtliche Teams transparenter und zielorientierter arbeiteten, erklärte die Bischofskonferenz. Mit dem Mentoring-Programm folgen die Bischöfe einer Zusage auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2013 zum „Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche“. 2018 sollten die Massnahmen auf Erfolg geprüft werden.

Kirche heute 10/2016 März, S. 5, Kath.ch
„Kirche ohne Frauen wäre ein Irrsinn“

Eine Pilgergruppe geht aus der Schweiz zu Fuss zum Papst. Eine postmoderne  Katholikin, eine Klosterfrau, ein Bischof und eine langjährige Pastoralassistentin präsentierten am 19.02.2016 in Bern das Projekt „Kirche mit den Frauen“. Dieses will dem Papst das Anliegen überbringen, dass Frauen in der katholischen Kirche in Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollten. Hierfür pilgert eine Kerngruppe zu Fuss von St. Gallen nach Rom. – Mit diesem Papst sei der Zeitpunkt gekommen, um in Rom für eine geschwisterliche Kirche zu werben, fand Pastoralassistentin Hildegard Aepli und rief das Projekt „Kirche mit den Frauen“ ins Leben. Männer sollen in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über Funktion und Rolle der Frauen in der katholischen Kirche entscheiden. Eine siebenköpfige Pilgergruppe möchte dieses Anliegen am 2. Juli 2016 in Rom Papst Franziskus überbringen. Dafür nehmen sie 1’000 km unter die Füsse und hoffen, dass 100 weitere Personen bei der Ankunft in Rom dabei sein werden. (…)

OR Nr. 10 vom 11.03.2016, S. 3
Veranstaltung für Frauenrechte im Vatikan

Zum Weltfrauentag am 8. März bot der Vatikan Frauenrechtlerinnen aus aller Welt eine Plattform. Bei einer Konferenz am Sitz der Päpstlichen Akademie für die Wissenschaften berichteten Frauen aus 4 Kontinenten, die Opfer von Menschenhandel, Vertreibung, Gewalt oder Zwangsheirat wurden. Auch der in vielen Teilen der Welt noch erschwerte Zugang zu Bildung für Frauen war Thema. Zudem fand eine Podiumsdiskussion zur Rolle der Frau in der Kirche statt. – Organisator war die US-Initiative „Voices of Faith“ (Stimmen des Glaubens). Geschäftsführerin Chantal Götz erhofft sich durch die Veranstaltung im Vatikan auch mehr Anerkennung für die Frauen in der katholischen Kirche: „Frauen machen mindestens die Hälfte der Gläubigen aus. Da sollten ihre Stimmen auch wahrgenommen und ihre Arbeit geschätzt werden.“ Die Liechtensteinerin betonte vor Journalisten in Rom, dass es nicht darum gehe, „sich in Kirchenlehre oder Dogmatik einzumischen“. Es gebe auch so genug Gelegenheiten, wo eine gebildete Frau mit oft langjährigen und guten Erfahrungen eingesetzt werden könne. – „Voices of Faith“ setzt sich nach eigenen Angaben für die Würde von Mädchen und Frauen und für ihre Teilhabe an der Gesellschaft, auch in Führungspositionen, ein. Die Initiative organisierte die Konferenz zum Weltfrauentag im Vatikan bereits im dritten Jahr. „Der Vatikan ist gewissermassen das Herz der Kirche. Es macht wahrscheinlich schon einen Unterschied, ob unsere Veranstaltung hier oder in einer Diözese stattfindet“, so Götz.

OR Nr 11 vom 18. März 2016, S. 4
Geistliche Exerzitien für den Papst und die Kurie. Exerzitienleiter Priester Ermes Ronchi in Ariccia im Süden von Rom, unter anderem:

Fehlende Frauen auf Führungsebene im Vatikan: Papst Franziskus ist von seinem Exerzitienleiter wegen fehlender Frauen in der vatikanischen Führungsebene „ins Gebet genommen“ worden. Wenn Jesus ihn fragen würde: „Siehst du diese Frau?“, dann müsse er antworten: „Nein, Herr, hier sehe ich nur Männer“, sagte der italienische Priester Ronchi in einer Meditation für den Papst und seine leitenden Mitarbeiter. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen,, dass hier eine Leere ist, die nicht der Wirklichkeit der Menschheit und der Kirche entspricht“, sagte Ronchi weiter. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März erinnerte der Geistliche daran, dass viele Frauen Jesus gefolgt waren und ihm gedient hatten. – Franziskus hatte mehrfach erklärt, dass er sich Frauen in vatikanischen Führungsgremien vorstellen könne, Bisher leiten jedoch weiter ausschliesslich Männer die vatikanischen Behörden. Ronchi sagte, der Heilige Geist verteile seine Gaben, „ohne auf das Geschlecht der Menschen zu sehen“.

OR Nr. 11 vom 18. März 2016, S. 8
Kritik an Mangel von Bildung für Mädchen

Hannover. Als „Skandal“ hat die „Stiftung Weltbevölkerung“ die mangelnden Bildungschancen von Mädchen in den ärmsten Ländern der Welt bewertet. „Bildung ist ein Menschenrecht und muss allen Menschen – egal ob Mädchen oder Jungen – ermöglicht werden“, forderte Geschäftsführerin Renate Bähr in Hannover. Dass Mädchen immer noch benachteiligt seien, dürfe nicht länger hingenommen werden. – Bähr reagierte damit auf neuste Zahlen der UNESCO, wonach rund 63 Millionen Mädchen in 200 Ländern der Erde nicht zur Schule gehen. Fast 16 Millionen von ihnen hätten  nach gegenwärtigem Stand niemals eine Chance, Lesen oder Schreiben zu lernen. – Nur wenn Mädchen Zugang zu guter Schulbildung bekämen, könnten sie sich selbst aus der Armut befreien, so Bähr. Dann könnten sie auch zur Entwicklung ihrer Heimatländer beitragen. Vor allem ein Besuch weiterführender Schulen trage dazu bei, „dass Mädchen ihre Rechte besser wahrnehmen und ungewollte Schwangerschaften vermeiden können“, betonte die Geschäftsführerin.

OR Nrn. 12/13 vom 25.03.2016, S. 3
Ritus der Fusswaschung an Frauen jetzt offiziell zugelassen

Papst Franziskus hat einen symbolträchtigen Ritus der katholischen Kirche in diesem Jahr erstmals für Frauen geöffnet. Sie sind nun offiziell zur Fusswaschung in der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag zugelassen. Auf Wunsch des Papstes veröffentlichte die vatikanische Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung am 21. Januar 2016 einen Erlass, wonach Priester nicht nur Männern und Jungen die Füsse waschen dürfen.
Anfang März veröffentlichten die deutschen Bistümer die entsprechende Änderung auch in ihren Amtsblättern. In Deutschland und anderen Ländern war es aber bereits in vielen Kirchen üblich, an dem Ritual auch Frauen zu beteiligen. Die Bischöfe Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Friedhelm Hofmann (Würzburg) und Stefan Oster (Passau) haben inzwischen angekündigt, die päpstliche Erlaubnis am Gründonnerstag erstmals auch in die Tat umzusetzen.
Mit der jetzt offiziell zugelassenen Änderung solle „die volle Bedeutung“ der Geste zum Ausdruck kommen, die Jesus beim Abendmahl an seinen Jüngern vollzogen habe, so Franziskus. Priester könnten fortan für diesen Ritus Gläubige „unter allen Gliedern des Gottesvolkes“ auswählen, heisst es in einem Brief des Papstes an den Präfekten der Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah.
Papst Franziskus hatte die Fusswaschung während der Abendmahlsmesse bereits in den vergangenen Jahren bei Männern und Frauen vollzogen. Unter den Frauen war im vergangenen Jahr eine Muslima (Anhängerin des Islams).

OR Nr. 19 vom 13.05.2016, S. 3
Einen mangelnden Einsatz für die Rechte von Frauen hat Papst Franziskus angeprangert. „Wir haben herzlich wenig für Frauen getan, die sich in schweren Lagen befinden, wo sie verachtet, an den Rand gedrängt und sogar ins Sklaventum herabgesetzt sind“, sagte der Papst in einer Videobotschaft. Es reiche nicht aus, den Beitrag von Frauen in allen Bereichen nur festzustellen. Franziskus verurteilt in dem Video sexuelle Gewalt gegen Frauen. Zudem fordert er mehr Einfluss für sie in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hindernisse auf diesem Weg müssten beseitigt werden. In der Videobotschaft für den Monat Mai ruft Franziskus Christen in der ganzen Welt zum Gebet dafür auf, dass Frauen „geehrt und geachtet werden und ihr unverzichtbarer sozialer Beitrag geschätzt wird“.

