St

St. Anna,  Pfarrei und Kirche im Vatikan

Siehe  →Pfarrei St. Anna  → Kirchen SCV

Staatsbürgerschaft, Vatikanische

Siehe  →Bürgerschaft

Staatsfahne/-flagge des Vatikans

Heraldik des Vatikans (siehe erste Seite Homepage „Heraldik 1 – 3“)

Staatsfeiertag des Vatikans

→Nationalfeiertag

Staat der Vatikanstadt /Stato della Città del Vaticano SCV

Ein von zwei Rechtsträgern im Vatikan. Erster: Heiliger Stuhl.
Der Staat der Vatikanstadt steht unter der Autorität des Heiligen Stuhles.

Als Name diskutiert wurde anfangs auch „Papststadt“ und „Freie Vatikanstadt“. Seit 1984 ist der Kardinalstaatssekretär mit der ständigen Vertretung des Papstes für die weltliche Leitung der Vatikanstadt beauftragt.
Auch:  →Organigramm   →Governatorat   →Kirchenstaat, seine Geschichte
Römische Frage    →Lateranvertrag  →Völkerrecht

Im Zug der geschichtlichen Entwicklung verlor das Papsttum 1870 die weltliche Macht, mit der es seit dem 8. Jahrhundert seine Unabhängigkeit gesichert hatte, und die sich im Laufe der Zeit von Latium ausgehend auf Umbrien, die Marken und die Romagna ausgedehnt hatte (ganz Mittelitalien). Als Rom 1870 zur Hauptstadt der neugegründeten italienischen Republik erklärt wurde, zog sich der Papst in den vatikanischen Palast zurück. Als Staatsoberhaupt des Kirchenstaates diente ihm vorher der Quirinal, wo heute der italienische Staatspräsident residiert. Der einstige Kirchenstaat umfasste insgesamt 67’000 km2 (18. Jahrhundert). Vergleich: Die heutige Schweiz ist 41’284 km2 gross.

Heutige Unterschiede:

  1. 11. Februar 1929: Lateranverträge zwischen Italien und dem Staat der Vatikanstadt. Dieser Staat wurde zum weltlichen Hoheitsgebiet der Kirche erklärt bzw. zum völkerrechtlichen Garant der Unabhängigkeit des Heiligen (auch: Apostolischen) Stuhles. Diesem Staat steht der Papst als Staatsoberhaupt vor.
  2. Heiliger (Apostolischer Stuhl): Der Papst ist geistiges Haupt des nichtstaatlichen souveränen Subjektes der völkerrechtlichen Beziehungen bzw. der Papst ist das Völkerrechtssubjekt selbst (einzigartig). Heiliger Stuhl: Gesamtleitung und Administration der röm. kath. Weltkirche
  3. Vatikanstadt: Es ist das Gebiet rund um den Petersdom mit 0,44 km2 Fläche. Die Vatikanstadt gehört zum Staat der Vatikanstadt. Seit 1954 steht er unter dem Schutz der Haager Konvention.1984 wurde das ganze Gebiet des Vatikans zum Weltkulturerbe ernannt.
    Begriffe Körperschaften

Der Staat der Vatikanstadt gehört z. Zt. folgenden Organisationen an (Der  Hl. Stuhl hat bei der UNO einen Ständigen Beobachter):

  • UPU  Internationale Postunion
  • UIT  Internationale Fernmeldeunion
  • Internationaler Rat für Getreide
  • IOMP  Weltorganisation für geistiges Eigentum
  • Internationale Union von Bern für den Schutz literarischer und künstlerischer Werke
  • Internationale Union von Paris für den Schutz industriellen Eigentums
  • Weltvereinigung der Ärzte
  • INTELSAT  Internationale Satellitenfunkorganisation
  • EUTELSAT  Europäische Satellitenfunkorganisation

Beim Staat der Vatikanstadt sind alle Gewalten in den Händen des Papstes. Der Staat zählt als absolute Monarchie. Diese Gewalten des Staates der Vatikanstadt hat der Papst dem Staatsekretär delegiert, dieser an die Päpstliche Kommission für den Staat der Vatikanstadt (für 5 Jahre ernannt). Sitz der Staatsregierung ist im Governatorat. Vor allem ist die Kommission für die Festlegung der Finanz- und Haushaltpolitik verantwortlich. Der Staat ist „italienisch“ regiert, d. h., 5 von sieben Kardinäle sind Italiener (Stand 2011). Ebenso ist das 9-köpfige Beraterteam des Staates „italienisch“ mit einer einzigen Ausnahme  (Herr Virgil Dechant), nämlich: 2 Bischöfe, 7 Laien, wovon noch ein einziger Adeliger ist (Prinz Alessandro Torlonia). Der Generalberater ist ein Prof. C. Mirabelli (also kein Priester). – Die Besetzung der Dikasterien (Ministerien) und Räte beim Hl. Stuhl hingegen ist international, hier ist das Verhältnis umgekehrt. →Organigramm

Das Gesetz der Rechtsquellen bestimmte bis 2000, dass Gesetze der Republik Italien und Verordnungen der Provinz und Stadt Rom automatisch auch in der Vatikanstadt gelten, wenn es keine eigenen Normen in einer Frage gab. Zum 1. Januar 2009 müssen italienische Rechtsnormen nach einer Prüfung zuerst ausdrücklich gebilligt werden, um in der Vatikanstadt Gültigkeit zu erlangen.
Rechtsquellen von Italien  →Kurie, Römische

Heraldik Vatikanstaat:

Flagge                gelb/weiss mit Emblem des Hl. Stuhles, Staatswappen mit zwei
Vatikanstaat       Schlüsseln (gold/silber), Tiara und Kordel aus beiden
.                          Schlüsselköpfen, roter Schild

Emblem des Hl. Stuhles:

Gleich wie Staatswappen, aber die beiden Kordeln hängen zwischen den Schlüsselköpfen hinunter. Neu: stylisiertes Emblem

Papstwappen

Zwei Schlüssel (farbenverkehrt) mit Bischofsmitra. Bei Benedikt XVI. und Franziskus ist im ehemals genannten „Familienwappen“ die Heraldik ihrer früheren Bischofswappen. Das Papstwappen ziert die Nuntiaturen und die Ländervertretungen in Rom. Kostspielige Sache, wenn noch in vielen  Kirchen und in allen Vatikanzimmern (Foto) beim Papstwechsel die Heraldik ausgewechselt wird. →Organisation Vatikan

Hymne: von Charles Gounod. Text seit 1993. (siehe -→Nationalhymne)

Erster Rundfunksender 1931 im Vatikan installiert. 1957: 25 km nördlich von Rom: Santa Maria di Galeria. Neue Installationen für grössere Reichweiten.
Radio Vatikan

Der Staat der Vatikanstadt kennt keinen privaten Grundbesitz und nicht statisch.

