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Immobilien des Vatikans und der katholischen Kirche

Aus „Das Weisse Pferd“, Ausgabe 18/98. Siehe auch →Exterritoriale Gebiete

Paolo Ojetti, L’Europa: Ojetti hat 1977 festgestellt, dass mindestens der vierte Teil Roms, und vielleicht der beste, sich in den Händen des Vatikans befinde. Er zählte die Namen der 325 Nonnen- und 87 Mönchsorden auf, denen, über die ganze Stadt verstreut, Grundstücke und Häuser gehören. Er brachte detaillierte Beispiele, wie kircheneigene Immobilienfirmen immer mehr diese Filetstücke im städtischen Immobilienmarkt an sich brachten und an die Stelle der alten Häuser – ohne Rücksicht auf bisherige Mieter – Hotels oder Appartementwohnungen hinstellten.

21 Jahre brauchte es, bis sich wieder jemand an das heikle Thema heranwagte. Max Parisi bespricht in der Zeitung ‚La Padania‘ vom 21.06.1998 das neue Buch von Mario Guarini (I mercanti del Vaticano, die Geschäftemacher des Vatikan) und kommt zum Schluss, dass sich mittlerweile fast ein Drittel der Immobilien (Häuser und Paläste) der Stadt Rom im Besitz des Vatikans befinden. Diese Immobilien von „unermesslichem Wert“ konzentrierten sich auf die besten Lagen (Gianicolo, Aventin, Altstadt usf.)

Das ganze Gebiet vom Campo dei Fiori bis zum Tiber gegenüber der Engelsburg, vorbei an der Piazza Navona und den umliegenden Strassen ist praktisch vollständig im Besitz des Vatikans. Es handelt sich um etwas weniger als die Hälfte des historischen Zentrums. Es sind mehr als 2’500 Paläste. Die überwiegende Mehrheit dieses märchenhaften Vermögens ist von der Steuerpflicht ausgenommen.

Im Juni 1996 verkaufte die Vatikanbank IOR  mehrere Wohnhäuser. Dabei wurden Familien, die ihre Wohnung nicht kaufen konnten, durch Zwangsräumung auf die Strasse gesetzt, obwohl das IOR versprochen hatte, keine Wohnungen an andere Käufer abzugeben oder nur an Bedürftige. Im Juli 1997 wurde in Rom eines der angesehensten katholischen Gymnasien mit Namen „Pius XII.“ geschlossen, alle Lehrer entlassen. Angeblich gab es zu wenig Anmeldungen, was die Lehrer vehement bestritten. Die Schule wurde umgebaut, zu einem Luxushotel, das im Heiligen Jahr 2000 die entsprechende Rendite einfuhr.

Der Vatikan verfügt nach Deschner („Abermals krähte der Hahn“) über Aktienbesitz in französischen Erdölgesellschaften, argentinischen Gas- und Kraftwerken, bolivianischen Zinngruben, brasilianischen Gummifabriken, nordamerikanischen Stahlunternehmen. Der Vatikan soll demnach an zahlreichen italienischen Elektrizitäts- und Telefongesellschaften beteiligt und Eigentümer von zwei Eisenbahnlinien und fünf Banken sein. Die Fluggesellschaft Alitalia und die Autofirma Fiat seien zu einem beachtlichen Teil in kirchlicher Hand. Dazu soll der Vatikan Miteigentümer der Autobahn in Italien sein.

Max Parisi kommt in seinem Artikel in ‚La Padania‘ zu der Frage: „Was hat Jesus mit dem IOR, den Palästen, den Bauplätzen, den Luxushotels und den teuersten Terrassenwohnungen Roms zu tun? Was haben Glauben und 160’000 Milliarden Immobilienbesitz miteinander zu schaffen?“

Wikipedia: rund 2’400 Häuser und Mietwohnungen gehören dem Vatikan in Rom und Umgebung

Gemäss Lateranvertrag vom 11.02.1929 (Anlagen I bis IV)  gelten als volles Vatikan-Eigentum:

Anlage I      

Das Gebiet der souveränen Vatikanstadt (mit Angabe der Bahnhofsanlage derselben auf eigenem und auf italienischem Boden)

Anlage II

Die Immobilien mit dem Privileg der Exterritorialität und der Befreiung von Expropriationen (Enteignungen) und Steuern, nämlich:

  1. Basilika und Apostolischer Palast des Lateran und zugehörige Gebäude mit  der Scala Santa
  2. Basilika Santa Maria Maggiore mit den zugehörigen Gebäuden
  3. Basilika Sankt Paul vor den Mauern mit den zugehörigen Gebäuden
  4. Päpstlicher Palast in Castel Gandolfo
  5. Villa Barberini in Castel Gandolfo
  6. Palast der Dataria
  7. Palast der Cancelleria
  8. Palast der Propoganda Fide
  9. Palast von San Calisto in Trastevere
  10. Palast der Convertendi (nunmehr Sitz der Kongregation für die
    orientalische Kirche) auf der Piazza  Scossacavalli
    (Via della Conciliazione)
  11. Palast des Hl. Offiziums mit Nebengebäuden  (heute:
    Glaubenskongregation links neben Petersplatz)
  12. Vikariatspalast
  13. Immobilien auf dem Janikulus (links vom Petersplatz)

Anlage III

Immobilien, die von Expropriationen und Steuern befreit sind:

  1. Gregorianische Universität
  2. Bibelinstitut
  3. Das ehemalige Klostergebäude der Zwölf-Apostel-Kirche
    (zwischen Palazza Doria Pamphili/Colonna; Piazza Venezia)
  4. Das ehemalige Klostergebäude an der Kirche Sant’Andrea delle Valle
  5. Das ehemalige Klostergebäude an der Kirche San Carlo ai Catinari
    (hinter Sant’Andrea delle Valle)
  6. Das Gebäude des Archäologischen Institus, des Orientalischen
    Instituts, des Lombardischen Kollegs, des Russischen Seminars
  7. Die beiden Paläste von Sant’Apollinare
  8. Das Exerzitienhaus für Geistliche zu San Giovanni e Paolo
    (hinter Kolosseum)

Anhang IV    

Finanzabkommen
→siehe Bank    siehe  →Exterritoriales Gebiet    siehe →Adressen

Immobiliensteuer Italiens

G. Nuzzi, Seine Heiligkeit, S. 118:

Im Jahr 2006 prangern die beiden Vorsitzenden der Radikalen Partei Marco Pannella und Emma Bonino gegenüber der Europäischen Gemeinschaft ein Privileg an, das Italien der katholischen Kirche eingeräumt hat: Kirchliche Gebäude, auch solche, die nicht religiösen Zwecken dienen, sind von der kommunalen Immobiliensteuer befreit. Es geht um „gewerbliche“ Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Heime und Institute, deren steuerliche Freistellung nicht in den Lateranverträgen festgehalten war.

Die Mühlen der Justiz und der Bürokratie mahlen langsam, sodass die Europäische Wettbewerbsbehörde erst 2010 mit dem Vorwurf, der katholischen Kirche nicht vorgesehene und nicht hinnehmbare „staatliche Hilfen“ gewährt zu haben, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien einleitet. Dieser Schritt der EU ist für den italienischen Staat eine Zeitbombe. Falls aus Brüssel eine Verurteilung wegen Verletzung des Wettbewerbsrechts und unrechtmässiger staatlicher Hilfen erfolgen sollte, muss das bisherige Privileg aufgehoben werden. Italien wird von der Kirche einfordern müssen, was diese bisher nicht abgeführt hat, und dabei geht es um einen erklecklichen Betrag. Das Urteil gilt rückwirkend und würde die Steuern ab 2005 betreffen, zuzüglich der inzwischen aufgelaufenen Zinsen.

Um welche Summen geht es? Bezüglich der Höhe des Betrags beginnt das klassische italienische Zahlenballett. Die Italienische Bischofskonferenz spricht unter Berufung auf eine Analyse von Vieri Ceriani, dem damaligen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, zunächst von 100 Millionen. Laut dem italienischen Gemeindeverband ANCI dürfte es sich um 500 bis 600 Millionen handeln. Einige setzen den Betrag noch höher an: „Nach inoffiziellen Schätzungen der  Steuerbehörde“ schreibt die Nachrichtenagentur ANSA am 24. Februar 2012, „handelt es sich um mögliche Einnahmen in Höhe von jährlich 2 Milliarden Euro.“ (…)

Der Einfachheit halber könnten wir den kirchlichen Immobilienbesitz in 3 grosse Gruppen untergliedern: Bildung und Kultur, Gesundheits- und Sozialwesen, kirchliche Gebäude. Die erste Gruppe umfasst 8’779 Schulen aller Art, Kindergärten, Grund- und Oberschulen, Universitäten und Musen. Weniger zahlreich sind die Immobilien im Gesundheitswesen mit 4’712 Gesundheitszentren. Dazu gehören 1’853 Pflegeheime und Krankenhäuser sowie die Einrichtungen zum Schutz des Lebens und der Familie, von denen es in Italien bereits 1’669 gibt.  Zur dritten Gruppe schliesslich, den kirchlichen Bauten, zählen beinahe 50’000 Liegenschaften, darunter 36’000 Pfarrhäuser.
→Spenden,  siehe auch „Lohn“     →Wirtschaftssekretariat       →APSA

Internet und Homepage-Adressen

www.vatican.va; siehe auch bei App

Vatikanweb im Jahre 2006: Zehn Millionen Zugriffe je Tag. Eine der meistbesuchten Webseiten der Welt. Internetbüro: 13 Mitarbeiter/innen, die Hälfte Frauen, alles Laien. Vorsteherin: Franziskanerin Sr. Judith Zoebelin, US-amerikanische Ordensfrau deutscher Vorfahren. Ort des Internetbüros: im Apostolischen Palast, Apothekenseite. Noch kein einziges Mal gehackt, d. h. noch niemand schaffte die vatikanische Webseite zu knacken.