OR Nr. 20 vom 20.05.2016, S. 1
Frauen sind oft die besseren Missionare

Frauen sind nach Ansicht von Papst Franziskus häufig die „besseren Missionare“. Sie verstünden „die Probleme der Menschen oft besser und wissen, wie man sie auf angemessene oder manchmal neuartige Weise angehen kann“, heisst es in der Botschaft zum Weltmissionssonntag, die am 15. Mai 206 veröffentlicht wurde. So widmeten Frauen ihre Aufmerksamkeit etwa mehr der Einzelperson als den Strukturen. Dabei setzten sie ihre menschlichen und geistlichen Ressourcen dazu ein, um in zwischenmenschlichen Beziehungen und auf gesellschaftlicher Ebene Harmonie, Frieden und Geschwisterlichkeit zu fördern, schreibt der Papst. (…)

bz BASEL vom 21.05.2016, S. 23
Zwei Theologinnen für die Universität Basel

Die Universität Basel erhält zwei Theologinnen: Andrea Bieler wird neue Professorin für Praktische Theologie und Sonja Ammann Assistenzprofessorin für Altes Testament. Dies teilte die Uni am Freitag mit. Bieler und Ammann besetzen die beiden Stellen, die durch die Emeritierung von Albrecht Grözinger und Hans-Peter Mathys im nächsten Jahr an der Theologischen Fakultät frei werden. (BZ)

OR Nr. 37 vom 16.09.2016, S. 2
Positive Erfahrungen mit weiblichen Beratern

Die „weibliche Perspektive“ tut dem Vatikan gut. Das ist die vorläufige Zwischenbilanz eines Pilotprojektes des Päpstlichen Rates für die Kultur. Die vom italienischen Kurienkardinal Gianfranco Ravasi geleitete Behörde lässt sich seit Juni 2015 von einer Gruppe berufstätiger Frauen in Führungspositionen beraten. Das Gremium entwickle sich „als Präsenz und Stimme der zahlreichen Felder im Leben von Frauen sowie als positive und kritische Unterstützung für die Initiativen“ der Kurienbehörde, heisst es in einer Mitteilung des Rates.
Der Beraterinnengruppe gehören inzwischen 36 Frauen an, unter ihnen sind die Google-Managerin Giorgia Abeltino, die Mode-Unternehmerin Lavinia Biagiotti sowie die Rektorin des römischen Frauengefängnisses Rebibbia, Ida del Grosso. Die Beraterinnen sollen die Arbeit des Kulturrates kritisch begleiten.
Papst Franziskus hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, auch im Vatikan Frauen auf Leitungsposten zu berufen, für die das Kirchenrecht nicht zwingend einen Geistlichen vorsieht.

OR Nr. 40 vom 07.10.2016, S. 4
Vatikan lässt Expertinnen über Rolle der Frau diskutieren

Internationale Expertinnen haben auf Einladung der römischen Kongregation für die Glaubenslehre über die Rolle der Frauen in der Kirche beraten. An der dreitätigen Konferenz nahmen rund 50 Theologinnen, Historikerinnen und Kirchenrechtlerinnen gemeinsam mit Beratern und Mitarbeitern der Glaubenskongregation teil. Eröffnet wurde das Treffen vom Präfekten der vatikanischen Behörde, Kardinal Gerhard Müller. Die Vorträge und Diskussionen drehten sich den Angaben zufolge zum einen um die Begriffserklärung der Berufung von Frauen in der Kirchengeschichte, zum anderen um konkrete von Frauen ausgeübte Aufgaben. Die römische Bibelwissenschaftlerin Bruna Costacurta und die in Paris lehrende Theologin Laetitia Calmeyn wiesen etwa auf die Bedeutung von Frauen in der Priesterausbildung hin, während die schwedische Dominikanerin Madeleine Fredell über Frauen als Exerzitienpredigerinnen referierte.
Zu den Vortragenden gehörte auch die Dogmatikerin Barbara Hallensleben von der Universität Fribourg mit Thesen zum Priestertum aller Getauften und dem Ehesakrament. Die französische Literatur- und Bibelwissenschaftlerin sowie Ratzinger-Preisträgerin Anne-Marie Pelletier legte die Rolle weiblicher Gelehrter für die Exegese dar, die römische Historikerin Lucetta Scaraffia skizzierte allgemein die Präsenz von Frauen in der Kirchengeschichte. Eine Dokumentation der Tagung soll publiziert werden.

Kirche heute 4/2017, Januar, S. 2
Antwort aus Vatikan für Rompilgerinnen

Die Rompilgerinnen des Projekts „Kirche mit den Frauen“ (nach einem Marsch aus der Schweiz Ende Juni 2016 in Rom angekommen) haben ein Schreiben aus dem Vatikan bekommen, das bestätigt, dass die Zeilen der Pilgerinnen von Papst Franziskus aufmerksam zur Kenntnis genommen worden sind. So heisst es in der Antwort, die kath.ch vorliegt. „Es ist schön, dass eine Antwort gekommen ist, aber mehr ist es nicht“, sagte Hildegard Aepli, Initiantin des Projekts, gegenüber kath.ch. Sie sei nicht enttäuscht, hätte sich aber über ein stärkeres Zeichen gefreut. Die Antwort aus dem Vatikan bestätige ihr, wie heikel das Thema „Frauen in der Kirche“ sei. (Quelle: kath.ch)

Kath. Wochenzeitung Baden, 8/2017 Februar, S. 10, Mathias von Gersdorff
„Das ist noch längst nicht alles in der ‚reformkatholischen‘ Agenda“

Nach dem DBK-Papier (Deutsche Bischofskonferenz) zu den wiederverheirateten Geschiedenen werden von der FAZ nun Frauenpriestertum und Ende des Zölibats gefordert. – Eines muss man den Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen und streben stets nach maximalen Zielen.
So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der deutschen Bischöfe „Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von „Amoris Laetitia“. Laut diesem sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.
Dass das dem Progressismus nicht reichen würde, war aber von vornherein klar. Dei Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DKB-Papiers die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gemacht werden müssten. Aber das ist noch längst nicht alles in der „reformkatholischen“ Agenda.
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und der Zölibat abgeschafft werden. Es wäre nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS. Das klingt zwar überheblich und anmassend, doch so haben deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert. Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetprotal von der Bischofskonferenz) und Organisationen wie auch das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt. Kann man sich dann wundern, dass auch viele im Kirchenvolk – oder eben die FAZ – nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen? (…)

OR Nr. 10 vom 10.03.2017, S. 1
Iranische Theologin lobt zum Frauentag neuen Vatikan-Frauenrat
Regenbogen spiritueller Erfahrung

  Shahrazad Houshmand

Die iranische Theologin Shahrazad Houshmand hat den Frauenrat des Päpstlichen Kulturrates als „revolutionär“ gewürdigt. Der Weltfrauentag am 8. März 2017 war auch Anlass, um die Einrichtung des ersten weiblichen Beratergremiums an einem Päpstlichen Rat zu feiern, sagte die muslimische Theologin im Vatikan. Sie gehört mit 36 weiteren Frauen unterschiedlicher Religionen, Nationalität und Berufsprofile dem Kreis an, der 2015 vom Präsidenten des Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi, ins Leben gerufen wurde. Ravasi betonte bei der Pressebegegnung, es gehe ihm um mehr als eine rein „symbolische Präsenz“ von Frauen in einer „Männerwelt“.

OR Nr. 10 vom 10. März 2017, S. 4
Zum Weltfrauentag am 8. März 2017 diskutierten Frauen im Vatikan über Perspektiven für eine stärkere weibliche Präsenz in Führungspositionen der katholischen Kirche. Das Thema stand auf dem Programm der Tagung „Das Wasser aufwühlen – das Unmögliche möglich machen“, die der Jesuiten-Flüchtlingsdienst und die Initiative „Voices of Faith“ (Stimmen des Glaubens) der Fidel-Götz-Stiftung im Vatikan organisierten. Im Mittelpunkt der eintägigen Veranstaltung standen die Berichte4 von 4 Frauen, die sich für Flüchtlinge, Menschenrechte und Abrüstung einsetzen. Eröffnet wurde sie vom Generaloberen des Jesuitenordens, P. Arturo Sosa.

Katholische Wochenzeitung Baden 10/2017 März, S. 4
Arbeitsgruppe Jugend und Familie: Protestaktion gegen CVP-Ständeratsmitglieder CH: Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt

Mit 32:12 Stimmen bei einer Enthaltung hat der Ständerat am 27.02.2017 einem Beitritt der Schweiz zur sogenannten Istanbul-Konvention (völkerrechtliches Abkommen) zugestimmt. Den Ausschlag gaben dabei die Ständeräte der CVP-Fraktion: Sie stimmten – bis auf eine Ausnahme – zusammen mit den Linken und Grünen für die Ratifikation.
Die Istanbul-Konvention bezeichnet das Übereinkommen des Europarates vom 11.05.2011 „zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt“. Das tönt eigentlich gut, hat aber wenig mit dem tatsächlichen Inhalt zu tun. Der Konvention zugrunde liegt nämlich die →Genderismus-Ideologie. Geschlecht bezeichne keine biologische Gegebenheit, sondern ausschliesslich „die gesellschaftlich geprägten Rollen, Verhaltensweisen, Tätigkeiten und Merkmale, die eine bestimmte Gesellschaft als für Frauen und Männer angemessen ansieht.“ (Art. 3)
Die Konvention ist somit das erste internationale Abkommen überhaupt, welches das Geschlecht im Sinne der Gender-Ideologie explizit als blosse soziale Konstruktion definiert. In logischer Konsequenz liegt den Abkommen denn auch nicht der Gewaltbegriff des Alltagsverstandes, sondern derjenige des radikalen Feminismus zugrunde.
Als Folge des Verhaltens der CVP-Ständeräte hat die Arbeitsgruppe Jugend und Familie zusammen mit anderen Familienorganisationen zu einer Protestaktion an CVP-Präsident Gerhard Pfister aufgerufen. Pfister wird vorgeworfen, mit seiner Forderung nach einer christlichen Wertediskussion eine Scheindebatte lanciert zu haben, während gleichzeitig die CVP-Fraktionsmitglieder in Wertfragen effektiv mit der Linken zusammenspannen.
Weitere Informationen: Käthi Kaufmann-Eggler, 8021 Zürich: 031 351 90 76.

