Ma bis Mir

Malteser-Orden (Ritterorden)

  Flagge des Malteser-Ordens

OR Nr. 22 vom 1. Juni 2012, S. 6, Bernhard Hülsebusch:
(Zusammenfassung WA)

Der Malteserorden heute – Verteidigung des Glaubens, Krankenpflege, Erste Hilfe
„Was ist denn bloss S.M.O.M.“? Zahllose Pilger und Touristen, auch aus dem deutschsprachigen Raum, lernen in der italienischen Hauptstadt zwar schnell, dass → Autos mit dem Kennzeichen SCV (Stato della Città del Vaticano) aus dem Vatikan kommen – aber  S.M.O.M. auf dem Nummernschild gibt ihnen Rätsel auf. Nun, das Kürzel steht für „Sovrano Militare Ordine di Malta“. Also für ein eigenständiges Völkerrechtssubjekt mit Sitz in Rom. Der Malteserorden – ein Phänomen ohnegleichen.

Souverän, jedoch indirekt vom Papst abhängig – eine kleine katholische Wahlmonarchie ohne Land -, aber mit diplomatischen Beziehungen zu 104 Staaten und mit medizinisch-humanitären Aktivitäten in 120 Ländern: der S.M.O.M. ist ein einzigartiges Gebilde. Er betreibt Krankenhäuser, Ambulatorien, Altersheime, und er leitet Corps von Freiwilligen für „Erste Hilfe“. Die spezielle Abteilung „Malteser International“ steht den Opfern von Naturkatastrophen sowie bewaffneten Konflikten bei. Über ein Sonderkomitee kämpfen die Malteser auch gegen die Leprakrankheit, die in manchen Gebieten der Dritten Welt leider noch immer nicht ausgemerzt ist.

Kurzum, ein sehr vielfältiges Panorama. In seiner „Hauptstadt“ Rom besitzt der Ritterorden zwei Anwesen mit exterritorialem Status: Palazzo Magistrale in der zentralen Via Condotti (gegenüber Bulgari) – und die historische Villa Magistrale auf dem Aventinhügel, konkret: an der schönen „Piazza dei Cavalieri di Malta“ (Guckloch!). Diese von einem Park umgebene Villa, in der die Malteserritter u. a. ihren „Grossmeister“ wählen (→Anticamera), ist (obschon indirekt) auch ein Touristenattraktion. Denn durch das Schlüsselloch ihres Tores öffnet sich ein Postkartenblick auf den Petersdom!

Als „Regierungssitz“ des S.M.O.M. dient der Palazzo in der Via Condotti (Luxus-Einkaufsstrasse). Rechnet man Ritter und Damen zusammen, hat dieser Orden jetzt weltweit 13’500 Mitglieder. Der prominenteste Ritter ist Benedikt XVI., der vor 14 Jahren als Kurienkardinal in den Orden trat. Der Orden hat 3 Kategorien:

  • „Professritter“: 1. Kategorie. Durchwegs Männer (meist Adelige), die die Gelübde der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams ablegen.
  • Für die Angehörigen der 2. Klasse genügt die Verpflichtung zu einem wahrhaft  christlichen Leben.
  • Auch die 3. Kategorie soll sich zu den christlichen Idealen bekennen und sich  besonders dem Kranken- und Sozialdienst widmen – in dieser Klasse auch finden auch Frauen Aufnahme.
      Halskreuz des Ehren- und Devotions-Ritters
    Grossmeister“ kann freilich nur ein Aristokrat aus den Reihen der Professritter werden. Er wird auf Lebenszeit gewählt, seine Wahl muss vom Papst bestätigt werden. Seit 2008 amtiert der Engländer Fra’ Matthew Festing als Grossmeister. Er wird, wie ein Kardinal, mit „Eminenz“ angeredet.

Seit Mitte des 20. Jahrhundert erlebt der in mehrere Priorate sowie 47 Landesverbänden gegliederte, traditionsreiche Orden, der sich hauptsächlich durch staatliche Zuschüsse finanziert, einen deutlichen Strukturwandel. Denn sowohl die Zahl der Mönche wie auch der Adeligen ging rapide zurück. Die meisten Mitglieder sind nun Laien, die sich der christlichen Caritas widmen. Eine Verpflichtung also zur tätigen Nächstenliebe. Der Orden ist weiterhin ein Ritterorden, auch wenn die Mehrzahl der Mitglieder nicht mehr aus Adelskreisen stammt. Zugelassen werden nur Personen „von unumstrittener Moralität und religiöser Praxis“ – Personen, die sich Verdienste um die Kirche und den Orden erwarben.

Mitarbeiter in vielen Ländern:

80’000 im Kranken- und Sozialdienst „trainierte“ Freiwillige sowie rund 20’000 Ärzte, Sanitäter, Pfleger.

Niederlassungen im deutschen Sprachraum:

  • In Österreich befindet sich ein Malteserhaus St. Elisabeth in Wien, dazu vielerlei Hilfen für Alte und Kranke, darunter auch Aids-Patienten. Im „Malteser Hospitaldienst Austria“ (MHDA) sind 1’200 Freiwillige aktiv – vornehmlich bei der medizinischen Versorgung von betagten und behinderten Menschen.
  • Weit massiver als in Österreich ist der Malteser-Einsatz in Deutschland:

Was der Orden leistet, nötigt wahrlich Respekt ab: Er betreibt 8 Krankenhäuser, 22 Altenheime, 27 Wohnheime für Jugendliche und Drogenabhängige sowie 8 Häuser für Asylanten.. Im Jahre 2009 betreuten die Mitarbeiter/innen des deutschen Malteserverbandes fast 8’000 todkranke Menschen. Nicht zu vergessen ist die von Maltesern geleistete Erste Hilfe bei Massenveranstaltungen, z. B. bei den Gottesdiensten während des Papstbesuches 2011 in Deutschland.

Der Malteserorden ist nebst den Rittern vom Heiligen Grab von Jerusalem ein Päpstlicher Ritterorden. Der administrative Sitz der Ritter vom Heiligen Grab befindet sich an der Via della Conciliazione 29, Rom, wo sich zugleich ihr Hotel ****Columbus befindet. (→Vatikan, Papstbote, Adressen Conciliazione links)

St. Vogler, Mitteilungsblatt 31.08.2017: Der Malteser-Orden  besitzt zahlreiche Immobilien und grosse Ländereien. In Italien ist der Malteserorden der grösste Getreideproduzent, unterhalten werden auch Tabakfelder und grosse Weingüter. Der Orden gliedert sich in 3 Stufen; Normalsterbliche findet man im zweiten oder dritten Stand.

OR Nr. 26 vom 28. Juni 2013, S. 3
Malteser-Orden Schweiz feierte sein 900-Jahr-Jubiläum

Über 100 Ritter und Damen des Malteserordens Schweiz sowie über 50 Mitglieder des Malteser Hilfsdienstes trafen sich am 22. und 23. Juni 2013 in Schwyz zu ihrem Jahrestreffen. Der Anlass stand laut Medienmitteilung ganz im Zeichen des 900-Jahr-Jubiläums dieses religiösen Laienordens, der weltweit zahlreiche Spitäler und Altenheime unterstützt. – Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen mit einem Vortrag über die erste Ordensregel des Malteserordens, die der zweite Grossmeister Raymond de Pury um 1120 geschrieben hat. Aus diesem Anlass wird die älteste noch erhaltene Abschrift der Regel aus dem Jahre 1253, die sonst im Staatsarchiv des Kantons Aargau aufbewahrt wird, im Bundesbriefmuseum in Schwyz ausgestellt. Am Sonntag fand in der Pfarrkirche St. Martin in Schwyz der Festgottesdienst statt, dem der Churer Weihbischof Marian Eleganti als Hauptzelebrant vorstand. Beim Gottesdienst wurden auch neue Mitglieder in den Orden aufgenommen. Künftige Ritter und Damen werden jeweils durch den Delegationsvorstand vorgeschlagen. Über eine Aufnahme entscheidet letztlich der Grossmeister des Ordens mit Unterstützung des souveränen Rates. Präsident der „Helvetischen Assoziation des Souveränen Malteser Ritter- und Hospitalordens“ ist Gilles de Weck. Heute gehört der Malteserorden zu den bedeutendsten weltweit tätigen Hilfsorganisationen. Weltweit gehören dem Oden rund 13’500 Ritter und Damen an.  Der Orden ist im Jahre 1113 von Papst Paschalls II. anerkannt worden.

WA, 8. November 2014
Kardinal Raymond Leo Burke wird Kardinalpatron des Malteser Ordens

Der Amerikaner Burke zeigte sich an der Bischofssynode im Oktober 2014 äusserst unglücklich über die Diskussionen und Abstimmungen. Als Bewahrer der Kirche bete er für all die Verwirrungen, die stattgefunden hätten. Er rief unter anderem die Gläubigen auf, an Papst Franziskus zu schreiben. Ihn bat er, die Themen der Bischofssynode 2014 an der nächsten Bischofssynode 2015 nicht mehr zu behandeln. Nun wurde er „abgesetzt“ und wird Kardinalpatron des Malteser Ordens, d. h. dessen geistlicher Führer mit Hauptsitz an der Via dei Condotti 68 (Strasse der Gemeindeärzte) in Rom (Palazzo di Malta). Vor seiner „Absetzung“ präsidierte Burke als Präfekt den Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur (Abteilung) der katholischen Kirche (Palazzo della Cancelleria, Piazza della Cancelleria 1, Rom). Er kann mit seinem neuen Amt nicht mehr an der Bischofssynode 2015 teilnehmen.

Kirche heute 7/2017, Februar,  S. 2
Krisenmanager für Malteserorden

Nach dem Konflikt zwischen dem Vatikan und den Maltesern hat Papst Franziskus den angekündigten Sonderbeauftragten für den Orden ernannt: Er betraute den vatikanischen Innenminister Giovanni Angelo Becciu mit dieser Aufgabe, wie der Vatikan bekanntgab. Becciu solle ein Versöhnung unter den Ordensmitgliedern fördern, heisst es in einem Brief des Papstes an den Innenminister. Zugleich beauftragte Franziskus den italienischen Kurienerzbischof mit einer „spirituellen und moralischen Erneuerung“ der Malteser. Der vatikanische Innenminister soll bis zur Wahl eines neuen Grossmeisters der Malteser im Amt bleiben.

Gleiche Seite: Wer sind die Malteser?
Nach der Eroberung von Rhodos durch die Osmanen fand der Johanniterorden auf Malta eine neue Heimat und bewahrte, nun als Malteserorden, seine Souveränität. Der Malteserorden ist einerseits ein geistlicher Ritterorden, dessen oberste Rangklasse dem Papst Armut, Keuschheit und Gehorsam gelobt, andererseits hat der Orden den Status eines Völkerrechtssubjekts. Ursprung des Johanniterordens ist ein Hospital mit karitativen Aufgaben für Pilger, das im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründet worden war und nach dem ersten Kreuzzug (1096-99. Papst Urban II.: 1097 Eroberung von Nizäa/Türkei, 1099: Erstürmung von Jerusalem) als eigene Gemeinschaft grössere Unabhängigkeit erlangt hatte. Auf Rhodos entstand später ein eigenständiger Ritterstaat der Johanniter.

Kath. Wochenzeitung Baden CH 17/2017 April, S. 4, Anian Wimmer
Vatikan befiehlt offenbar Matthew Festing, ehemaliger Grossmeister, nicht nach Rom zur Wahl bei Maltesern zu kommen.

