Vereidigung der neuen Hellebardiere der Päpstlichen Schweizergarde, alljährlich am 6. Mai


Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn Sie sich auf die Vereidigung der neu ernannten Hellebardiere mit begleitenden Anlässen im Vatikanstaat vorbereiten wollen, weil Sie dort auf Besuch sind oder die Absicht haben, die z. T. ohne nötigen  Garde- und Gardistenhintergrund kommentierten Fernsehübertragungen zu verfolgen (Vatican News, k-tv, EWTN, Schweizergarde/livestream) oder Sie diese Tradition interessiert, kann Ihnen diese Abhandlung hilfreich sein. In 32 Mosaiksteinen (mit Links und Bildern) stelle ich Ihnen diese Tage vertieft vor, in denen der Gardist auf den amtierenden Papst und die Konklave-Kardinäle schwört.

Bei einigen Bildern gelingt durch Antippen die Vergrösserung.

1. Fanfare

Die Fanfare ist ein helltönendes, kurzes, freudiges  Musikstück mit Signalcharakter für Blechblas-Instrumente ohne Ventil.  Die Fanfaren wurden zuerst 1822 in der französischen Armee eingeführt. 1939 hörte man sie in der Schweiz zum ersten Mal an der Landesausstellung in Zürich. 

Drei Bläser der Garde interpretieren zu Beginn der Vereidigung auf der kleinen Loggia des Apostolischen Palastes eine Fanfare; die Vereidigungsfeier kann beginnen! Diese Fanfare nennt sich "Fanfare der Päpstlichen Schweizergardisten", komponiert  von Gardist Werner Aregger.

2. Trommler- und Pfeifer-Gruppe

In der Schweizergarde findet man typische Basler Marschtrommeln. Sie wurden von der Basler Firma Schlebach erstellt und geschenkt. Die Trommel besteht aus einem Kessel, den Druckreifen oben und unten, den Fellen oben und unten, dazu die Seile. Auf der Vorderseite sind die Trommeln mit dem Papstwappen versehen.

Der Pfeifer spielt mit dem Piccolo, eine kleine Bauform der Querflöte. Es ist ein Holzblasinstrument, auch aus Metall anzutreffen und ist normalerweise 25 bis 32 cm lang. Das Piccolo hat einen Durchmesser von meistens 1 cm. 
 
Die  Uniform-Farben der Garde-Trommler (-Tambouren) und -Pfeifer sind gelb, schwarz, blau. Die Feder allerdings nur in Gelb/Schwarz. Die Farben erinnern an das Wappen der Pfyffer von Altishofen, Mauense, Wyher  und Heidegg (siehe Mosaik 16). Diese Uniform wurde durch Oberst Heinrich Pfyffer von Altishofen eingeführt; erstmals getragen an der Vereidigung vom 6. Mai 1943. 

Am Anfang des Vereidigungs-Piketts marschiert die Trommler- und Pfeifergruppe, klein aber fein. Die Komposition nennt sich "Kirchenmarsch". Ohne Pfeifer wird die Tambour-Ordonnanz der Schweizerischen Armee getrommelt.

3. Brustpanzer (Harnisch) und Helm (Morion)

Das Wort "Harnisch" stammt aus dem Altnordischen: hernest – Heeresvorrat. Bild aus dem Jahre 1930.

Die Brustpanzer sind von der Harnischschmiede Schmidberger, Molin/Ober-Österreich angefertigt worden. Sie bestehen aus reinem Stahlblech und sind 3 mm dick und unterliegen 1‘200 Grad Verarbeitungstemperatur. Die Vorlage  stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Gardisten aus alter Zeit waren bis zu 30 cm kleiner als die heutigen Schweizer. Deshalb waren dringend neue Brustpanzer in verschiedenen Grössen notwendig. Der Offiziers-Brustpanzer wird  nach historisch überlieferten Ornamenten (Verzierungen) erstellt. Sie werden per Hand auf die Brustpanzer aufgezeichnet und dann geätzt, vergoldet und gebläut, d. h. erhitzt. Die Goldauflage erstellt der Goldschmied. Es wurden 10 Panzer pro Jahr angefertigt, d. h., die Erstellung für einen Panzer benötigte rund einen Monat. Im Jahre 2018 war der Auftrag abgeschlossen, d. h., es wurden insgesamt 80 neue Brustpanzer angefertigt. Der Mannschafts-Panzer hat Kurzarmausführung (Kampfausführung). Der Offizierspanzer hingegen hat Langarme,  dazu ein feuergeschweisstes bzw. vernietetes Netz mit kleinen Metallringen (Kettenausrüstung), das Stiche und Hiebe erschwert. Der neue Oberstpanzer nennt sich Prunkharnisch.

Pressemitteilung vom 15.11.2021: Die Panzer wiegen 7 kg. Der Feldweibel-Harnisch wurde als letzter von 83 Harnischen am 15.11.21 geliefert. Die Brustpanzer wurden innert 13 Jahren geliefert. Der Harnisch hat verschiedene Stahlteile, die über Lederriemen und Nieten verbunden sind. Die Harnisch-Garnitur besteht aus 5 Hauptteilen: Kragen, Brust, Rücken, 2 Armzeugen. Die Brustpanzer wurden im 1. Jahrhundert in der römischen Armee Schienen- oder Gliederpanzer genannt.

Der Morion (Helm). Er ist ein offener Helmtypus ohne Visier und ist in der Schweizergarde mit hohem Helmkamm mit Feder versehen. Der Morion wurde bis zum 17. Jh. bei den Pikenieren (schwere Infanteristen) verwendet, später vor allem bei Stadtwachen und Leibgarden. Bei der Schweizergarde wurden im Januar 2019 die schwarzen Morions aus Metall durch solche aus kratzfestem Kunststoff ersetzt, die im 3D-Druck in 14 Stunden je Stück gefertigt werden. Er bringt mehr Komfort für den Gardisten: Das ehemalige Blech ist im Sommer heiss, im Winter kalt und war rasch beschädigt. Der neue Helm trägt sich leicht. Der Helm in Schwarz wird zur Uniform und der in Weiss zum Harnisch und zu besonderen Anlässen getragen.

Hochwertige Morions wurden aus einer einzigen Stahlplatte geschmiedet (vom Plattner) und oftmals aufwändig verziert. Alle Helme der Schweizergarde sind beidseits mit dem Familienwappen von Julius II. della Rovere (siehe Mosaik 14) versehen. 

Die Helmfeder. Die Straussenfeder wird mit einem speziellen Farbstoff  benetzt, um die gewünschte Farbe zu erhalten. Bei Regen wird sie nicht getragen; die Farben könnten tropfen. Wer trägt welche Farbe?  In Weiss der Kommandant und der Feldweibel, Offiziere in Dunkelrot, gelb-schwarz die Trommler- und Pfeifergruppe, das Rot für die übrige Mannschaft.

Das Anziehen des Brustpanzers ist keine leichte Sache; es braucht ein oder zwei Kameraden, die mithelfen. Eine Kontrolle ist gewiss.

