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Haag Albert, Wachtmeister der Schweizergarde 

Ex-Wachtmeister Schweizergarde   →Orden

Handschriften der Vatikanischen Bibliothek

OR Nrn. 13/14 vom 2. April 2010
Handschriften der Vatikanischen Bibliothek werden digitalisiert: Die rund 80’000 Handschriften der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek sollen künftig digital verfügbar sein. Internationale Fachleute und Mitarbeiter der Einrichtung haben in einer Machbarkeitsstudie eine Dauer von 10 Jahren für das Vorhaben veranschlagt.

Die Manuskripte sollen demnach fotografiert, eingescannt und digital katalogisiert werden. Die Dokumente können dann am Computerbildschirm eingesehen werden. Die Digitalisierung der insgesamt 40 Millionen Seiten wird nach Berechnungen von Fachleuten eine Datenmenge von 45 Petabyte (45 Millionen Gigabyte) produzieren.

Die Vatikanische Apostolische Bibliothek besitzt eine der wertvollsten Handschriften- und Bücher-Sammlungen der Welt. Sie verwahrt unter anderem eine der zwei bedeutendsten griechischen Handschriften des Neuen Testaments, den sogenannten „Codex Vaticanus B“ aus dem 4. Jahrhundert.

Hasler Peter, Major der Schweizergarde

Ex-Major Schweizergarde  →Orden

Hauptkirchen Roms

→Papstbasiliken (und Unterregister „Hauptkirchen“)

Haus, Päpstliches

→Päpstliches Haus

Haushalt des Papstes

→Papstwohnung   →Päpstliche Wohngemeinschaft

Heilige

Heilige für alle: Welchem Heiligen man kann sich in welchem Beruf anvertrauen kann:
Siehe „Katholische Wochenzeitung“ 44/2016 November, Seite 6: Tel. 0041 (0)56 222 32 50.

Heilig- und Seligsprechungen

→Erklärungen Piazza Pius XII.  →Seligsprechungen  →Päpste, Johannes Paul  II., HK ab S. 160

AS, Vatikanistan, S. 320:
Es gibt zwei Grade der höchsten Gottgefälligkeit: selig und heilig. Der einmal Seliggesprochene darf nur lokal verehrt werden, der Heilige überall und von der ganzen Kirche. Ein Seligsprechungsverfahren darf frühestens 5 Jahre nach dem Tod der Person eingeleitet werden. Der Papst kann allerdings eine Ausnahme erteilen. Im Falle von Johannes Paul II. war der Druck der Gläubigen so stark (auf dem Petersplatz wurde organisiert gerufen: „Santo subito“), dass Benedikt XVI. bereits nach 3 Monaten den Dispens erklärte.

Heiliggesprochen zu werden ist zwar nicht ganz so schwierig wie Papst werden oder Formel-1-Weltmeister, aber doch ziemlich schwer. Zumal es nicht nur vom frommen und fehlerfreien Leben abhängt. Das Regelwerk zur Selig- und Heiligsprechung füllt samt Kommentaren mehrere Bände. Zurzeit ist die Version „Divinus perfectionis Magister“ vom 25. Januar 1983 gültig, mitsamt ihrer jüngsten Aktualisierung „Sanctorum Mater“, gegeben zu „Roma A.D. MMVII“ mit dem Ziel, die Suche nach Heiligen effizienter zu machen:

Ablauf der Untersuchungen usf.:  AS ab Seite 321:

Unter Johannes Paul II. wurden insgesamt 1’268 Menschen selig- und 483 heiliggesprochen; das sind deutlich mehr Selig- und fast doppelt so viele Heiligsprechungen wie in den fast 400 Jahren seit 1588, seit der Einführung des Kanonisierungsverfahrens.

AS, Seite 334
: insgesamt 5’120 Heilige der katholischen Kirche.

