Wahlspruch der Päpstlichen Schweizergarde

in Aufbereitung

Eine Spurensuche nach dem Wahlspruch „Tapfer und treu – Acriter et fideliter“ der Päpstlichen Schweizergarde.

Inhaltverzeichnis

Einleitung

Ein Wahlspruch (auch Devise genannt) ist eine Maxime oder ein Motto, das sich eine Gruppe Gleichgesinnter, eine Person, eine Familie oder Organisation gibt, das deren Ziel und den Anspruch deutlich machen soll. Solche werden meist nicht, wie Parolen mündlich geäussert, sondern schriftlich und stammen entweder aus langen Traditionen, gemeinschaftlichen Festlegungen oder entscheidenden Ereignissen.

Heute kennt man Wahlsprüche  von Personen, modernen Nationalstaaten, von Städten, Kantonen und Ländern, von Orden, von Studentenverbindungen, von kirchlichen Würdenträgern oder sonstigen Institutionen, wie der Wahlspruch der Europäischen Union. Hier drei ausgewählte Beispiele zu Devisen:

Wahlspruch eines Schweizer Kantons:
Liberté et patrie (frz.): „Freiheit und Vaterland“. Er ist auf der  Kantonsmünze der Waadt vor 1850 zu sehen. Der Kanton führt den Wahlspruch weiter im Kantonswappen mit dem Grün der französischen Revolution:

Wahlspruch eines kirchlichen Würdenträgers:
Papstwappen von Franziskus Bergoglio mit dem Wahlspruch MISERANDO ATQUE ELIGENDO, zu deutsch: „mit Erbarmen und Erwählen“ (sah Christus ihn an). Es ist die Szene Jesu bei der Erwählung des Zöllners Matthäus zum Apostel (Mt 9,9-13).

Wahlspruch einer Person:
Virtute et fidelitate (lat.): „Tapferkeit und Treue“. Devise von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel (1720 – 1785) auf dem Blutdollar (Sterntaler). Friedrich II. war erster und einziger Landesfürst von Hessen-Kassel, der nach der Reformation zum katholischen Glauben übertrat. Die Ehefrau Maria trennte sich deswegen und nahm die drei Söhne mit.

(Wikipedia)

Der Wahlspruch der Päpstlichen Schweizergarde lautet „Tapfer und treu – Acriter et fideliter“. In diesem Aufsatz versuche ich, dieser Devise nachzugehen. Sie führt zum einen zu Soldatentugenden der Reisläuferei, zum anderen  zu Wünschen oder Bedingungen  der Kirche und zu Nachweisen in Büchern und Zeitschriften. Die Beispiele zur Klarstellung  sind nicht vollständig. Sie beginnen mit dem Jahr 1496.

1496: Die Hundertschweizer in Französischen Diensten

Hundertschweizer  im Jahre 1786 in Hofdienstuniform

Die erste Kompagnie der Hundertschweizer im französischen Söldnerdienst  bekannte sich auf ihrer Fahne mit  folgendem Inhalt: „EA EST FIDUCIA GENTIUS“ („SO IST DIE TREUE DIESES VOLKES“).

Dieser Wahlspruch ist tiefsinnig und ein kaum zu überbietendes, soldatisches Vermächtnis an die damalige Eidgenossenschaft mit der Aussage zur Treue, und zwar schon Ende des 15. Jahrhunderts. Vor und nach 1496 haben viele Schweizer Truppen in Fremden Diensten, die mit Kapitulationen  (Soldverträgen) vertraglich gebunden waren, äusserst erfolgreich in Frankreich mit „Tapferkeit, Treue und Ehre“ gedient und unbesiegbar gekämpft. Mindestens 22 Länder und Städte, wie beispielsweise Schweden oder Ägypten,  Portugal oder Österreich oder die Stadt Köln, warben um die Gunst der Schweizer. Der Kirchenstaat nahm insgesamt 31 Schweizer Truppen für deren Erweiterung unter den Soldvertrag. Sie unterstützten die weltliche Politik des Papstes.
Frankreich war das erste Land, das 1496 mit der Gardetruppe der Hundertschweizer  eine längerfristig eingerichtete Schweizer Einheit aufstellte. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden die meisten Söldnertruppen für den Zeitraum eines Konflikts beschäftigt. Die Hundertschweizer hingegen waren eine reine Hofgarde (Maison militaire du roi) und hatten Ähnlichkeiten mit der heutigen Schweizergarde im Vatikanstaat. Die zuverlässige  Hofgarde wurde 1792, also 396 Jahre nach ihrer Gründung,  aufgelöst.

21. Juni 1505: Schweizer Reisläufer nach Rom gesucht

Papst Julius II., mehr Kriegsherr als Stellvertreter Christi, sucht Schweizer Söldner

Papst Julius II. della Rovere schreibt am 21. Juni 1505 an die Tagsatzung der Eidgenossen: … „Auf Gottes Eingebung hin haben Wir die Absicht, ihren Dienst für die Bewachung Unseres Palastes einzusetzen. Wir vertrauen darauf, dass ihre Treue und Waffenerfahrung Unserem Bedürfnis entsprechen.“ 

21.06.1505: Schreiben von Julius II. an die geliebten Söhne Eidgenossen Oberalemanniens:

aus Robert Walpen: Die Päpstliche Schweizergarde, S. 6)

Julius II., neben dem Papstthron ein Kriegsherr, sucht  für seinen persönlichen Schutz treue und erfahrene Hellebardiere. Das Wort „Treue“ erscheint dabei im Werbeschreiben bereits als kirchliche Vertragsbedingung. Julius setzt mit „Treue“ und „Waffenerfahrung“ Massstäbe. Die Treue ist eine der wichtigsten Soldatentugenden, die man mit sehr gutem Söldnerlohn, so auch beim italienischen Territorialfürsten Julius II., kaufen konnte: pas l’argent, pas de Suisse. Gleich zu Beginn seines Pontifikats sah Julius II. die Notwendigkeit einer treuen und handfesten Leibgarde. Schweizer Reisläufer lernte er auf einem Feldzug nach Neapel kennen. Abenteuerlust, Beute und Sold waren wichtige Gründe für die Reisläuferei (vom mittelhochdeutschen „reise“, was Kriegszug, Feldzug bedeutet). Da der Papst aber eine reine Palastwache suchte, stiess die Werbung in der Schweiz auf zu wenig  Interesse. Der fast doppelte Lohn mit über vier Dukaten im Monat, die Bezahlung der Hin- und Rückreise  und die Weinabgabe im Quartier lockten trotzdem  nur 150 statt der vorgeschlagenen 200 Mann. Den Nein-Sagern waren wohl Abenteuerlust und  reiche Beute attraktiver als Wache schieben.

 9. Januar 1522: Oft bewährte Treue und Tapferkeit

   Hadrian VI., 1522 – 1532. Viele Spottgedichte an den Nichtitaliener

Das Konklave schloss am 9. Januar 1522 mit der Wahl von Hadrian VI., Floriszoon Adriaan, einem Niederländer aus Utrecht.  Am nächsten Tag entliessen die Kardinäle die 300 Schweizer im Trastevere (Stadtteil Roms), weil die Kasse des Heiligen Stuhles leer sei. Der rückständige Sold wurde der Mannschaft nicht korrekt ausbezahlt und ihr blieb nur übrig, entweder in die Heimat zu ziehen oder einen neuen Dienst zu suchen. Nach der Demütigung, die das Kardinalskolleg der Garde auferlegte, kam ihr eine grosse Genugtuung: Die gleichen Kardinäle hatten dem Neugewählten empfohlen, die schweizerische Leibgarde beizubehalten, wegen ihrer „oft bewährten Treue, Tapferkeit, … ihrem unerschütterlichen Glauben, ihrer Verbundenheit mit der Römischen Kirche.“
(P. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, S. 37)

Dass bereits die Kardinäle die Schweizer Söldner als  geeignete Leibgarde des Papstes  sehen, spricht für sich. Mit ihrer Empfehlung erscheint zum ersten Mal  von kirchlicher Seite (Januar 1522)  und schon 16 Jahre nach der Gründung die Nomen „Tapferkeit“  und „Treue“: Tapferkeit ist eine weitere,  wichtige Soldatentugend. Die junge Garde hatte gegenüber dem Niederländer weiter Verlässlichkeit, Loyalität mit gegenseitigem Vertrauen zu beweisen.

 6. Januar 1560: Hervorragende Treue und  Tapferkeit

    Pius IV.  Seine Leidenschaft: Errichten von Bauwerken im Kirchenstaat

Pius IV., Medici Giovanni Angelo (1559-1565), schreibt im Anschluss an seine Wahl an die katholischen Orte der Schweiz: „Niemand hätte den Stuhl Petri besteigen können, der eure Nation mehr schätzt… Den Hauptmann Unserer Leibgarde, dessen hervorragende Treue und Tapferkeit Wir schon früher schätzten, haben Wir gerne in seinem Amte bestätigt, auf eure Empfehlung hin wird er aber wie die Garde Uns noch mehr am Herzen liegen.“
(P. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, S. 88)

Mit diesem  Vertrauensbeweis legt Pius IV. dem Kommandanten Kaspar Leo von Silenen und seiner Leibgarde sehr wichtige Tugenden vor: nicht  militärische Erfolge, sondern soldatische: ungebrochene Treue, Tüchtigkeit, Durchhaltewillen,  Disziplin und Verlässlichkeit. Die Meinung,  der Führer als Vorbild könne seine Soldaten sehr stark beeinflussen, scheint sich hier zu bestätigen. Die Garde nimmt jetzt mit dem vorgelegten Wahlspruch volle Fahrt auf.

