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Tabacchi  (Tabakwarenladen im Vatikan)

Limitierter Zigaretten-/Zigarrenverkauf im Bahnhofgebäude des Vatikans

Talamo (Kniebank)

Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof, S. 466:

Der seit 1655 geübte Brauch, dass der Papst auf dem Talamo (Kniebank) das Hochfest Corpus Domini feiert, machte jedoch oft auch die Teilnahme des Papstes unmöglich, denn bei Gebrechlichkeit oder Krankheit des Pontifex Maximus stellte dessen Verweilen auf dieser Tragevorrichtung eine zu grosse Zumutung und Gefahr für ihn dar. Schon vor dem II. Vatikanischen Konzil (1962-65) und der durch sie begründeten Liturgiereform war die prachtvolle Fronleichnams-Prozession des Papstes ausser Gebrauch gekommen. Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli, 1939-58) musste in seinen letzten Jahren aus Gesundheitsgründen auf sie verzichten; der selige Papst Johannes XXIII. (Angelo Giovanni Roncalli, 1958-63) nahm sie dann jedoch wieder auf.

In den folgenden Pontifikaten wurde es üblich, dass der Papst am Fronleichnamstag die heilige Messe auf dem Vorplatz der Lateranbasilika feierte und dann zu Fuss, mit dem Sanctissimum in der Hand, die Via Merulana hinauf nach Santa Maria Maggiore zog, wo er den Gläubigen den feierlichen Schlusssegen erteilte. Von Alter und Krankheit geschwächt, verzichtete Papst Johannes Paul II. (Karol Wojtyla, 1978-2005) in den letzten Jahren seines Pontifikates auf den beschwerlichen Fussweg. Er wurde auf einem offenen Wagen, vor dem Allerheiligsten Altarssakrament kniend, von seiner Bischofskirche zu der römischen Marienbasilika gefahren (ein Ersatz des Talamo wäre auf dieser langen Strecke – abgesehen von liturgieideologischen Bedenken – nicht möglich gewesen: das hohe Gewicht der Tragvorrichtung, und ihr äusserst schwieriges Manövrieren schlossen dies aus).  Papst Benedikt XVI. übernahm zum Fronleichnamsfest des Jahres 2005 diesen Usus.
 www.radio-vatikan.de

Taxidienst Flughäfen Rom – Ciampino – Fiumicino

  • 0039 348 51 41 804 (stark verbilligt, bis 15 – 20 Personen)
  • www.exgspbern.ch
  • Enrico Portmann: 079 334 50 90

Taxidienst des Vatikans

Im Vatikan kann der Vatikantaxi in der Vatikan-Garage bestellt werden. Er fährt beispielsweise bis zu den Flughäfen gegen Entgelt, aber anstatt Euro 50 – 70 nur Euro 20 – 30 (bis Fiumicino).

Telefonbuch des Vatikans und Titelbezeichnungen

(in den vatikanischen Buchhandlungen für Euro 10 käuflich)
Hier die Ausgabe 2004/2005. Über 40 Titel aus diesem Buch herausgefischt:

Jeder Name hat eine Anrede/Titel, und zwar nach folgendem System:

Name Anrede/Titel Vorname Telefon-Nummer(n)
Baldeschi  cav.    Mario Büronummer
(a)   Tf.-Nr. der Wohnung im Vatikan/Rom
Guastella sig.na Gianna  84465

(a)  71045

Familien treten nie in Erscheinung. Es steht nur der Name und Vorname des Ehemannes.
Aber Seite 202, Musei, Segreteria della Direzione:
Jansen Sagliocco sig.ra Karin
Maggi Federici sig.ra Sabina

Folgende Anreden/Titel sind anzutreffen:

arch.  architetto  Architekt
avv.  avvocato  Advokat
bibl. ri  bibliotecario Bibliothekar
cav. cavaliere Ritter
cav. di gr. cr. Cavaliere di grand croce Grosskreuz-Ritter
cav. p. a. cavaliere perito amministrazione Ritter, Sachverständiger Administration
comm. commendatore Komtur
don don Priesteranrede mit Vornamen
dott. dottore Dr.
dott. Ssa dottoressa Frau Dr.
fr.  fratello Bruder
geom.  geometra  Geometer
ing. ingegnere Ingenieur
mo    maestro di musica  Musiklehrer
mons. monsignore  Prälat
p. padre Pater
per. agr. cav. Perito agrario cavaliere Agrar-Sachverständiger u. Ritter
p. i. perito industriale Sachverständiger Industrie
prof. professore Professor
prof. ssa professoressa Professorin
p. t. pleno titulo früher (AT): mit vollem Titel
    heute abgekürzt bei Anreden mit
    P. T., auch Pro titolo (anstelle des Titels; P. T.)
  Eher: perito tecnico Sachverständiger Technik
rag. ragioniere Buchhalter
rag. ra ragioniera Buchhalterin
rag. gr. uff. ragioniere grand’ufficiale Buchhalter grosser Offizier
rev. reverendo Ehrwürden
S. E.
(gross geschrieben)
Sua Eccellenza Ihre Exzellenz
S. Em. za
(gross geschrieben)
Sua Eminenza Ihre Eminenz
sig. signore Herr
sig. na   signora Frau
sig. ra  signorina Fräulein
suor suora Schwester

→ Im Vatikan gibt es über 40 praktizierte Titel. Siehe auch →Orden, →Ehrentitel
→ Päpstliches Haus

Telefonbuch Vatikanstaat 2004/2005:
2’383 Eintragungen bzw. Anschlüsse für Vatikanstaat und  Hl. Stuhl, davon:

76 „cavaliere“ (cav.) = 3,19 %             )
49 „commendatore“ (comm.) = 2,5 % )
140 „ragioniere“ (rag.) = 5,88 %            )        5 ausgewählte Titel im Telefonbuch:
265 „dottore“ (dott.) = 11,13 %             )         total 690, d. h. 28,95 %
160 „dottoressa“ (dott.ssa) = 6,72 %    )

Wer in Italien einen Hochschulabschluss erlangt, kann sich fortan Dottoressa oder Dottore nennen, egal, wie lange das Studium dauert.

Don: Wo fahren die meisten katholischen Priester mit Autos? Oh nein, nicht im Vatikanstaat, sondern im Landkreis Donau-Ries/Bayern. Hier fahren alle mit dem Autokennzeichen DON. Viele Päpste chauffieren selbst mit dem Kennzeichen DON.PP und drei Zahlen hintennach …

Hans Küng, Ist die Kirche noch zu retten? S. 206:
Die römische Kurie zwar nicht zerstören, aber nach dem Evangelium reformieren:

Evangelische Demut: Verzicht auf unbiblische Ehrentitel, die entweder nur Gott oder Christus (Sanctissimus Dominus, Beatissimus Pater, Seine Heiligkeit, Heiliger Vater, Haupt der Kirche) oder allen Christen bzw. Bischöfen (Stellvertreter Christi usw.) zukommen. Zumindest missverständlich ist der Titel des heidnischen Oberpriesters Pontifex Maximus für den Papst und ähnliches. Passende Titel sind: römischer Bischof, Diener der Diener Gottes, vielleicht Oberhirte.