Erzbischof Angelo Becciu, der päpstliche Sonderbeauftragte für den Souveränen Malteserorden, hat Fra‘ Matthew Festing, ehemaliger Grossmeister des Ordens, angewiesen, nicht nach Rom zu kommen zur Wahl seines Nachfolgers; das berichtet der Vatikanist des „National Catholic Register (NCR), Edward Pentin.
Der NCR hat auch das Schreiben vom 15. April 2017 veröffentlicht, in dem das Reise-Verbot ausgesprochen wird. Darin schreibt Erzbischof Becciu, dass viele im Orden „den Wunsch ausgesprochen“ hätten, dass Fra‘ Festing am 29. April 2017 nicht zur Wahl kommen möge, weil sie fühlten, dass dies „Wunden wieder aufreissen“ könnte und eine Rückkehr zur Harmonie nach dem Streit Anfang des Jahres über die Entlassung und dann Wieder-Einsetzung von Freiherr Albrecht von Boeselager als Grosskanzler unmöglich wurde.
Der Erzbischof sagte, er habe „diese Entscheidung mit dem Heiligen Vater besprochen“ und dass Festing deshalb als „Akt des Gehorsams“ nicht nach Rom reisen sollte – so Pentin weiter. Der Vatikanist bewertet diese Nachricht als überraschend, weil Quellen im Orden zufolge Festing, der auf Anweisung von Franziskus im Januar zurücktrat, weiterhin sehr beliebt sei und sogar wiedergewählt werden könnte. Der Papst habe zudem bereits gesagt, dass er eine Wiederwahl Festings akzeptieren würde, so Pentin weiter; somit werteten einige Mitglieder des Ordens das Reiseverbot als Versuch, Einfluss auf die Wahl eines neuen Grossmeisters zu nehmen.

OR Nr. 18 vom 05.05.2017, S. 4
Malteser wählen Statthalter

Rom. Der Malteserorden hat einen neuen Statthalter des Grossmeisters gewählt. Wie der Orden bekanntgab, wählte der grosse Staatsrat den 72-jährigen Italiener Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto. Er soll ein Jahr im Amt bleiben und die Aktivität des Ordens im diplomatische, sozialen und humanitären Bereich koordnieren. Dalla Torre wurde 1944 in Rom geboren und lehrte an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom Altgriechisch. Mitglied des Ordens wurde er im Jahre 1985.

Stand Juli 2017, Malteser Orden:
Grossmeister: Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto (bis 29.04.2018)
Kardinalpatron: Raymond Leo Kardinal Burke
Grosskomtur: Fra‘ Ludwig Hoffmann von Rumerstein
Grosskanzler: Albrecht von Boeselager

OR Nr. 47 vom 24.11.2017, S. 3
Diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Malteserorden

Die Bundesrepublik Deutschland und der Souveräne Malteserordern haben am 15.11.2017 in Rom offiziell diplomatische Beziehungen aufgenommen, um ihre Kontakte zu intensivieren. Am Sitz des Ordens auf dem Aventin-Hügel in Rom unterzeichneten Aussenminister Sigmar Gabriel und Grosskanzler Albrecht von Boeselager ein entsprechendes Abkommen. Insbesondere für die Arbeit in internationalen Krisengebieten seien die diplomatischen Beziehungen mit der Bundesrepublik wichtig, weil Deutschland einer der bedeutendsten Unterstützer des Ordens sei, erläuterte von Boeselager. Auf die Arbeit der bekanntesten Einrichtung des Ordens in Deutschland, den Malteser-Hilfsdienst (MHD), werde der neue Status jedoch keine konkreten Auswirkungen haben.
Deutschland ist der 107. Staat, mit dem der Malteserorden diplomatische Beziehungen unterhält; bisher hatte er schon einen Vertreter in Berlin. Mit Österreich bestehen bereits seit 1957 diplomatische Beziehungen, mit der Schweiz hingegen keine. Die Vertretung Berlins beim Malteserorden wird aller Voraussicht nach die Vatikanbotschaft übernehmen.

Kirche heute 19/2018, S. 2
Reform bei Maltesern braucht Zeit

Der Reformprozess innerhalb des Malteserordens wird nach Einschätzung von Grosskanzler Albrecht von Boeselager über 2019 hinaus andauern. Eine genaue Vorhersage sei schwierig, sagte der Aussenminister der Malteser im Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Altenahr. Ein Thema sei die künftige Rolle der Professritter. Sie bilden den sogbenannten Ersten Stand des Ordens und üben viele Leitungsfunktionen aus. Von Boeselager widersprach der Darstellung, wonach bei der Reformdebatte Kritiker und Unterstützer von Papst Franziskus einander gegenüberstünden. „Ich würde es eher so formulieren: Es gibt solche, die Angst haben, dass das traditionelle Proprium (Identität) verloren geht, und solche, die neue Wege suchen.“

Kirche heute 20/2008 Mai, S. 2
Malteser wählen neuen Grossmeister

Der Malteserorden hat Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto (73)  zu seinem neuen Grossmeister auf Lebenszeit gewählt. Dalla Torre hatte zuvor als Statthalter die Gemeinschaft nach einer schweren Leitungskrise übergangsweise seit dem 29. April 2017 geführt. Der letzte Grossmeister, der Brite Matthew Festing (68), war Anfang 2017 auf Druck von Papst Franziskus zurückgetreten. Vorausgegangen waren Turbulenzen an der Spitze des Ordens, die zeitweilig den Deutschen Albrecht Freiherr von Boeselager (68) sein Amt als Grosskanzler kosteten; er ist inzwischen rehabilitiert.

OR Nr. 19 vom 11.05.2018, S. 4
Der Sonderbeauftragte für den Malteserorden, Kurienerzbischof Giovanni Becciu, bleibt auch nach der Wahl des neuen Grossmeisters im Amt. Der „Weg der geistlichen und juristischen Erneuerung“ des Ordens sei noch nicht abgeschlossen, heisst es in dem am 4.  Mai 2018 veröffentlichten Schreiben von Papst Franziskus an seinen Delegierten. Becciu behalte seine Vollmachten, bis die Reform hinreichend abgeschlossen sei. Der neue Grossmeister, Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sangiunetto, war am 3. Mai auf Lebenszeit vereidigt worden.

OR Nr. 26 vom 29.06.2018, S. 4
Der neue Grossmeister des Malteserordens, Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, stattete Papst Franziskus am 22. Juni 2018 seinen Antrittsbesuch ab. Der Souveräne Malteserorden ist ein eigenes Völkerrechtssubjekt und unterhält diplomatische Beziehungen zu 107 Staaten.

OR Nr. 34 vom 24.08.2018, S. 5, Bernhard Hülsebusch
(…) Zu Piranesis Lebzeiten (18. Jahrhundert, Architekt von Papst →Clemens XIII. [1758-1769) regierten die Ritter bekanntlich in Malta – und zwar sehr erfolgreich. Sie bauten eine exzellente Flotte auf, die sich beim Kampf gegen die Türken bewährte. Nach dem Grossmeister Fra‘ Jean de la Valette ist Maltas Hauptstadt La Valletta benannt. Und das vom Orden errichtete grosse Spital wurde vorbildlich.
Im 18. Jahrhundert allerdings ging es politisch und militärisch mit dem Orden bergab. 1798 besetzte Napoleon die Insel Malta und vertrieb die frommen Ritter. Erst 1834 konnte der Orden seinen Sitz in Rom etablieren. Ohne territoriale, weltliche Macht konzentrierten sich die Malteser, wie man sie nun allgemein nannte, ganz auf Krankenhilfe und karitative Tätigkeit.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte der Orden, der sich hauptsächlich durch die Vergütung seiner Leistungen im Gesundheits- und Sozialdienst finanziert, einen deutlichen Strukturwandel. Denn die Zahl der Adligen ging rapide zurück. „Wir sind zwar weiterhin ein Ritterorden“, betont Ajroldi, „aber die meisten unserer rund 13’500 Mitglieder, Ritter und Damen, sind nun gut katholische Bürgerliche, die sich der Caritas widmen.“ ‚Grossmeister‘ kann freilich nur ein Adliger aus der obersten Ordens-Kategorie werden, welche die monastischen Gelübde ablegt. Zur grossen Effizienz der Malteser tragen ausser den Mitgliedern auch die Mitarbeiter in 120 Ländern bei: 80’000 Freiwillige sowie 42’000 professionelle Helfer – vor allem Ärzte und Krankenpfleger. Grossen Respekt nötigen zum Beispiel die vom Malteser-Hilfsdienst geleisteten Dienste ab.
Im Mai 2018 wählte das Spitzengremium der Malteser , der Grosse Staatsrat, den italienischen Adligen Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto zum neuen Grossmeister des Ordens. Schon vor Bekanntgabe wurde Papst Franziskus über das Wahlergebnis informiert. Danach erhielten untere anderem die Regierungen jener 107 Staaten Kenntnis, zu denen der Orden (im Range eines Völkerrechtssubjekt) diplomatische Beziehungen unterhält. Unterdes legte Fra‘ Giacomo Dalla Torre in der Kirche Santa Maria am Aventin seinen Eid als Grossmeister ab, woraufhin er das goldene Kollar umgehängt bekam. Der neue Grossmeister, versteht sich, erhielt viele Glückwünsche aus aller Welt. So auch vom Prominentesten aller Malteserritter: dem emeritierten Papst Benedikt XVI., der einst – damals Kurienkardinal – in den Orden aufgenommen wurde.
Die Villa Magistrale an der Via Condotti (sie führt zum Piazza di Spagna) kann nur mit Sondergenehmigung besichtigt werden. Auskunft darüber erteilt das Informationsamt des Malteserordens, Tel. 0039 06 675 812 50 Die erwähnte Kirche Santa Maria am Aventin ist die Prioratskirche des Malteserordens, nicht öffentlich, und ist im Park des Grossmeisters auf dem Aventin gelegen.

Mario, Monte, südlich von Rom

Hügelzug nördlich vom Vatikanstaat

  Der weisse Bau rechts Mitte: Aussenministerium der Republik Italien

OR Nr. 21 vom 28. Mai 2010:
Papst Benedikt XVI. wird am 24. Juni 2010 die nach einem Unwetterschaden restaurierte Marienstatue auf dem römischen Hügel Monte Mario besuchen und segnen. Anschliessend wird er im nahe gelegenen Dominikanerinnenkloster „Santa Maria del Rosario“ mit den Klausurschwestern zusammentreffen. Die neun Meter hohe vergoldete Statue war im vergangenen Oktober während eines schweren Gewitters umgestürzt und in drei Teile zerbrochen. Sie ist ein Werk des jüdischen Künstlers Arrigo Minerbi und war 1953 von der römischen Bevölkerung zum Dank für die weitgehende Verschonung ihrer Stadt vor Bombardierungen im 2. Weltkrieg gestiftet worden.

Marta, Santa, in der Vatikanstadt (Hotel/Domus)

Das Domus Sanctae Marthae, Kardinalshotel genannt, weil während der Papstwahl die Kardinäle und das Bedienstpersonal hier untergebracht sind, in H-Form gebaut. Hinter dem Palast ist die Kapelle und die Vatikanmauer versteckt. Rechts der unbekannte Vatikan-Eingang ‚Perugino‘ (Gendarmerie).

Von Papst Leo XIII. im Jahre 1884 gegründet: ehemaliges Kloster von Schwestern vom heiligen Karl, dann Hospiz für Kranke. Später Gästehaus, man sagt zum Heiligen Jahr 1900. Mit genügendem Vitamin B war der Zugang für Pilgergruppen immer möglich. Gästehaus geführt von den französischen St. Vinzenz-Schwestern (Töchter von der Barmherzigkeit des hl. Vinzenz von Paul; im Jahre 2004: seit 120 Jahren). Anlässlich dieses Jahrestages zelebrierte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano in der Hauskapelle des vatikanischen Gästehauses „Santa Marta“ eine Eucharistiefeier. In der Predigt sprach Kardinal Sodano den Schwestern seine Anerkennung aus für ihr Wirken seit dem Pontifikat von Leo XIII. Er erinnerte auch an die schweren Jahre zur Zeit des 2. Weltkrieges, als jene Botschafter in Santa Marta Aufnahme fanden, deren Länder die diplomatischen Beziehungen mit Italien abgebrochen hatten.- Die Schwestern sorgen dort für eine familiäre und angenehme Atmosphäre.

