Bn bis Bz

Bomben auf Rom

→Unterregister  „Bombennachweis Nov. 1943“

Es fielen Bomben auf das vatikanische Staatsgebiet am Freitag, 5. November 1943,  etwa  um 20.00 Uhr. Ablauf:

Anflug des Flugzeuges: von Westen über Kapelle „Madonna della Guardia“ – hinter Governatorat und  hinter  Bahnhof vorbei. 4 Einschläge:

1. Nähe Trinkwasser-Zisterne unterhalb Radio-Direktion, Viale dell’Osservatorio

2. Hinter Governatorat, links der Kapelle

3. Zwischen Bahnhof und der alten Mosaikschule

4. Links des Palastes des Arciprete an der Vatikanmauer.

Aufsatz von Gardist Alexander Good im „Der Exgardist“ Nr. 52: (auszugsweise)
Im Dienst im Portone di Bronzo. Motorenlärm eines Flugzeuges, Detonation mehrerer Bomben. Gewaltige Druckwelle, Hellebarden klirren und fallen aus den Aufhängungen, die Mausergewehre mit aufgepflanzten Bajonetten fallen aus den Halterungen auf den Mosaikboden. Viele Fenster werden geborsten. Maestro di casa erkundigt sich telefonisch. Wachtmeister kommt rasch herbei. Zecca-Posten meldet sich telefonisch: knöcheltiefe Erde auf der Piazza del Forno und auf der Via delle Fondamenta. Zwei Gardisten werden ausgeschickt. Nach einer halben Stunde kehren sie zurück. Sie melden die Orte der Einschläge. Beim vierten sei die Wasser-Rundleitung getroffen. Wasserfontäne. Chaos im Keller des Governatorats: Hunderte von Flaschen mit ausgesuchtem Cognak seien aus den Gestellen geschleudert und zersplittert worden. Handhoch am Boden gelagert.

Hanspeter Oschwald, „Vatikan“, Piper, 1998, Seite 213:
Vier Bomben wurden abgeworfen. Sie landeten genau an der Stelle, wo kurz zuvor die acht Labella-Kinder (Labella: damaliger Chef der Sediari) mit dem Vertreter Grossbritanniens (Osborne) plauderten (Piazza del Mosaico). Es waren keine deutschen Bomben. Es wird vermutet, dass es britische Bomben waren. Das Rätsel ist bis heute nicht aufgeklärt.

http://ps30zhh.bluewin.ch/cp/ps/Mail/PrintView?uid=602&d=bluewin.ch&u=138289003&t 14.11.2010

Dass im November 1943 Bomben über dem Vatikan abgeworfen wurden, weiss kaum jemand. Ein Journalist hat sich jetzt eingehend mit der Sache beschäftigt: Hier ist sein Geschichte.

Es fing alles damit an, dass ich an einem Verkaufsstand einen Briefumschlag mit etwa 30 Fotos fand: Die waren am Tag nach den Bombenabwürfen gemacht worden, und der Fotograf hatte die Zeiten seiner Aufnahmen dazu notiert. Sagt Augusto Ferrara, Autor des Buches „Bombe sul Vaticano“, das an diesem Wochenende vorgestellt wurde.

Am 5. November 1943, nachts um 20.10 Uhr, regneten 5 Bomben auf den kleinen Kirchenstaat herab: „Eine explodierte nicht, die anderen vier richteten hinter Sankt Peter einige Schäden an. Es gab zerbrochene Fenster in der Apsis, Löcher im Weg, der zur Bahnstation hinaufführt – an der Fassade der Bahnstation und sogar an der Seite des Gouverneurspalastes sind die Bombenschäden bis heute zu sehen.“ Ferrara recherchierte, und daraus wurde ein Buch von 160 Seiten.

„Das erste, was er sagte, als er die Fotos sah: Wer steckte dahinter?“ Gute Frage – Ferrara hat eine Antwort darauf. Schon im Italien der 40er-Jahre gab es nämlich, wie heute auch, Mitschnitte von Telefongesprächen. „Es gibt ein Telefonat von einem Priester aus Viterbo, da heisst es: Also diesmal haben die Amerikaner aber wirklich übertrieben!  Und die Antwort darauf lautet: Welche Amerikaner denn? Das Flugzeug ist in Viterbo gestartet, ich komme gerade von dort – es waren die Faschisten, die das getan haben!“

Fragt sich nur, warum? Aus Ferraras Sicht wollten die Faschisten Radio Vatikan treffen, das damals noch ganz in der Nähe der vatikanischen Bahnstation in der so genannten „Palazzina“ in den Vatikanischen Gärten untergebracht war. „Sie wollten Radio Vatikan dafür bestrafen, dass es Botschaften ausstrahlte, die an die Amerikaner gerichtet waren.“ Die Belege dafür sind allerdings dürr. Das Geheimnis der Bomben auf den Vatikan in diesen Herbst vor 67 Jahren ist noch nicht gelöst.

Hinweis WA. Viterbo war im November 1943 unter deutscher Herrschaft. Die Amerikaner waren damals erst auf der Linie zwischen Neapel und Cassino quer östlich hinüber zur Adria. In Anzio/Nettuno landeten sie erst am 22.01.44.

Stephan Vogler, Mitteilungsblatt der Sektion Zürich der Exgardisten, September 2012, „Interessantes/Wissenswertes aus der Garde, Rom, Italien und sonst wo“:

Vatikan
Am 5. November, anno 1943 um 20.10 Uhr wurde der Vatikan in einer mondlosen Nacht das einzige Mal bombardiert, wobei der Petersdom nur knapp verfehlt wurde. Schäden oder Bombentrichter gab es beim Bahnhof, bei der Mosaikfabrik und anderswo. Welche der kriegsführenden Nationen hatte diese Freveltat begangen? Waren es die Deutschen, die Engländer oder gar die Amerikaner (wie es in der offiziellen Geschichtsschreibung heisst) gewesen? Mini-Reste von Zündern und Bombensplittern sprachen eher für englische oder amerikanische Bomben, nicht jedoch für Bomben aus deutscher Produktion.

Die Urheberschaft dieser Bombardierung war bis vor kurzem ein Rätsel gewesen, welche mittlerweile (so die allerneusten Thesen) endlich geklärt werden konnte. Das Ganze war ein raffiniertes Täuschungsmanöver der Deutschen, welche den Eindruck erwecken wollten, dass die Alliierten dieses wichtige katholische Heiligtum angegriffen hätten. Es war jedoch ein deutscher Bomber vom Typ Heinkel, welcher vier 60-kg-Bomben abwarf. Die abgeworfenen Bomben wurden dannzumal bei Tobruk (Libyen) während des Afrika-Feldzuges 1941/42 – der Krieg zwischen Deutschland (Rommel) gegen England (Montgomery) – von der deutschen Wehrmacht erbeutet, sie stammten wohl aus englischer, eventuell aus amerikanischer Produktion. Die Amerikaner lieferten ihrem Waffenbruder England riesige Mengen an Kriegsmaterial, welches mittels zahlreichen Schiffskonvois oder Geleitzügen über den Atlantik nach England transportiert wurden. Jede Bombe hat eigene Väter, seien es deutsche, englische oder amerikanische Bomben. Es gab oder gibt Unterschiede im Mantel (Umhüllung), d. h. ein Grauguss mit grossem Kohlenstoff-Anteil, der eine grosse Splitterwirkung erzielt, in der Rezeptur des TNT (Sprengstoff), in der Art der Zünder (Aufschlagzeit bzw. Verzögerungszünder u. a.  m.), der Stabilisatoren (Luftleitbleche), welche für einen ruhigen und exakten Abwurf nützlich sind sowie der Aufhängevorrichtung, welche dafür eingebaut wurden.

OR Nrn. 30/31 vom 26.07.2013, S. 12
Vor 70 Jahren wurde Rom bombardiert

Mit einem Gedenkgottesdienst in der Basilika San Lorenzo erinnerte die Kirche Roms am Freitag, 19. Juli 2013, an die schwere Bombardierung der Stadt vor 70 Jahren. Die Messe, gefeiert vom Generalvikar der Diözese Rom, Agostino Kardinal Vallini, sollte an die 1’500 Toten und mehr als 1’000 Verletzten der alliierten Angriffe vom 19. Juli 1943 erinnern.

Die Basilika und das umliegende Viertel im Osten Roms waren damals schwer beschädigt worden. Wenige Stunden nach der Bombardierung hatte sich Papst Pius XII. an den Ort der Katastrophe begeben. An diesen Besuch erinnert eine Bronzestatue vor der Basilika, die den Papst mit zum Himmel erhobenen Armen zeigt.

Mit dem Gottesdienst wollte die Kirche Roms an die damalige Tragödie, aber auch den besonderen Einsatz von Pius XII. erinnern, heisst es in einer Pressemitteilung der Diözese. Der aus der römischen Adelsfamilie Pacelli stammende Papst hatte Rom in den Kriegsjahren aus den Kampfhandlungen herauszuhalten versucht und setzte sich anschliessend für den Wiederaufbau des Lorenzo-Viertels ein. Am Jahrestag legte Roms neuer Bürgermeister Ignazio Marino ein Blumengebinde am Denkmal von Pius XII. nieder.

Um die Mittagszeit des 19. Juli 1943 hatten rund 500 amerikanische und britische Flugzeuge drei Stunden lang 1’000 Tonnen Bomben über dem San Lorenzo-Viertel im Osten der Ewigen Stadt abgeworfen. Der Angriff traf vor allem zivile Ziele, darunter auch die frühchristliche Basilika. Papst Pius XII. begab sich wenige Stunden später, nur von zwei Gendarmen und seinem Substituten Giovanni Battista Montini (dem späteren Papst Paul VI.) begleitet, an den Ort der Verwüstung. Er kniete inmitten der Trümmer nieder, betete das Totengebet „De profundis“ und sprach den Verletzten Trost zu. Nach Augenzeugenberichten war seine weisse Soutane blutverschmiert, nachdem ein verwundeter Jugendlicher ihn berührt hatte.