Zum ehemaligen Kommandanten der Schweizergarde, lic. iur. Elmar Mäder:

Er führte im vatikanischen Telefonbuch den Titel „Dr. Elmar Mäder“ und wurde in der Schweizer Presse gerügt. Er meinte, alle würden es im Vatikan so handhaben. Siehe nachfolgend.

Luca/de Filippi, Bud Spencer, Autobiografie, 2011, S. 191, Kleindruck
Der akademische Grad „dottore/dottoressa“ kann man in Italien (WA: und anscheinend auch im Vatikan) bereits ab einem 3-jährigen Studium führen, von daher ist er mit dem „Doktor“ im deutschsprachigen Raum nicht zu vergleichen.
WA: Nach einer deutschen Fernsehsendung ist der Doktortitel in Italien bereits nach einem 2-jährigen Studiumabschluss möglich.

→ Demokratie  → Leben im Vatikan (John Cornwell)   → Korrespondenzstil im Vatikan

Telefonzentrale/Telefonrechnungen im Vatikan 

Die vatikanische Telefonzentrale ist von 08.00 bis 20.00 Uhr  von sechs Ordensschwestern aus verschiedenen Nationen vor Flachbildschirmen besetzt, Mikrofon am Kinn. Angestellt sind total 12 Schwestern, die der Paulinischen Familie angehören. Jeden Tag erfolgen viele hundert Anrufe aus der ganzen Welt, d. h. in verschiedenen Sprachen. Das Telefonbuch des Vatikanstaates und der vatikanischen Hoheitsgebiete ist rund  260 Seiten stark, ähnlich dem Format A5 (also klein).

In diesem Telefonbuch sind 8’500 Telefon-Nebenstellen aufgeführt (im Mai 2010). Die Zahl der Festanschlüsse pro Bürger ist die höchste weltweit. Man findet 31 öffentliche Telefonkabinen, selbst vor dem Klo der Sixtinischen Kapelle kann telefoniert werden. Dazu erhält man spezielle Telefonkarten und telefoniert vom Vatikan aus „spottbillig“. Zum internen Telefonnetz (Glasfaser) gehören neben dem Vatikan auch die Basiliken San Giovanni in Laterano, die Residenz Castel Gandolfo, die Kirche S. Calisto in Trastevere und die Apostolische Kanzlei an der Spanischen Treppe. Das Netz ist für ISDN, ASDN und SHDSL ausgelegt.    → Kollegien

Die Telefonzentrale befindet sich  im Palazzo del Belvedere, Eingang S. Anna. Die „Telefon-Schwestern“ wohnen im Vatikan. Die Zentrale ist aus dem Jahre 1992 und funktioniert mit Hilfe der Telecom Italia. Ein unabhängiges Netz oder auch nur eine eigene Landesvorwahl will sich der Vatikan nicht leisten: Wie gelange ich in den Vatikan: 0039  06   698 …  , d. h.:  Italien (0039),  Rom (06)., Vatikan (698 …)

Das Handyabonnement ist auch im Vatikan lösbar, zugeteilt mit  italienischer und vatikanischer vierstelliger Nummer. Telefongespräche zwischen vatikanischen Handys im Vatikan und Italien  sind spesenfrei. Der Vatikan verfügt über kein eigenes Handynetz.

Festnetz: Telefonate im Vatikan und vom Vatikan nach Rom sind gratis.
→Kommunikation

Telekommunikation

→Kommunikation  →Mobilfunk

Tempolimit im Vatikan

Generell und überall: 30 km/h
Dieses Tempo wird nicht eingehalten, besonders nicht in der Via dei Fondamento (Rennstrecke hinter dem Petersdom Richtung Cortile di S. Damaso). Es gibt keine Strafzettel. Es gibt keine Blechpolizisten. Und wenn ein Gendarm das vermeintliche „Raser-Auto“ anhält und die Frage stellt: „Sind Sie zu schnell gefahren?“ und sie wird immer so gestellt, ist die Antwort immer dieselbe: „Nein!“ – Zwei Leuchtsignal-Anlagen auf den 0,44 km2-Vatikanstaat.

Gerichtsjahr 2015/2016 des Staates der Vatikanstadt: Die Grosszügigkeit der Gendarmen hat sich geändert. Im erwähnten Gerichtsjahr wurden in 135 Fällen zu hohe Geschwindigkeit an den Staatsanwalt angezeigt.
→Justiz

Territoriale Geschichte der Kirche

→Kirche, ihre territoriale Geschichte

Terrorismus

→Finanzgeschäfts-Gesetz

Tèssera (Erkennungskarte) des Vatikans

Alle Vatikanbürger und Vatikanangestellten erhalten diese Tèssera, sie gilt auch für die Einkäufe in der Annona. Andere Karten sind auch erhältlich: Benzinbezug, Bank.

Pensionierte Angestellte können diese Karten lebenslänglich benutzen, müssen sie aber jedes Jahr erneuern.

Theologiestudium

→Studium der Theologie

Thermen im alten Rom

OR Nr. 11 vom 18. März 2016, S. 9
Stoizismus (Unerschütterlichkeit, Gleichmut) und Epilation (Enthaarung) in den römischen Thermen