OR Nr. 39 vom 30.09.2016, S. 8
Vatikan tritt UN-Konvention gegen Korruption bei

Der Vatikan will künftig stärker gegen Korruption vorgehen. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, tragen sowohl der Vatikanstaat als auch der Heilige Stuhl, das Leitungsorgan der katholischen Kirche, der UN-Konvention gegen Korruption bei. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hinterlegte die Ratifikationsurkunde demnach in New York am Sitz der Vereinten Nationen.  Mit seinem Beitritt wolle der Vatikan zu den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft beitragen, Transparenz und ein korrektes Handeln der öffentlichen Verwaltung sicherzustellen, erklärte der vatikanische Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, Erzbischof Paul Richard Gallagher (⇒Organigramm, separates Register unter O).
Zu 2 Punkten der Konvention formulierte der Heilige Stuhl schriftlich Vorbehalte. Demnach soll die Anwendung des Abkommens durch den Heiligen Stuhl und den Vatikanstaat nur mit dessen Zustimmung überprüft werden können. Weiter verzichtet er auf die Teilnahme am Schiedsverfahren, das für Streitigkeiten zwischen den Vertragsstaaten vorgesehen ist. In weiteren Punkten präzisierte der Heilige Stuhl sein Verständnis des Textes. Unter anderem geht es um die Auslieferung von Personen und um die Definition von Amtsträgern. Die Konvention soll im Vatikan am 19. Oktober 206 in Kraft treten.
Die UN-Konvention gegen Korruption wurde am 31. Oktober 2003 in New York von der Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und Anfang Dezember im mexikanischen Merida von 140 Staaten unterzeichnet. Mittlerweile sind dem völkerrechtlich bindenden Übereinkommen rund 180 Staaten beigetreten. Deutschland gehörte zu den Erstunterzeichnern, ratifizierte den Vertrag jedoch erst im November 2014.
Siehe auch →Vatikan  →Pippinische Schenkung    →Strafrecht

Staatsgrenzen des Vatikanstaates

→Grenzen

Staatsekretariat

→Organigramm
Vorsteher: Kardinalstaatsekretär (1. Stock des Papstpalastes)
Tel. 06 698 839 13: Staatssekretär. Substitut: 06 698 834 38
1487 gegründet mit vorerst 24 apostolischen Sekretären.

Seit 28. Juni 1988:

  1. Innenministerium (1. Sektion: Allgemeine Angelegenheiten)
    8 Abteilungen und 9 Unterabteilungen.  Rund 125 Mitarbeitende.
  2. Aussenministerium (2. Sektion: Beziehungen zu den anderen Staaten, bilaterale/multilaterale),
    Drähte der Staaten laufen hier zusammen. Ausser Vietnam und China: Alle Staaten sind mit diplomatischen Beziehungen oder Botschaften vertreten, d. h., es gib zzt. über 180 Nuntien. Der Nuntius ist meistens Doyen des dortigen diplomatischen Korps. Die 2. Sektion zählt über 50 Mitarbeitende.
  3. Staatsekretariat: Kanzler- und Präsidialamt. Sekretär als „Premierminister“. Dieses Sekretariat gilt als Superministerium. 2. und 3. Stock (nicht im Papstpalast)

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 86:
Das Staatssekretariat ist gleichsam das Kanzleramt des Papstes (Tel. 0039 06 698 839 13), jene berühmte Terza Loggia im dritten Stock des Palastes, wo aus päpstlichem Willen Akten werden und das Geschehen weit draussen in der katholischen Welt klein gemahlen wird, gefiltert und gereinigt, bis es in sublimer (erhaben, fein), hoch konzentrierter Form dem Souverän als Tischvorlage präsentiert werden kann. Skribenten (Schreiberlinge), Bürochefs, Sekretärinnen, Berater und Beraterinnen sitzen hier, Kammerherren, Minutanten und technische Angestellte. Gut 200 Menschen arbeiten in den beiden Abteilungen: 1. und 2. Sektion. Beide Sektionen, sozusagen Innen- und Aussenministerium des Papstes, sitzen Wand an Wand im 2. und 3. Stock, der Seconda und Terza Loggia des apostolischen Palastes. An den Wänden der Loggien sind Weltkarten aufgemalt, auf denen sich die Päpste den Fortgang der Mission anzeigen liessen, an der Decke Fresken über den lebenslangen Kampf des Menschen gegen die wilden Tiere Wollust und Sündhaftigkeit.  Hier hocken die Lateinübersetzer der Unterabteilung „Lettera latina“ in neonhellen Kammern und tippen Wörter wie maomettanismo (lat.: Islam) in ihre Computer, wenn sie von früh bis  Dienstschluss Briefe schreiben auf Latein. – In einem mit Seidentapeten bespannten Renaissancebüro sitzt auch jener Monsignore, der für die Beziehungen mit den deutschsprachigen Ländern zuständig ist. Und beantwortet E-Mails (rund 120 pro Tag), arbeitet die Pflichttelefonate ab (an manchen Tagen bis zu 50) und schreibt Mails, Briefe, Vorlagen. Alles in zwei Sprachen. Dieser Kuriale ist die offizielle Schnittstelle zwischen Rom und dem deutschen Katholizismus und hat gewöhnlich den Ruf des Traditionalisten, was in diesen Hallen gewiss als Kompliment gelten würde.  Nach Sprachen aufgeteilt: Italienisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Polnisch, Deutsch, Englisch und Lateinisch.