Die vatikanische Diplomatie protestierte damals gegen die Operation „Crosspoint“. Der Papst telegrafierte an US-Präsident Franklin Roosevelt, den heiligen Charakter der Hauptstadt der Christenheit zu achten und sie von weiteren Bombardierungen zu verschonen. Gleichzeitig forderte der Vatikan die Italiener auf, hohe militärische Kommandos aus der Stadt zu schaffen, die den Alliierten Grund zu Angriffen geben könnten, und Rom zu einer „offenen Stadt“ zu erklären.

Der Bombenangriff vom Juli 1943 war der einzige grosse Angriff dieser Art auf Rom. Wenige Tage später wurde Diktator Benito Mussolini gestürzt und verhaftet. Italien blieb zunächst auf deutscher Seite im Krieg, bereitete jedoch seine Kapitulation vor. Unmittelbar nach deren Bekanntwerden am 9. September 1943 rückten deutsche Truppen in Rom ein. (Befreiung Roms: 4. Juni 1944)

Borgo, der (Stadtteil von Rom)

Der Borgo (Mehrzahl i Borghi;  Weiler, Vorstadt)) ist der XIV. Rione (Stadtteil) von Rom. Die Grenze erstreckt sich vom vatikanischen Eingang St. Anna um den Petersplatz, vor dem Palast der Glaubenskongregation vorbei zur Via di Porta cavalleggeri; durch den Tunnel (traforo P. Amadeo) zum rechtufrigen Tiber. Von da den Tiber hinauf, vorbei am Ospedale Santo Spirito, um die Engelsburg zur Via Alberico II, zur Via Stefano Porcari an die Mauerecke am Piazza del Risorgimento, zurück zum Eingang St. Anna. Die ganze Piazza del Risorgimento gehört also zum Rione „Prati“.
Auf dem antiken Ager Vaticanus (Vatikanhügel) legte Papst Leo IV. (847-855) die ummauerte Leostadt zum Schutz der Pilger zwischen dem zur Burg ausgebauten Mausoleum des Hadrian (Engelsburg) und dem Petersdom an. Es setzte sich der von deutschsprachigen Pilgern verwendete Name „Burg“ in der italienisierten Form „Borgo“ durch. Durch den Bau der Via della Conciliazione (1936-50) wurde ein grosser Teil der mittelalterlichen Bausubstanz zerstört. – Andere Bücher sagen aus, dass sich arme Leute vor einem Palast mit reichen Insassen angesiedelt hätten (siehe z. B. Florenz mit dem Palazzo Pitti und den zwei Borghi vorzu, oder wie hier die verschiedenen Borghi vor dem Papstpalast) und diese Ansiedlung „Borgo“ genannt wurde.
Das Wappen des Borgo in Rom zeigt einen liegenden Löwen vor drei Bergen, über ihnen ein Stern. Der Löwe steht sowohl für Leo IV. als auch für Papst Sixtus V. (1585-90, Peretti di Montalto, mit Löwe, Dreiberg und Stern im Papstwappen), der den Borgo als 14. Rione in die Stadt Rom aufgenommen hat.
Der Borgo ist die zweite Heimat der Schweizergardisten, liegt er doch unmittelbar vor dem ersten Kasernentrakt und gibt Anlass zur „l’italianità“! Er ist heute völlig für den Tourismus ausgebaut (Essen, Andenken).

Botschaft Finnische, beim Hl. Stuhl 

→ Lante

Botschaften

→ Nuntiaturen              → Sonderbotschafter der Schweiz

Briefmarken, Vatikanische

Bestellungen richten an: Tel. 0039 06 6988 3414, Fax 0039 06 6988 1308, E-Mail: order.ufn@scv.va
In den Kellerräumen des Governatorats

Die Ausgabe von Briefmarken ist keinen besonderen Beschränkungen unterworfen. Sie hängt von posttechnischen Bedürfnissen ab, den Abmachungen mit dem Staat Italien sowie von internationalen Vereinbarungen, denen sich auch der Staat der Vatikanstadt angeschlossen hat.

Ein stetig wachsendes Sammelgebiet sind Briefmarken aus dem Vatikan, was zum einen am Ende des Pontifikates von Johannes Paul II. und dem Start von Benedikt XVI. liegt. Alle Briefmarken, die während ihrer Amtszeit herausgegeben wurden/werden, bilden ein geschlossenes Sammelgebiet und dokumentieren das Handeln und Wirken des Papstes. Auch die Sondermarken zur Sedisvakanz sind äusserst beliebt.

Die Auflagenhöhe der Briefmarken spielt eine grosse Rolle: Die Obergrenze liegt weltweit bei höchstens 300’000 Exemplaren, wodurch die Marken sehr beliebt sind und es schwierig ist, eine Sammlung zu komplettieren. (Briefmarken der Sedisvakanz gelten nur während dieser Zeit.)

Nur drei Jahre nach dem ersten deutschen Postwertzeichen gab der Kirchenstaat 1852 die erste Briefmarke aus. Mit der Auflösung des Kirchenstaates im Jahre 1870 war damit allerdings schon wieder Schluss. In 18 Jahren waren 25 sogenannte Hauptnummern erschienen, darunter zum Teil mehrere Auflagen mit jeweils unterschiedlichen Farbnuancen. Seit der Gründung des Vatikanstaates im Jahre 1929 hat die Vatikanpost (siehe →Post) 1’233 Briefmarken und zusätzlich 24 Portomarken für unterfrankierte Briefe sowie 15 Paketmarken ausgegeben.

Anfang der 60er- bis Anfang der 70er- Jahre kam es zu einer Inflation von Vatikanbriefmarken: Spekulanten kauften die Marken in Massen, so dass der Vatikan die Auflage erhöhte, der Sammlerwert für diese Briefmarken ist niedrig. Eigentlich ist der Vatikan aber für seine seriöse Ausgabepolitik bekannt. Seit 1989 kommen die Marken in konstanter Auflage von 450’000 Stück heraus. 1998 erschienen 8 Markenserien. Zum Vergleich: in Deutschland gibt es jährlich rund 50 Sonderausgaben.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, Das Lexikon, S. 80
Der Staat der Vatikanstadt hat also souveräner Staat das Recht, eigene Postdienste durchzuführen un damit auch Briefmarken herauszugeben. Der Verkauf der Postwertzeichen gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des Vatikanstaates. Sie sind zudem begehrte Sammlerstücke. Für die Ausgabe der Briefmarken ist das Amt für Philatelie und Numismatik des Vatikanstaates zuständig, das im Governatorat angesiedelt ist. Die Briefmarken werden über die vatikanischen Postämter verkauft. Sie können für den Briefverkehr eingesetzt werden, wenn die Versandstücke bei einem vatikanischen Postamt abgegeben oder in .einen der Briefkästen der Vatikanischen Post geworfen werden.
Die ersten päpstliche Briefmarkenserie kam am 1. Januar 1852 auf den Markt. Allerdings wurden die Marken des Kirchenstaates nach dessen Ende im September 1870 für ungültig erklärt. Schon wenige Wochen nach der Unterzeichnung der →Lateranverträge begann der Vatikan, 1929 einen eigenen Postdienst aufzubauen. Er trat der Weltpostvereinigung (U.P.U.) bei und gab als erste Briefmarkenserie des neuen Staates am 1. August 1929 die „Serie der Versöhnung“ heraus. Seitdem gibt es jedes Jahr knapp ein Dutzend Sonderbriefmarken in verschiedenen Serien. (…)

Radio Vatikan, März 2017, Gudrun Sailer
Der Druck der vatikanischen Briefmarken erfolgt ausserhalb des Vatikans. Es sind dafür spezielle Druckereien nötig, beispielsweise aus Deutschland, Frankreich, Kanada und Schweden. Das Design erfolgt meistens im Vatikan selber. 4 Ordensfrauen und etliche Mitarbeiter sind für den Versand zuständig.

OR Nr.  49 vom 07.12.2012, S. 3:
Sonderbriefmarken für Restaurierung des Petersplatzes

Mit 2 Sonderbriefmarken zu je 10 Euro will der Vatikan die Restaurierung der Kolonnaden des Petersplatzes finanziell unterstützen. Ab sofort werden beide Marken gemeinsam eingelassen in ein Zertifikat verkauft. Auf der ersten ist das Wappen von Papst Alexander VII. abgebildet, der 1652 den Architekten Gian Lorenzo Bernini mit dem Bau des Petersplatzes beauftragte, die zweite Marke trägt das Wappen von Papst Benedikt XVI., der 2009 die Restaurierung der Kolonnaden veranlasste. Das Zertifikat mit den beiden Marken kann entweder mit der Aufschrift des federführenden Vatikanamtes „Ufficio Filatelico e Numismatico“ oder einem persönlichen Namenseintrag erworben werden. Von der ersten Version werden circa 96’000 und von der personalisierten rund 50’000 Exemplare angeboten. Die beiden halbkreisförmigen Kolonnaden bestehen aus 284 Säulen und 140 Statuen.

Kirche heute 11/2013 März, S. 2:
Münzen und Briefmarken zur Sedisvakanz.

Aus Anlass der derzeitigen Sedisvakanz des Heiligen Stuhles prägt der Vatikan Sonderbriefmarken und -münzen. Die Briefmarken zeigen einen Engel, der den Baldachin der Apostolischen Kammer trägt, ein Bild der italienischen Künstlerin Daniela Longo. Je nach Wert zeigen die Marken einen grünen, blauen, grauen oder gelben Hintergrund. Die Sondermünzen zur papstlosen Zeit haben einen Nennwert von zwei, fünf und zehn Euro.