4. Hellebarde und Partisane aus dem 14. bis 16. Jahrhundert

Im Bild die Morgarten-Hellebarde, ähnlich der Garde-Hellebarde

In der Garde wird die Hellebarde vom Hellebardier getragen. Sie wird Hieb- oder Stichwaffe, auch Stangenwaffe des Fussvolkes des 14. bis 16. Jahrhunderts, genannt. In deutschen Städten war sie ein  Nachtwächterspiess. Die Hellebarde war zum Schlagen, Stechen und Reissen gedacht. Der Reiter  wurde beispielsweise mit dem Hacken vom Pferd gerissen oder mit ihm konnte der Helm eingeschlagen werden. Die Hellebarde hat zuoberst die spitze Klinge (Spiess, Spitze), darunter auf der einen Seite die breite Klinge (Beil) und auf der anderen Seite den kurzen Hacken. Die Schweizer Kantone (Stände) führten während des Reislaufens verschiedene Ausführungen, z. B. die Sempacher Hellebarde, die Schwyzer Hellebarde, aber immer mit den drei gleichen Waffenteilen. Die heutige Gardehellebarde hat Ähnlichkeit mit der Nidwaldner- und Morgartenhellebarde.

Die Stange ist aus Rosenholz. Die Klinge ist eine Eisen-Guss-Legierung, öfters aus einem Kohlenstoff-Stahl geschaffen. Die Hellebarde misst zwischen 2 und 2,5 Metern.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Sicherheitsvorkehrungen bei Papst-Audienzen ungenügend; so auch bei einer Audienz mit spanischen Jugendlichen im Schweizersaal in Castel Gandolfo. Am Schlusse der Audienz drängten die Jugendlichen begeistert gegen den Papst. Anwesende Schweizergardisten stemmten sich mit waagrecht gehaltener Hellebarde gegen sie. Ein zurückgedrängter Gardist (S. F.) trat dem Papst auf den Fuss. Seine Reaktion: „Sie dummer Schweizer!“. Kurze Zeit nach Audienzende entschuldigte sich ein Priester  im Namen des Papstes beim  verstörten Solothurner.

Und doch musste ein Papst Angst haben vor dem Hellebardengebrauch. Von der Kavalkade (Reiterprozession) Klemens' XI. (1700-1721) am 10. April 1701 wird berichtet: "Das an eine langsame Gangart gewöhnte Pferd wurde durch den Lärm nervös und brachte durch ein leichtes Aufbäumen den Heiligen Vater in die gefährliche Lage der Hellebarde eines Schweizers, der die Menschenmenge zurückhielt". (U. Nersinger, OR 31/2023, 5)

Die Partisane

Die Partisane diente als Kriegswaffe. Man kennt sie mit verschiedensten Ausstattungen, Klingengrössen und Formen. Im Bild der Knebelspiess.

Sie stammt aus Italien als Stoss- oder Stangenwaffe. Den Namen erhielt sie vom italienischen Wort „partigiano“ ("Partisan"). In Italien war sie oft Offizierswaffe. Man kennt verschiedene Klingengrössen und Formen. Die Partisane besteht aus einem Holzstiel und einer spitz zulaufenden Klinge. Der geschärfte Teil der Klinge heisst Schneide. – Der Korporal und der  Vizekorporal der Garde tragen eine Ochsenzungen-Partisane in zwei Ausführungen (mit Knebelspiess und  behackten Ohren). Material und Länge entsprechen der Hellebarde.

Hellebarde und Partisane dienen heute der Schweizergarde eher als Präsentationswaffe. Wichtig ist vielmehr die Gewehrgriff-Handhabe (das Schultern der Waffe). 

Siehe auf der nachstehend gewählten Seite unter: WA: Mai 2021 (Bilder von bekannten Hellebarden und Partisanen):
https://affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen-o-bis-z/s/sch#c2035

5. Das Reislaufen im 15. bis 18. Jahrhundert

(„reise“ in Mittelhochdeutsch heisst  Feldzug, Kriegszug)

Eidgenössische Militärunternehmer, Fabrikanten, Händler, Financiers, Frauen und Söldner selber  stellten den europäischen Grossmächten Söldner und Kredite zur Verfügung. Sie warben in den Dörfern um erwachsene Schweizer; die mitgebrachten Trommler- und Pfeifergruppen sollten  dafür Aufmerksamkeit erregen.  

Abenteuerlust, Armut, Überbevölkerung und rasches Geld lockten Hunderttausende in Fremde Dienste. Sie zogen aus, um im Krieg Einkommen zu erwerben und Karriere zu machen. Mindestens 1/3 aller Reisläufer kehrte nicht mehr zurück: Sie starben im Kampf oder blieben nach Vertragsabschluss vor Ort. Die eidgenössischen Gewaltshaufen  errangen aufsehenerregende Siege. Sie galten als unbesiegbar. Das weckte die Nachfrage.

Wer den grössten Sold versprach, hatte schnell Schweizer im Dienst. So dachte auch Papst Julius II. (1503-1513), mehr Kriegsherr als Nachfolger Petri, der zwei Jahre nach Pontifikatsbeginn Schweizer Reisläufer mit einem überdurchschnittlich guten Angebot in seine Dienste gewinnen konnte. Wegen seinen kriegerischen Tätigkeiten brauchte das Oberhaupt guten, persönlichen Schutz.

Die Päpstlichen Schweizergardisten tun heute noch zuverlässigste Arbeit im "ältesten aktiven, militärischen Korps der Welt" (Dr. Robert Nünlist, ehemaliger Kommandant). 

6. Bannerträger und Kommandierender während des Reislaufens

Bannerträger des Standes Schaffhausen. Bleiverglasung 30 x 21 cm

Die Bedeutung des Truppenkommandanten und des Bannerträgers beim Reislaufen, wichtige Männer während eines Kampfes, wurden speziell gekennzeichnet. Der Bannerträger markierte das Kampfgebiet, war Offizier und meistens Aristokrat. Man weiss um die Wichtigkeit des Banners. In einer Schlacht verletzte sich der Bannerträger schwer. Er warf das Banner zur  Rettung weit zurück. In einem anderen Fall weiss man von einem Schlachtbericht, in dem steht, dass der sterbende Bannerträger das „vennly“, ein kleiner Wimpel, im Mund versteckte.

Der Kommandant der kämpfenden Truppe wurde auch speziell eingekleidet. Man musste ihn beispielsweise  bei dringenden Meldungen oder bei der Bitte um Verstärkung schnell finden können.

In der Schweizergarde tragen der Oberst und der Fahnenträger (Feldweibel), wichtige Gardeangehörige, als Einzige den Helm mit weisser Feder und fallen daher sofort auf.

Ein Oberst der Garde kam nicht dazu, eine weisse Feder zu tragen. Es war Oberst Alois Estermann, der nach 10 Stunden in dieser Funktion erschossen wurde (4. Mai 1998).

7. Die vier obligatorischen Musikstücke während der Vereidigung


Der Fahnenmarsch der Schweizer Armee beim Aufmarsch und Weggang des Fahnendetachements
Mit diesem Marsch erfolgen sehr beliebte Auftritte in der Schweizer Armee und bei Grossanlässen (z. B. bei Staatsempfängen, beim Schweizerischen Turnerverband, beim Schützenverband usw.). Die Fahne wird dazu aufgerollt und aufrecht vor dem in Achtungstellung oder stehenden Verband im Köcher vorgetragen.

Während der Vereidigungsfeier der Garde wird die Gardefahne, mit dem Fahnenmarsch begleitet, an den Vereidigungsort hin- und ins Pikett zurückgetragen. Beim Ertönen des Fahnenmarsches erheben sich die Anwesenden; Armee- und Polizeiangehörige salutieren.
https://www.youtube.com/watch?v=egXHewMjCvc

Der Schweizer Zapfenstreich
Der Zapfenstreich wird in der Armee beispielsweise als Schlussstück eines Konzertes aufgeführt. An der Vereidigung der Garde hört man ihn als Schlussstück vor dem Abmelden und Defilieren. Bei den Landsknechten war der Zapfenstreich der Beginn der Nachtruhe, in einer anderen Erklärung ist es das Ende der Ausgehzeit bzw. der Ruf zum Appell. Am besten scheint für den Vereidigungstag eine weitere Erklärung, wonach an das nahe Ende der Aktivitäten appelliert wird.

