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Kath. Wochenzeitung Nr. 10 vom 9. März 2012:

Wer zu wem passt
Das Online-Portal für katholische Partnersuchende hat einen „Match-Test“ entwickelt, der den Übereinstimmungsgrad mit anderen Mitgliedern anzeigt – Test basiert auf jahrhundertealten und erprobten Weisheiten. kathTreff-Mitglieder bekommen durch den neuen Matchtest automatisch den Übereinstimmungsgrad mit anderen Mitgliedern angezeigt. Diese Innovation, entwickelt vom kathTreff-Team, ist in dieser Form einzigartig. Das Matching will die Partnersuche erleichtern und stellt dabei die reichen Erfahrungen, die es dazu gibt, zur Verfügung.

Mehr als 6’000 Katholikinnen und Katholiken nahmen bisher am kathTreff teil, über 300 Paare haben bereits über diesen Weg geheiratet: www.kathTreff.org

Pascalina M., Sr., Lehnert, Papsthaushälterin

Lehnert Pascalina k

Langjährige Haushälterin und Sekretärin von Papst Pius XII.
(→Deutscher Friedhof →Päpste, Pius XII.)

Sr. M. Pascalina Lehnert, Ich durfte ihm dienen, Umschlagdeckel:
Als siebentes von zwölf Kindern eines Postbeamten 1894 in Ebersberg bei München geboren, wollte Schwester Pascalina Lehnert nach ihrem Noviziat in die Mission nach Afrika gehen. Der Erste Weltkrieg verhinderte das. Im März 1918 wurde die bayrische Ordensfrau in die päpstliche Nuntiatur nach München berufen. Mehr als zwei Jahrzehnte lang hat sie dem Nuntius und Kardinalsstaatssekretär Eugenio Pacelli als Haushälterin und Sekretärin zur Seite gestanden und diente später, nach dem Konklave vom März 1939, in gleicher Stellung Papst Pius XII. während der gesamten Dauer seines Pontifikates. (…)

Wikipedia, 18.08.2012:
Madre (Mutter) Pascalina Lehnert, geb. am 25. August 1894 in Ebersberg als Josephina Lehnert, gestorben am 13. November 1983 in Wien, begraben auf dem Campo Santo Teutonico im Vatikan (WA: vor der Kirche rechts), war eine deutsche Ordensschwester, Haushälterin und Assistentin von Pius XII. Pacelli. In den Kriegsjahren und danach (1944-58) leitete Madre Pascalina das „Magazzino del Pontificia Commissione Di Assistenza“, eines international agierenden päpstlichen Hilfswerkes. In ihrer Zeit im Vatikan (1929-58) galt sie als aussergewöhnlich einflussreich. Sie war total 40 Jahre in den Diensten von Eugenio Pacelli, bildhübsch und mit allem Respekt, herrisch und eigenmächtig. Die Gardisten hatten sie militärisch zu grüssen, sagt ein ehemaliger Gardist aus.

Jugend und erste Zeit im Kloster (Zusammenfassung)

  • Sie wolle bereits mit 15 Jahren dem Franziskanerorden beitreten, da
    dieser Orden ihr als der bescheidenste erschien
  • Eintritt in den Orden der Schwestern vom heiligen Kreuz. Im
    Mutterkloster im schweizerischen Menzingen/Zug lernte sie Kochen,
    Nähen und Haushaltsführung
  • 1918: als Lehrschwester in der Nuntiatur von Eugenio Pacelli in
    München, dem sie nachher insgesamt 40 Jahre lang als Haushälterin
    und Sekretärin diente

Pacellis Haushalt: Nuntiatur und Vatikan

  • 1917: Pacelli als Nuntius in Bayern. Er bat Menzingen, ihm den
    besten Nachwuchs zu schicken
  • 1918: Eintritt von 3 Schwestern, u. a. auch Sr. Pascalina Lehnert
  • Pacelli wechselt nach Berlin mit den Schwestern zusammen. Er wird
    Doyen des diplomatischen Korps
  • 1929: Pacelli wird Kardinalstaatssekretär unter Papst Pius XI. Sr.
    Pascalina reist mit
  • 1939: Eugenio Pacelli wird zum Papst gewählt. Wohnwechsel vom 1.
    in den 3. Stock des Papst-Palastes. Mit ihm die Ordensschwestern
  • 1958: Pius XII. (Eugenio Pacelli) stirbt in Castel Gandolfo und damit
    endet der Dienst von Sr. Pascalina Lehnert
  • Von 1944 bis 1958 führt Sr. Pascalina das Päpstliche Hilfswerk. Sie
    leitete die persönliche Charite (Nächstenliebe) des Papstes und das
    Magazzino, anfangs mit 40 Mitarbeitenden. Allein an Weihnachten
    1944 wurden 12’000 Weihnachtsgeschenke an die Kinder Roms
    übergeben
  • Der Papst war dabei stets selbst involviert, er besuchte sein
    Magazzino und bat Bischöfe aus reichen oder kriegsunversehrten
    Ländern ständig um Hilfe. Viele dieser Bischöfe und Kardinäle
    suchten Madre Pascalina auch selbst auf, was wohl zu dem netten
    Spitznamen „Virgo Potens“ („starke Jungfrau“, eigentlich eine
    Anrufung aus der Lauretanischen Litanei) geführt haben mag.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • 1958 von Papst Johannes XXIII. überreicht: Verdienstkreuz Pro
    Ecclesia et Pontifice
  • 1969 erhielt sie vom deutschen Bundespräsidenten das
    Bundesverdienstkreuz
  • 1980 vom bayrischen Ministerpräsidenten den bayrischen
    Verdienstorden
  • 1981 vom Bundespräsidenten von Österreich das Goldene
    Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Tod

Madre Pascalina verstarb 1983 in Wien (89-jährig), nachdem sie an einer Feier zum 25. Todestag von Papst Pius teilgenommen hatte. Sie wurde am 18. November 1983 auf dem Campo Santo Teutonico im Vatikan beigesetzt. Mehrere Kardinäle und Bischöfe kamen zu dem Requiem, auch Kardinal Joseph Ratzinger. Er hielt 1993 die Messfeier zum zehnten Jahrestag ihres Todes. Nachdem er sie humorvoll als „mächtigste Vertreterin Bayerns“ im Vatikan tituliert hatte, verwies er auf ihre absolute Treue und Dienstbarkeit. Kardinal Ratzinger fuhr fort: „Madre Pascalina hat als Haushälterin und Sekretärin durch ihre praktische und nüchterne Art verstanden, für Pius XII. den menschlichen Lebensraum zu schaffen, den er brauchte, um seiner Aufgabe in einer schwierigen Zeit gerecht werden zu können.“

Verfilmungen

Karfreitag und Karsamstag 2011 brachte die ARD erstmals den TV-Zweiteiler „Gottes mächtige Dienerin“ nach dem gleichnamigen Buch von Martha Schad. Die Hauptrolle der Pascalina spielte Christine Neubauer. Regie führte Marcus O. Rosenmüller, das Drehbuch schrieben Henriette Piper und Gabriele Scheidt.

Am 1. November 2010 (Allerheiligen) sendete die ARD in ihrem Abendprogramm (20.15 bis 21.45, 23.15 Uhr) den zweiteiligen Spielfilm „Pius XII.“, in dem Sr. Pascalina (ebenfalls von Christine Neubauer gespielt) nur hintergründig erscheint.

Das Verhältnis zu Kardinal Tisserant Eugène:
Schad Martha, Gottes mächtige Dienerin, S. 169
(Nach dem Tod von Pius XII. ging Sr. Pascalina von Castel Gandolfo in den Vatikan)
Sie ging zur Privatwohnung von Papst Pius XII. Die Räume wirkten nun kalt und leer. Madre Pascalina hatte sich noch nie so einsam gefühlt und war schliesslich froh, als Kardinal Eugène Tisserant zusammen mit Carlo Pacelli erschien. Es gelang ihr vor lauter Aufregung nur schwer, den Schreibtisch zu öffnen und die Schublade aufzuziehen, in der das am 15. Mai 1956 verfasste Vermächtnis lag. Kardinal Tisserant entnahm das Dokument und las es. Papst Pius XII. hatte: „den Heiligen Apostolischen Stuhl, von dem ich so viel empfangen habe wie von einer hochliebenden Mutter“ zu seinem Universalerben bestimmt. Der Kardinal machte noch einen Rundgang durch die Wohnung, die er später versiegeln lassen wollte. Er teilte Schwester Pascalina mit, dass sie und ihre Mitschwestern noch einmal in das Privatappartement zurückkehren könnten, ihre Sachen ordnen und so lange bleiben, bis sie alles geregelt hätten.

S. 171: Kardinal Spellman von New York ärgerte sich über den neu gewählten Papst Johannes XXIII. Roncalli. Er empfand es als entwürdigend, dass es des neuen Papstes erste Tat war, Schwester Pascalina aus dem Vatikan auszuweisen. Sie musste angeblich innerhalb von ein paar Stunden ihre Habseligkeiten zusammenpacken. – Dagegen steht ihre eigene Schilderung ihres Abschieds aus dem Vatikan. Zudem ist es nicht üblich, dass der neu gewählte Papst das persönliche Personal seines Vorgängers übernimmt – und schon gar nicht eine Frau mit einer solchen Sonderstellung im Vatikan. Als Schwester Pascalina den Vatikan verliess, sei es allerdings zu einer hitzigen Auseinandersetzung mit ihrem Widersacher Eugène Tisserant, Dekan des Kardinalskollegiums, gekommen (174, S. 237: Pascalina sei damals angeblich zu weit gegangen: es sei ihr die Hand ausgerutscht. Siehe dazu: Cooney, The American Pope, S. 262). Dass Schwester Pascalina sehr impulsiv sein konnte, das ist durchaus zu hören. Sie selbst erzählte viele, viele Jahre später, dass Eugène Tisserant auf dem Sterbebett nach ihr hat rufen lassen. Die Begegnung kam aber dann doch nicht zustanden.

