O bis Ord

Obdachlosenheim, Päpstliches in Rom

→Verpflegungsstelle      →Kinderfürsorge-Zentrum      →Almosenamt

OR vom 27.07.2009:
Päpstliches Obdachlosenheim wird wiedereröffnet:
Rom. Das päpstliche Obdachlosenheim nimmt nach längerer Renovierungspause wieder Gäste auf. Vom September 2009 an stehe das traditionsreiche Haus im römischen Stadtteil Trastevere erneut nichtsesshaften, alten Menschen in Wohnungsnot und Einwanderern zur Verfügung. In den vergangenen Jahren war die Einrichtung, die 1880 mit dem Segen von Papst Leo XIII. (1878-1903) ihren Dienst aufgenommen hatte, für Euro 300’000 saniert worden. Sie verfügt über 29 Zimmer. Getragen wird das Nachtasyl in einem Seitengässchen am Tiber vom „Circolo San Pietro“, der 1869 von Jugendlichen aus dem römischen Bürgertum und Adelsfamilien gegründet worden war. Zu den karitativen Einrichtungen der heutigen Gemeinschaft zählen unter anderem drei Suppenküchen und eine Kleiderkammer. Seit 1998 betreibt der „Circolo“ ein eigenes Hospiz.

OR Januar 2009
Rom-Führer für Obdachlose

Der Romführer für Obdachlose, den die Gemeinschaft Sant’Egidio herausgibt, wird von Jahr zu Jahr umfangreicher. Bei einer Pressekonferenz präsentierte die römische Basisgemeinschaft die aktuelle, mehr als 200 Seiten starke Ausgabe mit einer Aufstellung von Anschriften „Dove mangiare, dormire, lavare?“ („Wo kann man essen, schlafen, sich waschen?“).

Rund 4’500 Menschen schlafen täglich in Rom auf der Strasse, weitere 2’500 in Notunterkünften. Das Handbuch verzeichnet Adressen von Anlaufstellen, ärztlichen Angeboten, Essensausgaben und Duschmöglichkeiten. Sant’Egidio organisiert mit vielen freiwilligen Helfern in Rom und anderen italienischen Städten zahlreiche Sozialprogramme.

OR Nr. 11 vom 18.03.2016, S. 4
Papst Franziskus hat der Trauergemeinde eines verstorbenen Obdachlosen in Rom ein Mittagessen spendiert. Wie Radio Vatikan berichtet, handelte es sich um die Trauerfeier für einen 57 Jahre alten Polen, der vor 2 Wochen in der Via della Conciliazione gestorben war, die zum Petersplatz führt. Nach dem Gottesdienst in der dortigen Kirche Santa Maria in Traspontina erhielten die zumeist ebenfalls wohnungslosen Freunde in der vatikanischen Obdachlosenunterkunft einen sogenannten „Leichenschmaus“. Die vatikanische Einrichtung wird von Jesuiten betrieben und wurde kürzlich von Franziskus eröffnet.

OR Nr. 2 vom 03.01.2017, S. 3
Vatikan verteilt Schlafsäcke an Obdachlose

Angesichts einer ungewöhnlichen Kältewelle in Italien greift der Vatikan zu unkonventionellen Mitteln, um Obdachlose vor dem Erfrieren zu retten. Für jene auf der Strasse, die nicht in einer Unterkunft übernachten wollten, werden Autos als Schlafgelegenheit bereitgestellt, sagte der päpstliche Almosenpfleger, Erzbischof Konrad Krajewski. Das Almosenamt verteilt in Rom zusätzlich spezielle Bergsteiger-Schlafsäcke, die für Temperaturen bis zu minus 20 Grad ausgestattet seien, so Krajewski. Die beiden vatikanischen Schlafstätten für Obdachlose sind derzeit ganztägig geöffnet. In den vergangenen Tagen sind in Italien 6 Obdachlose an den Folgen der Kältewelle gestorben, in Rom gab es bislang kein Opfer. In der italienischen Hauptstadt sanken die Temperaturen auf bis zu minus 5 Grad. Die Hilfe für Obdachlose ist ein besonderes Anliegen von Papst Franziskus.

bz BASEL vom 14.01.2017, S. 11
Vatikan bietet Obdachlosen Herberge

Zum Schutz vor eisigen Temperaturen hat der Vatikan Obdachlosen Unterschlupf in einer kleinen Kirche in Rom angeboten. Um die 30 Männer und Frauen aus Italien und dem Ausland können in der Kirche San Calisto im Stadtteil Trastevere übernachten, wie der Vatikan am Freitag mitteilte. (SDA
(WA: Titel- und Saalkirche S. Calisto, Piazza S. Calisto 16: von der Piazza S. Maria in Trastevere entlang des Palastes, Ecke Via della Osterna. Zzt. Titelkirche von Kardinal Willem Eijk, Holländer)
→Almosenamt, päpstliches

Obelisk auf dem Petersplatz

Obelisk Foto Stefan Meier k

Obelisk = monolithische Nadel, aus Rosengranit, Sonnennadel, Verbindung zur Welt der Götter. Pharaonen liessen die grandiosen Steinnadeln im Land am Nil vor Heiligtümern errichten. In Rom standen sie in der Mitte von Wagenrennbahnen, vor Mausoleen oder etwa im Isistempel auf dem Marsfeld. Auch andere Hauptstädte bemächtigten sich im Laufe der Zeit der Monolithen: Paris, London, New York, Washington oder Istanbul. In Ägypten blieben einige übrig in Luxor, Heliopolis und Kairo.

Das Wort „Obelisk“ stammt aus dem Alt-Griechischen (obeliskos) und bedeutet „Bratspiess oder Spitzsäule“, daher die Bezeichnung: ein hoher, schmaler, sich nach oben gleichmässig verjüngender Steinpfeiler mit meist quadratischem Grundriss und pyramidenförmiger Spitze. Die Ägypter selbst nannten die schlanken Granitblöcke „tekhen“, Mehrzahl „Tekhenu“ = durchstossen. (OR Nr. 47/21.11.2014, S. 6 nennt den  Obelisken = Riesennadel)

40 Obelisken ragten zur Kaiserzeit in Rom in den Himmel, heute sind es noch 13. Der erste Obelisk in Rom war derjenige auf der Piazza del Popolo, Kaiser Augustus (27. v. Chr. bis 14. n. Chr.) liess ihn herbeibringen. 10 Jahre v. Chr. stand ein Obelisk vor dem heutigen Parlament (Monte Citorio). –  Der Grösste steht  heute  in San Giovanni in Lateran (47 m mit Basis), auf dem Petersplatz steht der zweitgrösste mit  25,31 m, unbeschriftet, mit Aufsatz 33,56 m, Sockel allein 8,25 m, Totalgewicht 330 Tonnen. Es ist  der einzige im Vatikan und der einzige ungebrochen stehende Roms.
Don Antonio Tedesco, Bernd O. Schmidt: Ein Spaziergang durch den Vatikan, S. 33: Woher stammt der Vatikan-Obelisk? Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere (23  79 n. Chr.) erwähnt in einem seiner berühmten Werke einen Obelisken ohne Inschriften. Er berichtet, dass der besagte Obelisk für einen ägyptischen Herrscher namens Nektanebos II. geschaffen worden sei und einst in der alt-ägyptischen Stadt Heliopolis gestanden habe. – Forscher haben nun herausgefunden, dass der Obelisk tatsächlich aus Heliopolis stammen könnte, aber doch viel älter sein muss: Wohl hat ihn der ägyptische Pharao Amenemhet II. zu Ehren der Sonne errichten lassen. Das geschah etwa 1900 Jahre vor Christi Geburt.

S. 34: Im Jahr 37 n. Chr. – Ägypten war damals eine römische Provinz – forderte Kaiser Caligula seinen Präfekten in Ägypten auf, den Obelisken nach Rom zu bringen. Der Transport nach Rom sollte ein schwieriges Unterfangen werden: Der Obelisk bestand aus einem einzigen Block; er war über 25 Meter lang und tonnenschwer. Was tun, damit er während der Reise nicht zerbrach? Der Kaiser lies für diese heikle Aufgabe das wahrscheinlich grösste Schiff der Antike bauen. Obendrein füllte er das Schiff mit Linsen, auf die der Obelisk gebettet wurde. Sicher erreichte der Obelisk den römischen Hafen Ostia, später den Zirkus Caligula auf dem heutigen vatikanischen Territorium. Das Schiff wurde später nie wieder verwendet und im Hafen von Ostia als Museumsstück ausgestellt. Als dann Risse in seinem Rumpf entdeckt wurden. wurden sie zunächst ausgebessert. Schliesslich aber wurde das Schiff an Ort und Stelle versenkt.

Dieser Obelisk, zuerst im Zirkus Caligula, dann übernommen von Kaiser Nero, wurde auf den Petersplatz transportiert vom April bis September 1586 (150 Tage, Ablauf siehe nachstehend) unter der Leitung von Domenico Fontana (Melide, *1543, +1607), damaliger Papst und Auftraggeber war Sixtus V. Folgender Aufwand war dazu nötig:

800 Arbeiter, 150 Pferde, 40 Winden, 160 Hebel. Gewicht des Obelisken:  360 Tonnen, Transport etwa 400 m weit („Wasser an die Seile“, Palmsonntag, lies nachfolgend). Beschreibung des Transportes und der Aufstellung des Obelisken wird an seiner Basis schriftlich festgehalten:

Sockel Westseite:  (Richtung Peterskirche)
DOMENICUS FONTANA EXPCGO MILI AGRI NOVOCOMENSIS TRANSTULIT ET EXREXIT
Domenicus Fontana aus dem Bezirk Melide des Gebietes von Neu-Como hat den Obelisken hierher überführt und aufgerichtet. (Hinweis: Domenicus Fontana, *1543 in Melide/Kanton Tessin, +1607 in Neapel)

Geschichte des Obelisken auf dem Petersplatz:

OR Nr. 20 vom 21. Mai 2010: Der Transport auf den Petersplatz mit Vorgeschichte

  1. Nikolaus V. (1447-55) wollte um 1450 einen Obelisk vor dem Atrium zu Alt St. Peter aufstellen
  2. Paul II. (1454-71) hatte ein ähnliches Projekt. Holte Ingenieur Aristotele Floravanti, der bei S. Maria sopra Minerva zwei riesige Säulen ausgegraben und abtransportiert hatte. Das Projekt hatte keinen Erfolg.
  3. Paul III. (1534-49) beauftragte Antonio da Sangallo den Jüngeren sowie den betagten Michelangelo. Beide lehnten wegen der technischen Schwierigkeiten ab. Michelangelo: „Et se si rompesse?“ („Und wenn er bräche?“)
  4. Gregor XIII. (1572-85) plante eine Versetzung und liess Camillo Agrippa (Architekt, Ingenieur und Mathematiker) den „Trakt über den Transport des Obelisken auf die Piazza San Pietro“ verfassen. Niemand wagte sich an die Realisierung, bis Sixtus V. das Ganze an die Hand nahm. Siehe Obeliskenbasis:
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  5. Südseite  (Richtung linke Kolonnaden. Ablauf der Aufrichtung 1586):
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    SIXTUS V PONT MAX OBELISCUM VATICANUM DIS GENTIUM IMPIO CULTU DICATUM AD APOSTOLORUM LIMINA OPEROSO LABORE TRANSTULIT ANNO MDLXXXVI PONT II
    „Sixtus V., Pontifex Maximus, liess den Vatikanischen Obelisken, der den Göttern der Heiden in unfrommem Kult geweiht war, in mühevoller Arbeit zu den Schwellen der Apostel übertragen, im Jahre 1586, dem zweiten seines Pontifikates.“
    .
    Ablauf der Obeliskenverschiebung:
  1. 6. August 1585: Sixtus V. liess einen Wettbewerb ausschreiben. Etwa 500 Architekten und Ingenieure aus Italien und Griechenland sollen sich daran beteiligt haben. Niemand überzeugte.
  2. Papst ernannte schliesslich Domenico Fontana (1543-1607, päpstlicher Architekt unter Sixtus V., aus dem Bezirk Melide, siehe oben, Inschrift Nordseite), der den Papst durch ein massstabgerechtes Modell überzeugte.
  3. Papst wählte, um sicher zu gehen, zwei erfahrene Architekten dazu: Bartolomeo Ammanti und Giacomo della Porta.
  4. 5. Oktober 1585: Fontana erhält alle erdenklichen Privilegien: Honorar, jeder beliebige Handwerker oder Arbeiter, Werkzeuge, … dass er alle Hölzer fällen und schneiden kann, die in irgendeiner Weise der Kirche von St. Peter, ihrem Kapitel oder ihren Kanonikern gehören.
  5. Fontana ermittelt zuerst das Gewicht des Monolithen: Er liess einen Würfel aus dem gleichen Material wie der Granitblock machen (Seitenlänge: ein palmo, 21,7 cm) und kam auf ein Totalgewicht von etwa 300 Tonnen. Über seine Tätigkeit führte er ein Tagebuch.
  6. 7 Monate lang verbrachte man mit intensiven Vorbereitungen.
  7. Ablauf: Der Obelisk wurde an der Südseite der Basilika mit einem Gerüst umgeben. Mit 40 Winden gehoben und der gleichen Anzahl von Flaschenzügen. Auf eine Plattform wurde er auf Rollen gelegt und in die Mitte des Petersplatzes geschoben.
  8. Mit Hilfe des gleichen Gerüstes, der Winden und der Flaschenzüge wurde er dann wieder aufgerichtet.
  9. Nachdem alle Winden gekennzeichnet waren, liess man eine nach der anderen von drei Pferden bewegen, um die Kraftanstrengung der Tiere in Übereinstimmung zu bringen, und revidierte immer wieder nach drei bis vier Durchgängen, bis sie regelmässig anzogen. Dieses Ziel erreichte man am 28. April 1586.
  10. 30. April 1586: Der Obelisk konnte angehoben werden. Man erwartete für dieses Spektakel Schaulustige. Bei Androhung der Todesstrafe wurde absolute Stille verordnet. Strassen wurden abgesperrt und Wachen aufgestellt.
  11. Morgens des 30. April 1586: Es wurden zwei Messen vor Tagesanbruch gehalten. Der Start erfolgte mit einem  Trompetenstoss.
  12. Der Obelisk wurde von 5 Hebeln, 40 Winden, durch 907 Menschen und 75 Pferden angehoben.
  13. Die in der Bronzekugel an der Spitze vermutete Asche von Julius Cäsar war nicht vorhanden. Die Kugel wurde  von  Schüssen der Landsknechte anlässlich des Sacco di Roma vom 6. Mai 1527 durchlöchert und ist jetzt in den Kapitolinischen Museen.
  14. 7. Mai 1586: Der Obelisk liegt auf dem Schlitten. Da der Standort um etwa 8 m tiefer lag, wurde eine Rampe mit einem dementsprechenden Gefälle gebaut.
  15. 10. September 1586: Aufrichtung des Obelisken mit 40 Winden, 140 Pferden und 800 Mann. Mit Trompeten- und Glockensignalen wurde zum Arbeiten und Anhalten angehalten (wie bei der Senkung des Obelisken).
  16. In einem Tag konnte der Obelisk in die Senkrechte gebracht werden. Wieder viele Schaulustige. Viele blieben ohne Mittagessen auf dem Platz, um ihren Beobachtungsplatz nicht zu verlieren.
  17. Angeblich soll ein Matrose, der sah, dass ein Seil durch die Reibung im Begriff war, Feuer zu fangen, in die bei Todesstrafe angeordnete Stille „Wasser an die Seile“ gerufen und das gesamte Unternehmen damit gerettet haben. Diese Geschichte ist nicht verbürgt. Seine Familie Bresca soll das Privileg haben, am Palmsonntag die Palmwedel zu stiften/zu verkaufen, AS S. 261
  18. Nach den Aufzeichnungen von Fontana verlief alles ohne Probleme. Die sieben darauf folgenden Tage verbrachte man unter anderem mit der Adjustierung des Obelisken.
  19. Am 27. September 1586 (nach 150 Tagen bzw. 5 Monaten) wurde der Obelisk von den letzten Gerüsten befreit und Sixtus V. segnete ihn im Zuge einer Prozession.
  20. Domenico Fontana wurde vom Papst zum „Cavaliere dello sprone d’oro (Ritter vom Goldenen Sporn, ↔Orden) ernannt. Als Belohnung erhielt er 5’000 scudi sowie eine Jahresrente von 2’000 scudi. Das gesamte Material, das er behalten konnte, belief sich auf rund 20’000 scudi.
  21. Fontana richtete noch die Obelisken im Lateran, auf der Piazza del Popolo und vor Santa Maria Maggiore auf.
  22. Fontana baute ferner unter dem energischen Papst Sixtus V. (il papa tosto, der unbeugsame Papst, wie er beim Volk genannt wurde) den Papstpalast im Vatikan, den Lateranpalast und vollendete mit Giacomo della Porta zusammen die Peterskuppel im Jahre 1590.
  23. Nach dem Tod des Papstes fiel Fontana in Ungnade und verliess Rom nach Neapel, wo er am königlichen Hof noch Baumeister wurde. Er starb  im Jahre 1607 in Neapel.
  1. Ostseite:  (Richtung Paradestrasse „Conciliazione“)
    ECCE CRUX DOMINI FUGITE PARTES AD VERSAE VICIT LEO DE TRIBU JUDA
    „Siehe das Kreuz des Herrn, fliehet ihr Feinde, es siegt der Löwe aus dem Stamm Juda.“
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  2. Nordseite:  (Richtung rechte Kolonnaden)
    SIXTUS V PONT MAX CRUCI INVICTAE OBELISCUM VATICANUM AB IMPURA SUPERSTITIONE EXPIATUM IUSTIUS ET FELICIUS CONSECRAVIT ANNO MDLXXXVI PONT II
    „Sixtus V., Pontifex Maximus, weihte den vom unreinen Aberglauben entsühnten Obelisken gerechter und glücklicher dem unbesiegten Kreuz im Jahre 1586, dem zweiten seines Pontifikates.“
  3. Auf der Spitze des Obelisken prangt seit seiner Weihe durch Sixtus V. ein Kreuz, in dem Kreuzreliquien aufbewahrt sind.
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  4. Westseite: (Richtung Basilika)
    Inschrift, die dem Kreuz und Christus geweiht ist: CHRISTUS VINCIT CHRISTUS REGNAT CHRISTUS IMPERAT AB OMNI MALO PLEBEM SUAM DEFENDAT
    „Christus siegt Christus regiert als König Christus ist der Herrscher Christus möge sein Volk vor allem Bösen schützen“