OR Nr. 11 vom 17.03.2017, S. 4
Die Chefredakteurin des vatikanischen Frauenmagazins „Donne – Chiesa – Mondo“, Lucetta Scaraffia, fordert mehr Gehör für Frauen in der katholischen Kirche. Es sei „ungerecht und absurd“, dass Frauen sowohl in Bischofskonferenzen als auch im Vatikan „nie gehört“ würden, sagte die römische Historikerin der italienischen katholischen Presseagentur SIR. Frauen seien fundamentaler Bestandteil der Kirche, so Scaraffia. Allein in den Orden betrage der weibliche Anteil 80 %. „Sie halten die Kirche aufrecht, sind die mächtigsten Botschfter der Christenheit.“ Frauen wollten in der Kirche auch in „entscheidenden Momenten“ eine Stimme haben, sagte die Historikerin zum Weltfrauentag. Papst Franziskus gehe mit gutem Beispiel voran. Die von ihm eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Rolle von Diakoninnen in der frühen Kirche bestehe etwa  zur Hälfte aus Frauen. So müsse es immer sein, forderte Scaraffia.

OR Nr. 43 vom 27.10.2017, S. 4
Aus Sicht von Kardinal Gianfranco Ravasi sind Hass gegen Frauen und Diskriminierung oft auch kulturell bedingt. Um Frauenhass einzudämmen sei eine kulturelle Erziehung wichtig, so der Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur. Kommunikation und Kultur könnten seiner Meinung nach mehr zur Bekämpfung von Frauenhass tun. Auch die Kirche könne noch mehr zur Wertschätzung von Frauen beitragen.

OR Nr. 16 vom 20.04.2018, S. 3
Vatikanische Kommission regt eigene Frauen-Synode an

Aus dem Vatikan gibt es die Idee, eine eigene Bischofssynode zum Thema Frauen zu organisieren. Den Vorschlag machte die Päpstliche Kommission für Lateinamerika in der Abschlusserklärung zu ihrer jährlichen Vollversammlung. Bei dem Treffen Anfang März 2018 in Rom hatte sich die Kommission mit der Situation von Frauen in Lateinamerika befasst. Neben den 24 Bischöfen und Kardinälen, die der Kommission angehören, waren zu dem Treffen eigens 14 südamerikanische Frauen verschiedener Positionen und Aufgaben eingeladen worden.
Die epochalen Veränderungen, denen sich die Kirche gegenübersehe, verlangten neue missionarische Dynamik und einen Bewusstseinswandel, heisst es in der Erklärung. Daher regt die Kommission an, nach der für Oktober 18 geplanten Jugendsynode ebenfalls „eine Bischofssynode der Weltkirche über Frauen im Leben und der Sendung der Kirche“ abzuhalten, heisst es im letzten Satz des Dokumentes. Besonders benachteiligt, diskriminiert und gefährdet seien arme, indigene (einheimische) und afroamerikanische Frauen.

Kirche heute 30-32/2018 Juli, S. 2
St. Galler Diakone fordern Frauendiakonat

Die Diakone des Bistums St. Gallen fordern das Diakonat für Frauen. Die Zulassung von Frauen zum Diakonat sei „überfällig“, heisst es in einem Positionspapier, das am 15. Mai 2018 verabschiedet und Ende Juni im St. Galler Pfarrblatt „Pfarrei-Forum“ veröffentlicht wurde. Mit dem Papier möchte man den Finger in eine offene Wunde legen, sagte Diakon Carsten Wolfers gegenüber dem „Pfarrei-Forum“ (7/2018). Theologisch betrachtet seien die Argumente für die Zulassung von Frauen zum Diakonat „stichhaltig und theologisch fundiert“, schliesslich werde seit 50 Jahren darüber geforscht.

OR Nr. 43 vom 26.10.2018, S. 3
Der Papst und die Frauen, Buchtipp

Entgegen den üblichen Verdächtigungen ist der Vatikan keine reine Männerbastion. Selbstbewusste Frauen begleiteten von Anfang an die Geschichte der Kirche und der Päpste. Im Zentrum der Christenheit hatten und haben Frauen durchaus etwas zu sagen und zu entscheiden – in fast allen Bereichen. Ist die sagenumwobene und in den vergangenen Jahren auch medial sehr präsente „Päpstin →Johanna“ dabei dem Bereich der Legenden zuzuordnen, so gibt es doch viele andere Frauen, die mitunter grossen Einfluss auf die Päpste ihrer Zeit ausübten.
In 24 kurzen Episoden berichtet der Theologe und Vatikanexperte Ulrich Nersinger von interessanten Frauengestalten, die teils bekannt, teils aber auch weitgehend vergessen sind. Hierzu gehören etwa die heilige Katharina von Siena, Nonna Olimpia Maidalchini, die Schwägerin Papst Innozenz‘ X. (→Pir-Pz, Nebenregister ‚Päpste, ihre Pontifikate, H-J‘), Mathilde von Tuszien, Evita Peron oder Pascalina Lehnert, die Haushälterin Papst Pius‘ XII.
Das Buch möchte an heiligen, heiligmässigen, „normalen“, aber auch an ganz und gar nicht heiligen Frauen aufzeigen, wie die Nachfolger Petri zu diesen standen, in ihnen eine Hilfe oder Last hatten – und welch wichtige Rolle der heilige Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Papst Franziskus dem weiblichen Geschlecht heute im Vatikan zusprechen.
Ulrich Nersinger, Der Papst und die Frauen. Broschur, 134 S. Bernardus-Verlag 2018

OR Nr. 44 vom 02.11.2018, S. 4
Plädoyer für Frauen

Vatikanstadt. Nachdem viele Teilnehmer der Bischofssynode in Rom mehr Beteiligungen von Frauen in der Kirche fordern, widmete auch die italienische Ausgabe der Vatikanzeitung dem Thema einen Leitartikel. Gerade Frauen seien „die glaubwürdigsten und überzeugendsten Zeuginnen des Evangeliums, weil sie reich an spirituellen und menschlichen Erfahrungen seien“. Diese Erfahrungen seien besonders nötig für die Glaubensverkündigung und „unverzichtbar für eine Institution in Schwierigkeiten“, kommentiert die Historikerin Lucetta Scaraffia auf der Titelseite. Eine stärkere Wahrnehmung von Frauen in der katholischen Kirche dürfe nicht allein deren Forderung nach Gerechtigkeit geschuldet sein, sondern solle „das Gesicht einer dienenden und armen, auch mütterlichen Kirche“ erfahrbar machen.

Kirche heute 48/2018 November, S. 2
Sechs bekannte Frauen treten aus

Die ehemaligen Nationalrätinnen Cécile Bühlmann, Monika Stocker und Ruth-Gaby Vermot, die ehemalige Fastenopfer-Direktorin Anne-Marie Holenstein sowie die feministischen Theologinnen Doris Strahm und Regula Strobel verlassen die römisch-katholische Kirche. Den Austritt begründen die 6 mit der systematischen Frauenfeindlichkeit der römisch-katholischen Klerikerkirche, in der zölibatäre Kirchenmänner über Körper und Sexualität der Frau bestimmen und den Schutz der klerikal-zölibatären Männerkirche über alles stellen würden. Ihre bisherigen Kirchensteuern wollen die Frauen sozialen Projekten der Kirche als Spende zur Verfügung stellen.

bz BASEL vom 02.04.2019, S. 23, Kelly Spielmann
Die Geduld ist erschöpft

Katholische Kirche. Theologinnen fordern von Bischof Gmür Gleichberechtigung. „Es ist uns wirklich ernst“, sagt Jaqueline Keune. „Eine Kirche, die Homosexuelle diskriminiert und der Frauen weniger Wert sind als Männer, ist für uns nicht hinnehmbar.“ Mit Kirche zielt Keune auf die römisch-katholische Kirche, mit „uns“ sind die 5 Theologinnen und zwei Theologen gemeint, die ein gemeinsames Papier an Bischof Felix Gmür verfasst haben. „Wir haben es satt!“, lautet der Titel. Die Forderungen, zwanzig an der Zahl, sind deutlich. Die Verfasser wollen, dass der Bischof mit Nachdruck eine grundlegende Revision des Kirchenrechts und eine kirchliche Verfassung in Rom einfordert, dass jeder Missbrauch von kirchlich-beruflicher Macht und Position zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse Konsequenzen hat und dass er keine Männer weiht, bis der Zugang zu diesen Ämtern auch Frauen offensteht – und das sind nur einige Punkte, die das Schreiben ausführt. (…)
Menschen, die dranbleiben. „Diese Themen (WA: Gleichberechtigung, Sexualität in der Kirche, patriarchale Strukturen, Glaubwürdigkeit der Kirche, keine Geschlechterdiskriminierung, keine Ämterungerechtigkeit) sind uns wichtig, weil uns die Kirche wichtig ist“, so J. Keune. „Es ist uns nicht egal, wie diese Kirche aussieht und wie sie sich entwickelt.“ Doch so klar die Forderungen sind – kümmert sich die römisch-katholische Kirche um ein solches Papier? „Wir sind nicht naiv“, räumt Keune ein. „Wir wissen, dass Bischof Gmür nach einem Gespräch nicht die weltkirchlichen Bedingungen verändern kann.“ Aber es sei wie beim Frauenstimmrecht: „Es braucht Menschen, die dranbleiben. Und die Forderungen immer und immer und immer wieder stellen.“
Das Bistum wollte vor dem vereinbarten Gespräch keine Stellung beziehen.