  Treuer Hauptmann Kaspar Leo von Silenen  (1559 – 1565)

Paul IV., strenggläubig und streng im Leben

In dem Schreiben, mit dem Kardinal Trani dem Bischof diese Weisungen erteilte, hob er das grosse Vertrauen hervor, das Paul IV., Gina Pietro Carafa, in Silenen setzte wegen dessen Rechtschaffenheit, Treue und langen Erfahrungen sowie wegen seiner vielen Verdienste um den Heiligen Stuhl.
(P. Krieg, Die Schweizergarde in Rom, S. 86)

Mit diesen Worten von Pius IV. steht zwar zuerst das Nomen „Rechtschaffenheit“. Das Wort „Treue“  hingegen fehlt seit 1505 als Voraussetzung für den Gardedienst  nie. Treue wird so zur unbedingten Anforderung an die Päpstliche Schweizergarde. Auch bei Hauptmann von Silenen zeigt sich  eine grosse Vertrauensbasis des Vorgesetzten. – Die Garde ist jetzt noch keine 60 Jahre alt. Aber bereits vier Päpste erwarten von ihrer Leibgarde Treue und Tapferkeit. Die beiden Wörter haben Fuss gefasst.

24. Juni 1696: Dekret erfüllt!

Am 24. Juni 1696 traf der neue Kommandant Johann Kaspar Meyer von Baldegg in Rom ein und ward schon am folgenden Tag zum Fusskuss zugelassen. Nachdem er „recte et fideliter“ („Rechtschaffenheit und Treue“), wie das Erkennungsdekret es forderte, in die Hände des Kämmerers der Heiligen Römischen Kirche den Treueid ablegte, wurde er aller Rechte und Privilegien, aller Ehren und Auszeichnungen teilhaftig.
(Leonard von Matt/Paul Krieg, 1948, Die Päpstliche Schweizergarde, S. 24)

Rechtschaffen  hat auch die Bedeutung von ehrlich, anständig und redlich. Damit soll darauf hingewiesen werden, dass das  Adjektiv „redlich“  in der heutigen Eidesformel der Garde  steht, die den zu schwörenden Gardisten vorgelesen wird. Neu ist  bei Jphann Kaspar Meyer, dass er mit einem Dekret (Verordnung mit Gesetzeskraft) und Treueeid belegt wird, dazu  der Fusskuss. Das Knien und Niederfallen zur Ehrerbietung lässt sich heute nur noch im liturgischen Gebrauch finden. Eine symbolische Form des Grusses im religiösen Bereich war  zum Beispiel noch lange Zeit beim Papst, in unserem Beispiel gar beim Kämmerer, als Ehrung an den Stellvertreter Gottes gedacht (Brauchwiki,de). Exgardisten berichten mir, dass die Mitarbeiter bei Papst Pius XII. (1939 – 1958, Pacelli) zur Audienz 3-mal niederknien „mussten“; das erste Mal beim Eingang des Raumes, das letzte Mal vor dem Papst  selber. – Bekannt ist der Fusskuss von Friedrich I. Barbarossa bei Hadrian IV. im Juni 1155 in Sutri, der eher als totale Unterwerfung zu werten ist.

1764: Farbenprächtige Fahnen der Schweizer Regimenter in Frankreich

Die Ordonnanz-Fahnen der Schweizer Söldner-Regimente, beispielsweise die von Diesbach de Belleroche und Karrer enthalten im Schweizerkreuz  die Worte: FIDELITATE ET HONORE (TREUE UND EHRE).
Im nachfolgenden Bild in der 3. Reihe vorzufinden:

Alle  Schweizer Regimenter in fremden Diensten führten Ordonnanz-Fahnen, die die Farben des Regimentsführers trugen. Da die Gerichtsbarkeit bei den Reisläufern nicht beim Kriegsherrn, sondern bei ihren eigenen Hauptleuten war, bestimmte der Kommandant über Fahne und Wahlspruch. Das weisse Kreuz auf geflammten Fahnen erinnerte die Söldner an ihre Heimat, aber auch, auf fremder Erde für eine fremde Sache zu kämpfen. Die Fahne, die dieses Zeichen trug, bedeutete für diese kriegserprobten Männer ein Stück Schweiz und stärkte zugleich  ihr Zusammengehörigkeitsgefühl  und ihren Willen, die schweizerischen Militärtugenden hochzuhalten: Treue und Ehre. Ein Wahlspruch, der die heutige französische Fremdenlegion  weiterführt (Mühlemann/Dr. Mattern).
In der Eidgenossenschaft spielten die Bannerträger eine bedeutende Rolle. Es waren Leute von hohem Rang und Ansehen, die zu den tapfersten Kriegern gehörten und – die Geschichte beweist dies abermals – die Verteidigung und Rettung des ihnen anvertrauten Banners mit Kreuz und Wahlspruch oft genug mit ihrem Leben bezahlten (Dr. G. Mattern/L. Mühlemann, Wappen und Fahnen, 1991).
Liest man im Buch „Paul Krieg, Die Schweizergarde in Rom, 1960,“ unter dem Titel „Fahnen“, sind seit dem ersten „vennly“ von 1519 stets Papst- und Kommandantenwappen, verschiedene Farben und Embleme, nie aber Wahlsprüche vorzufinden. Interessant ist, dass die heute als Standard geltende Repondfahne (1913/1914) keinen Wahlspruch enthält. In der Korrespondenz zwischen Oberst Repond und Mitgestalter, Staatsarchivar und Heraldiker Dr. Durrer, wird die Devise nie erwähnt. So erklärt sich deshalb die heutige Gardefahne von Oberst Christoph Graf ohne Buchstaben und Ziffern. Dr. E. Deyer, Heraldiker und Vexillologe, ist gegen Schriftzüge.  Die heutige Gardefahne sei ohnehin extrem überladen.

 10. August 1821: Ein Mahnmal mit Strahlkraft

Am 10. August 1821 wurde das Löwendenkmal in Luzern eingeweiht. Seine Inschrift lautet:

„Reisläufern in französischen Diensten gewidmet:

HELVETIORUM FIDEI AC VIRTUTI
Der Treue und Tapferkeit der Schweizer
DIE X AUGUSTI  II ET III SEPTEMBRIS MDCCXCII
10. August, 2. und 3. September 1792
HAEC SUNT NOMINA EORUM QUI NE SACRAMENTI FIDEM FALLERENT
Dies sind die Namen derjenigen, welche, um den Treueid nicht zu brechen
FORTISSIME PUGNANTES CECIDERUNT
mit grösster Tapferkeit kämpfend fielen (…)“

An der Gedächtniskapelle befinden sich die Inschriften: INVICTIS PAX (Den Unbesiegten Frieden), PER VITAM FORTES, SUB INIQUA MORTE FIDELES (im Leben tapfer, im ungerechten Tod treu).

Wie die gefallenen 147 Schweizergardisten vom 6. Mai 1527 die unerschütterliche Treue gegenüber dem Papst bekundet haben, machten es ihnen die Schweizer Söldner in französischen Diensten gleich. Bei der Verteidigung des Palastes von König Ludwig XVI.  im Jahre 1792 in Paris verloren von 1’000 Schweizern 760 das Leben, ebenso 200, die den König zur Nationalversammlung begleiteten. Das Denkmal mit dem sterbenden Löwen erinnert an diese Tage. Die  Wucht des schweizerischen Gewalthaufens konnte gegen den übermächtigen Pöbel nichts ausrichten. – Bestimmte Kreise reklamieren heute die Verherrlichung dieser Geschichte an.
Bestimmen zurzeit einige Gründe den Eintritt in die Päpstliche Schweizergarde, waren es bei den Reisläufern die Überbevölkerung, die Armut, die  Abenteuerlust, die Geldgier, die Familientradition oder persönliche Ausweglosigkeit. In vier Jahrhunderten sollen zwei Millionen  mit der Waffenhandhabung bestens vertraute Schweizer Draufgänger in fremde Dienste gezogen sein, die Hälfte davon nach Frankreich. Jeder Dritte ist dort umgekommen. Mit dem tapferen Kampf der Schweizer mit der absoluten Treue gegenüber den verschiedenen Vertragspartnern verdienen  unsere Vorfahren grössten Respekt.

um 1910: Löwendenkmal-Bild in der Gardekantine

Text, Bildmaterial und Fotos von Dr. Werner Bellwald, Projektleiter des Gardemuseums in Naters.

Das Löwendenkmal in der Mannschaftskantine der Schweizergarde, geschaffen  um 1910, trägt keine Signatur. Das Bild, das 2005 nach Naters kam, kann verändert worden sein. Es kann aber auch ein anderes Bild sein.

Gesellschaftsbild in der Gardemensa vor dem  Löwendenkmal-Originalbild, Repro.
Dr. Bellwald: Auf der Fotografie erblickt man am Tisch sitzend links mit einer Zeitung in der Hand, den Gardisten Alexander Murmann. Er trägt einen Schnauz, trägt ein Beret und diente  von 1895 bis 1915.  Ich meine, dass ich noch andere Kameraden Murmanns erkennen kann. So muss das Foto um 1910 erfolgt sein. Ich glaube, dass sich auf der Fotografie nur Gardisten in ihrer damaligen Kantine befinden. Die Uhr in der linken Ecke oben müsste vielen Gardisten noch bekannt sein. Sie hing bis vor wenigen Jahren im Wachtlokal St. Anna.

Gardemensa im Vatikan mit drei Bildern: (von links) Löwendenkmal, Gotthardpost (von robert Schiess) und Matterhorn (von Robert Schiess). Bild um 2005, vor der Kantinenrenovation.