Ab 1990 Umbau des rechten Hauses zu einem „****Gross-Hotel“, Domus Sanctae Marthae genannt. Bezugsbereit ab Herbst 1996 mit 108 Suiten und 23 Einzelzimmern bei 5 Etagen. Johannes Paul II. erlebte 1978 die Hitze-Strapazen der 2 Konklave, deshalb die Idee eines „Hotels“. Jetzt sind vor allem Mitarbeitende, die beim Vatikanstaat oder Heiligen Stuhl tätig sind (Euro 1’000.00/Monat/Vollpension) und reisende Kardinäle/Bischöfe untergebracht. Beim Konklave werden die wahlberechtigten Kardinäle am ersten Tag nach dem Tode des Papstes für die Hotelsuiten ausgelost. Wenn weitere Plätze frei sind, erhält das „Hilfspersonal“ des Konklaves (die da z. B. sind: Sekretär des Kardinalkollegiums, Zeremonienmeister und 2 Zeremoniare, 2 Ordensleute der Päpstlichen. Sakristei, einige Ordenspriester verschiedener Sprachen für die Beichte, 2 Ärzte, Hilfspersonal für Sauberkeit, Bedienung usw.) die Zimmer zugeteilt.

Architekt ist der Amerikaner Louis D. Astorino. Die Baukosten für das neue Haus sollen etwa 20 Millionen Dollar betragen. Schutzpatronin der Gebäude  ist die hl. Martha aus Bethanien. Sie ist unter anderem Schutzpatronin der Hauswirtschaft, der Gastwirte, Hoteliers und Krankenhausverwalter. Das Domus führt eine Gastronomie, kleine Verkaufsläden und Geschäfte, die persönliche Dienstleistungen anbieten, wahrgenommen durch die Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe vom hl. Vinzenz von Paul.

Man weiss, dass der neu gewählte Benedikt XVI. nach seiner Wahl am 19.04.2005 noch im Domus Sanctae Marthae über Nacht mit den Kardinälen verblieb.

Im offiziellen Telefonbuch 2004/05 des Vatikans wird unterschieden:
–      Ospizio Santa Marta (östliches Haus, Altbau)
–      Domus Sanctae Marthae (****-Hotel, westlicher Neubau, H-Form)
Pilgergruppen sind anscheinend nicht mehr erwünscht. Siehe aber die mindestens 10 Hotels des Vatikans (unter „Exterritoriale Gebiete“).

Papst Franziskus Bergoglio  wohnt im ersten Stock des Domus Sanctae Marthae.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 109:
Das Domus Sanctae Marthae wurde einerseits gebaut, damit beim Konklave nicht immer 10 prostataschwache Kardinäle vor der Toilette anstehen müssen. Aber es gab noch einen anderen Grund. Viele junge Priester wohnten damals in den sündigen Vororten Roms. Oft anonym, in Jeans, und ausgesetzt den von Pier Paolo Pasolini beschriebenen Versuchungen der Borgate. „Mit dem Bau von Santa Marta wurden 100 Priester den Gefährdungen des anonymen Lebens entzogen“, sagt ein Kurialer. Und fügt hinzu, dass manch ein Priester sich möglichst schnell wieder eine Bleibe ausserhalb des Vatikans sucht, um nicht ständig kontrolliert zu werden. Die Appartements sind von klösterlicher Schlichtheit: Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Bad. Das alles für 1’000 Euro im Monat, Halbpension. Dafür sind alle Zimmer – zum anfänglichen Erstaunen vieler Erstbesucher – mit einem Bidet ausgestattet. Aber es kommen eben auch viele Frauen zu den Symposien der Akademien und Räte. Ein hochrangiger deutscher Diplomat musste das Hotel verlassen, nachdem er mit seinem Adventskranz fast das ganze Gebäude in Brand gesetzt hätte. Er wohnte dann zur Miete abseits des Borgo.

Englisch Andreas, FRANZISKUS, S. 146
Papst Johannes Paul II. war nach seinem Amtsantritt klar, dass sich die Zahl der Kardinäle in Zukunft nicht verringern würde. Er wollte daher um jeden Preis verhindern, dass sich die chaotischen Zustände, die während der beiden Konklave im Jahre 1978 herrschten, wiederholen würden. Dafür musste Platz für die Kardinäle geschaffen werden. Im Vatikan gab es nur ein Gebäude, das sich als angemessene Unterkunft  für die Kardinäle eignete, das ehemalige Hospiz „Papst Leo XIII. Pecci“. Auf dem Gelände links neben dem Petersdom (WA: im Anschluss an die Sakristei) hatten hier vorher mittelalterliche Gebäude gestanden. Nach dem Untergang des Kirchenstaates liess Leo XIII. (Pontifikat 1878-1903) ab 1884 an deren Stelle ein Krankenhaus errichten. Das Hospiz leistete gute Dienste während der Choleraepidemie in Rom 1893. Ab 1991 liess Papst Johannes Paul II. die ganze Seite des Komplexes am sogenannten Perugia-Eingang (WA: bewacht durch die Gendarmerie) im Vatikan umbauen, auch das ehemalige Krankenhaus. Ihm blieb keine andere Wahl, als das ehemalige Hospiz „Leo XIII. Pecci“ zu einem regelrechten Hotel umzubauen. Im „Domus Sanctae Marthae“ entstanden 105 Suiten und 26 Einzelzimmer.
Seinen Namen erhielt das Hotel von der überfleissigen Martha der Bibel. Im Lukasevangelium 10, 38 heisst es dazu: „Sie zogen weiter, und er [Jesus] kam in ein Dorf. Eine Frau namens Martha nahm in freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hiess. Maria setzte sich dem Herrn zu Füssen und hörte seinen Worten zu. Martha aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen.“
Wer das Privileg hat, dieses Hotel zu besuchen, spaziert  in den exklusiven und in der überfüllten Grossstadt Rom kaum vorstellbar menschenleeren Teil des Vatikans (Eingang Glaubenskongregation, siehe „Eingänge“). Auch wenn nicht gerade ein Konklave stattfindet, ist das Haus heiss begehrt. Angestellte der Kurie, die für einen überschaubaren Zeitraum nach Rom kommen oder noch keine feste Bleibe gefunden haben, wohnen hier. Eine automatische Türe öffnet sich gleitend am Haupteingang, und der Besucher steht vor der Büste Johannes Pauls II., die die beiden Treppenaufgänge zu beachten scheint, die links und rechts nach unten führen zur langen Theke der Rezeption. Dort, wie auch im Rest des Hotels, arbeiten die fleissigen Nonnen des Ordens der „Töchter der Barmherzigkeit des San Vincenzo de Paoli“. Der Orden war 1617 von Vincenzo de Paoli gegründet worden, um Arme und Kranke zu Hause zu versorgen. Heute hat der Orden 2’275 Häuser, in denen etwa 20’000 Ordensfrauen leben. Das berühmteste ist natürlich das Kardinalshotel „Domus Sanctae Marthae.
In diesem Haus herrscht geradezu peinliche Stille. Es ist dem Vatikan gelungen, die Stadt Rom und ihre Menschen wirkungsvoll auszusperren. Ich habe noch nie jemanden hier laut lachen hören. Die Frauen an der Rezeption sind übrigens völlig unschuldig an der lebensfeindlichen Atmosphäre. Ich habe Stunden meines Lebens damit verbracht, an der Rezeption herumzustehen und auf jemanden zu warten. Zunächst legen die jungen Frauen ein unnahbares frommes Gehabe an den Tag. Wenn man sie provoziert und etwas sagt wie: „Muss das frustrierend für eine Frau sein, in einem riesigen Hotel voller Single-Männer zu arbeiten, die aber leider alle irre fromm sind“, so ignorieren sie einen zunächst und schauen pikiert (ein wenig beleidigt) zur Seite. Aber weil sie nun mal Römerinnen sind und deswegen ein sehr spitzes Mundwerk haben, antworten sie irgendwann so etwas wie: „Von wegen fromme Männer, die klauen die Handtücher, und manche nehmen sogar die Bettwäsche mit. Ein paar von ihnen prellen die Zeche, und wenn du sie erwischst, sagen sie halt, dass sie ganz vergessen haben zu zahlen.“
Neben der Rezeption des Hotels befindet sich das Fernsehzimmer, das schon zu normalen Zeiten trist aussieht, aber während des Konklaves noch deprimierender wirkt, weil dann das Essentielle fehlt, das den Raum zum Fernsehzimmer macht: der Fernseher. Der wird dann weggeräumt, weil er dazu benutzt werden könnte, Kontakt mit der Aussenwelt aufzunehmen.
Die Eingangshalle mit den überdimensionierten Bildern Marias verspricht nicht gerade Charme, schlimmer wird es aber im Speisesaal. Der hat die Anmutung eines exklusiven Leichenschauhauses und verscheucht jedes Gefühl von Behagen. Die Öffnungszeiten sind auch nicht gerade kundenorientiert: Frühstück gibt es von 7.30 bis 8.45 Uhr, Mittagessen von 13 bis 14 Uhr, das Abendessen von 19.30 bis 20.30 Uhr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand gern länger im dem Restaurant bleibt als zu Essen unbedingt nötig.
Am Ende der Eingangshalle liegt der Internet-Point, der aus Anlass des Konklaves natürlich abgebaut wird.
Daneben befindet sich die  Kapelle, und die ist wirklich eine Überraschung. Denn ein kuscheliges Hotel bauen konnte der Architekt ganz sicher nicht, aber von Kapellen verstand er etwas. Die Kapelle soll den Eindruck eines Zeltes vermitteln, das die Juden in der Wüste aufgeschlagen haben, und das Konzept geht tatsächlich auf. Es ist eine der schönsten modernen Kapellen, die ich kenne. Daneben erstreckt sich eine kleine Terrasse, auf der man sich wunderbar an der Sonne wärmen kann, sie ist mein Lieblingsort im Vatikan.
Leise surren die Fahrstühle hinauf zu den vier Etagen, auf denen die Zimmer liegen. Wer eine der 105 Suiten für die Dauer des Konklaves bekam oder mit einem der 26 Einzelzimmer vorliebnehmen musste, wurde ausgelost. Die Flure sind so ungewöhnlich dunkel, dass man schon sehr gute Laune haben muss, um nicht in Schwermut zu verfallen, wenn man sie durchschreitet. Hinter den braunen Nussholztüren der Zimmer ist dann endgültig Schluss mit jeder Form von Behaglichkeit. Das kleine Arbeitszimmer wirkt durch die kalten, dunklen Marmorböden feindselig und düster, die dunklen Möbel und der Schreibtisch lassen den Eindruck entstehen, dass hier der geeignetste Ort ist, um sein Testament zu Papier zu bringen. Das Schlafzimmer – es gibt natürlich nur relativ breite Einzelbetten – sieht so aus, dass jeder Pauschalurlauber den Raum wegen seiner deprimierenden Atmosphäre laut schreiend verlassen würde. Eigentlich kann man es sich nur als das perfekte Sterbezimmer vorstellen, falls man die Form wahrend abtreten möchte. Immerhin ist das Bad modern und funktional eingerichtet. Eine Minibar gibt es aber ebenso wenig wie einen Fernseher, dafür liegen immer Rosenkränze bereit für den Fall, dass man ihn zu Hause vergessen hat, was den Kardinälen während eines Konklaves wohl kaum passieren dürfte.
Dass irgendjemand auch nur einen Tag länger als nötig im Hotel der Kardinäle bleibt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Zwar bieten einige Zimmer immerhin einen Blick auf den Park, wer aber Pech hat, schaut auf die grosse Strassenkreuzung an der Porta Cavalleggeri. Ich war jedes Mal zutiefst erleichtert, wenn ich wieder draussen war.