OR Nr. 18 vom 3. Mai 2013, S. 3
Neuausgaben von Briefmarken und Münzen

Vatikanstadt. Das Amt für Philatelie und Numismatik hat die Herausgabe der Euromünzen für das Jahr 2013 angekündigt. Die Ausgabe zeigt auf der nationalen Vorderseite das Porträt von Benedikt XVI. und auf der Rückseite die allen Euro-Ländern gemeinsame Darstellung. Der Satz besteht aus 8 Münzen zu 2 und 1 Euro sowie zu 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Eurocent. Der Münzsatz, der in einer Auflagenhöhe von 85’000 Exemplaren erscheint, wird zum Verkaufspreis von 30 Euro über das vatikanische Amt für Numismatik abgegeben.

Die  erste Briefmarke mit dem Bild von Papst Franziskus ist am 2. Mai erschienen. Das neue Postwertzeichen hat den Nennwert von 0,70 Euro; er zeigt unter dem Porträt des neuen Papstes den Aufdruck „FRANCISCUS PP“, auf dem linken Seitenrand die übliche Ortsangabe „Città del Vaticano“ und auf der rechten den Hinweis auf das erste Jahr seines Pontifikats 2013 („ANNO I S.P. MMXIII“). Links über dem Papstbild sind die gekreuzten Schlüssel Petri zu sehen.

OR Nr. 34 vom 23. August 2013, S. 6
Philatelische Neuausgaben: die Päpste der Renaissance, Julius II. und Leo X.

Vor 500 Jahren starb Papst Julius II. (Giulio della Rovere, 1443 – 1513), und Leo X. (Giovanni de‘ Medici, 1475 – 1521) wurde zum Papst gewählt. Zu diesem Anlass gibt das Amt für Philatelie und Numismatik eine den beiden Päpsten gewidmete Briefmarkenserie heraus.

Postkartenserie 500 Jahre Cappella Giulia. Der Chor begeht in diesem Jahr sein 500. Gründungsjahr. Er ist nach dem Gründer Papst Julius II. benannt, der ihn am 19. Februar 1513 mit der Konstitution „In altissimo militantis Ecclesia“ offiziell einrichtete.

OR Nr. 2 vom 10. Januar 2014, S. 4
Programm der Briefmarkenausgaben und Münzprägungen (siehe dort) für 2014

1.   Osterfest der Auferstehung
2.   Papst Franziskus – II. Pontifikatsjahr MM XIV
3.   25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer
4.   Europa 2014 – „Nationale Musikinstrumente
5.   Heiligsprechdung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II.
6.   100. Todestag des heiligen Pius X.
7.   500. Todestag von El Greco
8.   400. Todestag von Bramante
9.   450. Todestag von Michelangelo
10. 1200. Todestag Karls des Grossen
11. 150. Geburtstag von Richard Strauss
12. 125. Geburtstag von Charlie Chaplin
13. 400. Todestag des heiligen Camillo de Lellis
14. 450. Todestag von William Shakespeare
15. Pastoralreisen von Papst Franziskus 2013
16. Weihnachtsfest

Ganzsachen:  Postkartenserie, Aerogramm, Philatelischer Umschlag 2014

Philatelisch-numismatische Mischausgaben:
– Numisbrief zum 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer
– Stamp&Coin Card zur Heiligsprechdung von Johannes Paul II.

Briefmarken-Jahrbuch:  Vaticano 2014

OR Nr. 14 vom 04.04.2014, S. 7
Philatelistische Neuausgaben (Johannes XXIII., Johannes Paul II.)

  1. Briefmarke zum Osterfest 2014: Nennwert 0,85 Cents, 300’000 komplette
    Serien
  2. Zur Heiligsprechung von zwei Päpsten am 27.04.2014:
    Serien (Gemeinschaftsausgabe Vatikanstadt-Italien): Nennwert 0,70 Cents,  300’000.
  3. Gedenkblock (Gemeinschaftsausgabe Vatikanstadt-Polen): Nennwert € 1.
    200’000.
  4. Beginn des 2. Pontifikatsjahres von Papst Franziskus. 4 Postwerte: € 0,70,
    € 0,85, € 2,00, € 2,50. Auflage 200’000.

OR Nr. 37 vom 12.09.2014, S. 7
Briefmarkenausgaben

1. Zum 400. Todestag des hl. Kamillus von Lellis: Nennwert € 0.70
2. Zum 350. Jahrestag der Synode von Ayutthaya: Gemeinschaftsausgabe
.   Vatikan- Thailand. Satzpreis  € 2.00
Seite 9:
3. Zum 100. Todestag des hl. Pius X.: Satzpreis € 2.00
4. Zum 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer: Satzpreis € 0.85
5. Zum 150. Geburtstag von Richard Georg Strauss: Satzpreis € 0.70

OR Nr. 47 vom 21. November 2014, S. 3
Briefmarkenausgabe zum 450. Todestag von Michelangelo

Technische Eigenschaften:
– Anzahl der Postwertzeichen: 2
– Nennwerte: € 0.70 – 0.85
– Format: 53 x 32,2 mm
– Exemplare pro Bogen: 10
– Satzpreis: € 1.55
– Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

OR Nr. 48 vom 28.11.2014, S. 12
Briefmarken-Neuausgaben

Weihnachten 2014
Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwerte: Euro 0.85
Format: 33,88 x 42 mm
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

400. Geburtstag von William Shakespeare
Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwerte: Euro 0.85
Format: 41 x 30,5 mm
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

Weltreisen von Papst Franziskus 2013
Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: Euro 0.70 – 0.85
Format: 41 x 30,5 mm – 30,5 x 41 mm
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

OR Nr. 50 vom 12. Dezember 2014, S. 11
Programm der Briefmarkenausgaben 2015

– Osterfest der Auferstehung
– 200. Geburtstag des hl. Johannes Bosco
– Ausstellung des Turiner Grabtuchs
– Internationales Jahr des Lichts (ausgerufen von der UNO)
– Pontifikat von Papst Franziskus MMXV
– EXPO 2015 Weltausstellung in Mailand
– Europa 2015: „Antikes Spielzeug“
– 500. Geburtsjahr der hll. Teresa von Avila und Philipp Neri
– Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode „Familie und Evangelisation“
– 70 Jahre UNO und Ende des Zweiten Weltkrieges
– 1400. Todesjahr des hl. Columban von Bobbio
– 150. Gründungsjahr der ITU – Internationale Fernmeldeunion
– Weltpastoralreisen von Papst Franziskus im Jahr 2014
– Heiliges Weihnachtsfest

OR Nr. 8 vom 20.02.2015, S. 6 und 12
Briefmarken-Neuausgaben

Internationales Jahr des Lichtes
Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: Euro 2,15
Exemplare pro Bogen: 10
Satzpreis: Euro 2,15
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

Ostern 2015
Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: Euro 0,80
Exemplare pro Kleinbogen: 4
Kleinbogenpreis: Euro 3,20
Max. Auflage: 240’000 komplette Serien

Ausstellung des Turiner Grabtuches
Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: Euro 0,95
Exemplare pro Bogen: 10
Satzpreis: Euro 0,95
Max. Auflage: 250’000 komplette Serien

Das Pontifikat von Papst Franziskus – MMXV
Anzahl der Postwertzeichen: 4
Nennwerte: Euro 0,80; 0,95; 2,30; und 3,00
Exemplare pro Kleinbogen: 10
Satzpreis: Euro 7,05
Max. Auflage: 300’000 komplette Serien

OR Nr. 22 vom 29. Mai 2015, S. 12

Briefmarken Neuausgaben: Europa 2015, Historisches Spielzeug

Gendarmerie in alten Uniformen und Päpstliche Schweizergarde
Anzahl der Postwerte: 2
Nennwerte: € 0,80  € 0,95
Exemplare pro Bogen: 10
Satzpreis: € 1,75
Maximale Auflage: 250’000

200. Geburtstag des Heiligen Johannes Bosco
Anzahl der Postwerte: 1
Nennswert: € 0,80
Exemplare pro Kleinbogen: 6
Satzpreis € 0,80; Kleinbogenpreis € 4,80
Maximale Auflage: 250’000 komplette Serien

OR Nr. 23 vom 5.Juni 2015, S. 5 und 6
Neuausgaben von Briefmarken

70. Jahrestag Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gründung
der Vereinten Nationen:
Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: 2 x € 2,00
Gedenkblockpreis: € 4,00
Max. Auflage: 70’000 Gedenkblöcke

150 Jahre Internationale Fernmeldeunion:
Anzahl der Postwerte: 1
Nennwert: € 2,15
Exemplare pro Bogen: 10
Satzpreis: € 2,15
Max. Auflage: 70’000

150 Jahre Hafenkapitanerien und Küstenwache:
Briefverschlussmarke: Künstlerin: Monica Pizzo
Exemplare pro Bogen: 10
Folder: Folderpreis € 5,00
Max. Auflage: 10’000 Folder

OR Nr. 25 vom 19. Juni 2015, S. 11
Ausgabe einer stamp&coin card 2015

Dieses Jahr gibt das Amt für Philatelie und Numismatik die stamp&coin card als Serie heraus, die aus 4 Exemplaren besteht. Jede der 4 stamp&coin cards enthält die Kursmünze 2015 zu 50 Eurocent und zum ersten Mal je einen der 4 Postwerte der offiziellen Briefmarkenserie 2015 zur Thematik Papst Franziskus. Jede der 4 stamp&coin cards enthält je einen Postwert mit unterschiedlichen Nominalwert und trägt den Aufdruck des offiziellen Logos des Amtes in einer anderen Farbe. Technische Eigenschaften:

