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Inhaltverzeichnis

Aggiornamento in der röm. kath. Kirche

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, das Lexikon, S. 12:

Den Begriff „Aggiornamento“ (ital.: an den Tag heranführen) hat Johannes XXIII. (1958-63) geprägt. Er wurde zu einem Synonym für die Bemühungen des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65), die Kirche angesichts der Veränderungen der Zeit in ihrer Verfassung und Verkündigung neu in der Gesellschaft zu positionieren. Johannes XXIII. legte Wert darauf, dass das Aggiornamento nicht eine Anpassung an den Zeitgeist bedeute. Vielmehr gehe es um eine Öffnung der Kirche zur Welt und umgekehrt.
→ Päpste, Johannes XXIII.

Agnes-Lämmer am 21. Januar

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, der Lexikon, S. 12:

Traditionell segnet der Papst am Festtag der heiligen Agnes am 21. Januar zwei Lämmer. Aus der Wolle der Schafe werden die Pallien der neuen →Metropolitan-Erzbischöfe gewoben. Diese werden nach der Herstellung in einer kleinen vergoldeten Truhe in der Confessio des Petersdomes aufbewahrt. Am 29. Juni, dem Fest Peter und Paul, verleiht der Papst den Erzbischöfen, die in den letzten 12 Monaten neu ernannt wurden, in einem feierlichen Gottesdienst im Vatikan das Pallium. – Agnes-Lämmer werden die Tiere deshalb genannt, weil sie früher auf dem Gelände der Grabeskirche der heiligen Agnes in Rom gehalten und in der Kirche Sant’Agnese fuori le mura gesegnet wurden. Heute obliegt den Benediktinerinnen der Kirche Santa Cecilia im römischen Stadtteil Trastevere die Sorge um die Lämmer und die Herstellung der Pallien.

OR Nr. 5 vom 31.01.2014, S. 3
Am Festtag der heiligen Agnes, 21. Januar, brachten römische Ordensfrauen zwei „Agnes-Lämmer“, aus deren Wolle die erzbischöflichen Pallien gewebt werden, zu Papst Franziskus in das Gästehaus Santa Marta. Zuvor waren die beiden Lämmer während einer Liturgie in der römischen Basilika „Sant’Agnese“ gesegnet worden. Das Pallium ist eine Wollstola, die den neu ernannten Metropolitan-Erzbischöfen jeweils am 29. Juni, dem römischen Patronatsfest Peter und Paul, im Vatikan überreicht werden.

Akademie für Wissenschaften, Päpstliche

→Casina Pius IV., Vatikanische Gärten

BaZ (Basler Zeitung) vom 15.01.2011:
Werner Arber präsidiert Päpstliche Akademie

Papst Benedikt XVI. hat Werner Arber (81) zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften ernannt, wie die Universität Basel mitteilt. Werner Arber war von 1971 bis 1996 Ordinarius für Molekulare Mikrobiologie an der Universität Basel und erhielt 1978 den Nobelpreis in Medizin. Mit Arber steht erstmals ein evangelisch-reformierter Christ der päpstlichen Akademie vor.

Baslerstab, 25.01.2011, Aline Wanner:
Der Ausgleich zwischen Wissenschaft und Spiritualität ist Werner Arber wichtig. Seit rund 30 Jahren ist der Molekularbiologe und Genetiker Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Diese wurde vor über 400 Jahren von Papst Clemens VIII. (1592-1605) gegründet. 80 Wissenschaftler sind Mitglieder, davon sind über 20 Nobelpreisträger. Sie werden jeweils vom Papst ernannt und bleiben Mitglieder auf Lebzeiten. Kriterien für die Auswahl sind sowohl wissenschaftliche als auch ethische Verdienste.

Arber erhielt 1978 zusammen mit den Amerikanern Daniel Nathans und Hamilton Smith den Nobelpreis in Medizin. Er studierte Naturwissenschaften an der ETH Zürich und promovierte 1958 an der Universität Genf. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA wurde er 1965 zum Professor für Molekulargenetik an der Universität Genf berufen. Von 1971 bis 1996 war Arber Ordinarius für Molekulare Mikrobiologie am Biozentrum der Universität Basel,  der er 1986 bis 1988 als Rektor vorstand. – Nun wurde Arber als erster Protestant von Papst Benedikt XVI. zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften ernannt. „Dieses Amt ist für mich eine grosse Ehre“, sagt er. Als Präsident der Akademie ist Arber dafür zuständig, die Geschäfte zu führen und Tagungen der Wissenschaftler zu organisieren. Dabei wird er unterstützt vom Kanzler, der seinen Sitz in Rom hat.

Alle 2 Jahre findet eine Plenarsitzung der Päpstlichen Akademie statt. Die Mitglieder der Akademie kommen während mehreren Tagen zusammen, um sich über ein Thema wie beispielsweise „Evolution“ auszutauschen. Zusätzlich gibt es pro Jahr ein bis vier Tagungen mit enger gefassten Themen. Dazu wird jeweils eine Mehrheit von externen Wissenschaftlern eingeladen. Die Ergebnisse der Zusammenkünfte rapportieren die Wissenschaftler dem Vatikan. Ziel der Akademie ist laut Arber, die Kirche aus erster Hand über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu informieren.

Inputs für Themen, mit denen sich die Wissenschaftler auseinandersetzen, kommen von den Mitgliedern und manchmal auch von der katholischen Kirche. So beschäftigen sich die Akademiker auf Wunsch der Kirche zum Beispiel mit dem wissenschaftlich dokumentierten Moment des Todes. „Wir fragen uns, wann jemand wirklich tot ist, beispielsweise bei Hirntod oder Herztod“, sagt Arber.
→ Casino Pius IV.

Almosenamt des Hl. Stuhles

Elemosineria Apostolica (Via Pellegrino)

Vormittag freier Zugang ab St. Anna mit dem Hinweis „Almosenamt“.
Schriftlicher Segen für Geburt, Taufe, Hochzeit, Geburtstag (ab dem 80.), Jubiläen (z. B. Ehe- und Weihejubiläen ab 25 Jahre), Primizen, Pfarrinstallationen,  Tod. DIN A4 ab 8 Euro, in höherwertiger Ausstattung (Modell V5, 35 x 50 cm, Bütten) für 23 Euro. In allen Verkehrssprachen. Bestellungen bei: papal.blessings@elemos.va   oder Tel. 0039 06 698  831 35. Jährlicher Verkauf: 120’000 Urkunden, weitere 180’000 in den Andenkenläden rund um den Vatikan.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, das Lexikon, S. 39 (Auszug)

Das Apostolische Almosenamt unterstützt im Namen des Papstes die Bedürftigen und ist ihm direkt unterstellt (Pastor Bonus, Art. 193). Es wird geleitet vom Päpstlichen Almosenmeister (Elemosiniere di Sua Santità) im Range eines Erzbischofs. Sein Amt erlischt nicht in der Zeit der Sedisvakanz. – Die Sorge um die Armen und Bedürftigen gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben der Kirche. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts ist unter Innozenz III. (1198 – 1216) erstmals ohne Nennung der konkreten Aufgaben und Kompetenzen ein eigenständiges Amt des Almosenmeisters bezeugt. In einer Bulle aus dem Jahre 1208 wird verfügt, dass zum Epiphaniefest (6. Januar) jedes Jahr Geld an 1’300 Arme verteilt werden soll. Gregor X. (1271 – 1276) institutionalisierte die Behörde dann schliesslich. Aus seiner Zeit sind die ersten konkreten Normen und Aufgabenbeschreibungen bekannt. – Das Almosenamt ist nicht für grosse karitative Hilfsprojekte zuständig. Dafür gibt es zum ersten den Päpstlichen Rat Cor Unum, zum anderen die vielen nationalen kirchlichen Hilfswerke und die Caritas. Das Almosenamt unterstützt Einzelpersonen und Familien, die sich mit ihren Anliegen an den Papst oder direkt an die Behörde wenden. Dafür stehen jährlich rund eine Million Euro zur Verfügung. Täglich erreichen das Almosenamt bis zu 200 Briefe. Jeder Anfrage muss eine entsprechende Bestätigung des Ortspfarrers beiliegen. In der Regel erhalten die Bittsteller eine Zuweisung von 100 bis 500 Euro.

Die Einnahmen kommen aus dem Verkauf von Pergamenturkunden mit dem Segen des Papstes. Entsprechend seinen Aufgaben ist das Almosenamt in 2 Abteilungen gegliedert: Das Segensbüro, das 1893 als „Amt für Päpstlichen Segen“ gegründet und 1917 dem Almosenamt eingegliedert wurde, und die Abteilung für die Prüfung und Vergabe der Almosen. Das Almosenamt ist für jeden Gläubigen zugänglich, z. B., um persönlich Pergamenturkunden zu bestellen.

OR Nr. 1 vom 4. Januar 2013, S. 6:
Vatikan gibt 900’000 Euro Almosen.

Das vatikanische Almosenamt hat im Jahr 2011 etwa 900’000 Euro für Bedürftige bereitgestellt. Es entsprach damit 7’000 Hilfegesuchen. Hilfsempfänger seien nicht nur Einzelpersonen, sondern auch rund 60 karitative Einrichtungen aller Art, sagte der päpstliche Almosenpfleger, Erzbischof Guido Pozzo, gegenüber unserer Zeitung. Die Zuwendungen konzentrieren sich vor allem auf das Bistum Rom und Italien, Unterstützung sei jedoch auch Antragstellern in anderen Ländern, vor allem in Osteuropa und im Nahen Osten gewährt worden.

Das Geld für die Hilfen stammt nach Pozzos Angaben aus dem Vertrieb von Segensformularen. Insgesamt hat das Almosenamt im Jahr 2011  228’000 Segensformulare ausgestellt. 120’000 seien unmittelbar beim Almosenamt bestellt, weitere 108’000 seien von den etwa 70 zum Vertrieb befugten Einrichtungen ausgegeben worden (je Tag rund 635 Segensformulare).

OR Nr. 50 vom 13.12.2013
Almosen aus dem Vatikan haben sich verdoppelt

Die Almosenvergabe des Papstes hat sich im Jahr des Pontifikatswechsels gegenüber  dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Das sagte der päpstliche Almosenpfleger, Erzbischof Konrad Krajewski. Der Heilige Vater sagte immer: „Dein Konto steht gut, wenn es leer ist. Dann kann man es auffüllen. “ Franziskus frage ihn oft, ob er für seinen Dienst weiteres Geld benötige. Wenn er abends rund um den Vatikan unterwegs sei, um Obdachlose und andere Bedürftige mit Essen zu versorgen (Diese Tatsache bestätigt mir der Kanzlist der Schweizergarde. WA), würde ihn Franziskus am liebsten begleiten, so Krajewski. Dies sei aber aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Stattdessen bekomme er freiwillige Hilfe von Schweizergardisten. Die Mittel der Almosenverwaltung stammen überwiegend aus Spenden. Ausserdem nimmt sie laut Krajewski jährlich rund 250’000 Euro durch den Verkauf päpstlicher Segensurkunden (siehe ein paar Zeilen weiter vorne) ein, die zum Preis von 5 bis 15 Euro je Pergament anlässlich von Taufen, Hochzeiten und ähnlichen Anlässen gekauft werden. Rund 30 Mitarbeiter bearbeiten schriftliche Hilfsanfragen, die in dem Büro eingehen.

Kirche heute 38/2014 September, S. 2
Streit um Papstsegen

Der Vatikan will zum Jahresende rund 50 römischen Vertragshändlern die Konzession für die Erstellung und Verbreitung von päpstlichen Segensformularen entziehen. Die Bildblätter mit dem Konterfei des Papstes, aus deren Erlös ein Teil der Armenhilfe des Papstes zugutekommt, werden dann nur noch direkt beim vatikanischen Almosenamt (Via Pellegrino, Eingang S. Anna) erhältlich sein. Bislang waren die mitunter kunstvoll gestalteten päpstlichen Segenswünsche für Hochzeiten, Erstkommunion und Todesfälle zum Preis von umgerechnet 10 bis 60 Schweizer-Franken in den Devotionalienläden rund um den Vatikan zu erwerben. Aufgekommen war der Verkauf von Segenswünschen unter Papst Leo XIII. Pecci  (1878-1903).

OR Nr. 47 vom 21.11.2014, S. 3

Auf Initiative des Päpstlichen Almosenmeisters, Bischof Konrad Krajewski, wurden neben den Sanitäranlagen unweit des Bronzetores drei Duschkabinen eingebaut. Damit haben die Obdachlosen in Vatikannähe einen Platz, wo sie sich waschen und ihre Kleidung reinigen können.

OR Nr. 47 vom 21.11.2014,  S. 11

Der Vatikan hat für bedürftige Familien in Rom einen Teil der Strom- und Wasserrechnungen übernommen. Allein im Oktober habe das Päpstliche Almosenamt 200’000 Euro für diese Unterstützung des menschlichen Grundbedarfs ausgegeben, heisst es in einer Mitteilung. Weitere 50’000 Euro habe die vom polnischen Bischof Konrad Krajewski geleitete Behörde an Migranten gezahlt, damit sie sich bei staatlichen Stellen ordnungsgemäss anmelden konnten.

OR Nr. 24 vom 12. Juni 2015, S. 2
Papst spendierte Obdachlosen eine Reise zum Turiner Grabtuch

Rund 50 Obdachlose und Arme aus Rom haben auf Einladung von Papst Franziskus am 4. Juni das Turiner Grabtuch besucht. Der Papst hatte den regelmässigen Besuchern der Suppenküche der römischen Pfarrei Santa Lucia die Busreise in die norditalienische Stadt spendiert. Zudem bekam jeder vor der Abreise vom päpstlichen Almosenverwalter, Erzbischof Konrad Krajewski, in Rom 30 Euro ausgehändigt. Unter den Pilgern befand sich auch ein Muslim aus dem Senegal. „Wir dürfen Bedürftige nicht nur mit Brot ernähren, sondern müssen ihnen auch Gelegenheit geben, sich an den schönen Dingen zu erfreuen“, sagte Erzbischof Krajewski. Die Obdachlosen und Armen „bereiten die Strasse für die Reise von Franziskus“. Der Papst selbst wird vom 21. bis 22. Juni 2015 nach Turin reisen, um das Grabtuch zu besuchen. Untergebracht war die Gruppe im Gästehaus eines katholischen Krankenhauses. Bei ihrer Ankunft in Turin wurden die Gästen aus Rom vom Turiner Erzbischof Cesare Nosiglia persönlich empfangen. Der Würdenträger kennt die römische Pfarrei Santa Lucia und ihr Engagement für die Armen sehr gut. In seiner Zeit als Stellvertreter des Kardinalvikars von Rom leistete er selbst oft karitative Dienste in dieser Gemeinde. Er brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass der Besuch des Turiner Grabtuches „diesen Brüdern und Schwestern eine Botschaft der Hoffnung vermitteln möge, damit sie neue Kraft für ihr Leben schöpfen können“. – Eine weitere Gruppe von rund 60 Obdachlosen und Armen aus Rom reiste in diesen Tagen auf Kosten des Papstes nach Turin. – Das Turiner Grabtuch ist seit dem 19. April 2015 erstmals seit 5 Jahren wieder öffentlich ausgestellt. Das Leinen, das in der katholischen Kirche als Grabtuch Christi verehrt wird, ist noch bis zum 24. Juni 2015 im Turiner Dom  zu sehen.

Seite 4: Nach Duschkabinen und einem Friseurladen will der Vatikan nun auch Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung stellen. In der Nähe des Vatikans soll laut Wunsch des Papstes im Gebäude der Ordenszentrale der Jesuiten eine Unterkunft mit rund 30 Betten entstehen (Borgo Santo Spirito 4).

OR Nr. 34 vom 21. August 2015, S. 4
Sozialdienste arbeiten in Rom auf Hochtouren

Während die Römer vor der Sommerhitze ans Meer fliehen, arbeiten die kirchlichen Sozialdienste auf Hochtouren. Dies gelte besonders für die Caritas des Papstes, zitiert Radio Vatikan den Päpstlichen Almosenpfleger, Bischof Konrad Krajewski. Da etliche Sozialeinrichtungen Sommerpause machten oder ihren Dienst reduzierten, rückten er und seine Helfer jeden Abend aus, um Lebensmittel an Obdachlose zu verteilen. Das benötigte Geld stamme aus Spenden und dem Verkauf päpstlicher Segensurkunden (> Almosenamt). – Besonderer Andrang herrscht laut Krajewski an den Duschräumen für Obdachlose, die vor einigen Monaten neben den Kolonnaden des Petersplatzes eingerichtet worden waren. Jeden Tag nähmen dort rund 140 Bedürftige ein Duschbad. Freiwillige Helfer böten ihnen dazu ein Kit mit Handtuch, Seife und Deodorant an. Auch die Friseure, die unentgeltlich dort tätig sind, seien gefragt. – Unterdessen gingen die Bauarbeiten an einer neuen Unterkunft für Obdachlose in Vatikannähe in die Endphase, berichtet Krajewski. Nahe der Kirche Santo Spirito in Sassia, wenige Schritte vom Petersplatz entfernt (Via dei Penitenzieri 12, Strassenverbindung von der Piazza della Rovere zur Borgo S. Spirito) werden derzeit Schlafräume für Männer eingerichtet. Unterkünfte für Frauen werden von Mutter-Teresa-Schwestern in ihrer Sozialstation „Donum Mariae“ am Rand der Vatikanmauern angeboten (links neben der Glaubenskongregation, Mauerecke, > Verpflegungsstelle für Minderbemittelte/ Obdachlose).

Kirche heute 10/2016 März, S. 2
Ambulatorium eröffnet

Für die zahlreichen Obdachlosen rund um den Vatikan hat Papst Franziskus eine kleine Ambulanzstation (Erste-Hilfe-Station) errichten lassen (29.02.2016). Ärzte und Pfleger aus dem Vatikan und Rom leisten akute Hilfe und Vorsorgeuntersuchungen. Bereits vor einem Jahr hatte der päpstliche Almosenverwalter Erzbischof Konrad Krajewski Duschanlagen an den Kolonnaden des Petersplatzes eröffnet, die später mit einem kleinen Friseursalon ergänzt wurden. Die neue Station ist neben der Duschanlage
→Obdachlose

Altäre in der Kirche

Katholische Wochenzeitung Baden/CH, 4/2015 Januar, S. 10 (…)
Bischof ordnet in seiner Diözese Rückführung des Tabernakels in die Mitte des Altarraumes. In Albenga-Imperia/Italien „Volksaltäre“ (versum popolum) weg.