„Salus Per Aquam“ („Gesundheit/Wohlbefinden durch Wasser“), das ist die Auflösung der Abkürzung SPA, die heute allgemein für Gesundheits- und Wellness-Einrichtungen steht. Sie sind im zeitgenössischen Leben zu einer wahren Institution geworden: ein Ort, an den man sich zurückziehen, weit weg von der alltäglichen Hektik entspannen und sich verwöhnen lassen kann mit Massagen, Sauna, Thermalbädern. Bekannterweise ist diese Gewohnheit keineswegs eine moderne Erfindung, vielmehr ist man zur Antike zurückgekehrt und hat eine typisch römische Institution wiederbelebt: die Tradition der Thermen. Der Besuch der öffentlichen Bäder wurde in Rom bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. üblich. Anfangs handelte es sich um einfache Wannen mit warmem Wasser, wo die Einwohner Roms, die in der Mehrzahl in den Privatwohnungen nicht über fliessendes Wasser verfügten, ein erholsames Bad nehmen konnten. Der Zugang zu den Thermen war für Männer und Frauen aller sozialer Schichten gratis, wobei die Geschlechter entweder getrennt waren oder zu unterschiedlichen Öffnungszeiten eingelassen wurden. Die Thermen leisteten einen sehr grossen Beitrag zur Verbesserung der hygienischen Zustände und beugten sogar verschiedene Krankheiten vor. Mit der Zeit kamen zu den Wannen weitere Einrichtungen hinzu: Schwimmbecken, Sportanlagen, Sauna. Auch die Technik der Heizungsanlagen wurde verbessert.
Die grossen Thermen der Kaiserzeit, die in Rom gut erhalten sind, wurden zu Orten der Begegnung. Dort konnte man sich nicht nur entspannen und essen oder ganz informell über Geschäft und Politik sprechen, sondern auch Musik hören, Theatervorstellungen besuchen oder in der Bibliothek ein Buch lesen.
Das Thermenpersonal war sehr zahlreich und hochspezialisiert. Und auch das lässt uns ermessen, wie tiefe Wurzeln der aktuelle Schönheits- und Körperpflegewahn letztlich hat. Wir kennen die „tractatores“ (Masseure), die „untores“ (zuständig für das Einreiben mit wohlreichenden Ölen), die „exercitatores“ (Sportanimateure) und schliesslich die Friseure sowie den „alipilus“ oder „alipilarius“: den Epilierer (epilieren = enthaaren). Im Allgemeinen handelte es sich um einen Sklaven, einen Kosmetiker „ante litteram“, der Salben und Bimsstein für die Enthaarung benutzte. Es handelte sich nicht unbedingt um Frauen, wie auch die Kunden nicht ausschliesslich Frauen waren. Der grobschlächtige römische Mann unterzog sich in verschiedenen Epochen und je nach Mode der Enthaarungsprozedur (vor allem die Sportler) und benutzte dabei unter anderem glühendheisse Nussschalen: eine ziemlich schmerzhafte Methode, die nicht immer mit dem erforderlichen Mut angegangen wurde, man könnte auch sagen mit dem erforderlichen „Stoizismus“.
Es ist sonderbar, dass gerade Seneca (4 v. Chr. bis 65 n. Chr.), der berühmte stoische (unerschütterliche) Philosoph, uns Anekdoten über diese Kosmetiker überliefert hat.
Er wohnte in der Nähe der Thermen und beschwerte sich über den „alipilus“, der „ständig mit kreischend schriller Fistelstimme (Kopfstimme) seine Dienste anpreist und erst schweigt, wenn er jemandem die Haare ausreisst; dann beginnt dafür sein Opfer zu zetern“ (schreien).
→Wasser        →Aquädukte           →Tiber            →Brunnen des Vatikans

Tiara

Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof, Seite 255:

Papst Paul VI. legte am 13. November 1964 nach einer heiligen Messe, die er mit dem romunierten Patriarchen zu Ehren des Kirchenlehrers Johannes Chrysostomus in der Konzilsaula gefeiert hatte, seine  persönliche Tiara auf dem Confessio-Altar nieder – als Geschenk an die Armen. In Zeiten arger Bedrängnis zögerten die Päpste nicht, sich durch den Verkauf von Tiaren aus für sie misslichen Situation loszukaufen. So mussten die prachtvollen Tiaren Pauls III., Clemens’ VIII., Urbans VIII., selbst diejenigen des Gardegründers Julius’ II., zur Finanzierung des von Napoleon dem Papst Pius VI. (Braschi, 1775-99) aufgezwungenen Friedens von Tolentino auseinander gelegt und die einzigartigen Preziosen (alle wertvollen Gegenstände der Tiara) verkauft werden. Doch viele fragten sich, ob der Montini-Papst vergessen hatte, wer ihm die Tiara zum Geschenk gemacht hatte? Es waren überwiegend die einfachen Arbeiter seines früheren Erzbistums Mailand gewesen.

Es lässt sich nicht abstreiten, dass der am 13.11.1964 erfolgte Schritt des Montini-Papstes mit dafür entscheidend war, dass seine nächsten 4 Nachfolger bei der Amtseinsetzung auf die Tiara verzichteten. – Die gutgemeinte Geste des Papstes, die Tiara den Armen der Welt zu schenken, behielt letztlich rein symbolischen Charakter, sie verfolgt in der Realität der Gegebenheiten. Es entbehrte nicht einer gewissen Peinlichkeit zu verfolgen, wie man sich vergeblich bemühte, die Tiara zu veräussern:

  1. Kardinal Francis Spellman, der Erzbischof von New York, nahm sie mit in die USA. Diesem  versierten und gewieften Finanzgenie gelang es nicht, die Tiara zu veräussern. Dann war sie im vatikanischen Pavillon der Weltausstellung in New York.
  2. Hierauf wurde sie in der St. Patrick’s-Kathedrale in New York ausgestellt.
  3. Danach reiste sie durch alle Staaten, nach Chicago, Kansas City, Miami
  4. Eine Weile stand sie in der Provident National Bank in Philadelphia.
  5. Sie wurde sogar im Schaufenster des grossen Warenhauses Macy’s im Zentrum von New York ausgestellt.
  6. Die Catholic Near Welfare Association organisierte diese Wanderausstellungen und sammelte damit Spenden für ihre Hilfswerke im Nahen Osten, in Afrika und in Indien, wo das Geld vor allem Mutter Teresa von Kalkutta für ihre Armen- und Sterbehäuser zur Verfügung gestellt wurde.
  7. Man muss dankbar sein, dass sie letztendlich in kirchlichem Besitz verblieb.
  8. Sie kam schliesslich in die Hauptstadt Washington. Am 6. Februar 1968 übergab sie der dortige Apostolische Delegat dem National Shrine of the Immaculate Conception, dem marianischen Nationalheiligtum  der nordamerikanischen Katholiken.
  9. Für die Feier des Welt-Jugend-Treffens von 1993 wurde die Tiara Pauls VI. vom Vizedirektor der Marienbasilika, Fr. Paul de Ladurantaye, nach Denver in Colorado gebracht.
  10. Am 17. August 1993 fand sie dann wieder den Weg zurück nach Washington. Wer vor der Tiara dort verweilt, vernimmt nicht den Geruch von Weihrauch, sondern das Aroma kolumbianischen Kaffees, das aus der unweit vom Betrachter befindlichen Cafeteria hinüberweht, dazwischen steht die Sammelbüchse.
    →Organigramm   →Papstwappen   →Heraldik

Die Tiara ist seit dem 7./8. Jahrhundert nachweisbar.

⇒Heraldik II (Hauptregister, die Knöpfe des Gendarmerievestons)

Tiber

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OR Nr. 39 vom 01.10.2010 (Astrid Haas):

Will man an der Quelle des Tibers, dieses mystischen Flusses, stehen, muss man von Rom aus einen ziemlich langen Weg zurücklegen bis in die Region Emilia-Romagna auf den Monte Fumaiolo im Apennin. Von dort führt sein geschlängelter Weg durch das grüne umbrische Land bis in die Ewige Stadt. Aus der östlichen Toskana strömen ihm die Wasser der Chiana zu, aber trotzdem bleibt  er ein eher dünnes Rinnsal. Zum Fluss wird er erst bei Terni, wo Italien einst sein Eisen schmiedete. Da empfängt er das grosse Wasser der Nera, woran ein alter Spruch erinnert: „Was wäre der Tiber, wenn die Nera ihm nicht zu trinken gäbe?“

Bis ins Mittelalter war der Tiber ein grosser, breiter Strom, der, für damalige Zeiten, riesige Seeschiffe trug. Plinius der Aeltere berichtet, dass der Tiber zu seiner Zeit keine geringere Tiefe hatte als der Nil. Im Jahre 168 fuhr der erbeutete Fünfdecker des Perseus von Mazedonien mit dem gefangenen König an Bord bis nach Rom hinein. Rom war damals der einzige grosse Flusshafen des Mittelmeers. – Zur Zeit besonders starker Regenfälle ist er auch heute noch so breit, tief und mächtig wie vor 2000 Jahren.