Masseneinwanderung

→Islam

Mauer, Berliner

Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl, „Rund um den Vatikan“, Homepage vom 06.08.2012:
Ein Stück deutscher Geschichte im Vatikan
Standort in den Vatikanischen Gärten: vor der Gärtnerei, unmittelbar an der nördlichen Staatsgrenze:  Viale S. Benedetto.
    Selbst Kirchen mussten der Mauer weichen

Schon seit Jahren halb versteckt und kaum bekannt steht ein Bruchstück der Berliner Mauer in den vatikanischen Gärten. Dieses Stück deutscher Geschichte stammt aus Berlin Mitte. Der Bau der Mauer teilte die Gemeinde Sankt Michael in zwei Teile. Die Sankt-Michaels-Kirche befand sich im Osten, während ein grosser Teil der Gemeinde dem Westen der Stadt angehörte. Die Mauer verlief hinter der Kirche und versperrte den Blick auf diese aus dem Westteil der Stadt.

Im Jahre 1986 schuf der in Berlin lebende Künstler Yadegar Asisi an genau dieser Stelle ein illusionäres (sinnestäuschendes) Bild, welches die Durchlässigkeit der Mauer demonstrieren sollte. Durch die Skizzierung der Kirchenwand auf dem Fragment scheint die Mauer nicht existent und die Sicht auf das Bauwerk unverstellt.

Nach dem Fall der Mauer wurde das Bruchstück 1990 von dem Italiener Marco Piccininni ersteigert, der es 1994 dem Vatikan schenkte.

OR Nr. 45 vom 7. November 2014, S. 6, Winfried König
Johannes Paul II. und die Berliner Mauer (…)

In diesen Tagen jährt sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer. Ohne Zweifel war dieses Ereignis durch die politischen Entwicklungen in verschiedenen Ländern des Warschauer Pakts mitverursacht. In diesem Zusammenhang tritt immer wieder die Frage auf, welche Rolle dem polnischen Papst Johannes Paul II. bei diesem historischen Geschehen zukommt. Kein geringerer als der Friedensnobelpreisträger und ehemalige polnische Präsident Lech Walesa behauptete 2009 in einem Fernsehinterview, dass Papst Johannes Paul II. zu 50 % zum Mauerfall beigetragen hat. Eine genaue Überprüfung dieser Aussage wird wohl erst möglich sein, wenn in einigen Jahrzehnten die vatikanischen Archive für sein Pontifikat geöffnet werden. Immerhin lassen sich schon jetzt gewisse Schlüsse über die Einstellung Johannes Paul II. zum damaligen Geschehen aus seinen verschiedenen öffentlichen Äusserungen ziehen. Nicht zuletzt die Grussworte an seine polnischen Landsleute im Rahmen der Generalaudienzen liefern uns hierzu eine interessante Quelle.
(Papst Johannes Paul II. im Jahre 1996 mit Helmut Kohl, Kardinal Lehmann und dem damaligen Regierenden Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen, am Brandenburger Tor)

OR Nr. 46 vom 14.11.2014, S. 1
Nach dem Angelus vom 9. November (von Papst Franziskus):

Liebe Brüder und Schwestern! Vor 25 Jahren, am 9. November 1989, fiel die Berliner Mauer, die lange die Stadt zweigeteilt hat und Symbol für die ideologische Spaltung Europas und der ganzen Welt gewesen ist. Der Mauerfall ereignete sich plötzlich, doch er wurde durch den langen und mühsamen Einsatz vieler Menschen ermöglicht, die dafür gekämpft, gebetet und gelitten haben, einige bis zum Opfer ihres Lebens. Unter diesen hat der heilige Papst Johannes Paul II. eine Hauptrolle gespielt.
(WA: An diesen 3-tägigen Feiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalles, die ich vom 07. bis 09.11.2014 miterlebte, haben weder die Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Gauck, der Regierende Bürgermeister Berlins Wowereit noch die  Berliner Tageszeitungen eine Hauptrolle des Papstes hierzu erwähnt noch ihm dafür gedankt. Gorbatschow, den Bürgerrechtler/innen und der riesigen Menge Mutiger der ehemaligen DDR wurde gedacht und gedankt.)

Mauer, Passetto di Borgo in Rom (Geheimgang)

→Geheimgang

Mauer, Leonische

Leonische Mauer im Vatikangarten: an ihrem Ende die →Lourdes-Grotte, dahinter der →Johannesturm (begehrter Aufenthaltsort von Papst Johannes XXIII.)

Papst Leo IV. (847-55) war es, der mit dem Mauerbau angefangen hatte, mitten im 9. Jahrhundert, weil auch er schon Angst hatte vor den Arabern. Bis dahin hatten sich selbst Barbaren vom Nimbus (Ansehen, Ruf) des Apostelnachfolgers einschüchtern lassen. Die Sarazenen ihrerseits sahen dafür keinen sonderlichen Anlass und plünderten 846 n. Chr. fröhlich die päpstlichen Kirchen St. Paul und St. Peter. Es musste etwas geschehen, und schon Papst Leo hatte durchaus die Absicht, eine Mauer zu errichten. Für den Bau wurden zur Strafe sarazenische Kriegsgefangene eingesetzt (neben römischen Handlangern, die auch nicht viel besser bezahlt wurden). Der Papst hatte die Stadtviertel, Vorstädte, Klöster und befestigte Landgüter der Umgebung zu freiwilligen Aufgabe verdonnert, jeweils einen Teil der Festungsmauer hochzuziehen. Als alles fertig war, schenkte Papst Leo der Mauer zum Dank seinen edlen Namen. Am 27. Juni 852 wurde die somit genannte „Leonische Mauer“ mit einer Prozession von Bischöfen, Ordensleuten und Prälaten eingeweiht. Sie liefen einmal ringsum im Rechteck, von der Engelsburg durch die Porta Angelica den Vatikan-Hügel hinauf und dann über den Gianicolo-Hügel zurück zum Tiberufer. “Leostadt“, Città Leonina: Den letzten Rest des Originalbaus sieht man noch in den Vatikanischen Gärten, gleich neben dem Hubschrauber-Landeplatz.

Belvedere-Bastion am Piazza Risorgimento: Entwurf von Antonio da Sangallo d. J., Architekt von Paul III. (1534-49).

Der letzte Teil der Mura Vaticana (St. Anna bis Risorgimento) wurde erst nach dem Konkordat mit Benito Mussolini fertiggestellt, im Jahre 1929 unter Pius XI. (1922-39). Sein Wappen befindet sich in der Via di Porta Angelica. Die Mauer wurde etwas zurückgestellt, sodass etwa 1,5 m vor der Mauer noch dem Vatikan gehören (Staatsgebiet). WA: kurz vor Ende der Gendarmerie-Kaserne (genau auf Höhe Porta Angelica Nr. 11) ist die Mauer langsam zurückgezogen, sodass sie bei der Piazza Risorgimento angelangt, ca. 1,5 m zurückversetzt ist (Porta Angelica Nr. 15; Botschaften Boliviens und Libanons beim Hl. Stuhl).

Vatikanmauer an der Via Porta Angelica:

Vatikanmauer an der Via Portal Angelica
Maulwurf im Vatikan

→Päpstliche Wohngemeinschaft

Mediendikasterium des Vatikan

Kirche heute 27-29/2010, Juni
Journalist berät Vatikan

Der Vatikan lässt sich künftig von dem US-amerikanischen Journalisten Greg Burke in Medienfragen das vatikanische Presseamt mit. Burke soll die Arbeit vom vatikanischem Presseamt und Staatssekretariat koordinieren. Der 52-jährige arbeitet gegenwärtig in Rom als Vatikan-Korrespondent für Fox News und war früher für die US-amerikanische Zeitschrift „Time“ tätig. Wann Greg Burke, welcher der katholischen Gemeinschaft „Opus Dei“ angehört, seine Arbeit aufnehmen wird, ist noch unbekannt.

OR Nr. 23 vom 5. Juni 2015, S. 4
Zur Reform der Vatikanmedien

Vatikanstadt/London. Die Medienarbeit des Vatikans soll nach dem Willen einer Expertengruppe umfassend modernisiert und umstrukturiert werden. Dazu gehören eine Aufwertung des Presseamtes, die Koordination der bislang selbständigen Medienabteilungen, eine neue Leitungsstruktur, mehr Gewicht auf Online-Medien und eine Vernetzung mit katholischen Medien und Pressestellen weltweit. Entsprechende Vorschläge legte der Leiter einer von Papst Franziskus eingesetzten Reformkommission, der frühere BBC-Aufsichtsratschef Lord Chris Patten, bei einer Veranstaltung in London vor. Deutlich aufgewertet werden soll das Presseamt des Heiligen Stuhles, das nach dem Urteil Pattens derzeit „unterbesetzt“ und unter „riesigem Druck“ ist. Diese Schnittstelle, die unter anderem für die Verbreitung offizieller Erklärungen, für Akkreditierungen und Pressekonferenzen zuständig ist, müsse seine Dienste „in einem angemessenen Spektrum von Sprachen“ und mit der nötigen Ausstattung für einen 24-stündigen Medienbetrieb anbieten können. Patten wandte sich indessen gegen Kürzungen im vatikanischen Medienbudget von knapp 70 Millionen Euro wie auch gegen eine Reduzierung der mehr als 600 Medienmitarbeitenden. Man solle das Geld „besser ausgeben, jedoch nicht unbedingt weniger ausgeben“. Die jetzige Ressourcenverteilung sei „eher von historischen als aktuellen strategischen Überlegungen“ bestimmt. So flössen rund 85 % der vatikanischen Medienausgaben in den Sender „Radio Vatikan“ und die Zeitung „L’Osservatore Romano“. Demgegenüber seien der vatikanische Fernsehdienst und soziale Medien zwar professionell, aber unterfinanziert. (…)

OR Nr. 25 vom 19. Juni 2015, S. 4
Zusammenführung der vatikanischen Medien in ein Dikasterium („Ministeramt“)

Künftig werden die vatikanischen Medieneinrichtungen in einer Behörde zusammengefasst. Die Zusammenführung soll unter Wahrung des Personalbestandes innerhalb von 4 Jahren erfolgen, teilte der Pressesprecher des Heiligen Stuhles, P. Federico Lombardi, als ein Ergebnis der Konferenzrunde des Kardinalrates für die Kurienreform (K9-Rat), der in der vergangenen Woche tagte, mit. Das aus 9 Kardinälen bestehende Beratergremium habe über die Berichte der verschiedenen Untersuchungskommissionen beraten und dem Papst vorgeschlagen, „in den nächsten Monaten“ ein solches Dikasterium zu gründen und die entsprechenden Ernennungen vorzunehmen, so der Sprecher. – In der neuen Behörde sollen 9 Einrichtungen zusammengefasst werden. Diese sind die vatikanische Druckerei, die Zeitung „L’Osservatore Romano“, die vatikanische Verlagsbuchhandlung, Radio Vatikan, das Presseamt des Heiligen Stuhles, der Päpstliche Medienrat, das Vatikanfernsehen CTV, das Internet-Büro und der Fotoservice des Osservatore Romano. – Der K9-Rat hatte am Dienstag, 9. Juni 2015, über den Medienbereich diskutiert. Der Leiter der im April vom Papst gegründeten Kommission für die Vatikanmedien, Msgr. Dario Edoardo Viganò (promovierter Kommunikationswissenschaftler), hatte die Kardinäle insbesondere über den Bericht der „Vatican Media Commission“ unter Lord Chris Patten informiert. Die vatikanischen Medieneinrichtungen arbeiten derzeit selbstständig. Patten hatte in seinem teilweise veröffentlichten Bericht bemängelt, dass dadurch unnötige Doppelarbeit entstehe.