Hans Küng, Erkämpfte Freiheit, S. 231: Pius XII. – der grösste Papst des Jahrhunderts? Jetzt wagen manche Journalisten über den Autokraten Pacelli, seinen Triumphalismus, Dogmatismus und Nepotismus, das zu schreiben, was sie vorher ängstlich verschwiegen haben. Ja, des Papstes geld- und ruhmgieriger Leibarzt (ein Augenarzt!) „Dr. Riccardo Galeazzi-Lisi (sein Name prangte auf unseren Weg zur Gregoriana jeden Tag in grossen Lettern werbend an der Piazza Barberini!) verkauft in schamloser Weise den Medien die von ihm höchst diskret aufgenommen Fotos des verstorbenen Papstes. Dazu auch sein wenig appetitliches Tagebuch über Pacellis Agonie (Todeskampf), und schliesslich in einer Pressekonferenz die technischen Details der Einbalsamierung. Da diese misslang, muss nachts in der Peterskirche – man berichtet von einer gespenstischen Szene auf dem riesigen Katafalk (schwarz verhängtes Gerüst für den Sarg) unter der Kuppel Michelangelos – „korrigiert“ werden. Man fühlt sich an Innozenz III. (1198-1216), angeblich „grösster Papst des Mittelalters“, erinnert, den man nach seinem Tod, von allen verlassen und völlig nackt, weil von den eigenen Dienern ausgeraubt, in der Kathedrale zu Perugia fand. Dass Pius‘ XII. mächtige Vertraute, Madre Pasqualina Lehnert, nach seinem Tod vom Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Tisserant, sofort barsch aus dem Palast gewiesen wurde, passt zu dieser makabren Szene … (> Konservierung)

Lehnert Sr. M. Pascalina, Ich durfte ihm dienen, S. 193: (Nach dem Tod Pius‘ XII. ging Sr. Pascalina von Castel Gandolfo in das Papstappartement im Vatikan, um nach dem Testament zu suchen.) Ich öffnete die Tür zu den so wohlbekannten Räumen, die unser Heiliger Vater fast 200 Jahre beseelt hatte. Die so vertrauten lieben Zimmer schienen mir kalt und tot, und ich war froh, als Kardinal Tisserant mit Carlo Pacelli kam. Mit zitternder Hand öffnete ich die Schublade des Schreibtisches, und Eminenz entnahm ihm das gesuchte Schriftstück. Er las es und dann nahm er es zu sich. Er machte einen Rundgang durch die ganze Wohnung und sagte, er werde etwas später wiederkommen und alles versiegeln. Er erlaubte uns Schwestern, wenn wir in Castel alles geordnet hätten, ins Privatappartement zurückzukehren, unsere eigenen Sachen zu ordnen und so lange zu bleiben, bis wir alles geregelt hätten. Wenn wir irgendeiner Schwierigkeit begegnen sollten, dürften wir nur zu ihm kommen und uns auf ihn berufen. Immer werden wir uns dieser grossen Freundlichkeit und Güte dankbar erinnern.
→Ein Foto von Galeazzi-Lisi ist in diesem Buch von Sr. Pascalina Seite 129 zu finden.

Passetto di Borgo, Rom (Geheimgang zur Engelsburg)

→Geheimgang

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Der Geheimgang rechts (Passetto), von dem lange Zeit niemand wusste, dass man ihn vom Papstpalast bis zur Engelsburg begehen konnte. Hinten der Papstpalast.

Passetto

Der Geheimgang schlängelt sich vom Papstpalast Richtung Engelsburg. Nach den Kolonnaden links der Palazzo Paolo, in dem sich Ministerien (Dikasterien) des Heiligen Stuhles befinden. Er steht auf vatikanischem Hoheitsgebiet.

Patriarchalbasiliken

→Papstbasiliken →Peterskirche

Patrimonium Petri

→Konstantinische Schenkung 4. Jh. →Pippinische Schenkung 8. Jh.
→Römische Frage 19./20. Jh. →Kirchenstaat, seine Geschichte (Folie)

(„Patrimonium“ lateinisch übersetzt: römisches Recht: der väterliche Erbteil)

„Erbe des Apostels Petrus“; der älteste Teil des Kirchenstaates. Durch Schenkungen wuchs der Grundbesitz der römischen Kirche an. Der Bischof von Rom war im 6. Jahrhundert der grösste Grundbesitzer in Italien.

Paulus, Apostel

„Civis romanus sum“

Wörtlich: „Ich bin ein römischer Bürger“. Damit wollte man sagen, dass man keiner fremden Gerichtsbarkeit unterstehe, dass man von Fremdstaaten nicht zur Verantwortung gezogen werden dürfe. Das Wort ist ein Zitat nach Cicero und wurde laut Apostelgeschichte (22, 28) auch von Paulus gebraucht. Nach „Alfred Sellner, Latein im Alltag“, S. 26. Paulus wurde in Tarsus, einer Stadt in Zilizien/Kleinasien geboren. →Petrusgrab

Pellegrino, San (Kapelle im Vatikan)

Kapelle an der Via San Pellegrino, Vatikan-Eingang S. Anna
L’Ossevatore Romano deutsch, Nr. 14 vom 8. April 2011:

Geschichte in Kürze

Errichtung: Pontifikat Leo III. (795-816). Die Kapelle war einst verbunden
mit einem Hospiz

Hochmittelalter: Kapelle und Nebengebäude und kleiner Friedhof gehen in
den Besitz des „Capitolo Vaticano“. Kirche und Hospiz dienen weiterhin
den Rompilgern

1653: auf Wunsch von Kommandant Johann Pfyffer von Altishofen geht die
Benutzung der Kapelle, des Friedhofs und des Hauses an die Päpstliche
Schweizergarde über

1658: Kapelle geht offiziell durch Alexander VII. an die Garde. Sie ist aber
immer noch im Besitz des Domkapitels von St. Peter: Miete: 20 Scudi
je Jahr

Über 300 Jahre, bis 1977, dient der Sakralbau der Schweizergarde

Der Friedhof allerdings dient nur bis 1870 als Grablege der Garde. Ab dann
ist der Friedhof italienisches Territorium. Das Königreich verbietet
Bestattungen

Ende des 19. Jahrhunderts: die Kirche verfällt. Grundwasser sickert ein

1912/13: umfangreiche Spendensammlung in der Schweiz. Die Kapelle kann
gründlich renoviert werden: Wand über der Apsis: 4 wichtige Päpste der
Garde sind gemalt. Ebenfalls an der Eingangswand gemalt: Wappen der
Gardekommandanten von Kaspar von Silenen bis zum 29. Kommandant,
Franz Pfyffer von Altishofen

Oktober 1915: der Bischof von Chur weiht die renovierte Kapelle ein

1945: Robert Schiess, Gardist, malt Schutzpatron Niklaus von Flüe

Ab 1930: auch das Gendarmeriekorps hält zeitweise die Messe hier

1977: Mieterwechsel. Paul VI. übergibt San Pellegrino der Gendarmerie.
Die Schweizer dürfen aber je Monat und an Allerseelen Messe lesen

1977: Gendarmerie restauriert die Kapelle. Sie dient auch dem Feuerwehr-
korps. Der Altar wird nach vorne gerückt. Ein altes Altarbild in der Apsis
muss entfernt werden. Erzengel Michael (Patron der Gendarmerie) als
Ikone aus Rumänien hängt rechts in der Apsis. Auch 2 Schutzheilige der
Feuerwehr hängen neu. Zum Kirchenschmuck: bunte Glasfenster des
ungarischen Künstlers G. Hajnal, ein Geschenk von Paul VI., werden
erstellt

Kirchenschiff: 15 m lang, 7 m breit, 6 m hoch: vielseitige Dekorationen.
Kassettendecke als Erbschaft der Garde.
Kapelle ist nur vormittags geöffnet. Bänke im Innenraum werden ab 2010
ersetzt. Sie sind in kräftigem Rot und gepolstert.

Erzbischof Robert Zollitsch. Freiburg i. Br., hat mit seinen engen Mitarbeitern
hier schon mehrfach die Messe gefeiert.

Im Buch von Paul M. Krieg, „San Pellegrino, die schweizerische Nationalkirche“ erhält diese Kapelle eine neue Bezeichnung: „Schweizerische Nationalkirche“. Zu erwähnen ist, dass weder im obigen Artikel, in einem Nachschlagwerk oder einem Vatikanführer, in Wikipedia noch von vatikanischen Stellen diese Bezeichnung erwähnt wird (Paul M. Krieg, San Pellegrino, die schweizerische Nationalkirche in Rom, 1974, NZN Buchverlag, Zürich). Die Bezeichnung  muss von Krieg in die Welt gesetzt worden sein.

Pensionen und Hotels des Vatikan

⇒unter dem Buchstaben E, separates Register „Exterritoriale Gebiete Vatikanstaat und
Heiliger Stuhl“ oder
⇒Ospitalità (unter Buchstabe O, separates Register)

Pensionen-/Rentenauszahlungen im Vatikan

Die Schweizergarde hat ein spezielles Pensions-Reglement. Ab dem ersten Lohn wird ein Pensionsteil abgezogen. Die erste Pensionsauszahlung erfolgt nach 15 Jahren Dienst, z. B. für den Korporal: CHF 1’500.00/Monat. Die letzte erfolgt nach 25 Jahren bei Uof/Of. Der Wachtmeister erhält dann CHF 3’800.00/Monat, der Kommandant rund CHF 5’000.00 (alle Zahlen Stand 2009). – Jeden Monat sollte der Pensionär mit dem Formular „Amministrazione del Patrimonio della Sede Apostolica“ (APSA) zum eigenen Pfarrer zur Unterschrift, um bestätigen zu lassen, dass er in seiner Pfarrei lebt und ihr angehört. Nachher geht das Formular zzt. an den Kassier der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten. Ist ein Pensionär geschieden und verheiratet sich neu, geht die Witwenrente an die erste Frau. Hat aber die erste Frau die Hauptschuld, erhält die zweite Frau die Rente. Vom Vatikanlohn werden nur Rente und Krankenkasse abgezogen. Offiziere werden immer für weitere 5 Dienstjahre ernannt.

Eine katholische Ehe kann nicht geschieden, aber annulliert werden. →Eheannullierung

OR vom 28.08.2009:
Der Vatikan setzt ab 2010 das Pensionsalter für Laienangestellte – für Männer und Frauen gleicherweise – von 65 auf 67 Jahre hinauf. Wer nach dem 1. Januar 2010 im Vatikanstaat eine Stelle antritt, muss zwei Jahre länger arbeiten. Der Vatikan habe bei der Pensionsfrage stets Frauen und Männer gleichbehandelt, betonte der Direktor des Vatikanischen Arbeitsbüros (ULSA), Massimo Bufacchi, in einem Interview. Auch zähle der Vatikan Männern und Frauen für gleiche Arbeit gleichen Lohn oder gleiches Gehalt.

OR vom 6. April 2009
Neue Regelung der Pensionen ab 1. Januar 2010 im Vatikan

  • Neues Rentenalter für Laien-Mitarbeiter von 65 auf 67 Jahre hinaufgesetzt, wenn 30 Jahre in die Rentenkasse einbezahlt
  • Neues Rentenalter für Geistliche und Ordensleute: von 70 auf 72 Jahre
  • Frauen: von 60 auf 62 Jahre hinaufgesetzt
  • Beschäftigte, die in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen, können Übergangslösungen in Anspruch nehmen.