Aussergewöhnliche Grabstätte
28. Oktober 312 n. Chr., Milvische Brücke: Cäsar Maxentius kämpft gegen Cäsar Constantinus (Sieger). Der Weg für das christliche Abendland war frei. Der Leichnam Maxentius ging den Tiber runter. Papst Paschalis II. liess die Asche Neros aus der Gruft unter einem grossen Nussbaum auf dem Pincio entfernen und in den Fluss streuen. Das gleiche geschah dem Leichnam des Papstes Formosus und nach ihm der Asche des Cola di Rienzo. Und schliesslich hat Roms Pöbel noch in der Nacht vom 13. Juli 1883 den Versuch unternommen, die Leiche Pis IX. in den Tiber zu werfen. Tiberabwärts reiste auch Papst Martin I. in die Gefangenschaft nach Byzanz und tiberabwärts rettete sich 1434 Eugen IV. auf der Flucht ins Ausland.

Getreuer Verbündeter
Immer wieder haben die Römer zahllose Kostbarkeiten im Fluss versenkt, damit sie nicht den Plünderern in die Hände fielen. Die Westgoten unter Geiserich lagerten erbeutete Schätze auf die Schiffe am Ufer der Marmorata zu Füssen des Aventins. Die Schiffe waren überladen und kenterten Richtung Ostia. Weil zwischen den Plünderungen der reichen Stadt immer Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte liegen, hat der Tiber viel Zeit gehabt, die Beute in seinen sandigen Schlamm einzubetten und übereinander zu ordnen. Die Schichten liegen also in bester historischer Gruppierung. Auf die Tiberschätze spekulierten spätere Projektmacher, unter ihnen der französische Gesandte Kardinal Polignac zu Beginn des 18. Jahrhunderts, und bis in die heutige Zeit eine Reihe von Archäologen aus der ganzen Welt.

Tiberinsel
Wir stehen hier wohl an der Stelle, wo aller Wahrscheinlichkeit nach der grosse Gedanke zur Gründung Roms gefasst worden ist – er ist übrigens den Etruskern zu verdanken. Die Etrusker, ein Volk aus Seefahrern und Metallkünstlern, hatten seit Menschengedenken Italien zwischen Tiber und Po besiedelt. – Übrigens sind Romolus und Remus etruskische Namen, und sie hängen beide mit „Ramon“, gleich „Fluss“, zusammen. Der Tiber hiess damals Ramon. – Die „Confraternità dei Sacconi Rossi“ (rote Bettsäcke) hatten die Toten im Tiber gesammelt und in der Krypta der Kirche noch bis in die 70er-Jahre des 19. Jahrhunderts  begraben.

Lebensretter in schweren Zeiten
Zurzeit der Hochblüte Roms zählte die Stadt 19 Aquädukte mit täglich 1,3 Milliarden Liter Wasser. Otto III., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation regierte um die Jahrtausendwende. Er zerstörte rings um die Stadt die antiken Wasserleitungen. Was das bedeutet, ist leicht zu verstehen. Der Tiber musste dann als Trinkwasserquelle dienen. – Die Wasserträger bildeten im Mittelalter eine eigene Zunft. Sie trugen oder fuhren das Tiberwasser zu den grösseren Zisternen der Stadt. Dort lagerte es 5, 6 Tage lang, bis der Kalk sich gesetzt hatte. Und dann wurden Esel mit drei Fässchen links, drei Fässchen rechts beladen und durch die Stadt geführt. Die Verkäufer waren meist Frauen. Zu den Konsumenten zählten sogar die Päpste. Zum Glück sind die Hochwasser des Tibers seit fast hundert Jahren keine ernste Gefahr mehr für Rom. Früher jedoch haben Überschwemmungen entsetzlich gewütet. Durch viele Jahrhunderte war Rom die Stadt der Sintfluten. Im Altertum hatte das Tiberbett ungefähr sein heutiges Niveau. Die Fundamente der alten Brücken beweisen es. Das Marsfeld war lange sumpfig und unbebaut. Erst um Christi Geburt begann man dort Häuser zu errichten

Urheber von Katastrophen
Der Tiber hat einmal seinen Lauf geändert, man weiss nicht wie und warum. Ursprünglich machte er nicht den grossen Bogen von der Engelsburg bis zur Insel, sondern floss geradewegs von der Stelle der späteren Engelsburg in Richtung Pantheon., Das ganze Viertel zwischen der heutigen Piazza del Popolo und dem Kapitol stand oft meterhoch unter Wasser. Durch das  Hochwasser im Jahre 1230 ertranken  beispielsweise 7’000 Personen.

Zu seinen Glanzzeiten hatte der Tiber nicht weniger als 8 Häfen an seinen Ufern. Sie begannen unterhalb der Tiberinsel mit dem Hafen „Ripa Grande“ und endeten bei der Porta del Popolo mit dem Holzhafen. Sie alle sind spurlos verschwunden.

Später beschloss man endlich, den Tiber durch grosse Travertinkais zu bändigen. Nach dieser Flussregulierung verschwand das ganze reizvoll-charakteristische Bild der Tiberufer mit ihren Wiesen, Weingärten, Osterien, ihren bis dicht an den Fluss herangerückten Häusern, Türmen und Palästen. –

Verweilen wir kurz am Ufer des Tibers. Wir sehen den ältesten Zeugen, der Roms Grösse gesehen und erlebt hat und in dessen Wasser sich die Geschichte der Ewigen Stadt spiegelt.

Zusammenfassung WA:
Früher:
Der Tiber hat das römische Leben wesentlich mitgeprägt. Er trat öfters über die Ufer: Er ist ziemlich unschön, lehmig (Lava-Erde), wenig stattlich.

Jetzt:
Stinkig, z. T. stehendes, dunkles Wasser mit Lava-Erde. Der Tiber existiert nicht mehr. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er zwischen riesige Travertin-Mauern gezwängt. Der Tiber ist eine Kloake geworden.

Geschichte:
Noch vor 1870 bestanden nur 4 Brücken. Heute sind es 25. Früher standen mehrere Häfen für Personen- und mehrheitlich Warenschiffe zur Verfügung. Man pflegte den Fischfang und das Baden. Heute gibt es Mutige, die fischen, baden und Touristikschiffe benutzen.