OR Nr. 26 vom 3. Juli 2015, S. 4
Zur Errichtung des neuen Kommunikationssekretariates

In Bezug auf das Apostolische Schreiben in Form eines Motu proprio mit dem Titel „Der aktuelle Kommunikationskontext“ vom 27. Juni 2015, mit dem der Papst das Sekretariat für Kommunikation errichtet hat, ernannte er:

  • zum Präfekten des Kommunikationssekretariates: Msgr. Dario Eduardo
    Viganò, Direktor des Vatikanischen Fernsehzentrums;
  • zum Sekretär: Msgr. Lucio Adrián Ruiz, Büroleiter des vatikanischen
    Internetdienstes;
  • zum Generaldirektor: Dr. Paolo Nusiner, Generaldirektor der Zeitung der
    Italienischen Bischofskonferenz Avvenire;
  • zum stellv. Generaldirektor: Dr. Giacomo Ghisani, Leiter der
    Abteilung für internationale Beziehungen und juristische Angelegenheiten
    bei Radio Vatikan sowie Mitglied des Verwaltungsrates des
    Vatikanischen Fernsehzentrums.

OR Nr. 22 vom 03.06.2016, S. 3
Papst berät mit Behördenleitern über Medienreform

Papst Franziskus hat die Leiter der vatikanischen Behörden am 30. Mai 2016 zu einer „Kabinettssitzung“ einberufen. Thema des mit den Präfekten  der Kongregationen und Präsidenten der Päpstlichen Räte war die Reform des vatikanischen Mediensektors. Referiert habe zu diesem Thema der Präfekt des neuen Mediensekretariates, Msgr. Dario Edoardo Viganò.
Das 2015 von Papst Franziskus geschaffene Mediensekretariat soll die bislang getrennten vatikanischen Aktivitäten auf diesem Sektor bündeln. Unter seinem Dach sind ausser dem Sender Radio Vatikan etwa die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“, das Fernsehzentrum CTV und das Nachrichtenportal vatican.va. angesiedelt. Die Reform ging bislang etwas schleppend voran. Viganò hatte ihren Abschluss bis 2018 in Aussicht gestellt.

Kirche heute 30-32/2016 Juli, S. 2
Erstmals eine weibliche Sprecherin

Der Vatikan hat erstmals eine weibliche Pressesprecherin. Papst Franziskus ernannte am 11. Juli 2016 die spanische Hörfunk-Journalistin Paloma Garcia Ovejero zur stellvertretenden Leiterin des vatikanischen Presseamtes. Die 40-jährige ist Nachfolgerin des US-Amerikaners Greg Burke (56), den Franziskus zum neuen Leiter des Presseamtes anstelle des mit fast 74 Jahren in den Ruhestand getretenen Pater Federico Lombardi berufen hat.

OR Nr. 34 vom 25.08.2017, S. 3
Vatikan plant neues Medienportal

Der Vatikan plant noch für dieses Jahr ein neues multimediales und mehrsprachiges Medienportal. Der Internetauftritt solle verlässlich über den Vatikan informieren und zugleich auf die Nutzerbedürfnisse in den jeweiligen Ländern eingehen, kündigte der Präfekt des vatikanischen Kommunikationssekretariates, Msgr. Dario Edoardo Viganò an. Bisher ist die vatikanische Medienarbeit auf verschiedene Internetseiten verteilt.

OR Nr. 1 vom 05.01.2018, S. 4
Der Vatikan hat bei seiner Übertragung der Christmette mit Papst Franziskus erstmals das neue Format Ultra HD 8K getestet. Dass eine Papstmesse technische Innovationen voranbringe, könne kurios erscheinen, kommentierte Msgr. Dario Edoardo Viganò, Leiter des vatikanischen Mediensekretariates. Allerdings werde Geschichte durch Ereignisse geschrieben, „die Kraft haben, die Zukunft vorwegzunehmen“. Der Testlauf in 8K erfolgte in Zusammenarbeit mit Sony. Das Material ist für das Vatikanarchiv bestimmt.

Wikipedia, 19.06.2018 (Medieneinrichtungen des Vatikans)

Das Mediendikasterium des Vatikans kennt seit Juni 2015 folgende Vorschläge des Kardinalrates C9 zu einer Zusammenfassung der vatikanischen Medien (9 Einrichtungen):

  1. Vatikanische Druckerei
  2. Tageszeitung L’Osservatore Romano
  3. Vatikanische Verlagsbuchhandlung
  4. Radio Vatikan, neu unter dem Namen „Vatican News“
  5. Presseamt des Heiligen Stuhles
  6. Der Päpstliche Medienrat
  7. Das Vatikanische Fernsehen CTV
  8. Das Internet-Büro
  9. Den Fotoservice des L’Osservatore Romano

Die Bezeichnung „Vatican News“ besteht seit 17.12.2017. Vatican News ist ein mehrsprachiges Nachrichtenportal des Vatikans und damit Nachfolger des bisherigen Auslanddienstes Radio Vatikan. Das Portal umfasst neben den bisherigen Hörfunk- und Textangebot weitere multimediale Inhalte.

OR Nr. 51/52 vom 21.12.2018, S. 3
(Andrea Monda neuer Direktor unserer Zeitung, 2. Abschnitt)
Ausserdem ernannte Papst Franziskus den italienischen Journalisten und Vatikanexperten Andrea Tornielli (54) zum Leiter der „Editorialen Direktion“ im Mediendikasterium. Als solcher koordiniert er künftig die Einheiten der vatikanischen Medienarbeit (siehe vorgehend), darunter „Vatican News“ (→Zeitung). Tornielli arbeitete bisher für mehrere Zeitungen und Magazine, zuletzt bei der Turiner Zeitung „La Stampa“ (ein allgemeiner Ausdruck für Druck, Presse u. ä.). Der studierte Sprachwissenschaftler ist verheiratet und hat 3 Kinder. Die Abteilung „Editoriale Direktion“, deren Leitung Tornielli übernimmt, war bei der Gründung des Mediensekretariates 2015 neu geschaffen worden, bislang aber unbesetzt. Laut dem Statut des Dikasteriums soll sie eine „wirksame Integration der traditionellen Medien in die digitale Welt“ voranbringen.

OR Nr. 51/52 vom 17.12.2018, S. 4
Treffen des Kardinalrates 10. bis 12.12.2018 (3. Abschnitt)

Der Präfekt des Dikasteriums für die Kommunikation, Paolo Ruffini, berichtete über den Fortschritt der Reform der Vatikanmedien und gab einen Ausblick auf die kommenden Schritte, die alle beteiligten Institutionen zusammenführen sowie eine koordinierte Verwaltung und auch dank neuer Technik eine effektivere Zusammenarbeit der Ressourcen sichern soll. Ruffini hob die Bedeutung der verschiedenen Kommunikationsmittel (Radio, TV, Web, Social) im aktuellen multimedialen Kontext hervor und veranschaulichte die Kriterien für eine einheitliche Kommunikationsstrategie des heiligen Stuhles, wobei er den einzigartigen Wert des mehrsprachigen Angebots der vatikanischen Medien unterstrich.

OR Nr. 1 vom 04.01.2019, S. 4
Heiliger Stuhl. 31. Dezember 2018: Papst Franziskus hat den Rücktritt des Direktors und der Vizedirektorin des Presseamtes des Heiligen Stuhles, Greg Burke und Paloma García Ovejero, angenommen und Alessandro Gisotti, bisher Koordinator der Social Media des Dikasteriums für die Kommunikation, zum Direktor „ad interim“ („vorläufig“) ernannt.

Kirche heute 4/2019, S. 24
Pressearbeit neu organisiert

Nach dem Rücktritt der bisherigen Pressesprecher organisiert der Vatikan seinen Pressestab neu. Wie die vatikanische Kommunikationsbehörde bekannt gab, erhält der kommissarische Pressesprecher Alessandro Gisotti 4 neue Mitarbeiter. Der bisherige Direktor des Presseamtes, der US-Amerikaner Greg Burke, und seine Stellvertreterin, die Spanierin Paloma Garcia Ovejero, hatten am 31. Dezember 2018 überraschend ihren Rückzug bekanntgegeben. „In diesen Zeiten des Übergangs für die vatikanische Kommunikation glauben wir, dass es besser ist, wenn der Heilige Vater völlig frei ist, ein neues Team zu bilden“, erklärte Burke zum Rücktritt. Greg Burke und Paloma Garcia Ovejero haben ihr Amt am 1. August 2016 angetreten. Sie folgten Pater Federico Lombardi, der 10 Jahre lang im Amt war.

OR Nr. 3 vom 18.01.2019, S. 3
Neue Mitarbeiter im vatikanischen Presseamt

Vatikanstadt. Nach dem Weggang seiner bisherigen Pressesprecher organisiert der Vatikan seinen Pressestab neu. Wie das vatikanische Kommunikationsdikasterium am Freitag, 11.01.2019, bekanntgab, erhält der Pressesprecher „ad interim“ (auf Zeit), Alessandro Gisotti, 4 neuen Mitarbeiter. So ernannte der Leiter des Dikasteriums für Kommunikation, Paolo Ruffini, die Französin Romilda Ferrauto zur „Senior Advisor“ des vatikanischen Presseamtes. Zu „Assistenten“ ernannte er die US-amerikanischer Ordensfrau Bernadette Reis und den Peruaner Raul Cabrera Pérez.
Ferrauto arbeitete für die französische Abteilung von Radio Vatikan und war in die Pressearbeit während der letzten 5 Bischofssynoden involviert. Sowohl Reis wie Cabrera entstammen der englischen bzw. spanischen Redaktion von Radio Vatikan – Vatican News. „Office Manager“ des Presseamtes wird der US-Amerikaner Thaddeus Jones, der ebenfalls vorher für Vatican News tätig war.
Die bisherigen Pressesprecher von Papst Franziskus, Greg Burke und seine Stellvertreterin Paloma García Ovejero, sind Ende Dezember überraschend zurückgetreten.

→Zeitung L’Osservatore Romano         →Radio Vatikan (Vatican News)         →Internet

Medizinische Versorgung im Vatikan

Im Palazzo Belvedere (Eingang S. Anna) sind Ärzte rund um die Uhr anwesend. Es sind aber keine Operationen möglich. Es gibt also kein Spital im Vatikan. Das „Vatikanspital“, mindestens für den Papst, ist das Gemellispital auf dem Monte Mario. Der Vatikan hat mit verschiedenen Stadtspitälern Roms Verträge. Ein Operationszimmer aber, einzig für den Papst (von Paul VI. eingerichtet), befand sich im 3. Stock des Papstpalastes. Benedikt XVI. genügte anscheinend eine einfache Zahnarztpraxis.

Zutritt zur medizinischen Versorgung bzw. Ambulatorium bzw. Apotheke haben Bürger/innen und Einwohner/innen SCV, auch Arbeitnehmer/innen SCV. Es ist in speziellen Fällen möglich, dass sich Römer/innen untersuchen lassen und gegen Rezept in der Vatikanapotheke Medikamente beziehen können.