Der Bischof von Springfeld im US-Bundesstaat Illinois, Msgr. Thomas John Joseph Paprocki, erteilte Anweisung, in den Kirchen seiner Diözese den Tabernakel mit dem Allerheiligsten Altarssakrament wieder in den Mittelpunkt des Presbyteriums (Chorraum, Altarraum) zurückzuführen. Bischof Paprocki, 2010 von Papst Benedikt XVI. ernannt, verfasste den Hirtenbrief „Ars celebrandi et adorandi“ an seine Diözese. Darin zeigt er die reiche Tradition und die Lehre der Kirche zur Zelebration und Anbetung der heiligen Eucharistie auf. Der Bischof skizziert auch die historische Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten und übt Kritik an der Verdrängung des Allerheiligsten aus dem Zentrum des Altarraumes und teils sogar seine gänzliche Entfernung aus dem Altarraum. Die Orte, in die das Allerheiligste verbannt wurde, seien manchmal nicht mehr als rudimentär (verkümmert) adaptierte (angepasste) Abstellkammern. Diese Abschiebung des Altarssakramentes in oft kaum auffindbare Seitenkapellen habe ein Ende zu finden.

Hirtenbrief „Ars celebrandi et adorandi“. „Ich beziehe mich auf Kirchen und Kapellen unserer Diözesen: In jenen, in denen der Tabernakel verlegt wurde, muss er wieder und so schnell wie möglich ins Zentrum des Presbyteriums zurückgeführt werden, wie es dem ursprünglichen architektonischen Projekt entsprach. Tabernakel, die sich nicht im Zentrum des Presbyteriums oder jedenfalls nicht in einem sichtbaren, bedeutungsvollen und würdigen Rahmen befinden, müssen in das Zentrum des Presbyteriums versetzt werden. Tabernakel, die sich nicht im Zentrum des Presbyteriums, aber dort an sichtbarer, wichtiger und würdiger Stelle befinden, können dort bleiben.“ – Der erste Teil bezieht sich auf Kirchen, die vor der Liturgiereform gebaut wurden,, die beiden anderen Teile auf danach errichtete Kirchen. Bischof Paprocki ruft den Gläubigen in Erinnerung, dass die korrekte Ehrerbietung für den Herrn im Allerheiligsten Sakrament des Altares die Kniebeuge ist. Der Bischof ruft die Diözese auf, häufiger den Eucharistischen Segen zu spenden, die Eucharistische Anbetung und Eucharistische Prozessionen durch die Strassen der Pfarreien zu fördern.

Der fruchtbare Boden Chicagos. Die Diözese Springfield ist ein Suffragan-Bistum (mehrere Suffragan-Bistümer zu einer Diözese unter einem Erzbischof zusammengefasst) der Erzdiözese Chicago. Bischof Paprocki stammt aus der Erzdiözese Chicago und wurde dort 1978 zum Priester geweiht. 2003 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Chicago unter Francis Kardinal George. Papst Franziskus nahm am vergangenen 20. September den Rücktritt aus Altersgründen des 77jährigen Kardinals an. Die Ernennung von Blaise Cupich zu seinem Nachfolger gilt als eine der umstrittensten Personalentscheidungen des argentinischen Papstes. Msgr. Cupich gilt als liberaler Aussenseiter im US-Episkopat (alle Bischöfe und Kardinäle). Sowohl Chicago als auch Springfield weisen überdurchschnittlich viele Priesterberufungen auf. Bischof Paprocki ist ein Förderer altritueller Institute in seiner Diözese.

Entfernung aller doppelnden „Volksaltäre“ durch Bischof Oliveri. Die Massnahme von Bischof Paprocki erinnert an eine Massnahme von Bischof Mario Oliveri von Albenga-Imperia in Italien. Bischof Oliveri liess alle „Volksaltäre“ aus den Kirchen seiner Diözese entfernen, in denen sie, wegen des Vorhanden-Seins eines älteren Hochaltars, eine unnötige und unverständliche Doppelung darstellten. Diese und andere Massnahmen des Bischofs zur katholischen Erneuerung brachten ihm die ideologische Feindschaft einiger Kirchenkreise ein. Gegen Bischof Oliveri wurde im vergangenen Oktober im Zusammenwirken von innerkirchlichen Kräften und kirchenfernen Kreisen eine Hetzkampagne gestartet mit der Absicht, seine Absetzung zu erwirken, die man sich von Papst Franziskus erwartete. Noch ist Msgr. Oliveri amtierender Bischof.

Altkatholische Kirche

Konzil

Ambulatorium im Vatikan

(FAS =  Fondo Assistenza Sanitaria)  Poliambulatorio

Via  della Posta, Tel. für Reservierung: 06 698 853 47.
Mo bis Sa 08.30 bis 12.30; Mo bis Sa 15.30 bis 17.30 Uhr
Im Palazzo Belvedere, einem Bürogebäude im Neo-Renaissance-Baustil

Nur für ambulante Behandlung. Im Vatikan selber befindet sich kein Spital, wohl aber waren im 3. Stock des Papstpalastes Einrichtungen für einen  Notfall (durch Paul VI. einrichten lassen, Benedikt XVI. genügen z. B. Zahnarzteinrichtungen), Notfallzimmer. FAS:
Alle Fachärzte (auch ein Gynäkologe, Urologe, eine Hebamme), Zahnarzt. Notfallwagen. Bevorzugte Spitäler: Gemelli (Papst), Santo Spirito, Spital auf der Tiberinsel, je nach Unfall oder Krankheit: Es gibt eine offizielle Liste, welche Spitäler mit dem Vatikan in Vertrag stehen. Versorgung für ledige Gardisten gratis. Für  Verheiratete 2 % vom Lohn für die ganze Familie, beispielsweise nach 8 Jahren Garde rund CHF 50.00/Monat. Medikamente für Ledige gratis. Familien 50 Cents je Medikament, egal, wieviel es kostet.

Für Bürger/Einwohner des Vatikans wird etwas mehr Leistung verlangt.
Zahnarzt: minimalste Grundversorgung für alle Gardisten gratis.
40 %-Anteil für externe Behandlung (bevorzugt bei der Garde: deutsche Zahnärzte in der Stadt Rom)

Die ambulatorische Betreuung dürfen in Anspruch nehmen:
Vatikanbürger, Einwohner der Vatikanstadt, Angestellte des Staates/des Hl. Stuhles und von anderen Einrichtungen des Heiligen Stuhles, Mitglieder der Krankenkasse der Vatikanstadt.
→ Medizinische Versorgung

AS, Vatikanistan, S. 143:
Die ambulante Klinik: Gleich am Eingang begrüsst einen die segensreiche Madonna. 15 Ärzte haben hier ihre Praxen, vom Kardiologen bis zum Chirurgen, Echographen (Echographie: elektroakustische Untersuchungsverfahren zur Lokalisation von Tumoren) und Arbeitsmediziner. Dass es eine geriatrische Praxis (Altersbeschwerden) im Vatikan gibt, war zu erwarten. Auf den ersten Blick ungewöhnlich dagegen die Hinweisschilder auf einen Kinderarzt und einen Gynäkologen. Aber es darf sich jede/r Angestellte des Vatikan hier behandeln lassen – samt Familie. Ausserdem gibt es einen gerichtsmedizinischen und tierärztlichen Dienst. Für Notfälle steht rund um die Uhr ein Erst-Hilfe-Dienst zur Verfügung. Der Vatikan hat Verträge mit Spezialisten ausserhalb der Mauern, falls eine Krankheit nicht in den Ambulatorien behandelt werden kann. (WA: Beim Tod des Kommandanten-Ehepaars Estermann der Schweizergarde mit Selbstmord des Attentäters im Jahre 1998 war man auf die Hilfe von Professoren Italiens angewiesen. →Schweizergarde, Untersuchungsbericht „Attentat Estermann“)

„Amoris laetitia“

Päpstliches Schreiben (Abschlussdokument) nach der Bischofssynode 2014/2015.
⇒Bischofssynode

Ampeln im Vatikanstaat

Der Vatikanstaat kennt keine automatischen, nur manuelle Ampeln: bei der Zecca und beim  Eingang Perugino. Tempolimite auf dem ganzen Vatikangebiet: 30 Stundenkilometer. Kein Radar.  Gendarmen „kontrollieren“ hie und da auf der Rennstrecke des Vatikan, der Via della Fondamenta hinter der Peterskirche. Sie halten „Schnellfahrer“ an und fragen nach dem gefahrenen Tempo. „Dreissig“ lautet immer die Antwort. Vermutlich kennt der Gendarm den Strafzettel-Block gar nicht. Chauffeure von Kardinals- und Bischofskarossen  kennen keine Kontrollen, nicht einmal in der Stadt Rom.

Die 30 Strassen und Plätze des Vatikans sind seit 1973 mit Strassenschildern versehen.

Amtssprache im Vatikan

Offiziell das Latein, aber heute werden nur noch wichtige Dokumente lateinisch abgefasst, z. B. die Ernennung des Kommandanten der Schweizergarde. Korrespondenzsprache im Vatikan ist normalerweise italienisch.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Amtssprache ist Latein, in diplomatischem Schriftverkehr dagegen Französisch. Doch kann man sich mit den Bewohnern des Landes in der Regel in Altgriechisch, Deutsch, Italienisch und Englisch verständigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein vatikanischer Staatsbürger alle diese Sprachen fliessend beherrscht, ist hoch. So ist der Vatikan auch der einzige Staat, dessen Lokalzeitung „Der Römische Beobachter (L’Osservatore Romano) in 20 Weltsprachen erscheint. „Radio Vatikan“ wiederum ist der einzige Staatssender, der kein Programm für die eigenen Bürger ausstrahlt. Und auch für die Ausländer nicht, denn nach eigenem Verständnis kann keiner der Hörer weltweit als Ausländer betrachtet werden. Aus diesem Grund gibt es, obwohl in 47 Sprachen gesendet wird, für „Radio Vatikan“ keine Fremdsprache.
→Radio Vatikan  →Zeitung

Amtsstücke des Papstes

→Kleider

Andreas, erstberufener Apostel

OR Nrn. 30/31 vom 26. Juli 2013, S. 6
Kreuzreliquie des hl. Andreas unterwegs

Wien/Moskau/Kiew. Die auf Patras (griech. Stadt) aufbewahrte Kreuzreliquie des „Erstberufenen der Apostel“, Andreas, „pilgert“ derzeit durch Russland, die Ukraine und Weissrussland, berichtete die Stiftung „Pro Oriente“. Die „Pilgerfahrt“ bildet den Auftakt zu den 1.025-Jahr-Feiern der „Taufe der Rus“ (alte Bezeichnung der ostslawischen Stämme im 9./10. Jahrhundert) und dem 25-Jahr-Gedenken der „Wiederauferstehung der russisch-orthodoxen Kirche“. Die Kreuzreliquie wird am 2. August nach Patras zurückkehren, wo sie sich Jahrhunderte hindurch befand. – Nach dem 4, Kreuzzug verschleppten die Eroberer die kostbare Reliquie nach Marseille. Während der Französischen Revolution rettete ein katholischer Priester unter Einsatz seines Lebens die Reliquie vor dem Verbrennen. Im Oktober 1979 ersuchte Metropolit Nikodemus von Patras den damaligen Erzbischof von Marseille, Kardinal Roger Etchegaray, um die Rückgabe der Reliquie. Etchegaray entschied sich für eine Rückgabe; im Januar 1980 wurde die Kreuzreliquie nach Patras zurückgebracht.

Der jetzige Metropolit von Patras, Chrysostomus, erinnerte in St. Petersburg daran, dass die Mission des hl. Andreas – der Bruder des hl. Petrus – die orthodoxen Kirchen von Russland und Griechenland miteinander verbinde, berichtet die Stiftung „Pro Oriente“.

Angelus, der/das

Jürgen Ersbacher, Der Vatikan, das Lexikon, S. 25
Der „Engel des Herrn“ (lat. Angelus) ist ein Gebet, das dreimal am Tag – morgens, mittags und abends – gebetet wird. Die konkreten Zeiten variieren je nach Region. Begleitet wird das Gebet durch das Angelusläuten. Der Papst betet jeden Sonntag und an einigen Feiertagen um 12 Uhr vom Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast (3. Stock gegen den Petersplatz gewandt, 2. Fenster von rechts) aus mit den Gläubigen und Touristen auf dem Petersplatz den Angelus. Auch auf Reisen wird die Tradition des sonntäglichen Angelus nicht unterbrochen. Das Angelus ist beim Papst in der Regel eingebettet in eine kurze Ansprache, dem Angelus, dem Segen und der Begrüssung spezieller Gruppen. – Die Ursprünge des Angelus liegen im 13. Jahrhundert in der französischen Spiritualität. Dort setzte sich die Tradition durch, beim Läuten zum Abendgebet, der Komplett, die Gottesmutter zu grüssen. Später kamen das Morgen- und Mittagsläuten hinzu. (…)
Papst Franziskus, der sein Domizil im Domus Santa Marta hat, begibt sich zzt. zum Angelus in die Papstwohnung (Auto, Lift) ans 2. Fenster.

Angestellte im Vatikan, Zahlen 

→Nebenregister  „Angestellte“

Staat der Vatikanstadt, Angestellte im Jahr 2002:
Total 1511 Angestellte:
davon 75 Priester, Ordensleute, 1432 Laien, 566 Pensionäre:
180 Angestellte in den Büros
250 Angestellte in den Museen
380 Angestellte in der Technik (Floreria)
150 Gendarmen
130 Angestellte in der Wirtschaft (Supermarkt, Bekleidungsgeschäft, Elektrogeschäft, Post, Apotheke …)

Vatikanischer Rentenfonds: Pensionen 15 Millionen Euro bzw. CHF 24 Millionen (Jahr) bzw. CHF 2 Millionen/Monat  (Tag CHF  65’000), rund 1’600 Pensionäre beider „Rechtsträger“, ohne Schweizergarde. Sie speist aus einem anderen Fonds.

a) Angestellte im Jahre 2006, Vatikan:
(Katholiken, Mitarbeitende Weltkirche, Priester  → Katholiken)

Einwohner/innen im Vatikan: zwischen 450 bis 600 Personen. Es gibt mehr Vatikan-Bürger/innen als Einwohner/innen: mehr, weil einige Vatikanbürger/innen in der Stadt Rom wohnen und das diplomatische Corps im Ausland dazu gezählt werden muss. Es gibt Einwohner, die im Vatikan wohnen müssen, z. B. der Kommandant der  Gendarmerie und der  Feuerwehr, der Chef der Apotheke. Wenige Gendarmen wohnen im Vatikan. Rund 130 Angehörige der Schweizergarde inkl. deren Familien müssen im Vatikan wohnen. Nur die Kardinale müssen  als Vatikaneinwohner katholisch getauft sein.  – (Massimo, statistisches Amt: 003906 698 845 17 für genaue Angaben)

  1. Angestellte des Heiligen Stuhles, 2006:
    773 Diözesanpriester
    331 Ordensleute
    1’600 Laien (hier auch die Schweizergarde)
    2’704 Total

Rund 1’000 Pensionäre (37 % alle Angestellten)

2. Angestellte des Staates der Vatikanstadt, 2006:

      1’693 Total
Rund 570 Pensionäre (34 % aller Angestellten)

3. SCV und  Hl. Stuhl total im Jahre 2006                 ~4’400 Angestellte

b) Angestellte im Jahre 2007, Vatikan (OR vom 18.07.2008)

1. Heiliger Stuhl

778 Diözesanpriester
333 Ordensleute
1’637 Laien

2’748 Total Angestellte beim Hl. Stuhl bei rund 1000 Pensionären

2. Staat der Vatikanstadt

1’795 Priester, Ordensleute, Laien, 102 mehr als im Jahre zuvor. Personalkosten:
Euro   62,3 Millionen/Jahr

3. SCV und Hl. Stuhl im Jahr 2007:                            4’543 Angestellte

c) Angestellte im Jahr 2008, Vatikan  (OR vom 23.07.2009, Nr. 29)

1. Heiliger Stuhl

766 Priester
344 Ordensleute (davon 261 Männer, 83 Frauen)
1’652 Laien (davon 1201 Männer, 451 Frauen)

2’762 Personen beim Hl. Stuhl 2008

     Total  534 Frauen (19,33 %), total 2’228 Männer (80,66 %)

2. Staat der Vatikanstadt

1’826 Laien (davon 1543 Männer, 283 Frauen)
38 Ordensmänner
27 Ordensfrauen

1’891 Personen beim Vatikanstaat 2008

3. SCV und Hl. Stuhl im Jahre 2008:l                         4’653 Angestellte

Total  310 Frauen (16,39 %), total 1581 Männer (83,61 %)

d) Angestellte im Jahre 2011, Vatikan (OR Nr. 28 vom 13. Juli 2012, S. 3)

1.

Hl. Stuhl

2’832

Mitarbeitende

2.

Staat der Vatikanstadt

1’887

Mitarbeitende
Total Vatikanangestellte im Jahre 2011

4’719

Mitarbeitende

e) Angestellte im Vatikan Ende 2012  (OR Nrn. 3/31 vom 26.07.2013)

Total Angestellte Vatikanstaat Ende 2012           1’936 Mitarbeitende
Total Angestellte Hl. Stuhl Ende 2012                  2823 Mitarbeitende

Total Vatikanangestellte im Jahre 2012           4’759 Mitarbeitende

→ separates Register  „Angestellte“

Fernsehen BR vom 17.08.2011, 20.15 Uhr:
Die erste Angestellte mit Vertrag im Vatikan wurde 1934 eingestellt: Hermine Speier (Spini), Archäologin, Deutsche und Jüdin (später konvertiert), aus Frankfurt am Main.
Bis in die 60er-Jahre gab es nur Klo-Frauen.
Beerdigt im →Deutschen Friedhof. →Frauen  →Speier

Anglikaner

Basler Zeitung vom 21. März 2013, S. 9, Sebastian Borger, London

Justin Welby, ehemaliger Ölmanager, wird höchster Geistlicher der anglikanischen Kirche. Einige seiner Vorgänger starben einen gewaltsamen Tod. Auch Justin Welby lebte bisher gefährlich. „Ja, dreimal“, antwortete er kühl auf die Frage, ob es Gelegenheiten gab, in denen er um sein Leben fürchten musste. In allen drei Fällen war der schmächtige Geistliche unterwegs in Nigeria, um dort bei Konflikten zu vermitteln. Heute wird der mittlerweile 57-jährige feierlich in seine neue Funktion eingeführt. Als 105. Erzbischof von Canterbury leitet er zukünftig nicht nur die Staatskirche von England. Welby wird auch der geistliche Leiter der anglikanischen Gemeinschaft mit weltweit 80 Millionen Gläubigen in 38 Provinzen, verteilt auf 160 Länder der Welt. (…)

Kirche heute 40-42/2013 September, S. 2
Erste anglikanische Bischöfin in Irland

Die Irin Pat Storey ist zur ersten anglikanischen Bischöfin auf den Britischen Inseln gewählt worden. Gemäss dem Sender BBC wurde die Geistliche zur Bischöfin der Kirche von Irland, welche die ganze Insel umfasst, in Meath and Kildare gewählt. Die irischen Anglikaner hatten als erste der vier Nationalkirchen auf den Britischen Inseln das Bischofsamt für Frauen geöffnet.