bz BASEL vom 04.04.2019, S. 28, Leserforum
Es ist Zeit, um mit den Füssen abzustimmen

bz vom 2.4. (siehe vorangehender Artikel) Forderungskatalog – Gepfefferter Brief an Bischof Gmür. Ich freue mich, dass eine Gruppe von katholischen Theologinnen (Monika Hungerbühler, Elke Kreiselmeyer und andere) nun endlich Klartext reden. Aber ich frage mich, ob in dieser Kirche überhaupt noch etwas bewegt werden kann. Der Verein der sklerotischen (krankhaft verhärtete Gewebe)  Prälaten in Rom ist ja nicht einmal dazu bereit, endlich das Zölibat abzuschaffen, um damit endlich etwas gegen den Priestermangel zu unternehmen. Das Zölibat wurde im Mittelalter nicht aus spirituellen Gründen eingeführt, es ging ja nur darum sicherzustellen, dass das Vermögen der in den Priesterstand abgeschobenen Sprösslinge des Adels der Kirche zufiel.  Von der Priesterweihe von Frauen reden wir schon gar nicht. Ich kann mittlerweile eigentlich keine Frau mehr verstehen, die immer noch in dieser frauenfeindlichen Kirche bleibt. Wieso immer noch gegen Windmühlen kämpfen und dabei seine besten Kräfte verschwenden? Es ist jetzt meines Erachtens höchste Zeit, um mit den Füssen abzustimmen. Eine valable Alternative ist die christkatholische Kirche. Sie ist eine katholische Kirche mit allen Sakramenten und einer priesterlichen Hierarchie. Aber eine Kirche, die zum Beispiel schon seit Jahren geweihte Priesterinnen kennt. (Heinz Forter, Basel)

bz BASEL vom 04.04.2019, S. 28, Leserforum
Die katholische Kirche will sich nicht ändern

Nun ist mir der Kragen geplatzt. Medienwirksam wird berichtet, dass vor ein paar Wochen einige katholische Theologinnen aus Protest aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. Nun berichtet die bz ausführlich über einen gepfefferten Brief einiger katholischer Feministinnen an unseren Bischof Gmür. All diese lautstarken Vorgänge dieser Damen führen nicht zum Untergang oder zu einer Änderung der katholischen Kirche. Ich wundere mich sehr über das Verhalten dieser Damen. Papst Johannes Paul II. hat klar und für alle Zeiten festgelegt, dass die Ordination von Frauen in der katholischen Kirche nicht möglich ist. Warum wechseln diese Damen nicht einfach in die christkatholische Kirche? Dort werden alle ihre Wünsche erfüllt werden. (Rolf Butz, Allschwil)

Schweiz am Wochenende vom 04.05.2019, S. 1, Kari Kälin
Katholische Kirche: Nun streiken die Frauen für mehr Rechte

Immer mehr Frauen wirken als Seelsorgerinnen, haben aber kaum was zu sagen. Das wollen sie ändern.
Wenn am 14. Juni 2019 die Frauen auf die Strasse gehen, dann werden die Seelsorgerinnen und Theologinnen der katholischen Kirche auch dabei sein. Der Schweizerische Katholische Frauenbund ruft die Kirchenfrauen dazu auf, mitzumachen am nationalen Frauenstreik, der von Gewerkschaften organisiert wird. An den folgenden Tagen wollen die Kirchenfrauen in und vor Kirchen mit diversen Aktionen für die Gleichberechtigung in der katholischen Kirche kämpfen. Sie verlangen Mitsprache auf allen Ebenen, letztlich auch den Zugang zum Priesteramt, der ihnen nach wie vor verwehrt ist. Vroni Peterhans, die Vizepräsidentin des Frauenbunds, hofft, dass Zehntausende Kirchenfrauen dem Appell folgen. Sie werden einen pinken Punkt mit der Aufschrift „Gleichberechtigung, Punkt. Amen“ tragen, einige von ihnen pinke Mitras, die bischöfliche Kopfbedeckung für die Liturgie.
Frauen leisten im kirchlichen Alltagsleben viel, haben aber wenig zu sagen. Von der „reformunfähigen, hierarchischen Kirche“ zeigt sich Peterhans enttäuscht. Sie sagt: „Ohne den Einsatz der Frauen kommt die Seelsorge zum Erliegen.“
In der Tat ist in den letzten Jahren etwa die Zahl der Pastoralassistentinnen laufend gestiegen. Sie helfen mit, den Priestermangel abzufedern. Sie absolvieren die gleiche Ausbildung wie Priester, haben aber weniger Befugnisse. Peterhans fände es toll, wenn Pastoralassistentinnen ihre Arbeit niederlegen würden, „wenn es die Umstände zulassen“. Man wolle aber nicht Taufen bestreiken und damit Menschen verletzen.

OR Nr. 23 vom 07.06.2019, S. 3
Papst verurteilt Gewalt gegen Frauen

Vatikanstadt. Der Papst hat Gewalt gegen Frauen weltweit verurteilt. In einem vom Sender Televisa und mehreren Vatikanmedien veröffentlichten längeren Interview mit der mexikanischen Journalistin Valentina Alazraki bezeichnete er das Leid so vieler Betroffener als grosses „Unrecht“. Zahllose Frauen würden „getötet, missbraucht, verkauft, ausgebeutet“, sagte Franziskus und rief zu einem Bewusstseinswandel auf. Die Frau komme in der gesellschaftlichen Wahrnehmung nach wie vor „nur an zweiter Stelle“, so der Papst. Und von dort sei es oft nur ein kurzer Weg bis in die Sklaverei, was etwa im Bereich der Prostitution ersichtlich werde.
Diese „Sklavinnen“ würden durch Gewalt gefügig gemacht. Bis zu Mord sei es da nur noch ein kleiner Schritt. Dabei „funktioniert die Welt nicht ohne Frauen“, mahnte Franziskus.

Kath. Wochenzeitung Baden 25/2019, S. 12
Traditionelle und religiöse Frauen sind die glücklichsten Ehefrauen

Studie: religiöse Ehepaare haben bessere Beziehungen und auch mehr „sexuelle Erfüllungen“ als nicht-religiöse Ehepaare.
Eine neue Studie, die weltweit durchgeführt wurde, zeigt, dass religiöse und an Tradition festhaltende Frauen die glücklichsten Ehefrauen sind. Die Studie vom US-Institut für Familienstudien wurde in 11 völlig unterschiedlichen Ländern wie Argentinien, Australien, Chile, Kanada, Frankreich, Irland, Kolumbien, Mexiko, Peru, Grossbritannien und den USA durchgeführt. Aus der Studie geht hervor, dass religiöse Ehepaare bessere Beziehungen und auch mehr sexuelle Erfüllungen“ haben als nicht-religiöse Ehepaare oder auch Ehepaare, wo nur ein Teil religiös ist.
Bei religiösen Ehepaaren ist um 50 % wahrscheinlicher,  dass diese eine sexuell erfüllte Beziehung haben als säkulare Ehepaare. Aus der Studie geht auch hervor, dass Paare, die Gottesdienste besuchen, normalerweise auch mehr Kinder haben als Paare, die am Sonntag nicht zur Kirche gehen.
(Kommentar: Das ist keine Überraschung. Im Milieu der religiösen und traditionellen Frauen ist die Selbstentfremdung der Fau um wenigsten weit gediehen. Die extrem emanzipierten Frauen von heute müsste man hingegen frei nach Friedrich Nitzsche fragen: „Für befreite (vom Patriarchat [Vaterherrschaft] erlöste) Frauen macht ihr eigentlich einen wenig glücklichen Eindruck.“ Herbert Meier)

Kath. Wochenzeitung Baden 26/2019 Juni, S. 4, Bischof R. Voderholzer, R’burg
„Jesus hat bewusst nur Männer als Apostel berufen“

Die Theologie des Ehesakramentes beruht auf dieser Glaubensansicht, ist doch die Ehe von einem getauften Mann und einer getauften Frau, heiliges Zeichen, Darstellung der Liebe Christi zu seiner Kirche (vgl. Eph 4,24). Aus einer Predigt beim diesjährigen Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt, Bayern.
… auch die Zuordnung des Weihesakramentes zum männlichen Geschlecht beruht auf dieser ins Licht des Glaubens erhobenen natürlichen Zeichenhaftigkeit. Der Priester repräsentiert in seiner ganzen Person Christus als „Bräutigam der Kirche. (…)

→Jungfrauen              →Frauendiakonat                   →Priesterinnen

Frauendiakonat, Frauenordination

 Drei Frauen werden von zwei (selbsternannten) Bischöfinnen auf einem Bodensee-Schiff zu katholischen Priesterinnen geweiht (Juni 2006).

Kirche heute vom 28.05. bis 03.06.2016, S. 1
Schritt für Schritt tauchen die Frauen am Horizont auf
Papst Franziskus überrascht mit Äusserungen zu möglicher Öffnung des Diakonats für Frauen

Was hindert die Kirche daran, die Frauen unter die Ständigen Diakone aufzunehmen? Mit seiner Ankündigung, eine Kommission zur Klärung dieser Frage einzusetzen, hat Papst Franziskus überwiegend positive Reaktionen ausgelöst. Franziskus habe eine Diskussion wieder eröffnet, die viele für beendet hielten, sagt der deutsche Kirchenhistoriker Hubert Wolf.
Die überraschende Nachricht erreichte die Gruppe, die nach Rom pilgert, um ihrem Anliegen „für eine Kirche mit den Frauen“ Nachdruck zu verleihen, unterwegs nach Oberitalien. „Das ging ja schnell!“, lautet einer der Ko0mmengtare, den die Pilgerinnen und Pilger zu hören bekamen. Umkehren ist aber kein Thema. Das Anliegen des Projektes sei unverändert aktuell, versichert die Churer Theologieprofessorin Eva-Maria Faber im Internet-Tagebuch (kirche-mit.ch): „Wir wünschen, dass Männer der Kirche in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über deren Stellung, Rolle und Funktion einerseits und über die Belange der Kirche im Allgemeinen andererseits nachdenken und entscheiden.“ (…)

Katholische Wochenzeitung  Baden CH 24/2016 Juni, S. 6
Lettland: Lutherische Kirche schafft Frauenordination ab

Innerevangelische Diskussion – Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Rüss, äusserst Sorge, weil in Lutherischen Kirchen in Deutschland frauenordinationskritische Theologen nicht in den Pfarrdienst übernommen würden.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands hat die Frauenordination offiziell abgeschafft. Das hat die Synode am 3. Juni 2016 in Riga beschlossen. 201 von 282 Synodalen sprachen sich dafür aus, die Verfassung zu ändern und künftig nur noch Männer zum Pastorenamt zuzulassen.
Der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüss (Hamburg), begrüsste gegenüber der Evangelischen Nachrichtagentur idea die Entscheidung. Die Synode habe sich bewusst von Texten der heiligen Schrift leiten lassen und dem „enormen Druck des Zeitgeistes und der →Genderideologie“ widerstanden. Vertreter anderer lutherischer Kirchen, etwa aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), hätten versucht, das Wahlergebnis mit der Aussage zu beeinflussen, dass die Frauenordination „unverzichtbarer Bestandteil der reformatorischen Kirche“ sei.
Das stimmt laut Rüss nicht, da die Frauenordination in der lutherischen Kirche keinen Bekenntnisrang habe. Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften und die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland erwarteten nun Respekt und Achtung für die Entscheidung der Synode, so Rüss. Er sieht ferner mit Sorge, dass in Lutherischen Kirchen in Deutschland junge Theologen nicht in den Pfarreidienst übernommen würden, wenn sie sich aus Gewissensgründen kritisch zur Frauenordination äusserten. In einer „innerlutherischen Ökumene“ müsse aber auch Platz für sie sein.