Diese Regelungen gelten für Arbeitsverträge, die ab 01.01.2010 abgeschlossen werden.

Siehe →Eheannullierungen. →Angestellte 2006 →Nationalfeiertag (Arbeitspensen)
Auch unter „Arbeit, Arbeitszeiten im Vatikan“

OR Nr. 9 vom 27.02.2015, S. 4

Die Pensionen für die Mitarbeiter des Vatikans sind nach dessen Angaben sicher. Das Vermögen des vatikanischen Rentenfonds beträgt laut einer Mitteilung des zuständigen Verwaltungsrates rund 477,7 Millionen Euro. Bis Ende 2015 soll diese Summe auf mehr als eine halbe Million Euro anwachsen. Allein in den vergangenen 6 Jahren sei die jährliche Zuwachssumme von rund 23,6 Millionen auf fast 27 Millionen Euro gestiegen, hiess es in der Erklärung.

Pensionsfonds des Vatikans

(Fondo Pensioni)

Im Vatikan ist der 1992 geschaffene Pensionsfonds wirksam. Als eine ebenfalls den Verwaltungen des Heiligen Stuhles und des Vatikanstaates unabhängige Anstalt sorgt er für die Ausrichtung der Renten an die Angestellten im Ruhestand. Pensionsauszahlungen an Angestellte: CHF 24 Millionen Jahr/2 Millionen im Monat (Stand 2009).

OR Nr. 29 vom 18. Juli 2014, S. 3
Vatikan überprüft seinen Pensionsfonds

Der Vatikan untersucht den Zustand des Pensionsfonds für seine Mitarbeiter. Zu dem Zweck gründete der vatikanische Wirtschaftsrat eine Prüfkommission, wie der Leiter des Wirtschaftssekretariates (siehe dort), Kardinal George Pell, mitteilte. Dem Gremium gehört u. a. der österreichische Unternehmensberater und Versicherungsexperte Bernhard Kotanko an. Hinzu kommen 3 weitere Mitglieder im Laienstand. Geleitet wird die Kommission von dem Kirchenrechtler und Kleriker Brian Ferme. Die Pensionen der Angestellten „für diese und die nächste Generation“ seien sicher, versicherte Kardinal Pell. Der Fonds müsse aber auch darüber hinaus tragfähig bleiben.

OR Nr. 23 vom 5. Juni 2015, S. 3
Der Papst setzt bei Pensionsfonds auf Experten

Papst Franziskus setzt im vatikanischen Rentensystem stärker auf externe Experten. Das geht aus einem Erlass des Papstes mit den neuen Statuten des Pensionsfonds hervor. Künftig wird Franziskus den Präsidenten des Pensionsfonds aus einer Liste mit 3 Kandidaten für 5 Jahre ins Amt berufen; bisher hatte diesen Posten automatisch der jeweilige Präsident der vatikanischen Güterverwaltung APSA (siehe dort) inne. Die Kandidatenliste stellt der Leiter des vatikanischen Wirtschaftsrates auf, derzeit ist dies der deutsche Kardinal Reinhard Marx. Die Kandidaten müssen keine Kleriker sein. Darüber hinaus müssen dem zehnköpfigen Verwaltungsrat künftig 4 ausgewiesene Fonds- und Versicherungsexperten aus verschiedenen Ländern angehören. Die Kontrolle des Pensionsfonds übernehmen der Wirtschaftsrat, das Wirtschaftssekretariat sowie der Generalrevisor. Für die Vatikanmitarbeiter selbst, die Laien also, ändert sich mit den neuen Statuten praktisch nichts. Männer wie Frauen gehen weiter mit 65 in Rente. (WA: siehe aber vorgängig OR vom 6. April 2009)

Peterskirche (Petersdom mit Kuppel)

Masse (Wikipedia): Fläche 15’160 m2, grösste Länge 211,5 m, grösste Breite 138 m (Querschiff), Höhe bis Decke 45 m, Höhe Laterne Kuppel 132,5 m, Höhe Kreuz Kuppel 141,5 m.
Inneres: 186,36 m lang, 45 Altäre, 229 Marmorsäulen, 533 Travertinsäulen, 16 Broncesäulen (total 778 Säulen), 395 Statuen, 135 Mosaikbilder. Platz für 60’000 Personen.
Grösste und schönste Kirche der Welt.

Aufbau der Kuppel: Laterne – Kuppel – Tambour. Vom Dach des Domes bis zum Tambour auf 132,5 m Höhe sollen es 551 Stufen sein. Die Kuppel besteht aus 2 Schalen: einer inneren und einer äusseren. Der Aufstieg geschieht zwischen diesen zwei Schalen. Die äussere ist mit Bleiplatten verkleidet. Sie schützt die innere Mauer vor Sonne, Wind und Wetter, damit die Mosaiken im Innern der Kuppel keinen Schaden nehmen.

Zweitgrösste Kirche: St. Paul’s Cathedral in London, 158,10 m Länge. Drittgrösste Kirche: Florentina Metropolitana, 140,28 m Länge. Es folgen weitere Kirchenlängen, die im Mittelgang des Petersdomes auf dem Boden eingezeichnet sind.

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OR vom 13.08.2010 Nr. 32/33
Virtueller Rundgang durch den Petersdom

Der Petersdom ist jetzt auch vom heimischen Computer aus zu besichtigen: Auf der vatikanischen Website www.vatican.va leitet ein Link zu einer virtuellen Tour durch das grösste Gotteshaus der Christenheit. Um den Eindruck einer freien Bewegung im Raum zu ermöglichen, wurden Tausende hochauflösender Fotografien zu einem dreidimensionalen Panoramabild zusammengefügt.

Mit der Umsetzung des Projekts waren Studierende der „Villanova University“ im US-amerikanischen Pennsylvania über zwei Jahre lang beschäftigt.

OR Nr. 35 vom 03.09.2010:
Der Petersdom ist laut einer internationalen Erhebung das beliebteste Gratis-Touristenziel in Europa. In der Liste sind auch das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau, der sizilianische Vulkan Ätna, die Ausgrabungen von Ostia antica bei Rom und der Canale Grande in Venedig aufgeführt. Der römische Vizebürgermeister Marco Cutrufo sieht im Spitzenplatz für Sankt Peter eine weitere Bestätigung für Rom. Zugleich verweist er darauf, dass sich von den jährlich rund 12 Millionen Besuchern der italienischen Metropole etwa 97 % ausschliesslich in der Innenstadt aufhielten.

Eine kürzliche Bestandesaufnahme im Petersdom übrigens ergab dort ein Bestiarium von 67 verschiedenen Tierarten, wenn auch allesamt aus Stein gehauen, vom Schwein des heiligen Antonius des Grossen bis zum Einhorn der Reinheit und den Bienen der Barberini.
→ Tiere

Die Pflanzenwelt zeigt sich in der Ausschmückung der klassischen architektonischen Strukturen sowie in den Bildern, die die Stuckarbeiten und die Mosaiken der Altarbilder charakterisieren.

Der Baldachin unter der Kuppel ist aus Bronze, der Bernini schuf. Er verwendete für dieses Werk die bronzene Deckenverkleidung der Vorhalle des Pantheon in Rom. Bernini liess sie auf Geheiss des Papstes entfernen (aus Barberinis wurden Barbaren) und schuf eine festliche „Pergola“ im Dom. Sie ist 28 m hoch (7-stöckiges Haus) und das grösste Broncemonument der Welt mit 4 wuchtigen, gedrehten Säulen, dessen Gewicht zusammen 3,7 Tonnen schwer ist. Bernini baute 9 Jahre lang daran, von 1624 bis 1633 (Einweihung der Peterskirche am 18.11.1626, die Kirche war damals noch lange nicht fertig erbaut.).

OR Nr. 24 vom 17. Juni 2011:
Studie zur Struktur und Statik der Petersdomkuppel (Tambour, Kuppel, Laterne)

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Mosaikwunder im Innern der Kuppel (Worte klingen über die Mosaiksteinchen)

Wichtige neue Details entdeckt:
Im vergangenen Jahrhundert wurden dank der unermüdlichen Forschung der Archäologin Margherita Guarducci genau unter dem Papstaltar die Überreste des hl. Petrus wiedergefunden. Jetzt, 60 Jahre nach jener sensationellen Entdeckung, sind es wiederum zwei Wissenschaftlerinnen, die uns wichtige Neuigkeiten präsentieren. Die jüngsten Untersuchungen nämlich, die Marta Carusi und Barbara Baldrati im Historischen Archiv der Dombauhütte von St. Peter vornahmen, enthüllen uns nicht nur die beim Bau der grossen Kirchenkuppel benützten Materialien und Techniken, sondern sie informieren uns auch über den „Gesundheitszustand“ der Kuppel (Zusammenfassung WA):

  1. Kuppel von Michelangelo entworfen und von Giacomo Della Porta (1532-1602) fertiggestellt.
  2. Della Porta bringt seiner Einbildung folgend, ein System zur Strukturverstärkung zustande, das dem modernen Stahlbeton sehr ähnelt. Er ändert die Pläne Michelangelos
  3. Della Porta wird klar, dass auf der Höhe des Tambours ein starker Druck nach aussen erzeugt wird, und somit die ganze Struktur gefährdet hätte. Er erhöht die vertikale Struktur der Kalotte (Kuppel) um 7 m. Damit wird die ganze Struktur nach unten verlagert und somit ist die Statik gesichert.
  4. Beim Tod Michelangelos ist der Bau der Kuppel nur auf der Höhe des Tambours angelangt. Paul IV. überträgt an Vignola. Dieser arbeitet bis zu seinem Tod im Innern der kleineren Kuppeln.
  5. Della Porta, unterstützt von Domenico Fontana (Melide), erhalten den Auftrag zur Vollendung der Kuppel von Sixtus V. Vertrag vom 19.01.1587. Er gibt ihnen 10 Jahre Zeit. Sie schaffen es aber in 22 Monaten mit 800 Arbeitern, die Tag und Nacht im Einsatz sind.
  6. Della Porta widmet sich jeden Tag der nervenaufreibenden Arbeit. In den ersten 18 Monaten schafft er für die Arbeiter Zeichnungen im Massstab 1 : 1, und zwar auf dem Fussboden der Basilika St. Paul vor den Mauern.
  7. Im Juli/August 1588 beginnt Della Porta mit der Kuppel: wobei er sehr gutes Material benützt. Er verwendet für die Herstellung der Ziegelsteine 2 Brennöfen, die dort standen, wo sich heute das Beet mit dem Papstwappen befindet. Travertin aus den Steinbrüchen von Tivoli und Fiano Romano. Holz aus den Wäldern von Camaldoli (elastisches Kastanienholz für die Gerüste und die Geräte, mit denen man besonders schweres Material in die Höhe hievt. Ganz zu schweigen von den durch Dampfeinwirkung gebogenen Balken, die man für das Rippengefüge der äusseren Kuppel verwendet).
  8. 8. August 1589: wenige Tage vor dem Tod von Sixtus V. werden auch die 36 Säulen aufgestellt.
  9. 1593 werden unter Clemens VIII. die Laterne und die äussere Bleiverkleidung abgeschlossen. Auch die grosse Kugel aus vergoldeter Bronze an der Spitze der Laterne. Mit Kreuz von Sebastiano Torrigiani.
  10. Clemens widmet das abgeschlossene Werk nicht nur Petrus, sondern seinem Vorgänger. In der Laterne steht: S. PETRI GLORIAE SIXTUS PP MDXC  PONTIF V.