Schweizerischer Zapfenstreich:
https://www.youtube.com/watch?v=3QePYsJc43Q  (Militärspiel)
Gesungener Schweizerischer Zapfenstreich:
https://www.youtube.com/watch?v=CcKV3a-Jfyo  (Militärchor unbekannt)

Die Vatikanhymne (Hymne und Pontifikalmarsch)
Die Hymne ertönte zum Heiligen Jahr 1950 zum ersten Mal und ist im eigentlichen Sinne keine Nationalhymne, sondern eine Fürstenhymne auf den Papst. Der lateinische Text stammt von Evaristo d’Anversa, die Melodie wurde von Charles Gounod geschrieben. Die Hymne wird meistens als vatikanische Nationalhymne bezeichnet.
https://www.youtube.com/watch?v=ZCQCFvw8SOc

Der Schweizerpsalm, Nationalhymne
Vor der Gründung  unseres Bundesstaates im Jahre 1841 wurde der heutige Psalm von Alberich Zwyssig komponiert, Zisterziensermönch in Wettingen.  Die Komposition ist aus dem Messegesang „Ich will Dich lieben Herr“ und wurde 1835 für eine Pfarrinstallation in Wettingen geschrieben. Der Psalm erhielt 1841 vom reformierten Zürcher Leonard Müller den Text. Im gleichen Jahr wurde der Psalm zum ersten Mal vom damaligen Gesangsverein Zug gesungen. Der Schweizerpsalm ist eine der wenigen Nationalhymnen, die ihre BürgerInnen zum Gebet auffordert. Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), Verwalterin der Rütliwiese (Gründungsort der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 1291), möchte eine andere Hymne. Nur eine von zehn Personen kenne die erste Strophe des derzeitigen Psalms.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerpsalm  (siehe Audiodateien rechts, Chor unbekannt)

Die Vatikanhymne und der Schweizerpsalm ertönen nach den Ansprachen des Kommandanten und des Gardekaplans. Hymne und Psalm werden (noch) nicht mitgesungen.

8. Die Gardefahne von Oberst Christoph Graf (Gardefahne)

Diese Fahne hat grösste Bedeutung in der Garde. Es ist die Schwurfahne und nach Wappen- und Fahnen--Fachleuten etwas Besonderes.

Sie  hat folgenden Inhalt:

- Das grosse, weisse Reisläuferkreuz macht die Gardefahne zu einer
  Militärfahne (den Reisläuferfahnen ähnlich, aber nicht geflammt)
- Die vier Felder werden mit dem aktuellem Papstwappen (Feld 1), mit
  dem della-Rovere-Wappen (Gründerpapst Julius II., Feld 4) und den
  Farben des Medici-Stammwappens gelb, rot und blau (Felder 2 und 3)
  belegt   
- Im Zentrum des Kreuzes steht das Vollwappen (Vignette genannt) mit
  Familienwappen, Helm, Federn und Decke, umrahmt mit einem
  Lorbeekranz
- Das Familienwappen von  Kommandanten Graf enthält eine
  Hirschstange und eine Pflugschar (Jäger und Landwirt)
- Im alten Rom  bedeutete der Lorbeerkranz  für die Person  eine  Ehre.
  Der Bekränzte war dazu vielfach mit einer besondern Aufgabe betraut. 
  Das fällt dem Kommandanten der Garde zweifellos zu
- Die sehr grosse Gardefahne misst 2,20 auf 2,20 m. Die Fahnen während
  des Reislaufens, wo sich über 1,5 Millionen Schweizer als Söldner
  eintragen liessen, hatten öfters ein Mass über 2,70 auf 2,70 m
- Die Gardefahne hat den Julius-Damast. Julius II. schenkte nach der
  siegreichen Schlacht von Pavia im Jahre 1525 allen Mitbeteiligten,
  das waren über 40 Schweizer Stände,  Fahnen mit einem speziellen
  Damaststoff, der heute noch mit Längs- und Querfarben gewoben wird.
  Deswegen bezeichnen die Fahnenfabriken die Ausführung des wertvollen
  Stoffes   mit "Julius-Damast", mit  Granatäpfel- und Distelmotiven
- Hinterlegt ist das Vollwappen mit den Standesfarben des Kantons Luzern.
  Der Kommandant ist Bürger von Pfaffnau, Kanton Luzern

Der Gardistenschwur läuft folgendermassen ab: Mit der linken Hand  wird das weisse Kreuz an der Fahnenstange umschlungen, dann schnellt die rechte Hand nach oben, die drei Schwurfinger bereits ausgestreckt. Es erfolgt die Aufforderung zum Schwören. Das Foto des Hoffotografen wird wohl zeitlebens die Runde machen.
https://www.affentranger-werner.ch/schweizergarde/standard-titel/standard-titel

Die Gardefahne wird in der Schweiz erstellt. Die Arbeiten sind sehr umfangreich. Die spezielle Fahne sei zwar etwas überladen, meint ein bekannter Schweizer Wappen- und Fahnenexperte. Sie ist aber mit 5 Änderungen sehr gut gelungen, ohne Verletzung des Gardereglements. Der jetzige Oberst meinte nach Eintreffen seiner neuen Fahne aus der Schweiz: "Jetzt ist die Garde vollständig."

Die Garde kennt kein Fahnenreglement im Gegensatz zu den Exgardisten mit Ihrer Zentral- und ihren 10 Sektionsfahnen bei 13 Sektionen.

9. Der Schwur des Gardisten und der Schwur des Schweizer Aktivdienstsoldaten. Ein Vergleich

Gardeschwur:                                              ... sein Leben dafür hinzugeben
Armeeschwur/-Gelöbnis:                              ... unter Einsatz des Lebens

Der Schwur des Schweizer Aktivdienstsoldaten ist zu Beginn einer Mobilmachung abzulegen. Die Schweizer Soldaten schwören/geloben zu Beginn ihres Aktivdienstes unter anderem Tapferkeit und Treue und die Pflichten unter Einsatz des Lebens zu erfüllen. Der Schweizergardist schwört, tapfer und treu für den Schutz des Papstes und der Konklavekardinäle einzutreten und, falls es erheischen sollte, sein Leben dafür hinzugeben. Der Inhalt des Gardistenschwurs ist einem schweizerischen Aktivdienstsoldaten nicht fremd; er geht gleiche Bedingungen ein.

Am 6. Mai 1914 wurde zum ersten Mal einzeln auf die Fahne von Oberst Repond geschworen, die er mit Hilfe von Staatsarchivar Durrer und Kirchenmaler Stöckli, beide Stans, entwarf. Vor 1914 schwuren alle Gardisten miteinander mit erhobener Hand, ohne Banner, obwohl die Standartenfahne von Pius IX. anwesend war. Dieses Prunkstück (Paul Krieg) ist immer noch in der Garde vorzufinden (Theatersaal, Stand 2022).