OR vom 30. Juli 2010, Nr. 30/31, Ulrich Nersinger:
Die Aufrichtung des Obelisken auf dem Peterslatz im September des Jahres 1586 war ein schwieriges Unterfangen. Domenico Fontana selber merkte dazu an: „Da unendlich viel Volk zusammenlief, um ein so merkwürdiges Unternehmen anzusehen, wurden, um Unordnung zu vermeiden, die Strassen abgesperrt, die über den Platz führten, und eine Bekanntmachung erlassen, dass an dem zur Hebung des Obelisken bestimmten Tage ausser den Arbeitern niemand an die Schranken eintreten dürfe. Wer mit Gewalt eindränge, würde mit dem Tode bestraft. Ferner dürfe keiner die Arbeiter hindern, keiner dürfe sprechen, disputieren oder irgendeinen Lärm machen, bei schwerer Strafe, damit die prompte Ausführung der Befehle der Bediensteten nicht behindert werde. Zur sofortigen Vollstreckung dieser Verordnung wurde der Hauptmann der Sbirren mit seinem Korps innerhalb der Umschliessung aufgestellt, so dass, teils wegen der Neuheit der Arbeit, teils wegen des angedrohten Strafen, in der Volksmenge, welche zusammenlief, die grösste Stille herrschte.“

Für die Dauer der Arbeiten zur Aufrichtung des Obelisken sollte nichts anderes zu hören sein als der Trompetenstoss, der den Arbeitern an den Winden jedes Mal das Zeichen zum Beginn einer neuen Runde gab. Doch plötzlich unterbrach ein lauter Schrei in genuesischem Dialekt – „Aigua ae corde – Wasser auf die Seile!“ – die Stille. Es war der Warnruf eines Seemanns aus Bordighera (San Remo), der unter der Zuschauermenge stand. Er fürchtete, der schon nahezu aufgerichtete Obelisk könnte umstürzen, da es ihm vorkam, als drohten einige der infolge der Reibung an den Rollen stark erhitzten Seile zu reissen. In seiner Angst hatte er den Schrei nicht zurückhalten können. Die Warnung wurde als richtig erkannt, so das der Papst dem Rufer die angedrohte Strafe erliess und ihm sogar den Ehrentitel eines Kapitäns und das Recht verlieh, auf seinem Schiff die päpstliche Flagge zu führen; zudem gewährte er ihm und seinen Angehörigen, der Familie Brescia, das Privileg, die Palmzweige für die päpstlichen Paläste zu liefern. Bis in das 20. Jahrhundert behielt die Familie dieses Vorrecht, dem Papst wurden am Vorabend des Palmsonntags im Namen der Familie Bresca aus San Remo kunstvoll geschmückte Palmzweige überbracht.

Gleichwohl, ob sich die genannte Episode  (vorübergehendes, nebensächliches Ereignis) so oder ähnlich zugetragen hat, sie zeigt einen Zugang zu dem begehrten Titel eines „päpstlichen →Hoflieferanten“.

AS, Vatikanistan, S. 256:
Bernini musste sich Hunderte kleiner Tricks und Schummeleien ausdenken, um seinen Platz überhaupt einen Eindruck von Ebenmass zu verleihen. Wer genau hinschaut, sieht, dass selbst der Obelisk vier Meter exzentrisch (ausserhalb des Mittelpunktes liegend) steht, ein wenig in Richtung Porta S. Anna. Auch die Füsse der Säulen haben alle unterschiedliche Grundrisse, sie verändern sich von Quadrat zur Raute (schiefwinkliges gleichseitiges Viereck, Rhombus).

Berlitz Reiseführer ROM, 1987/88, S. 67
Während der Herrschaft der Cäsaren wurden 48 Obelisken – alle Kriegsbeute vom Nil – in Rom aufgestellt. Heute stehen noch 13 davon; ihr jetziger Standort ist meist von Päpsten gewählt worden.

OR Nr. 37 vom 15.09.1989, S. 5
Die Ägypter entwickelten im 3. Jahrtausend v. Chr. die Stelenform der Obelisken als Symbol für ihren Sonnengott und stellten die Monolithen – sie wurden immer aus einem Stück meist roten Granits gefertigt – paarweise vor ihren Tempeln auf. In seiner Urheimat ist der Obelisk rar geworden. Früh fingen die Römer an, die Kolosse wegzuschleppen. Seitdem wirken sie als selbstverständlicher Teil des Ambiente am Tiber. Kaum jemand stellt sich die Frage, warum die alten Römer so besessen von diesen Spitzsäulen waren. Es fing mit der Unterwerfung Ägyptens durch Oktavian an, den späteren Kaiser Augustus. Antonius und Cäsar waren schon vorher mit ihren Armeen am Nil gewesen – in Alexandrien regierte Königin Kleopatra. Sogleich begann der Sieger, dem der Senat den Titel Augustus („der Erhabene“) beilegte und der von 27. v. Chr. bis 14. n. Chr. regierte, den Obeliskentransport nach Rom in grossem Stil zu organisieren (Augustus-Obelisk jetzt auf der Piazza del Popolo). Von den Exemplaren, die damals den Nil hinunter, über das Mittelmeer und den Tiber hinauf verschifft wurden, sind heute noch 5 intakt und wieder aufgestellt worden. – Seitdem liess jeder Herrscher, der etwas auf sich hielt, irgendein Monument, einen Platz oder wenigstens sein Grabmal mit Obelisken zieren. Aber echt und ägyptisch musste es sein: deshalb die relative Gleichartigkeit der Steinmonumente in Form, Material und den hieroglyphischen Inschriften (Bilderschriftzeichen). Von den 16 Obelisken, die heute insgesamt in Rom zu sehen sind, stammen 9 aus dem Land der Pharaonen. Darunter ist der Obelisk auf dem Lateranplatz als ältester und grösster aus Theben mit 47 Metern inklusive Basis. Er kam als letzter Obelisk aus Ägypten nach Rom (Kaiser Konstantin II, 357 n. Chr.), also dreieinhalb Jahrhunderte nach dem ersten.  Der zweitgrösste Obelisk ist derjenige auf dem Petersplatz mit 41,5 m Höhe einschliesslich Sockel, ohne Hieroglyphen (39. n. Chr. für  Kaiser Caligula’s Zirkus) als einziger noch aufrecht während seiner Zeit in Rom.  Alle ägyptischen Obelisken liessen Pharaonen herstellen: die Hieroglyphen erzählen von ihren Leben und Erfolgen; holen lassen haben sie die römischen Kaiser und den jetzigen Standort haben meistens die Päpste bestimmt. Ein Obelisk wurde immer beschriftet. „Ein Obelisk ohne Hieroglyphen ist eine Nullnummer“ (Ägyptologe M. St., Basel).

Wikipedia: Hieroglyphische Texte erscheinen auf den ersten Blick wie eine Anhäufung von Schriftzeichen, die man nicht auseinanderhalten kann. Dem ist nicht so, auch wenn die alten Ägypter die schlechte Angewohnheit hatten, keinen Platz zwischen den Wörtern zu lassen und gleiche Zeichenfiguren unterschiedliche Bedeutungen haben konnten.  Man kann die Zeichen grob in zwei Klassen unterteilen, solche mit bildhaftem Wert (Semogramme) und solche mit lautlichem Wert (Phonogramme).
Semogramme sind Hieroglyphen von Lebewesen, Gegenständen bzw. Pflanzen, die in gewisser Weise mit dem sprachlich Bezeichneten zusammenhängen. Wörter werden so durch figürliche, symbolische oder mit anderer optischer Ähnlichkeit versehenen Schriftzeichen bzw. dadurch repräsentiert. Es gibt zwei Arten von Semogrammen: Ideogramme und Determinative.
Phonogramme hingegen sind Hieroglyphen, die den kompletten oder teilweisen Laufwert in einem Wort wiedergeben. In die erste Kategorie fallen die Einkonsonanten-, Zweikonsonanten- und Dreikonsonanten-Zeichen. In letztere Kategorie fallen die phonetischen Komplimente.

Alphabet der Einkonsonanten-Zeichen:  www.hieroglyphen.de/hiero_kons1.shtml

Die hieroglyphische Schrift ist äusserst flexibel gegenüber unserer heutigen Schrift. Strenge orthographische Regeln gab es nicht. Es konnte sowohl in Reihen (waagerecht) als auch in Spalten (senkrecht), sowohl von links als auch von rechts geschrieben werden. Dabei richtet  sich die Schriftrichtung immer nach der Stelle, an der die Zeichen angebracht wurden. Um die Leserichtung und den Anfang eines Textes zu finden, gibt es ein paar Regeln:

  • Die Ägypter schrieben niemals von unten nach oben, dabei kommt es durchaus vor, dass ein Zeichen unter einem anderen steht, obwohl es da gar nicht hingehört.
  • Zeichen von Tieren oder menschlichen Formen blicken immer in die Richtung des Textanfanges.
  • Bezieht sich der Text auf ein Bild, z. B. auf Wandgemälden von Göttern, so schaut der zugehörige Gott bzw. die zugehörige Person auf den Anfang seines /ihres Textes. Die Hieroglyphen blicken in die gleiche Richtung wie die zugehörige Figur.
  • Inschriften auf Türen wurden immer so angebracht, dass die Zeichen zur Mitte hin blicken. Auf diese Weise kann der durch die Zür Hindurchschreitende die Texte am leichtesten lesen. Kein Zeichen wendet ihm „unhöflich“ den Rücken zu.
  • Die Hieroglyphenschrift kennt keine Vokale, man muss sie erraten.→San Paolo fuori le mura           →Circus Maximus             →Kolosseum

Obelisk auf einem Elefanten in Rom

(erbaut 1667)
OR Nr. 32/33 vom 13. August 2010

Er steht vor der Dominikanerkirche S. Maria sopra Minerva, der einzigen Kirche im gotischen Stil in Rom

Leider kann man die sehr verblasste und unleserliche Schrift auf der Sockelleiste des Elefantenobelisken schwierig erkennen, welche der Kirche zugewandt ist:

SAPIENTIS AEGYPTI INSCULPTAS OBELISCO FIGURAS AB ELPHANTO BELLUARUM FORTISSIMA GESTARI QUISQUIS HIC VIDES DOCUMENTUM INTELLIGE ROBUSTAE MENTIS ESSE SOLIDAM SAPIENTIAM SUSTINERE

„Des weisen Ägypten (hier) in diesem Obelisken eingemeisselte Zeichen, die von einem Elefanten, dem stärksten Tiere, getragen werden, und die du, wer immer du auch bist, hier siehst, verstehe als Beweis, dass es eines robusten Geistes bedarf, um eine solide Weisheit zu ertragen.

Aus dem Roman „Hypnerotomachia Poliphili (Der Traum des Poliphilos, kurz: Der Traum des Poliphilos), Autor unbekannt, indem ein Elefant mit einem Obelisken erscheint. Kardinal Francesco Barberini (1597 geb.  in Florenz, 1679 gest. in Rom), dem das Werk bekannt war, verlangte von Lorenzo Bernini (1598-1680) einen elefantentragenden Obelisken, der nicht ausgeführt wurde. Erst unter Papst Alexander VII. (1655-1667) wurde es Realität. Bernini holte seine vor 16 Jahren gemachten Entwürfe hervor. Er gewann gegen den Dominikaner P. Domenico Paglia, musste aber wegen ihm zwischen die Beine einen Würfel einfliessen lassen, was das Ganze schwerfällig machte (Römer: porcina della Minerva, Schweinchen der Minerva). Bernini revanchierte sich dann, indem er den Hintern des Elefanten gegen das Kloster stellte. Monsignor Sergardi kleidete dann die Rache Berninis in folgende Worte: „Der Elefant dreht sich ab von ihnen und trompetet mit seinem Rüssel: Das, Dominikaner, ist es, was ich von euch denke“.

Die Inschrift auf der anderen Seite des Sockels (gegen die Diplomatenschule) liest sich so:

VETEREM OBELISCUM PALLADIS AEGYPTIAE MONUMENTUM E TELLURE ERUTUM ET IN MINERVAE OLIM NUNC DEIPARAE GENTRICIS FORO ERECTUM DIVINAE SAPIENTIAE ALEXANDER VII DEDICAVIT ANNO SALUTIS MDCLXVII

„Diesen alten Obelisken, Monument der ägyptischen Pallas, der aus der Erde herauskam und der auf dem Platz vor dem Tempel der Minerva, jetzt der Mutter Gottes, errichtet wurde, widmete Alexander VII. im Jahre 1667 der göttlichen Weisheit.“

Mit lustigem Blick und hocherhobenem Rüssel weist das Elefäntchen auf die Hieroglyphen.

Opus Dei  (Werk Gottes)

Basler Zeitung vom 21. März 2012, Seite 21, Thomas Gubler:
Hierarchisch-autoritär

Das Opus Dei (Werk Gottes) wurde im Jahre 1928 vom inzwischen heiliggesprochenen Spanier Josémaria Escriva de Balaguer y Albas ursprünglich als eine Art Laienorden gegründet. Das Werk, dem weltweit gegen 90’000 Mitglieder – Priester und Laien – angehören, hat seit 1982 die Rechtsform einer Personalprälatur, eine Art Bistum ohne Gebiet. Die Organisation, die von einem hierarchisch-autoritären Weltbild geprägt ist, gehörte in Spanien einst zu den Stützen des Franquismus (Generalissimo Franco als Diktator Spaniens, 1892-1975). Es setzt sich bis heute die Verbreitung der christlichen Lehre konservativster Lesart zum Ziel. Sehr viele Mitglieder des Opus Dei sind Akademiker.

Kirche heute 26/2015, S. 2
Was ist… das Opus Dei?