Die Travertinplatten wurden mit flüssigem Blei untereinander verbunden. Die gesamte Struktur wird von 7 grossen Eisenringen zusammengehalten, von denen 2 um die Laterne gespannt sind. In struktureller Hinsicht ist die Domkuppel mit vielen Metall-Teilen „bewehrt“, die dazu dienen, die Festigkeit des Mauerwerkes zu erhöhen und den Zusammenhalt der Blöcke zu sichern. Die in verschiedenen Höhen angebrachten Eisenketten sichern sowohl den Zusammenhalt des untersten Teils der Kuppel, der unter grösserem Druck steht, als auch den des obersten Teils, auf dem das Gewicht der massiven Laterne ruht (Libri del Fattore, Bücher des Verwalters, Archiv Dombauhütte).

Metallstruktur: 7 Ringe, 64 Anker zwischen den Kugelschalen, 32 Ketten in der inneren Kugelschale, 16 Ketten in den Gewölberippen, 16 Riegel im unteren Bereich des Scheitelringes. Im Mauerwerk verborgen, sind diese Materialien nicht mehr sichtbar. Im Archiv der Dombauhütte ist das Gutachten von Mattia de’ Rossi über die 1680 in der Kuppel festgestellten Mängel. Zugleich 26 fotografische Darstellungen aus dem Jahr 1857, auf denen die Strebepfeiler des Tambours vor ihrer teilweisen Zerstörung und ihrem Wiederaufbau zu sehen sind. Die Kuppel hat sich im Laufe der Jahrhunderte verschoben. Die eingangs erwähnten 2 Damen konnten eventuell Schwachpunkte der Struktur ausmachen und die Stabilität bei einem nachhaltigen Erdstoss ermitteln. Die Kuppel war dem Erdbeben von 1703 ausgesetzt.

Frauen auf der Baustelle des Petersdomes:
Viele Frauen waren, selbst wenn sie in der täglichen Anwesenheitsliste fehlen, auf der Baustelle der Dombauhütte. Sie erledigten Arbeiten, für die man keine spezifischen technischen Kompetenzen brauchte. Zumeist waren es Witwen von Arbeitern. Sie ersetzten ihre Ehemänner, um den in den Verträgen vorgesehenen Bussgeldern zu „entgehen“. Die Witwe von Giacomo Carone etwa, eine gewisse Antonina de Pozzo, wird von 1548 bis 1550 in der langen Liste der Travertin-Transporteure genannt. Madonna Pacifica de Coscharis transportierte Travertin aus Tivoli.

Eine gewisse Marta dagegen, seit 1565 Witwe des Fuhrmanns Ponzino, transportierte mit den Wagen ihres Mannes Travertinblöcke, die sie am Hafen von Castello oder nahe dem Kolosseum auflud, um sie dann – für 2 Carlini (damalige Geldeinheit) pro Fuhre – der Dombauhütte abzuliefern. Ein Sonderfall ist Madonna Perna, „Lavandara di N.S.“ (Wäscherin des Heiligen Vaters), die 1542 ihre 6 Maultiere dem Meister Lorenzo vermietete, um für 15 Bajocci pro Tag die notwendige Erde zu transportieren, die man zur Anlage eines Zufahrtsweges hinter der Basilika brauchte.

Das ganze 16. Jahrhundert hindurch sind Frauen, ausser beim Materialtransport, auch in der Arbeiterschaft präsent, und zwar ohne Lohnunterschiede zu den Männern. Frauen aus dem einfachen Volk. Aber auch einige Edeldamen unterhielten wirtschaftliche Beziehungen zur „Reverenda Fabbrica“ (der Dombauhütte), etwa Francesca Farnese und die Gräfin von Anguillara. Erstere lieferte vom 28. August bis zum 8. September 1546 Holz aus den Wäldern ihres Besitzes. Die Zweitgenannte, die sich zum zügigen Fällen ihrer Tannen in Cerveteri verpflichtet hatte, wird am 7. Mai 1549 zu beschleunigter Ablieferung an die Baustelle aufgefordert.

Die Kuppel der Peterskirche ist eine 2-schalig ausgeführte Rippenkonstruktion. Mit der oben aufgesetzten Laterne erreicht sie die beachtliche Höhe von 137,7 m.

GEOEPOCHE Nr. 10, Kurzfassung Petersdom, S. 175:
Seine wechselvolle Baugeschichte ist dem Dom bis heute anzusehen. Apsis und Seitenarme lassen noch den ursprünglichen Zentralbau erkennen, den Michelangelo aus Bramantes Bauruine errichten liess. Er hatte die Form eines griechischen Kreuzes mit vier gleich langen Balken.

Über die Mitte dieses Kreuzes erhebt sich Michelangelos 135 m hohe, von Guglielmo della Porta vollendete Kuppel. 1608 ergänzte Maderno den Zentralbau um ein 3-schiffiges Langhaus. Er fügte auch das 114 m breite monumentale Atrium an.

Die Gestaltung des Innenraumes geht massgeblich auf Bernini zurück. Von ihm stammt etwa der Bronzebaldachin über dem Papstaltar, der mit 29 m die Höhe des Obelisken auf dem Petersplatz übertrifft. Der Obelisk auf dem Petersplatz, um 4 m nicht im Platz-Mittelpunkt, ist 25,80 m hoch.

OR Nr. 52 vom 19. Dezember 2014, S. 3
Die Kuppel des Petersdomes soll nachts künftig in einem wärmeren Licht erstrahlen. Wie die Dombauhütte von St. Peter mitteilte, würden die bisherigen Scheinwerfer derzeit durch eine energiesparende LED-Beleuchtung ersetzt. Die Arbeiten sollen nach Angaben des technischen Leiters der Dombauhütte, Andrea Benedetti, rechtzeitig vor Weihnachten abgeschlossen werden. Die letzte Erneuerung der Beleuchtung fand 1999 statt.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, Das Lexikon, S. 54 (…)

Die Peterskirche wurde zwischen 1506 und 1626 (120 Jahre lang, aber im Innern noch nicht fertig) über dem Grab Petri (siehe unter „Scavi“) und einem 5-schiffigen Vorgängerbau des Kaisers Konstantin errichtet. Vom Beginn der Bauarbeiten bis zur endgültigen Fertigstellung waren rund 20 Päpste an der Errichtung beteiligt. Ein Dutzend Architekten waren engagiert. Rund 2’000 Arbeiter setzten ihre Kräfte ein. Meistens wurde auch bei Nacht unter Fackellicht gearbeitet. Die alte Basilika von Konstantin war durch Plünderungen, Erdbeben und zum Teil auch Überschwemmungen baufällig geworden. Antonio di Sangallo d. J. legte den Fussboden des Neubaus um 3,20 m höher und bildete so einen Kellerraum, der den Neubau vor Feuchtigkeit schützen sollte. So entstanden die sogenannten Vatikanischen Grotten mit vielen Papstgräbern (zugänglich). Im Jahre 1547 übernahm Michelangelo die Bauleitung. Er entschied sich grundsätzlich für Bramantes Entwurf (lateinischen Kreuz im Gegensatz zum geplanten griechischen), änderte ihn jedoch ab. Michelangelo interessierte sich besonders für die Kuppel, deren Tambour (Trommel, Erhöhung, oft auch der Beleuchtung der Kuppel über der Vierung [Zusammentreffen des Haupt- und Querschiffes einer Kirche] er bis zu seinem Todesjahr 1564 hatte ausführen lassen.
Trotz der gewaltigen Ausmasse wirkt die Petersbasilika nicht erdrückend: 211 m lang, 123 breit, 135 m hoch. Berninis Bronzebaldachin, 1624-33 gebaut (mit Papstaltar über dem vermeintlichen Petrusgrab), mit 29 m Höhe entspricht der des Palazzo Farnese auf der Piazza Farnese, Rom. – In einen der 4 Vierungspfeiler (Andreas, Veronika, Helena, Longinus) würde ganz San Carlo alle quattro Fontana, Rom, passen – also Kirche und Kloster – ein Werk Francesco Borrominis, von Bissone am Melidedamm, Luganersee, des architektonischen Gegenspielers von Bernini. – Insgesamt 23 Papstgräber zieren die Peterskirche. – Die Bilder im Petersdom sind keine Originale, sondern Mosaikkopien aus dem 18. Jahrhundert, da die Witterungsverhältnisse in der Kirche den Bildern schadeten. Das „Minuto Mosaico“ ist eine spezielle, nur in Rom verwendete Technik. Dabei handelt es sich um eine Technik, mit der kleinste Mosaiksteine in allen erdenklichen Farbnuancen durch das Schmelzen und Mischen von farbigen Emaillesteinen hergestellt werden können. Die eigentlichen Bilder gehören zum Bestand der Vatikanischen Museen. Vierungspfeiler: Oberhalb der Statuen, in der Höhe der Balkone, werden die entsprechenden Reliquien aufbewahrt: die Spitze der Lanze, mit der Longinus die Seite Jesu durchstochen haben soll, das Schweisstuch der Veronika, das einmal im Jahr am 5. Fastensonntag den versammelten Gläubigen vom Balkon des Pfeilers aus gezeigt wird, sowie ein Splitter des Kreuzes Jesu, das die Mutter Kaiser Konstantins von ihrer Pilger- und Grabungsreise ins Heilige Land mitgebracht haben soll. Der Teil des Hauptes des Apostels Andreas, der in der kleinen Kapelle im Andreaspfeiler aufbewahrt wurde, wurde 1964 vom Papst Paul VI. Montini (1963-78) als ökumenische Geste an die griechisch-orthodoxe Kirche übergeben und nach Patras (Westgriechenland, mit rund 214’000 Einwohnern drittgrösste Stadt Griechenlands) gebracht. – Im Petersdom gibt es 33 Altäre. Bei kompletter Bestuhlung bietet die Basilika auf rund zwei Hektaren Fläche Platz für rund 9’000 Gläubige, ohne Bestuhlung fasst die Basilika rund 60’000 Personen. Täglich kommen rund 25’000 Besucher. Das sind aufs Jahr gerechnet rund 9 Millionen Pilger und Touristen. Für Ordnung und Instandstellung sorgen die Sampietrini (siehe dort).
Den Lotus-Tempel in Neu Dehli (Indien), einer der weltweit 7 Bahai-Tempel, besuchen täglich 150’000 Besucher/innen