Über Jahrhunderte hat sich ein kurialer Jargon (saloppe Sondersprache) herausgebildet, lateinische Redewendungen, die der Neuling sich unverzüglich anzueignen hat. Für ein schlichtes „Nein“ z. B. gibt es eine ganze Skala von Formeln: reponatur (wird erst mal archiviert), ad acta (abgelehnt), non exedire (Gewährung kann zwar erfolgen, ist aber im Augenblick nicht angebracht), gaudeat impetratis (der Bittsteller hat sich mit der vorausgegangenen Antwort zu begnügen, die sowieso unveränderlich ist) usw. – Die Kurie, das sind im Kern rund 1’000 Leute, die hier in Gremien sitzen, von denen ausserhalb der Mauern niemand etwas ahnt, geschweige denn wissen möchte.  Der päpstliche Verwaltungsapparat ist eine der ältesten Bürokratien der Welt, in sich versponnen durch Kompetenzen und Gegenkompetenzen und letztlich nur zusammengehalten durch die Tatsache, dass es unter Gläubigen Wichtigeres gibt als das eigene Fortkommen. Alles Absonderliche, Skurrile (Verschrobene), auch nur Kuriose, hat letztlich keine Wichtigkeit, weil dieser Apparat nur ein unzulängliches, weil von Menschen betriebenes Mittel ist, Ihm auf Erden Platz zu verschaffen. „Neid und Intrigen sind anthropologische Konstanten, und auch der Vatikan ist nicht frei davon. Noch leben wir nicht im Paradies“, sagt Domherr Brandmüller.

OR Nr. 18 vom 2. Mai 2014, S. 11
Papst Franziskus hat seinen Angestellten an ihrem Arbeitsplatz persönlich ein gesegnetes Osterfest gewünscht. Wie Radio Vatikan berichtete, begab sich der Papst am 15. April nach seinen Audienzen am Vormittag in das vatikanische Staatssekretariat im Apostolischen Palast. Dort ging er durch einige Büros, um den Angestellten seine Wünsche zum Fest auszusprechen. Aus zeitlichen Gründen hat der Heilige Vater nicht mit allen 250 Mitarbeitern des Staatssekretariates persönlich sprechen können.
Kurie, das Leben an der Kurie

Standesamt des Vatikanstaates

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 118:

Im Governatorat befindet sich das vatikanische Standesamt. Auf den ersten Blick eine überraschende Einrichtung in einem Staat, wo das Zölibat zu den ersten Bürgerpflichten gehört. Es gibt auch nur einen Mitarbeiter hier. Er kümmert sich um die Personalstandsangelegenheiten der Schweizergarden und ihrer Neugeborenen, Sterbeurkunden und Ähnliches.

Sterben, Sterbehilfe

Katholische Wochenzeitung Baden CH 40/2016 Oktober, S. 4
Kardinal Schönborn erschüttert über aktive Sterbehilfe bei Minderjährigen

„Wo blieben die Proteste?“ – Wiener Erzbischof in „Heute“-Kolumne über erstmaligen Fall in Belgien: „Was kommt als nächstes? Das Töten von Behinderten? Wird das bald zur Normalität in Europa?“
Seit 2014 habe Belgien das liberalste Sterbehilfegesetz Europas. Als einziges Land weltweit könnten auch unheilbar kranke Kinder und Jugendliche durch aktive Sterbehilfe getötet werden, kritisierte der Wiener Erzbischof: „Jetzt ist es zum ersten Mal geschehen. Was kommt als nächstes? Das Töten von Behinderten?“
Der Kardinal zeigte sich erleichtert darüber, dass in Österreich nach wie vor Einigkeit quer durch alle Parteien herrsche, dass Sterbehilfe nicht legalisiert werden dürfe. Jeder Arzt habe nur eine Lizenz zum Heilen, aber nicht zum Töten. Die Position sei deshalb klar: „Nein zur aktiven Sterbehilfe! Ja zur Sterbebegleitung, zur Hospizbewegung, zur Palliativmedizin, um ein möglichst schmerzfreies Sterben zu ermöglichen.“ Nie werde er einen Zwölfjährigen im „St-Anna“-Kinderspital vergessen, „der im Endstadium seines Kampfes mit dem Krebs war“, so Kardinal Schönborn: „Ich will leben!“ sagte er mir unter Tränen.
Belgische Medien hatten vor einer Woche berichtet, dass erstmals seit der Freigabe 2014 ein Minderjähriger aktive Sterbehilfe erhalten habe. Der 17jährige habe an einer Krankheit im Endstadium gelitten. Die erste Anwendung aktiver Sterbehilfe bei einem Minderjährigen in Belgien stiess bei Kirchenvertretern und Patientenschützern aus ganz Europa auf Protest und Empörung.
Belgien ist das einzige Land weltweit, in dem auch unheilbar kranke Kinder aktive Sterbehilfe bekommen können, wenn sie das ausdrücklich verlangen und zu einer Einschätzung in der Lage sind. Der Wunsch des Kindes muss laut dem 2014 verabschiedeten Gesetz durch mehrere Experten bestätigt werden, auch die Eltern müssen der Entscheidung zustimmen. Die Niederlande und Belgien hatten 2002 als erste Länder weltweit aktive Sterbehilfe legalisiert, Luxemburg folgte 2009.

Sternwarte (Specola Vaticana) des Vatikan

Zentrale: 06 698 852 66

Obwohl die Sternwarte keine spezifischen Aufgaben für das Governatorat erfüllt, untersteht ihm die Vatikanische Sternwarte mit Sitz in der Päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo. Sie ist hauptsächlich in der Astronomie und der Astrophysik tätig und dadurch Teil der vielfältigen Präsenz der Kirche im Bereich der wissenschaftlichen Forschung. Der operative Sitz befindet sich in Tucson (Arizona, USA), wo eine moderne Sternwarte erstellt worden ist. – Papst Pius XII. segnete am 27.10.1957 das neue Teleskop der Sternwarte in Castel Gandolfo ein.