Der spanische Priester Josemaria Escrivá de Balaguer gründete 1928 eine Organisation, der er den Namen Opus Dei, Werk Gottes, gab. Das Opus Dei bezeichnet sich als Laienorganisation und zählt nach eigenen Angaben weltweit 90’000 Mitglieder, davon rund 2’000 Priester. Geleitet wird es vom Prälaten, gegenwärtig Bischof Javier Echevarria. 70 % der Mitglieder sind verheiratet, die übrigen haben sich der Ehelosigkeit verschrieben. Das Opus Dei will seinen Mitgliedern helfen, ihren Alltag zu heiligen, an ihrem Platz in der Gesellschaft als Christen zu  leben. Beim Auftrag, das konsequent zu tun und auch andere Menschen auf diesen Weg zu bringen, spricht das Opus Dei von Apostolat. Kritik erntete „das Werk“ immer wieder wegen der Leibfeindlichkeit seiner Spiritualitäten, zu der auch Selbstkasteiungen (sich zur Busse Entbehrungen auferlegen, sich züchtigen, z. B. sich einen Schmerzgurt um den Körper oder Oberschenkel legen, einmal im Monat auf dem Boden schlafen) gehören. Josemaria Escrivá wurde 2002 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 26. Juni.

Kirche heute 52/22016 Dezember, S. 2
Leiter von Opus Dei gestorben

Im Alter von 84 Jahren ist in Rom der Leiter des Opus Dei, Bischof Javier Echevarria den Folgen einer Lungenentzündung erlegen. Echevarria stehe für grössere Transparenz und eine Normalisierung des Opus Dei, heisst es in einer Meldung der Nachrichtagentur CIC. Zwar sei die Kritik an einem undurchsichtigen Gebaren nicht gänzlich verstummt, aber sie sei deutlich leiser geworden. Der 1928 in Madrid gegründeten Laienorganisation Opus Dei gehören nach eigenen Angaben derzeit weltweit rund 90’000 Mitglieder an. Die meisten Mitglieder sin Laien. Die rund 2’000 Priester, die sich zum Opus Dei bekennen, sind in der „Priesterlichen Gemeinschaft vom Heiligen Kreuz“ zusammengefasst.

→Gruppierungen  →Universitäten   →Medien   →Päpste, Johannes Paul II., HK S. 556

Orden (Auszeichnungen des Hl. Stuhles)

Verdienstorden, Verdienstauszeichnungen und besondere Auszeichnungen der röm. kath. Kirche bzw. des Hl. Stuhles (insgesamt 24). Der Staat der Vatikanstadt kennt keine solcher Auszeichnungen.

Der Papst verleiht als weltlicher und geistlicher Souverän (OR Nr. 2 vom 15.01.2010):

  1. Christusorden (nur eine Klasse, nur an Staatsoberhäupter): höchste Ordens-Auszeichnung
  2. Orden vom Goldenen Sporn (nur eine Klasse)
  3. Piusorden (fünf Klassen)
  4. Gregoriusorden (drei Klassen)
  5. Silvesterorden (vier Klassen)
  1. Pro Ecclesia et Pontifice (Verdienstkeuz): für Kirche und Papst. Höchste Verdienstauszeichnung
  2. Benemerenti  (Verdienstmedaille): dem, der sich verdient gemacht hat (Zweite Verdienstauszeichnung)
  1. Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem (5 Auszeichnungen): unter dem Schutz des Heiligen Stuhles: besondere Auszeichnung
  2. Souveräner Malteser Ritterorden: besondere Auszeichnung
  3. Papstschwert: besondere Auszeichnung
  4. Goldene Rose: besondere Auszeichnung

Im Nachfolgenden die Details zu den 5 Orden, den 2 Verdienstauszeichnungen und den 4 besonderen Auszeichnungen:

Christusorden   (eine Klasse)
Keine Verleihung an Damen
Ordine Supremo del Cristo, durch den portugiesischen König im Jahre 1318 begründet.

Am 14.03.1319 bestätigte der Papst Johannes XXII. (1316-34) die Stiftung des portugiesischen Christusordens, jedoch unter der Bedingung, dass auch der Heilige Stuhl das Recht habe, den Orden zu verleihen. Dies führte zur Entstehung der zwei Zweige des Ordens, die bis heute existieren.

Der neue Orden sollte an die Stelle des aufgehobenen Templerordens (geistl. Ritterorden, 1119 in Akkon gegründet, 1312 auf Betreiben des französischen Königs Philipp IV. aufgelöst) treten. Doch schon 1499 wurden seine Mitglieder von den feierlichen Ordensgelübden entbunden, bis dahin lebten die Ritter nach der Regel des hl. Bernhard.

Die höchste Auszeichnung des Vatikans, die sehr selten verliehen wird, vor allem an Staatsoberhäupter und hervorragende Staatsmänner von katholischem Glauben (September 1963 von Paul VI. an Konrad Adenauer, Bundeskanzler). Die Inhaber tragen den Titel „Ritter des Christusordens“. Der einzige Protestant, der den Orden erhielt, war Otto von Bismarck (1885). – Der Christusorden besteht aus einer goldenen Doppelkette, an der das von einer Krone geschmückte Kreuz hängt.

Orden vom Goldenen Sporn (eine Klasse)
(italienisch: sprone, Mehrzahl deutsch: Sporen) Keine Verleihung an Damen
Ordine dello Speron d’Oro, auch Milizia Aurata

Zweithöchster Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche. Auf 100 Mitglieder beschränkt. Malteserkreuz mit einem angehängten goldenen Sporn. Den Orden zum Goldenen Sporn können sowohl Laien wie auch Kleriker aufgrund von persönlichen Verdiensten sowie im Rahmen diplomatischer Gepflogenheiten erhalten. Stiftungsjahr: liegt im Dunkeln. Der Legende nach soll Kaiser Konstantin der Grosse ein Ritterkollegium mit dem Namen „Goldene Miliz“ gegründet und Papst Silvester ihm die Regel des hl. Basilius auferlegt haben. Für fast 200 Jahre, von Pius IV. (1559-65) bis Benedikt XIV. (1740-58), war mit der Verleihung des Ordens der Titel eines Lateranensischen Pfalzgrafen gegeben. Einen gewissen Nobilitierungscharakter behielt der Orden auch später noch bei. Die „Milizia Aurata“ galt als päpstliche Würdigung der Verdienste bedeutsamer Personen aus der Welt der Künste. Paul VI. gab dem Orden 1966 eine besondere Exklusivität: die Auszeichnung soll den christlichen Monarchen und Staatsoberhäuptern vorbehalten sein.

Eine kleine Auswahl von Ordensträgern:
1574 Carlo Maderno
1586 Domenico Fontana (Verschiebung des Obelisken auf den Petersplatz)
1770 Wolfgang Amadeus Mozart
1826 Nicolo Paganini, Franz Liszt
1932 Benito Mussolini
1956 Konrad Adenauer. Er bekam wie erwähnt 1963 den Christusorden, womit er die
.       Ordensprivilegien des Goldenen Sporns einbüsste.

Privilegien:
Berechtigung, den Titel „Cavaliere vom Sporn“ zu tragen. Als Cavaliere darf er hoch zu Ross in eine Kirche einreiten. Cavaliere wird mit „Ritter“ verdeutscht.

Piusorden (fünf Klassen)
Seit 1996 auch Verleihung an Damen
Ordine Piano

Von Pius IX,. am 17.06.1847 gestiftet: achtspitziger, golden gefasster dunkelblauer Stern mit goldenen Flammen zwischen den Armen. In der Mitte befindet sich ein weisses Schild mit dem Namen „Pius IX.“ Um den Schild läuft ein goldener Rand mit der Devise „virtuti et merito“. Auf der Rückseite befindet sich die Jahreszahl MDCCCXLVII  (1847).

Fünf Klassen: Ritter mit Schulterband, Grosskreuz-Ritter, Komtur mit Stern, Komtur (commendatore), Ritter (cavaliere). Nur der Ritter erster Klasse trägt den Orden an einem blauen, doppelt mit Purpur geränderten Band um den Hals, dazu einen kleinen  silbernen Bruststern in gleicher Form. Die anderen Klassen erhalten den Piusorden als Brustorden. Die damit verbundenen Adelserhebungen wurden 1939 durch Pius XII. endgültig abgeschafft.

Paul VI. ordnete 1966 an, dass die höchste Rangstufe des Ordens ausschliesslich Monarchen und Staatsoberhäuptern vorbehalten bleiben soll – und zwar aus Anlass offizieller Staatsbesuche im Vatikan. Der „Ordine Piano“ ist der einzige päpstliche Ritterorden, der kein Kreuz aufweist, damit er vom Papst auch an nichtchristliche Persönlichkeiten verliehen werden kann.

Eine kleine Auswahl von Ordensträgern
1956 an Aussenminister Robert Schumann, Frankreich, von Pius XII.
1994 an Kurt Waldheim, Bundespräsident Österreichs, von Johannes Paul II.
2004 an Johannes Rau, Bundespräsident Deutschlands, von Johannes Paul  II.

Privileg:
Die Träger geniessen keine besonderen Privilegien.

Gregoriusorden (drei Klassen)
Auch Verleihung an Damen seit 1996
Ordine di San Gregorio Magno

Vierthöchster Orden der Kirche. Von Gregor XVI. am 1. September 1831 gestiftet. Eine der höchsten Auszeichnungen an Laien/Militärs. Erst seit dem 2. Juni 1993 wird der Orden auch an Frauen (Damen) verliehen. Insignien: achtzackiges, goldenes, rot emailliertes Kreuz, auf der Vorderseite des blauen Mittelschildes das Bild Gregors des Grossen. Der Orden wird an einem roten, gelb geränderten Band getragen. Drei Klassen: Ritter und Damen, Komtur mit Stern, Grosskreuz-Ritter (-Damen).

Nach dem Untergang des alten Kirchenstaates (1870) galt die Aufnahme in ihn als Würdigung besonderer für den Heiligen Stuhl und die katholische Kirche geleistete Dienste. Auch er wurde durch Pius X. 1905 einer Reform unterworfen. Der Orden ist in zwei Klassen unterteilt, in eine zivile und in eine militärische.

Auswahl ab dem Jahre 2002:

  • 2002 an den österreichischen Innenminister Dr. Ernst Strasser (war sehr umstritten), erster Klasse
  • 2005 an den rheinland-pfälzischen Justizminister Otto Theisen
  • 2006 an Prof. Robert Bachmann durch Benedikt XVI., Schweizer Komponist, Dirigent und Medienschaffender, 2. Klasse.
  • 2008 an Fürstin Gloria von Thurn und Taxis (Komturdame mit Stern). Couragierte Katholikin.
  • .an Oberstleutnant Gregor Volken (Komtur), Major Peter Hasler (Komtur),
    Leutnant Albert Haag (Ritter) von  der Päpstlichen Schweizergarde
    (nachstehend)

Privileg:
Mit dem Pferd in den Petersdom reiten (nicht praktiziertes Recht).

Silvesterorden (vier Klassen)
Auch Verleihung an Damen seit 1996
Ordine di San Silvestro Papa

Gestiftet von Gregor XVI. im Jahre 1841, 1905 von Pius X. erneuert. Er bezieht sich auf Silvester I.,  (314 bis 325). Rangniedrigste Ordensauszeichnung der Kirche. Achtzackiges, goldenes, weiss emailliertes Kreuz, auf der Vorderseite des schwarzen Mittelschildes das Bild Silvester I. Der Orden wird an einem schwarzen, dreifach rot geränderten Band getragen. Ursprünglich gab es ihn in drei Klassen: Ritter, Komtur und Grosskreuz-Ritter. Seit der Reform von 1905 wird er auch an Frauen (als „Dame“ bzw. „Grosskreuz-Dame“) vergeben, ausserdem wurde die Stufe des „Komtur mit Stern“ mit dunkelblauem Hintergrund im Mittelschild hinzugefügt.

Auswahl:
Viele Auszeichnungen an unbekannte Persönlichkeiten
An Gardisten im 15. Dienstjahr, an Schweizergarde-Offiziere: teilweise bis Komtur mit Stern

Privileg:

  • Sie haben das Recht, sich die Silvesteruniform schneidern zu lassen und sie zu tragen
  • Sie haben das Recht, sich das Silvesterschwert schmieden zu lassen und es zu tragen
  • Sie haben das Recht, auf einem Pferd die Treppen zum Petersdom hinaufzureiten

Verleihung der Orden an Frauen
OR Nr. 2 vom 15.01.2010, Ulrich Nersinger

Papst Johannes Paul II. beschloss am 25. Juli 1996, dass in den Pius-, Gregorius- und Silvesterorden auch Personen weiblichen Geschlechts aufgenommen werden können – als Kollar-Damen, Grosskreuz-Damen, Komtur-Damen mit Stern, Komtur-Damen und Damen.

Verdienst-Kreuz Pro Ecclesia et  Pontifice  (Verdienstauszeichnung)
Für Kirche und Papst

Von Leo XIII. (1878 – 1903) gestiftet am 17. Juli 1888 aus Anlass seines Goldenen Priesterjubiläums. Das Kreuz wurde in Gold, Silber und Bronze verliehen. Die Gestaltung variiert von Pontifikat zu Pontifikat. Das Verdienstkreuz wird an der linken Brust getragen. Für Männer und Frauen gleichermassen. Es wird – im Gegensatz zu den päpstlichen Ritterorden – auch an Personen des Ordensstandes (Patres, Brüder und Schwestern) verliehen.

Verdienstmedaille Benemerenti  (Verdienstauszeichnung)
Dem, der sich verdient gemacht hat; dem Wohlverdienten

Diese Auszeichnung wurde erstmals unter Pius VII. (1775 – 99) verliehen. Bis zum Ende des alten Kirchenstaates diente sie ausschliesslich als Auszeichnung für Leistungen in der päpstlichen Armee. 1881 verlieh Leo XIII.  allen ehemaligen päpstlichen Zuaven, die im September 1870 für die Freiheit des Heiligen Stuhles gefochten hatten, dieses Verdienstzeichen. Im 20. Jahrhundert hing die nach Pontifikat und Anlass verschieden gefertigte Medaille an einem gelbweissen Band und wird an der Brust getragen. Abgabe der Medaille; wie bei der Pro Ecclesia. Rund 900 Auszeichnungen pro Jahr, d. h. durchschnittlich 3 pro Werktag (siehe nachfolgend).

Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem (5 besondere Klassifizierungen)

Dieser Orden kann seinen Ursprung bis in die Zeit der Kreuzzüge zurückverfolgen und hängt mit der damals entstandenen Gewohnheit zusammen, den Ritterschlag am Heiligen Grab in Jerusalem zu empfangen.  Papst Alexander VI. erklärte sich zum Grossmeister des Ordens und übertrug den Franziskanern  in Jerusalem das Recht, in seinem Namen und dem der Römischen Kirche den Ritterschlag zu erteilen.  1994 bestimmte Johannes Paul II. die Muttergottes, die Königin von Palästina, zur Patronin des Ordens.

Der Orden steht unter dem Schutz des Heiligen Stuhles. Er wird durch den Kardinal-Grossmeister in Rom geleitet. Der Lateinische Patriarch in Jerusalem ist Grossprior des Ordens. Das Wappen des Ordens ist das traditionelle rote fünffache Jerusalemkreuz auf silbernem Grund. Das Leitmotiv des päpstlichen Ordens lautet: Deus lo vult –  Gott will es. – Juristischer Sitz: im Vatikanstaat. Sitz der geistlichen Aktivitäten: Kloster neben der Kirche San Onofrio al Gianicolo in Rom, Sitz des Grossmeisters: Palazzo della Rovere an der Via della Conciliazione Nr. 29-32 (Hotel Columbus, linke Seite Richtung Petersplatz).

Rangstufen im Ritterorden: Ritter/Dame, Komtur/Komtur-Dame, Komtur mit Stern/Komtur-Dame mit Stern, Großkreuz-Ritter/Grosskreuz-Dame, Kollarritter/Kollardame. Ordenskleidung für Ritter: langer Mantel aus elfenbeinweissem Tuch mit dem fünffachen roten Jerusalemkreuz unter der linken Schulter sowie ein schwarzes Berett. Für Damen ein schwarzer Mantel mit dem fünffachen roten Jerusalemkreuz und ein schwarzer Schleier.

Souveräner Malteser Ritterorden (besondere Auszeichnung)

Oder: Souveräner Ritterorden des Hospitals vom hl. Johannes zu Jerusalem, Rhodos und Malta. Er steht unter dem Schutz des Heiligen Stuhles (päpstlicher Orden).
→Kreuzzüge                       →Malteser-Orden
→Päpste, Innozenz III.