OR Nr. 21 vom 27. Mai 2016, S. 12
Petersdom hat schlechte Akustik

Berlin/Vatikanstadt. Der Petersdom hat nach Meinung des Leiters des Chores „Cappella Sistina“ (→Sixtinischer Chor), Massimo Palombella, eine für Sänger sehr schlechte Akustik. Er sei einfach zu gross. „Es ist ziemlich schwierig, dort zu singen“, sagte der Chef des Päpstlichen Chores der Zeitung „Die Welt“. Zum Glück sei im vergangenen Oktober eine neue Bühne eingebaut worden, die wie ein Amphitheater aufgebaut sei und auch ein neues Mikrofonsystem enthalte. Das Klangergebnis sei jetzt „wirklich ganz gut“, sagte er. „Die Sänger können jetzt im Petersdom in derselben Intensität singen wie in der Sixtinischen Kapelle.“
Auch die Sixtinische Kapelle stellt die Sänger nach Palombellas Angaben vor Probleme. Insbesondere, wenn der Raum leer sei, gebe es einen sehr langen Nachhall, so der Chef des Chores, der als ältester Chor der Welt gilt. Bei CD-Aufnahmen seien deshalb Teppiche ausgelegt worden. „Das hat die Sache deutlich verbessert.“
Palombella trat mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahre 2017 am Mittwochabend, 18. Mai 2016, mit seinem Chor in der Wittenberger Marienkirche auf, in der Martin Luther die erste Messe in deutscher Sprache feierte. Am Donnerstag folgte ein Auftritt in der Dresdner Frauenkirche.
Der Chorleiter sieht darin auch einen Auftrag des Papstes im Sinne der Ökumene. „Der Papst ist überzeugt, dass wir mit unserer Musik eine Atmosphäre der Einheit schaffen können zwischen Katholiken, Anglikanern, Orthodoxen und Protestanten“, sagte er.
→Archiv der Dombauhütte →Fassade der Peterskirche

Peterspfennig

(Denarius Sancti Petri)
Siehe auch →Finanzen des Vatikans und →separates Register unter P, dort auch „Einzahlungen Peterspfennig“

Seit dem 8. Jahrhundert (740) war der sogenannte Peterspfennig eine Art Kirchensteuer für den Papst als den Nachfolger des hl. Petrus, für die kirchliche Zentralregierung und später für den Bau des neuen Petersdomes (Idee: ansässige Christen in England hatten beschlossen, durch einen jährlich zu entrichtenden Obolus einen Beitrag zur Bewältigung der Aufgaben des Heiligen Stuhles leisten zu wollen. Die Idee kam nachher auch in anderen europäischen Ländern an). Der Peterspfennig verlor mit der Zeit den Charakter einer Kirchensteuer und kommt seit 1860 als Form einer freiwilligen Gabe der Katholiken für die Belange der kirchlichen Zentrale in Rom zur Anwendung. So wird weltweit die Kollekte am 29. Juni, am Fest der heiligen Petrus und Paulus, als Peterspfennig dem Vatikan zur Verfügung gestellt.

  1. Peterspfennig im Jahre 2006: US-Dollar 102 Mio = rund CHF 122 Millionen.
  2. Peterspfennig im Jahre 2007: US-Dollar 79,9 Mio (USA 18,7 Mio $, Italien 8,8 Mio $, BRD 4 Mio $)
  3. Peterspfennig im Jahre 2008: US-Dollar 79,6 Mio (€ 55,5 Mio = CHF 86 Mio). Die grössten Beiträge stammen aus den USA, Italien und Deutschland.
  4. Peterspfennig im Jahre 2009: US-Doller 82,5 Mio (57,5 Mio Euro = CHF 89 Mio)
    (OR Nr. 27 vom 8. Juli 2011)
  5. Peterspfennig im Jahre 2010: US-Dollar 67,7 Mio(48 Mio Euro = CHF 57,6 Mio)
    (OR Nr. 27 vom 08.07.2011)
  6. Peterspfennig im Jahre 2011: US-Dollar 69,71 Mio(53,7 Mio Euro = CHF 64,4 Mio)
    (OR Nr. 28 vom 13. Juli 2012)
  7. Peterspfennig im Jahre 2012: US-Dollar 65,92 Mio (50,8 Mio Euro = CHF 62,4 Mio)
    (OR Nrn. 30/31 vom 26.Juli 2013)
  8. Peterspfennig im Jahre 2013: bis jetzt im Osservatore Romano (deutsch) nicht veröffentlicht. Stand 01.2015

Alljährlicher Beitrag der Diözesen der Weltkirche für den Papst und die Leitung der Römischen Kurie:
→Peterspfennig (separates Register unter P)

AS, Vatikanistan, Seite 296, 2008:
Aus den USA und Deutschland kommen die meisten Peterspfennige. Insgesamt sollen es knapp 100 Millionen Dollar sein, mit sinkender Tendenz. Die Skandale um Ministrantenmissbrauch haben die Spendenbereitschaft in den reichen Diözesen von Chicago, Los Angeles oder Boston stark abgekühlt. Genaue Zahlen sind nicht zu bekommen, denn die Bilanzen der Vatikanbank werden nicht offengelegt.

OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 4
Peterspfennig geht mit Website obolodisanpietro.va online

Der Peterspfennig geht online: Mit einer eigenen Internetseite „www.obolodisanpietro.va“ will der Vatikan Spenden an den Papst erleichtern. Künftig können Gönner ihren Beitrag elektronisch per Kreditkarte oder an eine italienische Volksbank anweisen. Bei der Gestaltung der Seite habe man auf Navigationsfreundlichkeit Wert, teilte das Presseamt des Heiligen Stuhles mit. Entwickelt wurde die Initiative von der Verwaltung des Vatikanstaates in Zusammenarbeit mit dem Kommunikationssekretariat und der Vatikanbank.
Das Angebot ist derzeit auf Italienisch, Englisch und Spanisch verfügbar; weitere Sprachen sollen folgen. Konkrete Verwendungszwecke der Spenden nennt die Internetseite nicht. In den kommenden Wochen sollten Informationen zu geförderten „Werken der Barmherzigkeit“ online veröffentlicht werden, heisst es auf der Seite.
Der Peterspfennig (Denarius Sancti Petri) wird traditionell am 29. Juni – dem Fest der Heiligen Petrus und Paulus – beziehungsweise am vorausgehenden oder nachfolgenden Sonntag weltweit gesammelt. Er dient der Unterstützung des Papstes und seiner Aufgaben.

OR Nr. 21 vom 26.05.2017, S. 4
Der „Peterspfennig“, die für karitative Zwecke bestimmte Spendensammlung für den Papst, ist jetzt auch auf Facebook präsent. Unter dem Namen „Obolo di San Pietro“ informiert zunächst eine italienischsprachige Seite über die Spenden und ihre Verwendung. Eine spanisch- und englischsprachige Facebook-Seite sollen im September und Oktober 2017 folgen. Seit März 2017 ist der Peterspfennig bereits auf Twitter und Instagram präsent. Der Peterspfennig wird jedes Jahr rund um das römische Patronatsfest Peter und Paul (29. Juni) in allen Diözesen der Weltkirche für den Papst gesammelt.

Petersplatz

(Bau 1656/67), Bernini war rund 51 Jahre lang mit dem Petersplatz und dem Dom beschäftigt. Er arbeitete überall im Petersdom, ausser an den Decken. Der Dom umfasst 15’000 m2.

AB Weisse Linie

Personen überschreiten die weissen Platten, d. h. die Staatsgrenze zwischen der Republik Italien und dem Staat der Vatikanstadt. Sie gelangen danach unmittelbar auf den (vatikanischen) Petersplatz. Im Hintergrund die Paläste am „Platz Pius XII.“ (wohl auf italienischem Staatsgebiet, aber auf vatikanischem Hoheitsgebiet), wo sich 6 von 9 Kongregationen (Ministerien) des Heiligen Stuhles befinden. Im Staat der Vatikanstadt befindet sich kein einziges Ministerium. Man stelle sich vor: Landtag, Regierungsrat und die 19 Ämter des Fürstentums Liechtenstein müssten wegen Platzmangel in den Voralberg/A oder in den angrenzenden Kanton St. Gallen/CH ausgelagert werden, der Fürst wäre aber nach wie vor auf dem Schloss oberhalb Vaduz.

Grösse Petersplatz: 40’848 m2 (1/11 des Vatikans): 240 m breit, Tiefe 340 m (Wikipedia), 3 Formen: Sacrato (besonderes Trapez, Piazza Retta [Gehör schenken], Kirchenplatz), unmittelbar vor dem Dom gelegen; Petersplatz (Ellipse als Quer-Oval); Pius XII.-Platz auf vatikanischem Hoheitsgebiet (Trapez). Den ovalen Petersplatz könnte man „verwenden“ für:

4 Fussball-Felder oder 113 Volleyball-Felder oder 62 Tennisplätze oder 40 Einfamilienhäuser mit 1’000 m2-Parzellen

Kolonnaden (1656-67) mit

  • 140* Statuen, insgesamt mit 3,2 m Höhe
  • 284 dorischen Säulen, insgesamt vierreihig, aufgestellt nach toskanischer
    Säulenordnung
  • drei überdeckten Wandelgängen: 17 m breit, Höhe der Säulengänge 19 m, 88 Pfeiler
    *57 Bernini-Schüler haben daran gearbeitet.

Statuen-Verteilung auf den Kolonnaden (Heilige, Ordensgründer, Glaubenszeugen):

°Päpste, Bischöfe
°Kirchenlehrer
°Verteidiger des Glaubens
°Obelisk °Reformatoren, Gründer älterer Orden
°Gründer neuer Orden
°Jungfrauen, die zur Verbreitung des
Ordenlebens beitrugen

Die Statuen setzen sich wie folgt zusammen:

37 Frauen (26 %), 103 Männer; davon z. B. über 60 Märtyrer/Märtyrinnen, 7 Päpste, eine Königin, 3 Witwen, 2 Einsiedler, St. Nikolaus, 22 Jungfrauen.