Löwendenkmal-Bild in der Gardemensa im Vatikan, Aufnahme um 2005 vor der Kantinenrenovation.

Löwendenkmal-Bild im Gardemuseum Naters, Foto wb vom 09/2020, farbig. Es kam 2005 ins Gardemuseum.

Löwendenkmal-Bild im Gardemuseum Naters, schwarz/weiss, 09/2020. Foto Pietro Müller

Die  drei Bilder in der Gardemensa im Vatikan  brachten den Gardisten eine emotionale Verbindung zur Heimat. Dieser gelebte Patriotismus in der Garde  zeigt sich auch heute. 1.-August-Bundesfeiern, eidgenössische Bettage, Alphörner, Schwingerhemden und unzählige Besucher/innen aus der Schweiz bekunden beispielsweise  die Vaterlandsliebe. Das Bild des Löwendenkmals in Luzern erinnert an die Tapferkeit und Treue der Reisläufer  in Fremden Diensten. Diese bedeutende Devise,  von Päpsten in die Wege geleitet, gehört zur Geschichte der Päpstlichen Schweizergarde.

Um 1922: Bravourmarsch „Tapfer und treu“

Der vom Rumänen Samuel Sandro Dicker komponierte Marsch wurde vom Berliner Dirigenten des Berliner Harmonie-Orchesters neu arrangiert. Dieses Arrangement ist auf der nachfolgenden Adresse in einer Aufnahme vom 17. April 1929 hörbar:
https://www.youtube.com/watch?v=F9hcVR9f_Gw

Ein alter Marsch in typisch deutscher Manier (Karl Affentranger, Musiker)

6. Mai 1927: Ein zweites Mal singen

   Oberst Alois Hirschbühl mit Oberstleutnant Georg von Sury d’Aspremont

Oberst Hirschbühl (Kommandant von 1921 – 1935) erlebte die 400. Jahresfeier des Heldentodes der Schweizergarde im Sacco di Roma. In der Morgenfrühe des 6. Mai 1927 zelebrierte Pius XI. Ratti im Konsistoriumsaal des Vatikans in Gegenwart der Garde und der Offiziersfamilien die heilige Messe, wobei der Gardechor religiöse Lieder sang. Anschliessend empfing der Papst in der Sala Clementina die zur Feier erschienenen Gäste in besonderer Audienz und überreichte den gleichfalls anwesenden Gardisten die medaglia benemerenti. Im Begriff, den Saal zu verlassen, drehte sich der Papst zu Hirschbühl um und sagte, die Gardisten sollten nochmals „das Lied von der Schweizertreue“ singen. So tönte ein zweites Mal der Gardehymnus durch den Saal: „Sei Heil Dir und Leben, du hoher Priester Fuerst… Es lebe die Schweizertreue, es lebe hoch der Papst.“

Im Jahre 1927 existierte ein religiöses Gesangbüchlein für die Garde (Exemplare sind im Gardearchiv), das dem Gardechor während der oben erwähnten Messe diente.  Auf Seite 1 befindet sich das „Papstlied der Schweizergarde“, dessen Text von Gardekaplan Paul Krieg stammt.  Strophen 3 und 4 lauten:

Dir sind wir ergeben mit Herz und mit Hand. Dir halten wir die Treue, sie ist kein leerer Wahn.
Dir steh’n wir treu zur Seite nach unserer Väter Art. Es lebe die Schweizer Treue, es lebe hoch der Papst.

Der langjährige Gardekaplan Krieg nimmt in diesem Lied  Bezug auf die Treue zu Papst und Kirche. Auffallen muss, wie später in seinem grossen Buch von 1960 auch, dass er den Wahlspruch „Tapfer und treu“ oder „Tapferkeit und Treue* nicht setzt.

 20. Oktober 1927: Sprechender Stein

Im Ehrenhof der Schweizergarde befindet sich das vom Nidwaldner Bildhauer Eduard Zimmermann angefertigte Gardedenkmal zur 400-Jahr-Feier des Sacco di Roma. Es stellt in einem Hochrelief einer Brunnenanlage den Gardehauptmann Kaspar Röist dar, der stehend in Helm und Panzer und mit gesenktem Schwert dargestellt ist, zu seinen Füssen zwei verblutende Schweizergardisten. Enthüllt wurde das Denkmal am 20. Oktober 1927 unter Beisein von Papst Pius XI. (Dr. Marco Reichmuth).

(Bild aus „Die Päpstliche Schweizergarde“ von Leonhard von Matt,1948, S. 72:. Oberst Heinrich Pfyffer von Altishofen (1942 – 1957) zeichnet vor dem Ehrendenkmal Gardisten aus.

Die zwischen Relief und Brunnen angebrachte lateinische Inschrift lautet:

MILITIBUS HELVETIORUM  CUSTODIAE PALATINAE
QUI SUMMUM DEFENDENTES PONTIFICEM PRIDIE
NONAS MAIAS A MDXXVII GLORIOSE CECIDERUNT

PATRIA                                                              MEMOR

zu deutsch:
DEN SOLDATEN DER SCHWEIZER PALAST-GARDE
DIE, WÄHREND SIE DEN PAPST VERTEIDIGTEN, AM VORTAG
DER NONEN DES MAI IM JAHRE 1527  RUHMREICH GEFALLEN SIND

DAS VATERLAND                     ZU IHREM GEDENKEN

Woran erinnert dieses Denkmal? An eine unglückliche Politik.

   Klemens VII., 1523-1532, in die Römer Engelsburg gerettet.

Durch die unglückliche Politik Klemens VII. mit  Kaiser Karl V. und König Franz I. kam es 1527 zu einem „Dem-wollen-wir’s-zeigen“-Feldzug von protestantischen Landsknechten, spanischen und italienischen Söldnern mit dem Ziel, den Papst  gefangen zu nehmen und Rom zu plündern. Tausende von Soldaten des Kirchenstaates wehrten sich vergebens. Viele bezahlten es mit dem Tode wie auch Teile der schweizerische Leibgarde des Papstes, die  sich auf dem Petersplatz und im Dom  tapfer und treu wehrten und dabei gefallen sind.
Auffallend ist hier, dass das Vaterland im Ehrendenkmal den Gefallenen dankt, aber die bis zu diesem Zeitpunkt bekannten Soldatentugenden  „Tapfer und treu“ keine Beachtung schenkt. Andererseits sind die Worte „gloriose ceciderunt“ – „ruhmreich gefallen“ eine grosse Würdigung an die Reisläufer.

1933: Der Wahlspruch des katholischen Jungwachtbundes

Emblem der Jungwacht, das zum Teil noch geführt wird

Der katholische Jungwachtbund, gegründet im Jahre 1932, erhält später ein grünes Handbüchlein Im Büchlein von 1940 (älteste Dokumentation im Staatsarchiv Luzern) bekennt man sich zum Versprechen und Wahlspruch: „Tapfer und treu“. Er wird vom Schweizerischen katholischen Jungmannschaftsverband vorgegeben. Man bezieht sich auf das Löwendenkmal in Luzern  (ohne Bild) und verweist auf  die Treue und Tapferkeit der Schweizer in Französischen Diensten, die am 10. August 1792 den Königspalast in Paris gegen den Pöbel mit dem Tod oder der Gefangenschaft verteidigt haben. „Der Wahlspruch all dieser heldenmütigen Männer war „Tapfer und treu“ (Dokumentationen von alt Bundespräses Peter Rüegger). Im Büchlein von 1944 heisst es dazu: „Unser Wachdienst: Wenn ein Soldat auf die Wache kommandiert wird, dann bekommt er einen Wachtbefehl, der ihm genau angibt, was er zu bewachen hat. Ein Jungwächter hat noch strengeren Wachtdienst. Er steht immer auf der Wacht.“
Im Handbüchlein, hier von 1957, erfährt die Begründung des Wahlspruchs eine Erweiterung. Man bezieht sich auch auf den Wahlspruch der Päpstlichen Schweizergarde:

Der Jungwächter, Ausgabe 1957, S. 23)
Ab 1972 ging der Wahlspruch bei den Jungwächtern langsam verloren. Er gilt heute nicht mehr. Neu wurden Jahresthemen geschaffen, meist für zwei Jahre. Für das Jahr 2020 gilt „Feuer und Flamme“ (alt Bundesleiter Markus Kappeler). Es gibt noch wenige Gruppen und Ehemalige, die den Wahlspruch „Tapfer und Treu“ weiterführen (Valentin Beck, Bundespräses).

Öfters hört man den Hinweis, dass Jungwächter den Wahlspruch in die Schweizergarde gebracht hätten. Dies könnte  frühestens Anfang der 60er Jahre gewesen sein. Es ist möglich, dass der Autor des Jungwachtbüchleins das Löwendenkmal in der Mensa der Garde gesehen hat, das an Tapferkeit und Treue der Schweizer erinnert.  Die Kombination zum Jungwacht-Wahlspruch lag also nahe. Eintretende ehemalige Jungwächter haben die Devise der Garde eher aufgefrischt.

1939: Tapfer und treu

Im Antiquariat war bis 2014 ein antikes Büchlein  mit dem Titel „Tapfer und Treu“ zu finden. Ausgabejahr 1939, Beginn des 2. Weltkrieges.

