Bap bis Be

Basel-Stadt  (versch. Parzellen im Vergleich zum Vatikanstaat)

Diesem Kanton mit seinen zwei Gemeinden Riehen und Bettingen geht es gleich wie dem Staat der Vatikanstadt (44 ha): zu wenig Platz! Wie der Vatikan viele exterritoriale Gebiete kennt, ist es bei diesem Kanton ähnlich. Beispiele:

Die Christoph-Merian-Stiftung nennt folgende Gebiete im Kanton Basellandschaft sein Eigen:

Dreispitz 25 ha (Neumünchenstein), Brügglinger Ebene 43 ha (Neumünchenstein), Kägen 8,5 ha (Reinach), Schlatthof 120 ha (Reinach), Schürhof 19 ha (Aesch), Bernhardsberg  6 ha (Oberwil), Unteres Grueth 32 ha (Münchenstein), Predigerhof 20 ha (Bruderholz/Reinach), Lachmatt 14 ha (Pratteln), dazu kleinere Parzellen.

Der Kanton-Baselstadt besitzt:

Allschwiler-Weiher 15 ha, Bruderholz 44 ha (Binningen); gleich gross wie der Staat der Vatikanstadt, Aesch-Nord 13 ha, Sportanlagen St. Jakob 4 ha (Neumünchenstein), und  kleinere Bauparzellen ausserhalb der Stadt 30 ha.

Die Bürgergemeinde/das Bürgerspital BS besitzen:

Hardwald 250 ha (Birsfelden), Pfeffinger-Wald 97 ha, Arlesheimer-Wald 35 ha, Bruderholz 18 ha, Spittelhof u. a. 7 ha (Biel-Benken), Bachgraben 7 ha, kleinere Parzellen u. a. 0,5 ha Bauland.

Basiliken  (Unterschiede)

maior, minor →Papstbasiliken

Bauernhöfe (Landwirtschaftsbetriebe) des Vatikans

Landwirtschaftshof in den Vatikanischen Gärten von Castel Gandolfo

Ein Erster befindet sich in den Gärten in Castel Gandolfo, Päpstlicher Landwirtschaftshof genannt, italienisch  FATTORIA (gegründet 1932 durch Pius XI.)

Bestückt mit rund 25 schwarz-weiss-Freiburgerkühen (BR-Fernsehen 18.07.09: 25 Friesenkühe). Vor dem Krieg mit braunen Schweizer Kühen. Rinder auf weiten Weiden. Gackerndes Federvieh. Keine Ziegen. Modernst eingerichteter Bauernhof mit Maschinen und Computern (Abpackungen z. B. laufen über PC-Programm). Aus der Milch (600 l/Tag) gibt’s gleich auch Joghurt. Die meiste Milch wird abgepackt (Latte fresco, fattoria Ville Pontifice) und kommt jeden Morgen mit dem Auto (zuerst noch die Bar Carosi im Dorf bedienen) in den Supermarkt (Annona) des Vatikans bzw. an Papst und Kardinäle.

Fernsehen BR vom 13.12.2010:
Pius XI. (1922-39) hat den Bauernhof 1935 erweitert. Ziel: Produkte für Einwohner/innen SCV. Viele Olivenbäume sind über 100 Jahre alt. 25 Friesenkühe geben täglich 600 Liter Milch. Verwertung: Abgabe an Caffé Carosi, Annona. Butter, Joghurt. Auf dem Bauernhof-Areal sind Heilpflanzen (z. B. die Königskerze). Kein Wein noch Fleischabgabe. Sonst wird alles angepflanzt (Zucchini, Tomaten, Blumen usf.).

A. Gahlinger, a. Schweizergarde-Hauptmann, Die neue Garde, S. 61:
In einem heftigen Bombenangriff wurde das Bauerngut der Villa, einer der schönsten Musterbetriebe Mittelitaliens, teilweise dem Erdboden gleichgemacht (Februar 1944).

Ganz heimelig mutet es den Gardisten an, im geräumigen, blitzsauberen Stalle der Azienda eine ganze Anzahl erstklassiger Schweizer Kühe (1954) anzutreffen und über ihrer Lagerstätte auf kleinen Schiefertafeln in gutem Schweizerdeutsch die bekannten Kuh-Kosenamen: „Bless, Läby, Bärbeli, Lisi“ zu finden.

AS, Vatikanistan, S. 304:
Bauernhof: Es gibt hier einen päpstlichen Kuhstall (Holstein-Friesische Schwarzbunte, 2008), Hühnerhäuser mit mosaikgeschmückten Giebelfriesen. Die Eier sind allesamt bio, werden päpstlicherweise verspeist oder im Supermarkt Annona des Kirchenstaates steuerfrei verkauft.

Osservatore Romano Nr. 37 vom 16.09.2011 von Mario Ponzi und Giuseppe Bellapadrona, Verantwortlicher der Fattoria:
Ursprung des päpstlichen Landwirtschaftsbetriebes: Anfänge der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts, als die Arbeiten zur Restaurierung und Erneuerung des päpstlichen Palastes, zur Umgestaltung der Villa Barberini und ihrer Verbindung mit den beiden anderen Hauptgebäuden (dem Palast und der Villa Cybo) durch einen Verbindungsgang über dem Bogen der antiken Porta Romana vorgenommen wurden. Anfangs war der landwirtschaftliche Betrieb nach Art eines für die bescheidenen Bedürfnisse einer Familie bestimmten und genutzten Grundstücks angelegt; einige Milchkühe und ein kleiner Hühnerhof und angeschlossen ein Kaninchenstall.

Die Idee dazu ist Leo XIII. (1878-1903, Pecci) zu verdanken, dessen Wunsch es gewesen war, auf dem Vatikanischen Hügel einen mustergültigen Weingarten anlegen zu lassen, Ziel war aber in den 30er-Jahren, dem erlauchten Bewohner etwas ländliche Erholung zu bieten. Pius XI. (1922-39, Ratti) erwog nämlich, die Fattoria als einen Ruf zur Natur und als Modell eines natürlichen Lebensstils einzurichten.

Die Umbauarbeiten des Gesamtkomplexes der päpstlichen Sommerresidenz dauerten gut 3 Jahre, von Juni 1930 bis Ende 1933. Als Pius XI. am Morgen des 24. Augustes 1933 in Castel Gandolfo eintraf, fand er die Fattoria voll betriebsfähig. – Auch die Nachfolger des Ratti-Papstes hatten ein vertrauensvolles Verhältnis zur Fattoria. Von ganz besonderer Art war die Beziehung von seitens Pius’ XII. (1939-58, Pacelli). Bekannt ist seine anfängliche Abneigung, für die Sommerzeit nach Castel Gandolfo zu übersiedeln. Er hatte sich nie einen Augenblick länger als unbedingt nötig in der Sommerresidenz aufgehalten; und nur ein einiges Mal hatte er eingewilligt, einen kurzen Rundgang durch die Gärten zu machen. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Fattoria in der dramatischen Zeit des Krieges, nämlich nach der Landung der Alliierten in Anzio am 22. Januar 1944.

„Der grosse Exodus (nach Emilio Bonomelli, seit 1932 Direktor der Päpstlichen Villen) begann in jenen Jahren, als sich die Innenräume der Villa auf unvorstellbare Weise mit diesen beklagenswerten, herumirrenden und leidenden Menschen füllte. In den Ställen, in den Abstell- und Lagerräumen, in den Heuspeichern, in den Weinkellern und Gewächshäusern, wo immer es möglich ist, drängen sich ganze Familien zusammen. Innerhalb weniger Tage stieg die Zahl der Personen, die sich auf diesem kleinen privilegierten Grundstück zusammendrängten, wo sie Sicherheit und Unversehrtheit zu finden hofften, auf über 12’000 an. Und als es keinen freien überdachten Quadratmeter mehr gab, entstanden wie von Zauberhand zwischen Brunnen und Rosengarten, zwischen den klar gekennzeichneten Gemüsebeeten Zelte, Verschläge und Baracken.“ Und die Tiere der Fattoria lassen sich, wie es scheint, von diesem Menschenauflauf nicht aus der Ruhe bringen, ja: „Ochsen und Kühe, Schafherden, Maulesel und Pferde“ finden mit Geduld auch einen Ruheplatz auf den Lichtungen zwischen den jahrhundertealten Olivenbäumen und oft auch zwischen Feldern mit blühenden Myrten und Kamelien. „Das Ganze glich einer riesigen Arche Noah, die auf dieser unerreichbaren Anhöhe gerettet wird. Pius XII. schickte täglich einen Vertrauten zu jenen Menschen, um ihre Bitten und Wünsche einzuholen, „und alle fanden“, schreibt ebenfalls Bonomelli, „geduldiges Gehör und die gewünschte Hilfe.“

Der Bombenangriff, der am 11. Februar 1944 einsetzte, verursachte nicht nur beträchtliche Schäden an den Häusern, sondern veranlasste die Flüchtlinge neuerlich zur Flucht. Auch der Kuhstall wurde in den Vatikan evakuiert. Alles lag in Trümmern. Nachdem der Friede eingekehrt war, wurden unverzüglich die Arbeiten zur Behebung der beträchtlichen Schäden aufgenommen. Das erste Objekt, das wiederhergestellt wurde, war die nahezu völlig zerstörte Fattoria.

Auch Johannes XXIII. verschmähte keineswegs einen Spaziergang durch den landwirtschaftlichen Bereich, „auch wenn er“, wie sich Saverio Petrillo erinnert, „lieber heimlich aus der Stadt flüchtete, um sich unter dem Volk aufzuhalten. Paul VI. hatte eine Schwäche für die Fattoria: „Seine häufigen Besuche dort waren unausbleiblich. Er begann seine Urlaubszeit nie ohne einen Spaziergang durch die Fattoria und kehrte nicht in den Vatikan zurück, ohne vorher noch einmal den Tieren und den Obstgärten einen Besuch abgestattet zu haben. Papst Johannes Paul II. unterhielt sich gerne mit den Angestellten, ihren Familien, vor allem mit den Kindern: „In die Fattoria ist er selten gekommen. Er wollte lieber mit den Leuten zusammentreffen. Benedikt XVI.  hat den landwirtschaftlichen Bereich während seines ersten sommerlichen Aufenthaltes besucht. „Er kam an einem Sonntagnachmittag“, erinnert sich Bellapadrona, „und es war ein angekündigter Besuch, so haben wir also mit grosser innerer Bewegung auf ihn gewartet. Der Papst begann mit uns sogleich ein familiäres Gespräch. Wir begleiteten ihn an die verschiedenen Orte, und er zeigte sich sehr interessiert für jede Einzelheit. Er stellte uns Fragen über die Fütterung und Aufzucht der Tiere. Er war davon beeindruckt, wie leidenschaftlich wir die Qualität unserer Produkte, vor allem des Olivenöls, rühmten. Und nachdem er etwas davon auf einer Bruschetta gekostet hatte, sagte er zu uns, dass es sehr gut war.