Definitionen eines Schwures
Nach Robert Walpen, Die Päpstliche Schweizergarde, S. 235:

Der Zeugeneid                 Bei einer Rechtssache, vom Richter verlangt
Der Versprechungseid    Meistens im Futur. Deutscher Bundespräsident:
                                           „Ich schwöre, dass ich meine ganze
                                            Kraft dem deutschen Volk widmen … werde
                                            (auch politischer Eid genannt)
Der Treueid                       Treue zu einem Menschen, einer Organisation,
                                            zu einem Gedanken oder einer 
                                            Abmachung haltend
Der politische Eid             Auch Abgeordneten-Eid genannt, z. B. der
                                            Diensteid von Bundesräten, Richtern,
                                            Ministern usf.  Aufgrund der Sonderstellung des
                                            Schwörenden beinhaltet der Eid
                                            Besonderheiten: Eid auf ein Gemeinwohl, einer
                                            Unabhängigkeit usf.
Militärischer Eid               Eid oder Gelöbnis von Soldaten. Er legt sich auf
                                            bestimmte Verpflichtungen
Fahneneid                          Feierliche Treuebekundung von Soldaten auf die
                                            Fahne. Nach Sprachgebrauch und
                                            allgemeiner Auffassung wird ein Eid bezeichnet
                                            als „Beteuerung der Zuverlässigkeit
                                            einer Aussage durch Anrufung Gottes als
                                            Zeugen und Richter für den Fall, dass
                                            eine Tatsachenaussage der Wahrheit nicht 
                                            entspricht oder das Versprechen nicht
                                            eingehalten wird".

Wie handhaben verschiedene Länder den Eid? Die Schweiz kennt den Eid/das Gelöbnis zu Beginn des Aktivdienstes. Österreich kennt die  Angelobung nach der Grundausbildung (normalerweise vier Schwörende an der Fahne). Deutschland bringt den Diensteid/das Gelöbnis gleich zu Beginn der Ausbildung (normalerweise sechs Schwörende an der Fahne).

Der Eid des Schweizergardisten auf die Gardefahne kann als militärischer Eid oder Fahneneid, am ehesten als Treueeid auf bestimmte Personen (Papst, über 100 Konklavekardinäle, Garde-Vorgesetzte) bezeichnet werden.

10. Die fünf Sprachen während der Vereidigung


Zuerst: Wie sehen die Sprach-Anteile in der Schweiz aus (Stand 2022)?

Schweizerdeutsch    62,6 % 
Französisch               22,9 % 
Italienisch                    8,2 % 
Rätoromanisch            0,5 %

Italienisch spricht man im  Kanton Tessin und in drei Tälern des Kantons Graubünden. Rätoromanisch wird im Kanton Graubünden gesprochen und Französisch in sechs Kantonen, Deutsch in der übrigen Schweiz. Katholische Kantone wie Wallis (Oberwallis), St. Gallen, Luzern und Fribourg stellen seit Jahrzehnten die meisten Soldaten.

Es ist nicht so, dass der Gardebestand mit den Sprachanteilen übereinstimmt. In den letzten Jahren war ein leichter Anstieg von französisch- und italienischspechenden Gardisten festzustellen. Es gab Monate, wo 3  bis 4 rätoromanisch-sprechende Gardisten dem Korps angehörten.

Der Gardist schwört in seiner Muttersprache, der Deutschsprachige aber nicht in Schweizer-, sondern in Hochdeutsch.  Es kann also sein, dass in vier Sprachen geschworen wird. Befehle und Antworten hört man auch in Schweizerdeutsch, beispielsweise die Antwort des Gardisten für seine Präsenz: Hier, Wachmeischter statt: Hier Wachtmeister. Meldung und Abmeldung an den Vertreter des Staatssekretariates spricht der Kommandant in Italienisch. 

Sind Gardisten aus mehreren Sprachregionen  im täglichen Gruppen-Einsatz, wird Italienisch befohlen/gesprochen (Hauptmann Christian Kühne).

Ein Erlebnis für jeden Gardisten während der Gardezeit sind die verschiedenen deutschsprachigen Dialekte, das feine Französisch, das schweizerische Italienisch und das Rumantsch Grischun, alle drei letztgenannten auch mit Dialekten. Es sind Sprachbegegnungen, die der Gardist vermutlich zum ersten Mal erfährt. 

11. Die Berufe der Gardisten. Auffallende Veränderungen


Ab Februar 2018 bis September 2021 zeigte sich folgendes Berufsbild (aus der Zeitschrift "Der Schweizergardist"):

61,5 %      mit gewerblich-industriellem Abschluss (83 Eintretende)
   8,8 %     mit  kaufmännischem Abschluss ohne Berufsmatura und 
                 Detailhandel (12 Eintretende)
 25,2 %     mit  Matura, Berufsmatura, Fachmatura, Studenten (34
                 Eintretende)
   4,5 %     mit  Bachelor- oder Master-Abschluss (6 Eintretende)

Alle Gardisten haben vor dem Gardeeintritt die Rekrutenschule der Schweizer Armee (18 Wochen) zu bestehen, einige davon haben die Unteroffiziers-, wenige die Offiziersschule hinter sich.

Die Vereidigung vom 6. Mai 2023 ergab folgendes Bild:

Gewerblich-industrielle Abschlüsse: 8
Kaufmännische Abschlüsse: 8
mit Matura: 6 
Akademiker: 1 (Master)

Vergleiche der Berufe in drei Perioden:

Jahr 1920*                                       Jahr 1960           Jahre 2018-2021

44,8 %      Landwirte                        11,11 %                --
37,0 %      ohne Berufe                    11,11 %                --
18,2  %     Gewerbl.-industriell       56,41 %                61,5 %   
--               Kaufleute                         18,80 %                  8,8 %   
--               Kunsthandwerker             2,57 %                25,2 %  Matura,
*nicht                                                                                             Student
 gesichert                                                                          4,5 %  Bachelor
                                                                                                       Master

Beim Eintritt in die Garde  hat der Gardist neben der Muttersprache Kenntnisse  von einer, wenn nicht von zwei Fremdsprachen. Dazu kommt der obligatorische Italienischunterricht in der Garde.

Seit vielen Jahrzehnten stellen die gewerblich-industriellen und kaufmännischen Berufe eine beachtliche Mehrheit. Sie sollten deshalb in den Führungsgremien der ehemaligen Gardisten entsprechend vertreten sein.

12. Der Wahlspruch der Schweizergarde

Tapfer und treu – Acriter et fideliter

Schweizer Reisläufer in französischen Diensten pflegten das Motto „Honeur et fidélité – Ehre und Treue“. Die ersten Päpste der Garde sprachen hingegen schon früh von der Tapferkeit und Treue ihrer Leibgarde.  Die Garde wählte bei der lateinischen Devise für "Tapfer" das „Acriter“, was während des Reislaufens so viel wie „tapfer, schneidend, wild, grausam“ bedeutete. Man kannte die unbesiegbaren Gewaltshaufen der Schweizer Reisläufer, die zum Töten auszogen. "Acriter"  passt ganz und gar nicht mehr zu den heutigen Aufgaben der Schweizergarde. Papst Pius XII., Ulrich Nersinger, Theologe,  a. Kommandant Dr. Nünlist wie Martin Luther wählen in der Neuzeit für das Wort „Tapfer“ das lateinische Wort „Fortiter“ (tüchtig, wachsam, gewissenhaft, tapfer, mutig). Es gibt heute keine wilden und grausamen Schweizergardisten im Vatikan, grosszügig ausgedrückt gab es sie fast nie, harmlose Raufbolde  ausgeschlossen.

Man sollte unbedingt den jetzigen Wahlspruch der Garde prüfen.  Die Kontroversen auf
https://www.affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen-o-bis-z/w/wahlspruch-der-schweizergarde

13. Die vier verschiedenen Schritttempi während der Vereidigung


1. Der Treppenschritt. Er wird vorgeschrieben beim Treppenmarschieren von der Via di Belvedere zum Hof Sixtus V. hoch. Für die ZuschauerInnen der Vereidigung nicht sichtbar (36-40 Schritte/Minute).