Die Öffnung zwischen den Kolonnaden ist schmäler als die Domfassade; die ansteigenden Flügelbauten dementsprechend schräg gestellt. Dadurch gewinnt die Domfassade scheinbar an Höhe und verliert an Breite.

Es sind weisse Steine zu Beginn des Petersplatzes als Grenzmarkierung zu Italien gesetzt (zwischen den Kolonnaden-Enden). Der →Obelisk ragt 25,80 m in die Höhe. Er stand zuerst im Zirkus Kaiser Neros und wurde 1586 auf den Platz versetzt. Distanz zum alten Platz rund 400 m.

Polizei: Bewachung des Petersplatzes durch die italienische Polizei (siehe →Polizei italienische)

Die Torsonden links und rechts unter den Kolonnaden werden durch die italienische Polizei beim Vatikan bedient.

Die Statuen auf der Domfassade, siehe →Apostel

Der ganze Petersplatz ist asphaltiert, darauf befinden sich Klopfsteine. Nach einer ZDF-Sendung im Jahre 2007 soll sich unter dem Petersplatz ein Labyrinth von Stollen befinden.

Geschichtlicher Ablauf des Petersplatzes:
(Vates = Name der etruskischen Priester oder Propheten, die z. B. hier am Vatikanhügel die Zukunft voraussagten. Daher der Name „Vatikan“. Der Vatikanstaat ist ca. 1’000 m lang, 850 m breit und hat einen Umfang vom etwa 3,400 km. Auf einem Viertel der Gesamtfläche stehen Gebäude. 1/11 der Fläche bedeckt der Petersplatz. Er befindet sich am Fusse des Vatikanhügels, wo sich der tiefste Punkt des Staates befindet: der Obelisk auf 19 m ü. M. Der höchste Punkt ist auf 77,5 m ü. M. (Johannes-Turm, Helikopter-Platz).

  1. Arbeiten mit dem Obelisken vom 30.04. bis 18.09.1586, Leitung: Domenico Fontana, Melide, ~450 m Transport (aus dem Caligula-und Nero-Circus, 50 n. Chr.). Er ist aus Granit, 336 t, ungebrochen, 25,80 m hoch. Zur Kaiserzeit befanden sich 40 Obelisken in Rom, heute noch 13. „Obelisk“ heisst altgriechisch „obeliskos“ = Bratspiesschen, ägyptisch „Tekhen“ = durchstossen. Der grösste Obelisk steht vor dem Lateranpalast mit 34 m Höhe und einem Gewicht von 346 Tonnen. Der Obelisk auf dem Petersplatz steht um 4 m nicht in der Mitte. Er wurde durch Kaiser Caligula im Jahre 37 n. Chr. aus Heliopolis/Ägypten in seinen Circus hierher gebracht.
  2. Der rechte Brunnen auf dem Platz wurde von Maderno Carlo (Capolago) 1613 geschaffen.
  3. Die Peterskirche wurde 1626 eingeweiht. Sie war innen aber noch nicht fertig. Baubeginn war am 18.04.1506. Die Fassade selbst baute Carlo Maderno, Capolago, 7 Jahre lang: Ende 1614. Sie ist 117,70 m breit, ca. 50 m hoch Vergleich: Ein Fussballfeld ist 105 m lang und 70 m breit.
  4. Die Kolonnaden und Statuen wurden von 1656 – 67 erbaut. Leitung: Bernini, Italiener.
  5. Der linke Brunnen fertigte Bernini an im Jahre 1675.
  6. Der Sacrato (Kirchenplatz) wurde von 1700-21 erstellt, Papst war damals Clemens XI.: Piazza retta
  7. Die Petrus- und Paulus-Statuen wurden 1847 fertig (Pius IX.) .
  8. Via della Conciliazione: Baubeginn vor dem 2. Weltkrieg, Fertigstellung nach 2. Weltkrieg.

AS, Vatikanistan, S. 256:
Bernini musste sich Hunderte kleiner Tricks und Schummeleien ausdenken, um seinem Platz überhaupt einen Eindruck von Ebenmass zu verleihen. Wer genau hinschaut, sieht, dass selbst der Obelisk 4 m exzentrisch (ausserhalb des Mittepunktes) steht, ein wenig in Richtung Porta S. Anna. Auch die Füsse der Säulen haben alle unterschiedliche Grundrisse, sie verändern sich von Quadrat zu Raute.

OR Nr. 38 vom 21. September 2012, S. 4:
Vor dem Petersplatz dürfen künftig keine Touristenbusse mehr halten. Die Stadt Rom habe ein Abkommen mit einem Parkhaus unweit des Petersdomes unterzeichnet, das den Bussen 15 Minuten Gratisparken gewährt, um Touristen aussteigen zu lassen, meldet eine italienische Tageszeitung. Betroffen von dem Verbot ist auch die nahe am Eingang der Vatikanischen Museen gelegene Piazza del Risorgimento.

OR Nr. 4 vom 29.01.2016, S. 7
Baby auf dem Petersplatz geboren

In der Nacht auf Mittwoch, 20. Januar 2016, hat eine rumänische obdachlose Frau ein Kind vor dem Petersplatz zur Welt gebracht. Die 37-jährige Frau hat am Platz Pius XII., in der Nähe der Kolonnaden und dank der Hilfe einer Polizistin ihr Kind zur Welt gebracht. Papst Franziskus habe demnach der Mutter auch eine Unterkunft im Vatikan angeboten, berichtete Radio Vatikan. Die obdachlose Frau soll dem →Almosenamt des Vatikans bekannt sein, bestätigte P. Lombardi SJ. Sie nütze die öffentlichen Dienste des Vatikan für Obdachlose, habe aber nie eine Unterkunft in Anspruch genommen. Almosenpfleger Erzbischof Konrad Krajewski hat die Frau nach der Geburt im vatikanischen Krankenhaus Santo Spirito ( am Anfang der Via della Conciliazione, linke Seite) besucht. Sie bekam das Kind noch bevor die Rettung vor Ort angekommen war. Geburtsort war der Gehsteig vor dem Petersplatz.
→Petersplatz, die Kolonnadenstatuen (Folie)

Petrusgrab

Hans Küng, Ist die Kirche noch zu retten? Seite 69:

Dass Petrus in Rom war, davon liest man im Neuen Testament kein Wort. Von einem Nachfolger des Petrus (auch noch in Rom) erst recht nicht. Der Christus-Glaube des Petrus und nicht irgendein Nachfolger soll nach der Matthäus-Tradition der „Fels“, das ständige Fundament der Kirche, sein und bleiben (Mt 16, 18) . →Heraldik

Andererseits von einem Aufenthalt und Martyrium des Petrus in Rom zeugen schon der „Klemensbrief“ um 96 sowie die Briefe von Ignatius von Antiochien. Diese Tradition ist also alt und vor allem konkurrenzlos. Selbst in Antiochien, wo ein Aufenthalt des Petrus bezeugt ist, erhebt man keinen Anspruch auf sein Grab. Ein Grab des Petrus unter der jetzigen vatikanischen Basilika liess sich archäologisch nicht verifizieren (durch Überprüfen die Richtigkeit bestätigen). Auch gibt es kein zuverlässiges Zeugnis dafür, dass Petrus – im Vergleich zum perfekt griechisch sprechenden römischen Bürger →Paulus ein ungebildeter jüdischer Fischer namens Simon – der Kirche von Rom je als Oberhaupt oder „Episkopos“ (Bischof) vorstand. Er war Sprecher von Jesu Jüngerkreis, aber alles andere als ein „Apostelfürst“. Der monarchische Episkopat wurde in Rom ohnehin relativ spät eingeführt. Um 160 errichtete man Gedenkmale für Petrus und Paulus, der vermutlich ebenfalls in Neros Christenverfolgung umgebracht wurde. Die Gräber der beiden Hauptapostel sind der ausschlaggebende Grund für eine bestimmte Vorrangstellung der Kirche Roms.

GEOEPOCHE Nr. 10, S. 91, Cay Rademacher:
Liegt hier der Fürst der Apostel?

Ist St. Peter wirklich über dem Grab Petri errichtet, wie die Kirche sagt? Eine Tür am Südrand des Doms (Vatikaneingang Carlo Magno) führt zu Treppen, die etwa 10 m unterhalb des heutigen Bodenniveaus enden – mitten in einer antiken Nekropole. Einst, so viel ist überliefert, lagen diese Gräber am Rande des Circus von Caligula und Nero. Archäologen haben zwischen 1940 und 1957 einen Teil der Nekropole ausgegraben, darunter eine 70 m lange Gasse, an deren Ende man auf eine rote Wand und eine Nische stösst, etwa mannshoch und mit einer kleinen Säule versehen: das Grab des Petrus – vielleicht.

Den ältesten Hinweis auf das Grab Petri gibt eine um 200 abgefasste Schrift des römischen Christen Gaius: „Ich aber kann die Gedenkstätte der Apostel (Petrus und Paulus. Red.) zeigen. Wenn Du nämlich etwa die Güte haben willst, dich an den Vatikan zu bemühen oder an die Strasse nach Ostia, so wirst Du dort die Gedenkstätten derer finden, die diese Gemeinde begründet haben.“

Tatsächlich wurde etwa seit dem Jahre 160 auf dem Vatikanischen Hügel eine Gedenkstätte verehrt, von der die Christen des 2. Jahrhunderts annahmen, es sei das Petrusgrab. Um 320 wurde deshalb an diesem – bautechnisch eigentlich ungünstigen – Abhang die erste Peterskirche errichtet.

Bei ihren Ausgrabungen stiessen die Archäologen unter anderem auf Putzbrocken, die von der Wand abgefallen waren. Auf einem konnte man ein rund 7 mm hohes, fragmentarisch (unvollendet) erhaltenes griechisches Graffito (in eine Wand eingekratzte Inschrift) entziffern:  PETR       EN     I

Das liesse sich ergänzen zu PETROS ENI, „Petrus ist drinnen“. Die hastig gekritzelte Inschrift eines Christen, der das Grab des Apostels beschriftet hat? Beweisbar ist es nicht. Logischer erscheint vielen Forschern das allgemeine Bekenntnis: PETROS EN EIRENE. „Petrus in Frieden“.

Fest steht: Die Gedenkstätte weist auf ein Grab aus dem 1. oder 2. Jahrhundert hin. Und die Tatsache, dass um die Stelle weitere christliche Gräber angeordnet sind, weist auf einen Heiligen oder Märtyrer hin. Hier könnte also tatsächlich das Grab Petri liegen. Aber wissenschaftlich valide (als rechtsgültig erklären) Beweise gibt es nicht.