Papstschwert  (besondere Auszeichnung)

Es ist eine päpstliche Auszeichnung für Männer, die sich um die katholische Kirche besonders verdient gemacht haben. Das Papstschwert löste die „Goldene Rose“ ab, die als päpstliches Ehrengeschenk nach Einführung des Papstschwertes nunmehr Frauen vorbehalten bleibt. Praxis zzt. unbekannt.

Die Goldene Rose (besondere Auszeichnung)
Auch Papstrose, Tugendrose  (lat. Rosa aurea)

Sie ist eine päpstliche Auszeichnung. Die Rose ist eine aus Gold geschmiedete Blüte, die mit wohlriechenden Essenzen (Balsam, Weihrauch, Weihwasser) gefüllt ist. Jährlich wurde eine neue Rose durch einen Goldschmied im Auftrag des Papstes angefertigt, die dann am vierten Fastensonntag, dem Sonntag Lätare (Rosensonntag), einer Persönlichkeit, einem Staat, einer Stadt oder einer Organisation verliehen wurde, die sich um die katholische Kirche besonders verdient gemacht hatte.

Eine der ersten Goldenen Rosen schenkte Papst Urban II. 1096 dem Grafen von Anjou. Die Anfang 14. Jahrhundert von Papst Clemens V. dem Fürstbischof von Basel verliehene und im Musée de Cluny in Paris aufbewahrte Goldene Rose ist eines der frühesten erhalten gebliebenen Exemplare.

Ursprünglich war die Auszeichnung Männern vorbehalten. Als sie später aber auch auf Frauen überging, nannte man sie meist Tugendrose. Männer wurden seit dieser Zeit mit dem Papstschwert ausgezeichnet. 1925 wurde die belgische Königin Elisabeth vom Papst mit der Goldenen Rose geehrt. Die letzte Person, die die Tugendrose erhielt, war Grossherzogin Charlotte von Luxemburg im Jahre 1956. Die erste Tugendrose soll Königin Giovanna von Sizilien erhalten haben.

Abgaben:
Paul. VI. an: Fatima (1965), Guadelupe (1966), Aparecida in Brasilien (1976), El Cobre/Kuba (27.03.2012),

Papst Johannes Paul II. hat die besondere Auszeichnung an die grossen Wallfahrtsorte Tschenstochau, Loreto, Knock in Irland, Lourdes, Sameiro bei Baga in Portugal, Lima in Peru, Lujan in Argentinien und Montreal in Kanada vergeben.

Sein Nachfolger Benedikt XVI. zeichnete mit der  Goldenen Rose aus, z. B. Aparecida in Brasilien (Paul VI. und Benedikt XVI. 1976/2007), Mariazell/Oesterreich 2007. Am 19.10.2008 Abgabe an Maria vom Rosenkranz in Pompeji, an das Nationalheiligtum der Unbefleckten Empfängnis in Washington D.C. (2008), Unserer Lieben Frau von Bonaria in Cagliari/Sardinien (2008), Unserer Lieben Frau von Europa in Gibraltar (2008), Unserer Lieben Frau von Ta’Pinu auf der Insel Gozo /2010),  Altötting/Bayern.

OR Nr. 20 vom 19.05.2017, S. 9: Als Zeichen der Verehrung der Muttergottes hat Papst Franziskus ein besonderes Geschenk nach Fatima mitgebracht: die sogenannte Goldene Rose. Der vergoldete Silberrosenstrauss mit dem Wappen des Papstes ist eine besondere päpstliche Auszeichnung, die heute bedeutenden Wallfahrtsorten vorbehalten ist. Er besteht aus Rosenzweigen mit Blättern und Blüten, die früher oft mit wohlriechenden Essenzen – Balsam und Moschus (Riechstoff) – gefüllt waren.  Das Symbol der Goldenen Rose steht für Jesus Christus. Das Gold deutet auf seine Auferstehung hin, die Dornen auf die Passion. Papst Franziskus ist nach Paul VI. (1967) und Benedikt XVI. (2010) der dritte Papst, der die Goldene Rose nach Fatima brachte. Benedikt XVI. (2005-2013) widmete sie im Jahre 2007 auch dem österreichischen Nationalheiligtum Mariazell.

Klaus Schelle, Das Konstanzer Konzil (1414-1418), S. 91:
König Sigismund verlegte sich noch einmal aufs Verhandeln. Der Papst möge doch 2 deutsche Kardinäle ernennen. Papst Martin V. lehnte kühl ab: die maximale Zahl 24 sei am Konzil beschlossen, und diese sei vollständig. Eine quotenmässige Aufteilung auf die Nationen komme nicht in Betracht. Für des Sigismunds Auslagen bei der Konzilsleitung wurde ihm eine Abgabe auf deutsche Kirchenbesitzungen gewährt, von der er mutmasslich keinen Gulden gesehen hat. Auch der Hinweis, der Papst solle doch vorerst seinen Sitz in einer deutschen Stadt nehmen, da er unter den gegenwärtigen Umständen ja doch nicht nach Rom könne, wurde abgelehnt. Alles, was Sigismund erhielt, war die Goldene Rose. Diese päpstliche Auszeichnung, der Überlieferung nach erstmals von Leo IX. im Jahre 1406 vergeben, wurde alljährlich vom Papst am vierten Fastensonntag geweiht und einer um die Kirche verdienten Persönlichkeit, meist einem Fürsten, verliehen.

Ziel aller Auszeichnungen und Ernennungen des Heiligen Stuhles
OR Nr. 2 vom 15.01.2010, Ulrich Nersinger

Die Verleihung eines geistlichen oder weltlichen Ehrentitels durch den Papst, die Aufnahme in einen päpstlichen Ritterorden und die Auszeichnung mit einem Verdienstkreuz oder einer Medaille sind als Zeichen des Dankes zu verstehen, für Dienste, die dem Heiligen Stuhl und der Kirche in herausragendem Masse geleistet wurden.  Aber darüber hinaus kommt ihnen eine weitere Bedeutung zu. Sie nehmen ihre Träger in die Pflicht, sie fordern ein Bekenntnis zu den Idealen, für die sie stehen. Violette Gewandung, aufwendig gefertigte Kolliers, päpstliche Ordenskreuze und  Ehrenzeichen wollen daher mehr als Schmuck und Dekoration sein – sie sind bleibender Ansporn.

Kein Land empfängt so viele päpstliche Verdienstmedaillen wie die Schweiz
(Müller W., auf www.kipa-apic.ch)
Aus „Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am päpstlichen Hof“, Seite 142:

„In der Schweiz, dem Land Zwinglis und Calvins und verbreiteter Skepsis gegenüber dem Kirchenzentrum Rom, sind die päpstlichen Verdienstmedaillen ‚Bene merenti’ (dem, der sich verdient gemacht hat) so begehrt wie nirgends sonst“, stellte Walter Müller in einem Beitrag für die Nachrichtenagentur Kipa erstaunt fest. Über die Kriterien der Verleihung gab er an: „So kann im Bistum Basel, das jährlich gegen 30 Bene-merenti-Medaillen vergibt, eine Auszeichnung erhalten, wer während mindestens 40 Jahren als Chorleiter, Organist oder Chorpräsident, aber auch wer während des gleichen Zeitraums als Pfarreirat, Kirchgemeinderat oder Sakristan tätig war. Die Vergabe der päpstlichen Verdienstmedaillen ist in Basel nicht ohne Kostenfolge, denn der Antragsteller – Pfarrei, Kirchgemeinde, Chor – hat 450 Franken (Rechnung: 30 x 450 = CHF 13’500.00 jährlich) zu bezahlen.“ Angesichts eines gewissen inflationären (übermässige Ausgabe von Zahlungsmitteln) Verhaltens wurde dem Bischof von Lausanne, Genf und Fribourg vom Heiligen Stuhl im Jahre 2003 mitgeteilt, dass man künftig die Bene-merenti-Auszeichnung restriktiver (beschränkter) handhaben und ihm jährlich für seine Diözese nur noch 20 Medaillen zur Verfügung stellen werde. Der Schweizer Oberhirte hatte in den vergangenen 12 Jahren allein im Kanton Freiburg jährlich zwischen 7 und 74 Medaillen verteilt.
(Rechnung: im Jahr mit 74 Medaillen: 74 x 450 = CHF 33’300.00)
→Heilig- und Seligsprechungen, Kosten

Auszeichnungs-Praxis in der Päpstlichen Schweizergarde (Beispiele):

Auszeichnungen in der Schweizergarde (Stand August 2016):
– im   3. Dienstjahr:  Medaglia „Benemerenti“ (im Mai 2016 an 18 Gardisten)
– im   7. Dienstjahr: Croce „Pro Ecclesia et Pontifice“
– im 15. Dienstjahr: Cavalierato dell’Ordine di San Silvestro Papa
(Mit diesem Orden kann man sich im Vatikan als „Cavaliere“ anschreiben,
ansprechen oder im Vatikan-Telefonbuch vermerken lassen.)

  • Auszeichnungen an alt Wachtmeister (Leutnant) Albert Haag, 
    Schweizergarde von 1959 bis 1984, 25 Jahre Dienst beim Hl. Stuhl.
    Wohnhaft mit der Familie in Rom:
  • Benemerenti: Verdienstauszeichnung nach 6 Jahren Dienst (heute nach
    3 Jahren)
  • Pro Ecclesia et Pontifice: Verdienstauszeichnung nach 8 Jahren Dienst (heute nach  7 Jahren)
  • Silvesterorden, Ritter: Nach 13 Jahren Dienst; 5. Orden, 4. Klasse. Titel:
    Cavaliere
  • Gregoriusorden, Ritter: Nach 20 Jahren Dienst; 4. Orden, 3. Klasse (Cavaliere)

An alt Oberstleutnant Gregor Volken,
Schweizergarde von 1946 bis 1984, 38 Jahre Dienst beim Hl.  Stuhl:
Gestorben in Rom im März 2012, beerdigt in der Gardekapelle im
Stadtfriedhof Verano, Rom (wie seine Frau).
Verdienstauszeichnungen:

  • Benemerenti und Pro Ecclesia et Pontifice
  • Silvesterorden, Ritter:              Nach 18 Jahren Dienst, 5. Orden, 4. Klasse.
    Titel: Cavaliere
  • Gregoriusorden, Ritter:           Nach 20 Jahren Dienst, 4. Orden, 3. Klasse
  • Piusorden, Ritter:                    Nach 26 Jahren Dienst, 3. Orden, 5. Klasse
  • Silvesterorden, Komtur:          Nach 28 Jahren Dienst, 5. Orden, 3. Klasse.
    Titel: Commendatore
  • Gregoriusorden, Komtur:        Nach 31 Jahren Dienst, 4. Orden, 2. Klasse
  • Piusorden, Komtur:                 Nach 34 Jahren Dienst, 3. Orden, 4. Klasse

3.  An alt Major Peter Hasler,
Eintritt Schweizergarde 01.12.1966, Austritt 31.05.2009
(42 ½  Dienstjahre), jetzt als Gardearchivar tätig. Wohnhaft
im Vatikanstaat (Stand 2012):

Medaille Benemerenti 1971.  Nach 5 Jahren Dienst
Kreuz Pro Ecclesia et Pontifice 1972  (6)
Erinnerungsmedaille Hl. Jahr 1975 in Silber 1976
Silvesterorden, Ritter 1981  (15; 5. Orden, 4. Klasse).Titel: Cavaliere
Erinnerungsmedaille des Hl. Jahres 83/84, Silber 1985
Silvesterorden, Komtur 1986  (20; 5. Orden, 3. Klasse).Titel:   Commendatore
Gregoriusorden, Komtur 1990  (24; 4. Orden, 2. Klasse)
Silvesterorden, Komtur mit Stern 2003  (37; 5. Orden, 2. Klasse)
Erinnerungsmedaille 500 Jahre Schweizergarde   2006

OR vom 29. Mai 2009:
Nach über 42 Dienstjahren bei der Schweizergarde ist Major Peter Hasler in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Aus diesem Anlass hat in Papst Benedikt XVI. mit seiner Familie in Privataudienz empfangen. Major Hasler diente vier Päpsten, er begleitete sie auf insgesamt 36 Papstreisen und legte dabei 400 000 km zurück. – WA: Peter Hasler diente unter 4 Päpsten (Paul VI., Johannes Paul I. [33 Tage], Johannes Paul II., Benedikt XVI.) und unter 7 Kommandanten: Nünlist, Pfyffer Franz, Buchs, Estermann (10 Stunden), Segmüller, Mäder, Anrig.

Im Staat der Vatikanstadt gibt es über 40 praktizierte Titel (Telefonbuch).

HK, Ist die Kirche noch zu retten? S. 206:
Päpstliche Orden und römische Hoftitel haben in einer Kirche des Dienstes wenig Sinn.
Siehe  auch →Ehrentitel  →Telefonbuch  →Adel   →Malteserorden

OR Nr. 43 vom 26. Oktober 2012, S. 6:
Der Vatikan warnt vor nicht-anerkannten Ritterorden

Vatikanstadt. Der Vatikan hat die Katholiken vor kirchlich nicht anerkannten Ritterorden gewarnt. In einer Mitteilung des vatikanischen Staatssekretariats heisst es:

Klarstellung
Angesichts häufiger Bitten um Auskunft bezüglich der Einstellung des Heiligen Stuhles gegenüber den Ritterorden, die sich nach Heiligen benannt haben oder heiligen Namen tragen, hält es dieses Staatssekretariat für angebracht, zu bekräftigen, was es bereits in der Vergangenheit veröffentlicht hat:

Ausser den eigenen ordensritterlichen Auszeichnungen (Christusorden, Orden vom Goldenen Sporn, Piusorden, Gregoriusorden und Silvesterorden) erkennt der Heilige Stuhl nur zwei Ritterorden an und stellt sie unter Schutz, und zwar den Souveränen Malteser-Ritterorden – oder Souveränen Ritterorden des Hospitals vom hl. Johannes zu Jerusalem, Rhodos und Malta – sowie den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Dementsprechend sind keine Neuerrichtungen beabsichtigt.

Alle anderen Orden – ob sie neu eingerichtet seien oder sich von den mittelalterlichen herleiten – werden seitens des Heiligen Stuhles nicht anerkannt, da er für ihre historische und juristische Legitimität sowie die Integrität ihrer Ziele und ihrer organisatorischen Systeme nicht garantieren kann.

Um leider mögliche Irrtümer, auch aufgrund der unerlaubten Ausstellung von Dokumenten und der unrechtmässigen Nutzung von heiligen Orten, zu vermeiden und um die Fortsetzung von Verstössen zu verhindern, die zudem vielen gutgläubigen Personen zum Schaden gereichen, bekräftigt der Heilige Stuhl, dass er den ritterlichen Auszeichnungen und den entsprechenden Insignien, die bei den nicht anerkannten Vereinigungen ausgestellt werden, keinen Wert beimisst und die Nutzung von Kirchen und Kapellen zum Zweck der sogenannten „Investiturfeiern“ für unpassend erachtet.

SeetalerBote Nr. 4 vom 24. Januar 2013, S. 16:
Bischöfliche Ehrenmedaille

Kirchenchor Kleinwangen/LU. An der kürzlich abgehaltenen 102. GV des Kirchenchores gab es Grund zu feiern. Für 50 Jahre Singen im Chor durfte Maria Walthert-Dober die bischöfliche Ehrenmedaille „fidei ac meritis“ (Treue und auch Verdienst) entgegennehmen. (Diözese Basel)

Der Exgardist Nr. 68, S. 124, von lic. iur. Andreas Wicky (…)
Die Schweizergarde unter dem Ordensverbot der alten Bundesverfassung

Am 1. Januar 2000 trat in der Schweiz die neue Bundesverfassung (nBV) in Kraft, welche im Ergebnis eine Nachführung der in ihrem Kern auf das Jahr 1848 zurückgehenden ersten Grundordnung der Schweizerischen Eidgenossenschaft darstellt. Wichtige Elemente des materiellen Verfassungsrechtes, die im Text der alten BV fehlten, sind nun ausdrücklich in Worte bzw. Artikel gefasst, und umgekehrt wurden etliche im Laufe der Zeit als überflüssig oder verfassungsunwürdig empfundene Bestimmungen aus dem nun geltenden Verfassungstext weggelassen und stattdessen auf die hierarchisch tiefere Gesetzes- oder Verordnungsstufe verwiesen. Zu dieser Gruppe von Normen, die den Sprung in das neue schweizerische Grundgesetz nicht schafften, gehört eine ehemals zentrale Verfassungsvorschrift, die auch für die Angehörigen der Päpstlichen Schweizergarde nicht ohne Bedeutung war: das Ordensverbot des früheren Art. 12 BV:

123 Im schweizerischen Heer dürfen weder Orden getragen noch von auswärtigen Regierungen verliehene Titel geltend gemacht werden
124 Das Annehmen solcher Auszeichnungen ist allen Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten untersagt.