Hans Küng, Erkämpfte Freiheit, S. 167:

Und sicher wusste er (J. P. II.: 1’338 Seligsprechungen und 482 Heiligsprechungen) auch um das einträgliche Geschäft, das Selig- und Heiligsprechungsprozesse für den Vatikan darstellen, auch wenn darüber öffentlich wenig verlautete: Einträglich nicht nur wegen vieler zusätzlicher Pilgerscharen, sondern auch wegen der hohen Verfahrenskosten, so dass eine bestimmte religiöse Gemeinschaft, wie mir einer ihrer Oberen berichtete, auf eine Seligsprechung verzichtete, um die dafür fälligen vielen hunderttausend Euro für andere Aufgaben verwenden zu können.

Papst Benedikt XVI. trat sofort sämtliche Seligsprechungsprozesse ab an den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen (Piazza Pio XII., 3. Stock, normale vatikanische Öffnungszeiten →Conciliazione). Er behielt sich die Heiligsprechungen vor, verzichtete aber auf jede Reform dieses höchst problematischen Verfahrens. Denn es ist wohlbekannt, dass sich bei diesem aus dem Mittelalter stammenden Brauch – der machtbewusste Innozenz III. (→Päpste) hatte im Jahr 1’200 alle Heiligsprechungen dem Papst reserviert – schwerwiegende Miss-Bräuche eingeschlichen haben. Ob sich gerade so die kranke Kirche beleben lässt? Immer mehr wurden diese Veranstaltungen zur päpstlichen Selbstdarstellung und für ordenspolitische Ziele und kirchenpolitische Zecke gebraucht. Umstritten waren die Heiligsprechungen des Unfehlbarkeitspapstes Pius X. (→Päpste), skandalös erschien manchen die Heiligsprechung des wegen Manipulationen an seinen angeblichen „Wundmalen Christi“ ins Zwielicht geratenen Padre Pio und des in seiner Heiligkeit umstrittenen Gründers des →Opus Dei, Josemaría Escrivá. – Aber was immer da geschah, aus dem Episkopat kam nie eine warnende oder mahnende Stimme.

Fernsehsendung Planet Wissen des WDR, 11. Mai 2012:
Die katholische Kirche hat 6’650 Heilige. Stand Mai 2012.

Kirche heute 18/2014 April, S. 2
Was ist eine Heiligsprechung?

Zur Heiligkeit berufen ist jeder Getaufte. Bei einigen Menschen geht die Kirche aber davon aus, dass sie durch ihren tugendhaften Lebenswandel oder sie durch das Vergiessen ihres Blutes ihren Glauben auf besondere Weise bezeugt und deshalb zweifellos ihren Platz bei Gott gefunden haben. Deshalb können Heilige um ihre Fürsprache bei Gott gebeten werden. Die zuständigen Bischöfe und der Papst reagieren mit der Selig- (in einem Bistum) und die Heiligsprechung (in der Universalkirche) in der Regel auf die Verehrung einer Glaubenspersönlichkeit durch das Kirchenvolk. Voraussetzung ist zudem die Feststellung eines (Heilungs-)Wunders. Die Kanonisierung bildet dann die kirchenamtliche Grundlage für die Anrufung der Heiligen im liturgischen und damit offiziellen Rahmen. Deshalb spricht man auch von der Erhebung zur „Ehre der Altäre“.

Kirche heute 1/2 2016 Januar, S. 2
Papst spricht Mutter Teresa heilig

Nur 18 Jahre nach ihrem Tod ist der Prozess zur Heiligsprechung von Mutter Teresa abgeschlossen. Der Vatikan hat das dazu nötige Heiligungswunder am 17. Dezember 2015 bestätigt. Die Heiligsprechung soll am 4. September 2016, am Sonntag vor dem 19. Jahrestag ihres Todes, stattfinden. Die aus Albanien stammende Mutter Teresa (mit richtigem Namen: Agnes Gonxha Bojaxhiu, geboren am 26. August 1910 in Skopje, heute Hauptstadt Mazedoniens, gestorben am 5. September 1997 in Kalkutta) war durch ihre Hilfe für die Armen in den Elendsvierteln des indischen Kalkutta seit den 1970er-Jahren weltberühmt. 1950 hatte sie den Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“, der sich vor allem für Strassenkinder, Obdachlose, Arme und Kranke engagiert, gegründet. Sie ist Friedensnobelpreisträgerin und wurde im Jahre 2003 seliggesprochen.