OR 24 vom 12. Juni 2009:
Die Päpstl. Sternwarte in Castel Gandolfo zieht um. Von ihrem bisherigen Sitz in der Sommerresidenz des Papstes wird die von Jesuiten geführte Forschungseinrichtung derzeit in ein ehemaliges Kloster im Nachbarort Albano verlegt, wie der Astronom Guy Consolmagno mitteilte. Grund sei, dass immer mehr Forscher und Gäste des Papstes die Kleinstadt in den Albaner Bergen besuchten. Durch den Umzug könne man künftig mehr Kollegen und Besucher empfangen, ohne dabei die Eingänge der Residenz in Anspruch nehmen zu müssen. Ausserdem verfügten die Räume in dem völlig umgebauten Kloster über eine Klimaanlage. Das neue Quartier in einem vatikaneigenen Park biete auch mehr Plätze für das gewachsene Team von Mitarbeitern, das bis zu 15 Personen umfasse. Zutritt zu den beiden Teleskopen auf dem Dach der Residenz haben jedoch ausschliesslich die Jesuiten. Die Verlegung der Einrichtung soll Mitte Juni 2009 abgeschlossen sein; eine offizielle Einweihung ist für Oktober 2009 vorgesehen. Die 1576 gegründete vatikanische Sternwarte wurde 1935 nach Castel Gandolfo ausgelagert. Inzwischen findet der Hauptteil der wissenschaftlichen Arbeit der vatikanischen Sternwarte im modernen Mount Graham International Observatory in Arizona statt.

Kath. Wochenzeitung, Ausgabe Nr. 50, 11.12.2009, Seite 2:
Vatikan-Tagung hält ausserirdisches Leben für möglich: Teilnehmer einer wissenschaftlichen Tagung im Vatikan rechnen mit der Entdeckung von Spuren ausserirdischen Lebens innerhalb der nächsten Jahre. Allein in diesem Sonnensystem gebe es vier Himmelskörper, die als Kandidaten für den Nachweis von Leben oder seinen Vorstufen gälten, erklärte der US-amerikanische Planetenwissenschaftler Jonathan Lunine zum Abschluss einer Konferenz über Astrobiologie am 10.12.2009  im Vatikan. – Der US-Astronom Chris Impey verwies auf den technologischen Durchbruch bei der Entdeckung von fernen Planeten. Seit 1995 habe man über 400 Planeten in anderen Sonnensystemen identifiziert. Einige von ihnen könnten Voraussetzungen für das Entstehen organischer Moleküle bieten. Der Leiter der Päpstlichen Sternwarte, Dr. Jose Gabriel Funes, sagte, die Suche nach den Ursprüngen des Lebens im All werfe auch philosophische und theologische Fragen auf. Für ihn persönlich ziehe die Vorstellung von intelligenten Leben ausserhalb der Erde die christliche Botschaft jedoch nicht in Zweifel, sagte der Astronom und Jesuitenpater.

BR vom 30. Januar 2011:
Jesuiten als Astronomen: Die Sternwarte in Tucson/Arizona USA hat Weltruf. Sie beschäftigt sich mit der Astronomie, der Erforschung des Alls. In Castel Gandolfo hat man bis 1990 erforscht. Das neue Teleskop des Vatikans wurde 1993 in Tuscon USA in Betrieb genommen. Es liegt auf 3’200 m ü. M., mitten in der Wüste, wo der Lichtsmog Fremdwort ist (Titlis/Schweiz 3238 m). Hier ist auch ein Radio-Teleskop, das zum grössten der Welt gezählt wird. Der Bau und die Einrichtungen wurden alle privat gesponsert (3,5 Millionen Dollar Kosten). – 96 % an Materie im Universum sind noch nicht nachgewiesen. Es ist für die Fachleute nicht vorstellbar, wie viele Sterne es im Universum gibt.

Giordano Bruno (1548 bis 17.02.1600) trat in den Dominikanerorden, musste ihn aber wegen seinen Anschauungen 1576 verlassen: „Das Weltall ist unendlich, Jesus kann nicht Sohn Gottes sein“. Bruno endete auf dem Scheiterhaufen auf dem Campo dei Fiori, Rom.

Galilei (1564-1642): Er beginnt mit der modernen Wissenschaft. 1979 wurde sein Fall von der Kirche aufgenommen, er wurde 1992 rehabilitiert.

Die vatikanischen Astronomen mussten damals den gregorianischen Kalender bestätigen (1582, Gregor XIII.).

Osservatore Romano Nr. 23 vom 8. Juni 2012, S. 4:
Die vatikanische Sternwarte lädt im Juni Studenten aus aller Welt zu einer internationalen Sommerschule ein. Vom 3. bis 29. Juni 2012 befassen sich 25 junge Astronomen aus 23 Ländern am Sitz der Sternwarte in Castel Gandolfo mit neueren Entwicklungen in der Astrophysik. Die Veranstaltung mit dem Titel „Die Bildung und Entwicklung von Sternhaufen“ soll den Dialog zwischen Wissenschaft und Glaube fördern, heisst es in einer Mitteilung der Sternwarte. Zudem solle jungen Wissenschaftlern ein internationaler Austausch ermöglicht werden. Auf dem Lehrplan der Sommerschule stehen demnach theoretischer Unterricht und praktische Übungen in der Himmelsbeobachtung. Unter den Teilnehmern in diesem Jahr ist auch eine deutsche Studentin.