Die Tiere des Papstes auf der Fattoria:

  • Ein Wachhund: überwacht die Hennen vor Füchsen
  • Gefleckte Friesenkühe, mit von Milch prallen Eutern (nachfolgend beschrieben)
  • Eine Reihe kleiner Bienenstöcke, wo edler Honig heranreift
  • 2 abgerichtete Falken, die Obstgärten vor hungrigen Krähen schützen
  • Ein Wiedehopfpärchen, in den Steineichen
  • Man nimmt einen aussergewöhnlichen Duft von Heu wahr, der sich mit dem Duft der Rosen mischt

Lage, Inhalt usf.:
Die Fattoria, der landwirtschaftliche Betrieb, ist ein historischer Teil der Sommerresidenz der Päpste. Sie befindet sich im äussersten Teil der Residenz, gleich hinter dem Tor, das sich auf den Hauptplatz von Albano hin öffnet. Die Fattoria hat eine Fläche von 20 Hektar mit:

  • Treibhäusern mit farbenprächtigen Blumen
  • Rosengarten (in den Ruinen der Kaiservilla)
  • Gemüsegarten (terrassenförmig angelegte Gemüsebeeten)
  • Mitten im Areal die Kühe
  • Einmal 2 Wildschweine, Don Zeno di  Nomadelfia hatte sie Paul VI. geschenkt
  • Gazellen, ein Geschenk an Pius XI. vom Apostolischen Delegaten von Ägypten
  • Die Fattoria ist ein Modellbetrieb, vor allem wegen seiner besonderen Beschaffenheit. Ein äusserst technologisierter moderner Betrieb. Bellapadrona: Die Verwendung bahnbrechender Materialien erlaubt uns, die Milch bei 75 Grad zu pasteurisieren, um ihre spezifischen organischen Wirkstoffe von hoher Qualität mit einem höheren Proteingehalt der Molke als man ihn normalerweise in der kommerziell pasteurisierten Milch findet. Es gelingt uns also, praktisch alle wesentlichen Eigenschaften unversehrt zu erhalten.
  • 25 Kühe produzieren die Molke. Sie sind in einem 2008 neu gestalteten Stall   untergebracht. Er liegt in einer etwas abgesonderten Zone. „Wir haben uns  dazu entschlossen, um den Kühen eine gesunde und angenehme Umgebung zu bieten: So sollen sie nicht unter Stress gesetzt werden, was die Qualität der Milch beeinträchtigen würde,“ meint Bellapadrona. Es handelt sich um hochwertige Zuchttiere, die alle streng registriert und im Verzeichnis des „Buches der italienischen Friesenrinder“ aufgeführt sind.
  • Unterkunft: beachtliche Freiräume, auch dann, wenn sie sich in einem geräumigen, an den vier Seiten offenen Schuppen befinden. Jede Kuh hat ihren eigenen Ruheplatz. Sie richten sich selbst auf dem Strohlager ein. Platz für Futterkrippen mit Schlitzen, die sich nach einem festen Zeitplan öffnen. Das Menü ist reichlich: Es handelt sich um eine Fütterung, wie sie in der Region üblich ist, in welcher der Parmesankäse von Reggio Emilia hergestellt wird. Nicht fermentiertes Heu und Konzentrat. Völlig verzichtet wird auf Nährstoffe aus gelagertem Heu oder Mais. Denn davon wird in der Region des Parmesan abgeraten, um eine abnormale Fermentation (Gärung) des Käses zu vermeiden. Also ein einziger Menügang, der mit einer hochmodernen   Mischmaschine so zubereitet wird, dass die Kühe sowohl den proteinhaltigen Anteil als auch die Ballaststoffe bei gleichzeitig höchster Verdaulichkeit und in Anpassung an den Bedarf jedes einzelnen Tieres aufnehmen. Dies deshalb, weil jedes Tier je nach der Milch, die es produziert, eine Zusatznahrung braucht. Hygiene ist wichtig: Automatische Bürsten sorgen mehrmals am Tag für die Säuberung der Abflussrinne zwischen dem Tag- und dem Nachtbereich, um die Umgebung immer sauber zu halten. Dasselbe gilt für den Gang, über den man zu dem vollkommen automatisierten Melkbereich gelangt. Dank  ruhigem   und sauberem Dasein gelingt es den Kühen, grosse Milchmengen zu erzeugen, jede Kuh mindestens 50 Liter pro Tag. Da jedoch die seinerzeit festgelegte Gesamtproduktionsquote von 600 Litern pro Tag eingehalten werden muss, muss versucht werden, die Produktion einzuschränken (verringern der Stückzahl der Tiere).   Milch, Öl, Eier und hie und da Fleisch werden ausschliesslich
    in der →Annona im Vatikan verkauft.
  • Hühnerzucht: Ein grosses Gehege, in dem ungefähr 300 Legehennen frei nach Lust und Laune scharren können. Sie legen über 200 Eier pro Tag, die in kurzer Zeit in der Annona verkauft werden.
  • Ausser den Legehennen gibt es noch 60 Fleischhühner, die gleichfalls freien Auslauf haben. Der Nachwuchs wird von verschiedenen Kükenbruten sichergestellt.
  • Pflanzenzucht: Blumen und Pflanzen für den Schmuck der päpstlichen Paläste
  • Obstgarten: hauptsächlich Aprikosen- und Pfirsichbäume, deren Erträge für die interne Versorgung ausreichen.
  • Olivenhain, jahrhundertealt, zwischen 2’000 und 3’500 Liter Öl-Ertrag. Ein Nektar, dessen Besonderheit nicht nur der besonderen Olivensorte – kleine, aber sehr schmackhafte Früchte wie jene von jahrhundertealten Bäumen – zu verdanken ist, sondern durch die kalte Pressung besonders hochwertig  gemacht wird. Nur wenige Flaschen tauchen für kurze Zeit in den Regalen der Annona auf. Und natürlich  landen sämtliche Produkte auf dem Tisch des Papstes.

Internetmeldung vom 21.09.2012, pm:
Auf dem päpstlichen Bauernhof in Castel Gandolfo ist der erste Bio-Honig geerntet

Darüber informiert der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti in einer Aussendung. Die Bienenstöcke mit einer halben Million Bienen hatte Papst Benedikt letztes Jahr als Geschenk entgegengenommen. Ebenfalls seit letztem Jahr verfügt der päpstliche Bauernhof über einen neuen Weinberg von einem Hektar Ausdehnung. Der erste Wein – weisser wie roter – für die Tafel des Papstes kann Ende nächsten Jahres gekeltert werden, hiess es in der Äusserung. Der Landwirtschaftsverband sorgte eigenen Angaben zufolge für moderne Geräteschaft sowie eine entsprechende Ausstattung des päpstlichen Weinkellers mit Kastanien- und Eichenfässern.

OR Nr. 35 vom 29.08.2014, S. 4

Der päpstliche Bauernhof in Castel Gandolfo wird möglicherweise bald für Besucher geöffnet. Dies gehöre „zu den nächsten Projekten, die in Erwägung gezogen werden sollten“, sagte der Verwaltungsleiter der päpstlichen Villen in Castel Gandolfo, Osvaldo Gianoli, dem Sender Radio Vatikan. Probehalber seien schon 350 Kinder und Erwachsene von der vatikanischen Familienfürsorgestation zu Gast gewesen, berichtete Gianoli. Der in Castel Gandolfo in den Albaner Bergen gelegene päpstliche Bauernhof versorgt den Papst und den Vatikan mit Fleisch, Gemüse, Milch und Olivenöl aus eigener Produktion. Zu dem landwirtschaftlichen Betrieb zählt auch ein Weinberg, den Benedikt XVI. geschenkt bekam. Die Milch des päpstlichen Bauernhofes kann auch in den Geschäften Castel Gandolfos und im vatikanischen Supermarkt erworben werden.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, Das Lexikon, S. 59
Der Päpstliche Bauernhof (Stand 2010)

Auf dem Gelände der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo befindet sich die „Fattoria Pontificia“ – der Bauernhof. Etwa die Hälfte des 55-Hektar-Territoriums in Castel Gandolfo – vor allem im südlichen Teil – wird landwirtschaftlich genutzt. Dort werden Obst und Gemüse angebaut, darunter Kiwi, Pfirsiche, Äpfel, Salat und Tomaten sowie Milchvieh und Hühner gehalten. Die Produkte dienen der Versorgung des päpstlichen Haushaltes und werden im Vatikansupermarkt „Annona“ (siehe dort) verkauft. Für die Herstellung von Butter, Joghurt und Käse wurde eigens eine kleine Molkerei eingerichtet. – Im südöstlichen Teil des Geländes erstrecken sich grosse Olivenhaine mit rund 900 Bäumen. Das Olivenöl wird nach alter Tradition hergestellt. Die Oliven werden von Hand geerntet und direkt in der Ölmühle der Fattoria verarbeitet.  Jährlich werden so rund 1’700 Liter feinstes Öl hergestellt, das im vatikanischen Supermarkt Annona meist nach wenigen Tagen vergriffen ist. – 30 Kühe produzieren täglich rund 600 Liter Milch, 500 Hühner, untergebracht in Ställen in Form kleiner Gartenhäuser mit bemalten Keramikfliesen, versorgen Papst und Vatikanmitarbeiter mit frischen Eiern.  Papst Pius XI. Ratti (1922-39) liess 1929 die Fattoria aufbauen. Er wollte damit zum einen die Verbundenheit der Kirche mit der Welt der Landwirtschaft zum Ausdruck bringen, zum anderen auch ganz praktisch eine gewisse unabhängige Versorgung des Vatikans gewährleisten. Der Bauernhof untersteht dem Direktor der Päpstlichen Villen und damit dem Governatorat (Vatikanstaat).