bz BASEL vom 16.03.2016, S. 13, Dominik Straub, Rom
Heilig – trotz aller Kritik
Mutter Teresa: Vatikan zieht Express-Adelung durch – Nonne ist ab September unsterblich

Papst Franziskus hat das Dekret zur Heiligsprechung von Mutter Teresa gestern unterzeichnet. Sie wird am 4. September 2016 auf dem Petersplatz stattfinden, einen Tag vor dem 19. Todestag der Nonne. Die Zeremonie soll zu einem Höhepunkt des laufenden „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“ werden: Schon zur Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. 2003 waren Hunderttausende Gläubige geströmt. Das erforderliche zweite Wunder  ist vom Vatikan bereits im Dezember anerkannt worden: Ein Brasilianer, der an einem Hirntumor litt, soll 2008 durch Teresas Fürbitte auf medizinisch unerklärliche Weise gesund geworden sein. – Mutter Teresa, die bürgerlich Agnes Gonxha Bojaxhiu hiess, war 1910 im heutigen Skopje (Mazedonien, damals Teil des Ostmanischen Reiches), geboren worden. Mit 18 trat sie beim Orden der Loreto-Schwestern ein, die sie bald als Missionarin nach Indien schickten. Erschüttert von der unsäglichen Armut verliess die junge Frau 1948 ihre Gemeinschaft, um sich um die Menschen in einem Slum in Kalkutta zu kümmern. Zwei Jahre später gründete sie die Gemeinschaft der „Missionarinnen der Nächstenliebe“. – Sieht Vatikan weg? In einem Elendsviertel baute die Ordensgemeinschaft Obdachlosenheime und Spitäler. Die Schwestern kümmerten sich vorab um Leprakranke und Sterbende. Heute gehören den Missionaren der Nächstenliebe weltweit über 3’000 Schwestern und 500 Brüder in 133 Ländern an. Für ihr Wirken ist Teresa, die 1947 die indische Bürgerin wurde, mehrfach geehrt worden: so wurde sie US-Ehrenbürgerin oder erhielt den Friedensnobelpreis.   Beim Tod 1997 galt sie als Symbol für gelebte christliche Nächstenliebe. – Mit Johannes Paul II. hatte Mutter Teresa auch im Vatikan einen engen Freund und Bewunderer. Aufgrund der grossen Verehrung leitete der Pole schon zwei Jahre nach ihrem Tod das Verfahren zur Kanonisierung ein – und setzte damit die Regel ausser Kraft, wonach dazu eigentlich fünf Jahre verstreichen müssen. Die Seligsprechung erfolgte in sechs weiteren Jahren. – Die Biografie der Heiligen in spe (zukünftig) hat aber auch dunkle Flecken, die der Vatikan in der Hektik der Kanonisierung bislang ausblendet. Dass es um die Hygiene und medizinische Versorgung in Mutter Teresas Spitälern nicht immer zum Besten stand, war schon zu Lebzeiten ruchbar. 2013 erhoben kanadische Wissenschafter, die Hunderte Dokumente zum Wirken gesichtet hatten, weitere – teils schwerwiegende – Vorwürfe. So hätten Arme und Schwerstkranke „in katastrophalen und unhygienischen Bedingungen dahinvegetiert“. Zudem werden die Forscher Mutter Teresa bezüglich der Millionen Spendengelder aus aller Welt „totale Intransparenz“ (Undurchsichtigkeit) vor. Für Studienleiter Professor Serge Larivée war Mutter Teresa „alles andere als eine Heilige“.

bz BASEL vom 18.03.2016, Leserforum S. 30
Atheistenschelte ist nicht wissenschaftlich