Die geltende Rechtslage für Schweizergardisten kann ehemals und sinngemäss wohl auch weiterhin (nach verschiedenen Interventionen und Gutachten im Laufe der Jahre) wie folgt zusammengefast werden:

  1. Während der aktiven Dienstzeit mit Wohnsitznahme im Vatikan ist der Gardist von einem Schweizerischen Ordensverbot vollständig ausgenommen.
  2. Mit der Rückkehr in die Schweiz lebt das Ordensverbot zumindest für diejenigen dekorierten Exgardisten wieder auf, die noch nicht aus der Militärdienstpflicht entlassen sind oder die im Bund oder in einem Kanton eine Position als Amtsträger annehmen, für welche Art. 12 BV bzw. eine nachfolgende Gesetzesnorm eine Unvereinbarkeit statuiert.
  3. Das Ordensverbot beschlägt aber auch weiterhin nur solche Auszeichnungen, die vom Papst als Regierungschef des Staates der Vatikanstaat verliehen worden wären. Meines Wissen aber gibt es – zumindest seit der Auflösung des Kirchenstaates im Jahre 1870 – keine derartigen weltlichen Orden mehr in der Vatikanstadt (WA: Der Staat der Vatikanstadt kennt keine Auszeichnungen.). Viel mehr sind sämtliche päpstlichen Orden offensichtlich als kirchliche Auszeichnungen etabliert.

Pius Segmüller (Ex-Kommandant der Schweizergarde), Im Dienste des Heiligen. Ein Gespräch mit Robert Biel, Paulus, 2014, S. 151
Ordensauszeichnung

Frage: „Für deinen Dienst an der Seite des Heiligen Vaters hast du verschiedene vatikanische Auszeichnungen bekommen. Könntest du uns sagen, welche das sind und was sie zu  bedeuten haben?“
Antwort von Pius Segmüller: „Im Zusammenhang damit muss ich dir etwas Eigenartiges sagen. Ich habe 3 Orden bekommen, aber frage mich bitte nicht, wie sie heissen, und frage mich bitte nicht, welche Bedeutung sie haben. Ich bin ein Schweizer und mir sagen diese Orden eigentlich wenig. Wenn mir zum Beispiel Johannes Paul oder sein Sekretär Dziwisz auf die Schulter geklopft  und gesagt haben: ‚Das haben Sie gut gemacht!‘, dann war das für mich wichtiger, zehnmal wichtiger als ein Orden. Diese werden zwar im Namen des Papstes verliehen, aber nach einem bestimmten Rhythmus oder Schema. Ich weiss, dass ich den dritten Orden vielleicht ein wenig schneller bekommen habe als alle anderen, und das hat mich gefreut. Ich wusste auch, dass der Heilige Vater mit mir und mit meiner Arbeit sehr zufrieden war, weil ich die Schweizergarde ein wenig reformierte und sie wieder einen guten Zusammenhalt gewonnen hatte. Und deshalb waren mir Worte diesbezüglich viel, viel wichtiger.“
(Anmerkung WA: Ein  Mitglied der Exgardisten-Sektion Basel sagt aus, dass +Altkommandant Dr. Franz Pfyffer von Altishofen (ausgetreten im Jahre 1982) seine erhaltenen Orden einem Ladengeschäft in Einsiedeln verschenkt hätte, die im Schaufenster (zum Verkauf) ausgestellt  waren. Der Exgardist hat dort nachgefragt und sie, nach eigener Aussage, selber gesehen.)

Ordensmänner und -frauen

Auch: →Priester  →Immobilien des Vatikans
Und nachfolgend

Ordensmänner
OR Nr. 11 vom 16. März 2010:

Der rückgängige Trend für Ordensbrüder, also Ordensangehörige ohne Priesterweihe, hat sich nach Angaben des „Annuario Pontificio“ im Jahre 2010 nicht fortgesetzt. Ihre weltweite Zahl blieb in etwa konstant; 2010 waren es 54’665, im Vorjahr 54’229.

Augustiner (OSA; Ordo Sancti Augustini, Orden des hl. Augustinus)
OR Nr. 5 vom 30. Januar 2015

P. Alejandro Moral Antón, Generalprior des Augustinerordens, wurde am 26. Januar 2015 von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen.
→Vatikan, Papstbote, Adressen Piazza Pio XII.

Dominikaner (OP; Ordo Praedicatorum, Predigerorden)
Kirche heute 20/2012 Mai

Offiziell heisst der Dominikanerordern „Ordo fratrum Praedicatorium“, OP, Orden der Predigerbrüder.  In Zürich oder Basel erinnert je eine Predigerkirche an eine frühere Niederlassung. Der im frühen 13. Jahrhundert vom heiligen Dominikus in Südfrankreich gegründete Orden hat die Verkündigung des Evangeliums zum Ziel. Die Brüder lebten zu Beginn als Wanderprediger in Armut. Der Orden brachte aber auch berühmte Theologen hervor wie Thomas von Aquin, Yves Congar oder Edward Schillebeeckx. Die Schweizer Provinz zählt gegenwärtig 64 Mitglieder. Der Dominikanerorden hat eine demokratische Verfassung. Alle Brüder tragen gemeinsam die Verantwortung für die Verwirklichung der Ziele der Ordensgemeinschaft. Alle Oberen werden auf Zeit gewählt. (as)

Katholische Wochenzeitung Baden/CH, 5/2015 Januar, S. 15, Religion – Quiz?
5. Welcher Orden wird scherzhaft „Hunde des Herrn“ genannt?
Die Dominikaner. Aus dem Lateinischen „Domini“ = Herr, und „Canes“ = Hund, entstand der scherzhafte Name „Hunde des Herrn“.

Krüger/Wallraff, Luthers Rom, 2010, S. 92
Der Orden des hl. Dominikus hatte sehr früh, schon zu Lebzeiten des Gründers, auch in Rom Fuss gefasst. Dier erste Kommunität (Bruderschaft) befand sich in S. Sisto weit ausserhalb des Zentrums, und schon 1222 bekam der männliche Zweig des Ordens eine der schönsten und ältesten Kirchen Roms zugewiesen, bei der die Ordensleitung bis heute ihren Sitz hat. Es ist die wunderbare frühchristliche Basilika S. Sabina auf dem Aventin. (…)

OR Nr. 32/33 vom 12.08.2016, S. 3
Dominikaner beim Papst
Papst Franziskus hat am 31. Juli 2016 Mitglieder des Dominikanerordens zum Abschluss ihres Generalkapitels empfangen. Mit Blick auf die Anerkennung des Ordens vor 800 Jahren dankte der Papst für dessen stete Zusammenarbeit mit dem Heiligen Stuhl „im Geist des treuen Dienens“. Zugleich rief er die Gemeinschaft auf, ihre Grundelemente Predigt, Glaubenszeugnis und Nächstenliebe lebendig zu halten. Dem männlichen Zweig der Dominikaner gehören knapp 5’800 Brüder in weltweit 552 Konventen an. Franziskus erinnerte an den  Ordensgründer, den heiligen Dominikus von Caleruega (1170-1221), der in Armut den christlichen Glauben gegen die Irrlehren der Zeit durch Wort und Tat verkünden wollte. Er betonte, eine gute Predigt müsse die Herzen der Menschen erreichen. Unerlässlich seien eine angemessene theologische Bildung, Wirklichkeitsnähe und die Bereitschaft, dem „Gottesvolk Gehör zu schenken“, so der Papst. Der Orden hatte im vergangenen November ein Festjahr begonnen, das noch bis 21. Januar 2017 dauert. Als Anlass wählten die Dominikaner nicht das eigentliche Gründungsdatum, sondern die päpstliche Bestätigung der Ordensregel durch Honorius III. im Jahre 1216. Am Jubiläums-Generalkapitel in Bologna hatten vom 15. Juli bis 4. August 2016 die Leiter der Ordensprovinzen teilgenommen. Die Wahl einer neuen Ordensleitung steht erst 2019 an.
→Kleidung und Amtsstücke des Papstes
→Priester

Benediktiner  (OSB; Ordo Sancti Benedicti; Orden des hl. Benedikt)

OR Nr. 28 vom 13. Juli 2012, S. 3:
Sarnen. Die Schweizer Benediktinerinnen und Benediktiner präsentieren sich gemeinsam auf einer neuen Homepage. Auf den 34 Seiten der mit zahlreichen Bildern illustrierten Homepage www.benediktiner.ch  erhalten Interessierte Informationen über den Ordensgründer Benedikt von Nursia und die 13 Frauen- und die 7 Männerklöster des Ordens in der Schweiz sowie über das Leben in der Gemeinschaft. Der Inhalt der Homepage ist auch in Form einer Broschüre erhältlich.

Hinweis: www.benediktiner.ch; die Broschüre kann bestellt werden beim Kloster Disentis, Klosterpforte, 7180 Disentis

Jürgen Erbacher, Der Vatikan, Das Lexikon, S. 62
Benediktiner

Die Benediktiner sind der älteste Orden der lateinischen Kirche. Die Wurzeln liegen im antiken Mönchtum. Gründer ist der heilige Benedikt (480-547). Er gründete 529 das Kloster Montecassino/Italien und verfasste die nach ihm benannte Benediktsregel, die eine ständige Anwesenheit im Kloster (stabilitas) vorsieht und vielen durch die Kurzformel „ora et labora“ – bete und arbeite – bekannt ist. Ein wichtiger Bestandteil des klösterlichen Lebens  der Benediktiner ist das Gebet. – Der Abtprimas hat seinen Sitz in der Primatialabtei Sant’Anselmo in Rom (Aventinhügel). Der Konföderation gehören heute 21 selbständige Kongregationen mit über 600 Klöstern weltweit an. Es gibt rund 30’000 Nonnen und 9’000 Mönche.

OR Nr. 37 vom 16.09.2016, S. 3
Gregory Polan neuer Abtprimas der Benediktiner

Abtprimas Notker Wolf (76) hat nach 16 Jahren sein Amt an der Spitze des Benediktinerordens niedergelegt. Sein Nachfolger ist Abt Gregory Polan (66) von der Abtei Conception im amerikanischen Bundesstaat Missouri. Rund 250 Äbte wählten ihn am Samstag, 10. September 2016, in Rom zu Wolfs Nachfolger. Polan nahm die Wahl an und ist damait zehnter Abtprimas der benediktinischen Konföderation. (…)

Katholische Wochenzeitung Baden 44/2017 November, S. 11
Schweizer Benediktiner wird Abt in Südtirol

Mit Beda Szukics ist am Dienstag, 24.10.2017,  ein Schweizer mit ungarischen Wurzeln zum neuen Abt des Benediktinerklosters „Muri-Gries“ in Bozen gewählt worden. Er war bereits Novize im selben Kloster. Kurz nach 10 Uhr läuteten am Dienstag die Glocken die Glocken der Stiftspfarrkirche von „Muri-Gries“.
Im Aargau aufgewachsen. Szukics wurde in Liestal BL geboren und auf den Namen Stefan getauft, wie er auf Anfrage von „kath.ch“ schreibt. Sein Vater stammt aus Ungarn und war beim Aufstand von 1956 geflüchtet. Seine Mutter ist Schweizerin. Aufgewachsen ist Szukics in Klingnau AG. 1979 schloss er das Gymnasium in Baden mit der Matura ab. Im selben Jahr trat er ins Kloster „Muri-Gries“ in Bozen ein und begann das Noviziat. Nach der einfachen Profess studierte Szukics  Theologie an der benediktinischen Hochschule Sant’Anselmo in Rom und schloss 1985 ab. 1986 wurde er zum Priester geweiht.
Zurück in der Schweiz, lebte er im Priorat in Sarnen, das zum Kloster „Muri-Gries“ gehört. Nach einem Jahr Berufseinführung in Luzern übernahm Szukics im Benediktiner-Kollegium die Aufgaben als Präfekt im Internat und als Religionslehrer an der Kantonsschule. Ab 2002 war er Verwalter und ab 2009 Prior der Gemeinschaft in Sarnen.
Nachfolger von Benno Malfèr. Szukics‘ Vorgänger, Benno Malfèr, war am 29. August überraschend im 71. Lebensjahr in Bozen gestorben. Er hatte seit 1991 als Abt dem Benediktinerkloster von „Muri-Gries“ in Bozen vorgestanden. – Das Kloster „Muri-Gries“ gehört zur Schweizerischen Benediktinerkongregation. Diese wurde 1602 gegründet und besteht heute aus den Klöstern Einsiedeln SZ, Fischingen TG, Engelberg OW, Disentis GR, Mariastein SO sowie den in Südtirol (Italien) gelegenen Klöstern „Muri-Gries“ und Marienberg.

Franziskaner (OFM; Ordo Fratrum Minorum, Orden der minderen Brüder)
Siehe unter „Finanzen in der Weltkirche“: Franziskanerorden vor dem Konkurs

OR Nr. 42 vom 20.10.2017, S. 2
Papst bekräftigt Auftrag der Franziskaner im Heiligen Land

Vatikanstadt/Jerusalem. Die christlichen Stätten im Heiligen Land sollen nach dem Willen des Papstes weiterhin von Franziskanern betreut werden. In einem am Dienstag, 17.10.2017, veröffentlichen Brief an den Kustos (Vorsteher) des Franziskanerordens in Jerusalem, P. Francesco Patton OFM, bekräftigte Franziskus einen entsprechenden Auftrag, den sein Vorgänger Clemens VI.(1342-1352) mit der Bulle „Gratias agimus“ 1342 dem Bettelorden erteilt hatte. Die Franziskaner feiern in diesem Jahr ihre 800-jährige Präsenz im heutigen Israel und den angrenzenden Ländern.
Franziskus rief die Franziskaner im Heiligen Land dazu auf, sich um Arme und Bedürftige, besonders aber um Jugendliche zu kümmern; diese drohten in einem noch immer friedlosen Kontext ihre Hoffnung zu verlieren. Die Ordensmitglieder sollten weiterhin als „einfache und arme“ Brüder in Verbundenheit mit dem Papst an der Seite von Angehörigen der unterschiedlichen Kulturen, Ethnien und Religionen leben und „Frieden, Brüderlichkeit und Respekt säen“. Unter den Einsatzfeldern der Franziskaner hob der Papst neben der Pilgerseelsorge auch die archäologische Forschung und die Bibelwissenschaft hervor.
Gegenwärtig sind in Einrichtungen der Franziskaner-Kustodie (regionale Organisationseinheit) rund 300 Ordensmitglieder aus mehr als 30 Ländern tätig. Insgesamt fallen 70 Heiligtümer in die Zuständigkeit des Ordens, dazu 15 Schulen mit mehr als 10’000 Schülern sowie 23 Pfarreien.