Nuzzi G., Alles muss ans Licht, 2015, S. 152: weitere 2 Bauernhöfe
Das Landgut, das dem Vatikan gehört, liegt an der Via Laurentina vor den Toren Roms. Mit Geldern des Heiligen Stuhles hat man hier einen vielversprechenden landwirtschaftlichen Betrieb hochgezogen. Wenige hundert Meter hinter dem Friedhof Cimitero Laurentino, der am 9. März 2002 geweiht wurde, liegt der landwirtschaftliche Betrieb S. Giuseppe. Wir befinden uns an der südlichen Peripherie der italienischen Hauptstadt in einem Gebiet mit schwunghafter Bautätigkeit. In der Nähe hat man ein ganzes Stadtviertel aus dem Boden gestampft, Fonte Laurentina: mehrere tausend Wohnungen zu erschwinglichen preisen unweit des Grande raccordo anulare, des Autobahnrings rund um Rom. – Unweit der Porta Medaglia liegt die Società agricola San Giuseppe, Via Laurentina 1351, die am 8. Juni 2011 als Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet wurde. 22 Hektar Land werden vorwiegend als Freiland bewirtschaftet. Weizen und Futtermittel werden angebaut, Luzerne (Futterpflanzen) und vor allem Olivenbäume. Ursprünglich gab es davon 800, aus denen man kalt gepresstes Olivenöl gewann. Auf einem einfachen, aber deutlichen Schild am Eingang des Landgutes steht der Name des Betriebes sowie der rumänischen Familie – Vater, Mutter, zwei Söhne -, die die Felder bewirtschaftet. Sie leben dort in einer Wohnung der →APSA, die man ihnen mit einem unentgeltlichen Leihvertrag überlassen hat. Gleichzeitig beaufsichtigen sie das Gelände. Diese Bewachung wurde unentbehrlich, nachdem eine Bande von Dieben das zukunftsträchtige Landgut als logistischen Stützpunkt genutzt hatte. – Gleich hinter dem Tor befindet man sich unmittelbar auf freiem Feld. Rechter Hand führt ein Feldweg zwischen zwei Reihen Olivenbäumen, 22 Stück an jeder Seite, zu einem scheinbar verlassenen, aber gut erhaltenen Landhaus. Der etwa 100 Meter lange Weg zu dem Gebäude ist idyllisch: Man wird von Truthähnen, Hühnern, Gänsen und zwei Pfauen empfangen. In den Ställen soll es angeblich drei Pferde und zwei Esel geben. Etwas weiter vorn befindet sich ein Gemüsegarten von etwa 1’000 m2, wo alles Mögliche wächst: Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln, Paprika, Melonen, Auberginen, Kartoffeln, Wassermelonen, Blumenkohl. Und Erdbeeren für die Kinder und andere Gäste der Frau des Verwalters. Den Erzählungen der Nachbarn zufolge suchen häufig auch andere Personen das Landgut auf. Hochgestellte Persönlichkeiten, Eminenzen und Exzellenzen. – Am 13.09.2011 wurde zwischen der APSA und dem landwirtschaftlichen Betrieb ein Leihvertrag mit Auflagen über die Verpachtung des Landgutes Laurentina und des Landgutes Acquafredda geschlossen. Damit gelangten weitere 41 Hektar Ländereien in den Besitz des Domkapitels von St. Peter. Am 22.03.1975 verschenkten die vier Geschwister Mollari das Landgut Laurentina  dem Heiligen Stuhl. In der Datenbank der APSA findet man die Bestätigung, dass 5 Grundparzellen an der Hausnummer Via Laurentina 1351 in ihrem Eigentum stehen, ebenso 4 Gebäude, 3 Wohnungen, eine „Wohnanlage“, 11 Lager und 3 Depots. – Am 13.04.2015 hatte Papst Franziskus an Kardinal Calcagno die Vollmacht erteilt, für das benachbarte Landgut Acquafredda „alle Rechtshandlungen zu setzen, einschliesslich der Vertretung vor Gericht“. Damit erteilte der Papst dem Kardinal die Befugnis, das Gut zu veräussern oder Dritten zu überlassen. Mehrfach hatte man Vorschläge und Ideen vorgebracht: 2008 wollte man dort beispielsweise eine Solaranlage errichten: ein ehrgeiziges Projekt, das jährlich 203’000 Euro eingebracht hätte, aber scheiterte. Was die Zukunft bringen wird, steht zurzeit noch in den Sternen.
Zusammenfassung: Der Vatikan besitzt (Überraschungen ausgeschlossen) drei Bauernhöfe: einer in den Gärten von Castel Gandolfo, der zweite mit Namen „San Laurentino“ und der dritte „Aquafredda“ (sofern nicht schon verkauft), beide letzteren am Südrand Roms.

Kirche heute 33/2106, S. 20, Stefanie Stahlhofen
Zu Besuch auf dem „Papstbauernhof“ in Castel Gandolfo (Auszüge)
(WA: z. T. Inhalte, die bis anhin hier noch nicht erschienen sind)

Seit 1930 beliefert der Hof beim Päpstlichen Sommersitz den Vatikan mit Lebensmitteln. Bei Papst Franziskus kommt nicht irgendetwas auf den Tisch, sondern Tomaten, Käse und Birnen vom Vatikan-Bauernhof. Das kleine Gehöft, mit liebevoll bepflanztem Blumenbeet und mit Tiermosaiken geschmückten Hühnerhäusern, liegt wie eine Insel auf dem Gelände der sogenannten „Päpstlichen Villen“ in Castel Gandolfo:

  • Alessandro Reali ist seit mehr al 20 Jahren für den Bereich „Gärten und Agrar“ zuständig.
  • Um die Gärten und den Agrarbereich kümmern sich ingesamt 32 Mitarbeiter.
  • Die freilaufenden Hennen legen täglich etwa 800 Eier.
  • Es gibt 130 Rinder auf dem Hof, 30 davon sind Milchkühe.
  • Den Päpsten sei es mit dem Bauernhof nie um Geld gegangen. Deshalb sei auch kein Ausbau geplant.
  • Ein entsprechendes EU-Zertifikat haben die Produkte des Hofes nicht.
  • „Obst und Gemüse spritzen wir nicht – dann müssen wir eben die Hälfte aussortieren“, so Reali.
  • Die 3 Reihen Weinreben waren ein Geschenk an Papst Benedikt XVI (‚Ich bin ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn‘, so Benedikt nach seiner Papstwahl).
  • Geschenke von Eseln: Die weissen bekam Papst Benedikt, die grauen Papst Franziskus.
  • Die Milch vom päpstlichen Bauernhof ist das Herzstück der Produktion.
  • Zu kaufen gibt’s die Milch für Vatikanangestellte und Angehörige im Vatikansupermarkt Annona oder in einem kleinen Hofladen des Bauernhofes (nur für Einwohner/innen Castel Gandolfos).
  • Etwa 30 bis 35 Liter geben die Kühe täglich; Käse- und Joghurt-Verarbeitung.
  • Neben typischen italienischen Sorten wie Ricotta und Primo Sale verlassen etwa 20 bis 25 Kilo Mozzarella täglich die päpstliche Molkerei.
    → Viehzucht    → Tiere

Begriffserklärungen zum Worte „Vatikan“ 

Der Vatikan                               Geographische Bezeichnung für die Lage des Vatikanstaates. „Ager Vaticanus“ (77,5 m ü. M.) hiess vor Christi Geburt der Hügelzug, wo zu seinen Füssen zuerst der Circus Caligula (erweitert durch Kaiser Nero) gebaut wurde. Die Strasse vor dem Circus hiess „Via Triumphalis“. Östlich des „Ager Vaticanus“ lag der Campus Triumphalis und der Campus Vaticanus.  Auch: Mons Vaticanus. Vates, etruskische Priester, die hier die Zukunft voraussagten.
Die Vatikanstadt         Heute zu Füssen des „Ager Vaticanus“, des Vatikanhügels, liegt die Vatikanstadt, italienisch „Città del Vaticano“. Also auch eine geografische Bezeichnung. „Stadt“ ist übertrieben, zählt sie „nur“  zwischen 400 – 480 Einwohner/-innen und ist  1’045 m lang und 850 m breit. Privatautos dieser Stadt tragen die Kennzeichnung CV mit freiwilligem Aufkleber „V“.
Der Vatikanstaat, auch:

Der Staat der Vatikanstadt

Italienisch: „Stato della Città del Vaticano (SCV)“. Am 11.02.1929 wurde der Staat der Vatikanstadt gegründet (Lateranverträge zwischen dem faschistischen Italien und  Papst Pius XI. mit dem eigentlichen Vertrag, einem Finanzabkommen und einem Konkordat). Ein Staat mit einem Grundgesetz (zuletzt erneuert am 22. Februar 2001). Der Staat garantiert völkerrechtlich die Unabhängigkeit des Heiligen Stuhles.

Der Papst ist der absolute Monarch dieses Staates. Ihm zur Seite mit weltlicher Leitungsgewalt ist der Staatssekretär, die gesetzgebende Gewalt übertragen auf eine Kardinalskommission. Verwaltet durch das Governatorat (unmittelbar hinter dem Petersdom). Der staatliche Wagenpark führt die Buchstaben „SCV“ auf den Nummernschildern.

Der Vatikanstaat mit gesetzgebender, ausführender und richterlicher Gewalt. Mit 16 Verwaltungs-einheiten, nämlich: 9 Direktionen und 7 Zentral-ämtern. Er ist der Autorität des Hl. Stuhles unterstellt.

Der Heilige Stuhl

Auch:  Apostolischer Stuhl

Italienisch: „La Santa Sede“. Die zweite Körperschaft in dieser absoluten Monarchie. Die Nachfolge des alten Kirchenstaates (bis 1870). Der Heilige Stuhl ist ein nichtstaatliches Subjekt der völkerrechtlichen Beziehungen. Es fehlen ihm das Staatsvolk und das Territorium, so dass der Papst selbst (als Unikum) das Völkerrechtssubjekt ist (siehe das Papstwappen an den zzt. 180 Nuntiaturen und nicht das Staatswappen des Staates der Vatikanstadt). Der Heilige Stuhl darf juristisch nicht mit der Katholischen Kirche verwechselt werden,  die Religionsgemeinschaft  und nicht Völkerrechtssubjekt ist.
Der Papst als absoluter Monarch Beim Staat der Vatikanstadt = als Staatsoberhaupt (Staatswappen)
Beim Heiligen Stuhl = als Völkerrechtssubjekt (Emblem)
Bei der Katholischen Kirche = als Nachfolger Petri (Papstwappen)
Die Römische Kurie

In der Körperschaft „Heiliger Stuhl“

Sie ist ein Werkzeug in der Hand des Papstes, um die Geschäfte der Gesamtkirche zu vollziehen. Das General- oder Zentralsekretariat des Papstes ist das Päpstliche Staatssekretariat, seit 1988 mit strukturellen Änderungen. Der Heilige Stuhl (steht immer vor dem Vatikanstaat) zählt 9 Regierungsorgane (Kongregationen), 12 Päpstliche Räte mit fördernden Funktionen und Päpstlichen Kommissionen und Komitees.
Beide Körperschaften und Exterritoriale Gebiete Sie sind nicht statisch. Die exterritorialen Parzellen und Paläste  des Staates der Vatikanstaat (0,44 km2 Staatsgebiet) und des Heiligen Stuhles sind zzt. mind. 4 mal grösser als das SCV-Staatsgebiet. Diese exterritorialen Gebiete sind in der Stadt Rom und Umgebung zu finden, also auf italienischem Staatsgebiet. Sie sind vom Staat der Vatikanstaat und/oder vom Heiligen Stuhl gekauft, gemietet, beerbt oder an sie beschenkt.
(Exterritoriale Gebiete = Befreiung von Enteignungen und Steuern)
→Organigramm
→Begriffe „Körperschaften…“
Grundlage: „Der Schweizergardist“ 1/2010,
Dr. iur. Marco Reichmuth. Erweiterungen: WA

Beichte, Beichtgeheimnis

Kath. Wochenzeitung Nr. 22 vom 1. Juni 2012, S. 2:
Irlands Justizminister: Priester müssen Beichtgeheimnis verletzen

Gesetzesvorschlag: 5 Jahre Haft für alle, die Informationen über Kindesmissbrauch – und seien sie aus der Beichte – nicht der Polizei weiterleiten

Der irische Justizminister Alan Shatter hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der beinhaltet, Priester mit einer 5jährigen Gefängnisstrafe zu belegen, wenn sie zu Fällen, von sexuellen Kindesmissbrauch, von denen sie in der Beichte erfahren, nicht von der Polizei aussagen.