Dieses Bekenntnisbüchlein für  Armee und  Volk mit den angesprochenen  Tugenden „Tapfer und treu“ ist der Eidesformel, die zu Beginn des Aktivdienstes 1939 abzulegen galt, entnommen worden (siehe nachstehend).  Es zeigt sich einmal mehr, dass dieser Wahlspruch bis heute im Volk verankert ist. Dies trägt höchstwahrscheinlich dazu bei, dass „Tapfer und treu“ seit jeher auch für die letzte Söldnereinheit im Vatikan gilt.

 1939,  2. Weltkrieg: Eid/Gelübde der Schweizer Soldaten

Die Schweiz kennt Eid  oder Gelübde nur zu Beginn eines Aktivdienstes

Zu Beginn des Aktivdienstes hat jeder Angehörige der Schweizer Armee den Eid/das Gelübde  abzulegen:

„Ich schwöre/gelobe, der Schweizerischen Eidgenossenschaft mit ganzer Kraft zu dienen, Recht und Freiheit des Schweizer Volkes zu verteidigen, meine Pflichten auch unter Einsatz meines Lebens zu erfüllen, der eigenen Truppe treu zu bleiben und in Kameradschaft zusammen zu halten; die Regeln des Kriegsvölkerrechts einzuhalten.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Vereidigung_(Schweiz)

Mit diesem Eid oder Gelöbnis nimmt der Schweizer Soldat/die Soldatin eine grosse Verantwortung auf sich. Eid und Gelöbnis verlangen soldatische Treue und Tapferkeit, die er/sie selbst mit dem Tode zu bezahlen hat. Die Verpflichtung, sein eigenes Leben hinzugeben, gilt auch für den päpstlichen Schweizergardisten.  So haben beispielsweise in jüngerer Zeit drei Armee- und spätere Gardeoffziere gleich 2-mal geschworen, ihr eigenes Leben hinzugeben. Das erste Mal vor dem politischen Vertreter und der Schweizerfahne zu Beginn des 2. Weltkrieges, das zweite Mal auf die Gardefahne. Es sind dies z. B.  die alt Kommandanten Robert Nünlist (Jahrgang 1911, dannzumal Kompagnie-Kommandant) und Franz Pfyffer von Altishofen (1918) wie alt Oberstleutnant Dieter von Balthasar (1913).

1939: 79. Infanterie-Division

Ihre Devise lautete „Tapfer und treu“, als Verbandszeichen führte sie das Lothringer Kreuz. Sie ging mit diesem Wahlspruch nach der Schlacht von Stalingrad unter.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lothringerkreuz

   2. Juni 1945, Vorwort in Alexander Goods Erinnerungen

Heinrich Pfyffer von Altishofen, Kommandant von 1942 bis1957, schreibt im Vorwort zu einem der Erinnerungsbücher vom beseelten Alexander Good: „… die alte Tradition der ehrenvollen Schweizersoldaten treu hochzuhalten.“

Das kurz nach Ende des 2. Weltkrieges geschriebene Vorwort erscheint vor Eintritt der ersten Jungwächter.

1948: 400-jähriges Jubiläum der Wiederherstellung der Garde

Nach dem Sacco die Roma 1527 (Plünderung Roms) musste Papst Klemens VII.  Medici (1527-1534) unter dem Zwang der Verhältnisse die Schweizergarde auflösen.

    Papst Paul III., ganz Renaissance-Mensch

Mit dem Nachfolge-Papst Paul III. Farnese (1534-1549)  kamen auch neue Zeiten und die Garde wurde wiederhergestellt (mit Kommandant Jost von Meggen, 1548-1559).
Zu diesem Anlass erschien das Buch „Die Päpstliche Schweizergarde“ von Leonhard von Matt und Paul Krieg im Jahre 1948 mit zwei Vorwörtern:

19. März 1948, Vorwort von Papst Pius XII. Pacelli:
Unsere erprobte Schweizergarde, dem Kommandanten, den Offizieren, dem Kaplan, den Unteroffizieren und Hellebardieren, die am Tage des vierhundertjährigen Bestehens ihrer Wiederherstellung dem Statthalter Christi erneut unerschütterliche Treue und freudige Hingabe geloben, erteilen wir in väterlichem Wohlwollen von ganzem Herzen den apostolischen Segen.

Im gleichen Buch: 8. April 1948: Vorwort von General Henri Guisan

General Henri Guisan, populärer Militärführer

„… Darum werde die Schweiz unter allen Umständen kämpfen, auch gegen eine Übermacht. Diese Antwort war die Schweiz den Vorfahren schuldig, von deren Treue und Tapferkeit so manches Denkmal zeugt.“

 

Papst Pius II., Inbegriff des Papsttums, ziert seine Garde mit „unerschütterlicher Treue“.  Treue  gehörte zur selbstverständlichen Grundbedingung bei jedem Kriegsherrn in Europa : Treue gegenüber dem  Vorgesetzten und tapfer einstehen für seine Kriegs- oder Verteidigungsziele. Wenn der Papst  von Treue spricht, ist wohl die soldatische wie die Treue zur Kirche gemeint.
Wenn jemand in der Neuzeit von  Treue und Tapferkeit sprechen kann, ist es der mit grossen  Fähigkeiten ausgestattete Schweizer General Henri Guisan.  In freier Rede erinnerte er eindrücklich am 25. Juli 1940 auf der Rütliwiese, ein Ereignis in der Schweizer Militärgeschichte, an diese Soldatentugenden.

6. Mai 1956: Ansprache zum 450. Gründungstag der Garde

Pius XII. Pacelli.  Als Kardinal öfters in den Ferien im ehemaligen Stella maris in Rorschach/CH

Papst Pius XII. Pacelli spricht am Vereidigungstag 1956 zur Garde:

(…) „Wo der Papst erscheint, seid auch ihr in seinem Gefolge. Es kann nicht anders sein, als dass eure gute Haltung, Gewissenhaftigkeit, Ordnungsliebe und Beherrschtheit, Freundlichkeit – dass dies alles anziehend wirkt, dass es Vertrauen und Achtung weckt. Das ‚fortiter et fideliter – tapfer und treu‘ am Löwen von Luzern gilt also auch für euch.“

Nach meinen Unterlagen bedient man sich beim Wahlspruch  zum ersten Mal der lateinischen Sprache. Pius XII. wählt für „Tapfer“, wie wir später lesen, den passiven Mut des Standhaften (Imfeld). Diese vorgelegte lateinische Devise von Pius XII. fand erst 14 Jahre später Beachtung durch Oberst Nünlist (siehe später).

959: Ein gemaltes Bild von Gardist Gérard Tomasetti

Erstmals wird der heute geltende lateinische Wahlspruch der Schweizergarde „Acriter et fideliter“ in einem heraldischen Bild festgehalten.

    +Gérard Tomasetti, in der Schweizergarde von 1956 – 1967

Als Unteroffizier der Garde war er begeistert von der Wappen- und Fahnenkunde. Mit französischen Büchern, z. B. demjenigen von B. Gaston Castello, konnte er sich dafür einarbeiten. Heraldik und die Fahnen- und Flaggenkunde wurden zu seiner Passion. Er malte für Gardeangehörge Familienwappen (zu Lire 3’000, damals ~SFr. 21.00), zeichnete das Vereidigungsdokument mit Eidesformel und Unterschrift des Kommandanten (Lire 3’000) oder das Abschiedsdokument für jeden austretenden Gardisten. Alle Dokumente sind auf Pergament. Es erstaunt nicht, wenn er 1959 ein heraldisches Bild mit der Fahne des damals aktuellen Kommandanten Nünlist malte, dazu ein Schlagschwert, eine Hellebarde, eine Partisane, einen Helm und die Staatsflaggen des Vatikanstaates und der Schweiz. Neu erschien zum ersten Mal inoffiziell der heute geltende lateinische Wahlspruch der Garde: acriter et fideliter.  Wie kam Tomasetti zu diesem lateinischen Wahlspruch? In Büchern las er „Tapfer und treu“, deutschsprachige Gardisten sprachen dasselbe, und die französischsprechenden Kameraden kannten „Honneur et fidélité“, der Wahlspruch der französischen Fremdenlegion. Der ihm bekannte französische Pater Laurent aus dem Wachdienst, damals Scriptor bei der Vatikanischen Bibliothek, riet ihm bei vier Schweizer Landessprachen eine diplomatische Lösung, nämlich die lateinische Fassung: acriter et fideliter. Diese kam im unteren Teil des Bildes zu stehen. Der Kommandant erlaubte ihm, das Bild im Korridor des Kommandos aufzuhängen. Heute findet man es im Theatersaal der Garde (Stand 07/2020).

1959: Das heraldische Bild von Gérard Tomasetti mit dem erstmals geführten lateinischen Wahlspruch „Acriter et Fideliter“:

f
Die  kopierte Gardefahne von Oberst Nünlist  zum Vergleich.

Familienwappen Bugmann 1581, für den Gardisten Werner Bugmann, Döttingen AG, von Gérard Tomasetti erstellt, dessen Kenntnisse in der Heraldik- und Fahnenkunde beachtlich waren.

Mit diesem Heraldikbild von G. Tomasetti  wurde mit grösster Wahrscheinlichkeit die heute geltende lateinische Devise in die Wege geleitet. Tomasetti musste für die Entstehung des lateinischen Wahlspruchs  immer  einstehen, weil damals fast niemand diesen neuen Wahlspruch  wahr nahm.

 1960: Buch von alt Kaplan Paul Krieg: „Die Schweizergarde in Rom“

Umfassendes Buch mit 564 Seiten über die Päpstliche Schweizergarde, verfasst von  Dr. Paul M. Krieg, der 36 Jahre lang das Amt des Gardekaplans inne hatte.