Katholische Wochenzeitung 34/2014 August, S. 3
Anglikanischer Bischof suspendiert Priester wegen „Homo-Ehe“

Grossbritannien.  Der  anglikanische Bischof Richard Inwood entzog Canon Pemberton, der entgegen der bestehenden Regeln seiner Kirche seinen langjährigen Partner im April „geheiratet“ hatte, die Erlaubnis, sein Amt weiter auszuüben. – Der erste anglikanische Geistliche in einer gleichgeschlechtlichen „Ehe“ ist vom Dienst suspendiert worden. Der Bischof der Diözese Southwell und Nottingham entzog Canon Jeremy Pemberton, der entgegen der bestehenden Regeln seiner Kirche seinen langjährigen Partner im April „geheiratet hatte, die Erlaubnis, sein Amt weiter auszuüben, wie die „Mail on Sunday“ berichtete. Pemberton bleibe jedoch weiter Seelsorger in einem Krankenhaus in Lincoln. Indes schloss ein weiterer anglikanischer Geistlicher am Wochenende die „Ehe“ mit seinem langjährigen Partner. Der Pfarrer in der Gemeinde Kilburn in Nord-London lud nach der Feier am Samstag alle Gemeindemitglieder zu einer „Hochzeitsparty“ mit Champagner und einem schwulen Männerchor im kommenden Monat ein. – Für England und Wales hatte Grossbritanniens konservative Regierung in London im vergangenen Sommer die Einführung gleichgeschlechtlicher „Ehen“ durch Unter- und Oberhaus gebracht. Königin Elisabeth II. unterzeichnete das Gesetz Mitte Juli 2013. Seit dem Frühjahr können homosexuelle Paare staatlich „heiraten“. Die anglikanische wie die katholische Kirche hatten gegen das Gesetz protestiert. Im Februar hatten die Bischöfe der anglikanischen Kirche in England Leitlinien verabschiedet, die gleichgeschlechtliche „Ehen“ für Kleriker verbieten und einen kirchlichen Segen für solche Verbindungen ausschliessen.
(Siehe auch „Bischöfinnen“)

OR Nr. 35 vom 29.08.2014, S. 11
Anglikanischer Bischof David Russel gestorben

Kapstadt. Der südafrikanische anglikanische Bischof und Anti-Apartheid-Aktivist David Russel erlag im Alter von 75 Jahren in Kapstadt einem Krebsleiden, wie die dortige Erzdiözese mitteilte. Mit Russels Tod gehe für die Kirche eine Ära zu Ende, sagte der anglikanische Erzbischof von Kapstadt, Thabo Makgoba. Er würdigte das prophetische und beherzte Wirken Russels vor allem für die Ärmsten. – Russels Kampf gegen die Apartheid startete in den frühen 70er Jahren. Damals erliess das weisse Minderheitsregime mehrere Gesetze, um die schwarze Bevölkerung aus den Städten und wirtschaftlichen Zentren des Landes zu vertreiben. Russel arbeitete unter anderem als Seelsorger für Wander- und Minenarbeiter.

OR Nr. 9 vom 03.03.2017, S. 1
Papst Franziskus besuchte die anglikanische Allerheiligen-Kirche

Papst Franziskus hat am Sonntag, 26. Februar 2017, als erster Bischof von Rom die anglikanische „All-Saints“-Kirche in Italiens Hauptstadt besucht. Dies sei nicht nur eine Gnade, sondern auch mit der Verantwortung verbunden, die gemeinsamen Beziehungen weiter zu stärken, sagte er in der Allerheiligenkirche der Anglikaner. „Manchmal kann der Weg zur vollständigen Einheit langsam und unsicher erscheinen, aber aus unserer heutigen Begegnung können wir Ermutigung ziehen“, machte Franziskus Hoffnung für die Ökumene. Der Papst nahm in dem neugotischen Gotteshaus an einem „Choral Evensong“, teil, dem anglikanischen Pendant zum katholischen Vespergottesdienst. Anlass des Besuchs war das 200-jährige Bestehen der Pfarrei.
OR Nr. 12 vom 24.03.2017, S. 9: (…) Bei der Begegnung mit der anglikanischen Gemeinde in Rom deutete er überdies die Möglichkeit für eine gemeinsame Reise mit dem Primas der Anglikaner, Erzbischof Justin Welby, in den Südsudan an. Die Möglichkeit für die Verwirklichung dieser Reise werden noch überprüft. – Der Papst segnete bei diesem Besuch in der „All Saints church“ eine Ikone.

Kirche heute 13/2017, März, S. 2
Anglikanisches Gebet im Petersdom

Erstmals in der Geschichte hat im Petersdom ein Gebet nach anglikanischem Ritus stattgefunden. Die liturgische Veranstaltung stand im Zusammenhang mit den 50-Jahr-Feiern der offiziellen Aufnahme des anglikanisch-katholischen Dialogs 1966. „Das ist ein Moment von historischer Tragweite“, sagte der Sekretär der vatikanischen Gottesdienstkongregation, Kurienerzbischof Arthur Roche, in seiner Predigt. Der Brite äusserte laut Radio Vatikan die Hoffnung, dass Hindernisse auf dem Weg der Ökumene dank dem Wirken des Heiligen Geistes durch Mut und Gebet überwunden werden könnten.

Gleiche Seite: Was ist die anglikanische Kirche? Die anglikanische Kirche entstand zur Zeit der Reformation in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren (WA: Die erste Ehe mit Katharina von Aragon brachte keinen männlichen Thronfolger hervor.). Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte Heinrich VIII. 1534 sich selbst ein. In der Glaubenslehre blieben die Anglikaner zunächst bei der katholischen Lehre. Später setzten sich protestantische Einflüsse durch. Die Anglikanische Gemeinschaft besteht weltweit aus rund 70 Millionen Menschen in über 450 Diözesen.

Katholische Wochenzeitung CH Baden, 13/2017 März, S. 13
Anglikanischer Bischof: Vorsicht bei „Die Schöne und das Biest“

Eltern hätten die Aufgabe, ihren Kindern bei der Auswahl ihrer Unterhaltungsprogramme Orientierung zu geben. Das gelte besonders in einer sich schnell wandelnden Zeit, schreibt Bischof Rennis Ponniah.
Rennis Ponniah, der anglikanische Bischof von Singapur, hat die Priester seines Bistums aufgefordert, ihre Gemeinden auf die homosexuellen Inhalte des Disney-Films „Die Schöne und das Biest“ hinzuweisen. Disney-Filme würden in der Regel gute Werte vermitteln, doch die Zeiten änderten sich grundsätzlich, schreibt der Bischof in einem offenen Brief an seinen Klerus. In der Neuverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ werde eine Person als homosexuell dargestellt, deren gleichgeschlechtliche Beziehung in einer Nebenhandlung gezeigt werde.
Eltern hätten daher die wichtige Aufgabe, ihren Kindern Orientierung zu geben. Das betreffe nicht nur diesen Film, sondern generell die Auswahl der Unterhaltungsprogramme in einer sich schnell wandelnden Zeit, schreibt der Bischof.

Anna, Sankt (Kirche im Vatikan)

→Pfarrei St. Anna

Annona (Supermarkt) im Vatikan

Via della Tipografia

Annona, so hiess in der Antike der Getreidespeicher einer Bürgerschaft. Es gab auch eine Göttin Annona, zuständig im frühen Rom für den Überfluss.

2 x in der Woche fährt normalerweise morgens um 05.45 Uhr in S. Anna ein Fleischlastwagen aus Frankreich oder Belgien (EU-Länder) ein, um die Annona zu bedienen. Fleisch ist z. T. ‚ausgemetzget’, der Rest wird im Keller der Annonna verarbeitet. Im Vatikan soll kein Tier getötet werden. Milch und Yoghurt vom Vatikan-Bauernhof aus Castel Gandolfo. Ein Schweizer Bauernsohn und Pfarrer hätte schwarz-weiss Fribourger Kühe dort gesehen, ein deutscher Journalist hingegen Friesenkühe (siehe unter „Bauernhof“).

Wer kauft ein?  Die mit einer Karte (Vatikanangestellte, Bürger und Einwohner, auch Exklaven-Einwohner, nicht übertragbar. Halb Rom kauft ein.) Keine Kontrolle. Ein  Gendarm steht vor der Annona (Diebstahl, Abschrecken.). Was kann nicht gekauft werden?  Man kann alles kaufen ausser Tabakwaren. Diese aber sind im vatikanischen → Bahnhof zu erstehen.

Nicht unbedingt günstiger als in der Stadt, dafür Qualität Ia, z. B. Schokolade aus der Schweiz, Butter aus Österreich, Fleisch siehe eingangs. Frischprodukte aus den päpstlichen Gärten (siehe unter „Bauernhof“), Alkoholika. –  Auch ein C+C für Grosseinkäufe ist im  Vatikan, der z. B.  Klöster bedient. Alles steuerfrei.
→Nuzzi

AS, Vatikanistan, S. 147:
Das „Gesetz über die betriebswirtschaftliche, kommerzielle und berufliche Ordnung“ vom 7. Juni 1929 legt fest, dass der Verkauf von Waren oder Lebensmitteln innerhalb der Mauern dem Staat Vatikanstadt als Monopol vorbehalten bleibt. Jeder, der im Supermarkt an einer der 11 Kassen sitzt, ist Angestellter des Vatikans.

Annuario Pontificio  (Päpstliches Jahrbuch)

(In der Vatikanischen Verlagsbuchhandlung, am Petersplatz links, für 65 Euro käuflich)

Es ist das auf italienisch erscheinende päpstliche Jahrbuch. Es enthält neben einer aktuellen Liste der Päpste, dem Status des Kardinalkollegiums und der Römischen Kurie ein vollständiges Verzeichnis aller Diözesen und anderer Territorien der Katholischen Kirche (inkl. Index der offiziellen Territorialbezeichnungen), ein Verzeichnis der Ordensgemeinschaften sowie ein Personenregister aller in den vorigen Teilen angeführten Personen sowie aller anderen, die einen päpstlichen Ehrentitel wie Apostolischer Protonotar, Ehrenprälat oder Kaplan seiner Heiligkeit (Monsignore) erhalten haben.

Zahlen: ab 1912 Jahresausgaben; 2’400 Seiten, in den gelben die Namen der Bistümer und aller Bischöfe (rund 5’000); Personenindex auf 400 Seiten rund 30’000 Namen. Erscheinungsdatum im Februar. Herausgeber: Statistisches Zentralbüro der Kirche.
Siehe → Ehrentitel   → Katholiken   → Organigramm

Apanage (finanzielle Zuwendung Italiens)

Lateranvertrag zwischen Italien und dem Vatikan 1929: finanzielle Zuwendung Italiens: siehe unter „Kirche, ihre territoriale Geschichte“, Punkt 10.5

Apostel auf der Fassade des Petersdoms 

(13 Statuen)

(„Apostel“ heisst  griechisch „Sendbote“)
→Nebenregister „Apostel“

Von links nach rechts, vom Petersplatz aus betrachtet:

 → 1 2 3 4 5 6 7
Thaddäus
(Judas)
Matthäus
Levi
Philippus Thomas Jakobus der
Ältere
Johannes
der Täufer
Jesus
→ 8 9 10 11 12 13
Andreas Johannes Jakobus
der Jüngere
Bartholomäus Simon Matthias°
Kananäus
Auf dem Petersplatz sind links und rechts vor den ansteigenden Treppen:
Simon Petrus                         Paulus°°
(mit 2 Schlüsseln)                  (mit  Schwert)

°   als Ersatzmann für Judas Iskariot
°° Paulus zählt nicht zum 12er-Apostel-Kreis

Das Abendmahl von Leonardo da Vinci  (Anfang 16. Jh.): Reihenfolge der Apostel (in DAS MAGAZIN Nr. 14, 07.04.2012, S. 13, BaZ):

Bartholomäus – Jakobus d. J. – Andreas – Judas – Petrus – Johannes – Jesus – Thomas – Jakobus d. Ä. – Philippus – Matthäus –Thaddäus – Simon

Baz Kompakt vom 21.06.2016, S. 5, Chandra Kurt
Chandras Weinempfehlung: Der 13. Apostel

Die japanische Comicserie „The Drops of God“ ist der erfolgreichste Weincomic der Welt. 2004 erschien der erste Band. Die Geschichte einfach: Zwei Brüder durchforschen die Weinwelt, um die 12 Apostel-Weine zu entdecken, die für Weinliebhaber das Grösste sind. Erst wenn sie diese gefunden und verstanden haben, erben sie den wertvollen Weinkeller ihres Vaters.
Kreiert wurde die Serie von den Geschwistern Shin und Yuko Kibayashi, die damit in Asien einen Weinhype (aggressive Werbung, Betrug) ausgelöst haben. Kaum wurde einer der Apostel-Weine bekannt, stieg sein Verkaufspreis massiv an. Inzwischen gibt es auch eine Fernsehserie – mit einem 13. Apostel-Wein: der Château Le Puy 2013, ein eher unbekannter Bordeaux der Côte de Francs. Der Produzent Jean-Pierre Amoreau stoppte darauf seinen Export nach Japan, da er nicht wollte, dass sein Wein zum Spekulationsobjekt wurde. In der Schweiz findet man zurzeit den Château Le Puy 20123. Er ist dunkel und duftet herrlich nach schwarzen Kirschen, Cassis, Heidelbeeren. Im Gaumen viel Volumen, Schmelz und fast schon barocke Fülle.
Bei den 12 Weinen handelt es sich übrigens um:

  1. Château Palmer 1999
  2. Chateauneuf-du-Pape Da Capo 2000 der Domaine du Pegau
  3. Château Lafleur 1994
  4. Chevalier-Montrachet Grand Cru 2000 von Michel Colin-Deléger et Fils
  5. Barolo Cannubi Boschis 2001 von Luciano Sandrone
  6. The Inaugural Eleven Confessions Syrah 2003 von Sine Qua Non
  7. Champagne Jaques Selosses Cuvée Exquise NV
  8. Grands Echezeaux Grand Cru 2002 von Robert Sirugue
  9. Ferrer Bobet Selecció Especial 2008
  10. Château d’Yquem 1976
  11. Brunello di Montalcino 2005 von Poggio di Sotto
  12. ?
    www.chandrakurt.com
    www.lavinia.com/ch

Apostolischer Segen

siehe „Segen, Apostolischer“

Apotheke (Farmacia Vaticana)

→separates Register

Palazzo Belvedere, Eingang S. Anna
Tel. 06 686 41 46; offen werktags 08.30 bis 18.00 Uhr, samstags 08.30 bis 13.00 Uhr

Von Pius IX. (il nono) im Jahre 1874 gegründet. Angehörige des Ordens der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott (ausgebildete Apotheker) führen: 30 Angestellte, die wenigsten Ordensleute. Die Apotheke ist die grösste Roms. Eine der wenigen, in der fast alle ausländischen Arzneien sehr preisgünstig (steuerfrei) erhältlich sind. Tessera nötig. Wer kauft hier noch ein? Jeder, der ein Arztrezept hat, eigentlich jedermann. Beim Schweizergardisten am Eingangstor St. Anna das Rezept vorweisen.

Was hatten die Apotheker während des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) zu tun?

  • sich auf alle erdenklichen Notfälle vorbereiten
  • Grosse Mengen an Medikamenten und medizinischem Material bereithalten

Abgabe von

  • Vitamin-C-Tabletten
  • Hustensäften
  • Jeden Vormittag im Schnitt 20 Bischöfe in der Apotheke
  • Riesengeschäft nach Dr. Fabian Heynes

Oktober 2006: der Direktor der vatikanischen Apotheke, Bruder Fabian Heynes, geht nach 50 Dienstjahren in den Ruhestand. Der gebürtige Australier, Mitglied des Krankenpflegeordens vom hl. Johannes von Gott, war 1955 mit 27 Jahren nach Rom gekommen. Sein Nachfolger ist ein Inder.
→ Medizinische Versorgung

AS, Vatikanistan, S. 143:
Vatikanische Apotheke, eines der belebtesten Orte im Gelände, geöffnet jeden Tag ausser Sonntag von 08.30 bis 18 Uhr, samstags bis 13 Uhr. Die Menschen stehen Schlange, an mehreren Verkaufstheken, hinter denen die Apotheker bienenemsig von Regal und Regal eilen. Aus ebenso rätselhaften wie gewiss irgendwann einmal gut gemeinten Gründen gibt es viele internationale Medikamente in Italien nicht zu kaufen. Da hilft der Vatikan. Ärzte schicken ihre Patienten mit Rezepten in die Farmacia Vaticana oder kommen selbst vorbei, um sich mit Hämorrhoiden-Kompressen „Hamolind“ einzudecken. In dringenden Fällen genügt es, ein Fax zu senden, und die Vatikanapotheke schicken die Arzneien per Post zu, per Nachnahme.

Die Farmacia ist eine Mixed Zone, ein Bereich zwischen der banalen Welt jenseits und der esoterischen diesseits der Mauern. Um hier Zutritt zu haben, genügt es, an der Passierstelle ein Rezept vorzuweisen. Es gibt in der Papstapotheke ein erstaunlich vielfältiges Angebot an Alkoholika und medizinischen Likören, Mineralsalzen, Schönheitscremes, Lippenstiften von Shiseido und sanitären Artikeln aller Art. Etwa 40 Apotheker, Lagerarbeiter und Telefonisten sind hier beschäftigt. Der modern eingerichtete Laden ist Eigentum des Hl. Stuhles. Die gefragtesten Waren sind Vitamine und Beruhigungspillen.