3sat vom 7. August 2012, 13.15 Uhr:
Kardinal J. Ratzinger sagt in einem Interview:
„Es ist eine grosse historische Gewissheit, dass Petrus hier begraben ist.“

Prof. Dr. Josef Imbach, em. Professor an der Franziskaner-Universität Bonaventura, Rom: Vortrag und Flyer, 15.01.2013, Reinach BL:

Sachlich gesehen war Petrus nicht der erste Papst, sondern „nur“ der Vorsteher der Christengemeinde von Rom. Heute betrachten die meisten Geschichtsforschenden Innozenz I. als den ersten „eigentlichen“ Papst im heutigen Sinn, der 401 die Nachfolge seines Vaters, Anastasius I. antrat.

Kirche heute 47/2013 November, S. 2
Vatikan zeigt erstmals Petrusreliquien

Zum Abschluss des Glaubensjahres am 24. November 2013 will der Vatikan erstmals die Reliquien des Heiligen Petrus öffentlich zeigen. Die Präsentation sei ein letzter Höhepunkt in dem von Benedikt XVI. ausgerufenen „Jahr des Glaubens“, schrieb Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung, in der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Die Initiative soll bei heutigen Menschen die Begeisterung und Überzeugung der ersten Christen wecken.

ZDF info, Sendung vom 30. August 2014, WA
Die gefundenen Knochen bei den Ausgrabungen unter dem Petersdom seien 15 Jahre in einer Kartonschachtel versorgt worden. Nach anschliessenden ersten Untersuchungen wurde behauptet, die Knochen könnten einem älteren Mann zugeordnet werden. Knochenteile zeigten Spuren einer Kreuzigung. Wieder spätere Untersuchungen durch Archäologen zeigten ein anderes Bild: Die Knochen könnten drei Personen zugeordnet werden, davon gehörten Knochen zu einem älteren Mann, andere zu einer Frau.

Petrus-Statue in Bronze im Vatikangarten

Sie steht ungefähr in der Mitte des Vatikanstaates, in den vatikanischen Gärten oberhalb der Zecca. →Gärten, vatikanische

AB Kuppel und Petrus-Statue

Pfarreien des Vatikanstaates

  1. Pfarrei S. Anna dei Palafrenieri (mit Pfarramt). Kirche der Sitzträger (Sediari). Im Vatikanstaat, Eingang S. Anna. Parrocchia di Sant’Anna: Tel. 06 698 832 65. Augustiner. Palafrenieri = Reitknechte
  2. Pfarramt von St. Peter im Vatikan, Parrocchia di S. Pietro in Vaticano. Tel. 06 698 854 35. Es ist im Sakristeigebäude von St. Peter, Eingang Carlo Magno oder Sant’Uffizio
  3. Pfarramt S. Lorenzo in Damaso (Hauskapelle der Cancelleria/Corso Vittorio Emanuele bzw. Platz der Cancelleria/Kanzleramt): Parrocchia di San Lorenzo in Damaso, Tel. 06 698 875 21
  4. Pfarramt Ss.mo Salvatore e S. Giovanni in Laterano (Heilige Treppe/einstige Privatkapelle Sancta Sanctorum): Parrocchia SS.mo Salvatore e S. Giovanni in Laterano, Tel. 06 698 864 52

Die Pfarrei Sankt Anna ist eine der vier Pfarreien mit Pfarreikirche seit 1931. Sie liegt beim Eingang S. Anna. Mit eigenem Pfarrer (mit 4 Augustinermönchen nach Telefonbuch 2004/2005). Diese Mönche sind bekannt geworden durch die Teufelsaustreibungen. Wenn man die Sonntagsgottesdienste dieser Kirche beobachtet, kommen mehr Messebesucher aus der Stadt Rom als die 400 – 500 Einwohner des Vatikans. Auch der Schweizergardist ist Pfarreimitglied von S. Anna. Taufen bzw. Firmungen und Hochzeiten für sie finden aber eher in der Gardekapelle (mit eigenem Kaplan) oder im Palast statt.

Diese vier Pfarreien gehören zum Bistum Rom, in der der Papst Bischof ist. Die Führung der 4 Pfarreien obliegt dem Generalvikar (Bischof) des Vatikans.

Als zurzeit des Kirchenstaates der Papst als Staatsoberhaupt auf dem Quirinal wohnte (bis 1870), war die Kirche San Vincenzo ed Anastasio (unmittelbar vor dem Trevibrunnen rechts) Pfarreikirche. Ein Auszug aus seinen Büchern vom Jahre 1625 sagt aus, dass zu dieser Zeit 170 Schweizergardisten, 50 Gardistenfrauen und 50 Kinder der Pfarrei angehörten.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte die Garde einen ausgesprochen italienischen Charakter angenommen: Die Offiziere rühmten sich schweizerischen Ursprungs, obwohl sie schon seit zwei oder mehreren Generationen in Rom wohnten. 28 Gardisten waren in Rom zur Welt gekommen, im Quartier lebten 46 Söhne aktiver Gardisten. 9/10 der Garde waren „römische Bürger“ und nur noch ihrem Namen nach schweizerisch (Giovanni Müller, Pietro Fröhlich, Gianfranco Wiesner), viele der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Der damalige Maggiordomo Giovanni Rusconi bestimmte deshalb in seinem Kapitulationsentwurf, dass in Zukunft nur noch Schweizer, und zwar in der Schweiz aufgewachsene, in die Garde eintreten dürfen.

Die Augustinermönche (O.S.A.) sind auch für die Päpstliche Sakristei zuständig. Der ehemalige Generalvikar des Papstes, Erzbischof Peter van Lierde, war auch Augustiner. Nach seinem Rücktritt wurde dieser Posten dem Erzpriester von St. Peter übertragen. Van Lierde war vor seiner Berufung Rektor des Kollegs St. Monica in der Nähe des Vatikans. Während des 2. Weltkrieges war seine Adresse bei Juden und anderen Verfolgten bekannt. Er bot Hilfe an (ähnlich wie P. P. Pfeiffer).

AS, Vatikanistan, S. 163:
Die Sediari verdanken ihren Namen dem Umstand, dass auf ihren Schultern bis 1963 der päpstliche Tragsessel ruhte, die Sedia gestatoria. Auf ihm sass der Papst, nicht aus Faulheit, sondern damit er bei den Messfeiern besser gesehen werden konnte, und zu beiden Seiten der Säfte schwenkten die Geheimen Kammerherren die Flabelli, grossformatige Fächer aus Straussenfedern, nicht der Mücken wegen, sondern als Zeichen der Grossmächtigkeit. Seit Ende des 14. Jahrhunderts sind die päpstlichen Sitzträger in einer Bruderschaft formiert und durften 1575 neben dem Vatikanpalast eine eigene Kirche bauen, die heutige Pfarrkirche der Vatikanstadt S. Anna dei Palafrenieri.
→Kirchen

Pferd weisses, des Papstes

→Reiterprozession

Pflanzen im Vatikangarten

→Brunnen

Philatelie

→Briefmarken

Pietà im Petersdom

→ Hauptregister „Vatikan“, Unterregister „Michelangelo“

Pileolus (Scheitelkäppchen)

Das Scheitelkäppchen (Kopfbedeckung) des

  • Papstes ist: weiss (→Kleider)
  • des Kardinals: rot
  • des Bischofes und des Territorialabtes: violett
  • des Abtes: schwarz oder braun

Schweiz: Die Äbte von Einsiedeln und St. Maurice, die Territorial-Äbte sind und der Schweizerischen Bischofskonferenz angehören, tragen ein violettes Pileolus. (gemäss Archivar Meier, Bischofskonferenz, Fribourg)

Pilger

OR Nr. 30/31 vom 25. Juli 2014, S. 3
Über 100’000 Pilger im ersten Halbjahr 2014 in Santiago de Cempostela

Madrid. Immer neue Rekordzahlen am Jakobsweg: Bereits 102’098 Pilger haben von Januar bis Mitte Juli den Wallfahrtsort nach Santiago de Compostela zurückgelegt. Das seien 7’200 mehr als im Vergleichsjahr 2013, zitiert das spanische Nachrichtenportal abc.es einen Sprecher des Pilgerbüros von Santiago. „Die Zahl steigt jedes Jahr.“ Insgesamt 1,7 Millionen registrierte Pilger haben demnach in den vergangenen 10 Jahren die traditionell verehrte Grabstätte des heiligen Jakobus erreicht. Dessen Gedenktag wird am 25. Juli begangen. – 42 % der Pilger stammen demnach aus dem spanischen Inland, 58 % aus dem Ausland. Deutsche (8,4 %) bilden demnach vor Italienern, Portugiesen, US-Amerikanern und Franzosen die zahlenmässig grösste Gruppe. Überschaubar ist die Gruppe jener, die den gesamten „Camino“ aus dem Ausland absolvierten: 273 pilgerten von Deutschland, 169 aus Belgien und 73 aus der Schweiz. Den weitesten Weg hatten 3 Pilger aus Finnland. Die meisten Fusspilger (87,9 %) erhielten eine Pilgerurkunde für die Herbergs-Stempel der letzten 100 Kilometer vor dem Ziel. Gleiche Bedingungen gelten für Pilger zu Pferd; sie machten jedoch nur 0,5 % der Wallfahrer aus. Einen Nachweis über 200 Kilometer müssen Radpilger erbringen; sie machten 11 % der offiziellen Pilger aus. 56 Personen kamen mit dem Rollstuhl in die Jakobsstadt. – Als Gründe für den Aufbruch Richtung Santiago nannten 51 % der Pilger religiöse Motive, 43 % „ausschliesslich religiöse“. Männer sind bei den Wallfahrern leicht in der Überzahl (55 %); ebenso viele Pilger gehören der Altersgruppe zwischen 30 und 60 Jahren an. Um der Gruppe der Pilger mit besonders weitem Weg entgegenzukommen, hat das Pilgerbüro von Santiago de Compostela eine Neuheit eingeführt: Eine spezielle Urkunde zum Preis von 3 Euro dokumentiert künftig auch den Ausgangspunkt des Weges, die zurückgelegte Strecke in Kilometern, die gewählte Route sowie die benötigte Wegdauer in Tagen.

Pilgerzentrum, Deutsches in Rom

→ Deutsches Pilgerzentrum

Pille

→ Päpste, Paul VI. (Nebenregister unter „P“)
HK, Ist die Kirche noch zu retten?