OR 5 vom 30.01.2009:
Papst Benedikt XVI. ist ab sofort auf der Video-Plattform „You Tube“ zu sehen. Mit einem eigenen Kanal und tagesaktuellen Beiträgen wolle der Vatikan ein praktisch globales Publikum erreichen, sagte der Sprecher des Heiligen Stuhles, P. Frederic Lombardi, bei der Vorstellung des Projektes. Er nannte das Angebot im Internet „einen der grossen Marktplätze der Kommunikation in der Welt von heute“. Geplant sind auf www.youtube.com/vatican zunächst täglich ein bis drei kurze Nachrichtenbeiträge über Aktivitäten des Papstes und Ereignisse im Vatikan.

OR vom 29. Mai 2009:
Der Vatikan ist mit der neuen Webseite www.pope2you.net  (d. h. „Der Papst kommt zu dir“) im Internet. Zielgruppe sind nach Angaben des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel vor allem Jugendliche. Sie können sich zunächst auf italienisch, französisch, spanisch, englisch und deutsch auf der Seite informieren. Verschiedene Links führen etwa zum Auftritt bei „You Tube“ und zu einem „Facebook“-Profil des Papstes.

OR vom 28.08.2009:
Der Vatikan hat einen Blick auf seine grossartigen Gartenanlagen freigegeben. Zusätzlich zu den fünf Webcams vom Petersplatz ist jetzt eine Kamera ständig auf die Papstvilla oberhalb der Albaner Berge gerichtet. Auf der Homepage des vatikanischen Governatorats www.vaticanstate.va  kann man nun den Papst beim Spaziergang im Garten seiner Sommerresidenz sehen. Die Standbilder werden jeweils alle paar Minuten aktualisiert, in fünf Sprachen – darunter auch in Deutsch – informiert das Governatorat darin über die 80jährige Geschichte des Vatikanstaates, seine Justiz und seine Einrichtungen. Per Klick kann man zudem Informationen über neue Münz- und Briefmarken-Ausgaben einholen oder die Öffnungszeiten von den vatikanischen Museen oder der Apotheke abfragen. Der Erwerb von Münzen und Briefmarken soll künftig auch online möglich sein. →Links

OR vom 27.08.2010, Nr. 34:
Der Vatikan im Internet

Die offizielle Internetseite des Vatikans www.vatican.va wird täglich weltweit 3 Millionen  Mal aufgerufen. Diese Zahl nannte der Internet-Verantwortliche für den Kleinstaat, Lucio Adrian Ruiz. Zu besonderen Anlässen zähle man jedoch noch mehr Nutzer. Diese kämen vor allem aus den USA, Italien, Spanien, Deutschland und Brasilien, sagte Ruiz. Das grösste Interesse riefen die Internetseiten über das Portrait von Papst Benedikt XVI. hervor. Der Internet-Experte kündigte an, dass der Online-Auftritt des Vatikans künftig möglicherweise auch in arabischer und russischer Sprache verfügbar sein soll Es gebe gegenwärtig Planungen für eine solche Erweitung des Sprachenangebots. Bislang ist die Vatikanseite in acht Sprachen, unter anderem auch in Deutsch, verfügbar. Zuletzt war chinesisch hinzugekommen. Gegenwärtig arbeite man an einer umfassenden Neugestaltung des Online-Angebots.

OR vom 18. März 2011, Nr. 11:
Der Vatikan hat ein Facebook-Profil für Johannes Paul II. eingerichtet. Die Seite www.facebook.com/vatican/johnpaul2  wurde vom Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel, Radio Vatikan und dem Vatikanischen Fernsehzentrum ins Leben gerufen. Das Profil bietet Videoclips zu jedem Pontifikatsjahr von 1978 bis 2005 sowie Informationen über die Seligsprechung Johannes Pauls II. am 1. Mai 2011.

OR Nr. 18 vom 4. Mai 2012, S 4:
Die katholische Kirche hat im Internet deutlichen Nachholbedarf, findet Kurienerzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel. Weltweit sei beispielsweise erst die Hälfte aller Bistümer im Netz, sagte der Erzbischof in Heiligenkreuz bei Wien. Auch bei Online-Suchanfragen drohe die Kirche ins Hintertreffen zu geraten. Celli äusserte sich auf der Tagung „Gott im Web“, die in der österreichischen Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz stattfand. Das Stift selbst ist laut eigenen Angaben mit einer Homepage, einem Youtube-Videokanal und einer Facebook-Seite im Internet vertreten. Auf diese Weise liessen sich auch Menschen für die Belange der Kirche gewinnen, die sonst nicht mehr erreicht werden könnten, erläuterte der Medienverantwortliche des Stiftes, P. Karl Wallner.

Offizielle Website des Heiligen Stuhles                       www.vatican.va
Offizielle Webseite des Staates der Vatikanstadt        www.vaticanstate.va
E-Mail-Adresse des Papstes                                       benedictxvi@vatican.va
Informationsportal des Vatikans:                                 www.News.va 
(in e, i, sp, f und ab Juni 2012 in d)

(Material aus dem Osservatore Romano, von Radio Vatikan und dem Bulletin des vatikanischen Presseamtes)

Homepage- und E-Mail-Adressen:   nach ABC geordnet

Billette bestellen für Generalaudienzen Vatikan
www.vatican.va/various/prefettura/index_ge.html

Verzeichnis der Basilicae Minores in Deutschland              (siehe →Papstbasiliken)
http://wikipedia.org/wiki/Basilica_minor

Bergmessen und Gebirgswallfahrten, Termine für Exerzitien, meditative Wanderungen: Erzbistum München und Freising. Angebote für Bayern, das Salzburger Land, Tirol und Südtirol:
www.bergspiritualitaet.com

Deutsches Pilgerzentrum, Rom
pilgerzentrum@libero.it

Eintrittskarten für Galleria Borghese, Kolosseum-Palatin-Forum Romanum, Caracalla-Thermen, Römisches Nationalmuseum:
www.rome-museum.com

Fotoservice (Bilderdienst L’Osservatore Romano)
https://www.photo.va/index.php

Gärten, Vatikanische. Anmeldung für Besuche
visiteguidate.musei@scv.va

Gärten in Castel Gandolfo und Villa. Standbilder vom Papst
www.vaticanstate.va

Gesetzestexte SCV (Grundgesetz, Verwaltungsordnung, Zutrittsreglement,
Dekret Schifffahrt)
www.vaticanstate.va/DE/Staat_und_Regierung/DieOrganederGerichtsbarkeit

Italienische Glockengiesserei (ehemalige päpstliche Hoflieferantin) wirbt immer noch entsprechend
www.campanemarinelli.com                                                 siehe  → Hoflieferanten

Hymne SCV
http://de.wikipedia.org/wiki/Inno_e_marcia_Pontificale          am Schluss der Site
http://gsearch.vatican.va

Jugendliche werden angesprochen
www.pope2you.net

Kapitol
www.repubblica.it/static/multimedia/2010/tour-musei/

Kinder werden angesprochen (Streifzug durch Rom und den Vatikan)
www.katholisch.de

Lateranbasilika, Link: Infos über Geschichte usw. Virtueller Rundgang
www.vatican.va/various/basiliche/san_pietro/index.it.htm

Museum, neues: 100’000 Fotos von Missionaren
www.museopropagandafide.it

Nationalhymne Vatikan
http://de.wikipedia.org/wiki/Inno_e_marcia_Pontificale         am Schluss der Website

– Volkshymne an Pius IX. von Filippo Meucci und Gaetano Maggazine:
→ Nationalhymne
www.papapionono.it

Neuste Nachrichten
www.vatican.va

Neues Internet-Nachrichtenportal des Vatikans ab 29.06.2011:
www.news.va
Nachrichten der verschiedenen vatikanischen Medien stehen zur Verfügung: Tageszeitung L’Osservatore Romano, Radio Vatikan, Bulletins des vatikanischen Presseamtes. Meldungen der Missionspresse-Agentur „Fides“, Nachrichtendienst VIS (Vatikan Information Service), der vatikanische Youtube-Kanal, Fernsehportal CTV, die vatikanischen Twitter-Kanäle. – Vorerst in Englisch und Italienisch, nach dem Sommer 2011 in Spanisch, Pläne für Französisch, Portugiesisch und Deutsch.

OR Nr. 5 vom 03.02.2012: täglich 10’000 Aufrufe
OR Nr. 27 vom 05.07.2013: Das vatikanische Nachrichtenportal „News.va“ ist nun auch in einer iPad-Version verfügbar. Die Nachrichten können zukünftig wie eine Zeitung gelesen und umgeblättert werden. Das Portal verzeichnet zurzeit täglich 70’000 Klicks.