Des Tibers Geschichte:

  • Wichtige Handelsstrasse, obwohl Ostia Meerhafen war
  • Betrieb vieler Mühlen
  • Ponte Milvio. 2  Jh. v. Chr. gebaut. Im Jahr  313 kämpft Konstantin gegen Maxentius. Die Brücke ruht noch auf römischen Pfeilern
  • Es bestanden 2 grosse Häfen, die die Warenladungen aus dem Norden aufnahmen
  • linke Seite: – di Ripetta (genau bei der Ponte Cavour oberhalb des Justizpalastes)
  • Holzhafen. Bau- und Brennholz aus dem Norden, mit vielen grossen Lagerhäusern
  • Tiberinsel (Brücken: Cestio, Fabricio), St. Bartolomäus. Die Insel ist dem Äskulap (Gott der Heilkunde) geweiht.
  • Ripa Grande, oberhalb Ponte Sublicio, Trastevere-Markt, rechte Seite. Anlegestelle für Schiffe vom Meer. Verbindungshafen zum Meer
  • Salzhafen: gegenüber Aventin
  • Marmorata unterhalb des Salzhafens, Lagerplatz des Marmors aus Übersee (Monte Testaccio).
  • Ponte Rotto (seit 1598 trägt die Brücke diesen Namen)
    .
    WA: Der Tiber (italienisch tevere, lateinisch Tiberis) ist der drittgrösste Fluss Italiens hinter dem Po (650 km) und der Etsch (415 km). Quelle: oberhalb der Ortschaft Balze (1’348 m ü. M.) in der Gemeinde Verghereto. Mussolini verlegte die Grenze so, dass die Quelle jetzt in seiner ehemaligen Region Romagna entspringt und nicht wie früher in der Toskana.
    →Päpste, Formosus     →Wasser     →Aquädukte     →Brunnen des Vatikans
    →Thermen

Tickets für Audienzen

> Billette für Audienzen im Vatikan

Tiere 

Brunnen   Fauna    Fischzucht   →Viehzucht

Haustiere sind im Vatikan zulässig. Im Vatikanischen Garten sind z. B. Papageien und Mönchssittiche. Das Veterinäramt ist im Ambulatorium, Palazzo Belvedere vorzufinden.

Eine kürzliche Bestandesaufnahme  im Petersdom ergab dort übrigens ein Bestiarium  von 67 verschiedenen Tierarten, wenn auch allesamt aus Stein gehauen, vom Schwein des heiligen Antonius des Grossen bis zum Einhorn der Reinheit und den Bienen der Barberini.   (A. Smoltczyk, Vatikanistan)

OR vom 04.02.2011 Nr. 5
Heiliges Bestiarium. Tiere und ihre Symbolik im Petersdom, ein Bild der Schöpfung

Sandro Barbagallo: Vor etwa 10 Jahren stiess ich, während ich durch den Petersdom schlenderte, um seine Meisterwerke zu betrachten, auf eine Fledermaus, die auf der Tür der Sakristei kauert. Diese seltsame Erscheinung wurde wie durch einen Zauber zum Vergrösserungsglas, durch das ich die unglaubliche Vielzahl von Darstellungen aus der Tierwelt erkannte, die in der Basilika zu finden sind. Mit war sofort klar, dass diese Bilder eine präzise Bedeutung hatten. Man musste sie nur suchen, entschlüsseln und aufschreiben.

Mir wurde sofort klar, dass es für viele Tiere zwei Arten der Darstellung gab: zu 90 % haben sie eine symbolische oder allegorische (versinnbildlichte) Funktion; die verbleibenden 10 % haben eine rein dekorative Funktion – wie etwa ein Akanthusblatt.

Die Kommission „ab eo creati“ sollte den Entwurf einer Skulptur des Bildhauers Emilio Greco für das Denkmal Papst Johannes XXIII. billigen. Er sah vor, im Vordergrund einen schönen Hund, der zusammengekauert zwischen den Falten des päpstlichen Pluvials liegen sollte. Kardinal Mario Nasalli Rocca  di Corneliano widersetzte sich vehement gegen diesen Vorschlag. „Ich will im grössten Gotteshaus der Christenheit keine Hunde sehen.“ Msgr. Giovanni Fallani, Präsident der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche: „Eminenz, was haben Sie gegen das Tierchen, das Emilio Greco dargestellt hat? Wissen Sie nicht, dass es im Petersdom weitere 3 Hunde gibt: Einer trägt eine Fackel im Maul und leistet dem Denkmal des hl. Dominikus in der Apsis der Basilika Gesellschaft; ein anderer bewacht den Sarkophag von Papst Clemens X.; ein dritter findet sich oben zwischen den Statuen der heiligen Ordensgründer als treuer Gefährte des Abts Wilhelm von Vercelli … Wie Sie sehen, Eminenz, ist das hübsche Tierchen, das Greco geschaffen hat, nur das letzte einer Reihe. Ausserdem gibt es im Petersdom  so viele Tiere, dass man fast schon von einem kirchlichen Zoo sprechen könnte.“ – Nach diesem Plädoyer hatte Kardinal Nasalli Rocca nichts mehr einzuwenden, und Emilio Greco konnte sein Werk mit dem Hund vollenden, wo er heute noch bewundert werden kann.

Dargestellte Tiere im Petersdom u. a.: Fledermaus, Eidechse, Delphin, Adler, Löwe, Bär, Katze, Hund, Fisch, Biene, Schaf, Taube, Schwein, Einhorn.
Sandro Barbagallo, gli animali nell’arte religiosa. La basilica di San Pietro in Vaticano, 2010, 239 Seiten, € 33

Katholische Wochenzeitung Baden/CH 33/2015 August, S. 15
Welche Tiere werden in der Bibel am häufigsten erwähnt?
Schafe werden am häufigsten erwähnt, nämlich 247mal. Dagegen kommt die Ziege 138mal, das Pferd 113mal, das Kamel 59mal, die Heuschrecke 46mal und das Schwein 25mal vor.

Titel im Vatikan

→Telefonbuch  →Leben im Vatikan (John Cornwell)

Titelkirchen

OR Nr. 9 vom 28.02.2014, S. 7
Titelkirchen und Diakonien der Kardinäle

Die Zuweisung von römischen Titelkirchen und Diakonien gehört zu den zentralen Teilen eines Konsistoriums. Sie sind symbolischer Ausdruck der Verbundenheit des Kardinals mit Rom und dem Papst. Das Verhältnis eines Kardinals zu seiner römischen Gemeinde beschränkt sich nach der offiziellen Inbesitznahme in der Regel auf gelegentliche Gottesdienste und auf eine Art Schirmherrschaft ohne Leitungsgewalt.

Beispiele seit dem Konsistorium vom 22.02.214: Gerhard Ludwig Müller: Diakonie „Sant’Agnese in Agone“, Piazza Navona.  Loris Francesco Capovilla: Titelkirche „Santa Maria in Trastevere“. Piero Parolin (neuer Staatssekretär): Titelkirche „Santi Simone e Giuda Taddeo a Torre Angela“.

