Immobilien des Vatikans

Immobilien des Vatikans
(Siehe auch →„Exterritoriale Gebiete“)

→Verwaltung der Güter des Hl.Stuhles (im Organigramm: ein Amt)

Aus „Das Weisse Pferd“, Ausgabe 18/98 (Auszug):

Paolo Ojetti, L’Europa, 1977:
Mindestens der vierte Teil Roms, und vielleicht der beste, befindet sich in den Händen des Vatikans bei 325 Nonnen- und 87 Mönchsorden, deren Grundstücke und Häuser dem Vatikan auch gehören sollen.

21.06.1998: Max Parisi, Zeitung La Pandia, bezugnehmend auf das Buch von Mario Guarini, I mercanti del Vaticano, die Geschäftsmacher des Vatikans:

Mittlerweile befinden sich fast ein Drittel der Immobilien der Stadt Rom (Häuser und Paläste) im Besitz des Vatikans (Gianicolo, Aventino, Altstadt). Das ganze Gebiet vom Campo dei Fiori bis zum Tiber gegenüber der Engelsburg, vorbei an der Piazza Navona und den umliegenden Strassen ist praktisch vollständig im Besitz des Vatikans. Die überwiegende Mehrheit dieses märchenhaften Vermögens ist von der Steuerpflicht aus-genommen.

Deschner, Abermals krähte der Hahn

Der Vatikan verfügt über Aktienbesitz:

– in französischen Erdölgesellschaften
– argentinischen Gas- und  Kraftwerken
– bolivianischen Zinngruben
– brasilianischen Gummifabriken
– nordamerikanischen Stahlunternehmen

Beteiligungen an

– zahlreichen italienischen Elektrizitäts- und Telefongesellschaften
– bei Alitalia und Fiat

-Eigentümer von zwei Eisenbahnlinien und fünf Banken.

Max Parisi: Was hat Jesus mit dem IOR (Vatikanbank), den Palästen, den Bauplätzen, den Luxushotels und den teuersten Terrassenwohnungen Roms zu tun? Was haben Glauben und 160’000 Milliarden Immobilienbesitz miteinander zu tun?

L’Osservatore Romano, deutsche Ausgabe vom 18.07.2008:

Jahresabschluss Heiliger Stuhl: Im Jahre 2007 stieg der Überschuss im Immobiliensektor von 32,5 Millionen auf 36,3 Millionen Euro (rund 58 Mio CHF).

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 294:
Dem Heiligen Stuhl und seinen Orden gehören in Rom, ausserhalb vatikanischem Hoheitsgebiet, rund 400 Häuser, allein 20 Klöster, über 200 Wohnungen, 2 Krankenhäuser, etliche Schulen und Kollegien, und dazu kommen noch die mehr als 240 Kirchen. Insgesamt – so schätzte es 1977 ein Dossier der Zeitschrift L’Europe – gehörte damals etwa ¼ Roms der Kirche. Daran wird sich im Kern nicht viel geändert haben (2008). Von grösseren Immobilienverkäufen ist jedenfalls seither nichts bekannt.

Als der Vatikan 1970 den (dazu noch von einer Prinzessin Palmira geerbten) Palazzo Antonelli an der Via Quattro Novembre an die Bank von Italien verkaufte, zahlte er keine Lira Steuer bei dem Geschäft.

→APSA            →Wirtschaftssekretariat