Stamp&coin card:
Format: 86 x 54 mm
Max. Auflage: 4 x 15’000
Serien:
Anzahl der Postwertzeichen: 4
Nennwerte: € 0,80, € 0,95, € 2,30, € 3,00
Münzen:
Nominalwert: 50 Eurocent
Version Prägefrisch
Preis je stamp&coin card: Euro 4,50

OR Nr. 35 vom 28.08.2015, S. 6
Philatelistische Neuausgaben

50 Jahre Bischofssynode und XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode
Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,80 – € 0,95
Postwertformat: 40 x 30 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Satzpreis € 1,75
Max. Auflage: 100’000 komplette Serien

Papst Franziskus auf dem Weg zum ausserordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit
Folderformat: offen 410 x 270 mm
geschlossen 205 x 270 mm
Folderpreis: Euro 15,00

70 Jahre Befreiung von Auschwitz und 10 Jahre internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust
Nennwerte: € 2,30
Umschlagformat: 293 x 189 mm
Umschlagpreis: € 2,30
Max. Auflage: 16’000

50 Jahre Ende des II. Vatikanischen Ökumenischen Konzils
Postkartenanzahl: 4
Nominalwert des Wertaufdrucks: € 0,80 – € 0,95 – € 2,30 – € 3,00
Postkartenformat: 150 x 100 mm
Wertaufdruckformat: 40 x 30 mm
Verkaufspreis der Postkartenserie: € 7,05
Max. Auflage: 15’000 komplette Postkartenserien

OR Nr. 36 vom 04.09.2015, S. 6
Philatelistische Neuausgaben am 02.09.2015

Die Weltreisen von Papst Franziskus im Jahre 2014
Anzahl der Postwertzeichen: 4
Nennwerte: € 2,30 – 3 x € 0,95
Format: 40,64 x 29,79 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Satzpreis: € 5,15
Max. Auflage: 150’000 komplette Serie

Gedenkblock
Postwerteanzahl: 1
Nennwert: € 3,00
Postwertformat: 51,46 x 39,56 mm
Gedenkblockformat: 90 x 70 mm
Gedenkblockpreis: € 3,00
Max. Auflage: 100’000 Gedenkblöcke

100. Todesjahr des sel. Märtyrers Ignatgus Maloyan und Erhebung des hl. Gregor von Narek zum Kirchenlehrer
Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: 2 x € 1,00
Format: 30,5 x 41 mm
Exemplare pro Kleinbogen: 2 Serien
Kleinbogenformat: 116 x 102 mm
Satzpreis: € 2,00
Kleinbogenpreis: € 4,00
Max. Auflage: 100’000 komplette Serien

Seite 10: Briefmarken-Neuausgabe zum 8. Weltfamilientreffen 2015
Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: €  2,30
Format: 41 x 30,50 mm,
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 106 x 177 mm
Satzpreis: € 2,30
Max. Auflage: 100’000 komplette Serien

OR Nr. 49 vom 04.12.2015, S. 9
Neuausgabe: „Beginn des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,80 – € 0,95
Format: 30 x 40 mm
Exemplare der Bogen: 10
Künstlerin: Gabriella Titotto
Max. Auflage: 250’000 komplette Serien

Seite 15:  Ausgabe „Weihnachten 2015“
Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,80 – € 0,95
Format: 39,5 x 31,25 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Satzpreis: € 1,75
Max. Auflage: 250’000 komplette Serien

OR Nr. 50 vom 11.12.2015, S. 11
80 Jahre vatikanische Sternwarte in Castel Gandolfo

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,80 – € 0,95
Format: 40 x 30 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Künstlerin: Daniela Longo
Satzpreis: € 1,75
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

500. Geburtstag der hl. Therese von Lisieux und des hl. Philipp Neri

Anzahl der Postwerte: 1
Nennwert: € 2,30
Format: 48 x 28.6 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Künstler: Raúl Berzosa Fernándes
Satzpreis: € 2,30
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

OR Nr. 51 vom 18.12.2015, S. 10
80 Jahre vatikanische Sternwarte in Castel Gandolfo (→Sternwarte)

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,80 – € 0,95
Format: 40 x 30 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Künstlerin: Daniela Longo
Satzpreis: € 1,75
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

OR Nr. 6 vom 12.02.2016, S. 8

Jubiläum der Barmherzigkeit
Die Hungernden speisen und die Durstigen tränken

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,95 – 1,00
Format: 30 x 40 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Künstler: Stefano Morri
Satzpreis: € 1,95
Max. Auflage: 250’000 komplette Serien

Seite 11:
51. Eucharistischer Weltkongress

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,95 – 1,00
Format: 30 x 40 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 170 x 100 mm
Künstlerin: Gabriella Titotto
Satzpreis: € 1,95
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

Pontifikat von Papst Franziskus 2016
Jubiläum der Barmherzigkeit

Anzahl der Postwertzeichen: 4
Nennwerte: € 0,95 –  1,00 – 2,30 – 3,00
Format: 30 x 40 mm
Satz:
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 170 x 100 mm
Satzpreis: € 7,25
Max. Auflage: 300’000 komplette Serien

Gedenkblock:
Gedenkblockformat: 135 x 100 mm
Gedenkblockpreis: € 7,25
Max. Auflage: 100’000 Gedenkblöcke

Ostern 2016

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: € 0,95 – € 1,00
Format: 30 x 40 mm
Exemplare pro Kleinbogen: 2 Serien
Kleinbogenformat: 120 x 100 mm
Satzpreis: € 1,95
Kleinbogenpreis: € 3,90
Max. Auflage: 500’000 komplette Serien

OR Nr. 20 vom 20. Mai 2016, S. 7
Jubiläum der Barmherzigkeit

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: Euro 0,95 – Euro 1,00
Format: 40,64 x 29.79 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 106 x 77 mm
Künstler: David Maraskin
Druck: offset
Satzpreis: € 1,95
Max. Auflage: 150“‘ komplette Serien

Europa 2016 – Think green

Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: € 0,95
Format: 30,5 x 41 mm
Exemplare pro Bogen: 6
Bogenformat: 117 x 117 mm
Künstlerin: Doxia Sergidou
Kleinbogenpreis:  5,70
Max. Auflage: 360’000 komplette Serien

200 Jahre Gendarmeriekorps des Staates der Vatikanstadt

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte:  Euro 0,95 –  Euro 1,00
Format: 29,79 x 40,64 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 170 x 100 mm
Künstlerin: Cynthia Capuano
Satzpreis: Euro 1,95
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien

OR Nr. 35 vom 02.09.2016, S. 9
Vatikanische Briefmarke zur Heiligsprechung von Mutter Teresa

Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: Euro 0,95
Format: 30,5 x 41 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 177 x 106 mm
Künstler: Patrizio Daniele
Satzpreis: Euro 0,95
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien
Ausgabedatum: 2. September 2016

75. Todestag des heiligen Maximilian Maria Kolbe (S. 11)

Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: Euro 1,00
Format: 30 x 40 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 74 x 104 mm
Künstler: Marco Ventura
Satzpreis: Euro 1,00
Max. Auflage: 10’000 komplette Serie

Jubiläum der Barmherzigkeit (S. 11): Kranke besuchen – Gefangene besuchen

Anzahl der Postwertzeichen: 2
Nennwerte: Euro 0,95 – Euro 1,00
Format: 30 x 40 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 100 x 170 mm
Künstlerin: Orietta Rossi
Satzpreis: Euro 1,95
Max. Auflage: 150’000 komplette Serien
Ausgabedatum: 13. September 2016

OR Nr. 7 vom 17.02.2017, S. 8
Neuausgaben von Briefmarkenserien

Pontifikat von Papst Franziskus – 2017

Anzahl der Postwertzeichen: 4
Nennwerte: € 0,95 – € 1,00 – € 2,30 – € 3,00
Format: 31 x 31 mm
Bogenformat: 182 – 89 mm
Satzpreis: Euro 7,25
Max. Auflage: 300’000 komplette Serien

Ostern 2017

Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: € 1,00
Format: 35 x 50 mm
Exemplare pro Bogen: 10
Bogenformat: 199 x 124 mm
Satzpreis: € 1,00
Max. Auflage: 250’000 komplette Serien

Gedenkblock:
Anzahl der Postwertzeichen: 1
Nennwert: € 4,50
Format: 35 x 50 mm
Gedenkblockformat: 130 x 100 mm
Gedenkblockpreis: € 4,50
Max. Auflage: 80’000 Gedenkblöcke

Bestellungen: Fax 0039 06 6988 1308, E-Mail: order.ufn@scv.va
Telefon: 0039 06 6988 3414

Bruder Klaus, Hl. Niklaus von Flüe (CH)

Kirche heute 13/2017, S. 4, Sylvia Stam, kath.ch
Mit 10 Kindern verlassen zu werden ist ein Skandal
Monika Stocker spricht über Dorothee von Flüe und plädiert für eine Spiritualität des Alltags.