In  den Buchseiten 274 – 315 erscheint „Treue“ oder „Tapferkeit“ mehrmals. In den Buchseiten 356 – 362 und 406 – 537 liest man mehrmals „Treue“ (Werner Bugmann).

Krieg schreibt aber nie den Gesamtausdruck „Tapfer und treu“ noch schreibt er einen Abschnitt mit dem Titel „Der Wahlspruch der Schweizergarde“ noch erscheint in seinem Buch „fortiter/acriter et fideliter“.

7. November 1961: alt Bundesrat Etter

 

Philipp Etter, 25 Jahre „Ewig“-KK-Bundesrat (1934 – 1959)

Aus dem Jahresbericht 1961 der Päpstlichen Schweizergarde, Seite 13,  steht:
7. November 1961: Die schweizerische Sondermission zur Krönungs- und Geburtstagsfeier für Johannes XXIII. Roncalli, bestehend aus Herrn alt Bundesrat Dr. Ph. Etter und Frau Gemahlin sowie alt Botschafter Dr. Rezzonico statten der Päpstlichen Schweizergarde einen Besuch ab. Mit markigen Worten begrüsst Herr Dr. Etter die angetretene Freimannschaft und mahnt sie, nach der alten Devise „Tapfer und treu“ dem Heiligen Vater, der Kirche und der Heimat zu dienen.

Diesem tief verwurzelten, überzeugten Schweizer Magistraten nimmt man seine Worte gerne ab. Es ist das Jahr vor dem zweiten Vatikanischen Konzil.

15. September 1970: Dr. Robert Nünlist in einem Tagesbefehl

Oberst Robert Nünlist, Kdt. von 1957 – 1972, mit Substitut Benelli

Papst Paul VI. Montini schreibt am 14. September 1970 an den Kardinalstaatssekretär: „Daher teilen wir Ihnen, Herr Kardinal, mit, dass nach reiflicher Überlegung, wenngleich zu unserem lebhaften Bedauern, der Entschluss in uns gereift ist, die päpstlichen Formationen aufzulösen. Ausgenommen ist die jahrhundertealte Schweizergarde (ad eccezione dell’antichissima Guardia Svizzera) …“.

Am 15. September 1970, tags darauf, erlässt der Gardekommandant „Weisungen für das Verhalten in der Angelegenheit der Corpi Armati“ und teilt mit: „Die Erhaltung der Guardia Svizzera Pontificia als einziges Corps und Leibwache des Hl.Vaters darf uns mit Stolz und Genugtuung erfüllen. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass für die anderen aufgelösten Corps eine schwere Lage entstanden ist, der wir in brüderlicher Liebe begegnen müssen“. Er will „auf keinen Fall die Entscheidung des Hl. Vaters mit ihnen in negativem oder kritischem Geist diskutieren; für uns gilt unsere Devise „Fortiter et fideliter“.
(Robert Walpen, Die Päpstliche Schweizergarde, 2005, Seite 86)

Oberst Nünlist, durch und durch Soldat, bedient sich des gleichen lateinischen Wahlspruches wie Papst Pius XII. vor 14 Jahren. Diese Devise  bekommt mit dem Entscheid von Papst Paul VI., die Schweizergarde beizubehalten, besondere Bedeutung.

1904 – 1973: Emil Rames

Emil Rames, Komponist für Blasorchester, Dirigent, Pädagoge und Flötist hat dem oberösterreichischen Landesgendarmerie-Kommando den Marsch „Tapfer und treu“ gewidmet. Dieser Wahlspruch des österreichischen Gendarmeriekorps (heute Bundespolizei) war auch ein Bekenntnis zum freien Österreich.
https://gendarmeriemuseum.at/fgeschichte/gendarmeriemusik/tapfer-und-treu-emil-rameis/

Februar 1975: ein Essay von alt Kommandant Nünlist

Im Februar 1975 erscheint  ein 8-seitiger Aufsatz von Dr. Robert Nünlist mit dem Titelblatt:
Seite 3: Seit 469 Jahren legt die Garde Zeugnis ab von Schweizertreue und Zuverlässigkeit und bemüht sich auch, Ehre einzulegen für unsere Heimat und unsere Armee.

Seite 6: Dank der Treue, Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit geniesst der Schweizergardist eine einzigartige Stellung. (…) Wir geniessen aber auch die Treue des Hl. Vaters zu uns und zu den abgeschlossenen Verträgen.
(Aus „Der Schweizergardist Nr. 18, Februar 1975)

Fünf Jahre nach seinem geschichtsträchtigen Tagesbefehl bezeichnet R. Nünlist nun den Wahlspruch nach dem Heraldikbild von G. Tomasetti mit „Acriter et fideliter“. Dieses Bild muss er jeden Tag im Kommandokorridor gesehen haben. – Zu Nünlists Essay: Die zweisprachige Devise im Titelblatt wird im Aufsatz beim ehemaligen Berufsoffizier der Schweizer Armee nicht nachgeführt.  Er geht interessanterweise nicht konkret darauf ein.

1991: Auszug aus „Wappen und Fahnen der Schweiz“

Von Louis Mühlemann, überarbeitet von Dr. Günter Mattern, Liestal, beides Heraldiker und Vexillologen

Seite 17: „Die von den Schweizerregimentern in französischen, niederländischen, sardinischen und neapoletanischen Diensten geführten Ordonnanzfahnen mit durchgehenden weissem Kreuz waren auf allen Schlachtfeldern bekannt – so bekannt wie die Uniformen, insbesondere die berühmten ‚roten Röcke‘ der Schweizer im Dienst der französischen Könige. (…) Die Fahne, die dieses Zeichen trug, bedeutete für viele tapfere Soldaten ein Stück Schweiz und stärkte zugleich ihr Zusammengehörigkeitsgefühl in ihrem Willen, die schweizerischen Militärtugenden hochzuhalten: Treue und Ehre.“

6. Mai 1984:  Vereidigung der Schweizergardisten, Tagesbefehl

   Oberst Roland Buchs-Binz, 1982-1997/98, umsichtiger Erneuerer

Seine Ansprache zum Vereidigungstag:
„6. Mai – Tag der Tapferkeit. – Sie war der Grund,  warum Papst Julius II. sich eine Leibgarde aus Schweizern schuf. Sie bewog Papst Paul VI. bei seiner Kurienreform, die Schweizergarde aufrechtzuerhalten. Sie ist es, was Papst Johannes Paul II. von seinen Schweizern erwartet. Tapferkeit: ein stets begehrtes Gut! Tapfer sein in allen Bereichen des Lebens: auf körperlich-/dinglicher, auf geistig-ideeller, auf religiös-gläubiger Ebene: das ist die Eigenschaft der Schweizergardisten. Unserer Ahnenehrentitel  war die Tapferkeit bis in den Tod. Hochherziger Verzicht und tadelloser Einsatz waren die Formen unserer Vorgänger. Tapferkeit: Tapfer in der Pflichterfüllung, tapfer als Kamerad und Freund, tapfer im alltäglichen Leben eines beispielhaften Katholiken: unerschrocken-mutig zu diesen Werten stehen, das ist unsere Aufgabe. Diese erfüllen wir.  Das haben wir geschworen, alle“.
Aus dem Tagesbefehl des Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde, Oberst Roland Buchs-Binz
(Der Exgardist Nr. 37, August 1984, S. 50)

In seinen Tagesbefehlen zum 6. Mai ging Oberst Buchs auf mehrere Soldatentugenden ein, in unserem Beispiel auf die Tapferkeit. Er wählt dazu nicht die Ebene des Kampfes, sondern die zeitgemässe, was in meinen Unterlagen zum ersten Mal zu lesen ist.  Es ist kaum anzunehmen, dass die Garde je einmal mit Gewehr und Handgranate  tapfer Eindringlinge abzuwehren hat. Die Geschichte lernt etwas anderes.

1991: „Acriter et fideliter“ zum ersten Mal offiziell

Zum Ereignis „700 Jahre Eidgenossenschaft“ suchte sich der damalige Kommandant Roland Buchs-Binz zu diesem besonderen Jahr nach eigener Aussage einen Wahlspruch für die Garde.
Er hätte nicht gewusst, dass sie eigentlich mit dem Bild von G. Tomasetti schon bestehe. Die Schweizer in Fremden Diensten hätten tapfer und treu gedient. Dieser Tatsache wollte er Rechnung tragen und  mit Dankbarkeit an die Vorfahren erinnern. Da unser Land vier Sprachen spreche, sei es nahe gelegen, die Devise in Latein zu veröffentlichen. – Sie erscheint zum ersten Mal im Jahresbericht 1991 im 485. Jahr seit der Gründung der Garde. „Acriter et fidliter“ ist auf der Titelseite zu sehen, fälschlicherweise mit dem Staatswappen des Vatikanstaates statt mit dem Emblem des Heiligen Stuhles. Bis zum Jahresbericht 2005 ist dieser Wahlspruch mit dem Staatswappen auf der Umschlagseite zu sehen; die Jahresberichte 1982 bis und mit 1989 mit dem Emblem des Hl. Stuhles. Beim Jahresbericht 1988 fehlen Wahlspruch und Emblem.

1994: Dienstreglement der Schweizer Armee

Im Dienstreglement der Schweizer Armee (DR 04,1994) ist unter dem 2. Kapitel folgender Text festzuhalten:

8. Eid/Gelübde

Ich schwöre/ich gelobe:

  • der schweizerischen Eidgenossenschaft mit ganzer Kraft zu dienen;
  • Recht und Freiheit des Schweizervolkes tapfer zu verteidigen;
  • meine Pflichten auch unter Einsatz des Lebens zu erfüllen;
  • der eigenen Truppe treu zu bleiben und in Kameradschaft zusammenzuhalten:
  • die Regeln des Kriegsvölkerrechts einzuhalten

Die im Schweizer Dienstreglement zur Vereidigung/zum Gelöbnis gehörenden Wörter „taofer“ und „treu“ bekräftigen die verwurzelten Soldatentugenden im Volk.