Kirche heute 34/2012 August, S. 2:
Keine Angst vor neuen Entdeckungen

Der Leiter der Vatikanischen Sternwarte, José Gabriel Funes, erhofft sich von der „Curiosity“-Mars-Mission Erkenntnisse über ausserirdisches Lebern (WA: eine US-Rakete ist nach über einem 7-monatigem Flug auf dem Mars gelandet.). Er freue sich über den erfolgreichen Start der Mission und sei auf die Ergebnisse gespannt, sagte er gegenüber Radio Vatikan. Dann werde man sehen, ob der Mensch mehr über den Mars und die Möglichkeit organischer Elemente auf der Oberfläche des Planeten erfahren könne. Gefragt, ob Katholiken von der Suche nach ausserirdischem Leben etwas zu fürchten hätte, sagte der Jesuit, dass die Kirche keine Angst vor der Wissenschaft und neuen Entdeckungen habe. Der Vatikan unterhalte eine Sternwarte, weil die Kirche sich der Forschung verpflichtet fühle.

OR Nr. 20 vom 17. Mai 2013, S. 3
Tagung über Sternenhaufen Cygnus OB2.

Cygnus OB2, ein Sternenhaufen mit 200’000-facher Leuchtkraft der Sonne und 4’700 Lichtjahre von der Erde entfernt, stand im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Tagung der vatikanischen Sternwarte. Bis Freitag, 17. Mai 2013, diskutierten 24 Astronomen aus Europa, den USA, und Chile am Sitz der Forschungseinrichtung in Castel Gandolfo neue Erkenntnisse über die im Sternbild „Schwan“ gelegene Formation. Entstehung, Geschichte und Zusammensetzung von Cygnus OB2 könnten wichtige Einsichten zum Verständnis solcher Sternenhaufen in der Milchstrasse und anderen Galaxien liefern. Neben Cygnus OB2 ging es noch um den Sternenhaufen Cygnus X, in dessen Inneren Cygnus OB2 liegt. –  Die vatikanische Sternwarte gilt als eine der weltweit ältesten Einrichtungen ihrer Art. Ihre Teleskope befinden sich auf dem Gelände der Päpstlichen Sommerresidenz in den Albaner Bergen; die Warte ist jedoch 2009 wegen des grossen Besucherandranges in den Nachbarort Albano umgezogen. – Offiziell gegründet wurde die heutige Sternwarte 1891 von Papst Leo XIII. 1935 wurde der Jesuitenorden mit ihrer Leitung beauftragt. Die Sternwarte veranstaltet seit 1986 alle 2 Jahre eine Sommerschule für Astronomie-Studenten aus aller Welt.

OR Nr. 39 vom 25.09.2015, S. 8
Guy Consolmagno (62), Jesuitenpater und Astronom, leitet künftig die vatikanische Sternwarte in Castel Gandolfo. Papst Franziskus ernannte den im US-amerikanischen Detroit geborenen Wissenschaftler einen Tag vor dessen Geburtstag zum Chef der traditionsreichen Forschungseinrichtung.  Consolmagno war in der „Specola Vaticana“ bislang unter anderem für die Meteoritensammlung verantwortlich. In seiner beruflichen Laufbahn war er auch im „Harvard-College-Observatory“ und als Physikdozent im US Peace Corps in Kenia tätig. Die Internationale Astronomische Union benannte zu Ehren des Meteoriten-Experten einen Asteroiden 4597 Consolmagno.

OR Nr. 24 vom 17. Juni 2016, S. 3
Papst würdigt vatikanische Sternwarte

Papst Franziskus hat die vatikanische Sternwarte gewürdigt. Seit ihrer Gründung 1891 habe sie mit neuesten Geräten und im Austausch mit anderen Forschungseinrichtungen gezeigt, dass die Kirche „echte und fundierte Wissenschaft“ begrüsse, sagte er am Samstag, 11.06.2016, im Vatikan. Weiter betonte Franziskus in seiner Ansprache, dass die Astronomie den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen fördere. „Wir sind alle in dem Verlangen vereint, die Wahrheit darüber zu erfahren, wie dieses wunderbare Universum funktioniert“, so der Papst.
→Unterregister  „Sternwarte“   →Museen, ganzer westl. Trakt   →Sommervilla

Steuern  (Kirchen-)

 Deutsche Kirche

BiBo Nr. 37 vom 16.9.2010, Bottmingen
Wohin geht eigentlich das Geld Ihrer Kirchensteuern?
Kirchensteuern Kanton Basellandschaft/Schweiz

Aufgrund der Turbulenzen, welche die katholische Kirche in den letzten Monaten heftig erschütterten, begegnen wir vielen Gemeindemitgliedern, die verunsichert sind und von denen einige ihren Unmut mit dem Kirchenaustritt zum Ausdruck bringen. Oft hören wir von Austretenden, dass sie nicht mehr bereit sind, mit ihren Kirchensteuern die Institution Kirche zu unterstützen.

Vielleicht haben Sie sich auch schon die Frage gestellt, wohin ihre gezahlte Kirchensteuer fliesst. Kein einziger Rappen aus der Kirchensteuer geht nach Rom oder zur Bistumsleitung. Neben den Unterhaltskosten der Gebäude und den Lohnkosten verwendet die Kirchgemeinde Binningen/Bottmingen 10 % ihres Budgets zur direkten finanziellen Unterstützung von Institutionen und Personen auf dem Kirchgemeindegebiet, für Hilfsprojekte in der Schweiz und für weltweite Projekte. Besonders zu erwähnen ist die Arbeit des Pfarreisozialdienstes, von dem zahlreiche EinwohnerInnen aus Binningen/Bottmingen in Form der angebotenen Sozialberatung, aber auch durch dessen Finanz- und Sachhilfe profitieren. Einzig eine freiwillige Kollekte (→Peterspfennig) Ende Juni fliesst klar deklariert nach Rom, dies waren im Jahre 2010 genau CHF 264.10.