OR Nr. 18 vom 3. Mai 2013, S. 3
Vatikanische Ärzte behandeln Kinder in Vietnam

Vatikanstadt. Das vatikanische Kinderkrankenhaus „Bambino Gesù“ (Gianicolo) weitet seine Hilfsangebote für Kinder in Vietnam aus. Die Klinik ha gemeinsam mit dem Kinderkrankenhaus „National Hospitel for Pediatrics“ in Hanoi ein intensivere Zusammenarbeit bei der Behandlung von 2’000 Kindern mit Missbildungen im Genitalbereich und an den Urinwegen sowie mit Nierenversagen vereinbart. Das Projekt solle gewährleisten, dass die Betroffenen fachgerecht untersucht würden. Zudem solle es chirurgische Eingriffe und eine Dialyse (Blutwäsche) ermöglichen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden medizinischen Einrichtungen besteht schon seit einigen Jahren. Ärzte des vatikanischen Krankenhauses seien in dieser Zeit bereits 20 Mal nach Hanoi geflogen, um Fortbildungsprogramme für einheimische Ärzte durchzuführen, berichtet der vatikanische Pressedienst Fides.
Siehe auch →Ambulatorium   →Gewerkschaften

Mensa (Verpflegungsstellen im Vatikan)

Siehe →Verpflegungsstelle

Menschenhandel

OR Nr. 4 vom 25.01.2019, S. 4
Der Vatikan hat am 17.01.2019 eine Orientierungshilfe zum Kampf gegen Menschenhandel veröffentlicht. Die 38-seitige Handreichung wurde von der Sektion für Migranten und Flüchtlinge im Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen herausgegeben und richtet sich an Diözesen, Orden, Pfarreien sowie an katholische Bildungseinrichtungen und andere kirchliche Institutionen. Im Dokument werden Eckpunkte für die Planung, Umsetzung und Evaluierung von Massnahmen gegen Schlepperei und Ausbeutung von Migranten benannt. Zum koordinierten Vorgehen gegen Menschenhandel wird unter anderem eine engere Zusammenarbeit zwischen katholischen Diözesen der Herkunfts- und Zielländer vorgeschlagen. Um das Schlepperwesen zu unterlaufen, seien mehr legale Einreisemöglichkeiten sowie bessere Informationen für Migranten notwendig.

Kirche heute 8/2019 Februar, S. 2
Mehr Engagement gegen Menschenhandel

Papst Franziskus hat in einer Videobotschaft zum Weltgebetstag gegen Menschenhandel zu mehr Engagement im Kampf gegen Menschenhandel aufgerufen. Auch heute gebe es noch Sklaverei auf der Welt, „so viel oder vielleicht sogar mehr als früher“, sagte der Papst. Franziskus hatte 2015 einen internationalen Gebetstag gegen Menschenhandel ausgerufen, der jährlich am 8. Februar weltweit von Katholiken begangen werden soll. Damit will die Kirche gegen die global wachsenden Verbrechen der modernen Sklaverei mobilisieren.

Menschenrechte

  Allg. Erklärung der Menschenrechte, 1948

bz Basellandschaftliche Zeitung vom 24.09.2007, Hans Küng:
Der Vatikan war bis heute nicht in der Lage, die Menschenrechts-Erklärung des Europarates zu unterzeichnen, wiewohl man in Rom sonst immer daran interessiert ist, bei internationalen Konferenzen und Abmachungen beteiligt zu werden.

Hätte der Vatikan die Menschenrechtserklärung unterzeichnet, müssten ganz andere Normen bei Verfahren gegen Oppositionelle innerhalb der Kirche eingehalten werden. Dazu gehören vor allem solche wichtige Punkte wie die Frage des rechtlichen Gehörs, der Akteneinsicht usw., kurz alles, was Rom beispielsweise mir die ganze Zeit verwehrt hat. WA: Siehe dazu der Basellandschaftliche Gerichtsentscheid im Falle Bischof Koch/Pfarrer Sabo (Sommer 2007) zugunsten Sabos. Ihm wurde das rechtliche Gehör beim Bischof nicht zugestanden, was das Gericht missbilligte.

Hans Küng, Erkämpfte Freiheit, S. 493:
Die Verfahrensweisen der Glaubenskongregation widersprechen den „Allgemeinen Erklärungen der Menschenrechte“ durch die Vereinten Nationen (10.12.1948), Artikel 10: „Jedermann hat in voller Gleichheit das Recht auf eine faire und öffentliche Untersuchung durch ein unabhängiges und unparteiisches Gericht zur Beurteilung seiner Recht und Pflichten und jeglicher gegen ihn gerichteten Anschuldigung.“ Und Artikel 11.1: „Jedermann, der eines strafbaren Vergehens angeklagt ist, hat das Recht, als unschuldig betrachtet zu werden, bis seine Schuld bewiesen ist, nach dem Gesetz in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle zu seiner Verteidigung notwendigen Rechtsmittel hatte.“

HK, Ist die Kirche noch zu retten?, S. 221:
Erst die Aufklärung räumte mit den Barbarismen (Inquisition, Häresie) der Folter und des Feuertodes für Ketzer auf. Aber die römische Inquisition besteht unter verändertem Namen („Sanctum Officium“, „Kongregation für die Glaubenslehre“) und mit psychischen Foltermethoden weiter und verfügt heute über digitale Registriermethoden. Doch verfährt sie immer noch nach ihrem mittelalterlichen Grundsatze – einer der Gründe, warum der Vatikan der Europäischen Menschenrechtskonvention von 1950, die auf einem Mindestniveau die Einhaltung der Menschenrechte gewährleisten soll, nicht beitreten darf.

Kath. Wochenzeitung Baden 39/2018 September, S. 10
Glencore ist Spitzenreiter im Hilfswerks-Ranking der Übeltäter

Der Rohstoffkonzern Glencore mit Sitz in Zug/CH kommt am schlechtesten weg  betreffend Verletzung von Menschenrechten und Umweltstandards. Das stellen „Fastenopfer“ und „Brot für alle“ in einer Analyse des Verhaltens von Schweizer Unternehmen von 2012 bis 2017 fest.
Mit Abstand am meisten Probleme verursachten die Rohstoffkonzerne, schreiben die beiden kirchlichen Hilfswerke in einer Mitteilung vom 13.09.2018. 19 der untersuchten Fälle – oder 29 % – stammten aus dieser Branche. Darunter sei der Zuger Rohstoffkonzern Glencore mit 11 Fällen „der klare Spitzenreiter im Ranking (Bewertung)  der Übeltäter“. Die Hilfswerke verweisen auf die gutdokumentierten Probleme rund um Glencors Minen in der Demokratischen Republik Kongo und in Kolumbien. Dabei gehe es um die Verschmutzung von Wasser und Böden sowie um soziale Konflikte aufgrund von Umsiedlungen oder der Kriminalisierung von Protesten.  Die Branchen Banken und Nahrungsmittelindustrie stehen mit je 7 Fällen auf dem zweiten Platz im Ranking der Hilfswerke. Die angeprangerten Schweizer Firmen verursachen laut Mitteilung hauptsächlich Umweltverschmutzungen (21 % der Fälle), aber auch die Arbeitsrechte und die Arbeitssicherheit würden zu wenig beachtet. Die Ergebnisse sind schockierend. (…)

Diffamierungen →Päpste, Johannes Paul II.

OR Nr. 40 vom 5. Oktober 2012, S. 4:
Der Vatikan hat die internationale Gemeinschaft zu einem wirksameren Schutz der Menschenrechte aufgefordert. Diese dürfe sich nicht nur darauf beschränken, von Staaten ein demokratisches Zustandekommen von Gesetzen zu verlangen, sondern müsse auch inhaltliche Anforderungen an die Gesetzgeber stellen, heisst es in einer Rede von Erzbischof Dominique Mamberti, Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, bei der 67. UNO-Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.  Die unveräusserliche Würde und der Wert jedes Menschen dürften durch kein Gesetz, keine soziale Übereinkunft und kein internationales Abkommen in Frage gestellt werden, so der Erzbischof.

OR Nr. 50 vom 14.12.2018, S. 1
Mahnung zum Schutz der Menschenrechte

Vatikanstadt. Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat Papst Franziskus eine eindringliche Mahnung an Regierende gerichtet. Menschenrechte müssten im Zentrum der Politik stehen. Dies gelte auch gegen herrschende Trends für die Entwicklungspolitik, betonte der Papst in einer am 10.12.2018 veröffentlichten Botschaft. Den Schutz der Menschenwürde verlangte Franziskus besonders für die verletzlichsten Glieder der Gesellschaft, etwa ungeborene Kinder oder Notleidende.
Auch 70 Jahre nach ihrer feierlichen Proklamation (Aufruf) stehe die Anerkennung der Menschenrechte vielerorts in Zweifel, beklagte der Papst. In der Welt bestünden weiter zahlreiche Formen von Ungerechtigkeit, gefördert von einer verengten Sicht des Menschen und einer ausbeuterischen Wirtschaft. Während ein Teil der Menschheit im Überfluss lebe, sehe ein anderer seine Würde missachtet und mit Füssen getreten, so der Papst. Franziskus nannte als Beispiele Kinder, denen das Recht, geboren zu werden, verwehrt werde, und Menschen, die keinen Zugang zu den Mitteln für ein Leben in Würde hätten. Weiter verwies er auf angemessene Bildung und Arbeitsbedingungen, auf den Strafvollzug und Rechtsstaatlichkeit. Weiterhin würden  Personen aufgrund ihrer Rasse oder ihrer ethnischen (Kultur- und Lebensgemeinschaft einer Volksgruppe), nationalen oder religiösen Zugehörigkeit diskriminiert (herabgesetzt) und Gewalt ausgesetzt.
Der Papst richtete seine Botschaft an eine internationale Konferenz, die am 10. und 11. Dezember 2018 in der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom die Geschichte der Menschenrechte in den vergangenen Jahrzehnten analysierte. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10.12.1948 von den Vereinten Nationen verkündet.

→Ehe, gleichgeschlechtliche

Messe, Heilige

                    Das letzte Abendmahl. Altartafel von Duccio di Buonsegnia, 1308-1311

Katholische Wochenzeitung 30-32 2014, Juli, S. 10
Kardinal Tagle: „Guten Morgen“ in der heiligen Messe überflüssig

Begrüssungen wie „Guten Morgen“ haben in der heiligen Messe keinen Platz. Dies sagte Kardinal Luis Antonio Tagle, der Erzbischof von Manila, in seiner Predigt zu Fronleichnam. Grussformeln dieser Art seien überflüssig, selbst wenn sie einer guten Absicht entspringen würden. Dies berichtete die Online-Ausgabe von CBCP, dem Nachrichtendienst der katholischen Bischofskonferenz der Philippinen. „Ich sehe keinen Bedarf für „Guten Morgen“ und ähnliche Begrüssungsformeln, wenn Gottes reale Gegenwart in der heiligen Eucharistie genügt“, sagte er wörtlich. Die im Messbuch vorgesehene Begrüssung mit „Der Herr sei mit Euch“, sei ausreichend, fügte der Kardinal hinzu. Er forderte die Priester in seiner Diözese auf, die liturgischen Vorgaben einzuhalten. Jeder könne „Guten Morgen“ sagen, aber die Grussformel „Der Herr sei mit Euch“ sei nur in der heiligen Messe zu hören und sei deshalb von besonderer Bedeutung.