Kirche heute 33/2016 August, S. 2
Geschichte des Frauendiakonats

Wie angekündigt hat Papst Franziskus eine wissenschaftliche Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Frauendiakonats eingesetzt. 6 der 12 Mitglieder des Gremiums sind Frauen. Die Kommission soll die Rolle der Diakoninnen in der frühen Kirche untersuchen. Bereits Ende Juni 2016 hatte der Papst klargestellt, dass es nicht um die Prüfung einer Zulassung von Frauen zum Diakonat gehe. Die offizielle Funktion, die eine Frau inne habe, sei ihm weniger wichtig, als ihre Denken, sagte er nun.

Kirche heute 33/2016, S. 2
„Frauendiakonat ist eine Sackgasse“

Die Bibelwissenschaftlerin Helen Schlüngel-Straumann bezeichnet die Einsetzung einer Kommission zum Frauendiakonat als Alibiübung. Die Geschichte des Frauendiakonats sei längst gründlich erforscht, sagte sie in einer Interview mit kath.ch Wirklich nötig wäre aus ihrer Sicht eine Reform des mit dem männlichen Geschlecht verknüpfte Weiheverständnisses aus dem Mittelalter. Sabine Demel, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg, plädiert hingegen dafür, die Frage nach der Einführung des Frauendiakonats klar von der Diskussion um das Frauenpriestertum zu trennen.

OR Nr. 32/33 vom 12. August 2016, S. 6
Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Frauendiakonats

Am 12. Mai 2016 hat der Heilige Vater im Laufe der Begegnung mit den Teilnehmerinnen an der Vollversammlung der Generaloberinnen, die in Dialogform in der Aula Paolo VI. stattfand, seine Absicht zum Ausdruck gebracht, „eine offizielle Kommission einzurichten“, die die Frage des Diakonats der Frau „untersuchen kann“, „vor allem in Bezug auf die Frühzeit der Kirche“.
Nach intensivem Gebet und eingehender Reflexion (Betrachtung) hat seine Heiligkeit beschlossen, eine Studienkommission zum Diakonat der Frau einzurichten. Als Präsident dieser Kommission berief er:

  • Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferr/er SJ, Titularbischof von Tibica, Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre

Zu Mitgliedern berief der Papst:

  • Schwester Nuria Calduch Benages MHSFN, Mitglied der Päpstlichen Bibelkommission
  • Prof. Francesca Cocchini, Dozentin an der Universität „La Sapienza“ und am Patristikinstiut „Augustinianum“, Rom   →Frauen
    (Patristik = Wissenschaft von den Schriften und Lehren der Kirchenväter)
  • Msgr. Piero Coda, Leiter des Universitätsinstitutes „Sophia, Loppiano, und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • P. Robert Dodaro OSA, Direktor des Patristikinstitutes „Augustinianum“, Rom, und Dozent für Patristik
  • P. Santiago Madrigal Terrazas SJ, Professor für Ekklesiologie an der Päpstlichen Universität „Comillas“ („Anführungszeichen“), Madrid
    (Ekklesiologie = Lehre von der Kirche)
  • Schwester Mary Melone SFA, Rektorin der Päpstlichen Universität „Antonianum“, Rom    →Frauen
  • Rev. Karl Heinz Menke, emeritierter Professor für Dogmatik (Glaubenslehre) an der Universität Bonn und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • Don Aimable Musoni SDB, Professor für Ekklesiologie an der Päpstlichen Salesianer-Universität, Rom
  • P. Bernard Pottier SJ, Professor am „Institut d’Etudes Théologiques“, Brüssel, und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • Prof. Marianne Schlosser, Dozentin für Theologie der Spiritualität an der Universität Wien und Mitglied der Internationalen Theologenkommission
  • Prof. Michelina Tenace, Dozentin für Fundamentaltheologie (grundlegende Theologie) an der Päpstlichen Universität „Gregoriana“, Rom
  • Prof. Phyllis Zagano, Dozentin an der „Hofstra University, Hempstead, New York

OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 3
Vatikan-Kommission zum Frauendiakonat nimmt Arbeit auf

Die von Papst Franziskus eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Frauendiakonats hat ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium ist am Freitag, 25.11.2016, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre (links des Petersplatzes) zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten.

OR Nr. 50 vom 16.12.2016, S. 4
Erstmals seit Gründung des Vatikanstaates gibt es dort nun eine Frauenvereinigung. Der Verein mit dem Namen „D.VA“ (Donne in Vaticano, Frauen im Vatikan) steht laut eigenen Aussagen allen 750 Frauen offen, die derzeit am Heiligen Stuhl und im Vatikanstaat beschäftigt sind. Sie machen knapp 20 Prozent aller Beschäftigten des Papstes aus. Ziel sei die Schaffung eines „freundschaftlichen Netzes der Solidarität zur Förderung der beruflichen und persönlichen Entwicklung“, teilte der vatikanische Pressesaal mit.

Kirche heute 5/2019 Januar, S. 4
Von Denise Buser, Prof. Dr. jur., Titularprofessorin für kantonales öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät der Universität Basel
55 Jahre Kampf für die Frauenordination

Die Rückschau der Theologin Ida Raming ist auch eine Dokumentation. Die 87-jährige deutsche Theologin Ida Raming setzt sich seit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-65) für die Zulassung von Frauen zu allen Kirchenämtern der römisch-katholischen Kirche ein. Enttäuscht über die Ausblendung der Katholikinnen und ihrer Anliegen durch die „reine Männerversammlung“ des Konzils liess sie sich nicht davon abhalten, zu Beginn der 70er-Jahre einen Uniprofessor zu finden, der sich bereit erklärte, ihre Dissertation über den Ausschluss der Frau vom Priesteramt zu betreuen. „Das war in der damaligen Situation eine grosse Seltenheit. Denn die Professoren bemühten sich – mit nur ganz wenigen Ausnahmen – eher darum, ihre Loyalität gegenüber dem kirchlichen Lehramt unter Beweis zu stellen.“
Doch Rom bewegt sich nicht. Nach dem traurigen Höhepunkt von 1994 – der polnische Papst versieht das Nein mit einem „Endgültig“ – reisst Ramings Geduldsfaden. Sie lässt sich 2002 mit 6 Mitstreiterinnen von Bischof R. Braschi zur Priesterin weihen – und wird exkommuniziert. Aus dieser persönlichen Perspektive erfolgt der auch dank zahlreichen bibliografischen Angaben aufschlussreiche Rückblick Ramings. Es wird einem klar, dass das bis heute mehrheitlich als Aufbruch wahrgenommene 2. Vatikanische Konzil doch eine gewichtige Schlagseite hatte, nämlich das komplette Ignorieren der Glaubensschwestern. Ein Umstand, der heute, auf dem Hintergrund der Missbrauchsskandale und epidemischen (seuchenartigen) Kirchenaustritten, die Frage der Langzeitwirkung eines grossen Fehlers des Konzils aufwirft.
Ramings Dokumentation enthält auch den Brief einer engagierten Katholikin an Bundesjustizminister Heiko Maas, in dem dieser aufgefordert wird, das im deutschen Grundgesetz garantierte Gleichberechtigungsprinzip von Frauen und Männern bei der römisch-katholischen Kirche durchzusetzen. Hochdotierte Bischöfe und Erzbischöfe der →deutschen Kirche würden aus Steuergeldern von Männern und Frauen bezahlt, obwohl es sich um einen Beruf handelt, den Frauen gar nicht ergreifen könnten. Auch diese juristische Schiene lässt sich bis in die Zeit des Konzils zurückverfolgen, als die schweizerische Juristin Gertrud Heinzelmann ihre berühmte Eingabe an das Konzil machte und darin die Gleichstellung der Geschlechter in der katholischen Kirche und die Frauenordination verlangte. Fortgeführt wird dieser Rechtsweg durch die neuste Petition der katholischen Reformbewegung „Wir sind Kirche“ an den deutschen Bundestag. Gefordert wird darin, dass der Staat das Diskriminierungsverbot durchsetzen und die katholische Kirche zwingen soll, Weiheämter für Frauen zu öffnen.
Ida Raming, 55 Jahre Kampf für Frauenordination in der katholischen Kirche. Eine Pionierin hält Rückschau: Personen – Dokumente – Ereignisse – Bewegungen. LIT-Verlag Münster 2018, 128 Seiten, Fr. 19.90.