Die Regionalleitung (eine Leitungsebene zwischen dem Bistum und den Pfarreien) und das Bistum werden mit 5 % aus dem Aufwand der Landeskirche Basellandschaft unterstützt. Dem steht eine Unterstützung von 37 % an die Kirchgemeinden des basellandschaftlichen Gebietes gegenüber und 40 % Investitionen in kantonale Arbeitsstellen und pastorale Projekte in Baselland, wie etwa die kantonale Ehe- und Partnerschaftsberatungsstelle, Arbeitsstelle Kirchliche Jugendarbeit oder auch das Aidspfarramt in Basel-Stadt. Genaue Angaben sind unter www.kathbl.ch/Jahresbericht einzusehen.
→Austritte

Basler Zeitung vom 9. Oktober 2012, S. 7, SDA:
Monti beisst auf Granit bei Kirchenimmobilien

Mailand. In Italien ist eine Gesetzesänderung zur Besteuerung von Kirchenimmobilien gescheitert. Das von der Monti-Regierung vorgelegte Dekret überschreite die Grenzen der Gesetzesgrundlage zur Immobiliensteuer, entschied der Staatsrat. Die katholische Kirche besitzt in Italien rund 100’000 Gebäude im Wert von etwa 9 Milliarden Euro. Bislang musste sie darauf keine Steuern zahlen, solange die Gebäude zumindest teilweise eine sakrale Funktion hatten. Eine kleine Kapelle in einem Luxushotel reichte schon, um die Steuer auszuhebeln. Dieses in Europa einmalige Privileg sollte aufgehoben werden.

Basler Zeitung vom 20.12.12, S. 8:
Frohe Botschaft für den Vatikan

Brüssel. Die Katholische Kirche braucht keine kommunale Immobiliensteuer in Italien nachzuzahlen. Ausnahmen der entsprechenden Steuerregeln, die von 2006 bis 2011 galten, seien zwar nicht mit EU-Regeln für Staatsbeihilfen vereinbar, teilte die EU-Kommission nach längerer Untersuchung mit. Italiens Regierung habe jedoch nachgewiesen, dass es „absolut unmöglich“ sei, den Umfang der gewährten Vorteile zu messen. DPA

Kirche heute 5/2014 Januar, S. 2
Was ist eine schweizerische Kirchensteuer?

Wo Religionsgemeinschaften – in den meisten Schweizer Kantonen die beiden grossen Kirchen, in einigen auch die Christkatholische Kirche und in wenigen die Israelitische Kultusgemeinschaft – öffentlich rechtlich anerkannt sind, dürfen sie in den meisten Fällen von ihren Mitgliedern Steuern zur Deckung ihrer Ausgaben erheben. In manchen Kantonen erhalten sie zusätzlich auch Steuern von juristischen Personen, also von Firmen. Da das Verhältnis von Staat und Kirche von den Kantonen bestimmt wird, gibt es in der Schweiz 26 Varianten dieser Beziehung. In den Kantonen Genf und Neuenburg sind Staat und Kirche weitgehend getrennt. Im Kanton Waadt werden die Kultusaufwendungen vollständig vom Staat getragen.

OR Nr. 15 vom 10.04.2015, S. 3
Vatikan und Italien unterzeichnen Steuerabkommen

Der Vatikan und Italien haben ein Steuerabkommen geschlossen, das Transparenz und einen weitreichenden Informationsaustausch vorsieht. Danach sind Personen und Einrichtungen mit offiziellem Wohnsitz in Italien, die Finanzaktivitäten über den Vatikan abwickeln, der italienischen Steuerpflicht unterworfen. Das Abkommen wurde am 1. April 2015 im Vatikan vom Sekretär der Zweiten Sektion des Staatssekretariates für die Beziehungen mit den Staaten, Erzbischof Paul Richard Gallagher, und dem italienischen Finanzminister, Carlo Padoan, unterzeichnet und gilt ab sofort. Konkret geht es um Personen und Institutionen, mit offiziellen Wohnsitz in Italien, die ein Konto bei der Vatikanbank IOR unterhalten oder sonstige Finanzgeschäfte über den Heiligen Stuhl abwickeln. Der Vatikan gibt diese Informationen an Italien weiter. Dies gilt nicht für die Löhne und Gehälter von Vatikan-Angerstellten mit italienischer Staatsangehörigkeit; sie unterliegen weiterhin nicht der italienischen Steuerpflicht.

OR Nr.  25 vom 19. Juni 2015, S. 4
Vatikanstadt: Der Vatikan und die USA wollen künftig bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung eng zusammenarbeiten. Der vatikanische Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, Erzbischof Paul R. Gallagher, und der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, Kenneth Hackett, unterzeichneten ein „historisches Abkommen“. Darin verpflichten sich beide Seiten, „ethisches Verhalten in finanziellen und wirtschaftlichen Belangen zu fördern und sicherzustellen“, wie es in einer gemeinsamen Erklärung heisst. Ziel sei vor allem, Steuerhinterziehung zu verhindern und US-Bürgern, die Finanzgeschäfte mit dem Vatikan tätigten, die Abführung von Steuern zu erleichtern.

Stillen

Kirche heute 23/2014 Mai, S. 2
Für das Stillen in der Öffentlichkeit

Der Vatikan befürwortet das Stillen von Kindern in der Öffentlichkeit. Die Ernährung von der Mutterbrust sei ein wichtiger Schutz gegen die Unterernährung bei Kleinkindern, sagte der Präsident des päpstlichen Gesundheitsrates, Erzbischof Zygmunt Zimowski, am 21. Mai 2014 vor der Weltgesundheitskonferenz in Genf. Frauen sollten ermutigt werden, ihre Kinder auch in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz zu stillen. Zimowski erinnerte daran, dass Papst Franziskus beim Taufgottesdienst in der Sixtinischen Kapelle im Januar die Mütter ermuntert habe, ihre Kinder auch während der Feier zu stillen.

Strafrecht des Staates der Vatikanstadt 

Bei der Gründung des Staates der Vatikanstadt als souveräner Staat am 11.02.1929 wurde das italienische Strafgesetz aus dem Jahre 1889 in der damals geltenden Fassung übernommen. Im Jahre 1969 wurde der Stichtag für die Bestimmungen des übernommenen italienischen Strafrechts vom 8. Juni 1929 auf den 31. Dezember 1924 vorverlegt. Damit wurde unter anderem die Todesstrafe abgeschafft, welche in Italien 1926 wiedereingeführt wurde. Für das Sexualrecht hatte dies jedoch keine Auswirkungen.