Monika Stocker, ehemalige Vorsteherin des Sozialdepartements Zürich, hat ihre liebe Mühe mit Dorothee von Flüe. Gern wüsste sie, ob die Frau des Heiligen Bruder Klaus nicht doch manchmal still vor sich hin geflucht hat. Interview:
Sie haben Ihre liebe Mühle mit Dorothee von Flüe. Warum?
Monika Stocker: Da wird eine Frau beschrieben, die 10 Kinder hat und ihren Mann ziehen lässt, also eine wirtschaftliche Unsicherheit in Kauf nimmt. Diese Frauenrolle geht mir völlig gegen den Strich! Da bin ich zu sehr Sozialarbeiterin und frage: „Gahts no?“
Und diese Frage würden Sie Dorothee von Flüe gern stellen?
Ja, ich komme in Dialog mit ihr und kämpfe ein wenig mit ihr: War sie wirklich einverstanden damit? Wohin ging sie mit ihrem Zorn, falls sie solchen verspürte? Selbst wenn sie eine ganz fromme Frau war: Mit 10 Kindern allein gelassen zu werden, ist ein Skandal, damals wie heute.
Dennoch bewundern Sie Dorothee von Flüe, wenn auch „wider Willen“?
Absolut! Dorothee von Flüe hat die Situation offenbar gemeistert. Keiner der Kinder ist gestorben oder wurde als Verdingkind weggegeben. Das muss eine absolute Top-Frau gewesen sein! Ich habe grosse Hochachtung vor Frauen, die mit solchen Lebenssituationen zurechtkommen! Ich würde das nicht schaffen!
Waren Sie als Sozialarbeiterin mit vergleichbaren Situationen konfrontiert?
Oh ja. Ähnliches gibt es auch heute noch: Der Mann muss nach Singapur an diese Konferenz, an jenes Meeting. Und die Frau sagt sich: „Es muss das für seine berufliche Karriere, die ja auch der Familie zugutekommt.“ Andererseits fragt sie sich: „Und ich? Ich habe Kinder zu Hause, habe auch noch berufliche Pläne.“
Und Dorothee von Flüe war Ihrer Meinung nach auch so ambivalent (zwiespältig)?
Diese Ambivalenz hat wohl auch Dorothee von Flüe gespürt. Sie hat gemerkt, dass da wirklich etwas Überirdisches ist. Aber ich könnte mir vorstellen, dass sie ab und zu still vor sich hin geflucht hat. Und er ging ja nicht nach Singapur, sondern gleichsam um die Ecke! Das ist doch noch schwieriger! (…)

Kath. Wochenzeitung Baden CH, 12/2017 März, S. 14, M. Louise Gogelli
Ein leuchtendes Beispiel in einer zerrissenen Welt
Heiliger Niklaus von Flüe – Bruder Klaus: vor 600 Jahren geboren (1417-87)

Zum 600. Mal jährt sich der Geburtstag von Niklaus von  Flüe. Tausende Gläubige vom In- und Ausland gehen Jahr für Jahr auf den Spuren von Niklaus von Flüe. Selbst der inzwischen  heiliggesprochene Papst Johannes Paul II. hat ihn mit tiefem Vertrauen aufgesucht. Die Verehrung für Bruder Klaus ist bis heute lebendig.
Als Johannes Paul II. am 14. Juni 1984 das Wohnhaus des Niklaus von Flüe betrat, ehrte er ihn nicht nur als den Landesvater der Schweiz, sondern auch als einen Mahner, der nah und fern Vorbild zur Verpflichtung für den Frieden  und die Gerechtigkeit, zum Frieden im eigenen Herzen sein kann. Auf der Hauswiese des Heiligen erwähnte der Papst das Schreiben des Einsiedlers an Bürgermeister  und Rat von Konstanz vom Jahre 1482. (…)
Das Leben des Niklaus von Flüe: Der heilige Niklaus von Flüe lebte in einer Zeit, in der Recht und Wahrheit wenig galten und jeder seinen eigenen Vorteil suchte. Es war genau 100 Jahre vor Beginn der grossen Spaltung in der Christenheit, deren 500 Jahre Reformation in diesem Jahr gedacht wird. Als Niklaus am 21. März 1417 als erstes Kind einer wohlhabenden Bauernfamilie im Flüeli, 300 Meter ob Sachseln, geboren wurde. Bereits in seiner Kindheit zeigte sich dessen besondere Auserwählung durch Gott. Für Gebet und Betrachtung sucht Niklaus die Einsamkeit und über sich im Fasten. Mit 16 Jahren hat er die Vision vom Turm im Ranft, dessen Spitze sich in den Wolken verliert. Er ahnt darin den göttlichen Willen, sich eines Tages an dieser Stelle durch Gebet und Fasten wie dieser Turm zum Himmel richten zu müssen.
Doch zu dieser Zeit brauchte das Land Soldaten im Heer, zunächst 1436 bis 1446 im Zürcherkrieg, 1460 im Thurgauer Feldzug, wo Klaus eingezogen wurde. Dank seines Eingreifens wurde das Dominikanerinnenkloster von St. Katharinenthal bei Diessenhofen (am Rhein), das viele Österreicher auf der Flucht aufsuchten und auf das die Schweizer bereits Feuer gelegt hatten, vor Verwüstung verschont. Mit fast 30 Jahren heiratete Niklaus die noch junge Dorothea Wyss und bezog mit ihr das selbstgebaute Wohnhaus Auf Schübelacker-Flüeli. Aus dieser gewiss glücklichen Ehe gingen 10 Kinder hervor. Als eigenständiger Bauer, Hauptmann im Krieg, Ratsherr und Landrichter war er jahrelang tätig. Das höchste politische Amt des Landammanns schlug er aus. Obwohl Niklaus ein guter Familienvater und seiner politischen Fähigkeiten wegen überall hochgeachtet war, blieb die Sehnsucht nach einem Eremitenleben (Einsiedlerleben) latent (vorhanden, aber nicht in Erscheinung tretend). Er wurde immer unruhiger. Sein priesterlicher Freund Heinrich am Grund riet ihm zur Betrachtung des Leidens Christi, dem er nun einen bedeutenden Teil seiner Zeit widmete.
Niklaus wurde mit der Passionsmystik im Geist Heinrich Seuse vertraut. Doch immer wieder gestört durch Ereignisse, lege er die politischen Ämter nieder. Schliesslich wurde das Verlangen nach dem Einsiedlerleben so stark, dass er über dieses Ringen mit Dorothea sprach. Sie, bestürzt von seinem Plan, widersetzte sich zunächst. 2 Jahre lang haben Niklaus und Dorothea um ihre Berufung gerungen. Dann gab sie Niklaus durch ihr „Ja“ den Weg ins Ungewisse frei. Von ihrer Zustimmung hatte er die Ausführung seines Vorhabens abhängig gemacht. Ihre Zustimmung war Indiz (Anzeichen) der Echtheit seiner Berufung.

Katholische Wochenzeitung CH 13/2017 März, S. 6
Staatsakt und kirchliche Gedenktage zum Jubiläum „600 Jahre Niklaus von Flüe“

Der offizielle Staatsakt findet am Sonntag, 30. April 2017 auf dem historischen Landenberg ob Sarnen statt, wozu u. a. die Landesregierung und Delegationen aller Kantone vertreten sind. Peter von Matt, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, hält die Festrede.
Die kirchlichen Gedenktage vom 23. bis 25. September werden in der Pfarrei Sachseln gefeiert. Besonders der sonntägliche Gedenkgottesdienst am 24. September 2017 wird zum Höhepunkt und vom Schweizer Fernsehen in alle Landesteile übertragen. Vertreter der katholischen und der reformierten Kirchen der Schweiz leiten den Gottesdienst. Festprediger sind Kardinal Kurt Koch und Gottfried Locher, Präsident des Schweizerisch Evangelischen Kirchenbundes.

Literatur (Neuerscheinungen):
Mystiker – Mittler – Mensch
600 Jahre Niklaus von Flüe. Edition NZN 2016, Theolog. Verlag Zürich (TVZ)
Niklaus von Flüe – Engel des Friedens auf Erden
Vier Türme GmbH Verlag, Schwarzach, 2016, Taja Hoeg (Hg.)

Katholische Wochenzeitung 14/2017 April, S. 5
Der heilige Bruder Klaus als unser Fürsprecher beim Gekreuzigten und Auferstandenen
Die Bilder in der „Bruderklausen-Kapelle“ in Etzgen AG des Schweizer Kirchenmalers Augustin Meinrad Bächtiger (1888-1971) (…)

In der Bruderklausen-Kapelle im aargauischen Etzgen (am Rhein zwischen Laufenburg und Koblenz) erzählen 7 farbenfrohe Glasfenster im Kirchenschiff vom Lebe3n des heiligen Bruder Klaus. Der Schweizer Kirchenmaler Bächtiger gestaltete diese Kirchenfenster im Jahre 1952. Wir stellen 3 davon vor:

  • Bruder Klaus, Beschützer der Kirche: Als Soldat nahm er für das Vaterland an verschiedenen Kriegszügen teil. Dabei verteidigte er  vehement die Kirche.
  • Bruder Klaus, der Friedensstifter: Im Ranft, unweit seines Hofes, liess er sich nieder. Er wurde von einfachen Hilfesuchenden wie auch von Persönlichkeiten aus Kirche und Welt aufgesucht und um Rat gefragt. Er setzte sich immer kfür den Frieden ein.
  • Heiliger Bruder Klaus, unser Fürbitter bei Gott: Im Ranft wirkte er als Diener Gottes. Er lebte 20 Jahre lang nur von der heiligen Eucharistie.Mehr über den Künstler auf der neuen Homepage: www.augustin-meinrad-baechtiger.ch

Gleiche Nummer, S. 14: Bruder-Klausen-Pfarreien in aller Welt
Bruder-Klausen-Pfarreien gibt es in aller Welt. In den letzten 50 Jahren haben allein in Deutschland 14 Diözesen Bruder Klaus zum Patron in ihren Pfarreien gewählt. Es gibt in Afrika, Asien, Amerika Kirchen und Kapellen, die dem Friedensheiligen „Niklaus von Flüe“ geweiht sind. Eine Statue von  „Bruder Klaus und Dorothea im Dialog“ steht in der Kathedrale von Novosibirisk. Als Bischof Josef Werth im Frühjahr 1997 ins Flüeli kam, schenkte ihm der Pfarrer eine Relique des Heiligen.