Vermutlich handelt es sich hier um die älteste noch aktive Apotheke der Welt, denn sie geht auf einen Beschluss von Papst Nikolaus III. (1277-80) zurück. Der beauftragte im Jahr 1277 einen „Päpstlichen Kräuterdoktor“, sich um die Gesundheit des Pontifex zu kümmern (starb dann aber doch am Schlaganfall und soll sich seither in der Hölle aufhalten – so steht es jedenfalls bei Dante). Die Brüder des Ordens leben in den Zimmern oberhalb der Apotheke. Arzneimittel sind für die Angestellten und Pensionäre der Vatikanstadt kostenlos, ebenso wie die zahnärztliche und sonstige Behandlung im Krankenhaus. Bezahlen tut der „Fonds für den Gesundheitsdienst“ (Fondo di Assistenza Sanitaria FAS), in den jeder Angestellte des Apostolischen Stuhles und des Vatikanstaates einzahlt. Damit sind zugleich seine Kinder und engere Familienangehörige abgesichert – insgesamt etwa 10’000 Menschen. Der FAS hat sein Büro im 2. Stock des Belvedere-Palastes.

John Cornwell, Wie ein Dieb in der Nacht, Seite 356:
Bruder Fabian: Die Apotheke hat einen Kundenstamm von über 8’000 Menschen: die Angestellten des Vatikans und ihre Familien (Stand 1988). Wir können alle möglichen Dinge verkaufen, die man in Italien nicht bekommen kann.

OR Nr. 42 vom 21. Oktober 2011:
Vatikan-Apotheke hat den Kundenansturm neu organisiert

Besucherandrang in der vatikanischen Apotheke. Rund 2’000 Menschen suchen täglich die Farmacia Vaticana auf. Künftig muss jeder Kunde eine Nummer ziehen und warten, bis sie auf einer Anzeigetafel erscheint. Die vatikanische Apotheke versorgt Bewohner und Bedienstete des Vatikans mit Medikamenten. Zudem können Italiener auf Rezept Arzneimittel aus der Apotheke des Kirchenstaates beziehen. Sie sind in der Regel günstiger als in Italien. Die neuen „Wartenummern“ sind Teil einer Neuorganisation der Apotheke. Das Herzstück ist die Modernisierung des Labors, berichtete der Leiter der Apotheke, Bruder Raffael. Rechnungen können auch gegenüber italienischen Finanzämtern geltend gemacht werden.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, Das Lexikon, S. 41  (Auszug)

Die Vatikanische Apotheke gehört zu den meist besuchten der Welt. Täglich kommen bis zu 1’500 Kundinnen und Kunden. Hier können auch die Römer/innen einkaufen, sofern sie ein gültiges Rezept mitbringen und das betreffende Medikament nur in der Apotheke erhältlich ist. 45 % sind solche externen Kundinnen und Kunden. Produkte, deren Zweck im Widerspruch zur katholischen Moral steht – etwa Verhütungs- oder Potenzmittel – führt die Apotheke nicht. Gesundheits-, Hygiene- oder Kosmetikartikel sind vielfach preisgünstiger als in römischen Apotheken. Die Angebotspalette wird ständig erweitert. Eine Filiale ist im vatikanischen Bahnhof. Mit der Gründung des Vatikanstaates 1929 zog die Apotheke an den jetzigen Standort, in den Palazzo Belvedere, Eingang St. Anna. Während in den Anfangsjahren nur Ordensbrüder in der Apotheke arbeiteten, sind heute nur noch  5 von knapp 50 Mitarbeiter/innen Barmherzige Brüder, darunter der Leiter der Apotheke und der persönliche „Papst-Sanitäter“. Die Ordensbrüder übernehmen zusammen mit einem Arzt des Vatikanischen Gesundheitsdienstes  im Vatikan den medizinischen Notfalldienst in den Nachtstunden. Zudem rüstet die Apotheke die 10 Erste-Hilfe-Stationen im Vatikan mit Medikamenten aus und versorgt die vatikanische Kindersozialstation Santa Marta (Dispensario Santa Marta). Siehe „Kinderfürsorgezentrum“

App

Vatikan schaltet neue App frei (Kath. Wochenzeitung 21/2014 Mai, S. 9)

Der Vatikan bietet ab sofort eine neue App an. Wie das vatikanische Governatorat mitteilte, können Benützer von iPads und iPhones über die Applikation „Vatican.va“ Reden und Tweets von Papst Franziskus, Nachrichten über den Heiligen Stuhl und die täglichen Mitteilungen des vatikanischen Presseamtes empfangen. Zudem bietet die App navigatorische Hilfe für die Wege zu den Pilgerstätten in Rom, eine virtuelle Tour durch den Petersdom, die Sixtinische Kapelle und über den Petersplatz sowie regelmässig ergänzte Fotogalerien.

APSA  (Vermögens-[Güter-]verwaltung des Hl. Stuhles)

Amministrazione del Patrimonium della Sede Apostolica
→Bank des Vatikans (AS, Vatikanistan)   →Nuzzi, Gianluigi

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, Das Lexikon, S. 42
Die Güterverwaltung des Apostolischen Stuhles ist die eigentliche Finanzverwaltung des Heiligen Stuhles. Sie verwaltet die (beweglichen) Güter und Immobilien, kümmert sich um die Lohn- und Gehaltszahlungen sowie den Unterhalt der diplomatischen Vertretungen des Heiligen Stuhles in aller Welt. Die Behörde ist in zwei Sektionen unterteilt. – Die ordentliche Sektion kümmert sich um die laufende Buchführung und die Immobilienverwaltung. Sie regelt alles, was den juristischen und wirtschaftlichen Stand der Mitarbeiter betrifft. Die Abteilung sorgt für die notwendigen Voraussetzungen, dass die Behörden und Einrichtungen des Heiligen Stuhles ihre Aufgaben erfüllen können. Dazu gehört es, die Büros mit entsprechenden technischen Mitteln auszustatten. Die Sektion ist für die laufende Buchführung verantwortlich und erstellt den Jahresabschluss sowie den Haushaltsvorschlag. – Die ausserordentliche Sektion agiert wie eine Art vatikanische Zentralbank. Sie kümmert sich um die Kapitalanlagen des Heiligen Stuhles und steht dafür in Kontakt mit Grossbanken der ganzen Welt. Beraten lässt sich die APSA von einem Expertengremium aus internationalen Finanzfachleuten, darunter von Peter D. Sutherland von der Investmentbank Goldman Sachs und Robert J. McCann von Merrill Lynch (2009/2010). – Geleitet wird die APSA von einem Kardinalspräsidenten. Ihm steht ein Sekretär im Range eines Bischofs zur Seite, die beiden Abteilungen werden jeweils von einem Delegaten geführt. Zur Kontrolle gibt es ein neunköpfiges Kardinalsgremium. Die APSA bildet zusammen mit der Präfektur für wirtschaftliche Angelegenheiten und der Apostolischen Kammer die sogenannten „weiteren Ämter der Kurie“.  Alle drei kümmern sich um Finanzfragen.
(siehe unter „Wirtschaftliche Angelegenheiten“)

OR Nr. 29 vom 18. Juli 2014, S. 3
Papst Franziskus teilt vatikanische Güterverwaltung auf

Die Güterverwaltung des Heiligen Stuhles (APSA) gibt wesentliche Kompetenzen an das neu geschaffene vatikanische Wirtschaftssekretariat ab. Papst Franziskus bestimmte in einem Motu proprio die Übertragung der „Ordentlichen Sektion“ der APSA. Sie kümmert sich um die laufende Buchführung und die Verwaltung der zahlreichen Immobilien des Vatikan. Ausserdem ist sie für die Regelung der wirtschaftlichen und juristischen Belange der Vatikanmitarbeiter zuständig. Bei der APSA verbleibt somit nur noch die „ausserordentliche Sektion“, eine Art vatikanische Zentralbank, die die Kapitalanlagen des Vatikan verwaltet. Für die Neuorganisation ändert das päpstliche Schreiben mehrere Artikel der Konstitution „Pastor Bonus“, das einem Grundgesetz des Vatikan ähnlich ist. Der Präfekt des Wirtschaftssekretariats solle für die Umsetzung eine technische Kommission gründen. Der Amtsinhaber Kardinal George Pell nannte die Aufteilung einen wichtigen Schritt. Seine Behörde könne die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Vatikan so besser kontrollieren und besser über die Einheiten des Heiligen Stuhles wachen. Die APSA wird sich nach seinen Worten künftig auf ihre Aufgabe als Kassen- und Schatzkamt des Heiligen Stuhles konzentrieren. (Das Motu proprio siehe unter „Wirtschaftssekretariat“)
→Immobilien des Vatikans (auch Nebenregister)      →Wirtschaftssekretariat

Aquädukte in der Hochblüte Roms

OR Nr. 39 vom 01.10.2010
In der Hochblüte Roms liefen 19 Aquädukte mit täglich 1,3 Milliarden Liter Wasser.

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Ein Aquädukt, von den Albanerbergen kommend, fotografiert in der Campagna Roms. Ein Aquädukt speist heute noch einige Brunnen in Rom. Eine Wendeltreppe nähe Via del Babbuino (Pavian)/Piazza del Popolo führt hinunter zum Aquädukt.

Arbeit, Arbeitszeiten im Vatikan  

→ Nationalfeiertag

Vatikanistan, Alexander Smoltczyk

Seit Januar 2008 ist nach jahrelangen Beratungen auch das „Gesetz Nummer LIV“ über die Sicherheit am Arbeitsplatz in Kraft getreten (→Organigramm, Verwaltungseinheiten). Anders als in den Nachbarstaaten wird im Vatikan auch an Samstagen bis mittags gearbeitet. Des Weiteren gilt in den Büros die Pflicht, täglich punkt 12 Uhr das Angelus-Gebet zu sprechen. Im gesamten Territorium gilt als Arbeitszeit die 36-Stunden-Woche an 6 Tagen. Ein Kurialer muss um 08.30 Uhr an seinem Arbeitsplatz erscheinen und bis 13.30 Uhr bleiben. An 2 Nachmittagen ist zusätzlich eine Präsenz von 17.30 bis 19.30 Uhr vorgesehen. Der Rest der freien Stunden hat der Priester mit Seelsorge zu belegen gemäss Interview von Kardinal Ratzinger. Zur innerbetrieblichen Weiterbildung für leitende Angestellte sind die einwöchigen Exerzitien in der Fastenzeit vorgesehen, spirituell-asketische Übungen, an denen auch der Papst teilnimmt.

OR vom  6. April 2009:
Neue Regelung der Pensionen ab 1. Januar 2010 im Vatikan:

  • Neues Rentenalter für Laien-Mitarbeiter: von 65 auf 67 Jahre hinaufgesetzt   (wenn 30 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt)
  • Neues Rentenalter für Geistliche und Ordensleute: von 70 auf 72 Jahre
  • Frauen: von 60 auf 62 Jahre hinaufgesetzt
  • Beschäftigte, die in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen, können   Übergangslösungen in Anspruch nehmen. Diese Regelungen gelten für   Arbeitsverträge, die ab 01.01.2010 abgeschlossen werden.

Die Schweizergarde ist noch gut gesegnet; sie erhält immer noch Pensionen nach 15, 20 und 25  Dienstjahren. (Siehe unter „Pensionen“)

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, S. 44
Arbeitszeiten

Im Vatikan gilt die 36-Stunden-Woche bei einer 6-Tage-Arbeitswoche. Die Dikasterien der römischen Kurie sowie viele Institutionen des Staates der Vatikanstadt arbeiten in der Regel nach folgendem Schema: werktags von Montag bis Samstag von 08.30  bis 1330 Uhr sowie dienstags und freitags zusätzlich von 16.30 bis 19.30 Uhr. Für das Staatssekretariat gelten besondere Zeiten. Dort wird in der Regel werktags auch immer am Nachmittag gearbeitet sowie in der ersten Sektion auch mit einer verminderten Besetzung am Sonntagvormittag. Die Journalisten der vatikanischen Medien, das Aufsichtspersonal in den vatikanischen Museen und den Papstbasiliken sowie die Mitarbeiter der vatikanischen Gendarmerie und der päpstlichen Schweizergarde haben ebenfalls abweichende Dienstzeiten. Kurz nach Ende der offiziellen Dienstzeiten werden in der Regel in den einzelnen Behörden die Büroräume verschlossen, sodass die Mitarbeiter gezwungen sind, diese zu verlassen. In der Regel besitzen nur die Leiter der Dikasterien und Institutionen eigene Schlüssel für die Büros.

Arbeitnehmervereinigung der Laien im Vatikan

→ Gewerkschaft

Arbeitsbüro des Apostolischen Stuhls: ULSA

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, S. 43
Arbeitsbüro des Apostolischen Stuhls

Zum 1. Januar 1989 gründete Papst Johannes Paul II. (1978-2005) mit dem Motu proprio „Nel primo anniversario“ das Arbeitsbüro (ULSA = Ufficio del lavoro della Sede Apostolica). Es wurde zunächst auf 5 Jahre eingerichtet und mit dem Motu proprio „La sollecitudine“ vom 30. September 1994 in seiner heutigen Form als dauerhafte Behörde eingerichtet. – Das  ULSA ist für alle Mitarbeiter (WA: sicher auch für die Mitarbeiterinnen) des Vatikans, des Heiligen Stuhles und der mit dem Heiligen Stuhl verbundenen Institutionen zuständig. Es soll die sozialen und wirtschaftlichen Rechte der Mitarbeiter fördern und für deren Umsetzung sorgen. Ziel ist es zudem, die Arbeitsstandards im Vatikan zu vereinheitlichen. – Das Arbeitsbüro fungiert auch als Schiedsgericht in Streitfragen zwischen Arbeitnehmern und der vatikanischen Dienststelle. An der Spitze steht das Präsidium mit Kardinalspräsident, einem Vizepräsidenten und zwei Assessoren. Mindestens viermal pro Jahr muss sich der Raqt treffen. Er besteht aus dem Präsidenten, den beiden Assessoren, einem Experten, der vom Kardinalsstaatssekretär ernannt wird, je einem Vertreter des Governatorats, der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, der APSA, der Vatikandruckerei, dem Radio Vatikan  und der Dombauhütte von Sankt Peter. Ferner gehören ihm 7 Vertreter des Personals an: ein Priester, ein Ordensmann, eine Ordensfrau und 4 Laien. Sie werden alle durch den Kardinalstaatssekretär ernannt. Die Generaldirektion des Arbeitsbüros fungiert als eine Art Geschäftsstelle. – Schliesslich gibt es als vierte Einrichtung den „Schlichtungs- und Schiedsrat“, bestehend aus einem Präsidenten und 4 Mitgliedern, die alle vom Kardinalstaatssekretär auf 5 Jahre berufen werden. Hierbei handelt es sich in der Regel um Experten für Arbeitsrecht.

Archiv der Dom-Bauhütte von St. Peter

(→separates Register)

(aus G. Sailer, Frauen im Vatikan, ab Seite 26)

Wo einst Michelangelo und Bernini ihre Ateliers hatten (linke Nebenkuppel, zwischen Peterskuppel und Sakristei, rund um die Basis mit Blick in den Petersdom hinunter), lagern heute sämtliche Dokumente zur Baugeschichte des Petersdomes: Skizzen, Zeichnungen und kühne Entwürfe, päpstliche Bullen, erhitzte Briefwechsel der Künstler mit den Kardinälen, nach Ländern geordnete Einnahmen aus dem Ablasshandel, Listen mit Namen, Arbeitszeit und Sold aller Arbeiter Tag für Tag, Rechnungen für Tausende Tonnen Marmor, jedes Gramm Blattgold und jeden Zementsack.

In den zwei achteckigen Haupträumen und den verbindenden Gängen stehen aufgereiht in Glaskästen 9’000 Bände mit unzähligen Einzeldokumenten. Archivarin ist zzt. Schwester Teresa Todaro (Franziskanerin, Archivistik-Studium, von Kardinal Virgilio Noè geholt). Ältestes Dokument: datiert vom 18. April 1506: eine Kopie eines Briefes von Julius II. an den König und die Königin von England, in dem der mächtige Renaissancepapst mitteilt, dass er soeben den Grundstein für den Neubau des Petersdoms gelegt habe.

Zeitweise arbeiteten damals mehr als 1’000 Menschen gleichzeitig: Architekten, Maurer, Ingenieure, Zimmermänner, Maurer, Maler, Steinmetze, Kupferstecher, Handlanger aller Art. Die Bauhütte unterhielt für diese Menschen eine Betriebskantine, eine Feuerwehr und einen Erst-Hilfe-Dienst, sogar einen Gerichtshof.

Im Generalarchiv darf man nur mit Sondererlaubnis forschen (rund 50 Wissenschaftler im Jahr). Das Archiv in seiner heutigen Form existiert erst seit Anfang der 1960er-Jahre (Paul VI.
→Peterskirche

Archive im Vatikan

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, S. 44 
Im Vatikan gibt es eine Fülle von Archiven, in denen kostbare und wichtige Dokumente der 2000-jährigen Kirchengeschichte lagern. Die bekanntesten sind das Vatikanische „Geheimarchiv“ (siehe dort) und das Archiv der Glaubenskongregation, in dem unter anderem die Akten der Inquisition (Ketzergericht) aufbewahrt werden. Daneben verfügt jede Behörde über ein eigenes Archiv. Die wichtigsten sollen an dieser Stelle im Überblick vorgestellt werden.