Der Vatikan kann auf seinem Gebiet straffällig gewordene Personen, egal ob sie dort von der Gendarmerie SCV oder von der italienischen Polizei verhaftet werden (beispielsweise auf dem Petersplatz, →Grenzen), zur Aburteilung an Italien übermitteln, welches zur Übernahme verpflichtet ist und dann vatikanisches Recht anzuwenden hat. Nur bei einer vorherigen Flucht auf italienisches Territorium kommt das dort geltende Strafrecht zur Anwendung.
Polizei italienische beim Vatikan   →Justiz

Aus dem Strafgesetz:

  • Es gibt keinen ausdrücklichen Schutz gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung.
  • Eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften besteht nicht.

Strafgesetz, Art. 331 CP:

Wer, mit Gewalt oder Drohung, eine Person des gleichen oder anderen Geschlechts zur fleischlichen Vereinigung zwingt, wird mit Zuchthaus von drei bis zehn Jahren bestraft. Der gleichen Strafe unterliegt, wer sich mit einer Person des gleichen oder anderen Geschlechts fleischlich vereinigt, die zur Tatzeit:

  1. noch nicht das 12. Lebensjahr vollendet hat
  2. noch nicht das 15. Lebensjahr vollendet hat, wenn der Täter ihr Aszendent (Vorfahre, Ahne), Vormund oder Lehrer ist

Art. 333 CP:

Wer, unter Anwendung der Mittel oder unter Ausnutzung der Zustände oder Umstände, die in Art. 331 angeführt sind, gegenüber einer Person des gleichen oder anderen Geschlechts libidinöse (begierliche, triebhafte) Akte begeht, die von jenem Artikel nicht erfasst sind, ist mit Zuchthaus von einem bis zu sieben Jahren zu bestrafen.

Einschränkungen durch andere Paragrafen:

Wenn es sich bei dem Opfer um eine öffentliche Prostituierte  (pubblica meretrice) handelt, wird die Strafe um die Hälfte bis zwei Drittel reduziert (Art. 350 CP).

Wenn die Beteiligten die Ehe geschlossen haben, bleibt die Tat straffrei und evtl. strafrechtliche Wirkungen einer Verurteilung fallen weg (Art. 352 CP).

Religion:
Die offizielle religiöse Haltung der römisch-katholischen Kirche und des Heiligen Stuhles unterscheidet zwischen mehreren Arten der Homosexualität. (Tiefsitzende homosexuelle Tendenzen sind eine nicht selbst gewählte Veranlagung und keiner wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit entspricht – Homosexuelle Handlungen dagegen werden als schwere Sünde (Todsünde) gesehen, die in sich nicht in Ordnung, in sich unsittlich sind und einen Verstoss gegen das natürliche Gesetz sind). Am 13. Januar 1998 zündete sich der homophile italienische Schriftsteller Alfredo Ormando auf dem Petersplatz (Vatikanisches Staatsgebiet) an, um gegen die Haltung der röm. kath. Kirche gegenüber Homosexualität zu protestieren. Einige Tage später verstarb er im Krankenhaus.

Kirche heute 18.01.2009:
Vatikan von italienischer Gesetzgebung gelöst:

Seit dem 1. Januar 2009 gelten neue italienische Gesetze nicht mehr automatisch auch im Vatikan. Der Staat des Papstes ändert damit eine Praxis, die seit 1929 bestand. Nach dem erneuerten vatikanischen Gesetz über Rechtsquellen, das mit Beginn 2009 in Kraft trat, müssen italienische Gesetze und Verordnungen zuerst ausdrücklich vom Vatikan gebilligt werden, um auf dessen Boden Gültigkeit zu haben. Neu ist auch, dass die Vatikanische Rechtsordnung sich künftig am allgemeinen internationalen Recht und entsprechenden Verträgen des Heiligen Stuhles orientiert.

OR Nrn. 30/31 vom 26. Juli 2013, S. 8
Apostolisches Schreiben in Form eines „Motu proprio“ Seiner Heiligkeit Papst Franziskus über die Gerichtsbarkeit der Rechtsorgane des Staates der Vatikanstadt im Bereich des Strafrechts (11. Juli 2013)

 In der heutigen Zeit ist das Gemeinwohl zunehmend bedroht durch das staatenübergreifende und organisierte Verbrechen, den unangemessenen Umgang mit dem Markt und der Wirtschaft sowie durch den Terrorismus.

Es ist daher notwendig, dass die internationale Gemeinschaft geeignete Rechtsmittel anwendet, die es ermöglichen, der Kriminalität vorzubeugen und ihr entgegenzuwirken, indem sie die internationale Zusammenarbeit der Justiz im Bereich des Strafrechts fördern.

Durch die Unterzeichnung zahlreicher internationaler Abkommen auf besagtem Gebiet hat der Heilige Stuhl, der auch im Namen und Auftrag des Staates der Vatikanstadt handelt, stets betont, dass diese Vereinbarungen Mittel sind zur effektiven Bekämpfung der kriminellen Aktivitäten, die die Menschenwürde, das Gemeinwohl und den Frieden bedrohen.

In dem Wunsch, die Bemühungen des Apostolischen Stuhles um eine diesbezügliche Zusammenarbeit zu stärken, ordne ich durch das vorliegende Apostolische Schreiben in Form eines „Motu Proprio“ an:

1.
Die zuständigen Rechtsorgane des Staates der Vatikanstadt üben die Strafgerichtsbarkeit auch aus in Bezug auf:

a)
Straftaten, die gegen die Sicherheit, die grundlegenden Interessen oder die Güter des Heiligen Stuhles gerichtet sind;

b)
die Straftaten, die erwähnt werden im:
– Gesetz des Staates der Vatikanstadt Nr. VIII vom 11. Juli 2013, das „Ergänzende
Normen im Bereich des Strafrechts“ enthält;
– Gesetz des Staates der Vatikanstadt Nr. IX vom 11. Juli 2013, das „Änderungen im
Strafgesetzbuch und in der Strafprozessordnung“ enthält;

  die von den unter dem folgenden Punkt 3 aufgeführten Personen im Rahmen ihrer
Amtsausübung begangen wurden;

c)
jede andere Straftat, deren Bekämpfung von einem internationalen Abkommen verlangt wird; das vom Heiligen Stuhl unterzeichnet wurde, wenn der Täter sich im Staat der Vatikanstadt befindet und nicht ins Ausland ausgeliefert wurde.