2. Der langsame Parademarschschritt (ofiziell 42-43 Schritte/Minute) beim Einzug vom Hof Sixtus V. in den Damasushof,  auch Prozessionsmarschschritt genannt, liegt allerdings bei der Vereidigung bei 34-35 Schritten/Minute. Der langsame Schritt erinnert an den Landsgemeindeschritt von Appenzell Innerrhoden (Marcia Solenne: 33-35 Schritte).
https://www.youtube.com/watch?v=Xedfw8RAnJw 
Vereidigung 2024, Einmarsch, ab Minute 5.15:
https://youtube.com/watch?v=tuR6uFSJDu8

3. Der Schwurschritt des einzelnen Gardisten zur Vereidigungsfahne und zurück. Ein würdiger Schritt mit rund 110-114 Schritten/Minute. - Während des 2. Weltkrieges wurde er im Stechschritt verlangt (Alexander Good). 

4. Beim Defilee am Schluss der Vereidigung kommt der schnelle Schritt (offiziell 113-120 Schritte/Minute) zum Zuge, d. h., es ist das bekannte Marschmusik-Tempo. Allerdings lag der schnelle Schritt bei den letzten Vereidigungen bei 105-110 Schritten/Minute. Das Pikett marschiert schneller als die offizielle Handhabung.

Beispiel des schnellen Schrittes:
https://youtube.com/watch?v=va1yTQpJYus

Es sei bei dieser Gelegenheit noch auf den Glarner Landsgemeindeschritt hingewiesen; er zählt 51-54 Schritte/Minute, d. h., die Glarner marschieren rund 20 Schritte/Minute schneller als die Appenzeller. Auch der Laufschritt der Bersaglieri (Schützen) der italienischen Armee mit 180-184 Schritte /Minute sei vorgestellt.
https://youtube.com/watch?v=A7EHzs5Prh8

Der perfekte Marschschritt des Piketts beim Defilee am Schlusse der Vereidigung, begleitet vom lauten Taktklatschen der sichtlich begeisterten Anwesenden, ist sicher ein freudiges Zeichen des Respekts an die Schweizer Truppe.

Video 1: Der Rückmarsch (im schnellen Schritt) nach der Vereidigung zur Kaserne (Via di Belvedere). 1  Min. 03.  Anschliessend
Video 2: Der Einmarsch in den Damasushof  zur Vereidigung (langsamer Parademarschschritt), Szenen der Vereidigung und Ausmarsch Richtung Papageienhof (im schnellen Schritt). 14 Min. 26:
https://www.youtube.com/watch?v=QQtQ73y_Tbw

14. ​​​​​​Das della-Rovere-Wappen  (Wappen des Gründerpapstes Julius II.)


Giuliano della Rovere wurde am 05.12.1443 in der Provinz Savona geboren. Er war Papst von 1503 bis 1513 und gründete 1506 die Päpstliche Schweizergarde. Das Familienwappen kann wie folgt beschreiben werden: in Blau eine gelbe Eiche (Eiche auf italienisch: Rovere). Es ist beidseitig vorzufinden auf dem weissen und schwarzen Helm der gesamten Mannschaft wie auf der Gardefahne.
https://de.wikipedia.org/wiki/Della_Rovere#/media/Datei:Blason_familie_it_Della_Rovere01.svg

Jedes Familienwappen geniesst in seiner künstlerischen Gestaltung grundsätzlich den Schutz des Urheberrechtes (P. Dr. Lukas Schenker, Mariastein).

15. Das Medici-Wappen als Begnadigungswappen oder Gnadenzeichen besonderer Gunst


Die Familien "Medici" aus Florenz waren eine einflussreiche italienische Dynastie im 15. bis 18. Jahrhundert. Sie erwarben ihren Reichtum im Textilhandel. Aus ihnen gingen drei Päpste hervor: Leo X. (Giovanni), Papst von 1513-1521, Clemens VII. (Giulio) von 1523-1534 und Leo XI. (Alessandro), der sein Amt im April 1605 ausübte.
Beschreibung des Familienwappens: in Gelb fünf rote Kugeln (italienisch: palle). „Palle  palle!“ war der Kriegsschrei der Medici. Es sind  also keine Pillen [Medici = Ärzte]). In der Mitte oben steht das Wappen des französischen Königs, das 1465 als Geschenk von Louis XI. an die Medici abgegeben wurde: eine blaue Kugel mit drei gelben Lilien. Die Medici-Farben werden heraldisch wie folgt aufgezählt: gelb-rot-blau.
https://de-academic.com/pictures/dewiki/67/C_o_a_Papas_Medicis.svg

Diese drei Farben, Primärfarben genannt, auch Erst- oder Grundfarben, die sich nicht durch Farbmischung aus anderen Farben erzielen lassen, sind durch die Uniform der Schweizergarde weltbekannt geworden.

16. Das Wappen der Pfyffer von Altishofen, Mauensee, Wyher und Heidegg 


"Pfyffer von Altishofen" ist ein geadeltes Patriziergeschlecht ab dem 16. Jahrhundert in der ehemals freien eidgenössischen Stadt und Republik Luzern. Es war die mächtigste und zahlenmässig grösste Patrizierfamilie dieses Stadtstaates.

Ihr Familienwappen: in Gold ein schwarzes Mühleisen, begleitet von drei blauen Lilien. Es sind die Farben der Trommler- und Pfeifergruppe der Garde.

Das Mühleisen im Familienwappen der Pfyffers ist ein zentrales Bauteil im Mahlgang einer Mühle. Mit ihm wird das Mahlgut zerkleinert. 
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Pfyffer-Altishofen-Wappen.png

Die "Pfyffer von Altishofen" haben ab 1652 bis 1982 elf Gardekommandanten und mehrere Offiziere gestellt.

Die Pfyffers von Altishofen besassen vier Grundstücke. Das Schloss Altishofen besitzt heute die Gemeinde Altishofen. Das Schloss Mauensee ist in Privatbesitz, Wyher/Ettiswil führt eine Stiftung und Schloss Heidegg gehört dem Kanton Luzern. Alle Schlösser befinden sich im Kanton Luzern.

Bei den ersten Päpsten der Garde trugen die Gardisten jeweilen die Familienwappen-Farben des amtierenden Papstes (in divisa), beispielsweise beim Gründerpapst Julius II. vermutlich in Blau und Gelb, beim Nachfolgepapst Leo X. Mediici gelb-rot-blau, bei seinem Nachfolger, Adrian VI. Floriszoon Boeyens, gelb-weiss-grün.  Mit der Zeit liess man die Medici-Farben gelb-rot-blau bleiben (Paul Krieg, alt Gardekaplan).

17. Die Schweizergarde als ältestes aktives, militärisches Korps der Welt

Im Bild von links nach rechts: ein Wachtmeister in weinroten Pluder-Ärmeln  und -Hosen, in der linken Hand den hellen Kommandostab (nur Kopf sichtbar). Die Gardisten in den bekannten Farben gelb-rot-blau mit Hellebarde. Beide Grade im Harnisch (Brustpanzer) mit weissem Helm und roter  Feder

„Die Schweizergarde ist keine Armee. Eine Armee hat Land und Leute zu schützen und zu verteidigen. Das ist hier nicht der Fall“ (alt Oberst Segmüller in einem ersten Interview). Alt Oberst Nünlist schreibt: „Die Schweizergarde ist das älteste aktive, militärische Korps der Welt.“ - Das Gardereglement vom 16.01.2006  spricht von einem militärischen Korps. Warum ist der Dienst in der Schweizergarde in der Schweiz straffrei? Das Schweizerische Militärstrafgesetz, Art. 94, bezeichnet den fremden Dienst in der Garde als Wachpolizei.