  1. Das Archiv der Dombauhütte von St. Peter
    Hier sind die Unterlagen aus über 500 Jahren Baugeschichte des Petersdomes aufbewahrt. Zwar gingen viele Urkunden aus den ersten Jahren beim Sacco di Roma 1527 verloren, doch es sind insgesamt rund 10’000 Dokumente (ergäbe etwa 18 bis 20 volle Biella-Bundesordner, 80-grämmiges Papier) aus der Zeit seit 1506 erhalten. Sie sind in einem eigenen Archiv untergebracht, das eine Fläche von 420 m2 hat und auf knapp 2 Kilometern Regale umfasst. Seit 1984 befindet sich das Archiv in Räumen, die sich in unmittelbarer Nähe zur Kuppel Leo des Grossen (oberhalb des Andreaspfeilers, d. h. links vor dem Papstaltar), sozusagen auf dem Dachboden des Petersdomes, befinden. Das Archiv enthält auch noch Originalhandschriften Michelangelos aus der Zeit des Baus der Peterskuppel sowie vom Künstler gefertigte Modelle. Informationen und Zugang erhält man über die Dombauhütte von Sankt Peter (Fabbrica di San Pietro in Vaticano, Archivio Generale, Tel. 0039 06 698 85 470)
  2. Archiv der Kongregation für die Evangelisierung der Völker
  3. Archiv der Glaubenskongregation
  4. Archiv des Päpstlichen Zeremonienmeisters
  5. Archiv des Zweiten Vatikanischen Konzils
    Das Archiv wurde zum Ende des Konzils von Papst Paul VI. Montini (1963-78) eingerichtet. Es hatte die Aufgabe, die Konzilsakten zu veröffentlichen, eine vollständige Dokumentation zu erstellen und dafür alle vorhandenen Akten und Schriften zu ordnen sowie Wissenschaftlern und Forschern bei ihren Arbeiten über das Konzil zu helfen. Ende 1980 wurden die Konzilsakten in 49 Bänden veröffentlicht. Sie enthalten sowohl die Konsultationen vor dem Konzil als auch die Texte der Debatten während der Versammlungen bis zu den von den Konzilsvätern verabschiedeten Dokumenten. Informationen und Zugang gibt es über das Vatikanische Geheimarchiv
  6. Vatikanisches Geheimarchiv (siehe unter „Geheimarchiv“)

Arme, Obdachlose

Siehe unter →Almosenamt      →Obdachlose

"OLYMPUS

Obdachloser im besonderen Outfit auf Betteltour in der Stadt Rom

OR Januar 2009
Rom-Führer für Obdachlose

Der Romführer für Obdachlose, den die Gemeinschaft Sant’Egidio herausgibt, wird von Jahr zu Jahr umfangreicher. Bei einer Pressekonferenz präsentierte die römische Basisgemeinschaft die aktuelle, mehr als 200 Seiten starke Ausgabe mit einer Aufstellung von Anschriften „Dove mangiare, dormire, lavare?“ („Wo kann man essen, schlafen, sich waschen?“).

Rund 4’500 Menschen schlafen täglich in Rom auf der Strasse, weitere 2’500 in Notunterkünften. Das Handbuch verzeichnet Adressen von Anlaufstellen, ärztlichen Angeboten, Essensausgaben und Duschmöglichkeiten. Sant’Egidio organisiert mit vielen freiwilligen Helfern in Rom und anderen italienischen Städten zahlreiche Sozialprogramme.

Armee, kleinste, der Welt  (eine Korrektur) 

Stetig falsche Aussage für die  Darstellung der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan… Die richtige Bezeichnung gemäss der Personalordnung des Heiligen Stuhles: Militärisches Korps. Eine Armee verteidigt ein Territorium, was für die Schweizergarde ungewöhnlich wäre und kaum vorgesehen ist.
→ separates Register

Personalordnung, Kapitel I, Institution, Wesen und Unterstellung, Art. 1:

La Guardia Svizzera Pontificia, fondata da Papa Giulio II nel 1506, è un Corpo militare formato da cittadini svizzeri,  cui compito principale è di vigilare costantemente sulla sicurezza della Persona del Sommo Pontefice e della Sua Residenza.

Sono anche compiti della Guardia Svizzera:

  • accompagnare il Sommo Pontefice nei viaggi;
  • custodire gli accessi allo Stato della Città del Vaticano;
  • proteggere il Collegio Cardinalizio durante la Sede Vacante;
  • svolgere altri servizi d’ordine e d’onore, come indicato nel presente Regolamento

Zu deutsch:
Die Päpstliche Schweizergarde, 1506 von Papst Julius II. gegründet, ist ein aus Schweizer Bürgern gebildetes militärisches Korps, dessen Hauptaufgabe es ist, ständig über die Sicherheit des Papstes und Seiner Residenz zu wachen.

Weitere Aufgaben der Schweizergarde sind:

  • den Papst auf seinen Reisen zu begleiten;
  • die Eingänge zum Vatikanstaat zu bewachen;
  • das Kardinalskollegium während der Sedisvakanz zu beschützen;
  • andere Ordnungs- und Ehrendienste auszuführen, wie sie in diesem Reglement angeführt sind.

Armenstelle/Obdachlose im Vatikan

Siehe →Verpflegungsstelle  →Obdachlosenheim, päpstliches   > Almosenamt

Atheisten

In Norwegen sind die Atheisten (Weltanschauung, die die Existenz eines Gottes verneint) erstmals in der Mehrheit. Der Anteil hat sich in 30 Jahren fast verdoppelt. (Kath. Wochenzeitung Baden CH, 16/2016 April, S. 14)

In Norwegen sind Gottesleugner erstmals in der Mehrheit. Ihr Anteil liegt bei 39 %. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos (Oslo). 37 % der 4’000 Befragten sind der Meinung, dass es Gott gibt, 24 % zeigten sich unentschieden. Noch vor 2 Jahren lagen die Gottgläubigen und Atheisten in der Umfrage gleichauf. Als die Frage 1985 erstmals gestellt worden war, hatten noch 50 % angegeben, an einen Gott zu glauben. Der Anteil der atheistisch denkenden Norweger lag damals bei 20 %. Er hat sich somit bis heute nahezu verdoppelt. Die Umfrage bestätigte ferner die Ergebnisse früherer Untersuchungen, nach denen Frauen häufiger als Männer an einen Gott glauben. Mit 19 % lag der Anteil von gottgläubigen Bürgern in der Hauptstadt Oslo am niedrigsten, in der südlichen Provinz Vest-Agder mit 44 % am höchsten. Die Umfrage ist insofern bemerkenswert, da der evangelisch-lutherischen Volkskirche knapp drei Viertel der 5,1 Millionen Einwohner angehören.

Äthiopisches Kolleg in den Vatikangärten

(unmittelbar hinter dem Governatorat: alt Staatssekretär Sodano hat sich dort eine Luxuswohnung einrichten lassen)

OR Nr. 47 vom 25.11.2005:
Das äthiopische Kolleg wurde 1929 durch Pius XI. auf einem Hügel innerhalb des Vatikanstaates an der Stelle des alten, abgerissenen Gebäudes errichtet. Bereits 1919 hatte es Papst Benedikt XV. für einige äthiopische Studenten in Rom bestimmt, wie eine Inschrift in tigrinischer Sprache über dem Eingang in Erinnerung ruft. Das Kolleg wurde von Architekt Giuseppe Morno entworfen und weist bei einem hufeisenförmigen Grundriss einen gotisch-romanischen Stil auf. Es besitzt eine Spezialbibliothek, ein kleines Museum und eine einschiffige Kapelle mit Ikonenwand. Das Bild über dem Hochaltar zeigt die Heilige Familie, rechts den hl. Franz von Assisi und links den Erzmärtyrer Stephanus.

Das zweite Kolleg, das Studenten im Vatikan aufnimmt, befindet sich im Campo Santo Teutonico; das deutsche Priesterkolleg.

OR vom 18.09.2009:
Ein Stück Afrika im Innern der Vatikanstadt, eine Enklave des orientalischen Ritus im Herzen der lateinischen Christenheit, ein Ort ökumenischer Begegnung, ein Bezugspunkt für Priester, die in Rom ihre Studien vertiefen: All dies ist das Päpstliche Äthiopische Kolleg, das seit der Zeit Sixtus’ IV. (1471-84) durch viele Wechselfälle hindurch seine Aufgabe im Dienst an den Kirchen Äthiopiens und Eritreas erfüllt.

Geschichtliche Ursprünge: Eng verbunden mit der Präsenz von äthiopischen Pilgern und Mönchen, die im Laufe der Jahrhunderte nach Rom gekommen sind. 1351: erstes Zeitzeugnis, dass abessinische Pilger Rom besuchen. Botschafter Äthiopiens berichten aus dem Buch „Heilige drei Könige“, dass sie Nachfahren der Heiligen drei Könige seien. Nicht  gesichert. 1431: einige Geistliche Äthiopiens besuchen das Konzil von Florenz.

Gründer des Kollegs: Giovanni Battista da Imola war 2 x in Äthiopien, lernte die Sprache. Der Kaiser bat ihn, sechs Gesandte nach Rom zu begleiten, wo sie in einem feierlichen Konsistorium von Sixtus IV. empfangen wurden. Aus diesem Anlass überliess der Papst die  Kirche Santo Stefano maggiore den Äthiopiern.

Aufgaben des Hospiz’: 1481: Pilger zu beherbergen. 1919: nicht mehr Pilgern, sondern Studenten aus Äthiopien Unterkunft bieten. Bekam daher immer eine grössere Bedeutung. Benedikt XV. (1914-22) liess das alte Hospiz renovieren und erhob es in den Rang eines Päpstlichen Kollegs. Auch der Beitrag von Pius XI. ist nicht zu vernachlässigen. Aus diesem Grund sehen wir die beiden Päpste als Gründer des Kollegs an. Keine Pilgerherberge mehr. 1928: Pius XI. überliess einen neuen und weiträumigeren Sitz mit dem Titel eines „Päpstlichen Seminars“. 1930 Einweihung.

Welche Studenten? Äthiopische Seminaristen kommen nach Rom zur Vorbereitung auf ihre priesterlichen Dienste. 1919 kamen die ersten 9 Seminaristen. Diese Tradition dauerte bis 1977. Der Ort erwies sich als zu feucht für die jungen Studenten, die an ein anderes Klima gewöhnt waren. Einige sind deswegen sogar gestorben. Seit 1980 beherbergt das Kolleg keine Seminaristen mehr, sondern Priester aus Äthiopien und Eritrea, die nach Rom kommen, um ihr Lizentiat oder Doktorat zu erwerben.  Nur Diözesanpriester, die dem orientalischen Ritus oder dem Ge’ez-Ritus angehören. 2009: sechs Priester, drei Eritreer und drei Äthiopier. Das Kolleg kann bis 23 Gäste aufnehmen. Offiziell werden im Haus zwei Sprachen gesprochen: Amharisch, das in Äthiopien verbreitet ist, und Tigrinisch, das in Nordäthiopien und Eritrea gesprochen wird.

Leitung des Hauses: Seit 2003 ist das Haus der „Congregatio Missionis“, den sogenannten Lazaristen anvertraut. Bis 1919 war es von Kapuzinern aus Eritrea geführt worden. Bis 1999 Zisterzienser von Casamari. 1999 – 2003: Diözesanpriester. Leitung: ein Rektor, der von der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, von den äthiopischen und eritreischen Bischofskonferenzen und von der Kongregation der Lazaristen ernannt wird. Das Mandat dauert 6 Jahre. Regel: Rektor äthiopisch, Konrektor eritreisch oder umgekehrt. Personal: 2 Lazaristen, drei Laienangestellte, Schwestern vom Institut „Maria Bambina“.

Tagesablauf: Wecken um 6 Uhr, 06.15 Gemeinsames Gebet, danach die Laudes, 06.30 bis 07.30 heilige Messe. Nachmittags Laudes. Lazaristen Ganztagesarbeit.

Die im Kolleg wohnenden Priester leisten ihren pastoralen Dienst in der Pfarrei „San Tommaso al Parione“, die Kirche der ansässigen Äthiopier und Eritreer. 9. Januar: Fest des hl. Stephanus. Am ersten Sonntag des Monats: heilige Messe im Ge’ez-Ritus. Das Haus ist ausserdem eine Begegnungsstätte für katholische, aber auch orthodoxe Bischöfe. Sogar Versammlungen der Bischofskonferenzen von Eritrea und Äthiopien finden hier statt. Für beide unabhängige Nationen gibt es nur einen Metropolitan-Erzbischofssitz in Addis Abeba.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 122:
Das Collegio Etiopico etwas oberhalb in den Gärten ist ein grösseres Priesterwohnheim im historisierenden gotisch-romanischem Stil, das ruhigste in ganz Rom. Früher war es das Hospiz der Abessinier, die in der Nähe der Kirche ihres Erzmärtyrers (S. Stefano) sein wollten. 1929 wurde es abgerissen und durch das neue Gebäude ersetzt, mit einer Willkommensbotschaft in tigrinischer Sprache über dem Eingang: „… um äthiopische Alumnen geziemend auszubilden“. In der Kapelle des Seminars werden die Messen vor einer Ikonenwand abgehalten, nach äthiopisch-alexandrinischem Ritus.

Attentat  auf Papst Johannes Paul II.

→Totus tuus     →Johannes Paul II. (Dziwisz)

Audienzen, Päpstliche Generalaudienzen

→Billette

OR Nr. 42 vom 19. Oktober 2012, S. 2:
Ab Mittwoch, 10. Oktober 2012 spricht man bei den Generalaudienzen auch arabisch.

OR Nr. 2 vom 11. Januar 2013, S. 4:

Mehr als 2,3 Millionen Menschen haben im Jahr 2012 an Audienzen, Gottesdiensten und Zeremonien mit Papst Benedikt XVI. teilgenommen. Für die zurückliegenden 12 Monate wurden insgesamt 2’351’200 Besucher registriert. Diese Angabe beruhe auf der Zahl der ausgegebenen Einlasskarten sowie Schätzungen. Der grösste Teil der Besucher entfiel 2012 mit 1’256’000 auf das Angelusgebet, das der Papst an Sonn- und Feiertagen vom Fenster seiner Wohnung aus betet. Es folgten mit 501’000 die Gottesdienste und die 43 Generalaudienzen, an denen 447’000 Gläubige teilnahmen. Zu den Sonderaudienzen des Heiligen Vaters kamen 146’800 Menschen. Nicht einbezogen in die Statistik sind Besuche des Papstes in römischen Pfarreien und italienischen Diözesen sowie Begegnungen mit Gläubigen während der Auslandsreisen.
> Heiliges Jahr

Audienzhalle im Vatikanstaat

Via Teutonica, exterritorialer Besitz des Hl. Stuhles. Die „Podium“ ist auf vatikanischem Staatsgebiet, der Rest der Halle auf italienischem Staatsboden bzw. auf vatikanischem Hoheitsgebiet.
Aula Paolo VI: 06 698 840 16 Custode, Guardia Svizzera 06 698 982 70.

Päpstliche Audienzhalle, eingeweiht am 30. Juni 1971 durch Paul VI.
Architekt: Pier Luigi Nervi (Nervihalle oder Paul-VI.-Halle).
6’300 Sitzplätze, 4’000 Stehplätze. Öffentliche Mittwoch-Audienzen 10.30/11.00 Uhr, 1 1/4 Stunden lang.

Frühere Audienzen bis in die 60er-Jahren: Benediktionsaula 3’000 Personen,  dann Peterskirche: Heute ganzer Peters-Platz.

Halle: muldenförmige Bodenstruktur. Hinter dem sitzenden Papst: grosses Relief von Pericle Fazzini: Darstellung der Auferstehung Christi (in den Jahren 2011/12 restauriert).

Der vordere Drittel liegt im Vatikan, der Rest in Italien. Der Papst sitzt in etwa auf der Grenze! Die Teilnehmer/innen sitzen/stehen  in der Republik Italien. Freier Eintritt zu den Audienzen (Audienzen im Winter/bei Regen in der Audienzhalle).

Juli 2009:  Das ganze Dach der vatikanischen Audienzhalle ist mit Solarmodulen versehen. Durch sie können pro Jahr etwa 300’000 Kilowattstunden umweltfreundlicher Strom erzeugt werden.

Wer bei der öffentlichen Audienz einen Sitzplatz haben möchte, muss ein Ticket bestellen. Es kostet nichts ausser Nerven. Man schickt einige Tage im Voraus ein Fax mit der Bitte um „Teilnahme an der Generalaudienz des Hl. Vaters“ an die „Präfektur des Päpstlichen Hauses“. Die Telefonnummer lautet: 003906 698 858 63. Dann holt man sich die Tickets am Tag vorher im Vatikan ab, Eingang Portone di Bronzo. Änderung siehe →Billette    Siehe auch →Grenzen

Nachvermerk: Ein Hauptmann der Garde macht darauf aufmerksam, dass es für öffentliche Generalaudienzen keine Billette brauche. Eintritt ohne Billette überall gewährleistet, aber mit Sicherheit keine guten Plätze.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 105:

Die Päpstliche Audienzhalle „Paul VI.“. Sie wurde bei Mussolinis ehemaligem Lieblingsarchitekten Pier Luigi Nervi in Auftrag gegeben (für 12’000 Personen). Mit bescheidener Akustik, aber mit einer auf beeindruckende Weise gewagten Skulptur am Anfang der Halle. Auf dem Dach der Halle ist unsichtbar ein Kraftwerk untergebracht, eine Solarstromanlage, gestiftet von einer Firma aus dem sächsischen Freiberg, die dort jährlich 315’000 Kilowattstunden produziert, wodurch dem Weltklima nach Firmenangabe 315 Tonnen CO2 erspart bleiben.

OR Nr.  18 vom 4. Mai 2012, S. 3:
Die Restaurierung des grossen Bronzereliefs „Die Auferstehung“ in der vatikanischen Audienzhalle ist abgeschlossen. Das moderne Kunstwerk des italienischen Bildhauers Pericle Fazzini an der Stirnwand der Aula Paolo VI. war seit Oktober 2011 einer gründlichen Reinigung unterzogen worden.

OR Nr.  39 vom 28. September 2012, S. 11, Chiara Barbato:
„Für uns ist jede Statue ein Gebet“
Zur Entstehung der Plastik „Die Auferstehung“ von Pericle Fazzini in der Audienzhalle

Nach den Hintergründen für die Entstehung der monumentalen „Auferstehung“ in der Vatikanischen Audienzhalle zu forschen, an der Pericle Fazzini in den 1970er-Jahren intensiv arbeitete, bedeutet, sich auf eine spannende Reise zu begeben, auf der Suche nach Indizien, die zum Verständnis des Werks beitragen können. Die Geschichte im Einzelnen aufzurollen erübrigt sich, denn die Tatsachen sind bereits bekannt. Der Künstler selbst hat ausführlich geschildert, welch körperlichen und geistigen Einsatz ihn dieser besondere Auftrag gekostet hat, der sicherlich der bedeutendste seines ganzen Lebens war.

Um aber den letzten Sinn zu verstehen, den Fazzini am Ende seines Lebens dieser Plastik zugeschrieben hat, muss man zeitlich zurückgehen in seinem künstlerischen Werk, muss zwischen den Zeilen seines Tagebuches lesen: Worte, die er rasch oder nach langem Überlegen niedergeschrieben hat, in jenen Augenblicken der Melancholie und Einsamkeit, in denen er sich nicht selten zurückzog; man muss die Töne der Freude und der Trauer zu hören wissen, die seine Kommentare zu den Ereignissen seiner Zeit durchziehen.