2.
Die unter Punkt 1 erwähnten Straftaten werden nach der Gesetzgebung abgeurteilt, die zu der Zeit, in der sie verübt wurden, im Staat der Vatikanstadt gültig war, vorbehaltlich der allgemeinen Prinzipien der Rechtsordnung in Bezug auf die zeitliche Anwendung der Strafgesetze.

3.
Im Rahmen des Vatikanischen Strafgesetzes werden den „öffentlichen Amtsträgern“ gleichgestellt:

a)
die Mitglieder, Beamten und Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen der Römischen Kurie sowie der mit ihr verbundenen Institutionen;

b)
die Päpstlichen Gesandten und die diplomatischen Mitarbeiter des Heiligen Stuhles;

c)
Personen, die vertretende, verwaltende oder leitende Funktionen bekleiden, sowie jene, die – auch „de facto“ – unmittelbar vom Heiligen Stuhl abhängige Körperschaften verwalten und kontrollieren und die im Verzeichnis der kirchlichen Rechtspersonen eingetragen sind, das im Governatorat des Staates der Vatikanstadt geführt wird;

d)
jede weitere Person, die einen administrativen oder juristischen Auftrag am Heiligen Stuhl besitzt, sei es ständig oder vorübergehend, entlohnt oder unentgeltlich, auf jedweder Ebene der Hierarchie.

4.
Die unter Punkt 1 erwähnte Gerichtsbarkeit schliesst auch die administrative Verantwortung der Rechtspersonen ein, die sich aus einer Straftat herleitet, wie es von den Gesetzen des Staates der Vatikanstadt geregelt wird.

5.
Falls in anderen Staaten in derselben Sache vorgegangen wird, kommen die im Staat der Vatikanstadt gültigen Normen über die konkurrierende Gerichtsbarkeit zur Anwendung.

6.
Art. 23 des Gesetzes Nr. CXIX vom 21. November 1987, durch das die Gerichtsordnung des Staates der Vatikanstadt verabschiedet wurde, bleibt weiterhin gültig.

Dieses vorliegende Apostolische Schreiben tritt am 1. September 2013 in Kraft.

Straftaten im Vatikan

→Justiz

Strom  

Er ist sehr teuer im Staat der Vatikanstadt und auf vatikanischem Hoheitsgebiet (Strombezug aus Italien). Die Gardistenfamilie beispielsweise zahlt den Strom, Gardisten in Einer- und Zweier-Zimmern hingegen nicht.

Studium der Theologie

Theologie auf dem Dritten Bildungsweg DBW, auch ohne Matura:

  1. Katechetik-Kurs Dritter Bildungsweg DBW, Abendweg 1, 6006 Luzern, www.theologie-dbw.ch, dbw@unjilu.ch
  2. Religionspädagogisches Institut RPI Luzern RPI, Kasernenplatz 1,
    6000 Luzern 7, rpi@unjilu.ch, www.unilu.ch/rpi
  3. Studiengang Theologie STh
    Theologiekurse.ch, Neptunstrasse 38, 8032 Zürich,
    info@theologiekurse.ch, www.theologiekurse.ch
  4. DVD: Kirchliche Berufe – 11 Filmporträts
    TAU-AV Produktion, Mürgstrasse 20, 6370 Stans,
    tauav@swissonline.ch, www.tauav.com
  5. Universität Luzern: fernstudium-tf@unilu.ch; www.fernstudiumtheologie.ch
    www-facebook.com/FernstudiumTheologie

Kirche heute 36/2013 August, S. 5, kh
Fernstudium Theologie

Die Theologische Fakultät der Universität Luzern erweitert ihr Studienangebot und lanciert zum Herbstsemester 2013 einen Fernstudiengang Theologie. Theologie kann dann – vorerst bis zum Abschluss des Bachelordiploms – vollumfänglich als Fernstudiengang absolviert werden.  Es ist der erste Fernstudiengang an einer Römisch-Katholischen Fakultät im deutschsprachigen Europa. Später soll auch das Masterdiplom als Fernkurs angeboten werden. Der Fernstudiengang richtet sich an Personen, die sich für ein Theologiestudium interessieren, aufgrund ihrer beruflichen oder familiären Situation jedoch nicht ein Vollzeitstudium beginnen können. Der Studiengang bietet den Studierenden einen hohen Grad an zeitlicher und räumlicher Flexibilität. Neben der Einführungsveranstaltung und den Prüfungen sind nur sehr wenige Pflichttermine vorgesehen.

Kirche heute 24/2015 Juni, S. 5, Kh
Info-Abende zum Studiengang Theologie

Der vierjährige Studiengang Theologie STh bietet eine systematische, qualifizierte Einführung in die Hauptgebiete der Theologie – aus katholischer Sicht, aber in ökumenischer Offenheit. Der Studiengang Theologie wird dreifach angeboten: als Abendkurs in Zürich (Mo und Do), als Abendkurs in Luzern (Mo und Do) und als Fernkurs mit Studienwochenenden und Studienwochen. Die Vorlesungen beginnen am 19. Oktober 2015. Anmeldeschluss ist der 31. August 2015. An Info-Abenden können sich Interessierte unverbindlich zu den Zielen und Inhalten und zum Aufbau des Studiengangs orientieren. (…)
Weitere Informationen und Anmeldung: theologiekurse.ch, Postfach 1558, 8032 Zürich, Telefon 044 261 96 86. E-Mail: info@theologiekurse.ch, Homerpage: www.theologiekurse.ch