Kath. Wochenzeitung Baden 20/2019, S. 6
„Frauendiakonat wieder theologisch noch historisch zu begründen“

Interview mit dem damaligen Dogmatik-Professor Gerhard Müller.
Die Idee eines Frauendiakonats wird in der Kirche heiss diskutiert. Auch die damalige Vollversammlung der Theologenkommission hat sich damit befasst. Was ist dabei herausgekommen?
Gerhard Müller: Unser Hauptthema war  nicht die Zulassung von Frauen zum Diakonat, sondern die theologische Frage, was der Diakonat in der katholischen Kirche eigentlich ist. Wir haben versucht, dies historisch, theologisch und pastoral zu untersuchen und sind daher zu ziemlich eindeutigen Ergebnissen gekommen. Wir wollten klären, in welchem Verhältnis das Diakonenamt zum Priesteramt steht, wie es sich davon unterscheidet, und auch welche Unterschiede es zum Allgemeinen Apostolat aller Gläubigen gibt,. Wir wollten herausarbeiten, was die theologische Eigenart dieses Teils des Weihesakramentes ist. Natürlich ergibt sich daraus auch eine Antwort auf diese Frage, ob also Frauen Zugang zu dieser Form des Weihesakramentes haben können. Und genau dies wird vermutlich in der Öffentlichkeit das meiste Interesse auf sich ziehen.

Und welche theologischen Konturen hat die Kommission nun gefunden?
Müller: Grundlegend ist der Konzilstext „Lumen gentium“, in dem versucht wird, das Weiheamt theologisch in die Lehre von der Kirche zu integrieren. Das Zweite Vatikanische Konzil hat ein verengtes Verständnis des Priestertums auf die Liturgie und die Konsekrationsvollmacht überwunden und das apostolische Amt von :Bischof, Presbyter und Diakon umfassend von der Sendung zu Verkündigung, Heiligung und Leitung her neu begründet.  Ferner hat er die alte Lehre vom Gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen wieder belebt, also dass alle Getauften an der Sendung der Kirche teilhaben und den Heilsdienst Christi in der Welt als Glieder der Kirche mit ausüben. Leider ist das bislang in der Kirche noch nicht hinreichend zur Kenntnis genommen worden.
Das Konzil hat Priesteramt und Diakonenamt als Teile des einen Weihesakramentes begriffen. Damit ist das Diakonat nicht eine Art Laienamt oder, wie man früher sagte, eine „niedere Weihe“, sondern es gehört im eigentlichen Sinn zur Sendung der Apostel und ihrer Nachfolger, und hat anderen Vollmachten und an den Diensten der Verkündigung, der Heiligung und der Leitung teil.

Ergibt sich daraus zwangsläufig ein Ausschluss des Frauendiakonats, weil ja die Apostel ausschliesslich Männer waren?
Müller: In der Tat ergibt sich aus dieser systematisch-theologischen Überlegung, dass die Frage nach einem Frauendiakonat nicht anders beantwortet werden kann als die Fragg nach der Möglichkeit einer Zulassung von Frauen zum Priestertum. Die negative Antwort wird übrigens auch untermauert durch die historische Forschung, denn die Dokumente über die Diakonissen, die seit dem Dritten oder Vierten Jahrhundert vorliegen, zeigen, dass deren Funktion in der Kirche etwas grundlegend anderes war, als das, was wir heute unter dem Diakonat verstehen.
Zwar erhielten auch diese Frauen eine Art Weihe, aber das war eher eine Benediktion, eine Sendung, wie es sich auch bei der sogenannten „Äbtissinnenweihe“ gibt. Und es wurde auch damals schon klar unterschieden zwischen dem Diakonenamt und dem, was die Diakonissen taten. Die hatten etwa die Aufgabe, die Kircheneingänge für die Frauen zu bewachen oder bei der Taufe von Frauen einen Dienst als Anstandsdame zu versehen. Das, was heute eine Pastoralreferentin macht, ist hundertmal mehr als das, was damals eine Diakonissin tat.

Manche Frauen, insbesondere in den deutschsprachigen Ländern hatten sich unter Hinweis auf die geschichtlichen Vorläuferinnen eine Zulassung zum Diakonat erhofft….
Aber es wäre keine Lösung gewesen, wenn wir jetzt eine vorkonziliare Theologie des Diakonats und des Priestertums wiederbelebt hätten, um dies zu ermöglichen. In gewisser Weise wäre es ja auch eine Diskriminierung, wenn ma sagen würde, die Frauen sind zu niedrigsten Weihestufe zugelassen, zu den höheren aber nicht. Im Grunde ist dieses ganze Denken verfehlt. Die kirchlichen Christen sind aufgerufen, am Aufbau der Kirche mitzuarbeiten, Dieses alte Kirchenbild, wonach die Kirche identisch ist mit dem Klerus, sollte längst überwunden sein.

Kath. Wochenzeitung Baden 20/2019 Mai, S. 9
Papst zu Frauendiakonat: „Es gibt Zweifel“

Franziskus sagt beim Rückflug von Mazedonien zur Frage der Diakonin in der Alten Kirche: „Im Grunde ist es nicht sicher, dass es eine Weihe mit derselben Form und demselben Zweck wie bei der Weihe von Männern war.“
Das Diakonat von Frauen sei Franziskus nicht mit der Vorstellung des Diakonats von Männern vergleichbar. Darauf wies Papst  in der Pressekonferenz beim Rückflug von Skopie/Nordmazedonien hin. Auf Anfrage eines Reporters zur den Diakoninnen in manchen orthodoxen Gemeinschaften, erläuterte Franziskus: „zum Beispiel sind die bisher gefundenen Formeln der diakonischen Ordination nach Ansicht der Kommission für die Ordination des männlichen Diakons nicht die gleichen und ähneln eher dem was heute die Benediktion einer Äbtissin wäre.“ (…)

Kath. Wochenzeitung 21/2019 Mai, S. 10
Klartext von Bischof Voderholzer zu vagabundierenden Ideen über Kirche

(…) Zum Weiheamt der Frauen
Bischof Voderholzer: Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen.
Christus hat sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen. Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil. Er entschied im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen kannten.
Die Kirche hat kein Recht, von dieser Vorgabe abzuweichen. Das gilt heute, und das galt zu allen Zeiten.  Die Diakonissen erfüllten eben keinen apostolischen Dienst. Sie trugen kein Weiheamt. Das ist umfangreich erforscht und belegt, und Papst Franziskus bezog sich mehrfach auf diese Forschungsergebnisse. Im Übrigen haben Gemeinde- und Pastoralreferentinnen heute weit mehr Kompetenzen als die altkirchlichen Diakonissen.“ (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 27/2019 Juli, S. 4
„Dienst nicht beliebig ersetzbar“

Der Regensburger Bischof Robert Voderholzer sieht an der Ablehnung der Frauenweihe keine verminderte Bedeutung von Frauen in der Kirche. Indes habe Jesus ausschliesslich Männer als Apostel berufen.

Kirche heute 46-47 2019 November, S. 3, Regula Vogt-Kohler
„Der Reformstau in der Frauenfrage bleibt bestehen“

Tenor der Reaktionen zur Amazonassynode: Kleine Schritte, die es zu würdigen gilt. Den grossen Durchbruch in der Ämterfrage hat die Amazonassynode nicht gebracht. So gesellt sich zur Anerkennung der kleinen Schritte Hoffnung auf eine weitere Öffnung, aber auch Enttäuschung über das Ergebnis.
Zu den Hoffnungsvollen gehört der deutsche Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller: Er ist davon überzeugt, dass die Amazonassynode in die Geschichte eingehen werde als die Synode, mit der das Ende des Pflichtzölibats eingeläutet wurde. „Mit der Empfehlung, bewährte verheiratete Männer zu Priestern zu weihen, ist endgültig der Damm gebrochen, der bisher eine Aufhebung des Pflichtzölibats verhinderte.“ (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 50/2019 Dezember, S. 14
Benedikt XVI.: Frauendiakonat muss lehrmässig entschieden werden

Emeritierter Papst äussert sich im Grusswort zum 50jährigen Bestehen der internationalen Theologenkommission.
Die Frage eines Diakonatsamtes für Frauen in der katholischen Kirche muss nach Auffassung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. theologisch geklärt werden. Dies gehe nicht allein durch Rückgriff auf kirchengeschichtliche Entwicklungen, so der emeritierte Papst in einem Grusswort zum 50jährigen Bestehen der Internationalen Theologenkommission (ITG), das der Vatikan auf seiner Website veröffentlichte. Die Theologenkommission kam in einer 2003 veröffentlichten Stellungnahme bei „der Frage eines eventuellen Frauendiakonats nicht zu einem einmütigen Ergebnis“, so Benedikt XVI. Man sei damals zu dem Schluss gelangt, „dass die rein geschichtliche Perspektive nicht zu einer definitiven Sicherheit führe. Letztlich musste die Frage lehrmässig entschieden werden“ formuliert der Emeritus in einer Fussnote seines Grusswortes. Auch Papst Franziskus hatte 2016 eine eigene Kommission eingesetzt, um frühchristliche Aufgaben oder Ämter weiblicher Diakone zu untersuchen. Wie schon die ITC, kam auch diese internationale, paritätisch (gleichgestellte) mit Frauen und Männern besetzte Arbeitsgruppe zu keinem einhelligen Ergebnis. Das berichtete Franziskus im Mai dieses  Jahres.
Im Abschlussdokument der Amazonas-Synode vom Oktober 2019 wird daher angeregt, das Thema erneut aufzugreifen und zu beraten. Etliche Synodenteilnehmer hatten für die Kirche in Amazonien ein Dokument für Frauen gefordert, da diese dort ohnehin schon etliche für Diakone typische Aufgaben wahrnähmen.