Das Ergebnis dieses Nachforschens ist sowohl menschlich wie auch künstlerisch erhellend. Alles beginnt in den 1930er-Jahren mit dem Debüt des jungen Künstlers aus Grottammare an der Adria, der nach Rom kommt und dort im lebendigen und heterogenen Kreis der sogenannten „Römischen Schule“ schnell seinen Platz findet, Freundschaften und Feindschaften eingeschlossen. Es sind die Jahre, in denen im Bereich der sakralen Kunst ein neues Nachdenken einsetzt, da dieses Gebiet vom Erfolg der Avantgarde-Bewegungen in Mitleidenschaft gezogen worden war: zwischen der Kirche und den Künstlern war es zu einem aufsehenerregenden und in gewisser Hinsicht unheilbaren Bruch gekommen. In seiner Selbstpräsentation anlässlich der XXI. Biennale von Venedig bekennt Fazzini, dass er noch als Heranwachsender eine tiefe geistliche Krise durchlebt hatte. Seine religiöse Sehnsucht wird bald begleitet von einem ungeduldigen Wunsch, einen eigenen Stil zu finden – mit Bezügen, die aus der Tradition und aus der Moderne schöpfen. Aus seinen Worten wird klar, dass für ihn die Begriffe Kunst und Religion eng miteinander verbunden sind und ineinander übergehen: „Für uns junge Künstler ist jede Statue ein Gebet.“ Schon in dieser frühen Phase spürt Fazzini, was die höchste Aufgabe des Künstlers ist: die Befreiung von der Materie als Erreichen einer höheren Harmonie, das Bild des „aus Luft geformten“ Leibes, das unterstützt wird von einer Aufwärtsbewegung in Richtung überirdischer Sphären. „Ich habe die Möglichkeit, das zu schaffen und meinen Mitmenschen zu zeigen, was auch sie spüren. Ich bin die Stimme ihrer Worte, ich fasse sie zusammen und trage sie zu Gott. Ich bin die Stimme der Stimmen.“

In das Jahr 1965 reichen die ersten Kontakte zwischen Fazzini und Graf Enrico Pietro Galeazzi zurück, der eine leitende Funktion im Governatorat innehatte. Es ging um eine grosse Statue, die in der nach den Plänen Pierluigi Nervis zu errichtenden päpstlichen Audienzhalle aufgestellt werden sollte. Bis zur feierlichen Enthüllung des Werkes am 28. September 1977 sollten allerdings noch viele Jahre vergehen. Nach langwierigen Verhandlungen war der Künstler 1973, dem Jahr der Eröffnung der Abteilung für zeitgenössische sakrale Kunst in den Vatikanischen Museen, schliesslich mit der Verwirklichung des Projekts beschäftigt. Im Sommer 1975 ist das Modell fertig.

Kurze Zeit später wird bei ihm eine Thrombose festgestellt, hervorgerufen wahrscheinlich durch das Einatmen der giftigen, bei der Verbrennung von Kunststoff entstehenden Dämpfe, denen er sich monatelang ausgesetzt hatte. Wieder auf den Beinen, begleitet er die letzten Arbeitsphasen: die Skulptur aus Polystyrol wird in Teile zerlegt und in die Giesserei gebracht, wo sie in einer Bronze-Kupfer-Mischung gegossen werden, 800 Doppelzentner Metall sind dafür notwendig. Der Künstler überwacht auch die anschliessenden Arbeiten des Zusammenschweissens der Teile. Was nun zählt, ist, dass die Arbeit fertig ist.

Fazzini beschliesst sein Leben am 4. Dezember 1987. Sein unerschütterlicher Glaube an Gott und an die Kunst hat ihn bis zum letzten Atemzug begleitet.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, S. 46 (…)
Das Gesamtgebäude bedeckt eine Fläche von 10’000 m2. Die grosse Aula bietet eine Fläche von 6’800 m2 Platz für 12’000 Personen, für 9’000 von ihnen gibt es Sitzplätze. Die Aula wird von einem grossen geschwungenen Dach überspannt, das als freies Tragwerk aus Betonlamellen und Glas besteht. Hinter dem Papstthron erhebt sich ein Relief aus vergoldeter Bronze von Pericle Pazzini; der auferstandene Christus. Die 2 ovalen Glasfenster wurden vom ungarischen Künstler Johannes Haynal gestaltet. Ausser der grossen Halle gibt es im ersten Stock des Gebäudes eine kleinere Aula, die in Form eines Auditoriums mit aufsteigenden Rängen gestaltet ist: die neue Synodenaula. Hier tagen die Bischofssynoden, aber auch die Konsistorien sowie die Kardinalskongregationen in der Zeit der Sedisvakanz (Zeit nach dem Tod des Papstes). Die Synodenaula bietet 380 Personen Platz und verfügt über modernste Konferenztechnik für elektronische Abstimmungsverfahren sowie Dolmetscherkabinen für Simultanübersetzungen.  – Neben den beiden Aulen gibt es noch 10 kleinere Konferenzräume sowie einen Audienzraum von 150 m2, in denen der Papst Gäste empfangen kann. – Der Eingangsbereich der Audienzhalle wird immer wieder auch für Ausstellungen genutzt oder für Festessen, wenn der Papst etwa mit den Kardinälen zum Abschluss eines Konsistoriums oder mit den Bischöfen aus Anlass der Bischofssynode speisen möchte. – Auf dem Dach der Audienzhalle wurde Ende November 2008 eine Solaranlage in Betrieb genommen. Auf 5’000 m2 der Dachfläche wurden 2’400 Photovoltaikmodule installiert, die jährlich bis zu 300 Megawattstunden  Strom erzeugen und damit 225’000 Kilogramm Kohlendioxid und 80 Tonnen Öl einsparen.

Aufgaben der Päpstlichen Schweizergarde

→Schweizergarde

Ausserirdisches Leben

→Sternwarte

Ausstellungen  (über Kirchendienst- und Fachstellen)

→Muba

Austritte aus der Kirche

Basler Zeitung vom 24. Juni 2012, S. 17, Thomas Gubler:
Die Basler Kirchen geraten zunehmend an den Rand

Die Schweiz wird immer konfessionsloser. Die sogenannte Strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (BfS), das, was von der einstigen Volkszählung übrig geblieben ist, zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft der beiden traditionellen Landeskirchen, der Römisch-katholischen und der Evangelisch-reformierten. Betrug der Anteil derer, die sich zu keiner Religion bekannten, im Jahr 1970 noch 1,1 %, stieg er bis ins Jahr 2000 um 10 Prozentpunkte auf 10,1. Gemäss den neusten Erhebungen gehörte 2010 ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung (20,1 %) keiner Konfession mehr an.

Konkurrenzlos an der Spitze der Kirchenfernen steht Basel-Stadt. Im Stadtkanton erklären sich nicht weniger als 64’617 für konfessionslos. Das sind nicht nur 42,2 %, sondern ungefähr gleich viele Personen, wie die Evangelisch-reformierte (ERK) und die Römisch-katholische Kantonalkirche (RKK) zusammen noch an Mitgliedern aufweisen.

Kirchenaustritte Schweiz, Quelle: Bundesamt für Statistik/Strukturerhebung (RS) 2010:

Kantone

Erfasste   Einwohner

römisch-  katholisch

  Evangelisch-
reformiert

 Konfessions-
los

Zürich

1’153’705

323’507

430’459

258’833

Uri

28’915

24’283

1’313

1’555

Solothurn

215’052

81’419

57’562

51’906

Basel-Stadt

153’239

31’583

33’386

64’617

Basel-Landschaft

231’553

68’226

87’027

54’998

Genf

359’847

132’419

49’833

126’462

Neuenburg

141’068

36’092

40’655

52’145

Wallis

256’526

194’362

18’459

26’500

Appenzell Innerrhoden

  12’814

    9’478

  1’193

    940

Aargau

509’900

184’918

163’640

105’675

Basler Zeitung vom 7. August 2012, S. 6, Thomas Gubler:
Ausgetreten und doch katholisch

Schweizerisches Bundesgericht bestätigt Möglichkeit eines Teilaustrittes aus der Kirche

Lausanne/Solothurn. Wer aus einer Kirchgemeinde oder einer Kantonalkirche austritt, weil er keine Kirchensteuern mehr bezahlen will, kann dies auch dann, wenn er seinen katholischen Glauben behalten will. Das hat das Bundesgericht in Lausanne in einem jüngst veröffentlichten Urteil vom 9. Juli 2012 bestätigt. Das höchste schweizerische Gericht hält damit an seiner Praxis fest, die es in einem Entscheid vom November  2007 begründet hat.

Das Bundesgericht hat damit einmal mehr klargemacht, dass es in der Beurteilung der Frage eines Kirchenaustritts nur die staatsrechtliche oder weltliche Seite in Betracht zieht, nicht aber das Glaubensbekenntnis. „Der Austritt nach staatlichem Recht erstreckt sich damit von vornherein nur auf die Kirche, soweit sie als privat– oder öffentlich-rechtliche juristische Person am Rechtsverkehr teilnimmt.

Ob der Ausgetretene weiterhin einer unsichtbaren oder einer rein nach geistlichem Recht verfassten Kirche angehört, ist aus staatlicher Sicht unbeachtlich“, schreibt das Bundesgericht. Daraus zieht es den Schluss, dass neben dem Austritt aus den staatskirchlichen Organisationen nicht auch noch ein solcher aus der Konfession verlangt werden darf.

Schuld ist das kanonische Recht
Der bisherigen Kritik, wonach es die Mitgliedschaft dadurch quasi aufspalte, tritt das Bundesgericht mit aller Entschiedenheit entgegen, indem es die Verantwortung dafür auf das katholische Recht schiebt: Das Auseinanderfallen der Mitgliedschaft ergebe sich aus dem Umstand, „dass das kanonische Recht keinen Kirchenaustritt vorsieht“. Womit das Entstehen von zwei Kategorien unvermeidlich werde.

Das trifft zwar ohne Zweifel zu. Den Praktikern in den Kantonalkirchen, in den Kirchgemeinden, aber auch in der Seelsorge ist damit nicht geholfen. Wohl erklärt das Gericht, dass  ein Austritt dann rechtsmissbräuchlich ist, wenn die austretende Person die von der Landeskirche finanzierten Leistungen weiterhin uneingeschränkt in Anspruch nimmt und dieser letztlich nur keine Kirchensteuern bezahlen will. „Lausanne“ sagt aber nichts für den Fall, dass die entsprechende Person dies nur gelegentlich tut.

Der frühere Generalvikar des Bistums Basel, Roland-Bernhard Trauffer, hat nach dem ersten Bundesgerichtsentscheid Bestimmungen für den Fall eines Teilaustrittes beziehungsweise einer Teilmitgliedschaft (nur im Bistum) ausgearbeitet.  Danach war ein vorgängiges Gespräch mit dem Generalvikar Bedingung für ein Katholischbleiben ohne Zugehörigkeit zu einer Kirchgemeinde. Für die Seelsorge und die kirchlichen Dienstleistungen wie etwa Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten seien weiterhin die örtlichen Seelsorger zuständig, wobei diese die Leistungen unentgeltlich zu erbringen hätten.

Recht auf Ausübung der Religion
Während ein Gespräch mit dem Generalvikar gemäss dem neuen Gerichtsurteil nicht zur Bedingung erklärt werden darf, wird sich an der Leistungserbringung kaum etwas ändern. „Jede katholische Person hat das Recht, ihren Glauben zu leben. Das kann man ihr nicht verbieten. Und Sakramente sollen kostenlos sein“, sagt die Informationsbeauftragte des Bistums Basel, Adrienne Suvada (→Universitäten, Päpstliche). Abgesehen davon handle es sich um absolute Einzelfälle, denen es nicht um Geld gehe, sondern darum, dass sie dieses nicht der Kirchgemeinde, sondern dem Bistum zukommen lassen wollten.

Klar ist die Situation für die staatlichen Stellen. Wer aus der Kirche austritt, gilt in den kantonalen Personenstatistiken als konfessionslos. Andernfalls würde der Betroffene wieder besteuert, wie der Baselbieter Kantonsstatistiker Johann Christoffel erklärt.

Der neue Bundesgerichtsentscheid betrifft dieselbe Person wie das Urteil von 2007. Ihr Austritt aus der katholischen Kirche – bei verbleibender Konfessionszugehörigkeit – wurde im Kanton Luzern nicht vollzogen, weil sie zu einem Gespräch mit dem Generalvikar nicht bereit war. Mit einem erneuten Austrittsschreiben im Jahr 2008 hatte sie dann ein neues Verfahren ausgelöst, das dann wiederum vor Bundesgericht endete.

Basler Zeitung vom 5. Oktober 2012, S. 20, Thomas Gubler:
Immer weniger in der Kirche

Liestal. Die reformierte Landeskirche Baselland verzeichnet einen massiven Mitgliederschwund. In den vergangenen 10 Jahren schrumpfte sie um rund 11’000 Mitglieder. Gehörten 2002 noch 107’073 Personen der reformierten Kirche an, waren es Ende 2011 noch 96’220. Allein gegenüber dem Vorjahr 2010 betrug der Verlust 1’362 Mitglieder. Und die Tendenz weist weiterhin stark nach unten. Zur Jahresmitte 2012 waren es nochmals 846 weniger.

Und es sind längst nicht nur die Austritte, die das Loch in den Mitgliederstand der Reformierte reissen, obschon diese Zahl mit 747 auch im letzten Jahr erheblich war. Immerhin waren aber auch 174 Eintritte zu verzeichnen. Bei 1’158 Bestattungen entsteht indessen der Eindruck, als ob der reformierten Landeskirche die Mitglieder wegsterben würden. Der Pressesprecher der Reformierten, Paul Dalcher, sieht aber noch einen weiteren Grund: „Gegenüber der katholischen Landeskirche profitieren wir wesentlich weniger von Zuwanderungen. Zuzüger sind selten reformiert“, sagt Dalcher.

Bei den Katholiken hat sich die Situation dagegen wieder etwas beruhigt. Zwar liegt für 2011 keine genaue Austrittszahl für die gesamte Landeskirche vor, der Mitgliederschwund konnte aber mit 732 gegenüber dem rekordverdächtigen Vorjahr (1’023) gebremst werden. Und per Ende Juni 2012 betrug das Minus 344. Als Konsolidierung der Verluste auf hohem Niveau liesse sich diese Situation am ehesten beschreiben, nachdem im Jahre 2010 die Schlagzeilen um die sexuellen Missbräuche zu einer eigentlichen Austrittswelle geführt hatten

Kirche heute 39/2013 September, S. 5, Regula Vogt-Kohler
Willkommen zurück in der Kirche
Bitte eintreten: Solothurner Kampagne für Wiedereintritt

Die drei Landeskirchen im Kanton Solothurn/CH wollen mit einer gemeinsamen Kampagne Menschen wiedergewinnen, die sich von ihnen abgewendet haben. Unter www.kircheneintritt.ch findet man Argumente und Formulare für den Wiedereintritt. – Mit ein paar Klicks ist man wieder dabei. Die drei Solothurner Landeskirchen, die Römisch-katholische, die Evangelisch-reformierte und die Christkatholische, machen es einstigen Schäfchen einfach, wieder zur Herde zurückzufinden. Bunte Plakate und Buchzeichen mit eingängigen Slogans wie „Eintreten – ohne anklopfen“ oder „Gut, bleibt die Kirche im Dorf“ machen auf die Internetseite aufmerksam. (…)

Kirche heute 44/2013 Oktober, S. 2
Weniger Austritte dank Franziskus

Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus im März 2013 gehen in der Schweiz die Kirchenaustritte zurück. Das berichtet der „Sonntags-Blick“, ohne konkrete Zahlen zu nennen. In den Kantonen Zürich und Glarus bewege sich die Abnahme der Austritte im zweistelligen Prozentbereich, hiess es dazu. Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus gebe es „praktisch keine Austritte mehr“, sagte Pfarrer Paul Martone in Brig VS. Der Stil von Franziskus sorge für eine positive Stimmung. In Basel sei die Tendenz zum Wiedereintritt steigend, weil die Kirche dank Franziskus positiver wahrgenommen werde, sagte Matthias Schmitz von der Römisch-Katholischen Kirche des Kantons Basel-Stadt.

20 Minuten, 30.12.2013, S. 7, Camille Haldner
Basel-Stadt – gottlosester Kanton der Schweiz

Im Kanton Basel-Stadt leben schweizweit am meisten Konfessionslose. Die Anzahl muslimischer Gläubiger hingegen steigt. – Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Menschen in der Schweiz, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, auf über 20 % verdoppelt. Im Kanton Basel-Stadt gaben 2011 sogar 42 % an, keiner Religion anzugehören – laut „Sonntagszeitung“ ist das Schweizer Rekord. 2012 stieg die Anzahl Konfessionsloser sogar auf 44,7 % an, wie eine Erhebung des Statistischen Amtes Basel-Stadt zeigt. Laut Roger Thiriet, Mediensprecher der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, hängt das unter anderem mit der schweizweit höchsten Kirchensteuer zusammen. „In Basel ist die Bereitschaft, aus der Kirche auszutreten, höher als in den anderen Kantonen, wo Kirche und Staat zusammengehören und die Kirchensteuer ein Teil der Steuerrechnung ist.“  Auch Christian Griss, Kirchenratspräsident der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt, bestätigt diesen Eindruck: „Viele Leute denken sich: Wieso soll ich für etwas zahlen, womit ich mich gar nicht wirklich verbunden fühle?“ Während die Landeskirchen an Bedeutung verlieren, steigt die Anzahl muslimischen Gläubiger hingegen. Auch dort verzeichnet Basel-Stadt mit 9 % der Bevölkerung die höchste Zahl.

Kirche heute 6/2014 Januar, S.2
Jeder Fünfte ist konfessionslos

38,2 % der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in der Schweiz waren im Jahr 2012 römisch-katholisch – das sind r4und 2,5 Millionen Personen. 26,9 % waren evangelisch-reformiert – das sind 1,8 Millionen. Der Anteil der Konfessionslosen betrug 2012 21,4 % und war damit fast doppelt so hoch wie im Jahre 2000. Dies hat die Auswertung der Strukturenerhebung 202 ergeben, die das Bundesamt für Statistik am 24. Januar 2014 veröffentlicht hat. Der Anteil der evangelisch-reformierten Bewohner ist in den 12 Jahren von 33,9 auf 26,9 % zurückgegangen, jener der Katholiken von 42,3 % auf 38,2 %. Angehörige der islamischen Glaubensgemeinschaften machten 2012 4,9 % der Wohnbevölkerung aus.