OR Nr. 37 vom 12.09.2104, S. 3
Kardinal Müller übernimmt seine Titelkirche

Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Müller nimmt am 14. September 2014 offizielle seine römische Titelkirche Sant’Agnese in Agone an der Piazza Navona in Besitz. Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre feiert um 12.15 Uhr in dem von Francesco Borromini (gebürtig von Bissone/Tessin) erbauten Gotteshaus eine Messe- dabei erhält er eine Urkunde und wird somit Schirmherr dieser römischen Diakonie. Kardinal Müller, seit Sommer 2012 Präfekt der Glaubenskongregation, war im Konsistorium vom 22. Februar dieses Jahres in das Kardinalskollegium aufgenommen worden. Wie alle Kurienkardinäle wurde er dabei der Gruppe der Kardinal-Diakone zugewiesen und erhielt als römischen Titelsitz eine Diakonie. Dagegen werden Kardinäle, die grosse Diözesen der Weltkirche leiten, in den Rang von Kardinals-Priestern aufgenommen und übernehmen in Rom formell die Leitung einer Pfarrei. Die Barockkirche Sant’Agnese, vor der der berühmte Vier-Strom-Brunnen steht, fungiert nicht als römische Pfarrkirche; zu ihr gehört keine Pfarrgemeinde. Die Übernahme eines römischen Titelsitzes durch die Kardinäle hat in erster Linie symbolische Bedeutung. Der Titelherr erhält kein neues Amt, für die Seelsorge in dem Gottesdienst bleibt weiterhin der jeweilige Pfarrer oder Kirchenobere zuständig. In der Regel feiert der Kardinal aber gelegentliche Gottesdienste in seiner Titelkirche und unterstützt deren Arbeit.

Tod des Papstes

→Konservierung

Todesstrafe

Die Todesstrafe ist im Vatikan seit 1967 abgeschafft. Die letzte Hinrichtung wurde am 14. November 1868 auf Anweisung von Pius IX. (1846-78) vollstreckt, zur Zeit des Kirchenstaates. Damals hatten 2 revolutionäre Maurer, Giuseppe Monti und Gaetano Tognetti, in Trastevere eine päpstliche Kaserne mit Pulverfässern in die Luft gesprengt und dabei 23 Soldaten getötet. Die Hinrichtung wurde per Guillotine durchgeführt, das Recht der Verteidigung durch einen Anwalt nicht gewährt.

Totus tuus

(Ganz der Deine)
OR Nr. 22 vom 3. April 2011, von em. Kardinal Giovanni Re:
Das Marienbild „Mater Ecclesia“ über dem Petersplatz

Jeder Pilger oder Tourist, der auf den Petersplatz kommt, sieht oben auf dem der Petersbasilika zugewandten Seitenflügel des Apostolischen Palastes ein Mosaik der Muttergottes thronen. Es trägt den Titel „Mater Ecclesiae“. Am unteren Rand des Mosaiks, das die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind darstellt, ist das Wappen Johannes Paul II. mit seinem Motto „Totus tuus“ zu sehen. Das über 2 m hohe Bild wurde im November/Dezember 1981 dort angebracht, und es hat eine bedenkenswerte Geschichte, die eng mit dem am vergangenen 1. Mai seliggesprochenen Papst verbunden ist.

Seine Geschichte (Zusammenfassung WA):

  1. Attentat auf Johannes Paul II.: 13. Mai 1981
  2. Nach erstem Aufenthalt in der Gemelli-Klinik: Governatorat wollte ein sichtbares Zeichen in der Pflasterung des Petersplatzes an der Stelle, wo J. P. II. angeschossen wurde.
  3. J. P. II. wünschte, dass in Erinnerung an das Attentat auf dem Platze gut sichtbar ein Marienbild angebracht werden sollte.
  4. Er wurde ein Jahr vorher darauf aufmerksam gemacht, dass auf dem ganzen Petersplatz die Darstellung der Gottesmutter fehle. Vorschlag: Ein Bild der Jungfrau Maria soll, in gutem Einklang mit einer  künstlerisch reichen und majestätischen Darstellung, einen eindrucksvollen Platz zieren.
  5. In der Lünette über dem Broncetor gibt es ein Bild der Jungfrau Maria.
  6. Erzbischof Eduardo Martinez Somalo, Substitut, beauftragte Assessor Giovanni Re, mit Bischof Giovanni Fallani, Präsident der ständigen Kommission für den Schutz der historischen und künstlerischen Denkmäler des Heiligen Stuhles sowie mit Prof. Carlo Pietrangeli, Direktor der Vatikanischen Museen, Kontakt aufzunehmen, ein dem Petersplatz würdiges Projekt zu entwerfen und Vorschläge einzureichen, eventuell auch unter beratender Mitarbeit von Künstlern.
  7. Bischof Fallani wurde einige Monate zuvor angefragt, in einem zum Petersplatz zeigenden Fenster ein Mosaik mit einem Marienbild anzubringen. Es ist das Fenster, wo sich heute das Marienbild zeigt
  8. Fallani schlägt vor: ein Mosaik mit einem Marienbild in den Travertinrahmen.
  9. Was ist im Moment hinter dem Fenster? Re: ein Zimmer, wo die im Staatssekretariat angestellten Schwestern an der Schreibmaschine arbeiteten Der grosse Raum hätte zudem noch ein weiteres Fenster an der Seite.
  10. Vorschlag gefiel Pietrangeli und dem Papst.
  11. Erzbischof Lino Zanini, Präsident des Mosaikateliers, wurde beigezogen.
  12. Welches Mosaikbild? J. P. II.: eine Darstellung der Muttergottes als Mutter der Kirche. Die Mutter Gottes war mit der Kirche immer vereint und gerade in den schwierigen Augenblicken ihrer Geschichte hat die Kirche ihre besondere Nähe gespürt. Ausserdem sei er persönlich davon überzeugt, dass die Jungfrau Maria am jenem 13. Mai auf dem Petersplatz gegenwärtig gewesen sei, um das Leben des Papstes zu retten.
  13. Zanini:  Im Inneren der Vatikanbasilika – und zwar auf dem 1. Altar links, vom „Pforte des Gebetes“ genannten Seiteneingang aus gesehen – sei eine Darstellung der Muttergottes mit Kind, die unter dem Pontifikat von Paul VI. restauriert und mit dem Titel „Mutter der Kirche“ versehen sei, in Erinnerung an das historische Datum des 21. November 1964, als der Montini-Papst während  des 2. Vatikanischen Konzils die Jungfrau Maria zur „Mutter der Kirche“ erklärt habe. Es ist ein bedeutungsreiches Bild: Das Fresko, gemalt in capite columnarum im Atrium der antiken Konstantinsbasilika, ist eines der wenigen schönen Dinge, die gerettet und in die neue Basilika übertragen werden konnten, nachdem die von Michelangelo entworfene Kuppel vollendet war. Die Translation fand 1607 statt, und das Kapitel der Basilika krönte das Bild 1645.
  14. Der Vorschlag von Bischof Zanini wurde von Bischof Fallini und der Kommission, ebenso durch den Papst, angenommen.
  15. Prof. Virgilio Cassio setzte unter Mitarbeit zweier erfahrener Künstler das alte Fresko in ein Mosaik um, wobei er die hauptsächlichen Charakteristika beibehielt, die Darstellung des Jesuskindes aber etwas veränderte und den farblichen Eindruck des Gesamtbildes verstärkte, damit es auf weite Entfernung besser erkennbar wäre. Im unteren Teil des Bildes wurden das Wappen sowie  das Motto des Papstes „Totus tuus“ und unter dem Fries in Bronzebuchstaben die Worte MATER ECCLESIAE angebracht. Die Direktion der technischen Dienste des Staates der Vatikanstadt stellte den Metallrahmen für das Mosaik her, und man schritt zur Anbringung.
  16. Am 8. Dezember 1981 segnete der Papst J. P. II. vor dem Angelusgebet das Marienbild, Zeichen des himmlischen Schutzes für den Papst, die Kirche und jeden, der den Petersplatz betritt. Später wurde im Pflaster des Platzes eine Marmorplatte mit dem Wappen des Papstes angebracht, um den genauen Punkt anzugeben, an dem er von den Schüssen getroffen worden war (WA: Nachtarbeit vom 12. auf den 13. Mai 2006).