Das Gesetz würde für alle Personen gelten, die der Polizei eine Information über sexuellen Kindesmissbrauch nicht mitteilen. Irlands Ministerin für Kinder- und Jugendangelegenheiten, Frances Fitzgerald, bestätigte, dass das Gesetz ohne Ausnahme für alle gelten würde. Argumentiert wird mit dem Kindeswohl. Shatter und Fitzgerald gehören der mitte-rechts-gerichteten Regierungspartei Fine Gael an.

„Irland kann Gesetze einführen, wie es will, aber es muss wissen, dass die Kirche sich nie beugen wird, wenn Beichtväter gezwungen werden, zivile Autoritäten zu informieren“, sagte Erzbischof Gianfranco Girotti, Regent der Apostolischen Pönitentiarie, bereits vergangenen Sommer, als erste Pläne zu diesem Gesetz auftauchten.

Kardinal Seán Brady, Primas von Irland, hat den aktuellen Vorschlag der Regierung scharf verurteilt; er gefährde auch die Basis einer freien Gesellschaft. „Die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses ist so grundlegend für das Wesen des Sakramentes, dass jeder Vorschlag, der die Unverletzlichkeit untergräbt, ein Angriff auf das Recht jedes Katholiken auf Religions- und Gewissensfreiheit ist“, sagte Brady vor einer Pilgergruppe. Eine offizielle Mitteilung der Bischöfe gibt es noch nicht.

Der Publizist David Quinn kritisierte das Gesetz und wies darauf hin, dass es keinen guten Effekt hätte: Wenn ein Täter wisse, dass der Priester zur Polizei gehen würde, würde er nicht beichten gehen, und dann sei es noch unwahrscheinlicher, dass er mit jemandem spreche, der ihn überzeugen könne, einen guten nächsten Schritt zu tun.

Nach dem Kirchenrecht wird ein Priester, der das Beichtgeheimnis verletzt, exkommuniziert. Wenn ein Priester in der Beichte von einem Verbrechen hört, wird er versuchen, den Beichtenden dazu zu bewegen, sich der Polizei zu stellen.

Katholische Wochenzeitung 35/2017 September, S. 5
Australischer Erzbischof würde für Beichtgeheimnis ins Gefängnis gehen

Erzbischof Denis Hart aus Melbourne würde das Risiko des Gefängnisses auf sich nehmen, um auch bei Bekenntnis von sexuellem Missbrauch das Beichtgeheimnis nicht zu brechen. Der australische Erzbischof äusserte sich nach den Forderungen, dass australische Priester künftig gesetzlich gezwungen werden könnten, sexuellen Missbrauch, der ihnen seitens eines Täters oder eines Opfers im Rahmen einer sakramentalen Beichte geoffenbart wurde, den zuständigen Behörden anzuzeigen. Die Beichte sei vielleicht die  einzige Möglichkeit für einen Missbrauchstäter oder für ein Kind, das missbraucht wurde, einen tiefergehenden Rat zu erhalten. (…)

Katholische Wochenzeitung Baden 11/2018 März, S. 9
Kardinal Piacenza: Chatten im Beichtstuhl ist „angewandter Atheismus“

Der Beichtvater soll sich am Vorbild des heiligen Johannes Maria Vianney (Pfarrer von Ars) orientieren, aber nicht im Beichtstuhl chatten. Der Kardinal ermahnt die Priester, im Beichtstuhl nicht zu chatten. Den Gebrauch des Mobiltelefons durch einen Beichtvater während der Beichte nannte der Kardinal „angewandten Atheismus“.
Seit 2013 ist Piacenza Grosspönitentiar am Gnadengerichtshof des Heiligen Stuhles, und damit direkt mit dem Beichtsakrament befasst. „Die Beichte ist ein Hören Gottes und eine Begegnung mit Gott, deshalb geht man nicht mit einem eingeschalteten Handy in den Beichtstuhl.“ (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 21/2018 Mai, S. 9
Psychiater: Beichte bietet Ausweg aus Perfektionismus-Wahn

Leiter des Wiener RPP-Instituts, Bonelli: „Riesenschatz“, um den die Kirche selbst zu wenig weiss – Entschuldigungs-Bitte macht verletzlich, bringt jedoch Beziehung wieder ins Lot.
Mit der Beichte hat die Kirche nach Ansicht des Wiener Psychiaters Raphael Bonelli einen „Riesenschatz“, um den sie selbst viel zu wenig weiss: „Das Prinzip hinter dem Beichtgebot, dass jeder etwas falsch macht und somit ein Sünder ist, entlastet den Menschen und holt ihn aus dem Perfektionismus-Zwang heraus, dem wir heute überall begegnen“, erklärte der Neurowissenschaftler und Buchautor im Interview mit „Kathpress“. Anlass dazu gab eine von Bonelli geleitete Tagung  über „Schuld und Vergebung“ an der Hochschule „Heiligenkreuz“.
Das Aussprechen und eingestehen von eigener Schuld sei nachweisbar heilsam, betonte der Psychiater und Psychotherapeut. „Wenn ich um Entschuldigung bitte, mache ich mich verletzlich und vom Gegenüber abhängig. Es tut der Beziehung jedoch wahnsinnig gut, da dabei etwas geradegerichtet wird.“ Hohen Wert habe auch das ehrliche Reuegefühl, da es Distanz zwischen einem selbst und den eigenen Taten schaffe, somit eine „gewisse Garantie, dass ich nicht mehr rückfällig werden möchte“ darstelle und nicht zuletzt dm Opfer das Verzeihen erleichtere. (…)

Kath. Wochenzeitung 25/2018 Juni, S. 9, AC Wimmer
Gesetz soll australische Priester zwingen, das Beichtgeheimnis zu verletzen.

Mit einem neuen Gesetz sollen Priester auf dem Gebiet der australischen Hauptstadt gezwungen werden, im Fall von gebeichtetem Kindsmissbrauch das Beichtgeheimnis zu verletzen. Kirchliche Würdenträger leisten jedoch grossen Widerstand gegen den Schritt. „Priester sind durch ein heiliges Gelübde dazu verpflichtet, das Siegel der Beichte aufrechtzuerhalten“, sagte Erzbischof Christopher Prowse von Canberra und Goulburn und fügte hinzu: „Wer wäre ohne diese Verpflichtung bereit, sich von seinen Sündern zu befreien?“
In einem Artikel für die „Canberra Times“ vom 6. Juni 2018 warnte Prowse, dass „die Regierung die Religionsfreiheit bedroht, indem sie einen Experten für religiöse Praktiken einsetzt und versucht, das Sakrament der Beichte zu ändern, ohne gleichzeitig aber die Sicherheit der Kinder zu verbessern“.(…)

Kath. Wochenzeitung Baden 26/2018 Juni, S. 11
Australische Priester: Lieber Gefängnis als Bruch des Beichtsiegels

Australischer Priester vermutet, dass bei Änderung der australischen Gesetzeslage künftig Priester in fingierten (unterstellten) Geständnissen auf die Probe gestellt werden, damit man sie danach anzeigen kann.
Angesichts drohender Gesetzesänderungen in Australien, wonach Geistliche, die gebeichtete Fälle von Kindsmissbrauch nicht bei der Polizei anzeigen, mit Gefängnisstrafen zu rechnen haben, regt sich Widerstand bei den katholischen Priestern. „Der Staat wird uns als katholische Priester dazu verpflichten, was wir als schwerstes Verbrechen ansehen. Ich bin nicht dazu bereit, das zu tun“, sagte Michael Whelan, ein Gemeindepfarrer in Sydneys „St. Patrick-Kirche“ gemäss regionalen Nachrichten.  Da berichtete die „Catholic News Agency“. Er, und ebenso andere Priester, seien dazu bereit, „ins Gefängnis zu gehen“, statt das Beichtgeheimnis zu brechen.
Der katholische Geistliche erläuterte weiter, dass die Kirche zwar nicht über dem Gesetz stehe, dass es aber gleichzeitig darum gehe, die Religionsfreiheit zu schützen. „Wenn der Staat versucht, in unsere Religionsfreiheit einzugreifen und unsere Grundlagen dessen zu unterminieren, was es bedeutet, katholisch zu sein, dann werden wir uns widersetzen“, stellte der Priester ausdrücklich fest. Whelan vermutet, dass der einzige Weg, den Bruch der staatlichen Verpflichtung nachzuweisen, sein wird, dass Priester in fingierten Geständnissen auf die Probe gestellt werden, damit man sie danach anzeigen kann.
Whelan empfiehlt eine andere Vorgehensweise bei gebeichteten Kindsmissbrauch, beispielsweise die Ermutigung des Täters, vor der Polizei ein Geständnis abzulegen.
Das katholische Kirchenrecht legt fest: „Ein Beichtvater, der das Beichtgeheimnis direkt verletzt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu.“ (can. 1388 § 1 CIC).

Kirche heute 16/2019 April, S. 2
Beichtgeheimnis auch bei Missbrauch

Der deutsche Jesuit Klaus Mertes hat sich für die Beibehaltung des Beichtgeheimnisses ausgesprochen, auch wenn es um sexuellen Missbrauch gehe. Geschützte Vertrauensräume gehörten zur Grundlage einer humanen, nicht-totalitären Gesellschaft, schrieb er in einem Gastbeitrag für das Portal katholisch.de. Mit der Aufhebung des Beichtgeheimnisses bei sexuellem Missbrauch würden definitives Täterschweigen weiter betoniert und Schweigekartelle noch enger zusammengeschweisst, gibt Mertes zu bedenken.

OR Nr. 27 vom 05.07.2019, S. 3
Vatikan bekräftigt Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses

Vatikanstadt. Vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals hat der Vatikan die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses bekräftigt. Der Gerichtshof der Apostolischen →Pönitentiarie verwahrt sich in einer am Montag, 01.07.2019 veröffentlichten Stellungnahme gegen Erwartungen, die Kirche müsse ihre Rechtsordnung an jene einzelner Staaten anpassen. Zugleich betonte Grosspönitentiar Kardinal Mauro Piacezna, das Festhalten am Rechtsgeheimnis stelle keine Rechtfertigung von oder Toleranz gegenüber Missbrauch dar.
Das Beichtgeheimnis  sei nicht mit dem Berufsgeheimnis etwas von Medizinern oder Anwälten vergleichbar, so Kardinal Piacenza in einer zusätzlichen Erläuterung. Solche Regelungen weltlicher Gerichte könnten nicht auf die Kirche übertragen werden.
In der Note des Gerichtshofes heisst es, jede politische oder gesetzliche Initiative gegen die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses wäre eine Verletzung der Religionsfreiheit sowie der Gewissensfreiheit von Beichtenden wie Beichtväter. Jemand, der  sich in der Beichte öffne, müsse stets sicher sein können, dass die Inhalte vertraulich bleiben. Über das Beichtgeheimnis könne „keine menschliche Macht“ Jurisdiktionsgewalt beanspruchen.
Sollten im Rahmen einer Beichte Straftaten zur Sprache kommen, dürfe die Forderung, sich der zivilen Gerichtsbarkeit zu stellen, gemäss dem Aussageverweigerungsrecht nicht zur Bedingung für eine Lossprechung gemacht werden. Die Note betont zugleich, dass für eine Vergebung aufrichtige Reue und Besserung Voraussetzung seinen. Sofern sich bei einer Beichte Opfer äussern, sollten diese über ihre Rechte informiert werden sowie über die rechtlichen Mittel, Taten gegenüber kirchlichen und oder zivilen Gerichten anzuzeigen.
Die Pönitentiarie ist einer der obersten Gerichtshöfe des Vatikans; er ist unter anderem für Gewissensfragen im Zusammenhang mit Sakramenten zuständig. Es habe einen Wandel der Kommunikation gegeben, in dem „zu oft Informationen jeder Art bekannt gemacht werden, die auch privateste und vertraulichste Bereiche betreffen“, so das Schreiben. Auch die Kirche selbst sei davon nicht ausgenommen. In Zeiten der Massenkommunikation gelte es besonders, „darüber zu wachen, dass das Beichtgeheimnis niemals und von niemandem verletzt wird“.