S. Paul vor den Mauern (S. Paolo fuori le mura), virtueller Rundgang
www.vatican.va/various/basiliche/san_pietro/index_it.htm

Cappella Paolina
www.vatican.va/various/basiliche/san_pietro/index_it.htm

Peterskirche, Link: virtueller Rundgang (ebenso Cappella Paolina, Sixtinische Kapelle)
www.vatican.va/various/basiliche/san_pietro/index_it.htm

–  Uwer D., Das Recht der Papstwahl nach der Apostolischen Konstitution
„Universi Dominci Gregis“:
www.nomokanon.de/abhandlungen/015.htm

– Das Wappen von Papst Benedikt XVI. Von Cordero Lanza di Montezemolo,
der das Wappen entwarf
www.vatican.va

– Maurizio Bettoja – Das neue absurde Papst-Wappen
www.unavoce-ve.it

Quirinal, virtueller Rundgang
www.quirinale.it/qrnw/statico/palazzo/visitavirtuale.htm

Reisebüro
Päpstliches Reisebüro „Opera Romana Pellegrinaggio OPR“, Via della Pigna, Nähe Pantheon, untergebracht im Vikariatspalast, organisiert Pilgerreisen in die ganze Welt. In Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft „Mistral Air“, ursprünglich von Filmschauspieler Bud Spencer (Carlo Pedersoli) gegründet.
www.oprnet.org

Ritterorden vom Heiligen Grab. Auskunft über das Grossmagisterium in Rom
→ Orden
www.ritterorden.de

Radio Vatikan, 24 Stunden lang. In Deutsch: 06.20, 16.00 und 20.20 Uhr
www.radiovaticana.de

Rom, altes Rom: Karte, Forum Romanum, Kapitol, Palatin, Tal des Kolosseums, Kaiserforen, Marsfeld, Circus Maximus
www.roma-antiqua.de/

Segen, schriftlicher,  des Papstes für Geburt, Taufe, Hochzeit u. a. m.
papablessing@elemos.va

Sixtinische Kapelle, virtueller Rundgang
http://www.vatican.va/various/cappelle/sistina_vr/index.html   oder
www.vatican.va/various/basiliche/san_pietro/index_it.htm

Solarstrom für den Vatikan, Photovoltaikanlage:   →Sonnenenergie   →Umweltschutz
www.solarserver.de/solarmagazin/news.htm1$news10311

Stundenbuch
Ein neuer „Bändelblog“ leitet Tag für Tag und Seite für Seite durch das Stundengebet und seiner Bücher:
www.stundenliturgie.wodpress.com

Twitterprofil des Papstes
Seit Juli 2011 auf Englisch und Italienisch abrufbar: @news_va_en

OR Nr. 49 vom 07.12.12, S. 1:
In 140 Anschlägen über Gott sprechen

Sicher ist bereits ein Teil der Nutzer des Internet in Aufruhr: Die Nachricht, dass Benedikt XVI. demnächst auf Twitter „zwitschern“ würde, ist im Handumdrehen um die Welt gegangen. Also schickt sich das soziale Netzwerk der „140 Anschläge“ an, wieder einmal den Papst zu Gast zu haben.

Tatsächlich geschah dies erstmals im Juni 2011, als Benedikt XVI. das vatikanische Internetportal www.news.va einweihte und diese Geste eben mit einem „tweet“ begleitete. Nun ist es wieder soweit: Ab Mittwoch, 12. Dezember 2012, dem Fest „Unserer Lieben Frau von Guadalupe“, eröffnet Benedikt XVI. seinen offiziellen Twitter-Account. Unter @pontifex wird der Papst die erste Botschaft während der Generalaudienz um 12 Uhr über das Internetzwerk senden, wie der Direktor des Vatikanischen Presseamtes, P. Federico Lombardi SJ, bei der offiziellen Vorstellung mitteilte. Sie werde eine Frage des Glaubens berühren. Ab sofort können Internetbenutzer dazu Fragen an das Kirchenoberhaupt richten unter der Adresse #askpontifex. Geplant ist zunächst eine regelmässige Botschaft wöchentlich zu jeder Generalaudienz. Weitere Informationen stehen auf der homepage http://blog.twitter.com/. Die Beweggründe, technischen Daten sowie historische Bezüge dieser Initiative wurden am 3. Dezember den Journalisten vorgestellt. Dabei hiess es, die „tweets“ des Papstes sollen Gläubige und Nichtgläubige zur Diskussion und zum Dialog anregen. „Die Initiative“, so Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, „ist dem Wunsch des Papstes zu verdanken, alle Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen, die die neuen Technologien bieten und die typisch sind für unsere Zeit. „Im Übrigen“, so erklärte der Erzbischof, „äusserte der Papst bei der Generalaudienz am 28. November 2012 erneut seinen Wunsch, mit allen Menschen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln über Gott zu reden. Die im Twitterformat in maximal 140 Zeichen verfassten Gedanken des Papstes könnten als „Perlen der Weisheit“ betrachtet werden, sagte Erzbischof Celli.    Siehe auch „App“

Basler Zeitung vom 13.01.2013, S. 32
2,5 Millionen Menschen folgen Papst auf Twitter

Rom. Papst Benedikt XVI. hat einen Monat nach seiner ersten Nachricht bei Twitter knapp 2,5 Millionen Nutzer gewinnen können, die ihm folgen. Allein mehr als 1,4 Millionen abonnierten bis Samstag seine englischen Botschaften, etwas weniger als 50’000 jene in deutscher Sprache. Allerdings zeigte sich das katholische Kirchenoberhaupt bislang nicht sehr aktiv: Erst knapp mehr als 20 Nachrichten wurden in den Kurznachrichten versendet. SDA

OR Nr. 50 vom 13.12.2013,  S. 3

Vor einer blinden Begeisterung für das Internet hat Papst Franziskus gewarnt. Dieses Medium biete „wertvolle Möglichkeiten“ für die katholische Kirche; die Gläubigen müssten sich jedoch gleichzeitig stets darüber im Klaren sein, dass es im Internet auch „Falschgeld, gefährliche Illusionen und Fallen“ gebe, sagte der Heilige Vater vor den Mitgliedern des Päpstlichen Rates für die Laien. Als „wichtigste Möglichkeit“ des Internets für die Kirche bezeichnete der Papst die Verkündigung der christlichen Botschaft. Das Internet allein reiche hierfür jedoch nicht aus. Es komme nicht nur auf die Technologie an, so Papst Franziskus. Im Mittelpunkt müsse auch weiterhin stets die Begegnung mit den wirklichen Menschen und ihren Sorgen und Nöten stehen.

OR Nr. 34 vom 22. August 2014, S. 3
Papst Franziskus folgen mehr als 15 Millionen Nutzer über den Kurznachrichtendienst Twitter. Damit hat er anderthalb Jahre nach seinem Amtsantritt weit mehr „Follower“ als alle anderen Religionsführer.

V – Müller W., kein Land empfängt so viele päpstliche Verdienstmedaillen gemäss der Schweiz. Kipa-Nachricht vom .10.2003                                                         →  Orden
www.kipa-apic.ch

Verlagsbuchhandlung: www.vatican.va
Online-Geschäft: www.paxbook.com

Virtuelle Besuche Papstbasiliken und -kapellen

www.vatican.va

– Der Hl. Stuhl (Deutsch)
– Papstbasiliken und Papstkapellen:
1 Petersdom (und Grotten, Nekropole)
2 St. Giovanni in Laterano
3 S. Paolo fuori le mura
4 S. Maria Maggiore
5 Redemptoris Mater
6 Vatikanische Nekropole
7 Sixtinische Kapelle
8 Paulinische Kapelle

Wetterdienst SCV, Link
www.vaticanstate.va

You Tube: tagesaktuelle Beiträge aus dem Vatikan
www.youtube.com/vatican

Zeitung L’Osservatore Romano, Hörbeitrag deutsche Wochenausgabe
www.osservatore-romano.de

OR Nr. 50 vom 14. Dezember 2012, S. 4:
Smartphone- und iPhone-Nutzer können die öffentlichen Auftritte von Papst Benedikt XVI. künftig live über eine neue Anwendung verfolgen. Die kostenfreie App soll für das Apple-iPhone bis Ende Dezember 2012 zur Verfügung stehen, wie der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationen mitteilte. Versionen für andere Betriebssysteme sollen im Januar folgen. „Die App wird die Nachrichten-Website des Vatikans, news.va, beinhalten“, sagte der Sekretär des Päpstlichen Rates, Msgr. Paul Tighe. Alle öffentlichen Reden und Auftritte des Papstes, die für diesen Internetauftritt im Webcams gefilmt würden, seien über die „App“ abrufbar, so Msgr. Tighe.

OR Nr. 43 vom 25. Oktober 2013, S. 4

Der Vatikanstaat hat vom zuständigen Verband für die Vergabe von Internetadressen das alleinige Recht an der Domain „.catholic“ zugesprochen bekommen. Wie Radio Vatikan berichtete, gelten die Rechte des Päpstlichen Medienrates an dieser Domain auch für das kyrillische, arabische und chinesische Alphabet. Künftig werde der Vatikan nur Einrichtungen mit kanonischer Anerkennung einen Internetauftritt mit der Adresse „.catholic“ erlauben, gab ein Mitarbeiter des Medienrates gegenüber der US Nachrichtenagentur CNS an. Dies könnten etwa Diözesen, Pfarreien, Orden, katholische Universitäten, Schulen und Krankenhäuser sein. Ermöglicht werden solle somit eine „kohärentere (zusammenhängendere) und organisierte Präsenz der Kirche im Internet“.