Der Arbeitgeber der Garde ist der Heilige Stuhl, also nicht der Staat der Vatikanstadt.  Der Hl. Stuhl ist ein nichtstaatliches, souveränes Subjekt der völkerrechtlichen Beziehungen und der Staat der Vatikanstadt garantiert völkerrechtlich die Unabhängigkeit des Heiligen Stuhles.

Zurzeit hat das militärische Korps für den Heiligen Stuhl fünf Aufgaben zu erfüllen:

Kontrolldienst, Ordnungsdienst, Objektschutz, Personenschutz und Ehrendienst

https://www.affentranger-werner.ch/schweizergarde/armee-die-kleinste-der-welt-eine-korrektur

Die Päpstliche Schweizergarde hat heute einen Sollbestand von 135 Mann (Stand 4/2023).

18. Sacco di Roma, 6. Mai 1527 

Seine Geschichte und die schmerzlichen Folgen

Der Schweizer und der Sacco di Roma

1526/1527 ergab sich folgende politische Lage: Franz I. war König von Frankreich, Kaiser Karl V. stand Spanien und Deutschland vor. Papst Clemens VII. Medici herrschte über Mittelitalien, dem Herzogtum Mailand und Venedig.  Der deutsche Franz I. kämpfte um die Vorherrschaft in Oberitalien. Der Papst versuchte seinerseits, den Konflikt für die Stärkung des Kirchenstaates auszunutzen. Der Franzosenkönig erlitt bei seinem Eroberungszug in der Poebene gegen den deutschen Kaiser eine schwere Niederlage. Der Kaiser wurde deshalb für den Papst zu mächtig. Clemens VII. wechselte deshalb die Hosen und kündigte dem Kaiser die Allianz. Das liess sich der deutsche Kaiser nicht bieten. Mehrere tausend protestantische Landsknechte  und spanische und italienische Söldner zogen durch den Kirchenstaat nach Rom.  Dabei gab es Opfer in der Zivilbevölkerung und auf beiden Seiten erlitten unzählige Soldaten den Tod. Rom und der Vatikan wurden eingenommen.

Für die Verteidigung des Petersplatzes und den Geleitschutz des Papstes stellten sich am 6. Mai 1527 189 Schweizergardisten der Übermacht. 147 starben und 42 folgten dem Papst mit den Cavalleggeri (zweite Leibwache des Papstes) zusammen durch den Mauergang in die Engelsburg, von dem er vermutlich mehr wusste als seine Leibgarden. Der Papst geriet in Gefangenschaft und die Schweizergarde wurde aufgelöst. An ihre Stelle traten deutsche Landsknechte. Mehrere Wochen lang wurde Rom geplündert. - 21 Jahre später wurde die Schweizergarde von Papst Paul III. (1534-49) wieder aufgeboten. 200 Schweizer zogen in kürzerster Zeit entschlossen zum Vatikanhügel.
https://www.affentranger-werner.ch/schweizergarde/sacco-di-roma-und-die-vorgeschichte

Dieser 6. Mai,  gelebte Erinnerung an die verstorbenen Kameraden im Kampfe, überragt im Gardeleben mehrere Anlässe, die im Vatikan stattfinden.

19. Überlautes Schwören während der Vereidigung

Der Schwörende wie der Offizier sprechen während des Vereidungsaktes mindestens 75 bis 85, wenn nicht gegen 90 Dezibel (dB). Ab 85 dB wird der Beschädigungsbereich erreicht. Ab 120 dB gibt es gar Hörschäden. Die Schmerzschwelle ist in Reichweite.

Der Kommandant und der Gardekaplan bedienen sich des Mikrofons. Was aber müssen die Schwörenden gegen jedes übliche, militärische Garde-Sprechverhalten eingehen?

Dieses überlaute Schwören stört viele Personen, die die Vereidigung verfolgen. Die Meinung des Kommandos, man müsse "laut reden", damit alle Anwesenden im Damasushof auf die Rechnung kämen, sei in den Raum gestellt. 

Pfarrer +Aloys von Euw, Morschach/Schwyz, ein treuer Vereidigungsbesucher und grosser Freund der Garde, mahnt an und sieht insgesamt eine Lautsprecher-Anlage für den Kommandanten, den Gardekaplan, die Gardisten an der Fahne und auch für den aufrufenden Wachtmeister.

Es können m. E. damit bei allen Sprechenden verhindert werden: Stimmversagen, Atemnot, Zittern, Schweissausbruch, verzerrter  Gesichtsausdruck, Körperstarre. Ich habe alles schon persönlich miterlebt und auch im Fernsehen festgestellt. Dazu fehlt bei diesem überlauten Schwören der unverzichtbare Respekt für den Treueeid für über 100 Männer.

Der Schwyzer Mitarbeiter von "Vatican News", Dr. Mario Galgano, der die Vereidigung von 2022 und 2023 kommentierte, bemerkte  nach den ersten Schwüren  überrascht; "Die haben kein Mikrofon, die schreien das". An der Vereidigung von 2023: fragt Dr. Galgano den Mitkommentator: "Muss man laut schreien?"

20. Der Damasushof

Der Damasushof ist umgeben (von rechts) vom Papst-, Damasus- und Apostolischen Palast. Der Damasushof, entworfen von Bramante und Raffael, wurde  1519 von Donato Bramante fertigerstellt. Die 3 Loggien rundum sind ein geniales Werk, angefertigt von Bramante und Raffael. Der Damasushof ist bei der Vereidigung zugänglich vom Hof Sixtus V. erreichbar. Von dort kommt die Garde in den Damasushof (unter der linken Ecke des Papstpalastes); sie kehrt auf der anderen Seite des Hofes über den Hof Papagalli in die Kaserne zurück (vor der linken Ecke des Damasushofes). Der Zugang für Zuschauerinnen und Zuschauer führt über das Portone di Bronzo. Es werden nur noch maximal 2'500 Personen zugelassen (Stand 07/2022).

Die fesselnde und nachhaltige Damasushof-Atmosphäre dieser über 1,5 Stunden Vereidigung spürt man auch am Fernseher.

Im Bild eine besondere Papstaudienz.
→Tatsachen und Meinungen, Buchstabe L, Loggia

21. Die Galauniform (Tracht) der Garde

Selten zu Gesicht: Gala-Arbeitsuniform der Offiziere

Die heutige Uniform in Gelb-Rot-Blau wurde zum ersten Mal an der Vereidigung von 1914 getragen. Entworfen haben sie Oberst Repond und Staatsarchivar Durrer von Stans nach der Renaissance-Mode und von Fresken Raffaels (also weder von Michelangelo noch von Raffael geschaffen). Sie sieht gesamthaft wie folgt aus:

- schwarzes Beret (Baskenmütze) 
- weisser Spitzkragen (Fallkragen beim Panzer)  
- Kittel (Puffärmel in Gelb-Rot-Blau)
- Kniehosen mit Stoffbändern (Pluderhose in Gelb-Rot-Blau) 
- Gamaschen (Beinstulpen in Gelb-Rot-Blau)
- dazu Gurt und Schwert, der Helm in Schwarz 
  Diese Uniform tragen auch Vizekorporal und Korporal.

Die einrückenden 150 Schweizer sollen 1506 in divisa erschienen sein, vermutlich in Blau/Gelb, also nach  den Stammfarben von Julius II. (Paul Krieg).

Die höheren Unteroffiziere Wachtmeister und Feldweibel tragen einen dunkelblauen Kittel mit Puffärmeln, eine weinrote Pluderhose (Kniehose) und weinrote Strümpfe.