Kath. Wochenzeitung Baden 34/2019 August, S. 9, Church POP/CNA Deutsch
Fünf Mythen über die Beichte, die manche Leute immer noch glauben

Das Sakrament der Beichte (oder der Versöhnung) ist ein weithin missverstandener Bestandteil des Katholischen Glaubens – was schade ist, denn es ist auch ein sehr wichtiger. Hier sind 5 der häufigsten Mythen:

  1. Beichte zeigt, dass Katholiken glauben, dass Jesu Opfer nicht ausreichte (…)
  2. Die Beichte ist nicht biblisch und wurde von der Kirche erfunden (…)
  3. Beichten ist optimal (…)
  4. Beichte ist nur für wirklich „schlechte Menschen“
  5. Beichten macht Angst

Kath. Wochenzeitung Baden 40/2019 Oktober, S. 6
Australischer Erzbischof: Lieber Gefängnis als Beichtgeheimnis brechen

Priester müssten bis zu 3 Jahre in Haft. Laut einem neuen Gesetz müssten Priester in einem australischen Bundesstaat Missbrauchsverdächtige an die Behörden melden, von deren Taten sie in der Beichte erfahren. Erzbischof Peter Comensoli  will das nicht hinnehmen.
Der Melbourner Erzbischof Peter Comensoli würde lieber ins Gefängnis gehen als das Beichtgeheimnis zu brechen. Er zieht die möglichen 3 Jahre Haft vor, sagte er dem Sender „ABC Radio Melbourne“. Ab heute gilt im australischen Bundesstaat Victoria ein neues Gesetz, das Priester zur Meldung bei den Behörden verpflichtet, wenn sie bei der Beichte von Missbrauchsfällen erfahren. Wenn er von Missbrauchstaten erfahre, so Comensoli weiter, würde er die betreffende Person bitten, ihm diese Information nach der Beichte noch einmal zu geben. Dann könne er sich an die Behörden wenden. Bekomme er auf diese Frage ein „Nein“, würde er sich allerdings für das Beichtgeheimnis entscheiden. Er schätze sowohl die Berichterstattungspflicht als auch das Beichtgeheimnis. „Ich finde nicht, dass sich beide Prinzipien gegenseitig ausschliessen.“
Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die katholische Kirche gegen Pläne zur Berichtserstattungspflicht von Priestern gestellt und eine Änderung ihrer Geheimhaltungsregeln abgelehnt. „Das wäre gegen unseren Glauben und stände gegen die Religionsfreiheit“, so die australische Bischofskonferenz in einer Stellungnahme 2018. Eine ähnliche Regelung wie in Victoria gibt es schon im Hauptstadtbezirk Canberra.
Das Beichtgeheimnis geniesst im Kirchenrecht einen hohen Stellenwert. Wenn ein Priester es bricht, droht im dafür die Exkommunikation. In Deutschland wie in vielen anderen Ländern wird das Beichtgeheimnis auch vom staatlichen Recht geachtet. (cph)

Benedikt XVI. Ratzinger Joseph

263. Nachfolge bzw. 264. rechtmässiger Papst, gewählt am 19. April 2005, geboren am 16. April 1927: Joseph Ratzinger, Deutscher (nach „Die illustrierte Geschichte der Päpste“, Albatros, S. 253). Emeritiert am 28.02.2013.

BaZ vom 05.02.2011, Seite 14:
Papst Benedikt ist kein Organspender mehr

Der aus den 70er-Jahren stammende Organspenderausweis Joseph Ratzingers ist bei seiner Wahl zum Papst Benedikt XVI. automatisch ungültig geworden, erklärte Ratzingers Privatsekretär Georg Gänswein. Ein deutscher Arzt hatte mit dem Papst für Organspende geworben. Gemäss dem polnischen Erzbischof Zygmunt Zimowski müsse die Leiche des Papstes intakt bleiben, da sie der Kirche gehöre.

bz BASEL vom 12.02.2014, Dominik Straub, Rom
Benedikt XVI. steht immer noch um 6 Uhr auf

Vor einem Jahr kündigte Benedikt XVI. seinen Rücktritt an und zog sich in ein Kloster im Vatikan zurück. Wie geht es heute dem emeritierten Papst? (…) Er ist physisch und intellektuell in Form. Von dem Erschöpfungszustand, in welchem sich Joseph Ratzinger in der Zeit vor und unmittelbar nach seinem Rücktritt befand, hat er sich erholt. „Der emeritierte Papst befindet sich in perfekter Form, physisch und intellektuell; immer lebhaft und wach“, erklärte der frühere Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone nach einem gemeinsamen Mittagessen. Zu grösseren wissenschaftlichen Arbeiten oder theologischer Forschung reichen die Kräfte des Ex-Papstes freilich nicht mehr. Sonst hätte er sein Amt auch weiterführen können, soll Benedikt gegenüber Vertrauten selber gesagt haben.

OR Nr. 44 vom 31.10.2014, S. 10
Zwei Botschaften des emeritierten Papstes

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich in den letzten Tagen zweimal öffentlich zu Wort gemeldet. Radio Vatikan berichtete, dass er eine Grussbotschaft an eine Konferenz über Lebensschutz , die im kolumbianischen Medellin stattfand, gesandt hat. Einige Tage zuvor hatte sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, eine Grussbotschaft des emeritierten Papstes an die Päpstliche Universität Urbaniana (auf dem Gianicolo in Rom) verlesen, die ihre Aula nach Benedikt XVI. benannt hat. Die Tagung in Medellin unter dem Titel „Respekt vor dem Leben, ein Weg zum Frieden“ wurde von der vatikanischen Stiftung „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ organisiert. In seiner Botschaft an die Päpstliche Universität Urbaniana hob Benedikt XVI. hervor, dass der Dialog der Religionen die Mission nicht überflüssig mache. Die Kirche dürfe die Frage nach der Wahrheit nicht dem Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben der Religionen opfern, heisst es darin. Nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. im Februar 2013 wurden bislang nur wenige Äusserungen von ihm bekannt.

OR Nr. 45 vom 7. November 2014, S. 4
Wenige Tage vor dem Reformationstag am 31. Oktober 2014 hat sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. mit einer Botschaft an die zum Katholizismus übergetretenen ehemaligen Anglikaner gewandt. Das sogenannte Personalordinariat „Our Lady of Walsingham“ in London spiele eine wichtige Rolle in der Kirche, zitierte Radio Vatikan aus dem Schreiben Benedikts zum 5. Jahrestag der Apostolischen Konstitution „Anglicanorum Coetibus“ am 9. November. Mit der Konstitution hatte Papst Benedikt XVI. 2009 eigene, diözesanähnliche Kirchenstrukturen für übertrittswillige Anglikaner ermöglicht. Sie erlauben eine Beibehaltung anglikanischer Traditionen bei gleichzeitiger Gemeinschaft mit dem Papst.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 17/2015 April, S. 14
„Er denkt an den Tod und bereitet sich auf den Tod vor“

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. befasst sich nach den Worten von Erzbischof Georg Gänswein mit dem Ende seines irdischen Daseins. „Er denkt an den Tod und bereitet sich auf den Tod vor.“ Es sei klar, dass ein Mann, der 88 Jahre alt werde, darüber nachdenke, sagte Erzbischof Georg Gänswein dem italienischen Sender „Rete-quattro“ in einem Interview. „Wir haben darüber mehrmals gesprochen, der Papst und ich, obwohl er eine sehr diskrete und zurückhaltende Person ist.“ Benedikt hatte am 16. April 2015 Geburtstag.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 18/2015, Mai, S. 5
Bildband über Amtszeit von Papst Benedikt XVI. erschienen

Das „Institut Papst Benedikt XVI.“ hat zum zehnten Jahrestag der Wahl von Joseph Ratzinger auf den Stuhl Petri einen Bildband herausgegeben. Das 168 Seiten starke Buch lässt in Wort und Bild die 8 Jahre seiner Amtszeit Revue passieren. Der bei „Schnell und Steiner“ erschiene Titel „Benedikt XVI. – Diener Gottes und der Menschen“ wurde kürzlich an einem Abend im Regensburger Vorort Pentling vorgestellt, wo Ratzinger als Theologieprofessor von 1969 – 1977 wohnte. (…)

OR Nr. 27 vom 3. Juli 2015, S. 3
Franziskus verabschiedet Benedikt XVI. nach Castel Gandolfo

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. Ratzinger hat sich am Dienstag, 30. Juni 2015, zu einem 14-tägigen Aufenthalt nach Castel Gandolfo begeben. Bis 14. Juli will er sich am traditionellen Päpstlichen Sommersitz oberhalb des Albaner Sees aufhalten. Papst Franziskus Bergoglio hat seinen Vorgänger am Vormittag im Kloster „Mater Ecclesia“ in den vatikanischen Gärten aufgesucht und sich von ihm verabschiedet. Franziskus zog es bisher vor, die Sommermonate im vatikanischen Gästehaus Santa Marta zu verbringen.

OR Nr. 30/31 vom 24.07.2015
Benedikt XVI. beendete Aufenthalt in Castel Gandolfo

Benedikt XVI. Ratzinger hat seinen Sommerurlaub in Castel Gandolfo beendet. Nach einem 2-wöchigen Aufenthalt in der päpstlichen Sommerresidenz kehrte der 88-jährige am Dienstag, 14. Juli 2915, aus den Albaner Bergen zu seinem Altersruhesitz im Vatikan zurück. Es war das erste Mal seit seinem Rücktritt im Februar 2013, dass der emeritierte Papst dort wieder eine Sommerurlaub verbrachte. Papst Franziskus hatte ihn ausdrücklich dazu eingeladen. Benedikt XVI. war am 30. Juni nach Castel Gandolfo gereist. „In diesen beiden wunderschönen Urlaubswochen habe ich mich aufs Neue darin bestätigt gefühlt, was ich vor einigen Jahren über die natürliche Schönheit von Castel Gandolfo gesagt habe“, heisst es in einem Dankesschreiben von Benedikt XVI. an die Bürgermeisterin von Castel Gandolfo, Milvia Monachesi. Er habe sich von der stillschweigenden Sympathie der Bewohner getragen gefühlt, zitierte das lokale Internetportal „Il Mamilio“ weiter aus dem Brief.