OR Nr. 23 vom 6. Juni 2014, S. 4

Das vatikanische Internetportal www.vatican.va ist jetzt auch in einer arabischen Version online. Der neue Dienst wurde am 26. Mai 2014 freigeschaltet. Die Ausweitung erfolgte mit Blick auf die Bedeutung der Nahostreise von Papst Franziskus für die Bevölkerung der arabischen Welt, erklärte der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel.

OR Nr. 15 vom 15.04.2016, S. 4
Unter der Domain „catholic“ können Institutionen der katholischen Kirche künftig eigene Internetseiten schalten. Das dafür zuständige Koordinierungsbüro mit der Bezeichnung „DotCatholic“ durch das vatikanische Mediensekretariat wurde kürzlich eingerichtet. Die Oberaufsicht liegt beim vatikanischen Staatssekretariat. Es geht darum, die katholische Lehre, Botschaften und Werte der Kirche besser für die grosse christliche Netzgemeinde zu erschliessen. Das Angebot richtet sich vor allem an Diözesen, Ordensgemeinschaften und andere katholische Institutionen. Start der Domain soll 2017 sein.

Intrigen in der kath. Kirche

Kirche heute 21/2012, Mai 2012, S. 20:
Schlaglicht
„Sancta ecclesia intrigans“

Nicht nur in Basel, sondern in der katholischen Kirche in manchen Kantonen gehört das Intrigieren zum Tagesgeschäft. Was wird da nicht alles hinter vorgehaltener Hand weitergegeben. Was werden nicht Mitarbeitende schlecht gemacht. Kritische Leute werden in erster Linie zum Rücktritt aufgefordert. Ihre Argumente werden verkehrt. Ihre Haltung wird als Kirche zerstörend qualifiziert.

Die nächste Synode wird sich mit einem gravierenden Vorfall dieser Art auseinandersetzen müssen. Es ist zu hoffen, dass das ehrlich geschieht, dass nicht vertuscht und über Intrigen intrigiert wird. Die Synode wird zeigen, ob man dem Intrigantentum einen Riegel schieben will. Sie werden in der Berichterstattung über die kommende Synode davon hören. Dr. theol. Xaver Pfister.
→Päpstliche Wohngemeinschaft (Kammerdiener)

IOR Institut für religiöse Werke 

→Bank

Islam

Katholische Wochenzeitung Baden  30-32/2017 Juli, S. 4
Erzbischof von Strassburg kritisiert das „Schweigen“ von Kirche und Medien zur Islamisierung

Der Erzbischof von Strassburg, Luc Ravel, kritisierte scharf die höchste Führung der Katholischen Kirche in Frankreich. Er beschuldigte seine Mitbrüder an der Spitze der Französischen Bischofskonferenz, in Sachen Masseinwanderung und demographischer Veränderungen im Land „Komplizen“ des „Schweigens der Medien“ und der „politischen Korrektheit“ zu sein.
Der Erzbischof sieht in der wachsenden Geburtenrate der Muslime in Frankreich sich verwirklichen, was der Schriftsteller Renaud Camus in seinem Buch als „Le grand remplacement“, der „Grosse Austausch“ vorhersagte. Gemeint ist eine Rede Camus‘ im Jahr 2010, aus der 2011 das gleichnamige Buch entstand, das den „grossen Bevölkerungsaustausch“ in Frankreich beschreibt und kritisiert, der durch die Globalisierung stattfindet.
Diese These lautet, dass durch die Masseneinwanderung zwar äusserlich die Bevölkerungszahl eines Landes mehr oder weniger gleichbleibt, aber innerhalb weniger Generationen das Volk ausgewechselt wird, von dem das Land bewohnt wird, und die Werte, die darin gelten, sich ändern.
Camus schildert, dass durch die Einwanderungspolitik Brüssels die grösste Veränderung von Volk und Werten seit der Völkerwanderung ausgelöst wurde.
(…)
Erzbischof Ravel: Muslime sagen ganz offen: „Eines Tages gehört das alles uns“. Nun wiederholte der Erzbischof von Strassburg sinngemäss diese Aussage: „Die Muslime sind sich ihrer hohen Geburtenrate bewusst … Sie nennen es den „grossen Austausch“. Sie sagen es ganz offen, dass „eines Tages das alles uns gehört.“ (…)

Istituto Svizzero di Roma

OR Nr. 11 vom 17.03.2017, S. 5, Bernhard Hülsebusch
Das Istituto di Roma – Stipendiaten und reger Kulturaustausch

Es ist das jüngste römische Kulturzentrum aus dem deutschsprachigen Raum: Das Schweizerische Institut – wo man gemäss der eidgenössischen Praxis natürlich auch italienisch und französisch spricht. Derzeit beherbergt es 11 avantgarde-orientierte Stipendiaten. Sein Standort, die Villa Maraini hat eine hochinteressante Geschichte (mit Zweigstelle in Mailand):

  • Das Institut hat eine Doppelfunktion: einerseits als schweizerisches Kulturzentrum in Rom, anders ermöglicht es jungen talentierten Schweizern, eigene Arbeiten der Forschungen in einem Zentrum der klassischen Kultur durchzuführen.
  • Aufenthalt: von September bis Juli des folgendes Jahres: „Anno Accademico“
  • Finanzielle Zuschüsse: sich wenden an die Heimatstädte, Heimatkantone oder andere Stiftungen
  • Bibliothek des Institutes: 45’000 Büchern sowie 130 Fachzeitschriften in mehreren Sprachen
  • „Wir unterstützen die breitgefächerte und häufig interdisziplinäre Tätigkeit unserer Residenti nach Kräften“, betont die ISR-Direktorin Jöel Comé.
  • Praktische Hinweise: Istituto Svizzero die Roma ISR, Via Ludovisi 48 (Villa Maraini, zwischen Via Veneto und der Villa Borghese). Tel. 06 42011271 und 42014798. Kontaktadresse: media@istitutosizzero.it
    Jeden Montag Führungen durch die schlossartige Villa Maraini (Ticket Euro 5), Gratiseintritt zu allen Veranstaltungen des ISR.

Italien

Basler Zeitung vom 29. Januar 2013, S. 6:
Erfolge im Kampf gegen Sozialbetrug in Italien

Rom. Die italienische Finanzpolizei ist im vergangenen Jahr 22’000 Fällen von Sozialbetrug im Gesamtumfang von über 5 Milliarden Euro nachgegangen. 2012 kassierten laut dem Jahresbericht der Generaldirektion 3’556 falsche Arme unberechtigt Unterstützung für Krippenplätze oder Studium, 1’047 vorgetäuschte Invalide und 3’297 falsche Landarbeiter seien angezeigt worden. In 395 Fällen kassierten demnach Familien Renten für verstorbene Verwandte. Und 1’274 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst übten illegal Nebentätigkeiten aus. SDA

OR Nr. 20 vom 17. Mai 2013, S. 3
65’000 katholische Kirchen in Italien

Italien – Land der Kirchen: Zwischen Bozen und Palermo stehen dreimal mehr katholische Gotteshäuser als in Deutschland. Nach Angaben der italienischen Bischofskonferenz zählt das Land 65’000 katholische Kirchen. Nicht mitgerechnet seien Kirchen und Kapellen in Privatbesitz, so der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Msgr. Mariano Crociata. In Italien leben 57,5 Millionen Katholiken; Deutschland mit 25 Millionen Katholiken zählt laut der Deutschen Bischofskonferenz 24’500 katholische Gotteshäuser. Wie Msgr. Crociata weiter berichtete, werden derzeit 720 Kirchen und andere katholische Kultgebäude restauriert.

OR Nr. 8 vom 26.02.2016, S.  3
Die Geburtenzahl in Italien ist im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordtief gesunken. Wie italienische Medien unter Berufung auf die nationale Statistikbehörde Istat meldeten, wurden 2015 in dem Land nur noch 487’800 Kinder geboren. 2,9 % weniger als im Vorjahr. Dies sei die niedrigste Zahl seit der Einigung des Landes im Jahre 1861. Zudem sind italienische Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes immer älter.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 12/2016 März, S. 4
Italiens Geburtenzahl sinkt auf Rekordtief

Italiens Gesundheitsministerin mahnte gegenüber der Presse mehr Unterstützung für Mütter und junge Familien an. Die bisherigen Leistungen reichten nicht aus. „Die leeren Wiegen sind das wirtschaftliche Hauptproblem des Landes“. Die Geburtenzahl in Italien ist im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordtief gesunken. Wie italienische Medien unter Berufung auf die nationale Statistikbehörde Istat meldeten, wurden 2015 in dem Land nur noch 487’800 Kinder geboren, 2,9 % weniger als im Vorjahr. Dies sei die niedrigste Zahl seit der Einigung des Landes im Jahre 1861. Zudem sind italienische Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes immer älter. 2015 waren Erstgebärende im Durchschnitt 31 Jahre und 7 Monate alt. 5 Jahre zuvor waren sie im Mittel noch 3 Monate jünger. Den Geburten standen 653’000 Todesfälle gegenüber. Insgesamt leben in dem Land laut Statistik noch rund 60,6 Millionen Italiener. Davon sind 22 % älter als 65 Jahre. Italiens Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin mahnte gegenüber der Presse mehr Unterstützung für Mütter und junge Familien an. Die bisherigen Leistungen reichten nicht aus. „Die leeren Wiegen sind das wirtschaftliche Hauptproblem des Landes“, zitierte die Tageszeitung „Il Messaggero“ die Ministerin. Neben besseren Rahmenbedingungen für eine Familiengründung müsse die Gesellschaft Müttern wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen. Sie verdienten mehr soziales Prestige.
→Rom