1999: Soldaten des Papstes

„Im August 1998 trat Pius Segmüller, ein Generalstabsoffizier der Schweizer Armee mit Erfahrungen bei den UN-Friedenstruppen, die Stelle des Obersten der Päpstlichen Schweizergarde an. Aufgabe des neuen Kommandanten wird es sein, die Leibwache des Papstes so in das nächste Jahrtausend zu führen, dass sie ihren bewährten und anerkannten Dienst – getreu ihrem Wahlspruch „Fortiter et Fideliter“ („Tapfer und treu“) – noch hoffentlich lange ausüben kan“.
(aus Ulrich Nersinger, Soldaten des Papstes, 1999, Seite 35)

Der bestbekannte Theologe und Journalist Ulrich Nersinger wählt „fortiter“ für das Adverb „tapfer“. Damit zeigt sich, dass kirchliche Vertreter „fortiter“ bevorzugen. Übrigens ist Oberst Segmüller der Sprung mit der Garde ins jetzige Jahrhundert sehr gut gelungen.

2005: Bundesrat Christoph Blocher als Festredner

Sein Jubiläums-Grusswort anlässlich der Feier „500 Jahre Päpstliche Schweizer Garde“ vom Samstag, 24 September 2005 in Luzern betitelt er mit den Worten „Von Treue und Tapferkeit“. Am Schlusse seiner Festrede spricht er folgendes: „Ich habe grossen Respekt vor Ihrer Geschichte, Ihrer Aufgabe und ihrem ganz persönlichen Einsatz. Die 500-Jahr-Feier der päpstlichen Schweizer Garde ist der Ausdruck von 500 Jahren Dienen, Treue und Auftragserfüllung.“

alt Oberst und alt Bundesrat Blocher spricht zu Egardisten und erinnert sie an den Wahlspruch der Schweizergarde.

2000: „Der Wahlspruch der Schweizergarde“ von Max Imfeld (Ein Essay)

Ein Auszug

Unklare Herkunft der Devise
Woher stammt nun die Devise der Garde? Dazu wäre erst zu klären, seit wann sie geführt wird. Und hier beginnt das Problem: Wir wissen es nämlich nicht. Zwar setzen Walpen/Krieg/Stampfli, Royal, Richard, um die neueren Autoren zu nennen, das Gardemotto „acriter et fideliter“ als gegeben und altüberliefert diskussionslos voraus. Im  2007 publizierten Bildband von Meier/Kiermeier heisst es aber lapidar: „Gemäss dem Motto der Schweizergarde „Treu, redlich und ehrenhaft“. Dies aber ist ein Zitat aus der Eidesformel, genauer der Beginn der verlesenen Eidesformel, während der eidleistende Gardist auf Deutsch verkürzt schwört, „gewissenhaft und treu zu halten, was ihm soeben vorgelesen wurde“. Also „redlich und ehrenhaft“ oder „gewissenhaft und treu“? Auch schön. Nur: Nachdem am 14. September 1970 die „Corpi Armati Pontifici“ mit Ausnahme der Garde aufgehoben worden waren, wandte sich Oberst Robert Nünlist (1957 – 1972) am 15. September 1970 mit einer Weisung an die Garde und betonte, er wolle diesen Entscheid nicht diskutieren bzw. diskutiert haben, denn „Für uns gilt unsere Devise Fortiter et fideliter“. Fortiter nun heisst auch mutig, aber mehr im Sinne von stark, kräftig, „nicht unterzukriegen“ – der Mut des Soldaten in (fast) auswegloser Lage, desjenigen, der den Mut nicht verliert, und sich tapfer durchbeisst, also eher der passive Mut des Standhaften. Acriter hingegen ist der energische, aktive Mut des Vorwärtsstürmenden, des „furchtlosen Kämpfers für Recht und Gerechtigkeit“. Diese aktive Form des „furchtlosen“ Mutes hat sich gegenüber dem passiv-leidenden „tapferstandhaften“ Mut meines Erachtens nicht zu Unrecht durchgesetzt: acriter et fideliter.“
Und was sagt das Reglement? Das Regolamento hilft nicht weiter – weder in der Fassung von 1976 noch in jener von 2006. Fahne und Uniformen, Pensionen und vieles andere mehr werden gehandelt und geregelt. Zur Devise hingegen steht nichts. Immerhin ist aber die Fassung „acriter et fideliter“ nun seit gut 30 Jahren fest etabliert, und wird in Reden, Ehrungen, auch Schriftsätzen und Publikationen munter gebraucht und selbstverständlich verwendet, um den Gardisten und die ganze Garde auf die übernommene Aufgabe im Schutze des Stellvertreters Christi zu verpflichten und zu ermutigen. Richtig etabliert wäre der Wahlspruch aber erst, wenn hierüber ein Beschluss erginge: Ein Tagesbefehl des Kommandanten, besser noch aber die Verankerung im Regolamento.
(Der Schweizergardist 3/2010, lic. iur. Max Imfeld)

Max Imfelds Ansicht, „acriter et fideliter“ hätte sich zugunsten von „fortiter et fideliter“ durchgesetzt, stimmt. Das Adverb „fideliter“ für „treu“ bezeichnet richtigerweise die Treue zu Papst und Kirche. Wie in meinem  Essay zu lesen ist, war die Wahl für „tapfer“ zuerst „fortiter“. Welches Adverb steht jetzt besser in der heutigen Zeit für die Schweizergarde? Nimmt man „acriter“, staunt man ob den Erklärungen von Prof. Groebner (siehe nachstehend). „Acriter“ sei im 16. Jahrhundert  ein drohender Hinweis auf die Fähigkeit der Schweizergardisten zum rücksichtslosen Töten gewesen.

In den mir zur Verfügung stehenden Lexikons (vor allem de.pons.com) ergeben sich für „fortiter“ folgende Übersetzungen: tapfer, mutig, stark, kräftig, rüstig, unerschrocken, tatkräftig, mannisch.  In diesem Zusammenhang sei Martin Luthers Sprache erwähnt: „Pecca fortiter, sed fortius fide!“ („Sündige tapfer, aber tapferer glaube!“). Ebenso sei die Baumstele für Bischof Sproll von Rottenburg am Neckar  mit „fortiter in fede“ (Stark im Glauben“) erwähnt.

Einzig der Ausdruck „acriter videre“ (scharfe Augen haben) wäre wahrscheinlich für den heutigen Nahschutz der Garde zutreffend.

  2005: Jubiläumsbuch von Robert Walpen

Der Buchtitel lautet: „Die Päpstliche Schweizergarde“ mit dem Untertitel „Acriter et fideliter – Tapfer und treu“.

Ab Seite 215 erinnert sich ein ehemaliger Gardist (ohne Namensangabe) an seinen Gardedienst und seine Rückkehr in die Schweiz. Am Schlusse seines Berichtes schreibt er: „Acriter et fideliter! Tapfer und treu!“

Ab Seite 222 beginnt ein Gardistenporträts (Koch, Hasler, Volken).und beginnt mit folgendem Text: „Acriter et fideliter“ – „Tapfer und treu“ lautet der Wahlspruch der Schweizergarde und ist zugleich die Begründung, weshalb Schweizer seit 500 Jahren als Bewacher und Beschützer im Vatikan begehrt sind. Durch ihre Treue legen sie auch Ehre für die Heimat ein, würdigt General Guisan 1948 den Dienst der Gardisten, „die in einer von Materialismus und der geistigen Anarchie vergifteten Welt die unbedingte und uneingeschränkte Hingabe an einen höheren Gedanken verkörpern.“
Am Ende des Porträts von Major Peter Hasler steht: „Acriter et fideliter“ ist der Wahlspruch der Garde (S. 227). – Der Autor Walpen weist vorher auf den „Langzeitdiener“ Hasler hin, der beim Austritt 42 Jahre und 6 Monate der Garde angehörte.

Zum Eid meint Walpen Seite 235: „Dabei wird unterschieden zwischen dem Bekräftigungseid, zu dem der Zeugeneid gehört, und dem Versprechungseid, zu dem der Treueid zählt, mit der der Schwörende verspricht, bestimmte Pflichten zu erfüllen. Zum Treueid gehören auch der politische und militärische Eid, der auch Fahneneid genannt wird.“

Dieses sehr ausführliche Jubiläumsbuch erwähnt   im Register Seite 271: „Wahlspruch der Schweizergarde Seiten 215, 222f., 227.“ Die entsprechenden Texte sind oben aufgeführt. Walpen schreibt erstaunlicherweise sonst nichts zum Wahlspruch, obwohl er zweisprachig zum Buchtitel gehört.

2006 bis 2015: Die Zeitschrift der Aktiven und der Exgardisten

In der Zeitschrift „Der Exgardist“ bzw. „Der Schweizergardist“ schreibt der Redaktor Horst Oertle in seinem Vorwort zum Schluss jedesmal „Pax et bonum“ („Frieden und das Gute“), letzteres die Stimme des heiligen Franziskus von Assisi. Der nachfolgende Redaktor Andreas Wicky verzichtet im Editorial  auf eine  Devise.