Kirche heute 16/17 2017 April, S. 2
Neues spirituelles Zentrum im Ranft

In Flüeli-Ranft soll unter dem Namen „Zentrum Ranft“ ein spirituelles Bildungshaus entstehen. Eine neue Trägerschaft hat dazu das Dorotheahaus erworben, wie einer Mitteilung des Vereins „Zentrum Ranft“ vom 30. März 2017 zu entnehmen ist. Neben Kontemplationskursen will der Verein 3 neue Schwerpunkte setzen: Den Aufbau einer betreuten Wohngruppe für Jugendliche über 16 Jahren, die auch den Garten bewirtschaften soll, ein Angebot für Langzeitgäste, das eine „kurhausmässige Betreuung“ mit therapeutischer Begleitung beinhaltet, sowie den Aufbau einer spirituellen Lebensgemeinschaft vor Ort. Quelle: kath.ch

Brunnen des Vatikans

Die 100 Brunnen im VatikanRom 2012_88

Der 100. Brunnen in den Vatikanischen Gärten, St. Joseph geweiht (oberhalb Governatorat)

OR vom 31. Juli 2009
(100. Brunnen am 05.06.2010 eingeweiht., siehe Schluss)
Wasser, Tiere, Pflanzen

Kunstwerke, Lebensräume mit einer besonderen Tier- und Pflanzenwelt, kühler Ruheplatz für die Katzen, Erfrischung für die Durstigen, heiterer Ort der Entspannung und „Empfangszimmer“ unter freiem Himmel, wo die Prälaten der Römischen Kurie Gespräche führen und Trainingsort für Walker.

Die Brunnen sind mehr als nur ein künstlerischer und monumentaler Schmuck, der seit dem Mittelalter die Gärten des Papstes verschönert.

Aussagen von Dr. V. Scaccioni, Botaniker und Agronom des Gartenbauamtes des Governatorates:

Das Wasser der Region Latium ist sehr kalkhaltig, verstopft die Wasserröhren leicht. Die Bleiröhren müssen mit Polyethylenröhren ersetzt werden. Der Kern der Grünanlage im Vatikan geht auf das Jahr 1279 zurück. Er befindet sich beim Belvedere-Schlösschen. – Nach dem Konkordat von 1929 wurden umfassende Erdarbeiten durchgeführt, um Platz zu gewinnen für das Governatorat, das Äthiopische Kolleg, den Bahnhof und ein Gebäude von Radio Vatikan. Die 100 Brunnen befinden sich zum grössten Teil in den Vatikanischen Gärten. Die neueren stammen aus den 1930-Jahren. Der erste Brunnen, den man sicher nachweisen kann, steht im Belvedere-Hof (1504). Der neueste Brunnen steht an der rechten Seite der Vatikanbasilika beim Eingang zur Kuppel (Brunnen des Grossen Jubiläums 2000 oder Brunnen von Johannes Paul II.) Der höchstgelegene: Kugelbrunnen in der Nähe des Johannesturms (76 m ü M). Eigentlich am höchsten: der Brunnen auf dem Petersdom hinter dem Verkaufsladen für Devotionalien. Es gibt wenige Brunnen mit Trinkwasser.

Das nicht trinkbare Wasser kommt aus dem Braccianersee über eine 39 km lange Wasserleitung, während das Trinkwasser aus den Wasserleitungen der Stadt Rom stammt. Das nicht trinkbare Wasser wird „acqua paola“, Paulinisches Wasser, genannt, wie es aus dem Braccianersee über das antike Aquädukt des Kaisers Trajan herangeführt wird, das 1611 von Papst Paul V. Borghese (1605 – 21) restauriert wurde. Zur Erinnerung an die Restaurierung nach Plänen von Vasanzio wurde der Adlerbrunnen geschaffen. Im Innern des Brunnens gibt es Tritonen und Drachen, die aus dem Wasser auftauchen. Einige Tritonen sind von Maderno.

Die Röhren, in denen das Braccianersee-Wasser fliesst, kommen ohne starke Filtrierung aus, da das Seewasser nicht getrunken wird, sondern nur für die Bewässerung des Gartens und im Notfall zum Feuerlöschen dient. Durch die Leitungen gelangen von Zeit zu Zeit auch Aale und Wasserschlangen in den Vatikan. Die Aale können auch ausserhalb des Wassers leben und deshalb  fand man sie manchmal bei der Bewässerung der Wiesen, wenn sie dort umherirrten. Sie wurden von Krähen oder Katzen gefunden. Aber heute sind die Aale wegen der Umweltverschmutzung auch in grösseren Seen selten geworden. Die Wasserschlangen dagegen passen sich an die Umwelt an und leben in der Nähe der Brunnen, weil sie dort vor allem Frösche und Kröten zu fressen finden.

Das nicht trinkbare Wasser  kommt in der Nähe des Johannesturms an. 1930 wurde hier eine grosse Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 2 Millionen Litern gebaut. Die Zisterne befindet sich auf einer Höhe von 71 m ü. M. Es gelang hierher durch die Überwindung von allein oder durch Pumpen, speist die Brunnen, auch die tiefsten: die Brunnen auf dem Petersplatz. Von dort aus kehrt das Wasser im Kreislauf zurück, besonders in den Sommermonaten. Wenn das nicht notwendig ist, wie im Winter, fliesst das Wasser in den Tiber. – Die Trinkwasser-Zisterne befindet sich unter den Gärten des Radioturms.

In einigen Brunnen wurden in der Vergangenheit Forellen, Hechte, Flussbarsche und Karpfen gehalten. Im Galeerenbrunnen gab es ein Becken, das dazu diente, den Fisch für den Papst frisch zu halten. Später wurde das Becken unter die „Casina Pio IV“ verlegt. Bis vor 4 Jahren wurden die Fische, die an den Papst verschenkt wurden, dort gehalten (Zeit von Johannes Paul II.)  Am vergangenen 16. Juli 2009 sind in diesem Brunnen 10 Wasserschildkröten (Rotwangenschmuck-Schildkröten) im Alter zwischen 7 und 10 Jahren ausgesetzt worden. Diese Schildkröten sind auch in den Mosaiken über dem Brunnen dargestellt, die von den Grotesken (d. h. in den fantastisch geformten Tier- und Pflanzenverzierungen der Antike und der Renaissance) in der Domus Aurea des Kaisers Nero inspiriert sind.

Im Klippenbrunnen (hinter dem Governatorat) gab es in der Vergangenheit keine Fische. Vor einiger Zeit sind dort Goldfische der Spezies Carassius auratus L. eingesetzt worden. Dann gibt es die gemeinen Erdkröten der Spezies Bufo bufo L. Auch Amphibien, von denen jedes Weibchen im Mai bis zu 10’000 schwarze Eier in den Brunnen ablegt. Daneben gibt es einige grüne Wasserfrösche der Gattung Rana esculenta L. sowie Ringelnattern, ungiftige Schuppenkriechtiere der Spezies Natrix Natrix L., die eine  Länge von bis zu 120 cm erreichen können.      → Fischzucht

Pflanzen: Frauenhaarfarn, Elefantenohr, Aronstabgewächs, Zypergras, Rohrkolben,  Igelkolben,  Laichkraut (aus dem Braccianersee hierher gelangt), Seerose.

Die Zwillingsbrunnen auf dem Petersplatz
OR vom 04.09.2009

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) hat ein Gedicht über diese zwei Brunnen geschrieben:
„Auf steigt der Strahl, und fallend giesst er voll der Marmorschale Rund,
die, sich verschleiernd, überfliesst in einer zweiten Schale Grund;
die zweite gibt, sie wird zu reich, der dritten wallend ihre Flut,
und jede nimmt und gibt zugleich und strömt und ruht.“

Auf den ersten Blick könnte man meinen, keine wirklichen Brunnen vor sich zu haben. Sie gleichen vielmehr grossen Kandelabern (Ständer für Lampen/Kerzen), die den Ort des Martyriums des Apostelfürsten zwei mächtiger Orgeln erkennen, die auf der weiten Fläche des Platzes den glorreichen Chor der Apostel und Propheten begleiten, der von den grauen Balustraden der Kolonnaden zum Himmel steigt?

Geschichte: Man weiss von einem Brunnen auf dem Platz vor der Basilika am Fuss der beiden Treppen. Es war ein Brunnen mit offenem Granitbecken, den der heilige Papst Symmachus (498-514) aufstellen liess. Aus diesem Brunnen ist im Lauf vieler Jahrhunderte durch verschiedene Umgestaltungen der Brunnen an der rechten Seite des Petersplatzes hervorgegangen, der viel später für den auf der anderen Seite als Modell gedient hat.

So kam es, dass nach Fertigstellung der neuen Fassade des Petersdoms im Jahre 1614 Papst Paul V. seinen Lieblingsarchitekten Carlo Maderno  (1556-1629, Tessiner) mit dem Bau eines neuen Brunnens beauftragte. Der Brunnen auf der rechten Seite ist also 200 Jahre älter. Den rechten Brunnen nennt man auch den Brunnen der vier Päpste (Innozenz VIII. liess den Brunnen aus der Zeit Symmachus aufstellen, Alexander VI. ließ ihn später verschönern, Paul IV. liess ihn durch Maderno erneuern und vergrössern, Alexander VII. bestimmte die endgültige Aufstellung rechts neben dem Obelisken.)

Brunnen links: Alexander VII. beabsichtigte diesen Brunnen, verstarb aber. Auch Clemens IX. (1667-1669) konnte wegen seines kurzen Pontifikats den Brunnen nicht vollenden lassen. Der Plan wurde von Clemens X. wieder aufgenommen, der ihn im Heiligen Jahr 1675 einweihte. Beide Brunnen konnten am 28. Juni 1675 erstmals gemeinsam in Funktion gesetzt werden.

Aussehen: zuunterst Travertinbecken mit 28 m Umfang, ein achteckiger Sockel, der ein Becken aus grauem ägyptischen Granit trägt. Dieses Becken besteht aus einem einzigen Stück und hat einen Umfang von 16 m. Über diesem Becken trägt ein weiterer Sockel einen sogenannten Schuppendeckel von 12 m Umfang. Aus dem durch zahlreiche Rohre ein mächtiger Wasserstrahl in Form einer Lilie 13 m hoch emporspringt. Wasser  aus dem Braccianersee, im Sommer im Kreislauf, im Winter in den Tiber.