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 16/2016 April, S. 3
Italien: Nur mehr jeder Zweite bezeichnet sich als „katholisch“

Katholiken sind zwar weiterhin die grösste Religionsgemeinschaft Italiens, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung schrumpft aber. Nur noch die Hälfte der Italiener bezeichnet sich als katholisch. Das hat eine Umfrage ergeben, die von der italienischen Tageszeitung „L’Unita“ Ende März 2016 veröffentlich worden ist. Die Katholiken sind immer noch die zahlenmässig grösste religiöse Gemeinschaft Italiens, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung hat allerdings abgenommen. Etwa 20 % bezeichnen sich selbst als Atheisten, 13 % sahen sich als „Christen“, ohne eine Konfession anzugeben, 8 % gaben an, an „ein höheres Wesen“ zu glauben. Nur jeweils 4 % bezeichneten sich als Orthodox oder Protestantisch. Juden, Hindus und Moslems kamen auf jeweils 1 % der Befragten.

bz BASEL vom 12.05.2016, Abt. Nordwestschweiz
Renzi peitscht Homo-Ehe durchs Parlament

Italien erhält als letztes westeuropäisches Land ein Gesetz zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Ehen ohne Trauschein. Zu diesem Zweck griff Regierungschef Matteo Renzi gestern Abend einmal mehr zum Mittel der Vertrauensabstimmung, welche die Regierung mit 369 zu 193 Stimmen überstand. (D.S.)

OR Nr. 24 vom 16.06.2017, S. 1
Besuch des Papstes im Quirinal

Papst Franziskus ist am Samstag, 10. Juni 2017 von Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella zu einem offiziellen Besuch empfangen worden. Bei seiner Rede im römischen Quirinalspalast lobte der Papst Italiens Engagement in der Flüchtlingskrise. Zugleich wiederholte er seinen Appell für mehr Beschäftigungschancen für junge Menschen. Die dafür nötigen finanziellen Ressourcen dürften nicht „abgezweigt und vorrangig für spekulative Investitionen verschwendet werden“. Sichere Arbeit und politischer Rückhalt für Familien seien Bedingungen für das Wachstum und Säulen des Gemeinwesens. Weiter mahnte er bessere Beziehungen zwischen Bürgern und Institutionen an.
Im Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Italien würdigte Franziskus mit einem Begriff seines Vorgängers Benedikt XVI. die „positive Laizität (weltanschauliche Richtung, die die radikale Trennung von Kirche und Staat fordert). Dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit und zugleich strikten Unterscheidung der Zuständigkeiten hätten beide Seiten „exzellente“ Beziehungen.
Italien habe „die Last und die Ehre“, den Leitungssitz der katholischen Kirche bei sich zu haben, so der Papst. Seine Amtsausübung wäre nicht möglich „ohne die grosszügige Verfügbarkeit und Zusammenarbeit des italienischen Staates“. Umgekehrt finde Italien in der katholischen Kirche stets den „besten Verbündeten“ für das Wachstum der Gesellschaft.

Radio SRF 1, Zytlope 19.08.2017, Th. C. Breuer

„In Italien wird jede zweite Minute ein Auto gestohlen.“

Jahr des Glaubens 2012/13

OR Nr. 48 vom 29.11.2013, S. 4
Mehr als 7 Millionen Pilger sind im „Jahr des Glaubens“ in Rom registriert worden. Diese Zahl berücksichtigt jedoch nur die organisierten Wallfahrten und jene Pilger, die ihre Anreise mitgeteilt hätten, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung. Vor allem Pfarreien seien unter den Pilgergruppen stark vertreten gewesen, so Erzbischof Fisichella, der für die Organisation des Themenjahres verantwortlich war. Er hob zudem hervor, dass das „Jahr des Glaubens“ nicht nur in Rom, sondern in der gesamten Weltkirche begangen worden sei.

Jahr des Römischen Reiches

→Römisches Jahr, unter „R“, Nebenregister

Jahresabschlüsse Hl. Stuhl und Vatikanstaat

→Unterregister Fa-Fi: das  Neben-Register „Finanzen – Resultate…“ und →Unterregister Fa-Fi: „Finanzen: Heiliger Stuhl und Staat der Vatikanstadt“

Jakobsweg

Kirche heute, Dezember 2013

2013 wird eines der pilgerreichsten Jahre in die Geschichte des Jakobsweges eingehen. Nie zuvor trafen ausserhalb der Heiligen Jahre so viele Pilger in Santiago di Compostela ein. Die Mitarbeiter im Pilgerbüro stellten rund 215’000 Pilgerurkunden aus. Die meisten Pilger waren einmal mehr auf dem Hauptweg unterwegs. Dieser führt vom französischen Vorpyrenäen-Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port via Pamplona, Burgos und Leon über eine Länge von 780 Kilometer. Das nächste Heilige Jahr, in dem der Jakobstag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt, steht erst 2021 wieder an.

Jesuiten-Orden

OR Nr. 32/33 vom 11.08.2017, S. 6
Franziskus feierte mit seinen Ordensbrüdern

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat das Fest des Ordensgründers Ignatius von Loyola (+31.07.1556) gemeinsam mit seinen Ordensbrüdern in Rom gefeiert. Zum Mittagessen begab er sich in die wenige hundert Meter vom Vatikan entfernte Generalkurie der Jesuiten (Borgo Santo Spirito 4), wie das vatikanische Presseamt bekanntgab. Ein Foto zeigt Franziskus am Tisch mit dem aus Venezuela stammenden Generalobern Arturo Sosa (68).
Der offizielle Name des Jesuitenordens ist „Gesellschaft Jesu“. Die von dem baskischen Adeligen Ignatius von Loyola gegründete Gemeinschaft wurde 1540 von Papst Paul III. anerkannt. Zu ihren Merkmalen gehört eine besondere Gehorsamsverpflichtung gegenüber dem Papst. Die Gesellschaft Jesu zählt weltweit 16’376 Mitglieder, darunter 11’785 Priester und 718 Novizen. Das Durchschnittsalter beträgt 57,5 Jahre.

Johannes Paul II. Wojtyla Karol

Marienbild oberhalb des Petersplatzes  →Totus tuus
→Lateranvertrag

OR Nr. 23 vom 10.06.2011:
Warschauer Nationalkirche erhielt Johannes-Paul-Reliquie

Nach Krakau und Wadowice hat jetzt auch Warschau eine Reliquie des kürzlich seliggesprochenen Papstes Johannes Paul II. erhalten. In der Warschauer Nationalkirche der Göttlichen Vorsehung wird ein kleiner Teil der blutbefleckten Soutane des Papstes gezeigt, die dieser 1981 in Rom während des Attentats trug. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich am Sonntagabend, 5. Juni 2011, an der feierlichen Prozession mit der Reliquie.

Dziwisz Stanislaw, Mein Leben mit dem Papst, 2007, S. 132
Jene zwei Pistolenschüsse