OR Nr. 32/33 vom 7. August 2015, S. 4
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. verlässt das Kloster „Mater Ecclesia“ in den vatikanischen Gärten nur äusserst selten. Zum 70-jährigen Priesterjubiläum des Augustinerpaters Gioele Schiavella (92), der von 1991 bis 2006 Pfarrer der vatikanischen Pfarrkirche Sankt Anna war, machte er eine Ausnahme. Benedikt feierte in dem Gotteshaus unmittelbar neben dem Eingang zum Vatikan mit dem Jubilar und seinen Ordensbrüdern einen Festgottesdienst. Sankt Anna ist die Pfarrkirche der Vatikanstadt; zuständig für die Gemeinde sind traditionell Augustinerpatres (> Pfarrei St. Anna, > Pfarreien des Vatikans).
Von links nach rechts: vorstehendes (ehemaliges) Klösterchen, Turm: Administration von Radio Vatikan Vorzu: Garten, wo früher die Schwestern Blumen und Gemüse anpflanzten. Ganz rechts: der grösste Brunnen im Vatikan, der Adler-Brunnen

Kath. Wochenzeitung 36/2015 September, S. 2
Benedikt XVI. spendet rote Schuhe

Zur Unterstützung des Kolpingwerks spendet der emeritierte Papst Benedikt XVI. seine Schuhe. Das berühmte Paar roter Lederschuhe des früheren Kirchenoberhauptes ist damit Teil der Benefizaktion zum Abschluss des Kolpingtags am 20.09.2015 in Köln. Dies teilte der katholische Sozialverband mit. Der frühere Papst (2005-2013) machte den Anfang einer Sammelaktion unter dem Motto „Mein Schuh tut gut!“. Mit dem Erlös wird das gemeinnützige Projekt „Blumenberg“ der Kolpingjugend im Diözesanverband Köln unterstützt, eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche aller Kulturen und Religionen.

OR Nr. 42 vom 16.10.2015, S. 2
Enthüllung einer Benedikt-XVI.-Statue im Stift Heiligenkreuz/A

Mit der Enthüllung einer überlebensgrossen Bronzestatue des emeritierten Papstes Benedikt XVI. ist am 1. Oktober 2015 die stiftseigene Hochschule in das neue akademische Jahr gestartet. Die Plastik wurde vom Heiligenkreuzer Künstlermönch P. Raphael Statt geschaffen und zeigt einen auf einem Schemel sitzenden Papst – eine Szene des Papstbesuches im Stift Heiligenkreuz im Jahre 2007. Die Enthüllung durch den eigens angereisten Privatsekretär von Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, stellte zugleich den Schlussstein zum dreijährigen Ausbau der Hochschule dar. Der Ausbau war notwendig geworden, da die Hochsch8le in den vergangenen Jahren starke Zuwächse von 62 auf gegenwärtig 274 Studierende verzeichnete. –  Neben Erzbischof Gänswein waren auch die österreichischen Altbischöfe Egon Kapellari und Christian Werner anwesend sowie der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. Abt Maximilian Heim erinnerte bei seiner Begrüssung im Innenhof der Hochschule an den Papstbesuch im Jahr 2007. Damals hatte Benedikt XVI. der Hochschule den Auftrag mit auf den Weg gegeben, in einer „knienden Theologie“ eine „Verbindung von wissenschaftlicher Theologie und gelebter Spiritualität“ zu schaffen. Diesem Auftrag wisse man sich bis heute verbunden, so Abt Heim. Erzbischof Gänswein übermittelte den rund 200 Gästen die Grüsse des emeritierten Papstes und unterstrich die enge Verbindung, die zwischen Benedikt CV. und dem Stift Heiligenkreuz seit Jahren bestehe: „Heiligenkreuz und Benedikt XVGI. – das ist eine Liebesgeschichte, die tiefe Wurzeln hat und viele Früchte trägt.“

OR Nr. 48 vom 27.11.2015, S. 3
Neue Benedikt-Bibliothek im Vatikan eingeweiht

Mit Festakt und Segen ist am Mittwochabend, 18. November 2015, im Vatikan die neue Benedikt-XVI.-Bibliothek eingeweiht worden. Sie umfasst Werke von und über Joseph Ratzinger aus seiner Zeit als Theologieprofessor, Diözesanbischof, Kurienkardinal und Papst. Untergebracht ist sie als Sonderbestand in der wissenschaftlichen Bibliothek des deutsches Priesterkollegs am Camp Santo Teutonico und des Instituts der Görres-Gesellschaft. Das Verzeichnis Benedikts Veröffentlichungen enthält 135 Bücher, die in bis zu 37 Sprachen übersetzt wurden; hinzu kommen 1’375 Aufsätze. Zusammen mit den Monografien und Aufsätzen über ihn dürfte man auf rund 2’000 Titel kommen.

OR Nr. 49 vom 04.12.2015, S. 8
Gute 4 Jahre nach seiner Rede im Bundestag drehte sich im Reichstagsgebäude erneut eine Veranstaltung um Benedikt XVI. Die Joseph-Ratzinger-Papst-Benedikt XVI.-Stiftung (→ Nuzzi) hielt dort ein Symposium über die Reden des emeritierten Papstes zur Politik ab. Den Hauptvortrag hielt der Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär des emeritierten Papstes, Erzbischof Georg Gänswein. Ausserdem sprach unter anderen Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer. Beim Auftakt seines Deutschland-Besuchs hatte Benedikt XVI. am 22.09.2011 vor dem Bundestag über die Grundlagen des Rechtsstaates gesprochen. In seiner viel beachteten Rede betonte er, dass das Recht in der Demokratie nicht allein auf Mehrheitsbeschlüsse gegründet werden dürfe, wenn die Menschenwürde zur Debatte stehe.

OR Nr. 9 vom 04.03.2016, S. 3
Altötting erhält Statue von Benedikt XVI.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird künftig als Statue im oberbayrischen Marienwallfahrtsort Altötting allzeit präsent sein. Ihren Platz findet die Figur an der Fassade des Kongregationssaals mit Blick auf den Kapellplatz. Das berichtet der „Altöttinger Liebfrauenbote“. Die Enthüllung findet am 11. September 2016 stat. Genau 10 Jahre zuvor hatte der frühere Papst Altötting besucht und einen Gottesdienst im Freien gefeiert. Angekündigt haben sich bereits Kurienerzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des emeritierten Kirchenoberhauptes, und der Passauer Bischof Stefan Oster. Benedikt XVI. hat ein Modell der Statue bereits gesehen. Der Passauer Altbischof Wilhelm Schraml und Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer statteten ihm dazu am 11. Februar im Vatikan einen Besuch ab. „Er war begeistert und hat sich sehr gefreut“, beschreibt der Bürgermeister die Reaktion. Die Darstellung stammt von dem Eggenfeldener Künstler Joseph Neustifter, der bereits mehrere Benedikt-Säulen entworfen hat. Eine steht in Marktl am Inn, dem Geburtsort von Joseph Ratzinger. Die Idee zu der Altöttinger Statue entstand im vergangenen Jahr. Damals wurde Altbischof Schraml zum Ehrenbürger von Altötting ernannt, wofür er der Stadt etwas zurückgeben wollte.

OR Nr. 14 vom 08.04.2016, S. 8
Papst Franziskus hat seinem Vorgänger Benedikt XVI. einen Osterbesuch abgestattet. Wie regelmässig zu den Hochfesten begab er sich zu dessen Kloster „Mater Ecclesia“ in den Vatikanischen Gärten, wo der emeritierte Papst seit seinem Amtsverzicht zurückgezogen lebt. Die rund einstündige Begegnung fand bereits am Mittwoch in der Karwoche statt. Neben Gebet und Meditation verbringt Benedikt XVI. seine Zeit mit Korrespondenz und Klavierspielen. Auf theologisches Forschen und Arbeiten verzichtet er dagegen weitgehend. Obwohl ihm das Gehen zunehmend schwer fällt, unternimmt er jeden Nachmittag einen kurzen Spaziergang und betet an der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten den Rosenkranz. Dabei trifft er gelegentlich auch mit Besuchern zusammen.

OR Nr. 16 vom 22.04.2016, S. 1
Geburtstagswünsche für Benedikt XVI.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat am Samstag 16. April 2016 sein 89. Lebensjahr vollendet (Jahrgang 1927). Sein Nachfolger Papst Franziskus schickte ihm von seinem Flug auf die griechische Insel Lesbos gemeinsam mit dem päpstlichen Gefolge und den mitreisenden Journalisten herzliche Glückwünsche. In seinem Telegramm bat Franziskus Gott, dass er weiter Benedikts wertvollen Dienst der Verbundenheit und des Gebets für die ganze Kirche segnen möge, wie der Vatikan mitteilte.
Benedikt XVI. beging seinen Geburtstag mit einem Konzert. Das philharmonische Orchester Franciacorta aus Brescia lud den Musikliebhaber zu einer Darbietung in den Palazzina Leo XIII. in den vatikanischen Gärten. Seite an Seite mit seinem aus Regensburg angereisten Bruder Georg Ratzinger (92) hörte der emeritierte Papst ein Konzert mit Werken von Mozart und Haydn.

OR Nr. 24 vom 17. Juni 2016, S. 1
Benedikt XVI. begeht 65-jähriges Priesterjubiläum

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. begeht den 65. Jahrestag seiner Priesterweihe am 28. Juni 2016 mit einer Zeremonie im Vatikan. Wie die vatikanische Stiftung „Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.“ mitteilte, wird dazu auch Papst Franziskus im Apostolischen Palast erwartet. Nach Angaben der Stiftung soll an Benedikt dabei auch der neue Band seiner Gesammelten Schriften über das Priestertum überreicht werden.