Jesuiten (SJ; Societatis Jesu, Gesellschaft Jesu)

OR Nr. 39 vom 30.09.2016, S. 11
Generalkongregation der Jesuiten wählt neue Ordensleitung

Der Jesuitenorden eröffnet am Sonntag, 2. Oktober 2016, in Rom seine Generalkongregation. Es handelt sich dabei um das höchste kollektive Leitungsorgan des fast 500 Jahre alten Ordens, dem auch Papst Franziskus angehört. Beim Eröffnungsgottesdienst am 2. Oktober, 1730 Uhr, in der Kirche Il Gesù werden 215 Ordensleute aus der ganzen Welt konzelebrieren, wie die Jesuitenkurie in Rom mitteilte. Die Ordensoberen der Jesuiten treten in den folgenden Tagen in der Kongregationsaula am römischen Borgo Santo Spirito (⇒Hauptregister ‚Vatikan‘, Papstbote, Hausnummern Conciliazione und Adressen Borgo Santo Spirito) zu ihrer Vollversammlung zusammen und werden dann auch einen neuen Generaloberen wählen.
Der amtierende Ordensgeneral, Pater Adolfo Nicolás Pachón (80), hatte bereits vor 2 Jahren angekündigt, 2016 sein Amit niederlegen zu wollen. Normalerweise amtiert der Generalobere der Jesuiten, der wegen seiner einstigen Machtfülle auch „schwarzer Papst“ genannt wird, auf Lebenszeit. Erstmals trat 2008 mit Peter Hans Kolvenbach (1983-2008) ein Jesuitengeneral vorzeitig von der Ordensleitung zurück. Nach einem Schlaganfall von General Pedro Arrupe (1964-1981) setzte Papst Johannes Paul II. bis zu Arrupes Tod 1983 zwei Stellvertreter ein. (…)
In Österreich leben und arbeiten gegenwärtig knapp 90 Jesuiten. Zu ihren Aufgaben zählen die Exerzitien- und Bildungsarbeit, vor allem im Kardinal-König-Haus in Wien, die Arbeit an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck und in der Priesterausbildung im Collegium Canisianum sowie verschiedene pastorale und soziale Tätigkeiten in Wien, Linz, Steyr und Graz. Das früher jesuitische „Kollegium Kalksburg“ in Wien wird jetzt von der „Vereinigung von Ordensschulen Österreich“ geführt, das „Kollegium Aloisianum“ in Linz-Freinberg von einem Schulverein.
Zu dem weit gestreuten Arbeitsfeld der Jesuiten gehören auch Berufe wie Schriftsteller, Sozialarbeiter, geistliche Begleiter, Manager, Pfarrer, Jugendarbeiter und vieles andere mehr.
→Jesuiten-Orden

Kapuziner (OFMCap; Ordo Fratrum Minorum Capucinorum, Orden der minderen Brüder Kapuziner)
Kirche heute 40-42/2013 September, S. 23, Petra Mühlhäuser, Kipa
Spirituelle Wellness mit Seesicht. Bei den Kapuzinern in Rapperswil SG/CH gehen Brüder und Gäste ein und aus (Kloster direkt am Zürichsee).

Rund 200 Gäste pro Jahr nutzen das Angebot „Kloster auf Zeit“ bei den Kapuzinern in Rapperswil. Viele kommen zudem wegen der übrigen spirituellen Angebote ins Kloster am See. (…) www.klosterrapperswil.ch

Kirche heute 21/2017 Mai, S. 2
Kapuziner schliessen Kloster Brig

Die Schweizer Kapuziner schliessen ihr Kloster in Brig im Oberwallis. Auch die Niederlassung in Andermatt und am Wallfahrtsort Heiligenkreuz im Entlebuch werden aufgegeben. Ab 2018 wird der Orden noch an den 6 Klosterstandorten Luzern, Mels, Olten, Rapperswil, Schwyz und Wil mit ihrer jahrhundertealten Geschichte vertreten sein, ausserdem gibt es eine Niederlassung in Zürich. Die 8 zumeist betagten Brüder der Klostergemeinschaft Brig werden in andere Gemeinschaften des Ordens ziehen. Die Zukunft der Klosterliegenschaften ist noch offen. Für den Leiter der Schweizer Kapuzinerprovinz, Bruder Agostino Del Pietro, steht fest, dass auch mit diesen kommenden Schliessungen die Veränderungen im Orden noch nicht abgeschlossen sind. Die knapp 100 Kapuziner in der Schweiz haben einen Altersdurchschnitt von 75 Jahren. (kath.ch)

Salesianer (SDB; Societas Sancti Francisci Salesii, Salesianer Don Boscos)
OR Nr.  30/31 vom 22.. Juli 2012, S. 1:
Salesianer investieren verstärkt in Hochschulbildung

Quito. Die Salesianer Don Boscos in Ecuador haben es sich zum Ziel gesetzt, jungen Menschen aus den ärmsten Gesellschaftsschichten verstärkt Zugang zu einer Hochschulausbildung zu ermöglichen. An der 1994 gegründeten Salesianer Universität UPS (Universidad Politecnica Salesiana) studieren mittlerweile an die 19’000 Studenten. Bald sollen es 20’000 sein, wie Rektor P. Javier Herran bei einer Pressekonferenz in Wien berichtete. Die Universität hat Standorte in drei Städten (Quito, Guayaquil und Cuenca), acht Aussenstellen und darüber hinaus weitere kleine Einrichtungen im ganzen Land. „Wenn die Studenten nicht zur Universität kommen können, dann kommt die Uni zu ihnen. Wenn es sein muss, auch mit dem Kleinflugzeug ins Amazonastiefland“, so P. Javier.

30 % der Studierenden kommen aus den ärmsten Bevölkerungsschichten,  auch aus indigenen Völkern, 55 % aus der Mittelschicht. 70 % der Studenten seien die ersten aus ihren Familien, die eine Hochschule besuchen könnten, berichtete der Salesianerpater. Die Universität bietet insgesamt 27 Studiengänge an, die meisten davon im technischen Bereich.

Ziel der Universität und der Salesianer sei es, für ein gerechteres und solidarisches Ecuador zu arbeiten. (…)

OR Nr. 13 vom 28.03.2014, S. 3
Der Spanier Don  Angel Fernandez Artime (53) wurde zum neuen Generaloberer der Salesianer gewählt.

OR Nr. 51/52 vom 21.12.2012
Bethlehem. Die Salesianer Don Boscos betreiben seit mehr als 80 Jahren eine Bäckerei in Bethlehem. Täglich werden an die 200 ärmsten Familien jeweils rund 5 Laib Brot gratis verteilt. „Unsere Türen stehen allen offen, egal welcher Herkunft oder Religion“, nach diesem Motto wirken die Salesianer Don Boscos seit 1891 in Bethlehem.

OR Nr. 46 vom 16. November 2012, S. 3:
Orden bemühen sich um mehr Glaubwürdigkeit

Wien. Das Bemühen um ein glaubwürdiges christliches Leben in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft steht im Mittelpunkt der kommenden Herbsttagung der österreichischen Ordensgemeinschaften. Vom 19. bis 21. November 2012 beraten im Wiener Kardinal-König-Haus die Verantwortlichen für Spital- und Pflegewesen, Mission, Kulturgüter und Schulen aus den Männer- und Frauenorden über aktuelle Entwicklungen. Zudem tagen das Präsidium der Vereinigung der Frauenorden und die Generalversammlung der Superiorenkonferenz. Am 20. November steht der „Ordenstag“ unter dem Motto „Unsere Zeit ist Gottes Zeit: Wie leben wir das glaubwürdig?“ Informationen zum Programm der „Herbsttagung“
unter www.kath-orden.at

OR Nr. 37 vom 13.09.2013, S. 8
Kurz notiert

Rom. Der spanische Augustiner Alejandro Moral ist neuer Generalprior seines Ordens. Das Generalkapitel, das sich in Rom versammelt hatte, wählte ihn am 4. September 2013 zum Nachfolger des US-Amerikaners Robert Prevost, der nach zwei sechsjährigen Amtszeiten nicht erneut kandidieren konnte. Moral war nach Angaben des Ordens in den vergangenen Jahren für das Sekretariat „Gerechtigkeit und Frieden“ der Augustiner zuständig.
OR Nr. 5 vom 30. Januar 2015, S. 4: P. Alejandro Moral Antón am 26.01.2015 in Privataudienz bei Papst Franziskus.

OR Nr. 45 vom 08.11.2013, S. 4

Katholische Orden verlieren nach vatikanischen Schätzungen jedes Jahr weltweit mehr als 3’000 Mitglieder durch Austritte. Diese Zahl für die Jahre von 2008 bis 2012 nennt der Sekretär der Kongregation für die Ordensleute, Erzbischof José Rodriguez Carballo, in einem Gastbeitrag für die italienische Tagesausgabe unserer Zeitung. Vor allem junge Menschen verliessen ihren Orden. Es handele sich um ein besorgniserregendes Phänomen, so der Erzbischof. Hauptgrund für einen Austritt ist nach Carballos Angaben eine Entfremdung von dessen Gemeinschaftsleben. Die tieferen Ursachen seien jedoch Schnelllebigkeit und Unverbindlichkeit der Moderne, heisst es in dem Beitrag.

OR Nr. 14 vom 04.04.2014, S. 3
Anwärter für Orden mangelhaft vorbereitet

Papst Franziskus beklagte eine mangelhafte Vorbereitung von Anwärtern für katholische Ordensgemeinschaften. Bisweilen werde die Berufung zum geweihten Leben mit der Entscheidung für einen Freiwilligendienst verwechselt, sagte der Heilige Vater am 31. März vor der Leitung des Salesianerordens.

OR Nr.  24 vom 13. Juni 2014, S. 12
Die Planungen für das bevorstehende „Jahr der Orden“ gehen voran. In der vergangenen Woche haben mehr als 100 Generalobere von katholischen Männerorden über Organisation und Gestaltung des von Papst Franziskus ausgerufenen Themenjahrs beraten. Weitere Schwerpunkte der 83. Versammlung der „Union der Generaloberen“ war die Nachlese der Begegnung mit Papst Franziskus im Novembers vorigen Jahres sowie die bevorstehende Bischofssynode  zur Familienseelsorge. Die dreitägige Konferenz stand unter dem Thema „Weckt die Welt auf“. Diese Worte hatte Franziskus im November an die Generaloberen gerichtet.

OR Nr. 49 vom 5. Dezember 2014, S. 4
Papst Franziskus hat die katholischen Ordensgemeinschaften zur inneren Erneuerung aufgerufen. Sie dürften keine Angst haben, neue Wege zu beschreiten und überkommene Gewohnheiten und Formen abzuwerfen, sagte er vor Mitgliedern der Kongregation für die Ordensleute. Es gebe bestimmte Strukturen in den Orden, die ihren Mitgliedern eine falsche Sicherheit vermittelten und eine freie Entfaltung der Nächstenliebe verhinderten. Die Orden dürften sich nicht von den einfachen Gläubigen entfernen, denen sie die Botschaft Jesu bringen müssten, so der Papst. Die Vollversammlung der vatikanischen Ordenskongregation stand unter dem Motto „Neuer Wein in neuen Schläuchen“ und endete am Tag, bevor das Jahr der Orden feierlich eröffnet wurde.

OR Nr. 10 vom 6. März 2015, S. 7
Europäischer Bürgerpreis für Orden der Barmherzigen Brüder

Brüssel. Der Orden der Barmherzigen Brüder erhielt in Brüssel den „Europäischen Bürgerpreis“ für das Jahr 2014. Generalprior Pater Jesus Etayo Arrondo hat die undotierte Auszeichnung von den höchsten Amtsträgern des Europäischen Parlaments entgegengenommen, wie die Ordensleitung mitteilte. Mit dem Preis ehrt das EU-Parlament jedes Jahr Einzelpersonen oder Institutionen, die in besonderer Weise das Zusammenleben und die Integration zwischen den Völkern der EU durch konkrete Aktionen gefördert haben. Dabei sollten die Werte der menschlichen Würde, der Solidarität und der Toleranz in die Praxis umgesetzt werden. Ausserdem werden besonders verdienstvolle Aktionen in Betracht gezogen, die von Bürgern oder Organisationen der EU für Drittländer durchgeführt werden. – Der Preis sei dem Orden nicht nur aufgrund seiner 500-jährigen Geschichte im Dienst an Millionen kranker, behinderter, alter und armer Menschen in Europa und weltweit anerkannt worden, heisst es in der Mitteilung des spanischen Europaparlamentariers Gabriel Mato. Vor allem werde der „heldenhafte Einsatz“ der Brüder und ihrer Mitarbeiter im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika gewürdigt. Die Hilfe für die von der Epidemie betroffenen Menschen in Sierra Leone führte zum Tod von 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter den Ärzten und dem Pflegepersonal. Zudem starben eine Missionsschwester und vier Brüder.

OR Nr. 11 vom 13. März 2015, S. 11
Salvatorianer öffnen römische Ordenszentrale für Besucher

Rom-Besucher erwartet künftig unweit des Petersplatzes ein weiterer Kunstgenuss. Der Salvatorianerorden öffnete ab 11. März 2015 seine Ordenszentrale im Palazzo Cesi-Armellini für Pilger und Touristen. Der prachtvolle Palast in der Via della Conciliazione 51 (linke Seite Richtung Petersplatz) wurde Anfang des 16. Jahrhunderts für Kardinal Francesco Armellini erbaut und später von den Gebrüdern Angelo (Bischof) und Pier Donato (Kardinal) Cesi gekauft und renoviert (Ende 16. Jahrhundert). – Zu besichtigen sind neben kostbaren Fresken unter anderem die Bibliothek, ein Museum, das dem Ordensgründer Franziskus Jordan (1848-1918) gewidmet ist sowie die Dachterrasse mit einem spektakulären Blick auf die Kuppel des Petersdomes. Der Palazzo ist seit 1895 Ordenszentrale der 1883 gegründeten Salvatorianer. Während der deutschen Besetzung Roms im 2. Weltkrieg fanden in der Ordenszentrale Juden, Partisanen und verfolgte italienische Politiker Zuflucht. Geöffnet ist der Palazzo montags, mittwochs und freitags, jeweils von 10 bis 12.30 Uhr sowie mittwochs zusätzlich von 14.30 bis 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Salvatorianer bitten jedoch um eine Spende für ihre Arbeit in Afrika, Asien und Lateinamerika. (Siehe Startseite unter dem Register „Vatikan“, Papstbote, Hausnummern Conciliazione)

OR Nr. 12/13 vom 20. März 2015, S. 6
Vor 150 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“. Damit ist sie die älteste noch erscheinende katholische Kulturzeitschrift deutscher Sprache. Die „Stimmen“ stehen für einen offenen Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft. Die Zeitschrift beteiligt sich an innerkirchlichen Debatten und bringt sie mit renommierten Autoren in politische, kulturelle und gesellschaftliche Diskussionen ein.

OR Nr. 17 vom 24.04.2015, S. 7
Internationale Tagung über Ordensarchive

Rund 100 Ordensvertreter, Archivare, Theologen und weitere Experten aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Südtirol sind im Schloss Puchberg bei Wels zusammengekommen, um neue Herausforderungen für Ordensarchive zu diskutieren. Einig waren sich die Teilnehmer der Tagung, dass es noch einer viel stärkeren Zusammenarbeit zwischen den Archiven auch über Ländergrenzen hinweg bedürfe. Irmgard Becker, Vorsitzende des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare, bezeichnete die digitale Welt als grösste aktuelle Herausforderung für Ordensarchive. (…) – Allein in Österreich gibt es rund 200 Frauen- und Männerorden, von denen viele über wertvolle Archivbestände verfügen.

OR Nr. 20 vom 20. Mai 2016, S. 7
(…) Die Internationale Vereinigung der Generaloberinnen repräsentiert einen Grossteil der weltweit rund 700’000 katholischen Ordensfrauen. Sie machen mehr als zwei Drittel der insgesamt rund 900’000 Ordensleute aus. (…)

OR Nr. 21 vom 27.05.2016, S. 1
Vatikan prüft Errichtung von Ordensgemeinschaften

Der Vatikan bindet die Zulassung neuer Orden stärker an sich. Künftig ist die Errichtung einer Ordensgemeinschaft auf Diözesanebene nur dann kirchenrechtlich gültig, wenn zuvor ein Gutachten der vatikanischen Ordenskongregation eingeholt wurde. Das geht aus einem päpstlichen Erlass hervor, den der Vatikan veröffentlichte. Die Regelung tritt am 1. Juni 2016 in Kraft. (…)

OR Nr. 41 vom 14.10.2016, S. 4
Papst Franziskus hat am 10. Oktober 2016 die Generalversammlung des Pallottiner-Ordens im Vatikan empfangen. In seiner Ansprache würdigte er den Ordensgründer, den heiligen Vinzenz Pallotti (1795-1850), als „leuchtenden und inspirierenden Orientierungspunkt in der Kirche“. Zugleich lobte er die enge Zusammenarbeit von Laien und Priestern in der „Vereinigung des katholischen Apostolats“.