Jener Tag? … Jedes Mal, wenn ich daran denke, geschieht bei mir das Gleiche, immer wieder. Ich erlebe vom Anfang an, Augenblick für Augenblick alles neu. Als könnte ich es heute noch nicht fassen, dass man so weit gehen konnte, einen Papst zu töten zu versuchen, diesen Papst, Johannes Paul II., dort im Herzen der Christenheit …
An jenem Tag fuhr der Jeep seine zweite Runde über den Petersplatz in Richtung der Kolonnaden auf der rechten Seite, die am Bronzetor enden (WA: Nach 25 Jahren wurde genau dort ein neuer Pflasterstein mit dem Datum „13- 8-1981“ eingesetzt). Der Heilige Vater lehnte sich aus dem Auto, weil man ihm ein blondes Kind entgegenhielt: Es hiess Sara, war gerade erst 2 Jahre alt und hielt in den Fingern einen kleinen bunten Luftballon. Er nahm es in den Arm und hob sie in die Luft, um sie allen zu zeigen, dann küsste er sie und gab sie mit einem Lächeln den Eltern zurück. –
Es war, wie man später rekonstruierte, 17.19 Uhr. Die Mittwochsaudienzen fanden bei schönem Wetter nachmittags draussen statt. So war es auch an jenem 13. Mai 1981. Ich war von jener Szene beeindruckt, die Hände der Mutter und des Vaters, die sich ausbreiteten, um das rosafarbene Bündel wieder an sich zu nehmen. Ich hörte den ersten Schuss. Im gleichen Augenblick sah ich Hunderte Tauben, die plötzlich aufgeschreckt davonflogen.
Dann fiel gleich darauf der zweite Schuss. In dem Moment, als ich ihn hörte, sackte der Heilige Vater mir entgegen auf einer Seite in sich zusammen. Instinktiv schaute auch ich – aber das sah ich erst nachher auf den Fotos und in den Fernsehaufzeichnungen – in die Richtung, aus der die Schüsse gekommen waren. Aus einem Tumult befreite sich ein junger Mann mit dunklen Gesichtszügen. Erst später habe ich erfahren, dass es sich um den Attentäter handelte, den Türken Mehmet Ali Agca.
Wenn ich jetzt daran zurückdenke, blickte ich vielleicht deshalb auf die Seite, dorthin, wo das Durcheinander war, weil ich nicht hinschauen wollte, weil ich jene fürchterlich Tat, die geschehen war, nicht wahrhaben wollte. Doch ich „spürte“ sie in meinen Armen. – Ich bemühte mich, den Papst zu stützen, aber es war so, als würde er sich schlaff hängen lassen. Er hatte ein schmerzverzehrtes Gesicht, war aber ruhig. Ich fragte ihn: „Wo?“ Er antwortete: „Im Bauch.“ – „Tut es weh?“ Er darauf: „Es tut weh“. Die erste Kugel hatte seinen Unterleib getroffen, den Dickdarm durchbohrt und den Dünndarm an mehreren Stellen verletzt; dann war sie wieder ausgetreten und in den Jeep gefallen. Die zweite Kugel hatte zuerst seinen rechten Ellenbogen gestreift und den Zeigefinger seiner rechten Hand gebrochen, dann hatte sie zwei amerikanische Touristinnen verletzt.
Jemand schrie, in Richtung Ambulanz zu fahren, aber die Ambulanz befand sich auf der anderen Seite des Platzes. Der Jeep fuhr schnell durch den Glockentorbogen über die Via delle Fondamenta aussen ganz um die Apsis der Basilika herum und steuerte dann Richtung „Grosse Grotte“ auf den Hof des Belvedere bis zur Zentrale des Vatikanischen Sanitätsdienstes (WA: 1,5 bis 2 km Fahrweg), wo sich bereits der inzwischen benachrichtigte Leibarzt des Heiligen Vaters Dr. Buzzonetti befand.
Sie nahmen mir den Papst aus den Händen und legten ihn im Korridor des Gebäudes auf den Boden. Erst in dem Augenblick bemerkten wir das viele Blut, das aus der Wunde strömte, die die erste Kugel verursacht hatte. Buzzonetti beugte ihm die Beine und fragte ihn, ob er sie bewegen könne. Er bewegte sie. Sofort darauf gab der Arzt die Order, in die Gemelli-Klinik zu fahren (WA: ungefähr 5 km Fahrweg auf den Monte Mario, Rom). Dabei handelte es sich nicht um eine zufällige Entscheidung, sondern das war eine seit längerer Zeit beschlossenen Massnahme, sollte sich die Notwendigkeit ergeben, den Heiligen Vater in ein Krankenhaus einliefern zu müssen.
Der inzwischen bereit stehende Krankenwagen fuhr mit hoher Geschwindigkeit los. So begann jene verzweifelte Fahrt gegen die Uhr auf dem Viale delle Medaglie d’Oro. Die Wagensirene funktionierte nicht und der Verkehr war chaotisch.
Dem Papst schwanden die Kräfte, doch er war noch bei Bewusstsein. Er klagte mit leisem Seufzen, das immer schwächer wurde. Er betete. Ich hörte, dass er betete und „Jesus, Maria, meine Mutter“ sagte. – Doch gerade als wir an der Poliklinik ankamen, verlor er das Bewusstsein. Ja, genau in dem Moment wurde mir klar, dass er in Lebensgefahr schwebte. Die Ärzte, die den Eingriff durchführten, gestanden mir später, dass sie ihn operiert hätten, ohne daran zu glauben, genau so sagten sie es mir, ohne an das Überleben des Patienten zu glauben.
Ich erinnere mich nicht mehr, warum, vielleicht aufgrund der Bestürzung, die alle erfasst hatte, wegen der Aufregung in jenen dramatischen Augenblicken, aber sie brachten den Heiligen Vater zuerst in den 10. Stock, um dann zum Operationssaal in den 9. Stock zu fahren. In einem bestimmten Moment hörte ich jemand rufen: „Hier sind wir schneller!“ Die Krankenpfleger brachen zwei Türen auf, um den Weg abzukürzen. – Ich durfte auch eintreten. Da waren viele Personen. Ich stand in einer Ecke, sodass ich alles sofort zu hören bekam. Es gab Probleme mit dem Blutdruck und dem Herzschlag. Der schlimmste Moment war allerdings, als Dr. Buzzonetti zu mir kam, um mich zu bitten, dem Heiligen Vater die Krankensalbung zu spenden. Das machte ich sofort, aber innerlich sehr aufgewühlt. Das war so, als hätten sie mir gesagt, dass nichts mehr zu machen sei. Darüber hinaus war die erste Bluttransfusion erfolglos geblieben. Eine zweite war notwendig geworden, und diesmal spendeten die Ärzte der Klinik das Blut selbst. Zum Glück war der Chirurg Prof. Francesco Crucitti eingetroffen, der sich angeboten hatte zu operieren, weil der Chefarzt in Mailand weilte. Er begann mit dem Eingriff (WA: Prof. Francesco Crucitti: Lehrstuhl für Chirurgie, 1991 Direktor Chirurgie am Gemelli-Spital Rom, Racing-Kart-Fahrer. Am 26.08.1998 68-jährig verstorben. Johannes Paul II. besuchte den Toten an der Via dei Fornaci, Rom. „Via Francesco Crucitti“ vor der Gemelli-Klinik).
Endlich begann er! Jetzt befand ich mich ausserhalb des Operationssaales und konnte nur beten, beten, beten. Hin und wieder kam ein Arzt, um mich zu informieren, wie die Operation verlief. Danach sammelte ich mich mit noch grösserer Intensität im Gebet. Ich überliess mich den Händen Gottes und flehte zur Gottesmutter …
Nach fast fünfeinhalb Stunden kam jemand zu mir, ich erinnere mich nicht mehr an sein Gesicht, aber an seine Worte. Er teilte mir mit, dass die Operation beendet sei, dass alles gut gegangen sei und somit die Chance auf ein Überleben stieg.
Der Heilige Vater wurde auf die Intensivstation gebracht und erwachte in den ersten Stunden des folgenden Tages aus der Narkose. Er öffnete die Augen und schaute mich müde an, als ob es ihm schwerfallen würde, mich zu erkennen. Dann sagte er wenige Worte: „Schmerz … Durst …“ Und danach: „Wie bei Bachelet …“ Offensichtlich hatte er an etwas Ähnliches gedacht, was dem ein Jahr zuvor von den Roten Brigaden ermordeten Prof. Vittorio Bachelet zugestossen war (WA: Prof. Vittorio Bachelet: Anwalt, italienischer Politiker, Direktor Katholische Aktion, Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Familie. An der Universität La Sapienza, Piazzale Aldo Moro 5, Rom, nach einer Vorlesung am 12.02.1980 ermordet).
Nach einer kurzen Ruhe wurde der Papst am frühen Morgen wach. Er schaute mich erneut an, diesmal mit Absicht und stellte mir die unglaubliche Frage: „Habe ich die Komplet (Abendgebet) gebetet?“ Er glaubte, es sei noch Mittwoch, der 13. Mai.
Die ersten 3 Tage waren schlimm. Der Heilige Vater betete ständig. Er litt, er litt sehr. Noch mehr aber litt er – weil das ein tiefes inneres Leid war, das nicht vorüberging – weil Kardinal Wyszynski im Sterben lag.
Ich hatte den polnischen Primas, der wegen einer schweren Krankheit ans Bett gefesselt war, 2 Tage vor dem Attentat in seiner Residenz in Warschau gesehen. Der Heilige Vater hatte mich ausdrücklich gebeten, ihn zu besuchen. Der Kardinal wusste, dass sein Ende nahe war, doch er war im Frieden und hatte sich völlig dem Willen Gottes übergeben. Wir sprachen lange miteinander. Er wollte dem Papst seine letzten Willensäusserungen übermitteln und schrieb ihm sogar einen Brief.
Doch dann, als er von dem Attentat erfuhr und dass der Papst sterben könnte, klammerte sich Wyszynski, wie soll ich das sagen, ja, er klammerte sich ans Leben. Er wollte nicht aus dem Leben scheiden, bevor er die Gewissheit hatte … Deshalb nahm er einen qualvollen Todeskampf auf sich, der sich über 3 Wochen hinzog. Er schloss seine Augen zur ewigen Ruhe erst, als man ihm die Bestätigung gab, der Papst schwebe nicht mehr in Lebensgefahr.
Ich erinnere mich noch mit tiefer innerer Bewegung an das letzte sehr kurze Telefongespräch zwischen dem sterbenden Kardinal und dem noch schwachen Papst, der auf dem Wege der Genesung war: „Uns eint das Leiden … Doch Sie sind gerettet.“ Und dann: „Heiliger Vater, segnen sie mich …“ Wojtyla, der jene Worte nicht aussprechen wollte, weil er wusste, dass sie der endgültige Abschied waren, sagte: „Ja. Ich segne Ihren Mund … Ich segne Ihre Hände…“
Doch für Johannes Paul II. war es noch nicht zu Ende. Als er in den Vatikan zurückgekehrt war, brach begleitet von einer allgemeinen Übelkeit  und immer stärker werdenden Schmerzen das Fieber neu los. Nach einer erneuten Einlieferung in die Gemelli-Klinik entdeckte man endlich jenes schlimme Virus, das Zytomegalie-Virus (Wikipedia: Das Zytomegalievirus (ZMV) ist ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus, gehört zur Familie der Herpesviridae und ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt über den Speichel, Urin, Spermasekrete sowie bei der Bluttransfusion). Nachdem die Infektion überwunden war, wurde ein zweiter chirurgischer Eingriff erforderlich, um den künstlichen Darmausgang rückgängig zu machen. Diesmal ging alles gut; es gab keine weiteren Komplikationen. Am 14. August, dem Vortag des Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel, konnte der Heilige Vater endgültig nach Hause zurückkehren.
Jetzt muss ich jedoch einen Schritt zurückgehen. Ich muss etwas über Fatima sagen …
Um die Wahrheit zu sagen, hat Johannes Paul II. in den Tagen, die auf das Attentat folgten, nie an Fatima gedacht. Erst später, als er sich erholt hatte und wieder etwas zu Kräften gekommen war, hatte er begonnen, über den besonderen Zufall nachzudenken. Immer der 13. Mai! Ein 13. Mai im Jahre 1917 war der Tag der ersen Erscheinung der Gottesmutter in Fatima, und ein 13. Mai war der Tag, an dem man versucht hatte, ihn zu töten.
Am Schluss traf der Papst eine Entscheidung. Er bat darum, das dritte „Geheimnis“ sehen zu können, das im Archiv der Kongregation für die Glaubenslehre aufbewahrt wurde. Am 18. Juli, wenn ich mich nicht irre, übergab der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Franjo Seper, zwei Kuverts – der eine mit dem Originaltext von Schwester Lucia in portugiesischer Sprache und der andere mit der italienischen Übersetzung – an den Substituten im Staatssekretariat Eduardo Martinez Somalo, der sie in die Gemelli-Klinik brachte. Es war in den Tagen des zweiten Klinikaufenthaltes. Dort las der Heilige Vater das „Geheimnis“. Als er es einmal gelesen hatte, hatte er keine Zweifel mehr. In jener „Vision“ hatte er sein eigenes Schicksal erkannt. Er war nun der vollen Überzeugung, dass ihm dank des schützenden Eingreifens der Gottesmutter sein Leben gerettet, ja neu geschenkt worden war.
Ja, es ist wahr, der „in Weiss gekleidete Bischof“ war getötet worden, wie Schwester Lucia es berichtete, während Johannes Paul II. einem fast sicheren Tod entronnen war. Also? Konnte es nicht genau das besagen? Dass der Lauf der Geschichte und der menschlichen Existenz nicht zwangsläufig vorherbestimmt sind? Dass es eine Vorsehung gibt, eine „mütterliche Hand“, die auch den einen Fehler machen lassen kann, der mit seiner Pistole so gezielt hat, dass sie mit Sicherheit tötete?
„Eine Hand hat geschossen, eine andere hat die Kugel gelenkt“, sagte der Heilige Vater.
Heute ist diese Kugel für immer „unschädlich“ gemacht; sie wurde in die Krone der Muttergottes-Statue von Fatima eingesetzt.