Offiziere tragen einen weinroten Kittel mit Puffärmeln, eine weinrote Hose und weinrote Kniestrümpfe. Der Faltkragen ist in Weiss.
Alle Gardeangehörigen tragen schwarze Schuhe.
https://schweizergarde.ch/paepstliche-schweizergarde/de/ueber-uns/uniformen/

Sämtliche Uniformen werden vom gardeeigenen Schneider im Gardequartier angefertigt. Die Galauniform der Gardisten in Gelb-Rot-Blau soll 154 Gewebestücke aufweisen.

22. Die ehemaligen Schweizergardisten (Exgardisten)


Die Zahl der geschätzten Exgardisten beläuft sich auf rund 1300 bis 1500 (Es gibt noch andere Zahlen). Sie sind in der Vereinigung der ehemaligen päpstlichen Schweizergardisten organisiert. Ihr gehören rund 3/5 der Ehemaligen an. Die Vereinigung zählt 13 Sektionen, verteilt auf die ganze Schweiz. Die Ehemaligen treffen sich zum Stamm, zu kulturellen und kirchlichen Anlässen, wo  Ehrendienst in Uniform geleistet wird. Interessant ist zu wissen, dass sich der grösste Teil der Exgardisten  zu den traditionalistischen Gläubigen, eine Gruppe zu den Fundamentalisten und  eine weitere zu den Event-Katholiken zählt. Viele der Ehemaligen arbeiten im Sicherheitsdienst. Exgardisten sind gefragte Mitglieder in kirchlichen Institutionen.

Eine stattliche Zahl von  Ehemalige engagiert sich jedes Jahr rund um die Vereidigung. Sie tragen bei zum reibungslosen Ablauf der Tage. Ohne ihre Mithilfe wäre die notwendige Arbeit erschwert.
https://schweizergarde.ch/ehemalige-schweizergardisten/de/ueber-uns/

23. Arten der Fahnenhandhabung. Regeln

Während des Reislaufens trug man die grossen, schweren Regimentsfahnen über die rechte oder linke Schulter (linkes Bild); so auch in der Schweizergarde. Ab dem 6. Mai 1973 wurde die Gardefahne von Feldweibel Chèvre  im Köcher (Traggurte) präsentiert. Es war die erste Vereidigung unter Oberst Franz Pfyffer von Altishofen.
(Die zwei Beispiele stammen aus dem Söldnerdienst.)

Mittlere und grosse Windstärken erfordern bei grossen Fahnen, so auch  bei der Gardefahne, grösste Aufmerksamkeit beim Fähnrich.

24. Fahnenwache. Geschichte. Das Schlagschwert

Feldweibel (weisse Helmfeder) mit Gardefahne und Fahnenwache mit Schlagschwert am Körper

Unter "Fahnenwache" versteht man jene zwei oder mehrere Personen, die den  Fahnenträger flankieren. Im Militär sind sie mit Gewehr oder Säbel bewaffnet. Diese Praxis ist im Commonwealth  sehr beliebt.

Die Fahnenwache der Schweizergarde trägt das Schlagschwert in der Achtungstellung senkrecht auf der Schulter. Mit ihm wurde früher beidhändig gekämpft; es wird deswegen auch Zweihänder genannt. Da die Klinge der Garde-Schlagschwerter die gewellte, flammenförmige Klinge aufweist, nennt man sie auch Flammenschwerter (Peter Hasler).

Iaido ist die Kunst, das Schwert im richtigen Augenblick zu ziehen und  mit dem Ziehen in den Angriff zu übergehen. Es ist aus der Kampfkunst Japans, der  Samurai,  entstanden. Es gibt Schweizermeisterschaften.

25. Die Gründung der Schweizergarde

Kampf zwischen einem eidgenössichen Reisläufer (links) und einem Landsknecht. Zeichnung von Chorherr Johann Jakob Wick (Zentralbibliothek Zürich)

Die Schweizer Reisläufer wurden als beste Kämpfer bezeichnet: wild, grausam, barbarisch, geldgierig, gefürchtet, schneidend (acriter in lateinisch). Das wusste auch Julius II., die er in einem Feldzug mit dem Franzosenkönig Karl VIII. im Jahre 1494 nach Neapel kennenlernte. Als Kriegsherr, er wurde in Frankreich militärisch ausgebildet (Ulrich Nersinger), suchte er sich eine Leibgarde und gelangte 1525 an die Tagsatzung zu Baden mit dem Wunsch, 200 Schweizer Söldner als Leibgarde einzustellen. Dem Ruf folgten 150. Sie zogen am 22. Januar 1506 (Gründungstag) in Rom ein, 86 Tage vor der Grundsteinlegung des neuen Petersdoms (18.04.1526). Das Quartier lag zwischen dem heutigen Portone di Bronzo und der heutigen Gardekapelle. Jeder Gardist hatte normalerweise ein eigenes, kleines Häuschen. Man kennt namentlich nur 18 Erstgardisten, die eingerückt waren, beispielsweise hier fünf davon aufgezählt: die Gebrüder Jakob und Hans Locher aus Basel, Rudolf Rosaby  aus Schwyz, Rudolf Grave aus Appenzell und der Erstwalliser Gilli Switzer (Aloys von Euw).
https://www.affentranger-werner.ch/schweizergarde/geschichte-der-paepstlichen-schweizergarde

Kaum waren die ankommenden Schweizer Reisläufer vor dem alten Petersdom, wurden sie von Papst Julius II. gesegnet und in Dienst gestellt. 

26. Vereidigung bei schlechtem Wetter in der Audienzhalle

Die Audienzhalle, ab 2009 mit 2'400 Photovoltaikmodulen versehen,  befindet sich links des Petersdomes zwischen Deutschem Friedhof und südlicher Staatsgrenze, Eingang Sant'Uffizio.
Dieser Eingang führt zum Deutschen Friedhof; Zugang jederzeit möglich.
Aufnahme von der Kuppel des Petersdomes, die an der rechten Domseite auch zugänglich ist.

Beschreibung der Audienzhalle:

1.  Die Bühne mit Frontseite und Papstsitz liegt auf vatikanischem
     Staatsgebiet
2.  Der Rest der Audienzhalle, also die Besucherseite, liegt auf
     italienischem Staatsgebiet, wohl  auf dem Hoheitsgebiet  des
     Vatikanstaates
3.  Die Eröffnung der Audienzhalle fand am 30. Juni 1971 statt. Star-
     Architekt ist Pier Luigi Nervi (daher auch Nervihalle genannt)
4.  Die Audienzhalle ist ein Meisterwerk: eine pfeilerlose, harmonisch
     wirkende Halle mit trapezförmigem Grundriss,  je nach Bestuhlung
     für 6‘300 bis 12‘000 Besucher/innen geschaffen
5.  Die wellenförmige Dachkonstruktion hat 42 Gewölberippen
6.  Die Kosten wurden bei weitem überschritten. Eine kostspielige,
     karitative Kompensation war nötig (schlechte-Gewissens-Aktion). Der
     Vatikan verkaufte eine grosse Immobilie im Zentrum Roms   
7. Dafür liess Paul VI. ein „Dorf“  mit 90 Wohnungen nordöstlich vor Ostia,
     bauen (unweit des Mittelmeeres)
8.  In der oberen Etage der Audienzhalle befindet sich ein Konferenzsaal
9.  An der Frontseite der Halle, d. h. die Wand hinter dem Papstthron,
     schuf  Pericle Fazzini die Bronzeskulptur „Auferstehung Christi“ mit der
     Verwüstung des  Gartens Getsemani, mit entwurzelten Bäumen und
      gespaltenen Felsen
10. Darum wurde die Nervihalle erst 1977 endgültig fertig
11. Juli 2009: Das ganze Hallendach wurde mit Solarmodulen belegt
 