Januar 2006: Kontroverse um „acriter“

Mail-Korrespondenz vom 21., 22. und 24. Januar 2006 zwischen Prof. Dr. Valentin Groebner, Historisches Seminar der Universität Luzern, und Dr. Marco Reichmuth, Exgardist, wegen eines Artikels in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung):
Prof. Dr. Valentin Groebner bespricht das neu erschienene Buch von Robert Walpen „Die Päpstliche Schweizergarde“ in der NZZ vom 21./22. Januar 2006, Seite 51. Daraus ergeben sich anschliessend  Meinungsverschiedenheiten:

Reichmuth: (…) Dass „acriter“ nicht (nur) „tapfer“, sondern (auch) „scharf“, „schneidend“, „wild“ oder auch „grausam“ heisse, mag man dem Autor zustimmen. (…) Nun: „Acriter“ ist bekanntlich das Adverb zum Adjektiv „acer“. Zu diesem Wort findet man schon durch blossen Bezug von „Langenscheidts Grossem Schulwörterbuch Lateinisch – Deutsch (Ausgabe 2001, Seite 31) ein Dutzend Übersetzungen, darunter eben auch „tapfer“, mehr noch, bei den Beispielen wird der „miles acer“ mit „tapferer Soldat“ übersetzt.
  Prof. Dr. V. Groebner, mit verschiedenen Lehraufträgen in der Schweiz und den USA

Groebner: (…) Ich bedaure, dass wir bei der Übersetzung des Wortes „acriter“ nicht einer Meinung sind. Ich lehre Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern und habe eine gewisse Vertrautheit mit den Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts, vor allem mit denen zur Geschichte der Eidgenossenschaft. Wenn Sie „acriter“ in den beiden grossen Wörterbüchern des Mittelalterlichen Lateins, im Du Cange und im Georges nachschlagen, dann werden Sie unter den Bedeutungen auch „mutig“ finden – aber erst an fünfter bzw. sechster Stelle. Vorher, in erster, zweiter und dritter also dominanter und meist gebrauchter Bedeutung, steht eben „scharf“, „wild“, „“schneidend“, „grausam“. Acriter war im 16. Jahrhundert kein positiver Ausdruck wie das deutsche Wort „tapfer“. Sondern ein drohender Hinweis auf die Fähigkeiten der Schweizergardisten zum rücksichtslosen Töten. Denn dafür waren die Schweizersöldner seit dem 15. Jahrhundert in Europa bekannt, und – verzeihen Sie  die Direktheit – deswegen wurden sie auch von Julius II. 1505 angeworben.

Wilde, grausame  Schweizer Reisläufer aus den Alpen? in der Schweizergarde?

Robert Walpens Buch zum Jubiläum macht diesen Sachverhalt in seinen historischen Abschnitten sehr deutlich, wenn Sie das entsprechende Kapitel nachlesen. Ich habe in meiner Besprechung  auf die Qualitäten der Publikation deutlich hingewiesen. Der historischen Bedeutung der Schweizergarde ist das nicht abträglich, im Gegenteil: abträglicher wäre es, ein einseitig geschöntes Bild der historischen Fakten zu zeichnen. Das kann aber nicht im Interesse der gegenwärtigen Schweizergarde sein.

Reichmuth: (…) Ich habe mich zwischenzeitlich mit Prof. Dr. Klaus Bartels besprochen, der auch dem NZZ nicht unbekannt ist, und mit welchem ich seit Jahren in Kontakt stehe. Er ist Altphilologe und daher mit dem Mittelalter gewiss weniger vertraut als Sie. Dennoch werde ich als Jurist nun nicht den Beweiswert der Aussage eines Mediävisten (Erforscher und Kenner des Mittelalters) gegen jene eines Altphilologen abwägen. Jedenfalls will ich ihm – zumal durch den Eintrag im besagten Wörterbuch bestätigt – gerne glauben, dass „acriter“ zwar gewiss nicht die Tapferkeit im Sinne der Kardinaltugend wiedergibt, wohl aber – und dies scheint mir im Kontext der Päpstlichen Schweizergarde relevant – im Sinne einer soldatischen Tugend.
Ich habe – mit gütiger Mithilfe von Prof. Bartels – die lateinische Gedenktafel entworfen, welche im Mai in der Schweizergarde enthüllt werden soll, und für dieses Motto „acriter et fideliter“ übernommen. Der Text ist derzeit in der Prüfung im Staatssekretariat des Heiligen Stuhles. Ich bin gespannt, ob es seitens der päpstlichen Latinisten Einwände geben wird. „Tapfer und treu“ ist ¨übrigens das Motto der Anfang des 20. Jahrhunderts gegründeten Jungwachtorganisation. Ich vermute, dass es mit Oberst Dr. Robert Nünlist (Gardekommandant 1957 – 72) den Weg nach Rom gefunden hat. Ob er es gewesen ist, der dies mit „acriter et fideliter“  übersetzt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber vielleicht wissen sie ja mehr darüber und könnten es mir freundlicherweise mitteilen. (…) (WA. Nünlists erste Übersetzung 1970, also in seinem 13. Kommandantenjahr, lautet „Fortiter et fideliter“, Erst 1975 als Altkommandant erscheint sein Aufsatz „Acriter et fideliter“. Er muss jeden Tag das 1959er-Bild von G. Tomasetti im Korridor des Kommandotraktes gesehen haben mit „Acriter et „Fideliter“.)

Groebner: (…) Vielen Dank für ihre Nachricht! Klaus Bartels ist ein hervorragender Spezialist, dessen Beiträge in der NZZ ich sehr schätze, und er hat sicher recht mit dem Hinweis auf „acriter“ als Adjektiv für soldatische Tugend. Noch interessanter für mich ist Ihr Hinweis auf das Jungwacht-Motto. Das war mir unbekannt. Damit ist natürlich ein interessantes Problem aufgeworfen. Was geschieht, wenn man im Zusammenhang mit dem Jubiläum eines historischen Ereignisses ein am Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals geprägtes Motto auf eine sehr viel ältere Institution bezieht und es – durch die Übertragung ins Lateinische – sozusagen in die fünf Jahrhunderte zurückliegende Vergangenheit zurücktransferiert? Kurze einzeilige Motti, sogenannte Devisen, kamen als Wappenzusatz im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert an westeuropäischen Adelshäusern auf und wurden im Zusammenhang mit den verschiedenen höfischen Ritterorden popularisiert, die Humanisten des 15. Jahrhunderts haben dann für sich die ersten lateinischen Devisen entworfen, gewöhnlich zusammen mit einem grafischen Emblem: Berühmt ist Leon Battistas Alberti’s Auge mit seiner lateinischen Devise. Im 16. Jahrhundert  hatten viele italienische Fürsten eine solche Devise plus Motto, aber ein Gebrauch für ganze Truppenteile ist mir unbekannt. Ihr Hinweis ist für mich deshalb sehr wertvoll; ich hatte bislang angenommen, „acriter et fideliter“ sei eine lateinische Prägung der Renaissance. Wenn die Geschichte des Motto aber nicht vom Lateinischen, sondern vom Deutschen der katholischen Jugendbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts her abgeleitet ist, sieht einiges natürlich anders aus.

Reichmuth an Bartels: Ich denke, meine These, dass die Devise „acriter et fideliter“ von der Jungweacht-Devise „Tapfer und treu“ herkommt und den Weg mit Oberst Nünlist (1957 – 1972) in die Garde gefunden hat, nur die zweitbeste ist. Viel eher erscheint mir nunmehr richtig, die Devise stamme von der Studentenverbindung A.K.V. Alemannia Fribourg (gegründet 1895), deren Devise „furchtlos und treu“ lautet. Mitglieder dieser Verbindung waren unter anderem die Gardekommandanten Heinrich Pfyffer von Altishofen (1942 – 1957), Franz Pfyffer von Altishofen (1972 – 1982) und Roland Buchs (1982 – 1998), wie auch  Kommandant Elmar Mäder. Passt „furchtlos“ nicht viel besser zu „acer“ als „tapfer“?

Bartels an Reichmuth: …, ich denke, sie haben da einen sehr guten Fund gemacht und sicher ist, dass „furchtlos“ die Sache besser trifft als „tapfer“. Aber bei solchen Sprüchen spielen ja immer auch die Alliterationen ein wenig mit … (WA: Die Alliteration ist ein Stilmittel, häufig in der Werbung bekannt. Sie besteht aus einer Wortfolge, bei der alle Wörter mit dem gleichen Anfangslaut beginnen, z. B.  „Milch macht müde Männer munter“.)

k

8. November 2006: Gedenktafel zum 500-Jahr-Jubiläum

Am 8. November 2006 hat Papst Benedikt XVI. vor der Gardekapelle die Gedenktafel zum 500-Jahr-Jubiläum der Schweizergarde gesegnet. Die Inschrift dieser Tafel, die im Ehrenhof angebracht ist, lautet:

D.O.M.
BENEDICTI PP. XVI
PONTIFICATUS ANNO PRIMO
COHORS HELVETIORUM
QUINQUE SAECULA COMMEMORAVIT
EX QUO APOSTOLICAE SEDI
STRENUE INSERVIRE COEPERAT
FIDELITAS SIMUL RENOVANS PROPOSITUM
EX CIVITATE VATICANA XI KAL FEBR. MMVI

zu deutsch:
Gott dem Besten und Grössten
Im ersten Jahr des Pontifikats
Papst Benedikt XVI.
hat die Schweizergarde
der fünf Jahrhunderte gedacht
seitdem sie dem Apostolischen Stuhl
tüchtig zu dienen begonnen hatte
zugleich den Vorsatz der Treue erneuernd
Aus dem Vatikanstaat
am 11. Tag vor den Kalenden des Februar 2006

D.O.M. = Deo Optimo Maximo: dem gnädigsten und erhabensten Gott

Der Kirche ist es wichtig,  treue Gardisten um sich zu wissen. So fällt in diesem Denkmal die wichtige Soldatentugend  „tapfer“ aus.