Der linke Brunnen (Blick gegen Peterskirche) ist vom Wind geschützt, der rechte ist schutzlos ausgeliefert. So kommt es, dass es den Anschein erweckt, als führte der rechte Brunnen weniger Wasser als der andere, weil der Wind heftig in die Wassermassen bläst und diese zu sprühendem Schaum werden. Das Wasser des rechten Brunnens wird Richtung Kolonnaden gesprüht und ist im Sommer willkommen. Der nordöstliche Vorplatz ist  das ganze Jahr nass.

OR Nr. 27 vom 9. Juli 2010: 100. Brunnen im Vatikan
Der Papst weihte einen neuen Brunnen in den vatikanischen Gärten ein. Rechts vom Governatorat. Ein neuer Brunnen schmückt die Vatikanischen Gärten. Das Wasserspiel zu Ehren des Taufpatrons von Papst  Benedikt XVI., des hl. Josef, besteht aus zwei übereinander stehenden Schalen von acht und sechs Metern Durchmesser. Das Werk des italienischen Künstlers Franco Murer zieren zudem sechs Bronzereliefs aus dem Leben des Nährvaters Jesu. Die Einweihung des Brunnens nahm der Papst persönlich am 5. Juni 2010 vor. In seiner Ansprache betonte er, dass die Vatikanischen Gärten für ihn wie für seine Vorgänger ein wichtiger Lebensraum seien, den er gerne zum Gebet und zur friedvollen Entspannung aufsuche. Zudem bezeichnete er die Grünanlagen des Kleinstaates als Ort der Natur von einzigartiger Schönheit. Das dem hl. Josef gewidmete Werk sei darin eine symbolische Aufforderung zu einem Leben in Einfachheit und Demut. Der Papst dankte den Spendern des Brunnens, Privatpersonen aus London sowie den Schwestern des Klosters des hl. Josef im japanischen Kyoto und der norditalienischen Provinz Trentino für ihre Unterstützung.

Trinkwasserbrunnen (nasone) in Rom:
In Rom können Sie einen ganz besonderen Luxus geniessen: Trinkwasser wird Ihnen quasi überall in der Stadt frei Haus und in allerbester Qualität geliefert: Über 2’500 Trinkwasserbrunnen sind über das ganze Stadtgebiet von Rom und Ostia verteilt – von den Römern werden diese Fontanelle (kleine Brunnen) ob ihrer charakteristischen Form liebevoll „nasone“ genannt, was so viel wie grosse Nase bedeutet. Die Qualität des Wassers ist hervorragend, es kann also bedenkenlos genossen werden. Aufpassen: Das Wasser der Monumental- und Schmuckbrunnen ist nicht trinkbar. Auch wenn Sie an einem Brunnen den Hinweis „aqua non potabile“ finden, hat das Wasser keine Trinkwasserqualität. Die nasoni laufen durchgehend.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Es gibt den Brunnen des Kleinen Sees, des Segels der Adler, des Griechischen Kreuzes, des Kandelabers,  des Chinesischen Häuschens, der Kröten, der Fünf Wasserstrahlen, des Heiligen Jahres 2000, des Heiligen Josephs (der letzte, der 100.) und schliesslich den grossen, ungeheuer stark sprudelnden Drachenbrunnen von Paul V. (1608-21) im Belvederehof.

Unterhalb des französischen Gartens im Westzipfel des Vatikans ist eine acht Millionen Liter Wasser fassende Zisterne verborgen, für die Bewässerung der Gärten, die Brunnen und Feuerlöschbedürfnisse. Das Wasser der von Pius XI. (1922-39) in Auftrag gegebenen Bewässerungsanlage kommt vom Braccianersee nördlich von Rom. Sie verfügt über 9’300 Spritzdüsen und rund 90 km Rohrleitungen.

OR Nr. 20 vom 20. Mai 2011:
In keinem der schönsten Gärten der Welt fehlte es je am Schmuck der Brunnen, denn ohne sie wären die Gärten selbst nicht so schön und stellen sich nicht als das dar, was sie sein wollen, nämlich ideale Lebensorte. In der Heiligen Schrift, im alten genauso wie im Neuen Testament, symbolisiert das Wasser nicht nur das Leben an sich, sondern das ewige Leben. Stellvertretend für alle anderen Aussagen stehen die Worte Jesu an die Samariterin beim Brunnen von Sychar: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt“. (Joh 4,10.14).

Ein Buchprojekt des Governatorats des Staates der Vatikanstadt sieht vor, in drei Bänden alle 100 Brunnen des Vatikans zu erfassen und unter dem Titel „Le cento fontane (99+1) del Vaticano“ zu veröffentlichen. Der erste Band, herausgegeben von Pier Carlo Cuscianna (Le Fontane dei Viali e nel Bosco, Vatikanstadt 2010, 308 S.) behandelt die Brunnen an den Alleen und im sogenannten „Wäldchen“.

OR vom 20. Mai 2011 Nr. 20:
Der Bienen-Brunnen  (Via del Pellegrino, S. Anna) und der Zorn Borrominis
Der Bienen-Brunnen befindet sich in der Nähe der Kirche Sant’Anna der Palafrenieri und des Eingangstors zum Vatikan. Ursprünglich jedoch stand er im Belvedere-Hof, am Fuss der „Grottone“ genannten Auffahrt, wo noch heute eine Tafel zur Erinnerung an seine anfängliche Aufstellung zu sehen ist.

Da der Brunnen aus Wasseradern im Vatikanischen Hügel gespeist wurde, die in der Volksfrömmigkeit mit einer wunderbaren Intervention von Papst Damasus verbunden wurden, wurde der einstige Aufstellungsort an der damaligen Grenze zum Apostolischen Palast gewählt, damit die römischen Bürger sich an seinem glasklaren Wasser erfreuen konnten. Ausserdem wurde das Trinkwasser für den Papst anscheinend gerade aus diesem Brunnen geschöpft.

1930 wurde der Brunnen im Zuge der umfassenden städtebaulichen Massnahmen für den neuentstandenen Vatikanstaat von dort entfernt. Pius XI. (1922-39) liess ihn an den Anfang der Via del Pellegrino verlegen, also an einen Ort, der für die Römer leichter zu erreichen war. Diese Entscheidung erwies sich als sehr weitsichtig, insbesondere in den Jahren 1938 und 1939, als der Lancisiana-Brunnen geschlossen werden musste und die römische Bevölkerung sich gezwungen sah, bis in den Vatikan zu gehen, um sich dort das Wasser zu holen, das „Julius II. (1503-13) und Urban VIII. (1623-44) ihnen hinterlassen und Pius XI. (1922-39) so vorausschauend in die Nähe der Grenze des neuen Staates geleitet hatte.“

Lancisiana-Brunnen: Er geht auf den Arzt Giovanni Lancisi (1654-1720) zurück, der den Genuss von Wasser sehr empfohlen hatte. Stand gegenüber der Kirche S. Giovanni dei Fiorentini, heute die Maske Giacomo della Boda. Der Brunnen heisst: S. Pietro d’Illiria all’Aventino.

Bienenbrunnen: Der Brunnen entstand auf Geheiss von Papst Urban VIII. (1623-44) Barberini, der 1625 Bernini damit beauftragte, einen würdevollen Brunnen anstelle eines schon bestehenden zu schaffen. Das Werk wird normalerweise ausschliesslich Bernini zugeschrieben, und mit Sicherheit hat er den Brunnen entworfen, die bildhauerische Arbeit übernahm jedoch Francesco Borromini (Bissone TI), der damals als Steinmetz in der Werkstatt des Meisters tätig war. „Sogar der Bienen-Brunnen in den Vatikanischen Gärten ist das Werk meiner Hände, aber Gian Lorenzo hat sich das Verdienst dafür zugeschrieben und mit der Behauptung, er habe mir das Modell eines bergförmigen römischen Brunnens vorgegeben.“

Seinen Namen hat der Brunnen vom Familienwappen der Barberini (drei Bienen auf blauem Grund). Er besteht aus einem halbkreisförmigen Becken, über den sich ein marmorner „Berg“ mit 5 aus Stein herausgearbeiteten Bienen erhebt; ursprünglich strömte das Wasser aus den drei mittleren Bienen, heute hingegen fliesst es aus einem Bronzespeier, der sich in der Mitte der Komposition befindet. An den Seiten des Berges erkennt man 2 Stämme mit Lorbeerzweigen, aus denen 2 Wasserstrahle hervorkommen.

Ganz oben ist eine Tafel mit einer Sonne angebracht, einem weiteren heraldischen Zeichen der Familie Barberini, die in Festons (Schmuckmotiv in Form eines Gehänges aus Bändern, Blumen, Früchten und Laubwerk, war seit der Antike sehr beliebt) eingebettet ist.  Die Tafel trägt einen von Urban VIII. selbst verfassten Zweizeiler (in Latein): Warum wunderst du dich, dass die Biene dir Honigwasser vorzusetzen vermag, wo sie doch den Honig aus den Blüten saugt?
→ Gärten        → Fischzucht   → Fauna          → Tiere

Buchhandlung (Libreria Editrice Vaticana)

Im Jahre 1587, etwas über 100 Jahre nach der Erfindung des Buchdrucks, entstand unter Sixtus V. die Idee, eine Vatikanische Druckerei zu gründen, aus der später dann die berühmte Vatikanische Verlagsbuchhandlung geworden ist.