OR Nrn. 32/33 vom 8. August 2014, S. 10
Kardinal Lehmann: Zahl der Kirchenaustritte erschreckend hoch

Bonn. Als „erschreckend hoch“ wertet Kardinal Karl Lehmann die Zahl von fast 180’000 Austritten aus der katholischen Kirche Deutschlands im vergangenen Jahr. Es bestehe ein deutlicher Zusammenhang mit den Geschehnissen um den Ende März zurückgetretenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst und dessen „Bauprogramm“, schreibt der Kardinal in einem Beitrag für die neueste Ausgabe der Mainzer diözesanen Kirchenzeitung „Glaube und Leben“. Die Kirche habe offenbar einen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust erlitten, wie er selten so heftig vorkomme, sagte der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Es müsse dafür gesorgt werden, dass Irrwege und Verfehlungen, wie sie ohne Frage um den Bischofssitz von Limburg geschehen seien, sich mindestens in dieser Gestalt nicht wiederholten. Die Alarmglocken müssten viel früher ertönen „und vor allem eine wirksame Aufmerksamkeit erzeugen“.

Kirche heute 51/2014 Dezember, S. 2, Kipa
Zunahme der Kirchenaustritte

Im Jahr 2013 ist die Zahl der Kirchenaustritte in den meisten Kantonen wieder leicht gestiegen. Dies hält das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) der Schweiz in einer Medienmitteilung fest. Das SPI hat am 3. Dezember 2014 aktuelle Daten des Bundesamtes für Statistik von 2012 über die Religionszugehörigkeit der Wohnbevölkerung sowie eigene kirchenstatistische Daten von 2013 zur Kirchenmitgliedschaft und zu Kircheneintritten und -austritten präsentiert. Besonders hoch ist die Kirchenaustrittsrate 2013 in der römisch-katholischen Kirche in den Kantonen Basel-Stadt, Solothurn, Aargau und Schaffhausen. In der evangelisch-reformierten Kirche haben die Kantone Basel-Stadt, Solothurn und Aargau hohe Austrittsraten.

bz BASEL vom 13.06.2016, S. 4, Daniel Huber
Christentum muss sich Sorgen machen

Das institutionalisierte Christentum ist in Europa auf dem Rückzug. Die Ex-Christen wandern aber nur zu geringen Teilen in konkurrierende Religionen ab – der Löwenanteil wird konfessionslos.
Die Queen dürfte über den Befund vermutlich not amused gewesen sein: Die Zahl der Konfessionslosen hat sich in England und Wales seit 2011 fast verdoppelt, während Ihrer Majestät als Oberhaupt der anglikanischen Church of England die Schäfchen in hellen Scharen davonlaufen.
Mittlerweile, so berichtet der „Guardian“, bezeichnen sich mehr Leute im Land als konfessionslos – 2014 waren es 48,5 % – als alle Anhänger der christlichen Konfessionen zusammen (43,8 %). Vor 5 Jahren kamen die Konfessionslosen erst auf 25 %. Als Anglikaner definieren sich nur gerade noch 19 %; 1983 waren es noch 44,5 % gewesen. Der Aderlass ist enorm: Laut „Guardian“ verliert die anglikanische Kirche für jedes neubekehrte Mitglied 12 Anhänger. Aber auch die Katholiken haben die Schwindsucht – bei ihnen sind es 10 Abgänge pro Neuzuzug.
Der Aufstieg der Konfessionslosen in England und Wales ist markant, aber keineswegs beispiellos. Auch in der Schweiz schrumpfen die christlichen Landeskirchen, während die Konfessionslosen massiv an Boden gewinnen.

bz BASEL vom 09.09.2016, S. 4, von André Anwar, Stockholm
Kirchenaustritt – einfach wie die Steuererklärung?

Click – und weg. 73 % der Norweger waren Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche. Seit man sich im Internet abmelden kann, schwinden die Bestände. Die Norweger sind grösstenteils nicht besonders gläubig. Dennoch waren bislang mit rund 3,8 Millionen Menschen rund 73 % der Bevölkerung Mitglieder der evangelisch-lutherischen Landeskirche, der Norske Kirke. Das könnte sich nun ändern. Von einer „Massenflucht aus der Kirche“, berichtet derzeit etwa der öffentlich-rechtliche Sender NRK. Der Grund ist ein seit dem 15. August 2016 bestehender Online-Dienst der Landeskirche. Die ist bemüht, sich einen modernen Anstrich zu geben und bietet dort zahlreiche kundenorientierte Dienstleistungen an: auch den unkomplizierten Kirchenaustritt. Mit Abstand am häufigsten wurde bislang diese Austrittsfunktion der neuen Website gewählt.
Allein bis zum Ende des Augusts traten 25’742 Norweger aus der „Norske Kirke“ aus. Und das könnte nur ein Anfang sein. Denn erst jetzt ist die Sommerferienzeit für viele Norweger zu Ende. Für die Abmeldung müssen Mitglieder lediglich eine Bank-ID haben, mit der in Norwegen auch Steuererklärungen und andere amtliche Vorgänge einfach vom Heimcomputer aus geregelt werden können.
Die Austrittswelle aus der Landeskirche aufgrund einer blossen technischen Einrichtung führte zu vielen hämischen Kommentaren in der atheistisch geprägten Landespresse. Doch Bischöfin Helga Hauglund Byfuglien gibt sich gelassen. „Wir waren auf eine erhebliche Anzahl Abmeldungen vorbereitet und haben grossen Respekt für die getroffene Wahl jedes Einzelnen“, sagte sie. (…)

bz BASEL vom 11.01.2017, S. 31, Lea Durrer
Kirchenaustritte: Hier ist Solothurn Spitze – nach Basel

Von 1’000 Kirchenmitgliedern aus dem Kanton Solothurn sind 15 im Jahr 2015 aus der Kirche ausgetreten. Mehr waren es nur im Kanton Basel-Stadt. Platz 2 bei den Kirchenaustritten gehörte bereits 2011/2012 dem Kanton Solothurn. Damals waren es 13,1 Mitglieder, wie aus den Zahlen hervorgeht, die das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) zusammengetragen hat.
Ein genauerer Blick in diese Statistik – für Solothurn liegen die Zahlen von 2008 bis 2015 vor – zeigt: Sowohl bei der römisch-katholischen als auch bei der evangelisch-reformierten Kirche sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Austritte zu verzeichnen. Der Höhepunkt wurde 2010 mit 1’677 Austritten bei den Katholiken und 565 Austritte bei den Reformierten erreicht, wobei bei Letzteren die Zahlen der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn einflossen. Der obere Kantonsteil wurde nicht erfasst.
Die Kirche hat für den damaligen Exodus eine Erklärung. „Die hohe Anzahl Austritte steht im Zusammenhang mit den →Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche“, sagt Urs Umbricht, Mediensprecher der römisch-katholischen Synode des Kantons Solothurn.
Was Umbricht an der Kirchenstatistik stört, ist die Tatsache, dass nur absolute Zahlen abgebildet werden. Vielmehr müsste der Prozentanteil – also die Anzahl der Austritte in Relation mit den Mitgliedern – aufgezeigt werden. Bei den Katholiken verabschiedeten sich 1,4 % der Mitglieder. Bei den Reformierten ist dies aufgrund der unvollständigen Statistik schwerer festzustellen. Nimmt man als Grundlage die Zahl der Solothurner Mitglieder im BeJuSo-Verbund (2014 waren es 38’000) beträgt die Austrittsrate ebenfalls 1,4 %. Für Umbricht ist aber klar, dass die katholische Kirche prozentual weniger Mitglieder verliert als die reformierte: „Die Migranten sind ein Vorteil für die Katholiken“. Die eingewanderten Südländer und Eritreer seien katholisch. „Dadurch stehen wir in der Statistik besser da“, so Umbricht.
Ihm ist aber ein Rätsel, weshalb im Solothurnischen überdurchschnittlich viele aus der Kirche austreten. „Überall sonst ist der Kanton im Mittelfeld. Wieso ist er bei den Austritten Spitze? Das ist schon speziell.“ Zur nächsten Synodenversammlung Anfang März 2017 wurde ein Mitarbeiter des Pastoralsoziologischen Instituts eingeladen. Er zeigt die Zahlen auf und soll hoffentlich etwas zu den Gründen sagen.

Kirche heute 8/9 2017, Februar, S. 5
Noch nie so viele Katholiken: Neue Zahlen zu Religions- und Kirchenstatistik

Daniel Kosch, Generalsekretär der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) widerspricht Darstellungen in den Medien, wonach die katholische Kirche an einem Exodus leide. Es gelte zu unterscheiden zwischen dem relativen Anteil an der Bevölkerung und der absoluten Zahl der Mitglieder.
„Es dient auch den Kirchen nicht, wenn sie die Zahlen schönreden. Dennoch ist es wichtig, die Fakten klar und differenziert wahrzunehmen. Die römisch-katholische Kirche hatte nämlich noch nie so viele Mitglieder wie jetzt.“ So beginnt der Gastbeitrag von Daniel Kosch bei kath.net. Der RKZ-Generalsekretär reagiert damit auf die „Neue Zürcher Zeitung“, die von „Schäfchen, die davonlaufen“ und einem „Exodus“ sprach. Anlass dazu waren die vom Bundesamt für Statistik und dem Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut publizierten neuen Zahlen zur Religions- und Kirchenstatistik.
Der Anteil der Mitglieder römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Kirchen an der Gesamtbevölkerung gehe zwar deutlich zurück, doch mit über 60 % der Bevölkerung im Alter von über 15 Jahren seien die beiden Kirchen immer noch gross und mitgliederstark, betonte Kosch. In absoluten Zahlen ist die katholische Kirche sogar auf einem Höchststand: 2’576’616 Mitglieder zählte sie per Ende 2015. Das sind so viele wie noch nie. Ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung sei die Migration, hält Kosch fest. Mit 24,7 % ist der Ausländeranteil bei den Katholiken 2015 fast so hoch wie beim Spitzenwert von 25,5 % im Jahr 1970. Ebenso wichtig wäre die Zahl der eingebürgerten Migranten und Migrantinnen, meine Kosch, doch dafür gebe es keine offiziellen Zahlen. (….)
→Franziskus

Auszeichnungen des Heiligen Stuhles

Siehe unter „Orden und Verdienstauszeichnungen des Hl. Stuhles“ (Nebenregister)

Auto, Auto- und Motorrad-Schilder im Vatikanstaat

Stato della Città del Vaticano beziehungsweise: Città del Vaticano

Dekret der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt vom 19. Dezember 1987 betreffend Anwendung der Auto- und Motorrad-Schilder im Vatikanstaat:

SCV       für vatikaneigene Autos und Motorräder, z. B.  Diplomatenautos für
.             Kardinäle und Bischöfe, Autos der Gärtnerei, der Floreria usf.

SCV 1    Auto bzw. Jeep (Papamobil) des Papstes, dessen über 60 angefertigt
.             worden sind und jeweilen im besuchten Land „deponiert“ werden für
.             wiederholte Besuche; vor dem Papamobil  war die „Sedia gestatoria“
.             aktuell, getragen von 12 Sediari (Stuhlträger). „Sedia gestatoria“ heisst:
.             zum Tragen dienender Stuhl

CV         Autos bzw. Motorräder von Einwohnern/Bürgern des Vatikans

V            als internationales Nationalitäten-Kennzeichen (Aufkleber)

Höchstens 500 Kraftfahrzeuge sind im Vatikan zugelassen. Der Autoeinkauf des Vatikanbürgers geschieht über den Servizio dell’autoparco: Ein Einkauf eines Mercedeswagen gelingt beispielsweise mit 32 % Rabatt ohne MwSt. Im ganzen Kirchenstaat ist ein Tempolimit von 30 km/h festgelegt, das selten eingehalten wird.

Die Autonummern sind ein sehr beliebtes Sammelobjekt. Deshalb ist eine grosse Depotgebühr beim Bezug des Schildes (über CHF 700) zu leisten. Die Autoversicherung kann im Vatikan oder in Italien abgeschlossen werden. Wie erwirbt man einen Führerausweis im Vatikan? Der Lehrfahrausweis wird vom Vatikan (Governatorat) abgegeben. Die Fahrschule erfolgt auf italienischem Boden, die Praxis-  und Theorieprüfung hingegen im Vatikan mit einem einzigen Vatikanexperten. Es gibt keine Fahrschule im Vatikan. Die Verkehrsgesetze des Vatikans entsprechen genau den italienischen. Die vatikanischen Führerausweise gelten weltweit.

SCV =  Se Christo vedesse; wenn dies Christus gesehen hätte…
VCS =  Vi cacciarebbe subito;  … würde er Euch sofort verjagen!

SCV =  Stato e città del Vaticano (italienisch), Status Civitatis Vaticanae
.           (lateinisch)

Einwohnerinnen und Einwohner bzw. Bürgerinnen und Bürgern des Vatikans können die vatikaneigene Motorrad-, Auto-, Lastwagen- und Busfahrprüfungen absolvieren, nicht aber die Motorboot-Fahrprüfung, obwohl der Vatikanstaat ein →Schifffahrts-Reglement kennt. Es gibt Schweizergardisten, die während ihres Aufenthaltes alle Prüfungen absolvieren. Die Ausweise gelten international. In der Schweiz müssen sie umgeschrieben werden, nicht aber in Italien. Es gibt keine Strassenverkehrs-Bussen im Vatikan, vielleicht Fahrgeschwindigkeits-„Lügen“.

Geschenkte Autos an den Papst:

  • An Johannes XXIII. im Jahre 1960: Adenauer-Mercedes
  • 1991: Cadillac, andere Marken im Autopark: Fiat, Land Rover, in neuer Zeit:   Mercedes-Benz usw.
  • Bei jedem neuen Fiat-Modell, das in den Verkauf kommt, erhält der Papst ein Gratis- Exemplar, welches er normalerweise einer karitativen Institution schenkt.
  • Geschenktes Auto an die Schweizer-Garde: Januar 2011, BMW Personenwagen

AS, Vatikanistan, S. 146:
Die Scuderia des Vatikans, die päpstlichen Garagen und Werkstätten, liegen hinter der Michelangelo-Bastion, halb in den Hügel hineingebaut. Hier stehen in einer makellos sauberen, niedrigen Halle die Papstmobile diverser Jahrgänge, alle mit dem Kennzeichen SCV 1:

  • ein Mercedes-Papamobil (Baujahr 2002), ML 430 in Perlmuttlackierung,   V8-Motor, 279 PS
  • ein Mercedes-Papamobil (Baujahr 2007), G 500 Cabrio, mit umklappbarer  Frontscheibe, 296 PS und einem CO2-Wert von 378 g/km
  • ein Fiat-Jeep „Campagnola“ (der vom Attentat 1981)
  • ein Landrover
  • ein schwarzer, gepanzerter Lancia Thesis 3.0 „Jubileo“, mit V6-Motor, 24 V
  • und ein ebenfalls gepanzerter, schwarzer Mercedes, S 500 Landaulet, mit einer  Marienikone in der Trennwand als Sonderausstattung

Der transparente Aufbau des Papamobils, das „Aquarium“, ist aus Kunststoff und mit einer Klimaanlage versehen, damit die Scheiben bei Regen nicht beschlagen. Kleine Scheinwerfer sind in Boden, Dach und Seiten eingebaut, um den Heiligen Vager bei Dämmerung auch ins rechte Licht zu setzen.

Papst Benedikt XVI. selbst hat keinen Führerschein.
→ Papamobil

OR Nr. 26 vom 29. Juni 2012, S. 8:
Es war wohl eine ungewöhnliche Aufgabe für den Pressesprecher des Heiligen Stuhles, P. Federico Lombardi SJ, als er im Innenhof des vatikanischen Presseamtes „sein“ neues Elektroauto segnete. Papst Benedikt XVI. zeigte ein „besonderes Verständnis“ für Umweltfragen, so die italienische Herstellerfirma zur Begründung des Geschenks. Es handelt sich um einen weissen Zweisitzer mit schwarzem Dach. Nach Herstellerangaben hat er eine Reichweite von 140 Kilometern und schafft es bis zu 100 Stundenkilometer. Die Angestellten des vatikanischen Presseamtes wollen Pater Lombardi mit dem Auto zu Terminen fahren und es für Erledigungsfahrten benutzen, hiess es bei der Segnung.