OR Nr. 27 vom 8. Juli 2016, S. 2
Feierstunde besonderer Art

Eine liebevolle Umarmung zwischen Papst Franziskus und seinem Vorgänger eröffnete am Dienstag, 28. Juni 2016, die Feierstunde in der Sala Clementina im Apostolischen Palast anlässlich des 65. Jahrestages der Priesterweihe von Benedikt XVI. Zu Beginn richtete Franziskus eine kurze Ansprache an die Anwesenden. Anschliessend ergriff der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Gerhard Kardinal Müller, das Wort. Er bezeichnete es im Rahmen der Festaktes als Aufgabe der Priester, zu „lehren, was wir aus der Liebe Gottes erfahren haben.“ Dabei bezog er sich auf den Titel einer Predigtsammlung Joseph Ratzingers über das Priestertum mit dem Titel „Die Liebe Gottes lehren und lernen“, die er im Namen der vatikanischen Stiftung „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ dem emeritierten Papst überreichte. Das Buch stammt aus der Reihe „Gesammelte Schriften“ und enthält 43 Homilien (Predigt über einen Bibeltext) des ehemaligen Papstes über das Priestertum.
Danach sprach Kardinaldekan Angelo Sodano. Er betonte die „grosse geistliche Freude und Brüderlichkeit“, mit der dieser Tag begangen werde. Er erinnerte an den Besuch von Papst Benedikt XVI. in seiner Weihekirche in Freising 2006 und an die Rührung, die er selber beim Papst wahrgenommen habe. Als Priester – so bezeichnete Sodano die Überzeugung von Benedikt XVI. – stehe man dafür ein, den Menschen „Gottes Licht und Gottes Liebe“ nahe zu bringen, in der „Gesinnung Jesu Christi“. Auf Deutsch wünschte er ihm „Behüt‘ Sie Gott“!
An der Feierlichkeit nahm zudem die Delegation des Patriarchats von Konstantinopel in Begleitung von Kurienkardinal Kurt Koch teil, die zum Hochfest Peter und Paul nach Rom gereist war.
Auch die „echten Bayern“ durften beim Festakt nicht fehlen. Eine Delegation von rund 120 Trachtengruppen-Mitgliedern, Musikern und Gebirgsschützen reiste nach Rom zum emeritierten Papst Benedikt XVI. Viele Mitreisende kamen aus Traustein, dem ehemaligen Wohnort der Familie Ratzinger. In der dortigen Kirche St. Oswald feierten die Brüder Joseph und Georg Ratzinger, die am 29. Juni 1951 beide im Freisinger Mariendom zu Priestern geweiht wurden, auch ihre Primiz. Der Schatzmeister im Bund der Bayrischen Gebirgsschützen, Günter Reichelt, bedankte sich bei Benedikt XVI. für den Primizsegen, den er damals in Traustein vom späteren Papst erhalten hat.
Immerhin 10 von den damaligen Jungpriestern leben noch. Der Bruder von Joseph Ratzinger, Prälat Georg, ist nicht nach Rom gereist. Er beging seinen Jubiläumstag im engen Kreis in Regensburg.

Kath. Wochenzeitung Baden, 30-32/2016 Juli, S. 11
Erzbischof Gänswein: Der Blitzschlag zum Amtsverzicht

Am 27. Juni 2016 sendete ETWN (→Fernsehen) mit Blick auf das Priesterjubiläum Benedikts XVI. ein Interview von Paul Badde mit Msgr. Gänswein.
Bemerkenswert ist der Hinweis auf den spektakulären Blitzeinschlag in die Peterskuppel am Abend des 11. Februar 2013, an dem Papst Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht ankündigte. Von vielen Gläubigen wurde und wird er als Göttliches Zeichen interpretiert. Gänswein erklärte dazu, dass er einige Tage später Benedikt XVI., der nichts von dem Phänomen mitbekommen hatte, Fotos vom Blitzeinschlag zeigte. Der Papst habe ihn gefragt: „Ist das wahr oder ist das eine Fotomontage?“ Gänsweins Antwort an den Papst: „Nein, die Natur hat hier gesprochen, und ziemlich deutlich.“
Persönlich habe er, so Gänswein, auch „kein Problem“ damit, sollte es morgen einmal durch Amtsverzicht gleichzeitig „drei oder vier“ Päpste geben.

OR Nr. 34 vom 26.08.2026, S. 3
Erzbischof Gänswein enthüllt Statue von Benedikt XVI.

Altötting. Kurienerzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär von Benedikt XVI., enthüllt am 11. September 2016 an der Fassade des Kongregationssaals in Altötting eine Statue des emeritierten Papstes. Genau 10 Jahre ist es dann her, dass das damalige Kirchenoberhaupt bei seinem Heimatbesuch in dem Marienwallfahrtsort weilte und dort auf dem Kapellplatz einen Gottesdienst feierte. – Die Statue stammt aus der Werkstatt des Eggenfelder Künstlers Joseph Michael Neustifter. Die dafür vorgesehene Halterung wurde bereits angebracht. Gleich daneben befindet sich eine Bronzefigur von Papst Johannes Paul II., der Altötting im November 1980 besuchte. Diese musste weiter nach rechts verschoben werden.

OR Nr. 35 vom 02.09.2016, S. 4
Erzbischof Gänswein zum Jubiläum des Papstbesuches von 2006 in Bayern

Kurienerzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des emeritierten Papstes, fährt in der zweiten Septemberwoche zum Jubiläum des Besuchs von Benedikt XVI. nach Bayern. Gottesdienste, Ausstellungseröffnungen und eine Buchpräsentation stehen auf seinem Programm. U. a. feiert Gänswein Gottesdienste in Altötting und Marktl. In Altötting enthüllt er eine Statue des früheren Kirchenoberhauptes. In Marktl wird Gänswein die neue Gedenktafel segnen.
Unter dem Titel „Papstbesuch“ sind im „Haus Papst Benedikt XVI.“ in Altötting vom 11. September bis 31. Oktober Fotografien von Rudolf Klaffenböck zu sehen. Der in Passau geborene Künstler, Schriftsteller und Fotograf dokumentierte 2006 die Vorbereitungen des Besuchs von Benedikt XVI. in Bayern. An das grosse historische Ereignis vor 10 Jahren erinnern 38 Schwarz-weiss-Bilder. Erzbischof Gänswein eröffnet die Ausstellung am 11. September.
Der Kurienerzbischof fährt von Altötting nach München weiter, wo das nächste Event zum Bayernbesuch-Jubiläum folgt: Mit Spannung wird das neue Interviewbuch des deutschen Religionsjournalisten Peter Seewald mit dem emeritierten Papst erwartet, das Gänswein am 12. September in München vorstellen wird. Das Buch soll ab 9. September im Handel sein. Es wird im Verlauf des Herbstes in mehreren Sprachen erscheinen. Seewald und Gänswein präsentieren die deutsche Originalausgabe. Sie erscheint unter dem Titel „Benedikt XVI. – Letzte Gespräche“ im Verlag Droemer.

OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 3
Festakt zur Verleihung des Ratzinger-Preises 2016
Anerkennung für wichtige theologische Arbeit

Der Joseph-Ratzinger-Preis ist in diesem Jahr erstmals an einen orthodoxen Theologen verliehen worden. Papst Franziskus überreichte die Auszeichnung im Vatikan an den Griechen Ioannis Kourempeles (5) und den Mailänder Theologie-Historiker Inos Biffi (82). Kourempeles, der auch in Erlangen und Heidelberg studierte, lehrt „Dogmatische und Symbolische Theologie“ in Thessaloniki. Biffi wirkte bis zu seiner Emeritierung als Professor an der Theologischen Fakultät für Norditalien in Mailand. Er trat vor allem mit Werken zur mittelalterlichen Theologie hervor.
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. nahm nicht an der Zeremonie teil. Er empfing die beiden Preisträger bereits am Freitag in seinem Alterssitz im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten.

OR Nr. 14 vom 07.04.2017, S. 3
Festschrift zum 90. Geburtstag von Benedikt XVI.

Mit einer Festschrift ehrt die vatikanische Stiftung „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ den emeritierten Papst zu seinem bevorstehenden 90. Geburtstag am 16. April. Der Band  mit dem Titel „Cooperatores Veritatis“ (Mitarbeiter der Wahrheit) enthält Beiträge der 13 bisherigen Preisträger des seit 2011 vergebenen Ratzinger-Preises. Der Titel „Cooperatores veritatis“ greift das Bischofsmotto des früheren Münchener Erzbischofs auf.
Herausgeber des Buches, das in der vatikanischen Verlagsbuchhandlung erscheint und in Rom vorgestellt wurde, sind Pierluca Azzaro und P. Federico Lombardi, der frühere Vatikansprecher und jetzige Präsident der Stiftung. Den Festvortrag hielt der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch unter dem Titel „Eine Symphonie von Liebe und Wahrheit in Freiheit“.
Der Ratzinger-Preis wird seit 2011 jährlich von der vatikanischen Stiftung nach Rücksprache mit Benedikt XVI. verliehen. Er ist mit 50’000 Euro dotiert. Die Stiftung finanziert sich durch die Verkaufserlöse der Bücher des emeritierten Papstes sowie aus Spenden.
→Nuzzi, Gianluigi (Überweisung von 50 % der Tantiemen aus Ratzingers über 130 Buchveröffentlichungen auf dieses Konto: beispielsweise März 2010 etwa 2,4 Millionen Euro)

OR Nr. 14 vom 07.04.2017, S. 3
Heiligenkreuz (Erzdiözese Wien) ehrt Benedikt XVI.

Wien. Mit einem bunten Festprogramm hat die „Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz“ am 31.März den emeritierten Papst Benedikt XVI. anlässlich seines kommenden 90. Geburtstages am 16. April geehrt. Dabei wurden neben dem Profil des grossen Theologen auch die menschlich-liebenswerten Seiten des Theologieprofessors, Erzbischofs, Kardinals, Papstes und nun emeritierten Papstes deutlich. Seit dem Besuch von Benedikt XVI. in Stift Heiligkreuz im Rahmen des Papstbesuches 2007 in Österreich sind d<s Stift und die Hochschule besonders eng mit ihm verbunden.
Als Gäste konnte Rektor P. Karl Wallner u. a. den Präsidenten des Päpstlichen Rates zu Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, den orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis) und den syrisch-orthodoxen Chorepiskopos Emanuel Aydin begrüssen; weiters auch die emeritierten Bischöfe Maximilian Aichern, Ludwig Schwarz, Christian Werner und Egon Kapellari. (…)

bz BASEL vom 15.04.2017, S. 7, Dominik Straub, Rom
Benedikt feiert privat

Parallel zur grossen Messe auf dem Petersplatz findet am Ostersonntag im Vatikan eine kleine Feier statt: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird 90.
Eine offizielle Geburtstagsfeier gibt es nicht im Vatikan, und Benedikt XVI. habe sich auch keine gewünscht, liess der Privatsekretär des Jubilars, Erzbischof Georg Gänswein, verlauten. Dennoch geht Gänswein davon aus, dass am Ostersonntag der eine oder andere „hohe Gast“ vorbeischauen werde. Am Ostermontag sei eine „Feier im privaten Rahmen“ geplant – mit bayrischer Beteiligung. Unter anderem werden Bayerns Ministerpräsident Hort Seehofer und Gattin Karin dem emeritierten Papst die Aufwartung machen. Natürlich reist Benedikts Bruder, der 93-jährige Georg Ratzinger, nach Rom. Ein Geschenk wird Georg nicht mitbringen, wie er der „Passauer Neuen Presse“ verriet: „Bei uns beiden ist der wesentliche Punkt, dass wir wieder einmal beisammen sind.“
Benedikt XVI. hatte am 28. Februar 2013 als erster Papst der Neuzeit freiwillig auf sein Amt verzichtet. Seit Mai 2013 führt Josef Ratzinger ein zurückgezogenes Leben in seinem Kloster in den Vatikanischen Gärten. Er liest viel, vor allem die Kirchenväter sowie italienische und deutsche Zeitungen, hört klassische Musik und empfängt nach wie vor Gäste. An jedem Tag stehe ein Spaziergang mit einem Rosenkranz auf dem Programm, verriet der Privatsekretär Gänswein unlängst gegenüber Radio Vatikan. Wenn dem emeritierten Papst etwas Sorge bereit, seien dies seine Füsse und Beine: „Er hat Schwierigkeiten mit dem Gehen, darum nimmt er den Rollator zu Hilfe, womit er gut zurechtkommt“, sagte Gänswein. Geistig sei der frühere Papst hellwach. Seinen Rücktritt habe Ratzinger nie bereut, betonte Gänswein in einem Interview mit der Römer Zeitung „La Repubblica“.