> Johannes Paul II. Wojtyla Carol

Trastevere, das Dorf Roms

(Wikipedia) Trastevere, vom lateinischen „trans Tiberium“, jenseits des Tibers, ist der XIII. Rione (Stadtteil) von Rom. Er erstreckt sich vom südlichen Tiberknie bis zum Hügel →Giancolo auf dem rechten, westlichen Ufer des Tibers und gilt als das volkstümlichste Viertel der Stadt mit einem eigenen Dialekt. Die richtige Betonung des Namens liegt lateinisch und italienisch auf der zweiten Silbe: Trans Tiberium, Trasvere. Trastevere war eines der Arbeiterviertel im alten Rom. Es war das Viertel der Ausländer und Randgruppen. Zunächst lebten dort viele Juden, was sich darin äusserte, dass es hier einst 10 Synagogen gab. Auch die ersten Christen Roms siedelten sich hier. – Alte Kirchengebäude wie Santa Maria in Trastevere, Santa Cecilia in Trastevere un San Francesco a Ripa sind weltbekannt. In Trastevere besteht zudem eine hohe Dichte an Gastronomiebetrieben (immer randvoll und aussen gestuhlt). Sehr bekannt, und ein beliebtes Ziel für Einheimische und Touristen zugleich, ist der Flohmarkt von Porta Portese. Er findet jeden Sonntag von den frühen Morgenstunden bis 14 Uhr statt. – Das Wappen des Stadtteils Trastevere ist der züngelnde Löwe. – Viele vatikanische Büros (der halbe administrative Vatikan) befinden sich im Palazzo Calisto neben der Kirche S. Maria in Trastevere.

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Eine der vielen idyllischen Strassen im ältesten Stadtteil Roms: Trastevere

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Trastevere: Geschäft eines Geigenbauers

Twitter

OR Nr. 37 vom 13. September 2013, S. 8
Papst hat bei Twitter bereits 9 Millionen Follower

Der Twitter-Account von Papst Franziskus hat die Marke von 9 Millionen Followern überschritten. Die unter dem Kürzel @pontifex registrierte Seite auf dem Kurznachrichtendienst hat in ihren 9 Sprachausgaben seit dem 7. August um insgesamt eine Million Abonnements mehr. Dies geht vor allem darauf zurück, dass der Papst auf Sommerferien verzichtete und sich aus dem Vatikan etwa alle 2 Tage mit einer neuen Botschaft an seine Online-Anhängerschaft gewandt hatte, die sich in den einzelnen Sprachversionen in den Sommermonaten leicht verändert hat. Mit zuletzt einer Anzahl von 3,6 Millionen haben die spanischsprachigen Papst-Fans die einst dominierende englischsprachige Welt mit 2,92 Millionen deutlich hinter sich gelassen. Die Italiener, an dritter Stelle, haben mit 1,05 Millionen die Millionenmarke soeben überschritten, bereits dicht gefolgt von den Portugiesisch-Sprachigen mit 738’000, deren Zahl sich infolge des Weltjugendtages im brasilianischen Rio de Janeiro im Sommer fast verdoppelt hat. Weit abgeschlagen sind die französisch-, deutsch- und polnischsprachigen Follower.

OR Nr. 44 vom 1. November 2013, S. 3
Papst hat über 10 Millionen Follower auf Twitter

Vatikanstadt. Papst Fanziskus hat am Wochenende die 10 Millionen-Marke bei Twitter geknackt. „Liebe Follower, wie ich sehe, seid ihr jetzt mehr als 10 Millionen“, schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche an seine Fangemeinde bei dem Internet-Kurznachrichtendienst. „Ich danke euch herzlich und bitte euch, weiter für mich zu beten.“ Genau 10’000’336 Twitter-Nutzer hatten am Samstag, 26. Oktober 2013, um 22.00 Uhr die unter dem Kürzel @pontifex verbreiteten 140 Zeichen-Botschaften abonniert. Im weltweiten Vergleich liegt der Papst damit auf Rang 66 der 100 meistgefolgten Twitter-Accounts. Spitzenreiter bleibt in dieser Wertung der Sänger Justin Bieber mit 46 Millionen Followern. Die Reihe von Musikern und Sportlern auf den ersten Plätzen durchbrechen lediglich US-Präsident Barack Obama mit derzeit rund 38 Millionen und Microsoft-Gründer Bill Gates mit 13,5 Millionen Followern. Der ebenfalls Twitteraffine Dalai Lama liegt mit 8 Millionen Followern als zweitplatzierte religiöse Persönlichkeit knapp hinter dem Papst.

OR Nr. 1 vom 3. Januar 2014, S. 3

Der Heilige Vater hat mehr als 11 Millionen Follower auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Franziskus verbreitet über Twitter täglich Aussagen seiner Predigten und Botschaften.

bzBasel vom 17.04.2014, S. 7
@PONTIFEX: 13 Millionen folgen ihm

Papst Franziskus hat mit seinem Twitter-Account eine weitere Million-Marke geknackt. In der Karwoche überschritt laut Kathpress sein Account „@PONTIFEX“ mit den neuen Sprachadressen die 13-Millionen-Grenze. Gestern Mittwochmittag hatte er 13’004’137 Follower. „Jede Begegnung mit Jesus verändert das Leben“, hatte Franziskus zuletzt über Twitter mitgeteilt. Die meisten Follower hat der aus Argentinien stammende Papst auf seinem spanischsprachigen Account: 5,42 Millionen. Es folgt der englische mit 3,9 Millionen und der italienische mit 1,65 Millionen. Knapp über der Millionengrenze bewegt sich die portugiesischsprachige Adresse mit 1,01 Millionen. Die Papstworte auf Französisch erhalten rund 259’000 Follower, auf Latein 237’000, gefolgt von Polnisch (215’000), Deutsch (183’000) und Arabisch (122’000).