Für den im Artikel (siehe oben) erwähnten Studienleiter der Abteilung für Psychoedukation an der Universität von Montreal, Professor Serge Larivée, ist Mutter Teresa „alles andere als eine Heilige“, und er macht ihr in seiner Publikation schwere Vorwürfe. Bedauerlicherweise fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass Larivée als erklärter Atheist diese „wissenschaftliche“ Arbeit zu einem nicht geringen Teil auf die Schriften von Christopher Hitchens abstützte. Dieser wiederum war als ehemaliger Trotzkist und kämpferischer Atheist der Meinung, man solle Religion der Lächerlichkeit preisgeben und ihr mit „Spott, Hass und Verachtung“ begegnen (Wikipedia). Die Arbeit von Larivée über diese bekannte katholische Nonne entbehrt jeder Wissenschaftlichkeit und Fairness. Georg Reichlin, Seltisberg

Youtube, 15.06.2016
Eine Heiligsprechung kann bis zu Euro 250’000 kosten. Das ergäbe für alle Heiligsprechungen, die Papst Johannes Paul II. durchführen liess (Annahme: bei einem durchschnittlichen Kostenaufwand von Euro 200’000 für 483 Heiligsprechungen) ein total von rund Euro 100’000 Millionen, dazu kommen die 1’268 Seligsprechungen (bei  bescheiden angenommenen Euro 100’000 je Sprechung) mit total rund Euro 130’000 Millionen, ergeben mit Bestimmtheit anzunehmende Gesamteinnahmen von Euro 230’000 Millionen für den Heiligen Stuhl.

OR Nr. 28 vom 14.07.2017, S. 1
Selige und Heilige: Hingabe des Lebens neues Kriterium

Papst Franziskus hat die Regeln für Selig- und Heiligsprechungen geändert. Neben dem Martyrium hat er die „Hingabe des Lebens“ als neues Kriterium auf dem Weg zu einer Selig- und Heiligsprechung eingeführt. Die aufgrund von Nächstenliebe erfolgte „heroische Hingabe ders Lebens“ sei ein neuer Sachverhalt, der sich vom Martyrium und dem heroischen Tugendgrad unterscheide, heisst es in dem am 11. Juli 2017 veröffentlichten Motu proprio (aus eigenem Antrieb) ‚Maiorem hac dilectionem‘.
Christen, die „frei und freiwillig ihr Leben aus Nächstenliebe für andere Menschen hingaben und deshalb selbst einen verfrühten Tod starben, verdienten gleiche Verehrung wie Märtyrer“, so der Papst. Voraussetzung für eine Anerkennung dieses neuen Tatbestandes sind weiter die Akzeptanz eines sicheren und bald nahenden Todes sowie eine Verbindung der „Hingabe des Lebens“ mit einem frühzeitigen Tod. Für eine Seligsprechung ist zudem ein Wunder notwendig, das nach dem Tod durch die Fürsprache des Verstorbenen erfolgte.

Heiliger Stuhl

auch „Apostolischer Stuhl“ genannt  (→Organigramm)

Ein von zwei Rechtsträgern im Vatikan. Zweiter: Staat der Vatikanstadt SCV. Er unterliegt der Autorität des Hl. Stuhles. „Heiliger Stuhl“ wird in der Diplomatie bei offiziellen und bilateralen Interventionen verwendet (gemäss Nuntiatur Bern).

Der Heilige Stuhl ist das Subjekt der völkerrechtlichen Beziehungen bzw. der Papst selbst. Diese Konstellation ist einzigartig auf der Welt, dass eine Person Völkerrechtssubjekt ist. Für die Schweiz gilt beispielsweise: Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist das Völkerrechtssubjekt. – Der Staat der Vatikanstadt (Stato della città del Vaticano) garantiert völkerrechtlich die Unabhängigkeit des Heiligen Stuhles. Der Heilige Stuhl pflegt mit über 180 Staaten diplomatische Beziehungen (Stand März 2013).