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Freikirchen

Die grüne Kirche verweist in Deutschland auf VEF-Gemeinden; Ausnahme ist die Adventskirche (blaue Kirche). VEF: Verein evangelischer Freikirchen

Kath. Wochenzeitung Nr. 46 vom 16. November 2012, von Josef Bossart/Kipa (…):
Die Freikirchen sind zunehmend erfolgreich

In der Schweiz sind die etablierten Kirchen tendenziell auf dem absteigenden Ast und die Freikirchen zunehmend erfolgreich. Das zeigt eine Nationalfonds-Studie über die gut 5’700 (lokalen) religiösen Gemeinschaften in der Schweiz. Aus Anlass der „Woche der Religionen“ vom 4. bis 10. November 2012: die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

5’734 religiöse Gemeinschaften gibt es in der Schweiz. 1’750 sind römisch-katholisch, 1’423 sind evangelische Freikirchen und 1’094 sind evangelisch-reformiert. 315 Gemeinschaften sind muslimisch. Das sind einige Ergebnisse aus einer umfassenden Zählung, die zwischen September 2007 und September 2008 vorgenommen worden sind.

Rund 690’000 Personen, so schätzen die Forscher, nehmen in der Schweiz an einem normalen Wochenende an einem religiösen Ritual teil: das sind etwa 9 % der Schweizer Bevölkerung. 38 % dieser 690’000 Personen gehen in eine katholische Kirche, 29 % in eine evangelische Freikirche, 14 % in eine reformierte Kirche und 11 % in eine Moschee. Das Überraschende dabei: In evangelischen Freikirchen sind im Vergleich zu reformierten Kirchen mehr als doppelt so viele Personen anzutreffen. Zu erwarten wäre eigentlich das Gegenteil. Denn die reformierte Kirche zählt etwa 20 Mal mehr Mitglieder als die zumeist kleinen Freikirchen.

Schweiz am Sonntag, 22. Mai 2016, Nachrichten S. 9
Der Aufstieg der konservativen Popkirchen.
Die Freikirche ICF hat rekordhohe Besucherzahlen. Nun erhält das Erfolgsmodell Konkurrenz.

Es ist ein Jahr her. Leo Bigger steckt die Hände in die Hosentaschen. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Er steht mitten in der Baugrube des entstehenden /Eventparks in Stettbach bei Zürich. Bigger ist Gründer und Leiter der Freikirche International Christian Fellowship (ICF). In weniger als einem halben Jahr wird er hier seinen ersten Megagottesdienst feiern können. Wöchentlich pilgern dann über 3’000 Gläubige nach Stettbach. So viele Besucher hatte der ICF im vergangenen Jahr jeden Sonntag an seinem bisherigen Veranstaltungsort in der Maag-Halle in Zürich. Zwar gibt es andere Freikirchen, die Schweizerische Pfingstmission etwa, die landesweit rund 10’000 Mitglieder zu ihrer Gemeinschaft zählt. Jedoch schafft es in der ganzen Schweiz keine andere Kirche, so viele Menschen in ihren Gottesdienst zu holen wie die ICF.
Für Bigger ist es ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens. Endlich, nach 20 Jahren, erhält er seine eigene Kirche. (…)

Fresken

„Schaukler“-Fresko in St. Prokulus (7. Jh.) in Naturns/Südtirol

Einzahl: Fresko. Frischmalerei: a fresco, affresco, al fresco – „ins Frische“. Ein Fresko entsteht, indem der Künstler direkt auf die frisch verputzte, noch feuchte Wand malt. Zuerst müssen in Wasser eingesumpfte Pigmente auf den frischen Kalkputz aufgetragen werden. Sobald der Putz trocknet, dringt die Farbe in den Putz ein und kann sich so über Jahrhunderte halten. Allerdings muss der Maler bei einem Fresko zügig und in kleinen Abschnitten arbeiten, denn der Putz trocknet schnell und lässt dann keine Veränderungen mehr zu.

Führungen in Rom und im Vatikan

→Hauptregister Kontakt, Links

Fussball im Vatikan, am Ball das himmlische Bodenpersonal

Kunstrasenplatz des Oratoriums St. Peter an der Via Aurelia
1972 gründete Sergio Valcio die vatikanische Fussball-Liga, um etwas für die körperliche Fitness und das Gemeinschaftsgefühl der Vatikan-Mitarbeiter zu tun (lediglich für Männer). Wintermeisterschaft 2006/07:

11er-Mannschaften, wie z. B. Palastputzdienst, Museumswärter, Gendarmerie, Schweizergarde, Feuerwehr, Floreria  (Technik), Bank (Istituto per le Opere Religione), Post, Typographie, Bibliohek usw. Italienische Schieds- und Linienrichter.
→Sportzentrum

Inzwischen ist durch Staatssekretär Tarcisio Bertone der Klerus-Pokal ins Leben gerufen worden. Erste Spielzeit: Frühjahr 2006.  Es spielten internationale katholische Teams von allen Kontinenten gegeneinander. Die Regeln wurden leicht abgeändert, so gab es z. B. keine roten Karten.

OR vom 27.02.2009, Nr. 9:
„Clericus Cup“ geht in die 3. Runde
Der dritte Clericus Cup, das Fussball-Turnier der römischen Priesterseminare, ist in Rom eröffnet worden. Weil dort angehende Kleriker und Jungpriester aus 69 Nationen teilnehmen, handele es sich um eine Art „Fussballweltmeisterschaft“, stellten die Organisatoren bei der Präsentation im römischen Olympia-Zentrum fest. Die Spiele finden an den kommenden Sonntagen statt, mit Ausnahme vom Ostersonntag. Austragungsort ist das kirchliche Sportgelände „Oratorio San Pietro“ (→Sportzentrum) in unmittelbarer Nähe der vatikanischen Mauern. Die Mannschaften sind im Vergleich zum ersten Turnier deutlich professioneller organisiert, betonte der Präsident des Katholischen Sportverbandes Italiens. Die Leistungsdichte sei gestiegen und Qualitätsunterschiede zwischen den Teams seien kaum noch zu erkennen. Fairness und ein würdevoller Umgang mit dem Gegner sollen zentraler Bestandteil des Turniers sein. Im Eröffnungsspiel traten die Vorjahressieger, das Team der „Mater Ecclesia“, gegen die brasilianische Auswahl des „Collegio Orionino“ an. „Mater Ecclesia“ gewann das Spiel mit 2 : 1.

OR Nr.  24 vom 18. Juni 2010:
Die Fussballelf „Redemptoris Mater“ ist Sieger des internationalen Turniers römischer Priesteramtskandidaten um den Clericus Cup 2010. Im Finale holten sich die Vorjahressieger von der neokatechumenalen Bewegung erneut den Titel mit einem 1 : 0 Sieg über die „North American Martyrs“. Das Spiel um Platz drei entschied zuvor das „Collegio Brasiliano“ mit 6 : 1 Toren gegen die Ordensgemeinschaft der „Guanelliani“ (Diener der Nächstenliebe) klar für sich.

Kirche heute 15/2011:
Anpfiff im Vatikan

In Rom hat der 5. „Clericus Cup“ begonnen. Beim Fussballturnier der römischen Priesterseminare machen 16 Mannschaften mit. Die rund 400 Priester und Seminaristen kommen aus den verschiedensten Ländern. Diesmal nimmt auch ein ehemaliger Serie A-Spieler teil: Davide Tisato, der mit Chievo in der italienischen Topliga gespielt hat, kickt nun für die Vatikanmannschaft „Redemptoris Mater“, da er zum Seminaristen geworden ist. Der Vatikan ist kein Mitglied des Fussball-Weltverbandes, hat aber neben einer Liga auch eine eigene Nationalmannschaft. Sie bestreitet nur selten Länderspiele und wenn, dann gegen andere Kleinstaaten wie San Marino oder Monaco.

OR Nr.  23 vom 10. Juni 2011:
Vor einigen Wochen trafen sich die Fussballmannschaften des Fürstentums Monaco und des Vatikans zu ihrem 2. Spiel. Das Matsch wurde auf dem Fussballfeld „Kardinal Spellmann“, „Petriana“ genannt. ausgetragen. Es endete mit einem 2 : 1 für die Monegassen.

OR Nr. 20 vom 18. Mai 2012:
US-Priesteramtskandidaten gewinnen Clericus-Cup

Die Fussballmannschaft „North American Martyrs“ hat den Clericus Cup 2012 römischer Priesterkollegs und Päpstlicher Universitäten gewonnen. Im Finale setzten sich die Seminaristen des Päpstlichen Nordamerikanischen Kollegs mit 3:0 gegen die Elf der Universität Gregoriana durch. Unter den Zuschauern auf dem Fussballplatz unweit des Vatikans befand sich auch der Erzbischof von Sydney, George Kardinal Pell. In diesem Jahr nahmen 16 Mannschaften und insgesamt 351 Seminaristen und Priester aus 71 Ländern am Clericus Cup teil. Im Verlauf des Turniers wurden 42 gelbe und 2 rote Karten verteilt. Es wurde zum sechsten Mal ausgetragen.

OR Nr. 10/11 vom 02.03.2014, S. 3

Zum 8. Mal startet in dieser Woche der sogenannte Clericus-Cup im Vatikan. Ab 8. März ringen bei dem Fussballturnier für katholische Geistliche 16 Mannschaften um die Siegtrophäe, wie die Veranstalter mitteilten. Insgesamt tauschen 358 römische Seminaristen und Priester aus 60 Ländern das geistliche Gewand mit dem Spielertrikot. Titelverteidiger sind die „North American Martyrs“, die auch schon 2012 den Pokal holten. Die Spieler aller Mannschaften tragen auf ihren Trikots die Aufschrift „Mein Kapitän ist Papst Franziskus“. Das Endspiel findet am 24. Mai statt.