OR Nr. 36 vom 7. September 2012, S. 12, Ulrich Nersinger:
Die Päpste und das Auto, Meisterwerke der Technik, Teil 1
(Geschichte der Papst-Autos, Zusammenfassung WA)

  1. Im Jahre 1909 schenkt der Erzbischof von New York dem hl. Pius X. (1903-14) ein Automobil, einen „Itala 20/30“. Der Papst liess sich nicht recht begeistern, er werde um nichts in der Welt in etwas steigen, „das töff-töff macht“. In den Garten ging er weiterhin mit der Kutsche.
  2. Sein Nachfolger, Benedikt XV. (1914-22), zeigte wenig Interesse, Automobil zu fahren.
  3. Pius XI. (1922-39) war überzeugter Bejaher des technischen Fortschrittes. Die katholische Frauenbewegung des Erzbistums Mailand schenkt ihm einen „Bianchi Tipo 15“. Der Vatikanstaat war noch nicht geboren, deshalb das Autonummernschild des Diplomatischen Korps „CD 404“.
  4. 1926: Die Papstgarage erhält einen zweiten Bianchi, Tipo 20. Die Mailänder Firma „Ditta Bianchi“ erhält den begehrten Titel „Päpstlicher Hoflieferant“.
  5. 1930: Das Governatorat (ein Jahr nach der Gründung des Staates der Vatikanstadt) richtet das „Registro Automobilistico“, das Autoregister ein. Autokennzeichen: für den Hl. Vater: rote Buchstaben auf weissem Grund und die „garage nobile“ (hochrangige Würdenträger des Päpstlichen Hofes, der Römischen Kurie und des Vatikanstaates), schwarze Buchstaben auf weissem Grund für Dienstwagen und Privatautos. Die Chauffeure des Papstes erhalten eine eigene Uniform, verziert mit einem gelbweissen Streifen und der Tiara mit den gekreuzten Schlüsseln vorgeschrieben.
  6. Nach Gründung des Vatikanstaates beginnt ein Wettlauf der Automobilkonzerne, den Papst mit ihren Produkten zu beschenken:
  7. April 1929: Pius XI. erhält einen „Fiat 525 N“. Verantwortlich dafür der Senator Agnelli
  8. Wenige Tage später: Die Gebrüder Graham, Mitglieder der einflussreichen USA-Vereinigung der Columbusritter, übergeben dem Papst den „Graham Paige 873“.
  9. 22. Dezember 1929: Erstmals seit der Einverleibung des Kirchenstaates in das Königreich Italien verlässt ein Papst den Vatikan, Ziel ist die Lateranbasilika, Anlass ist das Goldene Priesterjubiläum des Papstes. Transport mit dem Graham Paige und drei Begleitfahrzeugen.
  10. 2. November 1930: Erstes Geschenk einer deutschen Firma: einen Mercedes-Benz, eine Pullmann-Limousine vom Typ „Nürnburg 460“.  Eine Probefahrt in den Vatikanischen Garten bestärkt Pius XI. zum Ausdruck „Macchina bellissima“.
  11. Pius XII. (1939-58) ist der erste Papst, der zur feierlichen Besitzergreifung des Laterans mit einem Automobil fährt. Das Verdeck des Wagens wird auf seinen Wunsch geöffnet.
  12. Ende Dezember 1939 begibt sich Pius XII. in den Quirinal mit dem „Graham-Paige 873“.
  13. 10. September 1943 bis 4. Juni 1944: Okkupation Roms durch deutsche Truppen. Die  Lastwagen des Vatikans werden u. a. für die Lebensmittelversorgung der Ewigen Stadt eingesetzt.
  14. 19. Juli 1943: Amerikanische Flugzeuge werfen in vier Angriffswellen mehr als 680 Tonnen Bombenmaterial über Rom ab, hauptsächlich über dem Stadtviertel San Lorenzo. Der Papst Pius XII. verlässt unmittelbar nachher mit Auto den Vatikan. Erst am Abend kehrt er mit einem Fiat Topelino zurück, weil sein Auto nicht mehr funktionierte.
  15. Januar 1944: Die Alliierten landen in Anzio und Nettuno. Viele Menschen fliehen nach Castel Gandolfo. Auch hier leisten die Wagen des vatikanischen Fuhrparks Hilfe.
  16. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges werden vatikanische Lastkraftwagen mit Lebensmitteln und Hilfsgütern nach Deutschland und Österreich in Marsch gesetzt.
  17. 9. Oktober 1958. Der Begräbnisdienst der Stadt Rom stellt einen umgebauten Fiat für den Leichentransport Pius’ XII. von Castel Gandolfo in den Vatikan zur Verfügung.
  18. Johannes XXIII. (1958-63) erhält einen „Mercedes-Benz 300d“, den „Adenauer-Mercedes“. Er prüfte nur die Polsterung seines Sessels. Am 12. März 1961  fährt Johannes XXIII. mit einem offenen Mercedes-Benz 300d Laumdaulet  in die römische Pfarrei “San Gioacchino al Prati“.
  19. Am 11. Mai 1963 fuhr er mit ihm zum Quirinal, um den Balzan-Preis in Empfang zu nehmen.

OR Nr. 38 vom 21. September 2012, S. 5, Fortsetzung: 

  1. Herbst 1965: Paul VI. erhält in Castel Gandolfo von Daimler-Benz AG einen „Mercedes-Benz 600Pullmann-Landaulet“ als neuen Papstwagen . Am 21. Juni 1974 fährt Paul VI. beim Pfarreibesuch in „Santa Silvia“ in einem Mercedes-
    Benz 300 SEL.
  2. Für das Heilige Jahr 1975 benutzt der Papst einen Landcruiser der Firma „Toyota“ als Ersatz für den Tragsessel.
  3. 6. August 1978: Tod von Paul VI. Transport des Leichnams nach Rom mit einem Mercedes-Benz.
  4. 23. September 1978: Johannes Paul I. fährt ein einziges Mal mit dem Mercedes-Benz 600  zum Lateran (Besitzergreifung von S. Giovanni in Laterano).
  5. Mai 1979, Besuch von Polen durch Johannes Paul II. Zum ersten Mal fährt ein vatikanisches Auto mit dem Nummernschild „SCV 1“ ausserhalb des Vatikans und Italiens.
  6. 15. November 1980: Neuheit auf dem Butzweiler Hof bei Köln. Johannes Paul II. fährt stehend in einem Mercedes-Benz 230G, mit schusssicherem, acht Millimeter starkem Spezialglas.
  7. 13. Mai 1981, Attentat auf Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in einem Campagnola-Jeep der Firma Fiat. In einem Fiat 238 mit dem Kennzeichen „SCV 401“ rast man zum Gemelli-Spital.
  8. 24. April 2005: Benedikt XVI. verlässt den Petersplatz in einem Fiat Campagnola.
  9. 5. August 2005: Das Papamobil trifft für den XX. Weltjugendtag in Köln ein: Das 4 Tonnen schwere Mercedes-Fahrzeug verfügt über 272 PS und kann auf bis zu 80 Stundenkilometer beschleunigen. Das perlmutterfarbene, 2,80 m hohe Papst-Vehikel ist mit elektrischer Treppe sowie höhen- und seitenverstellbaren Sitz ausgestattet. Die Karosserie ist gepanzert. Für diesen Papstbesuch hatte Audi 40 Wagen zur Verfügung gestellt. Der Wagen des Papstes war ein „A8“ mit der höchstmöglichen Panzerungsstufe B7. Er verfügte über Telefon, Fax, Fernsehen und einen kleinen Kühlschrank.
  10. September 2005: Daimler-Chrysler schenkt dem Papst ein Elektroauto für Transporte innerhalb des Vatikans. Der emissionsfreie Viersitzer verfügt über leistungsstarke Batterien, die erst nach 70 km wieder aufgeladen werden müssen.
  11. Oktober 2005: Der Papst erhält von BMW einen nagelneuen „X5“ spendiert.
  12. Mitte November 2005: Daimler-Chrysler Italia schenkt einen Löschwagen für die päpstliche Feuerwehr.
  13. Anfang Dezember 2005: Luca Cordero de Montezemolo, der Präsident des italienischen Sportwagenherstellers Ferrari, schenkt dem Papst neben Euro 950’000 ein Lenkrad eines Rennwagens von Weltmeister Michael Schumacher.
  14. Juni 2012: Der Pressesaal des Heiligen Stuhles erhält ein Elektroauto der Marke „NWG Zero“.

OR Nr. 37 vom 14. September 2012, S. 4:
Papst Benedikt XVI. hat ein Elektroauto für den persönlichen Gebrauch: ein Sondermodell des Renault Kangoo in Weiss mit Papstwappen und dem Nummernschild „SCV 1“. Seinen ersten Kurztrip machte der Papst mit dem Elektro-Kangoo bereits am Mittwoch, 5. September 2012. Nach der Rückkehr von der Generalaudienz im Vatikan fuhr er in seinem neuen Wagen vom Hubschrauberlandeplatz in Castel Gandolfo in den Apostolischen Palast. Der nicht gepanzerte Hochdachkombi verfügt über eine elektrische Einstieghilfe, spezielle Hintertüren und ein Schiebedach, damit der Papst auch im Stehen Gläubige grüssen kann.

OR Nr.  42 vom 19. Oktober 2012, S. 3:
Das Fahrzeug, das Papst Johannes Paul lI. beim Attentat vom 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz benutzte, kommt in die Vatikanischen Museen. Der „Fiat Campagnola“, in dem der polnische Papst durch die Schüsse des Türken Ali Agca schwer verletzt wurde, soll in der Abteilung für historische Fahrzeuge präsentiert werden. In diesem Fahrzeug-Pavillon befinden sich Kutschen und Karossen der Päpste aus dem 19. Jahrhundert, aber auch Kraftfahrzeuge wie der Berlina, den Papst Leo XIII. (1878-1903) benutzt hatte.

G. Nuzzi, Seine Heiligkeit, S. 138:
Im Übrigen gelangen Ersuchen und Empfehlungen und Termine aller Art von Geistlichen wie von Laien auf den Schreibtisch von Ratzingers Privatsekretär. Sehr aktiv ist Domenico Giani, ein ehemaliger Geheimagent, der heute das Gendarmeriekorps des Vatikanstaates leitet. Im Oktober 2011 schickt er dem vertrauten Mitarbeiter Benedikts XVI. eine Aktennotiz mit 5 unterschiedlichen Gesprächsersuchen, vom Generalleutnant bis zu den Verkäufern von Papamobilen. Hier sein Schreiben an Msgr. Gänswein:

Seine Hochw. Mons. Georg Gänswein, Privatsekretär Seiner Heiligkeit, Privatwohnung

Hochwürdigster Herr,
gestatten Sie mir die Störung, wenn ich Sie hiermit bitte zu prüfen, ob die unten genannten Personen, die sich in letzter Zeit an mich gewandt haben, nicht von Euer hochwürdigen Gnaden empfangen werden könnten, wann und wie Sie es für angemessen halten. Die jeweiligen Anliegen liste ich nachfolgend auf:

  1. Präfekt Salvatore Festa: Er wünscht eine Unterredung zu persönlichen Themen und zwecks neuer Aufgaben im Zusammenhang mit seinem Amt.
  2. Generalleutnant Corrado Borruso: Der ehemalige stellvertretende Generalkommandant der Carabinieri und derzeitige Rat am Rechnungshof wünscht ein Treffen mit Ihnen, um Ihnen zum Abschluss seiner Dienstzeit als leitender Carabinieri-Offizier zu danken.
  3. Automobilhersteller Renault: Man wünscht eine Unterredung mit Ihnen, möglichst am 7. oder 8. November, um einige Aspekte im Zusammenhang mit der Übergabe eines Elektrofahrzeugs mit neuester Technik zu besprechen, das dem Heiligen Vater geschenkt werden und in der Sommerresidenz Castel Gandolfo zum Einsatz kommen soll.
  4. Dr. Andreas Kleinkauf und Dr. Rubenbauer – Automobilhersteller Mercedes: Man möchte, möglichst in der Zeit zwischen dem 24. und dem 26. Oktober, eine Besprechung zur Klärung einiger Aspekte betreffs technischer Verbesserungen am neuen Papamobil. Es handelt sich um eine dringende Besprechung
  5. Dr. Giuseppe Tartaglione – Automobilhersteller Volkswagen. Er möchte mit Ihnen einige Aspekte im Zusammenhang mit der Schenkung eines neuen Pkw PHAETON besprechen, der nach den Erfordernissen des Heiligen Vaters ausgebaut würde. (…)

OR Nr.  50 vom 14. Dezember 2012, S. 3:
Ein neues Papamobil für den Heiligen Vater

Papst Benedikt XVI. hat ein neues Papamobil. Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche übergab dem Papst in den Vatikanischen Gärten einen eigens für ihn gefertigten Mercedes der M-Klasse. Spezialisten hatten das Fahrzeug nach Angaben des Autokonzerns fast ein Jahr lang entwickelt.

Wie beim Vorgängermobil, das 10 Jahre lang im Einsatz war, erhält der Papst 2 gleiche Fahrzeuge. So können Transportprobleme etwa bei schnellen Ortswechseln auf Reisen vermieden werden. Sein neues Papstmobil nutzte Benedikt XVI. bereits mit einer Fahrt zur Spanischen Treppe in Rom anlässlich der Zeremonie am Hochfest Mariä Empfängnis.

Eine Reihe technischer Neuerungen sollen das neue Auto für Benedikt XVI. bequemer machen. Der verglaste Spezialbau, in dem der Papst sitzt, ist 40 cm höher als zuvor, ein elektrisch verstellbarer Stuhl, eine ausfahrbare Treppe mit speziell angepasster Tritthöhe und zusätzliche Haltegriffe machen das Ein- und Aussteigen für den Papst einfacher. Zudem gibt es mehr Innenbeleuchtung und eine Sprechverbindung mit dem Fahrer. Die Belüftung erhält ihre Energie aus einer Solaranlage im Dach. Wegen seiner Panzerung wiegt der Wagen 5 Tonnen; angetrieben wird er von einem Benzinmotor mit rund 400 PS.

Zetsche erinnerte bei der Übergabe an die mehr als 80-jährige Partnerschaft seines Unternehmens mit dem Vatikan. Als erster Papst hatte Pius XI. (1922-39) ab 1930 eine Mercedes-Limousine genutzt.

OR Nr. 28 vom 12. Juli 2013, S. 4
Schlüssel für Papamobil in Brasilien

Papst Franziskus hat am Mittwoch, 3. Juli 2013, im Vatikan die Schlüssel für das „Papamobil“ erhalten, das er Ende des Monats beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro benutzen wird. Bei einem Treffen im vatikanischen Gästehaus Santa Marta überreichte Daimler-Chef Dieter Zetsche ihm symbolisch die Schlüssel des Fahrzeugs. Er sei froh über die Begegnung mit dem Papst, betonte er anschliessend. „Wir werden Papst Franziskus bei seiner ersten Apostolischen Reise in Brasilien begleiten, und damit die Tradition fortsetzen, die alle Mitarbeiter unserer Firma mit Stolz erfüllt“, heisst es in einer Pressemitteilung. Bei der Begegnung habe Zetsche den Papst auch über den Einsatz seiner Firma für nachhaltige, umweltfreundliche und sicherere Mobilität sowie über soziale Initiativen in den jeweiligen Produktionsländern informiert.

OR Nr. 22 vom 29. Mai 2015, S. 4

Im Online-Kurznachrichtendienst Twitter machte am frühen Nachmittag das Foto vom Dienstwagen des Papstes Franziskus die Runde: Sein Ford Focus war im Verkehrsstau gleich bei den vatikanischen Mauern stecken geblieben. Zu Fuss wäre der Heilige Vater wahrscheinlich schneller an sein Ziel gekommen: Ford Focus: Leistung 80 PS, Hubraum 1’388 cm3, Gewicht 1,15 t, Tempo: max. 164 km/h, Verbrauch 6,6 l/100 km.

Englisch Andreas, FRANZISKUS, S. 288
Ostern 2013: Als Papst Franziskus an diesem Ostersonntag nach der Messe über den Petersplatz durch die Menge gefahren wird, machen wohl einige Topmanager von Daimler in Stuttgart grosse Augen. Über die Vermittlung des ehemaligen Papstsekretärs Georg Gänswein hatte der Automobilhersteller Mercedes Benz Papst Benedikt XVI. nur wenige Tage vor dessen Rücktritt ein nagelneues Papamobil geschenkt, inklusive eines absolut kugelsicheren Glaskastens, der perfekt klimatisiert ist. Das Auto ist ein Wunderwerk der Technik, auch wenn das Papamobil auf den ersten Blick schlicht wirkt. Wegen des tonnenschweren Panzerglausaufbaus ist an dem Fahrzeug alles eine Sonderanfertigung: Spezialreifen, abgestimmtes Automatikgetriebe, individuell konfigurierter Motor. Doch Papst Franziskus sitzt nicht in dem schicken brandneuen Modell. Er hat die Vor-Vor-Vorgänger-Version des Papamobils ausgesucht. Das stand jahrelang ungenutzt in der Garage des Papstes, weil es über keine Sicherheitsverglasung verfügt. Statt den Menschen wie in einem Aquarium durch Glas getrennt zu begegnen, steht Papst Franziskus auf diesem alten Papamobil völlig ungeschützt an ein schlichtes, weisses Stahlrohr gelehnt hinter dem Fahrer. (WA: Auch Benedikt XVI. fuhr immer in einem offenen Papamobil durch die Menge auf dem Petersplatz und hielt sich an einem weissen Stahlrohr.)

Englisch Andreas, FRANZISKUS, S. 291
Es galt die Regel, dass ein Papst nichts selbst tut, was auch ein anderer tun könnte. Eines der eindrucksvollsten Beispiele hierfür ist das erste Papamobil, ein Citroën Lictoria 6. Erstaunlich an der Staatskarosse war unter anderem, dass sie noch 1900 Jahre, nachdem Gaius Julius Cäsar in Rom die Herrschaft an sich gerissen hatte, auf die gleiche Weise beheizt wurde, wie dies bereits die Römer mit ihren Wohnungen taten: mit glühenden Kohlen. Weil die Autoheizung eben noch nicht erfunden war, liessen die Päpste ein Gefäss mit glühenden Kohlen im Boden des Automobils in einen speziellen Mini-Kamin versenken, um es im Wagen gemütlich warm zu haben. Damit der Papst nichts, aber auch gar nichts tun musste, besass der Wagen ein System von Schaltern. Damit teilte der Papst dem Fahrer mit, ob er nach links oder rechts fahren, anhalten oder in den Vatikan zurückkehren sollte. Der Papst sollte der unangenehmen Anstrengung, mit seinem Fahrer sprechen zu müssen, enthoben sein. (Siehe „Papamobil“. Papst Pius XI. verwendete 1928 das Papamobil Citroën C Lictoria 6. Die Bezeichnung „Lictoria“ wünschte sich Mussolini.)

OR Nr. 2 vom 15.01.2016, S. 4
Papst Franziskus hat überraschend den Vatikan verlassen und einen Ausflug ins italienische Dorf Greccio (zirka 1’600 Einwohner) in Umbrien (Provinz Rieti) unternommen. Er hat sich am frühen Nachmittag des 4. Januar 2016 im Auto für einen privaten Besuch in den 90 km nördlich von Rom gelegenen Ort begeben. Dort hat er die Gemeinschaft der Franziskaner begrüsst und die Krippe in deren Kirche aufgesucht. Über den Besuch des Papstes waren vorab nur der Ortsbischof und der Guardian (Oberer) der örtlichen Franziskaner informiert worden. Franziskus hat die Fahrt im Ford Focus zurückgelegt. In Greccio begrüsste der Heilige Vater einige Dutzend Jugendliche, die sich dort zu einem Treffen versammelt hatten. Papst Franziskus ist ein grosser Freund lebendiger Krippen. Als Erzbischof von Buenos Aires hatte er solche Darstellungen der Geburt Jesu besonders gefördert.

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Auto-Reparaturwerkstatt im Vatikan

SCV-Wagen haben bei Reparaturen vor CV-Wagen den Vortritt. Ein Einwohner oder Bürger kann also seinen Wagen (sein Motorrad) hier reparieren lassen.

Avignon

Katholische Wochenzeitung 44/2016 November, P. Gottfried Egger OFM

Seite 3: (…) Als der Papst Clemens V. seine Residenz vom Lateranpalast in Rom (4. bis 14. Jahrhundert) nach Avignon verlegte, 1304-1377, geriet der Lateran in Vergessenheit; es entschied sich der Papst Gregor XI. bei der Rückkehr nach Rom vorerst in S. Maria in Trastevere, danach in S. Maria Maggiore und erst später in St. Peter im Vatikan zu residieren. (…)