Von Anfang an gab es in der Druckerei ein Büro, das kirchliche Institute und Dikasterien (Ministerien des Vatikans) mit liturgischen und rechtlichen Veröffentlichungen des Heiligen Stuhles versorgte und für deren Verbreitung zuständig war. Man kann daher sagen, dass der Heilige Stuhl von Anfang an Bücher mit sakralem und kulturellem Inhalt verbreitete.

1926 entstand unter Pius XI. die Vatikanische Buchhandlung, als das alte Verkaufsbüro von der Vatikanischen Druckerei getrennt wurde. Im Folgenden wurde die Buchhandlung nach und nach zur Verlagsbuchhandlung, aus der dann die heutige Libreria Editrice Vaticana, der offizielle Verlag des Heiligen Stuhles, geworden ist.

1991 mit eigenen Statuten:…“Als grundlegenden Zweck die Verlagsarbeit zur Veröffentlichung von Schreiben und Dokumenten des Papstes und des Heiligen Stuhles hat, ihre Arbeit auf die Verbreitung der Lehre, der Liturgie und der katholischen Kultur  legt.“

OR Nr. 2 vom 15.01.2016, S. 4
Die Vatikanische Verlagsbuchhandlung (LEV) hat im Jahre 2014 ein Plus von 480’000 Euro gemacht. Das meldeten italienische Medien unter Berufung auf Verlagsdirektor Giuseppe Costa. Für 2015 hoffe er „auf einen noch höheren Gewinn“, so der Geistliche. Die LEV hält die Rechte an Texten der Päpste; mehr als 500 Verlage, Universitäten und Agenturen weltweit haben nach Costas Angaben die LEV um die Abdruck-Erlaubnis päpstlicher Texte gebeten.

Öffentlicher Standort der Verlagsbuchhandlung: linker Arm der Kolonnaden, Petersplatz

Bürger (Vatikanische Staatsbürgerschaft)

Gesetz vom 7. Juni 1929 über das Bürgerrecht und den Aufenthalt:

Die traditionellen Kriterien zur Erlangung einer Staatsbürgerschaft Ius Soli [Ort der Geburt] und das Ius Sanguinis [Abstammung] werden im Falle des Vatikans nicht angewendet. Die vatikanische Staatsbürgerschaft ist funktionsbezogen und in der Regel auf die Dauer der Funktion im Vatikan beschränkt, d. h., die vatikanische Staatsbürgerschaft ist nicht vererbbar und wird auch nicht demjenigen zuteil, der im Vatikan geboren wird. –  Bei Beendigung des „Arbeitsverhältnisses“ erlischt ihre Gültigkeit. –  Die vatikanische Staatsbürgerschaft ist grundsätzlich kumulierbar, d. h., sie kann zusätzlich zu einer bereits vorhandenen erworben werden. – Gegen 40 % der Vatikanbürger/innen leben nicht im Vatikan/in Rom (Diplomatie).

Beispiele:

  1. Ein französischer Priester arbeitet im Staatssekretariat. Er ist Bürger Frankreichs und erhält die vatikanische Staatsbürgerschaft. Bei der Rückkehr in seine Heimat verliert er diese.
  2. Ein Schweizer tritt in die Garde ein und nimmt seine Familie mit. Alle Familienmitglieder behalten den Schweizerpass und erhalten die Tessera als vatikanischer Staatsbürger. Bei der Rückkehr in die Schweiz erlöscht die vatikanische Staatsbürgerschaft, auch für das Kind, das inzwischen im Vatikan geboren wurde.
    → Einwohner/innen

Staatsbürger der Vatikanstadt sind:

  1. die in der Vatikanstadt und in Rom wohnhaften Kardinäle (kein Antrag nötig)
  2. Personen mit ständigem Wohnsitz in der Vatikanstadt, sei es aus Gründen von Würde, Auftrag, Amt oder Anstellung, wenn ihr Wohnsitz durch ein Gesetz
    oder ein Reglement vorgeschrieben ist, oder wenn der Wohnsitz vom Papst
    durch den Kardinalstaatsekretär bewilligt wird, wenn es sich um eine Person
    handelt, die in irgend einer Weise  zum Päpstlichen Hof oder zu einem der in
    Art. 2 des Grundgesetzes der Vatikanstadt von 1929 genannten Ämter gehört
    (Personen in der Diplomatie), oder wenn der  Wohnsitz vom Gouverneur (heute
    Präsident der Kardinalskommission) bewilligt wird, wenn es sich um eine andere
    Person handelt.
  3. Jene Personen, die – auch unabhängig von den Voraussetzungen der beiden
    vorstehenden Punkte – vom Papst aus Gründen, die er hoheitlich würdigt,
    ermächtigt werden, dauernd in der Vatikanstadt zu wohnen, mit Erteilung
    oder Beibehaltung der Staatsangehörigkeit.
  4. Ebenfalls vatikanische Staatsbürger sind der Ehegatte, die Kinder, die
    Vorfahren und die Geschwister eines vatikanischen Staatsbürgers,
    vorausgesetzt, dass diese mit ihm  zusammenleben und sie ermächtigt sind,
    gemäss den nachstehenden Bestimmungen in der Vatikanstadt zu wohnen:
  5. Die Ermächtigung kann den Ehegatten und Kindern auf Grund eines einfachen
    Nachweises der familiären Beziehung erteilt werden.

Die Bewilligung entfällt von Gesetzes wegen:

  • für den Ehegatten, wenn die Ehe annulliert oder für sie eine Dispens erteilt
    wird, oder wenn die Trennung der Ehe ausgesprochen wird.
  • für die Söhne bei Erreichen des 25. Altersjahres, es sei denn, sie seien
    arbeitsunfähig und müssten vom vatikanischen Staatsbürger versorgt werden.
  • für die Töchter bei ihrer Heirat

Vorbehalten bleiben die souveränen Rechte des Papstes wie auch jene des Präsidenten der Kardinalskommission.

Hinsichtlich der Vorfahren und Geschwister kann die Ermächtigung nicht erteilt werden, wenn die genannten Verwandten nicht aus einer Unterstützungspflicht heraus versorgt werden müssen.

Die Bewilligung entfällt von Gesetzes wegen bei den Brüdern, mit Vorbehalt einer Arbeitsunfähigkeit, bei Erreichen des 25. Altersjahres und  bei den Schwestern bei der Heirat.

Neu: OR Nr. 10 vom 11.03.2011:
Der Vatikanstaat hat neue Bestimmungen zur Staatsbürgerschaft, zum Wohnrecht und zum Zugang seines Territoriums erlassen. Seit 1. März 2011 ist ein vom Papst unterzeichnetes neues Gesetz in Kraft, das die auf die Lateranverträge von 1929 zurückgehenden Bestimmungen neu fasst. Staatsbürger des Kleinstaates sind demnach die Kardinäle, die auf vatikanischem Staatsgelände oder in der Stadt Rom wohnen, sowie die Diplomaten des Heiligen Stuhles. Weiter gehören dazu die im Vatikanstaat wohnenden Personen, die für den Vatikan tätig sind – soweit sie einen entsprechenden Antrag stellen. Bislang besassen alle im Vatikanstaat wohnenden Personen automatisch die vatikanische Staatsbürgerschaft.

Die vatikanische Staatsbürgerschaft  endet:

  1. bei Kardinälen, wenn sie aus irgend einem Grund nicht mehr in der Vatikanstadt
    oder  in  Rom wohnen
  2. bei jedem Bürger mit der freiwilligen Aufgabe des Wohnsitzes in der Vatikanstadt
  3. bei jenen genannten Personen, wenn Würde, Auftrag, Amt oder Anstellung
  4. enden, für welche sie zum   Wohnsitz in der Vatikanstadt verpflichtet oder
    ermächtigt waren
  5. Neu zu gründende Familien, die den Vatikan aus Platzgründen verlassen
    (müssen); der Papst lässt aus Wohlwollen zu, dass diese Familien Wohnungen
    zugewiesen werden können, die im Eigentum des Heiligen Stuhles auf dem
    Territorium Italiens zu finden sind.

Nach Artikel 9 der Lateranverträge wird derjenige, der seine vatikanische Staatsbürgerschaft verliert und über keine anderen verfügt, automatisch italienischer Staatsbürger. Beispiel: ein Priester aus China, dem die chinesische Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, im Vatikan zu wohnen kommt, nachher aber in eine Wohnung (die dem Vatikan gehört) in die Stadt Rom umzieht.

Die vorliegenden vorgesehenen Ermächtigungen können mit angemessener Vorankündigung jederzeit widerrufen werden, es sei denn, dass Gründe der öffentlichen Ordnung, des Dienstes, der Moral oder der Disziplin ein sofortiges Vorgehen nahe legen.

Die vatikanischen Staatsbürger müssen sich mit einer Identitätskarte (Tessera) ausstatten, die gemäss den  Reglementen vom Governatorat ausgestellt wird. Von der Pflicht, sich mit einer Identitätskarte auszustatten, sind die Kardinäle mit vatikanischer Staatsbürgerschaft samt Gefolge sowie die anderen im Reglement genannten Personen befreit.

Stichtag 31. Dezember 2005: Im Staat der Vatikanstadt leben 557 Einwohner/innen bzw. Staatsbürger/innen: 58 Kardinäle, 293 Kleriker (Mitglieder von päpstlichen Einrichtungen), 62 weitere Kleriker, 101 Mitglieder der Schweizer Garde und 43 Laien. Sie arbeiten für den Vatikanstaat bzw. den Hl. Stuhl. Dazu kommen noch die Residenti, Personen, die nicht für den Vatikanstaat bzw. Hl. Stuhl arbeiten, aber für einen Kardinal oder Bischof oder höheren Kadermitarbeiter (Büro, Haushalt usf.). Das ergibt dann insgesamt eine Einwohnerzahl zwischen 550 und 650.
→ Einwohner/innen     →Folie „Bürger SCV Eintritt“