OR Nr. 26 vom 30.06.2017
Gedenkstätte für Johannes Paul II. und Kardinal Wyszynski

Im Warschauer „Tempel der Göttlichen Vorsehung“ wird am 16. Oktober 2018 Polens grösstes Papstmuseum eröffnet. Am 40. Jahrestag der Wahl von Johannes Paul II. (1978-2005) öffne das ihm und dem polnischen Primas Stefan Wyszynski (1901-1981) gewidmete Museum seine Dauerausstellung, so eine Sprecherin des Erzbistums Warschau. Das Museum befindet sich in 26 m Höhe rund um die Kuppel der Nationalkirche und hat eine Ausstellungsfläche von 2’000 m2. Es erzählt die Geschichte beider Kirchenmännner und veranschaulicht ihren Beitrag zur Wahrung des christlichen Glaubens und der nationalen Identität sowie zum Sturz des Kommunismus. Johannes Paul II. trug entscheidend zum Ende des kommunistischen Regimes bei, und Kardinal Wyszynski gilt als Symbolfigur des geistigen Widerstandes gegen die kommunistischen Machthaber. (alt Bundeskanzler Kohl spricht in seinem Vermächtnis wohl über verschiedenste Ursachen über den Sturz des Kommunismus und den Fall der Berliner Mauer, erwähnt aber erstaunlicherweise  Papst Johannes Paul II. mit keinem Wort. Fernsehsendung unmittelbar nach dem Tod von Kohl. Juni 2017)
Die Nationalkirche im Warschauer Aussenbezirk Wilanow ist einer der bedeutendsten polnischen Sakralbauten der jüngsten Zeit. Sie geht auf einen Beschluss des polnischen Parlaments von 1791 zurück; aus Dank für die damalige Verabschiedung der ersten demokratischen Verfassung wollte man ein Gotteshaus stiften. Die Teilungen Polens durch Preussen, Russland und Österreich verhinderten jedoch den Bau. 1991 beschloss das polnischer Oberhaus den Kirchenbau erneut. Die Gesamtkosten betrugen laut polnischen Medienberichten 55 Millionen Euro, wobei der Staat mit 15 Millionen Euro vor allem das Museum unterstützte. Nach mehrfachen Verzögerungen wurde der Bau im  November 2016 vom Warschauer Erzbischof, Kardinal Kazimierz Nycz, geweiht.

OR Nr. 34 vom 25.08.2017, S. 3
St. Pölten. Die Stadtpfarre Traismauer (Diözese St. Pölten) hat eine kostbare Reliquie des heiligen Papstes Johannes Paul II. (1920-2005) erhalten. Überlassen wurde die Blutreliquie der niederösterreichmischen Pfarrei vom ehemaligen Krakauer Erzbischof und langjährigen Privatsekretär des Papstes, Kardinal Stanislaw Dziwisz. Sie soll ab dem 24. September zur Verehrung ausgestellt werden.
→Päpste, ihre Pontifikate: Johannes Paul  II.            →Totus tuus

Johannes-Turm in den Vatikanischen Gärten

Er ist auf dem höchsten Punkt des Vatikans gelegen: 78,50 m ü. M. Tiefster Punkt: Obelisk auf dem Petersplatz 19 m ü. M. Mittelalterlicher Johannes-Turm. Der Turm war Sommerwohnung für Johannes XXIII. Johannes Paul II. war mehrere Wochen hier, während dem die Papstwohnung renoviert wurde. 1967: Patriarch Athenagoras von Konstantinopel logierte im Turm.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 126:
Die Position des 1451 errichteten Johannesturm (Torre di San Giovanni) markiert mit 78,5 m ü. M. den Höhepunkt des Staatsgebietes. Er wurde eigentlich, zusammen mit seinem Schwesterturm am Palast Leos XIII. (1878-1903), als Wehranlage gebaut, dient heute aber nur als Gästeturm. 1971 zog hier, nach 15-jährigem Exil in der amerikanischen Botschaft in Budapest, der ungarische Kardinal Josef Mindszenty ein. Auch Johannes Paul II. wohnte einige Monate im Turm, als 1979 sein Appartement im Papstpalast frisch gestrichen wurde. Der Turm ist neben dem Helikopterplatz gelegen.

Journalisten

Kirche heute, 38/2010:

Journalisten verfügen allgemein über sehr lückenhafte Religionskenntnisse und interessieren sich wenig für religiöse Fragen. Religion betrachten sie als Randthema. Das hat eine Studie der Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss, Winterthur, und Urs Dahinden, Chur, gezeigt.

Judentum

Kirche heute 40-42/2013 September, S. 5, Thomas Jansen, Kipa
Den Glauben an Gott bewahrt
Papst Franziskus äussert sich erstmals ausführlich zum Judentum

In einem Offenen Brief hat Papst Franziskus nicht nur Nichtglaubende zu einem Dialog aufgerufen, sondern sich auch die Frage gestellt, ob Gottes Bund mit den Juden ins Leere gegangen sei. Franziskus bezeichnete das Judentum als heilige Wurzel Jesu.

Franziskus stellt die Juden in seinem Brief geradezu als Modell für die Christen dar: Ihr unerschütterliches Festhalten am Bund mit Gott trotz der „schrecklichen Prüfungen dieser Jahrhunderte“ ermahne auch die Christen dazu, sich stets als Wartende auf die Rückkehr des Herrn zu verstehen, schreibt der Papst. Die Kirche und die Menschheit insgesamt könnten den Juden „gar nicht dankbar genug dafür sein“, dass sie ihren Glauben an Gott angesichts der furchtbaren Geschehnisse bewahrt hätten. (…)

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Eine Strassenbezeichnung im  alten Römer Ghetto erinnert an den Tag der Deportation von 1’016 Juden nach Auschwitz (verantwortlich: SS-Polizei-Einheiten unter dem Kommando von Hauptsturmführer Theodor Dannecker).

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGrösste Synagoge Roms, am linken Tiberufer gelegen. Sie wurde von 1901 bis 1904 erbaut und steht im ehemaligen Ghetto, das 1555 unter Papst Paul IV. errichtet und 1870 aufgehoben wurde.