Kirche heute 43/2016 Oktober, S. 2
Nichteuropäer an Spitze der Jesuiten

Der grösste Männerorden der katholischen Kirche hat ein neues Oberhaupt: Arturo Sosa Abascal (67) aus Venezuela ist der erste nichteuropäische Jesuiten-Generalobere. Sosa folgt auf den Spanier Adolfo Nicolas, der von dem Amt auf Lebenszeit zurückgetreten war. Die „Gesellschaft Jesu“ hat nach eigenen Angaben weltweit 16’400 Mitglieder. Sie unterhält Universitäten und Schulen, ausserdem einen eigenen Flüchtlingsdienst. Zusätzlich zu den drei klassischen Ordensgelübden Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam versprechen die Jesuiten, dass sie sich vom Papst in die Pflicht nehmen lassen. Erstmals ist mit Papst Franziskus seit 2013 ein Jesuit Oberhaupt der katholischen Kirche.

OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 3
Katholische Orden sollten nicht alles verkaufen

Katholische Orden sollten sich nach den Worten von Papst Franziskus nicht vorschnell von Besitz oder wirtschaftlichen und sozialen Unternehmungen trennen. Treue zu ihrem geistlichen Auftrag bedeute nicht automatisch, alles zu verkaufen oder stillzulegen, heisst es in einer päpstlichen Botschaft an Ordensleute. Nötig sei eine sorgfältige Einzelfallprüfung, die „den Blick fest auf Christus richtet, mit offenen Ohren für seine Worte  und die Stimme der Armen“, so der Papst. Ausschlaggebend dafür, ob sich ein Orden aus Unternehmungen und Projekten zurückziehe oder nicht, dürfe allein sein geistlicher Auftrag sein, nicht die Rendite.
In manchen Fällen könne dies dazu führen, dass Orden sich auch aus verlustreichen Projekten nicht zurückzögen, weil sie den schwächsten Gliedern der Gesellschaft zugutekämen, erklärte Franziskus. Als Beispiele nannte er das Engagement für Kranke, Behinderte, Neugeborene, Alte und Arme. Adressaten der Botschaft waren rund 1’000 Wirtschaftsbeauftragte von Orden und Klöstern, die zu einem internationalen vatikanischen Kongress nach Rom gereist waren.

OR Nr. 8 vom 24.02.2017, S. 3
Besonnene Reformen bei katholischen Orden

Papst Franziskus hat katholische Orden erneut zu Reformen aufgerufen. „Wir müssen vorwärtsgehen, mit den neuen Erfordernissen, mit den neuen Herausforderungen“, sagte er am Samstag, 18.02.2017, vor Ordensleuten im Vatikan. Eine Überarbeitung der Ordensregeln dürfe jedoch nie das geistliche Erbe des jeweiligen Gründers und die Tradition des Ordens ausser Acht lassen, so Franziskus. Orden könnten ihrem Auftrag in der heutigen Zeit nur gerecht werden, wenn sie die Erinnerung an ihre Gründer und Grossen, aber auch an die Sünden der Vergangenheit pflegten. Sie müssten dem Erbe des Gründers treubleiben und gleichzeitig ein offenes Herz für die neuen Bedürfnisse der Menschen haben. Dieses stetige Spannungsverhältnis gelte es auszuhalten.
Franziskus äusserte sich vor dem Generalkapitel der Marianer, das  in der vergangenen Woche im Rom tagte.

Katholische Wochenzeitung Baden 10/2017 vom 10.03.2017, S. 14
Die geheimache Macht der Jesuiten

Mit Papst Franziskus hat ein Jesuit die Macht im Vatikan übernommen. Kein anderer religiöser Orden ist so umstritten und geheimnisumwittert. Aus vielen Ländern wurden die Jesuiten deshalb im Laufe der Geschichte vertrieben, schliesslich sogar vom Papst verboten – dem sie doch Gehorsam bis in den Tod gelobt hatten. Dennoch hat der Jesuitenorden in den vergangenen 500 Jahren die geistige und politische Entwicklung in vielen Teilen der Welt geprägt. Ist nun mit der Wahl eines jesuitischen Papstes ein langgehegter Plan in Erfüllung gegangen? Hat damit eine geheime Kampftruppe des „schwarzen Papstes“, des Jesuitengenerals, im Vatikan die Macht ergriffen, wie ihre Kritiker behaupten? Was verbirgt sich wirklich hinter der Fassade dieser militärisch angelegten Organisation, und welche Rolle spielen die Jesuiten tatsächlich in der Geschichte?
3Sat, 16.03.2017, 17.45 – 18.30 Uhr

OR Nr. 11 vom 17.03.2017, S. 9
Orden stärken Fokus auf Kulturgüter in den Klöstern

Wien. Die katholischen Orden wollen ihre Anstrengungen verstärkt dem Erhalt und der Vermittlung christlicher Kultur – und im Speziellen auch den Kulturgütern in den eigenen Klöstern – widmen. In den Niederlassungen der Gemeinschaften schlummern „unschätzbare Werte“, die vermehrt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, legte Abtpräses Christian Haldinger, der Vorsitzende der Superiorkonferenz der Männerorden, in einem Pressegespräch in Wien dar. Zu diesem Zweck wurde unter dem Schlagwort „KulturÖffnet“ eine Reihe neuer Initiativen in den Klöstern wie auch auf Österreich-Ebene gestattet.
Auseinandersetzung mit christlicher Kultur sei notwendig, um kirchliche Kunst überhaupt zu verstehen, verdeutlichte Helga Penz, die Leiterin des Referats für die Kulturgüter der Orden. Dieses Wissen verschwinde jedoch zunehmend aus dem Bildungskanon: Immer wieder müsse sie Schülern bei Stiftsführungen erklären, was ein Kreuz ist, „weil die Kinder es nicht mehr wissen“, und auch erwachsene Kunstinteressierte bräuchten oft eine Darlegung, was ein Altar ist. Verkomme christliche Kultur zum vagen Begriff, werde sie vereinnehmbar, warnte die Historikerin. So erst könnten Rechtspopulisten mit dem Kreuz in er Hand zur „Rettung des christlichen Abendlandes“ aufrufen – ein Praxis, deren Bedeutung man „genau hinterfragen“ müsse.
Die Orden möchten auch hier Aufklärung schaffen und „Kultur im weitesten Sinne in Diskurs (eifrige Erörterung) halten, wie Penz formulierte. Grundkenntnisse seien auch über das Ordensleben wichtig, handle es sich dabei doch um eine „kirchliche Subkultur (Kulturgruppe innerhalb eines übergeordneten Kulturbereichs) mit enormer Wirkung“: Mit vergleichsweise winziger Zahl – derzeit rund 5’300 – hätten Ordensleute in Österreichs Geschichte „unglaublich viel verändert“: „Bis heute sind die Orden grösster privater Schul- und Spitalserhalter und haben einen enormen sozialen Impact“/“Stoss“, betonte die Kulturgüter-Expertin. Ebenso seien Klöster heute aller anderslautender Vorhersagen zum Trotz „mehr denn je“ zentrale Orte der Spiritualität, wie sich in stets neuen Angeboten  zeige.

OR Nrn. 15/16 vom 14.04.2017, S. 5
(…) Analog die Entwicklung bei der Anzahl Ordensleuten: Die Zahl der Ordensmänner ohne Priesterweihe ging seit 2010 leicht (um 0,8 %) auf 54’229 zurück, die der Ordensfrauen gar um 7,1 % auf 670’320. Auch hier verzeichnen Afrika und – abgeschwächt – Asien einen gegenläufigen Trend, vor allem bei den weiblichen Orden. So kann Afrika aktuell 71’567 Ordensfrauen vorweisen, 7,8 % mehr als vor 5 Jahren.

OR Nr. 17 vom 28.04.2017, S. 3
Papst Franziskus würdigt Maristen-Orden

Der Papst hat das pädagogische Engagement der Maristen-Schulbrüder gewürdigt. Kinder zu erziehen sei „Ausdruck der Güte und der Barmherzigkeit Gottes“, heisst es in einer Botschaft des Heiligen Vaters an den Orden. In der Erziehung müssten der „Fussabdruck“ und die Liebe Gottes sichtbar werden, so Franziskus. Die Aufgabe des Erziehers erfordere fortwährende Hingabe, die Opfer verlange.
„Erziehung  ist für das Kind das, was für das Feld die Bestellung ist“, zitierte der Papst Ordensgründer Marcellin Champagnat. Dies darf jedoch nach Auffassung des Papstes kein einseitiger Prozess sein. Die in der Erziehung tätigen Ordensleute müssten auch stets an sich selbst arbeiten. Anlass des Schreibens an den Ordensoberen der Maristen-Schulbrüder, P. Emil Turú Rofes, war deren Gründung vor 200 Jahren. Der 1817 gegründete Orden zählt heute 3’100 Mitglieder. Er engagiert sich vor allem in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen und unterhält weltweit zahlreiche Schulen.

OR Nr. 17 vom 28.04.2017, S. 3
Wien. Die in Salzburg lebende deutsche Fotokünstlerin Claudia Henzler erhält eine hohe Auszeichnung des Päpstlichen Rates für die Kultur. Sie bekommt die „Per-Artem-Ad-Deum“ Ehrenmedaille („durch die Kunst zu Gott“ – der zweitgrössten Kirchenmesse Europas – im polnischen Kielce. Henzler stammt aus Heidelberg.

OR Nr. 39 vom 29.09.2017, S. 4
Papst Franziskus gab Ordensleuten einige Ratschläge für das geistliche Leben. Sie sollten „Zeugen unablässigen Gebets, eines einfachen Lebensstils und der Einheit der Liebe sein“, sagte er bei einer Audienz für die Zisterzienser der strengeren Observanz (der strengeren Regel eines Mönchsordens), die derzeit in Assisi ihr Generalkapitel abhalten. Es gehe darum, „ins Gebet verliebt zu sein“, so der Papst. Dieses müsse als Mittel gesehen werden, in der persönlichen Beziehung mit Gott zu wachsen.

Ordensfrauen

2008: rückläufige Zahlen

Im Jahr 2000 gab es 801’185 Schwestern, 2008 waren es 739’068. Der Einbruch bezieht sich insbesondere auf Europa und Amerika, während aus Asien und Afrika steigende Zahlen gemeldet werden.

OR Nr. 8 vom 25.02.2011:
2009: Einen deutlichen Rückgang verzeichnet die Statistik dagegen bei den Ordensfrauen: Ihre Zahl ging im Berichtszeitraum von 739’068 auf 729’371 zurück.

Ordensfrauen 2010: Die Zahl der Ordensfrauen sank 2010 auf 721’935.

Kirche heute 35/36 2011, S. 2:
Der Heilige Stuhl versucht gegen Ende seiner apostolischen Visitation bei US-amerikanischen Ordensfrauen wieder mehr Vertrauen aufzubauen. Die Visitation, die Anfang Januar 2009 begann, sollte zeigen, ob tatsächlich „Unregelmässigkeiten oder Versäumnisse im US-Ordensleben“ zu verzeichnen waren. Ausserdem wollte der Heilige Stuhl klären, ob sich in den Frauenorden eine „säkulare Mentalität“ und ein „gewisser feministischer Geist“ entwickelt haben. Die Visitation solle unter anderem erklären, weshalb in den USA die Zahl der Ordensfrauen stark zurückgegangen ist. 1965 gab es in den USA 180’000 und  in den letzten Jahren noch 60’000 katholische Ordensfrauen.

Kirche heute 21/2014 Mai, S. 2
Glaubenshüter massregelt Ordensfrauen

Die Glaubenskongregation hat den US-amerikanischen Ordensfrauen schwere Glaubensirrtümer vorgeworfen. Mit scharfen Worten verurteilte der Präfekt der Kongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, in einer Erklärung eine wachsende Nähe ihrer Dachorganisation „Leadership Conference of Women Religious (LCWR)“ zu theologischen Konzepten, die deutlich von der katholischen Lehre abwichen. Sie habe unter anderem eine Theologin öffentlich gewürdigt, deren Schriften schwere Glaubensirrtümer enthalte. Dies müsse als „offene Provokation“ gegenüber dem Heiligen Stuhl angesehen werden.

OR Nr. 46 vom 14. November 2014, S. 3
Der Heilige Vater hat dem Orden der Salesianerinnen Don Boscos für ihr Wirken gedankt. Sie seien „Missionarinnen der Hoffnung und der Freude“, sagte er am Samstag, 08.11.2014, bei einem Treffen mit dem Teilnehmerinnen des 23. Generalkapitels. Ihre Arbeit im Erziehungsbereich und der Jugendhilfe trage fundamental zur religiösen Orientierung der Menschen bei. Dabei gelte es auch, interkulturelle Herausforderungen zu meistern. Im Juni 2015 ist eine Papstreise nach Turin, an die Wirkungsstätte von Don Bosco, vorgesehen.

Kirche heute 1-3/2015 Dezember 14, S. 2
Bericht zu Ordensfrauen in den USA

Der Vatikan hat in einem Untersuchungsbericht über Frauenorden in den Vereinigten Staaten Defizite bemängelt, sich jedoch insgesamt positiv geäussert. Die Orden müssten ihre spirituelle Praxis und ihren Dienst sorgfältig prüfen, um sicherzustellen, dass sie in Einklang mit der katholischen Lehre über Gott, die Schöpfung sowie Menschwerdung und Auferstehung stünden, heisst es in dem Bericht, der am 16. Dezember 2014 vorgestellt wurde. Die vatikanische Ordenskongregation hatte die Untersuchung von 341 Einrichtungen mit 50’000 Ordensfrauen 2009 angeordnet. Anlass war unter anderem Kritik aus der Kirche in den USA an einer wachsenden Verweltlichung der Orden. Parallel hatte die Glaubenskongregation eine Untersuchung des Dachverbandes der Ordensoberinnen in den USA (LCWR) eingeleitet, die noch anhält.

OR Nr. 11 vom 13. März 2015, S. 11
Salvatorianer öffnen römische Ordenszentrale für Besucher

Rom-Besucher erwartet künftig unweit des Petersplatzes ein weiterer Kunstgenuss: Der Salvatorianerorden öffnete ab 11. März 2015 seine Ordenszentrale im Palazzo Cesi-Armellini für Pilger und Touristen.. Der prachtvolle Palast in der Via della Conciliazione 51 (linke Seite Richtung Petersplatz) wurde Anfang des 16. Jahrhunderts für Kardinal Francesco Armellini erbaut und später von Angelo (Bischof)  und Pier Donato (Kardinal) Cesi gekauft und renoviert (Ende 16. Jh.) – Zu besichtigen sind neben kostbaren Fresken unter anderem die Bibliothek, ein Museum, das dem Ordensgründer Franziskus Jordan (1848-1918) gewidmet ist, sowie die Dachterrasse mit einem spektakulären Blick auf die Kuppel des Petersdomes. Der Palazzo ist seit 1895 Ordenszentrale der 1883 gegründeten Salvatorianer. Während der deutschen Besatzung Roms im 2. Weltkrieg fanden in der Ordenszentrale Juden, Partisanen und verfolgte italienische Politiker Zuflucht.  Geöffnet ist der Palazzo montags, mittwochs und freitags, jeweils von 10 Uhr bis 12.30 Uhr, so wie mittwochs zusätzlich von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Salvatorianer bitten jedoch um eine Spende für ihre Arbeit in Afrika, Asien und Lateinamerika.

OR Nr. 12/13 vom 20. März 2015, S. 6
Vor 150 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“. Damit ist sie die älteste noch erscheinende katholische Kulturzeitschrift deutscher Sprache. Die „Stimmen“ stehen für einen offenen Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft. Die Zeitschrift beteiligt sich an innerkirchlichen Debatten und bringt sie mit renommierten Autoren in politische, kulturelle und gesellschaftliche Diskussionen ein.