Siehe Inhaltsverzeichnis Nr. 43:
https://www.affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen/standard-titel/standard-titel/standard-titel#c4250 

27. Begrüssung durch den  Kommandanten mit vatikanischer Hofsprache


Zu Beginn der Vereidigung wendet sich der Kommandant an die Anwesenden und beginnt mit der Begrüssung der besonderen Gäste. Er wählt das Protokoll des Vatikans, d. h., er bedient sich der Hofsprache. Das ergibt beispielsweise Anreden wie:

- Eccellentissimo:  
  Hochverehrter/Hochverehrtester,   
  Wohlangesehener/Wohlangesehenster


- Illustrissimo:
  Hochgeehrter/Hochgeehrtester, Hochverehrter/Hochverehrtester,
  Vornehmster


Im Jahre 2022 hiess es beispielsweise:
Illustrissimo Presidente della Confederazione Svizzera, Signor Ignazio Cassis. Zu deutsch:
Hochverehrt(est)er Präsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Herr Ignazio Cassis

Die Anreden des Kommandanten mögen gezuckert tönen. Im Kanton Appenzell Innerrhoden spricht man Ähnliches. Im Landsgemeindering am letzten April-Sonntag lautet der Beginn einer Wortmeldung mit:  "Hochgeachteter Landammann,  hochvertraute, liebe Landsleute" (Peter Aebi). Die Glarner Landsgemeinde am ersten Maisonntag kennt folgende Anreden bei der Begrüssung: "Hochgeschätzter Herr Landesstatthalter, ... hochvertraute, liebe Mitlandleute".

28. Auf den Schwur mehrere Monate warten


Die Eintritte der Rekruten erfolgen im Verlaufe des Jahres zu verschiedenen Zeiten. Es ist möglich, dass der Hellebardier auf den Schwur monatelang warten muss. Beispiele aus "Der Schweizergardist" 2/2021:

Eintritt Juni 2021:              5 Gardisten, Wartezeit bis zur Vereidigung: 
                                          elf Monate  
            
Eintritt September 2021    17 Gardisten, Wartezeit bis zur Vereidigung:
                                           acht Monate

Genau genommen sind deshalb jedes Jahr etliche Gardisten für längere Zeit ohne Eides-Verpflichtungen. Sie werden aber vor Eintritt in die Garde verpflichtet, eine Bestätigung zu unterschreiben (Hauptmann Christian Kühne).

29. Orden und Verdienstauszeichnungen an die Gardisten

Im Bild der 5. Orden des Heiligen Stuhles: der Silvesterorden. Er ist der erste Orden, der an Gardisten abgegeben wird  und kennt 4 Klassen, wobei der langgediente Gardist normalerweise die Ordensklassen Ritter und Komtur erhalten kann. Der Ausgezeichnete darf sich damit im Vatikan "Cavaliere" oder "Commendatore" nennen. Gregor XVI. stiftete diesen Orden im Jahre 1841. Er bezieht sich auf Silveser I. (erster heiliger Papst, 314-335).

Einige Gardisten und Offiziere, nicht aber der Gardekaplan, erhalten unmittelbar vor einer Vereidigung für ihre Leistungen verschiedene Orden (Silvester, Gregorius, Pius) und Verdienstauszeichnungen (Benemerenti, Ecclesia et Pontifice). Sie dürfen später nicht an der Soldatenuniform der Schweizer Armee angeheftet werden. Schweizer Staatsvertreter, die beispielsweise an der Vereidigung oder an einer Privataudienz beim Papst  teilnehmen, dürfen übrigens keine ausländischen Ehrenzeichen annehmen. Alle Auszeichnungen des Heiligen Stuhles sind  nachstehend im Bild festgehalten. Der Staat der Vatikanstadt hingegen kennt keine Orden und Auszeichnungen:
https://www.affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen/o-bis-s-sch-st/o-bis-ord/orden-und-verdienstauszeichnungen-hl-stuhl-bilder

Die Auszeichnungen an der Gardistenbrust weisen auf die Länge und die Verdienste der Dienstzeit hin. Zwei Kommandanten in der Neuzeit waren mit diesen Verleihungen auch schon in der Zwickmühle. "Ich bin Schweizer", meinte einer.
→Tatsachen und Meinungen: O - Ord, Erweiterte Themen

30. Die Schweizerische Eidgenossenschaft, die Schweizer Armee

und die Schweizerische Bischofskonferenz an der Vereidigung
media@gsp.va

31. Der Gastkanton an der Vereidigung

media@gsp.va

32. Zusatzprogramme rund um die Vereidigung (Beispiel 2019)

  • Aufgebot der Exgardisten
  • Vesper
  • Kranzniederlegung (Piazza dei Protomartiri Romani)
  • Verdienstauszeichnungen: Verdienstkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“. Verdienstmedaille:  „Benemerenti“
  • Ordensverleihungen
  • Galadiner
  • Morgengottesdienst im Petersdom
  • Apéro
  • Papstaudienzen für die neuen Gardisten, für ihre Eltern, für die kantonalen und eidgenössischen Vertretungen
  • Vorstellen der Eltern beim Obersten-Ehepaar
  • Spezialführungen im Papstpalast, Gärten, Dom usf. durch vereidigte Gardisten
  • Events des Gastkantons: z. B. mit Chor, Musikgesellschaft, Trachtenverein. Kantonsdelikatess

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Fernsehübertragung: Vereidigung von 2017 EWTN, Damasushof
Kommentar von Ulrich Nersinger,Theologe und Philosoph. Dauer 1:28:14
https://www.youtube.com/watch?v=T-p3BQvuJf0

Fernsehübertragung: Vereidigung von 2022 vaticannews, Audienzhalle
Kommentar von Dr. Mario Galgano, vaticannews, und Gardist Würsch. Dauer 1:37:22
https://www.youtube.com/watch?v=pNluiAH5jtY

Fernsehübertragung: Vereidigung von 2023, vaticannews, Damasushof   
Kommentar von Dr. Mario Galgano, vaticannews, und Gardist Dominik Zemp. Dauer 1:38:15
https://www.youtube.com/watch?v=kmD4--_iyuM

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Besuch des Petersdomes
- Geschichte, Bauwerk und Ausstattung, Petersplatz.
- Die sechs Glocken des Petersdomes
https://www.affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen/tatsachen-und-meinungen/gelc-gz#c761

Besuch der Armerie (Waffenkammer, Rüstkammer) der Garde
Inhaltsverzeichnis 3.6 (Bewaffnung) und 3.7 (Armeria):
https://de.wikipedia.org/wiki/Päpstliche_Schweizergarde#bewaffnung

Besuch der Sixtinischen Kapelle

Der Deckenplan mit Beschrieb auf einem A4-Blatt
https://www.affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen-o-bis-z/s/sixtinische-kapelle-deckenplan

Das Jüngste Gericht, Plan mit Beschrieb auf einem A4-Blatt
https://www.affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen-o-bis-z/s/sixtinische-kapelle-juengstes-gericht

Führungskader der Päpstlichen Schweizergarde (Stand Juni 2022):
https://schweizergarde.ch/paepstliche-schweizergarde/de/ueber-uns/fuehrungskader/

⇒Sämtliche Informationen über den 'Vatikan' (bestellen, bezahlen, buchen, finden, telefonieren, besuchen usf.):
https://www.vatican.va/content/vatican/de/info.html

→Buchstabe V, Vereidigung

© Werner Affentranger, Bottmingen BL
    2023