Katholische Wochenzeitung 30-32 2014 Juli, S. 10
Eucharistie im Jugendlager

„Ich möchte daher diese Gelegenheit wahrnehmen, um einige Gedanken über die heilige Messfeier mit in den Urlaub zu geben. Ich mache dies nicht zuletzt, weil mir bei den Visitationen der Pfarreien auffällt, dass einige kirchliche Mitarbeiter ein distanziertes Verhältnis zur Eucharistiefeier haben und Sonntage ohne heilige Messe verbringen können. Es kann nicht sein, dass Kinder- und Jugendlager an Wochenenden ohne heilige Messe stattfinden, nicht zuletzt wegen jenen Personen, welche im kirchlichen Dienst stehen und dafür  Verantwortung tragen. Dabei müsste doch eben diese Feier der zentrale Inhalt der Evangelisierung sein, so auch in der für die Zukunft der Kirche bedeutenden Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Denn der /Höhepunkt der christlichen Initiation (Aufnahme in die Gemeinschaft) ist die Teilnahme am heiligen Messopfer und der Empfang der heiligen Kommunion.
(Bischof Vitus Huonder zum Abschluss des Studienjahres 2013/2014 an der Theologischen Hochschule Chur [kipa])

OR Nr. 28 vom 14.07.2017, S. 3
Bestimmungen zur Qualität von Brot und Wein für die Eucharistie

Der Vatikan hat die Bischöfe aufgefordert, „über die Qualität des für die Eucharistie bestimmten Brotes und Weines sowie über jene, die mit der Zubereitung befasst sind, zu wachen“. Dazu müssten sie die Pfarrer anhalten zu überprüfen, wer in ihren Gemeinden für die Bereitstellung von Brot und Wein zuständig sei, und ob die Produkte geeignet seien. Zudem müssten die Bischöfe die Hersteller von Brot und Wein für die Eucharistie über die einschlägigen Vorschriften informieren und über deren Einhaltung wachen. Angesichts „eines geringer werdenden Respekts vor dem Heiligen“ müssten die Bischöfe sicherstellen, dass nur geeignete Produkte verwendet würden und deren Verteilung und Verkauf regeln, heisst es in einem am Samstag, 8. Juli 2017, veröffentlichten Rundschreiben der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an die Bischöfe der Weltkirche. Um Zweifel an der gültigen Materie der Hostien und des Weins auszuräumen, empfiehlt der Vatikan den Bischöfen, auf geeignete Produkte hinzuweisen, etwa durch die Ausstellung von Zertifikaten. Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erinnert an die einschlägigen Vorgaben des katholischen Kirchenrechts. Demnach müssen die Hostien, die für die Eucharistie verwendet wird, ungesäuert, aus reinem Weizenmehl zubereitet und frisch sein. Der Wein muss laut Kirchenrecht naturrein, aus Weintrauben gewonnen und echt sein. Er darf nicht mit anderen Substanzen vermischt werden.
Das von Kardinal Robert Sarah unterzeichnete Schreiben „über das Brot und den Wein für die Eucharistie“ enthält keine Neuerungen. Es bekräftigt und bündelt bereits bestehende Normen.

V.-J. Dieterich, Martin Luther, 2017, S. 30
Das Volk aber hielt man dumm. In der lateinischen Messe wurde vor seinen Augen (ein Franziskanerprediger) „Hokuspokus“ getrieben. Es ist nicht auszuschliessen, dass dieser Begriff sich ursprünglich aus den Worten bei der Wandlung in der Eucharistiefeier ableitet: „Hoc est enim corpus meum“ („Dies nämlich ist men Leib“). Reformatorisch Gesinnte nahmen diese Volksverdummung literarisch aufs Korn. In einem Dialog zwischen einem Geistlichen und einem alten Mütterlein antwortet dieses auf die Frage, was sie von der Messe begriffen habe: „Herr Gott behüte, was fragt Ihr? Ich habe kein einziges Wort gehört“ beziehungsweise verstanden…

Katholische Wochenzeitung Baden 20/2018 Mai, S. 6
Nach 18 Jahren Stehen kehrt das Erzbistum zum Knien zurück

„Dies würde zur würdigen Teilnahme an der heiligen Messe führen und unsere Verehrung der heiligen Eucharistie fördern.“
Due US-amerikanische Erzdiözese Portland wird ab Fronleichnam (3. Juni) wieder zum Knien der Gläubigen nach dem „Agnus Dei“ zurückkehren. Diese Entscheidung wurde von Erzbischof Alexander Sample getroffen.
Die Information dazu veröffentlichte das Erzbistum auf seiner Homepage. „Diese Änderung wird uns mit der Weltkirche, der Mehrheit der US-amerikanischen Bistümer und der anderen Diözesen des Bundesstaates Oregon, Bistum Baker, vereinigen. Noch wichtiger ist, dass dies zur würdigen Teilnahme an der heiligen Messe führen und unsere Verehrung der heiligen Eucharistie fördern wird.“ Die Gläubigen sollen bis zum Kommunionempfang knien. Weiterhin empfiehlt das Erzbistum die Tradition, auch nach dem Kommunionempfang zu knien, bis der Priester zu seinem Sitzplatz zurückgekehrt ist. Ausdrücklich legt das Erzbistum fest: Jene, die wegen einer Krankheit oder einem anderen Hindernis nicht knien können, sollen sich hinsetzen, damit sie nicht die Sicht jener behindern, welche knien.“
Das Erzbistum Portland hatte die Gläubigen im Jahr 2000 informiert, dass sie nach dem „Agnus Dei“ stehenbleiben sollen.

Kath. Wochenzeitung Baden 34/2018 August, S. 4
Bischof verbietet Kommunionsfeiern in seinem Bistum

Gottesdienste mit Kommunionsspendung ohne Priester dürften nicht als gleichwertiger Ersatz für die heilige Messe gesehen werden. Falls kein Priester verfügbar sei, solle eine Feier ohne Kommunionsspendung abgehalten werden, bestimmt Bischof Vasa von Santa Rosa/USA. (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 14/2019 April, S. 4, Peter Winnemöller
Die Infanterie rückt auf die heilige Messe vor

Das desaströse (katastrophale) theologische Verständnis von der heiligen Messe des Erfurter Liturgiewissenschaftlers Benedikt Kranemann.
Nun ist die Messe dran. Man könnte wahrlich zur Ansicht gelangen, die apokalyptischen (weltendähnlichen) Reiter hätten ihre Infanterie in Gestalt deutscher Theologen ausgesandt. Nachdem der erste Artilleriebeschuss aus dem Episkopat in Gestalt des „Synodalen Weges“ für Angst und Schrecken sorgte, ist nun das theologische Fussvolk am Zug, das destruktive  Werk fortzusetzen. Das verbale Marodieren (plündernde Nachzügler) nimmt seinen Lauf.
Der Erfurter Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann  erklärte im Rahmen eines Vortrages, wie auch die Liturgie der Kirche seiner Ansicht nach zum sogenannten „Missbrauch“ beitrage. Es ist nicht neu. Das Leiden der Kirche unter dem in der Vergangenheit gehäuft aufgetretenen kriminellen Päderasmus (Homosexuelle mit besonders auf männliche Jugendliche gerichteten Sexualempfinden)  katholischer Kleriker wird von zahlreichen Kräften im Innern und Äussern der Kirche für die jeweilige Agenda ge- oder auch missbraucht. Hier ist die heilige Messe dran. Dran sind auch die Priester, die wohl am wenigsten in Gefahr sein dürften, kriminell zu werden. Die Nachrichtagentur KNA zitiert Kranemann mit der absurden (sinnwidrigen) Frage, inwieweit die tagtäglich gefeierte Liturgie ein Amts- und Rollenverständnis, vor allem von Priestern, präge, das möglicherweise dazu beitrage, dass Menschen anderen gegenüber Machtfantasien entwickelten und sie auch auslebten, bis hin zur Beschädigung der körperlichen und seelischen Integrität. Das muss man erst einmal verdauen. Spätestens seit dem Weltjugendtag 2005 in Köln, der die Eucharistie und die Eucharistische Anbetung neu in den Mittelpunkt gerückt hat, dürfte auch der letzte Trottel kapiert haben, dass eine Erneuerung der Kirche nur von der Eucharistie ausgehen kann. Die Feier der heiligen Messe jetzt unter Ausnutzung des Missbrauchs sturmreif schiessen zu wollen, ist in sich logisch. Die Verwirrungen der Menschen, die nicht zuletzt durch einen fünfzigjährigen Ausfall der Katechese mitausgelöst wurden, führten dazu, dass die liturgische Praxis in den Gemeinden heute im Keller ist. Gerade einmal knapp 10 % der Katholiken besuchen regelmässig am Sonntag die heilige Messe. Die Werktagsmessen sind so schlecht besucht, dass man statt über Messstipendien lieber über Schmerzensgeld für Priester nachdenken sollte, die hier treu bleiben. (…)

Meyer C. F., Sie kommen mit dröhnenden Schritten…

→P, Päpste, ihre Pontifikate: K – Z, Leo XIII.

Mezzanin, das

http://de.wikipedia.org/wiki/Mezzanin

Palazzo Porto in Vicenza/I – Mezzanin unter dem Dachgeschoss

Mezzanin über dem Erdgeschoss (G)

Ein Mezzanin (von italienisch: mezzo = halb) ist ein Halb- oder Zwischengeschoss eines mehrstöckigen Gebäudes. Es ist deutlich niedriger als die Vollgeschosse, namentlich als Halbgeschoss oder Zwischengeschoss bei mehrstöckigen Gebäuden bezeichnet.

Das Mezzanin hat eine geringere Höhe und gegebenenfalls auch eine geringere Fläche als die Vollgeschosse des Gebäudes. Meistens befindet es sich entweder als letztes Geschoss ohne Dachschräge unter dem Dach, z. B. als Dienstbotenwohnung, oder als Zwischengeschoss zwischen Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss. – Wenn ein Mezzanin im Gebäudeinnern an einen über mehrere Geschosse gehenden Saal angrenzt, kann es mittels einer Empore an diesen angebunden werden. Aus diesem Grunde wird im Englischen die Bezeichnung „mezzanine“ vor allem auch für Emporen verwendet.

Um steuerrechtliche Bestimmungen wie die der Stockwerksteuer zu umgehen, wurde das Mezzanin beispielsweise in Wien um 1900 verwendet, um die Stockwerkszahl auf dem Papier gering zu halten. Durch Einfügen von nominalen Zwischengeschossen wie dem Halbstock, Tief- (auch Souterrain genannt) Halb- und Hochparterre und einem Mezzanin wurde die Anzahl der Geschosse erhöht, ohne die Auflagen einhalten zu müssen, die mit zusätzlichen Vollgeschossen verbunden gewesen wären. Diese Art des Bauens findet man unter anderem auch im Wiener Rathaus.

In der Schweiz hat das Mezzanin keine steuertechnische Bedeutung.