Jugend

Katholische Wochenzeitung Baden/CH 46/2014, November, S. 9, Matthias Blarer
„Adoray“ sind Lobpreisabende für junge Menschen zwischen 15 und 35 Jahren in verschiedenen Schweizer Städten. An vielen Orten findet „Adoray“ wöchentlich am Sonntagabend statt. Organisiert werden die Lobpreisabende von engagierten, vom Glauben an Jesus Christus begeisterten, katholischen Jugendlichen. „Adoray“ (engl. Anbetung) untersteht dem Jugendbischof der Schweizer Bischofskonferenz, der die Statuten bestätigt hat. Weitere Informationen findet man unter www.adoray.ch.

Julianischer Kalender

→Römisches Jahr

Jungfrauen

Liturgiewissenschaftlerin wird geweihte Jungfrau
Die Liturgiewissenschaftlerin Alicia Scarcez hat am 15. August 2016 die Jungfrauenweihe in der Kathedrale „St. Nikolaus“ in Freiburg CH empfangen. Die 37jährige Belgierin hat versprochen, keusch und ehelos zu leben, um sich so ganz Christus hingeben zu können. Geweihte Jungfrauen leben nicht im Kloster und verdienen ihren Lebensunterhalt selber.
Diözesanbischof Charles Morerod sprach im Rahmen der Feier ein Weihegebet. Nachdem er die Jungfrau gesegnet hatte, überreichte er ihr einen Ring und ein Stundenbuch. Anschliessend umarmte Scarcez die anwesenden Jungfrauen, die aus Belgien und der Schweiz angereist waren. Die Wissenschaftlerin, die am Institut für Liturgiewissenschaft der Universität Freiburg arbeitet, gehört nun ebenso wie diese dem „Stand der Jungfrauen“ (Ordo Virginum) an. Damit ist kein gemeinschaftliches Leben in einem Kloster verbunden. Die geweihten Jungfrauen leben in der Regel allein und sind in verschiedenen Berufen tätig. Für die geweihten Jungfrauen ausserhalb der Klöster ist der jeweilige Diözesanbischof zuständig.
Jungfrauenweihe nach dem Konzil wieder eingeführt: Nach Angaben auf der Homepage des „Ordo Virginum“ in der Schweiz gab es bereits in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung Jungfrauen, die in ihren Familien lebten und sich dem Gebet und Werken der Nächstenliebe widmeten. Ab dem 7. Jahrhundert beschränkte sich die Erteilung der Jungfrauenweihe zunehmend auf Ordensfrauen, schrieb die Schweizer Bischofskonferenz 2006 in ihren Empfehlungen für die Spendung der Jungfrauenweihe. In den Klöstern wurde der Ritus der Jungfrauenweihe immer mehr durch die feierliche Profess die Aufnahme in die klösterliche Gemeinschaft, verdrängt.
Erst im 19. Jahrhundert kam es zu einer Wiederbelebung des Ritus. 1970 wurde die im 12. Jahrhundert abgeschaffte Jungfrauenweihe für Frauen in der Welt auf Anregung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) wieder eingeführt, heisst es auf der Homepage des „Ordo Virginum“. – Weltweit gibt es heute ungefähr 4’000 geweihte Jungfrauen, von denen rund 60 in der Schweiz leben. (cath.ch/bal)

⇒Frauen

Justiz im Vatikan

BaZ 15.01.07, Kirche heute vom 25.01.2009:

Statistisch gesehen finden im Vatikan die meisten Straftaten statt. Die Justiz verfolgte im Jahre 2006 486 Straf- und 549 Zivilverfahren bei nur 492 Staatsbürgern. Die hohe Rate hängt damit zusammen, dass über 19 Millionen Menschen den Vatikan jährlich besuchen. Bei den Taten handelt es sich meist um Taschendiebstähle (Strafverfahren). Zivilverfahren, Beispiele: Streit, Ausbleiben der Mietzinszahlung usf. Die Kriminalitätsrate pro Kopf ist im Vatikanstaat und im vatikanischen Hoheitsgebiet grösser als in São Paolo/Brasilien.

OR Nr.  3 vom 20.01.2012:
Die Justiz des Vatikanstaates hat im vergangenen Jahr 2011 ihr Arbeitstempo erheblich beschleunigt. Pro Verfahren brauchte die Behörde des Kleinstaates im Durchschnitt 18 Tage, wie der Generalstaatsanwalt, Nicola Picardi, bei der Eröffnung des Gerichtsjahres im Vatikan betonte. Im Vorjahr seien es 36 Tage gewesen. In 99 % der Fälle gehe es nicht um die 492 eigenen Einwohner, sondern um die 18 Millionen Besucher, die jedes Jahr den Petersplatz, den Petersdom oder die vatikanischen Museen besuchen und damit vatikanisches Staatsgelände betreten. Häufig befassten sich die Verfahren mit Handtaschendiebstahl oder weiteren Betrugs- und Diebstahldelikten.

OR Nr.  3 vom 17. Januar 2014, S. 11
Vatikanische Justiz passt sich internationalen Standards an

Der vatikanische Generalstaatsanwalt Gian Piero Milano sieht die Justiz des Kirchenstaates auf einem guten Weg. Sie passe sich immer wirksamer den internationalen Standards an, sagte Milano bei der Eröffnung des neuen Gerichtsjahres im Vatikan. In dieser Hinsicht werde der Vatikan von einer Enklave  innerhalb Italiens immer mehr zu einer Exklave in der Europäischen Union.  Seine Justiz sei dabei in der Lage, sich international geltenden Rechtsnormen anzupassen, ohne deren Mängel aufzunehmen. Die administrativen Reformen auf diesem Gebiet im vergangenen Jahr bedeuteten einen Fortschritt im Kampf gegen Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus, lobte der Staatsanwalt. Besonders hob er die von Papst Franziskus im Juli 2013 verfügte Ausweitung der Strafverfolgung organisierter  Kriminalität durch die Rechtsorgane des Vatikans hervor. Franziskus‘ Schritte könnten jedoch auch auf die unter Benedikt XVI. ergriffenen Massnahmen wie die Gründung der Finanzaufsichtsbehörde AIF aufbauen, sagte Milano. (siehe „Bank des Vatikans“)

Kirche heute 7/8 2015 Februar, S. 2
Viel Arbeit für Vatikanjustiz

Die vatikanische Justizbehörden blicken auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. 2014 befassten sie sich unter anderem mit Ermittlungen wegen Kinderpornografie, Betrug auf Kosten der Vatikanbank IOR und Drogenhandel, wie der vatikanische Generalstaatsanwalt Gian Pietro Milano (WA: also Anwalt des Staates der Vatikanstadt und nicht des Heiligen Stuhles) im Bericht zur Eröffnung des neuen Gerichtsjahres zusammenfasste. Besonders hob Milano Erfolge im Kampf gegen die Finanzkriminalität hervor, insbesondere gegen Geldwäsche. Auf diesem Gebiet zeigten die umfassenden Reformen für eine bessere Kontrolle der vatikanischen Finanzen Wirkung. In 2 Fällen wurde wegen pädophiler Pornografie ermittelt. Als besonders wichtig beurteilte Vatikansprecher Federico Lombardi vor Journalisten den Fall des wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagten früheren Nuntius in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Jozef Wesolowski (siehe unter „Missbrauchsfälle“).

OR Nr. 9 vom 03.03.2017, S. 3
Kriminalstatistik im kleinsten Staat der Welt

Diebstähle, Strafzettel und beschlagnahmtes Geld in Millionenhöhe – auch der Vatikan als kleinster Staat der Welt ist vor Ordnungswidrigkeiten und Kriminalität nicht gefeit. Das zeigt die Kriminalstatistik, die der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano vorstellte.
Im rund 450 Einwohner zählenden Vatikanstaat wurden vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 insgesamt 78 Diebstähle angezeigt. In den 12 Monaten zuvor waren es 58, wie es in dem von Milano im Vatikan präsentierten Bericht über das Gerichtsjahr 2015/016 heisst. Beklaut wurden demnach vor allem Pilger und Touristen in den Vatikanischen Museen und im Petersdom, die jährlich mehr als 5 Millionen Besucher anziehen. Die vatikanische Gendarmerie nahm insgesamt 4 mutmassliche Taschendiebe fest.
Der Vatikanstaat verfügt über eine eigene weltliche Gerichtsbarkeit und eine eigene Polizei, die vatikanische →Gendarmerie. Die Statistik weist für das zurückliegende Gerichtsjahr insgesamt 33 Festnahmen aus; davon überstellte die Gendarmerie 17 Personen an die italienische Polizei.
Zudem wurden der Justiz des päpstlichen Staates 28 Fälle von versuchtem Betrug gemeldet. Auch im Vatikan gibt es Falschparker, Raser und Knöllchen (Giftpilzchen): Vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 verteilte die Polizei des kleinsten Staates der Welt insgesamt 135 Strafzettel an Autofahrer. Im Vatikan gilt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern.
Schliesslich äusserte sich Staatsanwalt Milano auch zu zahlreichen Fällen, in denen Geldwäsche im Spiel sein könnte. Die Justiz im Vatikan habe 2016 wegen des Verdachts auf Geldwäsche mehr als 2 Millionen Euro beschlagnahmt. Derzeit ermittle die vatikanische Staatsanwaltschaft in 17 Fällen wegen einer möglichen Verletzung der Anti-Geldwäsche-Vorschriften, so Milano. Der Staatsanwalt teilte zugleich mit, dass im Vatikan eine eigene Ermittlungseinheit für solche Fälle geschaffen worden sei.
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