OR Nr. 38 vom 22.09.2017, S. 3
Denkmal erinnert an Papstbesuch in Regensburg

Regensburg. In Regensburg ist am Dienstagabend, 12.09.2017, ein Denkmal zur Erinnerung an den Besuch von Papst Benedikt XVI. in der Stadt vor 11 Jahren errichtet worden. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nahm die Segnung des vor dem Portal der Schottenkirche Sankt Jakob errichteten Kunstwerks vor. Es stammt von dem Eggenfeldener Künstler Joseph Michael Neustifter und stellt ein stilisiertes Haus aus Bronze darf, das auf einer Stele aus schwarzem Granit steht. Darauf finden sich unter anderem eine Darstellung der Patrona Bavariae, der Schutzpatronin Bayerns, sowie Sätze aus Predigten und Ansprachen, die der Papst bei seinem Besuch in Regensburg gehalten hat.
Bei der Feierstunde anwesend waren der Papstbruder und frühere Regensb urger Domkapellmeister, Prälat Georg Ratzinger, sowie der Privatsekretär des emeritierten Papstes, Erzbischof Georg Gänswein, der ein Grusswort von Benedikt XVI. verlas. Darin schrieb er, dass er sich freue, dass das Denkmal nun aus vielfältigen Überlegungen heraus Gestalt angenommen und einen geeigneten Ort gefunden habe.

OR Nr. 1 vom 05.01.2018, S. 4
Papst Franziskus hat dem emeritierten Papst Benedikt XVI. wie in den letzten Jahren einen Weihnachtsbesuch abgestattet. Das Treffen mit seinem 90-jährigen Vorgänger fand am 21. Dezember 2017 statt und dauerte eine halbe Stunde.

Katholische Wochenzeitung Baden 4/2018 Januar, S. 4
Interview von Kardinal Burke über Abtreibung, Homosexualität, Benedikt XVI. und den überlieferten Ritus (Auszug)

Durch Rücktritt Benedikts XVI. „fühlen sich viele Gläubige vom Vater verlassen“. Mehrfach lobte er im Interview Benedikt XVI., den er als „aussergewöhnlichen Lehrmeister des Glaubens“ bezeichnete, der über ein „grosses Charisma“ verfüge und fähig sei, in einer „für alle verständlichen“ Sprache zu sprechen und zu schreiben.
Benedikt XVI. sei aber nicht immer von guten Beratern umgeben gewesen. Einige seiner Berater „dienten ihm nicht gut“.
Zudem hoffe er, dass Rücktritte von Päpsten keine „gängige Praxis“ werden, denn seit dem Amtsverzicht von Benedikt XVI. habe sich „unter vielen Katholiken ein Gefühl breitgemacht, von ihrem Vater verlassen zu sein“. Die überlieferte Form des Römischen Ritus nannte Kardinal Burke „eine Art und Weise, fest in der Tradition verankert zu bleiben“. Die lateinische Sprache sei „die heilige und lebendige Sprache der Kirche und keine tote Sprache“.

OR Nr. 27 vom 06.07.2018, S. 8
Vatikanstadt. Die neu ernannten 14 Kardinäle (Konsistorium am 28.06.2018) haben zusammen mit Papst Franziskus den emeritierten Papst Benedikt XVI. besucht. Unmittelbar nach dem Konsistorium sind sie am Donnerstagabend ins Kloster „Mater Ecclesia“ in den Vatikanischen Gärten gefahren. In der Kapelle beteten die Kardinäle gemeinsam mit Papst Franziskus und Benedikt XVI. ein „Ave Maria“. Nach einem kurzen Gruss und dem Segen  des emeritierten Papstes sind sie in die Synodenaula und den Apostolischen Palast zurückgekehrt, um die Glückwünsche von Gästen aus aller Welt entgegenzunehmen.

Kirche heute 33/2018 August, S. 2
Benedikt XVI. sorgt für Unruhe

Ein neuer Aufsatz des emeritierten Papstes Benedikt XVI. über die christliche Sicht auf das Judentum bringt Unruhe in das Verhältnis von Juden und Christen. Erste Reaktionen von katholischen und jüdischen Theologen fallen überwiegend kritisch-negativ aus. In seinen „Anmerkungen“ hält Benedikt XVI. fest, dass die Thesen, dass Israel nicht durch die Kirche substituiert (ausgetauscht, ersetzt) werde und dass der Bund nie gekündigt worden sei, seien im Grunde richtig, doch in vielem ungenau und müssten kritisch weiter beachtet werden. Damit werde „christliche Identität auf Kosten der jüdischen formuliert“, sagte der Schweizer Jesuitenprovinzial Christian Rutishauser. Zugespitzter äusserte sich der Berliner Rabbiner Walter Homolka: „Wer die Rolle des Judentums so beschreibt, baut mit am Fundament für neuen Antisemitismus auf christlicher Grundlage!“

Kirche heute 40-42/2018 September, S. 2
Benedikt XVI. verteidigt Rücktritt

Benedikt XVI. hat in 2 Briefen vom November 2017 an Kardinal Walter Brandmüller seinen Rücktritt als Papst verteidigt und erläutert, warum er das neue Amt eines „Papstes im Ruhestand“ (lateinisch: Papa  Emeritus) geschaffen hat. Der Rückzug ins Kardinalsamt wäre keine gangbare Option gewesen und hätte „besonders in der aktuellen Situation zu schwierigen Folgen führen können“, so das ehemalige Kirchenoberhaupt. Die Annahme, dass es nun gewissermassen 2 Päpste gebe, dementiert Benedikt: „Ich habe mit dem „Papa Emeritus“ eine Situation zu schaffen versucht, in der ich für die Medien absolut unzugänglich bin und in der völlig klar ist, dass es nur einen Papst gibt.“

OR Nr. 42 vom 19.10.2018, S. 3
Vatikanstadt. Anlässlich der Heiligsprechung von Paul VI. (1963-1978) hat Papst Franziskus am Samstag seinen Vorgänger Benedikt XVI. in dessen Alterssitz Mater Ecclesiae in den vatikanischen Gärten besucht. Das teilte das Presseamt des Heiligen Stuhles mit. Papst Paul VI. hatte bei seinem letzten Konsistorium am 27. Juni 1977 Joseph Ratzinger, den späteren Benedikt XVI., in den Kardinalsstand erhoben.

OR Nr. 16 vom 19.04.2019, S. 4
Zu Beginn der Karwoche suchte Papst Franziskus am  Montag Nachmittag das Kloster „Mater Ecclesiae“ auf, um Benedikt XVI. ein gesegnetes Osterfest zu wünschen. Das Treffen bot dem Heiligen Vater auch die Gelegenheit, dem emeritierten Papst, der am folgenden Tag, dem 16. April, 92 Jahre alt wurde, mit besonderer Zuneigung seine Geburtstagswünsche zum Ausdruck zu bringen.

OR Nr. 32/33 vom 09.08.2019, S. 4
Am 16. Juli 2019 hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. einen kurzen sommerlichen Ausflug in die Albaner Berge südöstlich von Rom unternommen. Die Überraschungsvisite  führte in  die Gärten der Päpstlichen Villen von Castelgandolfo, zum Marienheiligtum Madonna del Tufo bei Rocca di Papa und anschliessend nach Frascati, wo er von Ortsbischof Raffaello Martinelli zum Abendessen empfangen wurde. Während seiner Amtszeit hatte Benedikt XVI. regelmässig seine Urlaube in Castelgandolfo verbracht. Vor 6 Jahren sprach er von hier die letzten Grussworte seines Pontifikates.

→Papst                                             →Päpste, A – G; Benedikt XVI.
→Englisch Andreas, Franziskus       →Franziskus

Bene merenti, päpstliche Verdienstauszeichnung

→Orden und Verdienstauszeichnungen des Heiligen Stuhles

Benzintankstellen IP  auf Vatikangebiet

Benzin vom ital. Staat (Italien Petroleum), ohne italienische Steuern

Sie befinden sich zwischen Peterskirche-Ende und dem Palast Hl. Carl (San Carlo) auf der Piazza S. Martha und eine neue vor dem Ausgang Santa Rosa hinter S. Anna.  Sie werden rege benutzt von den Vatikaneinwohnern und Vatikanangestellten bzw. von Personen mit vatikanischer Tessera (Ausweis). Dazu gehört vermutlich das ganze Bodenpersonal der  kath. Kirche Roms… Diese Tessera gilt ausschliesslich für den Benzinbezug. Kanister auffüllen verboten, gilt auch in Italien.

Preis je Liter Benzin normal: etwa 75 Cents (etwa CHF 1.10), d. h. etwa 30 % billiger als in der Stadt Rom (über Euro 1.05/Liter) bzw. etwa über 10 % billiger als in der Schweiz (Nov. 2006). So preisgünstig wie auf den Inseln Bahrain im Persischen Golf, wo Benzin gefördert wird.

An der Via delle mura (am westlichen Fusse des Gianicolo) steht auf exterritorialem Gebiet ein weitere Vatikan-Tankstelle. Sie kann nur von Vatikan-Tesserainhaber/innen zu gleichen Preisen bedient werden. Auch in S. Giovanni in Laterano und  in Castel Gandolfo gilt dasselbe.

Beratergruppe C8 des Papstes

siehe Kardinalsrat

Berliner Mauer

→Mauer

Berufe, Werkstätten im Vatikan

→Werkstätten      →Floreria

Besuche(r) beim Papst

→Anticamera

Bettolino (Gästekantine) der Schweizergarde

Siehe →Verpflegung

Bewaffnung im Vatikanstaat

Gendarmen: Jeder Gendarm trägt eine Pistole

Schweizergarde: Jeder trägt ein Reizstoff-Sprühgerät, Unteroffiziere und Offiziere eine Schweizer Armee-Pistole. Schiesstraining mit Pistole und  Sturmgewehr auf italienischem Boden. Auf den Wachposten sind Sturmgewehr, Schutzmasken und Munition vorzufinden. –  Garde: Selbstverteidigungsschule mit Wiederholungskursen. Magglinger-Tests

Über 250 Mann auf vatikanischem Staats- und Hoheitsgebiet sind bewaffnet. Die Einwohnerzahl des Vatikanstaates liege zwischen 450 und 550.

Rede von Oberst Christoph Graf, 08.2017, in Solothurn
Neuster Stand der Garde:

  • Anschaffung neuer Pistolen. Jeder Gardist wird künftig mit einer Pistole ausgerüstet
  • Anschaffung Taser (Elektroschock-Pistole)
  • Papstreisen: Neu ist ein erweitertes Detachement der Garde im Einsatz. Bei Auslandreisen: 4 Gardisten als Vordetachement und 2 Offiziere als Begleitung. In Italien: bis zu 10 Offiziere und Unteroffiziere
  • Papst Franziskus wünscht, dass auf Reisen der Bestand der Gardisten und Gendarmen künftig gleich gross ist.
    →Schweizergarde

Bewegungen/Movimenti der kath. Kirche

→Gruppierungen