AS, Vatikanistan, S. 210:
Dem Papstbruder, Georg Ratzinger, wurde im  Mezzanin oberhalb des 4. Stockwerkes des →Papstpalastes (kleine, ’schwarze‘ Fenster) eine Appartement eingerichtet, nämlich Wohnzimmer, Schlafraum und Bad. Bruder Georg Ratzinger wohnt also bei seinem Vatikanaufenthalt im oberen Mezzanin der Papstwohnung, gleich wie die Sekretäre des Papstes. Im Mezzanin unterhalb der Papstwohnung (kleine, ’schwarze‘ Fenster) hat man Archive eingerichtet. →Papstpalast (Bild)

Mietwohnungen in der Stadt  Rom

Über unzählige Mietwohnungen soll der Vatikan in Rom verfügen, einmal hört man von mehreren Hundert,  das andere Mal von über 3’000. Der Hauskomplex gegenüber dem Schweizerquartier (Ecke Via di Porta Angelica/Piazza Città Leonina) gehört dem Vatikan. Ehemaliger Mieter: Joseph Ratzinger. Nach seiner eigenen Aussage leben dort zzt. 7 Kardinäle und 2 Bischöfe. Sie würden keine Mieten bezahlen.
→Immobilien          →Nuzzi

Migranten, Flüchtlinge

OR Nr. 43 vom 26.10.2018, S. 3
Solidaritätsmahl vor dem Petersdom

Eine grosse Tafel als Zeichen der Solidarität mit Migranten und Flüchtlingen haben Hilfsorganisationen am Wochenende vor dem Petersplatz aufgebaut. An dem 270 Meter langen Tisch in der Via della Conciliazione, die direkt zum Petersplatz führt, bekamen 650 Bedürftige am Samstag, 20.10.2018, ein kostenloses Mittagessen. Die Initiative „Tavolata romana senza muri“ („Römischer Tisch ohne Mauern“) wolle „angesichts des epochalen Dramas der Migranten“ zeigen, dass Rom „keine Angst vor religiösen und kulturellen Unterschieden hat, sondern sie als Reichtum begreift“, sagte Sabrina Alfonsi, Leiterin des römischen Stadt-Bezirkes Municipio 1, im Gespräch mit dem vatikanischen Nachrichtenprotal Vatican News.
Die Aktion, die erstmals in Rom stattfand, wurde vom italienischen Verband christlicher internationaler Freiwilligendienste „Focsiv“ organisiert. „Wir haben den römischen Tisch ins Leben gerufen, um zu sagen, dass Rom aufnehmen und integrieren kann, dass Zusammenleben und Austausch von Sprachen, Essen, Traditionen und Erlebnissen möglich sind, ohne jemanden auszugrenzen“, sagte „Focsiv“-Pressesprecherin Giulia Pigliucci Vatican News. An den langen Tischen auf der direkt zum Petersplatz führenden Via della Conciliazione fanden Flüchtlinge und Migranten Platz; neben Essen gab es Strassenkunst und Musik. Rund 200 Freiwillige kümmerten sich um die Organisation vor Ort. Den Veranstaltern zufolge beteiligten sich mehr als 70 Organisationen an der Initiative, darunter auch evangelische Kirchen, Waldenser und Muslime.

Kirche heute 47/2018 November, S. 3, Vera Rüttimann, kath.ch
Christen, Muslime und Juden gemeinsam für Flüchtlinge
Schweizerische Religionsgemeinschaften sprechen mit einer Stimme für einen besseren Flüchtlingsschutz

Christen, Muslime und Juden erheben erstmals in der Schweiz gemeinsam ihre Stimme für Flüchtlinge. Die gemeinsame Erklärung der 6 Mitglieder des Schweizer Rates der Religionen formuliert 5 Appelle:

  • Schutz vor Ort
  • Legale Fluchtwege
  • Faire und effektive Asylverfahren
  • Integration und
  • Rückkehr in Würde

Es war ein feierlicher Akt als die hochrangigen Vertreter der 3 grossen Religionen am 07.11.2018 ihre Tinte im Empiresaal des Restaurants zum Äusseren Stand in Bern unter die interreligiöse Erklärung setzten. Der Bischof der Christkatholischen Kirche Schweiz (CKS) und Vorsitzende des Schweizerischen Rates der Religionen, Harald Rein, sagte in seinem Eingangswort: „Mit diesem Papier soll ein starkes Zeichen gesetzt werden“:
– Stellung beziehen ist Pflicht (…)
– Flüchtlinge sind keine virtuellen Bilder (…)
– Das tote Kind am Strand
– Religion bedeutet Heimat (…)

OR Nr. 47 vom 23.11.2018, S. 4
Der Vatikan hat seine Unterstützung für die Flüchtlinge und Migrationspakte der Vereinten Nationen bekräftigt. Daher schmerze es, „festzustellen, dass einige Länder sich aus dieser Diskussion zurückziehen“, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Abend des 15.11.2018 bei einem Vortrag in Rom. In seinem Beitrag verteidigte Parolin den Einsatz des Vatikans für eine offene Flüchtlings- und Migrationspolitik. Diese müsse aber begleitet werden von einer klugen Integrationspolitik, die den Fähigkeiten der jeweiligen Aufnahmeländer entspreche.

OR Nr. 49 vom 07.12.2018, S. 4
Aus Sicht von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin wird das Thema Migration zu negativ gesehen. Es gebe einen Hang, Straftaten unter Beteiligung von Migranten und Flüchtlingen zu betonen, heisst es in einem Vorwort Parolins zu einem neuen Buch über Einwanderung. „In der Debatte über die Beziehung von Migration und Entwicklung ist der Beitrag der Migranten für den Fortschritt der Zielländer nicht anerkannt worden“, schreibt der Kardinal. Es habe schon immer Migrationsbewegungen gegeben. Diese seien damals wie heute eine Bereicherung für die Gesellschaft. Das am 26.11.2018 vorgestellte Buch „Immigration“: Understanding and Proposals“ versammelt Beiträge von Wissenschaftlern der Päpstlichen Universität Gregoriana. Herausgegeben wurde es in Zusammenarbeit mit der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung.

OR Nr. 5/6 vom 01.02.2019, S. 4
Aus dem Vatikan in Kürze: Zu einem „klugen Mittelweg“ riet Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erneut in Bezug auf das Thema Migration. Aufgabe der Politik sei es, zu regieren und Probleme zu lösen, „ohne Ängste zu schüren, die dann Quelle von Hass und Gewalt werden“. Barrieren zu errichten sei genauso falsch wie eine Aufnahme von Migranten ohne wirksame politische Integrationsmassnahmen. Es brauche eine „intelligente Zusammenarbeit zur Sicherheit aller, der Migranten, die aufgenommen werden, wie der Staaten, die aufnehmen“, so Parolin in einem Interview, das die Presseagentur SIR am 23.01.2019 veröffentlichte.

OR Nr. 7i vom 15.02.2017, S. 4
In einer privaten Begegnung ist der Papst am 08.02.2019 mit den Bürgermeisterinnen von Madrid und Barcelona zusammengetroffen. Es ging vor allem um Fragen zur Aufnahme und Integration von Migranten. An dem Gespräch nahm auch der Gründer der spanischen Hilfsorganisation „Open Arms“, Oscar Camps, teil. Die Organisation hatte für den 9. Februar zu einem Treffen spanischer und italienischer Bürgermeister in Rom eingeladen, bei dem über die Herausforderungen angesichts der veränderten Migrationspolitik der EU beraten wurde.

OR Nr. 18 vom 03.05.2019, S. 4
Zur Unterstützung der in Mexiko gestrandeten Migranten hat Papst Franziskus 500’000 US-Dollar bereitgestellt. Der Beitrag sei gedacht für 27 Projekte in 16 mexikanischen Diözesen und Ordensgemeinschaften, in denen die aus Mittelamerika kommenden Migranten unterstützt und versorgt werden, heisst es in der Mitteilung des vatikanischen Amtes für den Peterpfennig vom 27.04.2019. Das Geld fliesse in die Bereitstellung von Unterkünften, Nahrungsmitteln und anderer Notwendigkeiten des täglichen Lebens.

Militärisches Korps (Schweizergarde in der Vatikanstadt)

Die Päpstliche Schweizergarde wird nach der Personalordnung des Heiligen Stuhles als „Militärisches Korps“ bezeichnet. Sie ist keine Armee und eben nicht die „Kleinste Armee der Welt“.
→Ae-Az: Nebenregister ‚Armee, die kleinste (eine Korrektur)‘. Ein Aufsatz.

Militärstrafgesetz, Schweizerisches, reicht in den Vatikan

Schweizer Bürger leisten im Vatikan, also im Ausland, fremde Dienste. Das wäre nach Schweizerischem Militärstrafgesetz strafbar. Da dieses im Vatikan bezeichnete militärische Korps (nicht Armee) in der Schweiz als einfache Wachpolizei gehandelt wird, gemäss Schweizerischem Militärstrafgesetz, Art. 94, ist dieser fremde Dienst straffrei. Ein Eintritt in die Garde des Vatikans erfordert also auch nicht die Zustimmung des Bundesrates. Aber die verpassten Wiederholungskurse der Armee müssen nachgeholt werden.
→Schweizergarde

Ministrantinnen/Ministranten

KWZ Nr. 24 vom 17.06.2011:
Ministrantinnen bleiben im ausserordentlichen Ritus verboten.

Die Päpstliche Kommission „Ecclesia Die“ hat dies ausdrücklich bestätigt. Ministrantinnen bleiben in der ausserordentlichen Form der Liturgie weiterhin unerlaubt. Der Rundbrief der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentsordnung von 1994 „Notitiae 30″, welcher weibliche Messdiener erlaubt, ist nicht für die ausserordentliche Form gültig.

OR Nr. 24 vom 17.06.2011:
… Da die Liturgie in der Form von 1962 noch keine Ministrantinnen vorsah – offiziell wurden sie vom Vatikan erst 1994 bestätigt, – könnten sie in dem jetzt wieder breiter zugelassenen Ritus nicht zum Einsatz kommen.

OR Nrn. 32/33 vom 8. August 2014, S. 1

50’000 Messdiener aus den Diözesen Deutschlands, aus Österreich und Lettland nahmen an der Ministrantenwallfahrt nach Rom teil. Die bunte Gemeinschaft traf am Dienstagnachmittag, 5. August 2014, mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz zusammen. Nach dem gemeinsamen Abendgebet stellten vier Vertreter der Gruppe dem Heiligen Vater eine Frage, auf die er antwortete.

S. 3: Impulse für die Suche nach dem Glauben. „Benvenuti a Roma“ hiess es in der vergangenen Woche für insgesamt fast 50’000 Ministrantinnen und Ministranten, die an der Wallfahrt der deutschen Diözesen nach Rom teilnahmen. 25 Erzbischöfe, Bischöfe und Weihbischöfe aus Deutschland haben die Messdiener im Alter von 13 bis 18 Jahren auf ihrem Weg durch die Woche begleitet.  Auch Österreich war bei der Wallfahrt stark vertreten. Rund 1’000 Kinder und Jugendliche kamen aus der Erzdiözese Wien und der Diözese Linz. Begleitet wurden die österreichischen Ministranten vom Wiener Weihbischof Franz Scharl und dem Wilheringer Abt Reinhold Dessl. Zudem waren 50 Messdiener aus Lettland mit von der Partie. Unter dem Motto „Frei! Darum ist es erlaubt, Gutes zu tun“ begaben sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Pilgerwege, die sie u. a. zu den Apostelgräbern der heiligen Petrus und Paulus führten. Sie erlebten Impulsangebote zur Vertiefung des geistlichen Gehalts des Mottos und Gottesdienste ihrer Pfarreigruppen. Besichtigungen und Ausflüge rundeten das facettenreiche Programm in der Ewigen Stadt ab, das die in der Jugendpastoral Verantwortlichen vorbereitet hatten.

OR Nr. 30/31 vom 27.07.2018, S. 3
Vorfreude auf Ministrantenwallfahrt zum Papst

Es dürfe die grösste deutsche Reisegruppe in diesem Sommer sein: Vom 30.Juli bis 3. August 2018 sind 60’000 Messdienerinnen und Messdiener aus Deutschland in Rom – bei der 12. Internationalen Ministrantenwallfahrt unter dem Motto „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Höhepunkt des Treffens wird eine Sonderaudienz mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz sein. (…)

Kirche heute 33/2018 August, S. 2
Minis feiern in Rom

Über 60’000 Ministranten aus 18 Ländern, darunter auch über 300 Jugendliche aus der Schweiz, nahmen am 31. Juli 2018 an einer Begegnung mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom teil. Es war der Höhepunkt der 12. Internationalen Ministrantenwallfahrt. Papst Franziskus ging mehrfach auf das Motto des Treffens „Suche Frieden und jage ihm nach“ ein. „Wir sind vereint im Glauben an Jesus Christus, wir reisen mit dem, der unser Friede ist“, sagte der Pontifex. Den Ministranten und Ministrantinnen riet Franziskus: „Die Suche nach Frieden beginnt mit den kleinen Dingen.“

 

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