6. Mai 2013: Begrüssung im Morgengottesdienst am Vereidigungstag

Mehrere tausend Gottesdienstteilnehmer/innen hören im Petersdom zu

Der damalige Gardekaplan Alain de Raemy spricht in seiner Begrüssung des Gottesdienstes im Petersdom am Schluss: „Si, cari amici, con gioia, con gratitudine, con emozione, affidiamo dunque i nostri 35 giovani alla grazia  rinnovatrice, di Dio in questa Santa Eucaristia che presiede per noi Sua Eminenza, il Cardinale Tarcisio Bertone. Acriter et fideliter semper!“ Einige Exgardisten sind dieser neuen Devise gefolgt.

Für Benjamin Winter, Präsident der Sektion Zentralschweiz, bedeutet  „semper“:
– tapfer und treu auch nach der Gardezeit
– tapfer und treu als Lebensdevise, zu vergleichen mit dem „BFF“: best friends for ever
. (beste Freunde für immer)

Altabt Pater Dr. Lukas Schenker, Mariastein, meint, dieses Motto sei noch schwierig zu deuten.

Auf alle Fälle sind mit diesem Wahlspruch für Exgardisten die praktischen Soldatentugenden nicht mehr gemeint. Die Devise spricht für eine gewünschte Lebensführung.

2017: Buch von Joseph Spillmann

Im Jahre 2017 erschien das überarbeitete Taschenbuch von Joseph Spillmann, ein Schweizer Schriftsteller und Jesuit (1842 – 1905), mit dem Titel „Tapfer und treu“. Eine Geschichte über einen Schweizer Offizier der Schweizergarde während der französischen Revolution. Das Original von 1896 wurde geringfügig gekürzt. Petra Verlag.

Päpstliche Schweizergarde: Der Eid des Gardisten

Aus der Eidesformel, die der Gardekaplan vorliest, und dem anschliessenden eigentlichen Schwur auf die Fahne  ergeben sich Adjektive, die aussagen, wie sich der Gardeangehörige im und ausserhalb des Dienstes zu verhalten hat:

Kaplan: treu, redlich, ehrenhaft
Schwörender Gardist: gewissenhaft, treu

Es fällt auf, dass der Wahlspruch der Garde nur zur Hälfte im Eid vertreten ist; es  fehlt das Wort „tapfer“. Dieser Mangel sollte meines Erachtens nachgeholt werden.

22. April 2020: Mail des Garde-Kommandos

Der Wahlspruch der Garde wird in der Korrespondenz und internen Dokumenten (wie Tagesbefehl) wie folgt verwendet:

– In der deutschen Korrespondenz wird „Tapfer und treu“ verwendet; als Grussformel
oder als Abschluss des Dokumentes
– Die Korrespondenz in anderen Sprachen enthält „Acriter et fideliter“. Ein Tagesbefehl
enthält den deutschen und lateinischen Wahlspruch
– Die Devise „Acriter et fideliter semper“ gehöre den Exgardisten

Der Wahlspruch wird in der Rekrutenschule thematisiert, aber nicht während der Vorbereitung auf die Vereidigung. Er ist allen bekannt, aber im Alltag wird er kaum verwendet. (Z. St.)

August 2020:  ein Altphilologe

Hans-Ueli Gubser, Basel,  Latein-und Griechisch-Lehrer, meint zu

acriter
Hinter diesem Adverb stehen heftige Ausdrücke, die für unsere ehemaligen Reisläufer zutreffen mögen, nicht aber für Schweizergardisten. Interessant ist, dass der Grosse Georgis-Lexikon unter „acriter“ das gesuchte Adverb „tapfer“ gar nicht kennt.

fortiter
Hier sind deutsche Adverbien vorzufinden, die diese Soldatentugend „tapfer“ in ein  besseres Licht rückt. In diesem Zusammenhang muss  das Motto des Jesuiten Claudo Acquaviva erwähnt werden, das die Philosophie der Schweizergarde vermutlich sehr gut trifft: Fortiter  in re, suaviter in modo“ („Stark in der Sache, mild in der Methode“).

Der  Altphilologe meint, dass das Motto aus der Reisläuferei „Fidelitate et Honore“ („Treue und Ehre“) besser für die jetzige Schweizergarde  zutreffen könnte.

Der Wahlspruch in den Zeitschriften der Gardisten und Exgardisten

Es sind dies „Der Jahresbericht“  – „Der Exgardist“ bzw. „Der Schweizergardist“

Bei der Suche nach dem geschriebenen Wahlspruch in den Jahresberichten ab 1982 und der Zeitschrift „Der Exgardist“ bzw. „Der Schweizergardist“ ab 1984 konzentrierte ich mich vor allem auf die Kommandodokumente, die Sektionsberichte, Ansprachen und Artikel von Kommandanten, Gardisten und Exgardisten. Sie finden eine Liste, wann der Wahlspruch und die verschiedenen Motti zum ersten Mal erschienen sind:

Tapfer und treu immer
Er erscheint zum ersten Mal im Jahresbericht 1982. In sämtlichen Ansprachen zur Kranzniederlegung am 6. Mai erscheinen diese vier Wörter bei Oberst Buchs.

Acriter et fideliter
Er erscheint zum ersten Mal auf dem Bild von Gérard Tomasetti im Jahre 1959, zum ersten Mal im „Der Schweizergardist“ in der Nr. 68/März 2000  im Sektionsbericht Zürich von Stephan Vogler. Das sind  41 Jahre nach dem Erstellen des Bildes von Gérard Tomasetti im Jahre 1959 und  neun Jahre nach der offiziellen Bekanntgabe der Devise 1991 durch Oberst Buchs.

Fortiter et fideliter
In meinen Unterlagen erscheint dieser Wahlspruch für „Tapfer und treu“ an der Vereidigung vom 6.Mai 1956, redigiert durch Pius XII. Pacelli. Obert Nünlist bedient sich am 15. September 1970 in einem Tagesbefehl mit den gleichen Wörtern, ändert aber in seinem Aufsatz vom Febru

Tapfer und treu

Der deutsche Wahlspruch erscheint in Nr. 51 des Jahres 2005 zum ersten Mal allein, nicht etwa durch den Kommandanten, durch Gardisten oder Exgardisten, sondern von Abt Martin Wehrlen und Bundesrat Joseph Deiss in Anbetracht des kommenden Jubiläumsjahres 2006.

Tapfer und treu – Acriter et fideliter
Der deutsche und lateinische Wahlspruch erscheinen zum ersten Mal miteinander in der Jubiläumsschrift 2006 durch Oberst Mäder.

Einmal Gardist – immer Gardist
Der auf  geistiger Ebene zu verstehende  und von Oberst Mäder erstmals abgegebene Wunsch erscheint zum ersten Mal schriftlich in der Nr. 82/2006 vom Zürcher Sektionspräsidenten Stephan Vogler. Das Motto erscheint in der Zukunft wenig.

Acriter et fideliter semper
Das an die über 2’000 Gottesdienstteilnehmer/innen gedachte Motto spricht der Gardekaplan Alain de Raemy am 6. Mai 2013 im Morgengottesdienst im Petersdom. Es erscheint schriftlich in Nr. 2/2013 als Redaktionsbericht. Das Motto erscheint fünf Jahre später in Nr. 2/2018 durch Exgardisten für Exgardisten.

Ab 2014 in Deutsch und Latein zusammen
Die Tagesbefehle (z. B. Beförderungen) erscheinen erstmals durch Oberst Anrig gleichzeitig in Deutsch und Latein. Diese Kombination oder der Wahlspruch in Deutsch oder Latein allein fasst seit dem Kommando von Oberst Mäder beim Kommando langsam Fuss, zum ersten Mal in der Nr. 74 vom März 2003. Oberst Segmüller bedient sich, nach den eingesehenen Unterlagen,  mit dem Wahlspruch einmal.

Ab 2015 konsequente Verwendung durch das Kommando
In sämtlichen Kommandodokumenten (Korrespondenz, Befehle, Anweisungen usf.) unter dem Kommando von Oberst Graf erscheint der Wahlspruch in Deutsch an deutsche Leser. Sind die Dokumente in einer anderen Sprache verfasst, wird der Wahlspruch in Latein gehalten. Der Wahlspruch erscheint normalerweise am Schlusse des Dokumentes.

Es erscheinen in den Zeitschriften der Gardisten und Exgardisten nach wie vor Mottis wie

  • Viva la Chiesa, Viva il Papa, Viva la Guardia Svizzera Pontificia (1/2015)
  • Evviva il Papa, evviva la GSP (Prisca Vassalli TI)
  • Viva il Papa, viva la Chiesa, viva la GSP (Frowin Bachmann)
  • Lunga vita alla Guardia Svizzera (Hlb Thierry Roth GSP)
  • Par Saint Martin, vive la Garde! (Hlb Loris Follonier GSP)

Fortiter et fideliter – Tapfer und treu

Diesen Wahlspruch wählte Pius XII. an der Vereidigung von 1956 (450 Jahre Schweizergarde).

Schlussfolgerungen

Korrespondenzen Heinrich Pfyffer von Altishofen (1942 – 1957), Robert Nünlist (1957 – 1972)  und Franz Pfyffer von Altishofen (1972 – 1982) sind noch nicht enthalten.

© Werner Affentranger,
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