Kirche heute 18/2015 April, S. 2
Versöhnlicher Schlussbericht

Die vatikanische Glaubenskongregation und die Vereinigung der US-amerikanischen Ordensoberinnen, Leadership Conference of Women Religious (LCWR), haben ihre Differenzen offenbar beigelegt. Das geht aus dem Abschlussbericht  der Untersuchung des LCWR durch die Glaubenskongregation hervor. Der Vatikan hatte dem LCWR vorgeworfen, mit Blick auf Homosexualität, Frauenweihe, Abtreibung und Verhütung, Positionen zu vertreten, die vom katholischen Lehramt abweichen. Der Abschlussbericht hält fest, dass die Ordensoberinnen Massnahmen ergriffen hätten, um in Veranstaltungen und Publikationen Stellungnahmen zu vermeiden, „die mit Blick auf die kirchliche Lehre unklar sind oder als Gegensatz zu ihm gelesen werden können“. Im Vergleich zu früheren vatikanischen Stellungnahmen ist der Abschlussbericht in einem auffallend versöhnlichen Ton verfasst.

Katholische Wochenzeitung Baden CH 19/2015, Mai, S. 6
Immer mehr britische Frauen wollen ins Kloster

Die Zahl der Neueintritte in katholische Frauenorden in England und Wales hat den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Wie der britische Sender BBC am 23. April 2015 unter Berufung auf das „Nationale Büro für Berufungen“ berichtete, entschieden sich im vergangenen Jahr 45 Frauen für den Eintritt ins Kloster. – im Vergleich zu dem niedrigsten Stand von 7 Jahren im Jahre 2004. In den 1980er-Jahren lag die Zahl den Angaben zufolge bei rund 80  Frauken im Jahr. Der Leiter des Berufungsbüros, Christopher Jamison, kommentierte den jüngsten Anstieg mit den Worten: „In unserer Kultur gibt es eine Lücke im Markt der Sinnsuche, und eine der Möglichkeiten, in denen Frauen diesen Sinn finden können, scheint das Leben als Ordensfrau zu sein.“

OR Nr. 19 vom 8. Mai 2015, S. 11
Ranghohe römische Franziskanerin fordert Frauensynode

Vertiefung der „Theologie der Frau“ notwendig. Die italienische Ordensfrau und Universitätsdirektorin Mary Melone unterstützt den Vorschlag einer „Synode der Frauen“ analog zur katholischen Weltbischofssynode. In diesem Beratungsorgan  müssten Frauen aktiven Raum erhalten, um in der Kirche mitgestalten zu können, sagte die Franziskanerin gegenüber Radio Vatikan. Frauen bräuchten eine Stimme, „die als Autorität anerkannt ist“, sagte die Theologin und Philosophin. Dies schliesse die Beteiligung von Männern in einem solchen Gremium weder aus noch sei diese zwingend erforderlich. Melone äusserte sich nach einer Konferenz zur Rolle der Frau in der Kirche in der von ihr geleiteten Päpstlichen Universität Antonianum in Rom. Ein stärkerer weiblicher Einfluss im Bereich der kirchlichen Bildung sei unabdingbar für eine neue Vision in der Kirche. Dazu zählte die italienische Ordensschwester etwa den häufigen Einsatz weiblicher Lehrkräfte in Priesterseminaren und eine Vertiefung der sogenannten „Theologie der Frau“. Letzteres hat auch Papst Franziskus bereits gefordert. Es gehe nicht darum, über die Frauen zu sprechen, sondern mit ihnen. Melone ist die erste Frau, die an die Spitze einer päpstlichen Universität berufen wurde. Anlass der Konferenz in Rom war das weltkirchliche Fest der heiligen Katharina von Siena, die auch zur Kirchenlehrerin erklärt wurde.

OR Nr. 20 vom 20. Mai 2016, S. 7
Leiterinnen der katholischen Frauenorden tagten in Rom

Ökologische und soziale Fragen standen im Mittelpunkt der 20. Vollversammlung der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen katholischer Frauenorden (Unione Internationale delle Superiore Generali/UISG), die in der verganenen Woche in Rom stattfand. 870 Leiterinnen von Ordensgemeinschaften aus allen Kontinenten berieten bis Freitag, 13. Mai 2016, unter dem Motto „Für das Leben eine globale Solidarität weben“ über Themen wie Flüchtlinge und Menschenhandel. Zum Abschluss unterzeichneten Vertreterinnen der Frauenorden  eine Selbstverpflichtung auf konkrete ökologische und soziale Ziele. Am 12. Mai 2106 trafen die Ordensfrauen mit Papst Franziskus zusammen.
Mit der Vollversammlung gingen zugleich die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der UISG, die 1965 gegründet wurde, zu Ende. Aus diesem Anlass veröffentlicht der Verband ein Buch mit dem Titel „Geweihte Frauen in der Kirche“.
Die Internationale Vereinigung der Generaloberinnen repräsentiert einen Grossteil der weltweit rund 700’000 katholischen Ordensfrauen. Sie machen mehr als zwei Drittel der insgesamt rund 900’000 Ordensleute aus. Präsidentin des Verbandes ist Carmen Sammut, Generaloberin des Ordens der Weissen Schwestern, der sich vor allem in der Mission in Afrika engagiert. Die Zahl der katholischen Ordensfrauen ist seit Jahren stark rückläufig, vor allem in Europa und Nordamerika.

Englisch Andreas, Franziskus, 2015, S. 376
Schon als Erzbischof von Buenos Aires hatte Franziskus sich gegen diesen Missbrauch von Menschen (die Ausgenutzten in der Kirche) innerhalb der Kirche gewehrt, vor allem gegen den Import von Arbeitskräften aus der Dritten Welt. Ich erinnere mich an ein Kloster im karibischen Raum, in dem ich zu Gast war und in dem ich das einmal ganz dramatisch erlebte. Die Ordensfrauen stammten aus Tansania, der Orden unterhielt ein Haus dort. Die Frauen redeten nach einer Weile nicht mehr um den heissen Brei herum: Sie waren meist von ihren Grossfamilien in ein Kloster gezwungen worden, um den Familienclan zu retten. Der Deal (Handel) sollte sein: Der Orden erhielt eine Ordensfrau, dafür musste der Orden aber für den Unterhalt der Grossfamilie aufkommen. Diese armen Ordensfrauen waren einer Vielzahl sich widerstreitender Interessen ausgesetzt: Sie wollten dem Orden dienen, aber auch ihrer Familie helfen. In diesem Chaos wurden sie dann häufig in das weit entfernte Europa verfrachtet, um dort für die katholische Kirche zu arbeiten. Das war es auch, was Jorge Mario Bergoglio mehr als irgendetwas anderes in der Kirche aufbrachte: dass Ordensfrauen als Küchenhilfen, Haushälterinnen, Putzfrauen missbraucht werden, statt sie das tun zu lassen, was sie tun sollten: Gottes Wort verkünden. Statt die Hose des Kardinals zu bügeln, sollten sie in Kinderheime, Altenheime, Krankenhäuser die Botschaft tragen, dass Gott alle Menschen liebt.

OR Nrn. 30/31 vom 29. Juli 2016, S. 1
Neue Vorschriften für kontemplative (religiös beschauliche, betrachtende) Frauenorden

Papst Franziskus fordert von katholischen Frauenorden, deren Mitglieder in Klausur leben, grössere Weltzugewandtheit.  Das Leben in Gebet und Kontemplation dürfe nicht als „Rückzug auf sich selbst“ gelebt werden., so Franziskus. Vielmehr müsse die „gesamte Menschheit umarmt werden“, heisst es in einem päpstlichen Erlass, den der Vatikan am 22. Juli 2016 veröffentlichte. Die Ordensfrauen sollten zum Beispiel für Häftlinge, Flüchtlinge, Verfolgte und Arbeitslose beten, so Franziskus.
Die Apostolische Konstitution von Franziskus trägt den lateinischen Titel „Vultum Dei Quaerere – Die Suche nach dem Angesicht Gottes“. In dem Schreiben geht Papst Franziskus auf 12 Punkte des Ordenslebens ein. Ausser der Klausur sind dies Ausbildung, Gebet, die Rolle der biblischen Texte, die Eucharistie und Beichte, Gemeinschaftsleben, Autonomie, Arbeit, Stille, Kommunikationsmittel und Askese (enthaltsame Lebensweise). Der Text beginnt mit einer ausführlichen Würdigung des kontemplativen weiblichen Ordenslebens. Diese Lebensform sei in der Kirche und für die Kirche stets das „betende Herz“. Zugleich stellt der Papst die Unverzichtbarkeit kontemplativer Orden heraus. Sie seien ein „prophetisches Zeichen“ für alle Christen. In dieser Lebensweise werde auf ganz besondere Art die Berufung gelebt, die jeder Christ durch die Taufe empfangen habe.
Zu den bekanntesten kontemplativen Frauenorden zählen etwa die Karmelitinnen oder Klarissen. Sie leben streng abgeschirmt von der Aussenwelt in ihren Klöstern, die sie nur ausnahmsweise verlassen dürfen. (Es waren die ersten Frauenorden, die das neue Kloster im Vatikan führten. WA)

OR Nrn. 15/16 vom 14.04.217, S. 3
(…) Analog die Entwicklung bei der Anzahl von Ordensleuten: Die Zahl der Ordensmänner ohne Priesterweihe ging seit 2010 leicht (um 0,8 %) auf 54’229 zurück, die der Ordensfrauen gar um 7,1 % auf 670’320. Auch hier verzeichnen Afrika und – abgeschwächt – Asien einen gegenläufigen Trend, vor allem bei den weiblichen Orden. So kann Afrika aktuell 71’567 Ordensfrauen vorweisen, 7,8 % mehr als vor 5 Jahren. (…)

OR Nr. 21 vom 26.05.2017, S. 4
Ordensfrauen sollten „Prophetinnen der Hoffnung“ sein und Selbstbezogenheit, Gerede und Spaltungen vermeiden, sagte Papst Franziskus zu den Schwestern vom Göttlichen Meister, die derzeit zu ihrem Generalkapitel in Rom sind. Er rief die Ordensfrauen zu Offenheit „in Herz und Geist“ auf, um die Stimme des Herrn durch die Zeichen der Zeit zu hören.

OR Nr. 40 vom 06.10.2017, S. 3
Papstaudienz für Kleine Schwestern Jesu

Papst Franziskus hat die „Kleinen Schwestern Jesu“ anlässlich ihres in Rom tagenden Generalkapitels in Audienz empfangen. Bei der Begegnung am Montag, 01.10.2017, würdigte er die Ordensfrauen für ihre Nähe zu den „geringsten und ärmsten Menschen“. Die bedingungslose Zuwendung zu ihnen nannte er eine ursprüngliche Erfahrung der Nähe Gottes. Zugleich rief er die Ordensschwestern auf, auf einen geschwisterlichen Umgang in ihren Gemeinschaften zu achten.
Den „Kleinen Schwestern Jesu“, die von dem französischen Eremiten Charles de Foucauld (1858-1916) inspiriert sind, gehören rund 1’100 Frauen in 230 Gemeinschaften (~4 Schwestern je Gemeinschaft) an. Sie führen ein von Gebet und Betrachtung geprägtes Leben in einem oft nichtreligiösen Umfeld und an sozialen Brennpunkten. Ihren Lebensunterhalt erwirtschaften sie meist als einfache Arbeiterinnen, etwa in Fabriken oder Dienstleistungsbetrieben.
→Frauen [auch im Vatikan]               →Universitäten, päpstliche
→Katholiken

Ordensleute im Vatikan

(Beispiele)
auch →Immobilien des Vatikans

Jesuiten                          Radio Vatikan, Presse
Don-Orione-Werk           Post
Salesianer                       Druckerei, Vatikan-Zeitung
Barmherzige Brüder       Apotheke (Fatebenefratelli)
Paulinische Familie        Telefonzentrale

Klarissen/Karmeli-  )        Diese Schwester versorgten das Kloster in den
tinnen/Benedikti-    )        vatikanischen Gärten (Ablösung alle 5 Jahre mit
nerinnen                 )        7 Schwestern, neuerdings alle 3 Jahre)

Seit dem Rücktritt von Benedikt XVI. Ratzinger, der jetzt  mit seinen Schwestern und dem Sekretär dort wohnt, ist  das Kloster aufgehoben.

Franziskanerinnen          Wandteppich-Konservierungen

OR Nr. 49 vom 06.12.2013, S. 6
Katholische Kirche feiert 2015 als Ordensjahr

2015 wird die katholische Kirche als „Jahr der geistlichen Berufungen“ feiern. Das kündigte Papst Franziskus vor Ordensoberen im Vatikan an. Bei dem Empfang für 120 Mitglieder der Vereinigung männlicher Ordensoberer betonte er die grosse Bedeutung der Orden für das Leben der katholischen Kirche und die Verbreitung des Glaubens. Die Orden versammelten Männer und Frauen, die die Welt „aufwecken“ könnten. Ihr Leben sei eine prophetische Mission und die konkreteste Form, dem Herrn nachzufolgen, so Papst Franziskus, der als Jesuit selbst einem Orden angehört. Zugleich hob der Papst hervor, von jedem Christen sei eine Radikalität (Gründlichkeit) in der Umsetzung des Glaubens gefordert. Der Ordensdienst verlangt nach den Worten des Papstes die Brüderlichkeit innerhalb der Gemeinschaft.

OR Nr. 34 vom 22. August 2014, S. 2
Vatikan verpflichtet Orden auf nachhaltiges Wirtschaften

Katholische Orden sollen sich künftig stärker an der kirchlichen Soziallehre orientieren und kapitalistische Auswüchse in ihrer Güterverwaltung vermeiden. Das geht aus neuen Richtlinien hervor, die jetzt von der vatikanischen Kongregation für die Ordensleute veröffentlicht wurden. Sie fordern die Orden zu einem transparenteren Finanzgebaren sowie zu nachhaltigerem Wirtschaften auf. Dazu gibt es detaillierte Vorgaben. Um des Evangeliums willen müssten Orden ihre wirtschaftlichen Angelegenheiten „mit vollständiger Transparenz, unter Beachtung der weltlichen und kirchlichen Gesetze und im Dienst für die vielen Formen der Armut“ regeln. – Die Prinzipien der Unentgeltlichkeit, der Brüderlichkeit und der Gerechtigkeit bildeten die Grundlage für eine evangeliumsgemässe Wirtschaft im Dienst der Gemeinschaft, schreibt Kardinal João Braz de Aviz, Präfekt der Ordenskongregation, in seinem Vorwort. Weiter heisst es in den Richtlinien, nicht alle Techniken der Verwaltung stünden im Einklang mit der Soziallehre der katholischen Kirche. – Das Dokument sieht vor, dass jeder Orden Haushaltspläne nach internationalen Standards erstellt und von auswärtigen Fachleuten prüfen lässt. Andernfalls könne die Ordenskongregation ihre Zustimmung für Finanztransaktionen verweigern. Für grössere Projekte müssen Kostenvoranschläge erstellt und wirksame Kontrollmechanismen eingeführt werden. Weiter mahnt die Vatikanbehörde die Ordensgemeinschaften, keine Ressourcen (Geldmittel) zu verschwenden und im Fall von Verlusten nicht einfach Löcher zu stopfen, sondern die zugrundeliegenden Probleme zu lösen.

OR Nr.  3 vom 22.01.2016, S.1
Positive Bilanz des Jahrs der Orden

Eine positive Bilanz des zu Ende gehenden „Jahrs der Orden“ in der katholischen Kirche ziehen die Ordensoberen in Deutschland. Das vom Papst gesetzte Thema sei „an der Basis breit angekommen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, Abt Hermann-Josef Kugler. „Es ist erstaunlich, wie viele Aktionen und Projekte es gegeben hast.“ Das von Papst Franziskus für die Weltkirche ausgerufene „Jahr der Orden“ endet am 2. Februar 2016. Auch seine Stellvertreterin, Generaloberin M. Regina Pröls, sagte, die Orden hätten Rückenwind erhalten. „Ich habe eine Bewusstseinsbildung und einen grossen Informationsdurst beobachtet. Wir konnten bei vielen Gelegenheiten über unser Ordensleben berichten, auch in Fernsehsendungen.“  Ausgesprochen zufrieden zeigten sich die beiden Ordensoberen mit dem Papst. „Bei diesem Papst spürt man, dass er Ordensmann ist“, sagte Schwester Regina, die Generaloberin der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen ist. „Da ist ein Mann, der versteht uns und macht kein Drama daraus, wenn es mal nicht so gut läuft.“ P. Kugler sagte, der Heilige Vater zwinge sie nicht zu etwas, er spreche einfach frank und frei aus, was ihm auf der Seele liege.