OR Nr. 10 vom 6. März 2015, S. 3
Papst auf Twitter bereits 19 Millionen Follower

Bereits 19 Millionen Menschen weltweit erhalten regelmässig die Kurznachrichten, die Papst Franziskus über seinen Twitter-Account @Pontifex  versendet. Wie der  Päpstliche Rat für soziale Kommunikationsmittel mitteilte (WA: einziges ‚Amt‘ unter den 9 Kongregationen und 12 Räten, das seinen Sitz im Vatikanstaat hat [Palazzo Carlo, jetzt Via della Conciliazione 5, Stand Januar 2016]), ist diese Marke überschritten worden. Auffällig sei dabei besonders der zuletzt starke Zuwachs bei den polnischen Abonnenten gewesen: Aufgrund des gestiegenen Papst-interesses im Vorfeld des Weltjugendtages 2016 in Krakau hätten sich die polnischsprachigen Nutzer zur Sprachnation Nummer 5 auf dem Papsttwitter entwickelt. (,…)

OR Nr. 2 vom 15.01.2016, S. 4
Bereits 26 Millionen Menschen weltweit erhalten regelmässig die Kurznachrichten, die Papst Franziskus über seinen Twitter-Account @pontifex versendet. Wie der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationen mitteilte, ist diese Marke in der vergangenen Woche überschritten worden. Auffällig sei dabei besonders der zuletzt starke Zuwachs bei den polnischen Abonnenten aufgrund des gestiegenen Papstinteresses im Vorfeld des Weltjugendtages 2016 in Krakau.

OR Nr. 8 vom 26.02.2016, S.  3
Papst-Twitter erreichte in Mexiko 27 Millionen Follower

Die am 28. Februar 2016 beendete Apostolische Reise von Papst Franziskus nach Mexiko war auch für seine Online-Präsenz auf dem Kurnachrichtendienst Twitter der bisherige Höhepunkt des Jahres: Der @pontifex-Account in seinen 9 Sprachausgaben überschritt in der vergangenen Woche die Marke von 27 Millionen Follower und war mit 26 Tweets in 7 Tagen auch so aktiv wie nie zuvor. „In Mexiko hat man mich voller Zuneigung und Hoffnung empfangen: danke, dass ihr mir die Türen eures Lebens aufgetan habt“, lautete zum Abschied die Botschaft, sowie nochmals „Danke an Mexiko und die Mexikaner. Mögen der Herr und die Jungfrau von Guadalupe uns stets begleiten“. – Nach wie vor ist der spanischsprachige Account mit bereits etwas mehr als 11,2 Millionen Followern der meistgelesene Sprachkanal des Papstes, dicht gefolgt von Englisch (8’680’000), Italienisch (3’365’500), Portugiesisch (1’909’000), Polnisch (566’700), Französisch (433’000), Lateinisch (419’300), Deutsch (299’200) und zuletzt Arabisch (243’200).

OR Nrn. 12/13 vom 25.03.2016, S. 11
Vatikanstadt. Papst Franziskus will seine Präsenz im Internet ausweiten: Am 19.03.2016 schaltete der Vatikan eine eigene Adresse des Papstes für die Foto- und Video-Plattform Instagram frei, wie Radio Vatikan berichtete. Der Papst werde dort unter dem Namen „Franciscus“ regelmässig Bildmaterial veröffentlichen. Dem vor 3 Jahren eröffneten Twitter-Account  des Papstes folgen bereits mehr als 25 Millionen Nutzer. Nur „befreunden“ kann man sich mit Franziskus im Internet noch nicht: Der Heilige Vater hat bislang keine offizielle Facebook-Seite. Franziskus hatte soziale Medien jüngst vor pauschalen Vorwürfen in Schutz genommen. Ende Februar hatte Franziskus den Chef von Instagram, Kevin Systrom, im Vatikan empfangen.

OR Nr. 19 vom 13.05.2016, S. 3
Eine halbe Million Twitter-Nutzer lesen Kurznachrichten des Papstes in der traditionellen Kirchensprache Latein. Der Account @Pontifex_In überschritt vor einigen Tagen die Grenze von 500’000 Abonnenten. Damit hat der lateinischsprachige Kanal längst die deutschsprachige Ausgabe (derzeit 322’000 Follower) sowie jene auf Französisch und Arabisch überholt. Insgesamt hält der Papst momentan bei 28,7 Millionen Abonnenten seiner Kurznachrichten.

OR Nr. 51/52 vom 23.12.2016, S. 4
4 Jahre nach dem Beitritt in die Social-Media-Welt ist der päpstliche Twitter-Account weiter aktiv: 31,94 Millionen Follower empfangen derzeit täglich eine Botschaft von Papst Franziskus über den Kurznachrichtendienst. „Der Advent soll eine Zeit der Hoffnung sein. Gehen wir dem Herrn entgegen, der uns entgegen kommt“, hiess es zuletzt.

bz  BASEL vom 17.01.2017, S. 6
Interview mit Donald Trump („Bild“-Zeitung und „Times“)

Zu  seinem Umgang mit sozialen Medien:
„Ich habe im Moment 46 Millionen Follower – das ist viel, das ist wirklich viel. (…) Also wenn man sich überlegt, dass da deine 46 Millionen sind, lasse ich das lieber anwachsen und behalte @Real-DonaldTrump bei, das funktioniert.“

OR Nr. 12 vom 24.03.2017, S. 4
Papst Franziskus zählt 4 Jahre nach seiner Wahl gut 33 Millionen Follower auf Twitter. Damit liegt er vor US-Präsident Donald Trump, dem 26,5 Millionen Nutzer in dem Kurznachrichtendienst folgen, der aber 34mal mehr Tweets absetzte, als der Papst. Franziskus twittert unter @Pontifex in 9 Sprachen. Seine grösste digitale Gemeinde ist die spanischsprachige mit 12,7 Millionen Followern, gefolgt von Abonnenten des englischen Dienstes mit 10,5 Millionen und des italienischsprachigen mit 4,25 Millionen. In der Kirchensprache Latein lesen 787’000 Nutzer die päpstlichen Kurzbotschaften. Auf dem zweitletzten Platz rangiert die Sprache Deutsch mit 426’000 Nutzern, vor arabisch mit 360’000 Nutzern. Der Twitter-Account von Franziskus wurde nach seiner Wahl am 13. März 2013 freigeschaltet. Der erste twitternde Papst war Benedikt XVI.; er versandte seine erste Botschaft im Dezember 2012.

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