Enzyklika „Humanae vitae“ (1968): Sie macht auch für die erstaunte Weltöffentlichkeit die Schwäche und Rückständigkeit der römischen Moraltheologie und die Gefährlichkeit der Unfehlbarkeitsideologie offenbar und löst innerhalb der katholischen Kirche einen unerhörten Widerspruch und Exodus von Kirchengliedern und abweichende Erklärungen von Theologen, Bischöfen und ganzen Bischofskonferenzen aus.

Paul VI.: Verhängnisvoll für die Zeit nach dem Konzil waren die konziliaren Tabuisierungen. So durfte über die Priesterehe nicht einmal diskutiert werden. Ebenso wenig wurde diskutiert über Ehescheidung und eine Neuordnung der Bischofsernennungen, über Kurienreform und vor allem das Papsttum selbst. Zu Gunsten einer verständnisvolleren Lehre über Geburtenregelung (Empfängnis-verhütung) erfolgten an ein und demselben Tag 3 Interventionen gewichtiger Kardinäle. Doch sofort wurde die Diskussion von Paul VI. unterbunden – die Angelegenheit (wie auch die Frage der konfessionell gemischten Ehen) an eine päpstliche Kommission verwiesen. Diese entschied später gegen die traditionelle römische Lehre, wurde aber vom Papst selber überspielt: 1968 mit der Enzyklika „Humanae vitae“. Ohne viel Erfolg: Seit der Einführung der Pille vor einem halben Jahrhundert haben weltweit wie bekannt über 200 Millionen Frauen diese Methode der Verhütung angewandt, die ausgerechnet von zwei guten Katholiken (John Rock und Pasquale De Felice) auf den Weg gebracht worden war.

Kath. Wochenzeitung Nr. 18 vom 4. Mai 2012, S. 2:
Studie: Thrombose-Gefahr der modernen „Pille“ wurde stark unterschätzt

Die US-Gesundheitsbehörde FDA zwingt Anti-Baby-Hersteller Bayer dazu, stärkere Warnhinweise abzudrucken – Bei 10 Jahren Pilleneinnahme erleidet eine von 100 Frauen eine Thrombose – Deutschland: 7 Todesfälle durch „Yasmin“

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer wird künftig nicht nur in der EU, sondern auch in den USA im Beipackzettel für seine Antibaby-Pillen auf erhöhte Thrombose-Risiken aufmerksam machen müssen. Die Überarbeitung der Warnhinweise für die lukrativen Pillen Yaz und Yasmin sei mit der US-Gesundheitsbehörde FDA vereinbart worden, teilte der Konzern mit. „Frauen über 35, die rauchen, sollten nicht Yasmin verwenden“, heisst es in den aktualisierten Warnhinweisen. Weitere Risikofaktoren seien Übergewicht bzw. Thrombosen und Thrombo-Embolien in der Familie.

Jüngste Studien, wie jene im British Medical Journal hatten gezeigt, dass Verhütungspillen der neuesten Generation, die das künstliche Gestagen-Hormon Drospirenon enthalten, ein um bis zu 3 x höheres Risiko von Thrombosen (Verstopfung von Blutgefässen durch Blutgerinnsel) mit sich bringen als vergleichbare, ältere Pillen.

Nähere Infos über Wirkungen und Nebenwirkungen der „Pille“ im Vergleich zur Natürlichen Empfängnisverhütung hat IMABE in einem lesenswerten Dossier veröffentlicht, das abrufbar ist unter: Die „Pille“ vs. Natürliche Empfängnisverhütung (Imabe-Info 1/11).

Kath. Wochenzeitung 8/2013 März, S. 4:
Humanae Vitae: „Papst Paul VI. hat von Anfang an recht gehabt“.

Papst Paul VI. hat bereits in der Enzyklika „Humanae vitae“ davor gewarnt, dass Verhütungsmittel die Beziehung zwischen Mann und Frau verändern würden. Nun bestätigt ihn sogar ein Kommentar in der linksliberalen „New York Times“- In dieser Enzyklika äusserte Papst Paul VI. folgende Befürchtung: „Männer, die sich an empfängnisverhütende Mittel gewöhnt haben, könnten die Ehrfurcht vor der Frau verlieren, und, ohne auf ihr körperliches Wohl und seelisches Gleichgewicht Rücksicht zu nehmen, sie zum blossen Werkzeug ihrer Triebbefriedigung erniedrigen und nicht mehr als Partnerin ansehen, der man Achtung und Liebe schuldet.“ (…)

Katholische Wochenzeitung 5/2014 Januar, S. 9
Die „Pille danach“ und die gefrässige Arzneimittellobby

Die „Pille danach, ein Mordsgeschäft“, unter diesem Titel äussert Hildegard Stausberg in der Tageszeitung „Die Welt“ ihre Einschätzung zur aktuellen Diskussion darüber, ob die „Pille danach“ zukünftig ohne Rezeptpflicht abgegeben werden sollte. Die Quintessenz ihrer Kolumne „Hier geht es … mitnichten um die sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen: Das sind geschickte Argumente einer gefrässigen Arzneimittel-Lobby – traurig, dass sie dabei von einem vielstimmigen Chor angeblich für die „weibliche Selbstbestimmung“ kämpfender politischer und sozialer Gruppen unterstützt wird. Heute gibt es doch wirklich genug Möglichkeiten der Verhütung. Die „Pille danach“ kommt so leicht wie ein Smartie daher. (Anm. der Redaktion: Künstliche Empfängnisverhütung ist Katholiken nicht erlaubt.) Die „Pille danach“, so formuliert Stausberg hart aber korrekt, solle nur deshalb aus der Rezeptpflicht entlassen werden, damit sie „noch mehr verkauft“ werde als bisher. „Deshalb soll das aus gesundheitlichen wie ethischen Gründen wichtige Arztgespräch mit betroffenen Frauen wegfallen.“ Stausberg weist auch auf statistische Untersuchungen des Frauenärzteverbandes hin, „dass die ungewollten Schwangerschaften von Teenagern in Ländern, die die „Pille danach“ freigaben, deutlich anstieg, weil die Gedankenlosigkeit und Fahrlässigkeit zunahm: Noch mehr Grund, die Beratung beizubehalten“.

Tiroler Tageszeitung am Sonntag, 8. Juni 2014, S. 18
Was aus dem Prinzip „Kirche, Kinder, Küche“ geworden ist

Carl Djerassi hat die Antibabypille erfunden. Nach seinem Vortrag in der überfüllten Aula in Innsbruck, nach der Verleihung des Ehrendoktorates und vielen Diskussionen wirkt der Chemiker und Schriftsteller Carl Djerassi unverändert energiegeladen. Bekannt geworden ist Djerassi als Erfinder der Pille. Er selbst bevorzugt den Ausdruck „Mutter der Pille“. 1951 entwickelten Carl Djerassi und Luis E. Miramontes die erste Pille. Nach der Zulassung der Antibabypille 1960 wird sie zum am häufigsten verwendeten Mittel zur Schwangerschaftsverhütung. „Die Pille hat den Frauen ermöglicht, ohne Angst vor einer unerwarteten Schwangerschaft zu arbeiten“, so Djerassi, geb. am 29.10.1923 in Wien mit jüdischer Abstammung. (…)

Katholische Wochenzeitung 43/2014 Oktober, S. 6
Kardinal Vingt-Trois, Paris: Künstliche Verhütung ist Sünde

Pariser Kardinal bei Bischofssynode: Viele katholische Priester sind sich heute nicht mehr darüber im Klaren, dass die Anwendung künstlicher Verhütungsmittel anstelle der von der Kirche empfohlenen natürlichen Methoden eine Sünde sei. – Kardinal André Vingt-Trois von Paris hat eine „Mentalität der Verhütung“ kritisiert und die kirchliche Ablehnung künstlicher Verhütungsmittel bekräftigt. Viele katholische Paare seien sich heute nicht mehr darüber im Klaren, dass die Anwendung künstlicher Verhütungsmittel anstelle der von der Kirche empfohlenen natürlichen Methoden eine Sünde sei, sagte der Kardinal, einer der 3 Präsidenten der vatikanischen Synode zu Ehe und Familie, zu Beginn des vierten Sitzungstages von kürzlich. Ohne sich dieser Sünde bewusst zu sein, gingen diese Katholiken trotzdem zur Kommunion. Hier bestehe eine Kluft zwischen der Lehre der Kirche und der säkularisierten Lebenswelt vieler Katholiken. Die Kirche sei aufgefordert, die Lehre von der Offenheit für das Leben in einer neuen Sprache zu vermitteln. Die herrschende „Mentalität der Verhütung“ in Teilen der Welt habe mittlerweile zu einem starken Geburtenrückgang geführt, dessen „gesellschaftliche und menschliche Konsequenz“ nicht genug beachtet würden, sagte Vingt-Trois weiter.

Ploetz, Weltgeschichte auf einen Blick, S. 447

1956: Die Antibabypille bewährt sich im Test, entwickelt von Gregory Pincus (*1903, +1967) und John Rock.

bz BASEL vom 19.02.2016, S. 11, Charlotte Walser
Immer weniger Frauen verhüten mit der Antibabypille. Vor allem zur umstrittenen Yasmin-Pille wird weniger gegriffen

In der Schweiz nehmen immer weniger Frauen die Antibabypille. Markant ist die Abnahme der Verschreibungen bei jenen Präparaten, die das Risiko von Lungenembolien und Venenthrombosen besonders erhöhen. Zwischen 20012 und 2015 gingen die Pillen-Verschreibungen insgesamt um rund 7 % zurück. Bei drospirenonhaltigen Produkten wie beispielsweise der Pille Yasmin betrug der Rückgang 56 %. Das schreibt der Bundesrat in seiner gestern veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation von Prisca Birrer-Heimo (SP/LU). Der Bundesrat geht davon aus, dass die Verschreibungen weiter abnehmen werden, weil Pillen mit Drospirenon neu nicht mehr für Akne (Hautausschlag) eingesetzt werden sollen. (…) Von 1990 bis Ende 2015 hat das Heilmittelinstitut Swissmedic 16 Berichte über tödliche Lungenembolien erhalten, die in Zusammenhang mit hormonellen Verhütungsmittelns stehen. Bei 9 Betroffenen lag mindestens ein Risikofaktor für venöse Thromboembolien vor. Dazu zählen Übergewicht, höheres Alter, familiäre Thromboseneignung, eine lange Reise im Flugzeug oder Auto oder eine Beinlähmung. – Für Schlagzeilen hatte der Fall einer 16-Jährigen geführt, welche 2008 von ihrem Gynäkologen die Antibabypille Yasmin verschrieben erhielt und 2 Monate später eine Lungenembolie und eine Hirnschädigung erlitt. Sie ist heute schwer behindert. (SDA)

Pippinische Schenkung

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