Buenos Aires. Der „Sportclub Papst Franziskus“, eine zu Ehren des argentinischen Papstes gegründete Fussballmannschaft, geht in seine erste Saison. Mit erklärten Aufstiegsabsichten startet das Team in der Meisterschaft der argentinischen Stadt Lujan am 22. März in der 6. argentinischen Liga. Der Club wurde im Oktober 2013 gegründet.

Fussball Foto Stefan Meier k

Fussballbegeisterte Gardisten verfolgen in ihrer Mensa ein Spiel ihrer Nationalmannschaft.

OR Nr. 25 vom 23.06.2017, S. 4
Die Vatikanische Fussballmannschaft trat am 17. Juni 2017 zu einem Freundschaftsspiel in Wittenberg an. Nachdem beim Hinspiel in Rom 2015 die Vatikanmannschaft gewonnen hatte, siegte das Benefiz-Team der Lutherstadt diesmal mit 2:0.
(Die Vatikanmannschaft besteht aus Angestellten verschiedener Abteilungen. Immer dabei sind zwei Schweizergardisten. Die Mannschaft soll aus begeisterten Fussballern bestehen.)

Zusammenfassung „Fussball im Vatikan“ (Wikipedia, 08.2017)
Die Vatikanstadt verfügt über eine eigene Auswahlmannschaft. Da der Staat jedoch keinen Fussballplatz vorweisen kann, der den FIFA-Normen entspricht, ist die Vatikanstadt weder Mitglied der FIFA noch der UEFA.
Der Vatikan ermittelt den Meister in einer eigenen, aus 16 Mannschaften bestehenden Liga und trägt unterschiedliche Pokalwettbewerbe aus:

Fussballauswahl der Vatikanstadt
Die Fussballauswahl besteht hauptsächlich aus Einwohnern Roms und bestreitet nur selten Länderspiele gegen Auswahlteams anderer Länder und dann meist gegen andere Kleinstaaten wie San Marino oder Monaco.

Vatikanische Liga
1972 gründete Sergio Valcio die vatikanische Fussball-Liga Attività Calcistica dei Dipendenti Vaticani (ACDV), um etwas für die körperliche Fitness und das Gemeinschaftsgefühl der Vatikan-Mitarbeiter zu tun. Die Mannschaften rekrutieren sich aus den Verwaltungsabteilungen des Vatikan (etwa den Museen, des Radios oder der Post). Die Spiele der vatikanischen Liga finden im römischen Aussenbezirk Primavalle statt, da es im Vatikanstaat keinen Sportplatz gibt. Die Mannschaften der Liga treten auf einem Kleinfeld mit 4 Feldspielern und einem Torwart gegeneinander an. Dies ist notwendig, da die Mannschaften nicht genügend Spieler zusammenbekommen. Die Liga findet nicht jedes Jahr statt und der Meister ist nicht für internationale Wettbewerbe qualifiziert. Die letzten 4 Meister: 2013 und 2014: San Pietro Team: 2015 und 2016: Musei Vaticani.

Vatikanischer Klerus-Pokal
Der als Fussballfan bekannte a. Staatssekretär Tarcisio Bertone initiierte den Clericus Cup, der erstmals im Jahre 2007 stattfand. Es spielen internationale Teams von allen Kontinenten gegeneinander. Die Regeln wurden leicht abgeändert, so gibt es zum Beispiel keine Roten Karten, sondern Blaue Karten, bei denen der betroffene Spieler 5 Minuten aussetzen muss. Die letzten 4 Pokalsieger: 2013: North American Martyrs, 2014 und 2015: Pontificio Collegio Urbano, 2016: Mater Ecclesiae.

Coppa Vaticana
Die letzten 4 Pokalsieger: 2013; Fortitudo 2007, 2014: San Pietro Team, 2015: Musei Vaticani, 2016 Santos.

Supercoppa Vaticana
Die letzten 4 Pokalsieger: 2013 unbekannt, 2014 San PietroTeam, 2015: Santos, 2016: Musei Vaticani.

OR Nr. 9 vom 02.03.2018, S. 4
Bei der zwölften Fussball-WM für Kleriker in Rom haben am 24.02.2018 die ersten Vorrundenspiele stattgefunden. Insgesamt treten bei „Clericus Cup“ 16 Mannschaften in vier Gruppen an. Ermittelt wird das beste Team von in Rom ansässigen Ordensniederlassungen, vatikanischen Institutionen oder Priesterseminaren. Die 345 Spieler kommen aus 71 Ländern, darunter Syrien, Kongo und der Südsudan. Erstmals ist ein Priester als Schiedsrichter tätig. Veranstalter des Turniers ist der katholische Freizeitsportverband Centro Sportivo Italiano, Radio Vaticana Italia ist Medienpartner.

OR Nr. 22 vom 01.06.2016, S. 4
Am 26. Mai 2018 haben die Kleriker Roms ihren Fussballweltmeister ermittelt: Neue Champions des „Clericus Cup“ sind die „Nordamerikanischen Märtyrer“. Mit 4  : 2 im Elfmeterschiessen besiegten die Spieler des Päpstlichen Nordamerikanischen Kollegs die Mannschaft der Päpstlichen Universität Urbaniana. Diese hatten das Turnier im vergangenen Jahr gewonnen. Die Nordamerikaner hatten bereits 2013 und 2014 den Pokal geholt.

OR Nr. 23/24 vom 08.06.2018
Erstmals Frauenfussball im Vatikan

Im Vatikan hält der Frauenfussball Einzug: Erstmals werden bei einem Freundschaftsturnier 2 Teams weiblicher Angestellter gegeneinander antreten, wie der Fussballverantwortliche des Kleinstaates, Danilo Zennaro, dem italienischen bischöflichen Pressedienstes SIR berichtete. Das Match wird im Rahmen eines Sport- und Familienfestes am kommenden 10.06.2018 in der Sportanlage Pio XI. stattfinden. Im Vatikan arbeiten rund 750 Frauen (→Angestellte), darunter viele Ordensangehörige.
Bei der gleichen Veranstaltung am 10. Juni werden auch der vatikanische Liga-Meister, die Betriebssportmannschaft der päpstlichen Kinderklinik „Bambino Gesù, und der Pokalsieger „Vatikanische Museen“ um den Supercup kicken. Insgesamt 8 vatikanische Einrichtungen wie die Schweizergarde oder das Geheimarchiv stellen eigene Fussballteams, die regelmässig Wettkämpfe bestreiten. Frauenmannschaften existierten bislang nicht.
Die Fussballtradition im Vatikan reicht in das Jahr 1521 zurück, als erstmals ein Vorläufer des heutigen Spiels, eher eine Art Rugby, im Beisein von Papst Leo X. im Belvedere-Hof stattfand. Das älteste noch bestehende vatikanische Fussballteam ist die 1966 gegründete Elf der Vatikanischen Museen. International gehört der Vatikan zu den wenigen Staaten, die nicht im Fussballverband FIFA organisiert sind.

Homepage VepS Sektion Region Basel, Juli 2018
Vatikans Fussballer in Schaan

Das Fussballspiel zwischen Azzurri Schaan Liechtenstein und der Mannschaft des Vatikans wurde in Schaan FL am 16. Juni 2018 unter optimalen Bedingungen ausgetragen. Das Resultat ist ein bisschen hoch ausgefallen … 8 zu 1 für die Azzurri, aber der Vatikan hat zuerst getroffen und der Pausenstand war nur 2 zu 1. Zwei Gardisten nebst Angestellten waren mit von der Partiem Marco Cina und Romano Pelosi.
Der Staat der Vatikanstadt ist nicht Mitglied der Uefa noch der Fifa. Er führt auch kein olympisches Komitee. Von einer vatikanischen Fussball-Nationalmannschaft zu sprechen, wäre doch übertrieben.

Kath. Wochenzeitung Baden 27/2019 Juli, S. 9
Affront durch Abtreibungsaktivisten: Frauenteam des Vatikans sagt internationales Debut ab

Es sollte ein Freundschaftsspiel sein, und der erste internationale Auftritt der Frauenfussballteams des Vatikans. Statt dessen endete es in Wien mit einem Affront: Abtreibungs- und LGTB-Aktivisten (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender), darunter Spielerinnen des Vereins „FC Mariahilf“, störten mit Aktionen, Plakaten und Flugblättern das Spiel noch vor dem Anpfiff.
Als zum Anspiel der Hymne des Vatikans gespielt wurde, zogen mehrere Spielerinnen des Vereins „FC Mariahilf“ Medienberichten zufolge ihre Trikots hoch, um gemalte Eierstöcke und Abtreibungs-Slogans zu präsentieren. Zudem hatten Aktivisten am Spielfeld LGBT-Plakate wie Regenbogenfahnen und „Anti-Homophobie“-Poster aufgehängt. Daraufhin sagten die Spielerinnen des Vatikans das Match gegen den österreichischen Drittligisten ab. (…)
Die päpstliche Frauenfussballmannschaft hatte laut „Vatican News“ 2018 ihren ersten Auftritt und erhielt kurz darauf eine Einladung von FCM. Er habe erst nicht damit gerechnet, dass die vatikanischen Kickerinnen die Einladung wirklich annehmen werden, berichtete Vereinsgründer Ernst Lackner laut „Vatican News“, doch habe der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, dem vatikanischen Team nach Rückfrage versichert, dass der FC Mariahilf eine seriöse Mannschaft sei, die auch im Wohltätigkeitsbereich  stark engagiert ist, so Lackner laut „Vatican News“.
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