Unter dem Heiligen Stuhl versteht man in der Gesamtheit wohl die römisch-katholische Weltkirche und in der Römischen Kurie mit beispielsweise 9 Kongregationen (Ministerien), 11 Päpstlichen Räten und Päpstlichen Kommissionen usf. den administrativen Apparat des Heiligen Stuhles.

Ständige Beobachter hat der Hl. Stuhl bei UNO, FAO, IFAD, PAD, CMA und UNESCO, um nur einige Beispiele zu nennen (Piazza San Calisto die Büros). Bei IAEA (Internationale Agentur für Atomenergie) und WTO (Weltorganisation für Tourismus) ist der Hl. Stuhl ständiges Mitglied (auch S. Calisto). Ausserdem gehört der →Staat der Vatikanstadt diesen Organisationen an. KSZE = volles Stimmrecht.
(KSZE = Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa)

OR Nr. 49 vom 9. Dezember 2011:
Der Heilige Stuhl ist seit 04.12.2011 Vollmitglied in der Internationalen Organisation für Migration IOM. Üblicherweise ist der Heilige Stuhl bei internationalen Organisationen wie der UNO nur als Ständiger Beobachter vertreten. Die 1951 gegründete IOM ist keine UN-Organisation. Ihr gehören mehr als 120 Staaten als Mitglieder an; rund 90 Staaten und nichtstaatliche Organisationen haben Beobachterstatus.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Der Heilige Stuhl ist Mitglied einer grösseren Zahl internationaler Organisationen, darunter der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), dem Internationalen Institut für die Vereinheitlichung des Privatrechtes (UNIDROIT), der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW).

Der Heilige Stuhl ist Beobachter in weiteren Organisationen (darunter den Vereinten Nationen und mehreren ihrer Unterorganisation, z. B. Internationale Drogenkontrollprogramm der UN (UNDCP), Umweltprogramm der UN (UNEP), Organisation der UN für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), Organisation der UN für industrielle Entwicklung (UNIDO) sowie Beobachter auf informeller Basis in mehreren internationalen Organisationen, zum Beispiel der Organisation der UN für Nachhaltige Entwicklung (UNCSD), der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der Internationalen Seeschifffahrtorganisation (IMO), der Internationalen Zivilluftfahrt-organisation (ICAO).

Der Vatikan hat zwar die Menschenrechtserklärung des Europarats nie unterzeichnet (mit dem Argument, dafür müssten zu viele Kanones des Kirchenrechtes geändert werden) –  aber jede Menge anderer Abkommen. Etwa gegen Rassendiskriminierung, für Nichtverbreitung von Atomwaffen, für das Verbot von Giftgasen und bakteriologischen Waffen, die Genfer Flüchtlingskonvention sowie die Abkommen über Kulturgüter, Seerecht und Strassenverkehr. Ketzer würden sagen: Seerecht geht vor Menschenrecht. (→ Menschenrechte)

OR Nr. 50 vom 11.12.2009:
Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhles bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore, führte die sechsköpfige Delegation des Hl. Stuhles bei der Klimaschutz-Konferenz in Kopenhagen an  Er wurde unterstützt von einem Priester und vier Laien-Experten.

Die Bezeichnung Heiliger Stuhl wurde früher auch anderen bedeutenden Bischofssitzen zuerkannt. Im Zuge der Säkularisierung (Verweltlichung) nach 1803 fiel diese Bezeichnung jedoch weg. Ausnahmen bilden das Bistum Rom und das Bistum Mainz, welches die Bezeichnung Heiliger Stuhl (… von Mainz) führt. Das Bistum Rom erstreckt sich über die Grenzen des Vatikanstaates hinaus nach Italien; der Papst ist Bischof dieses Heiligen Stuhles, vertreten durch den Generalvikar im Range eines Kardinals.

Apostolischer (Heiliger Stuhl): eine Institution der Stabilität und der Geheimniskrämerei, der Klassen und Kasten, der Fraktionen und Seilschaften, eine Männergesellschaft, die mit der Kirche verheiratet ist. Der Vatikan denkt nicht in Jahren, sondern in Jahrhunderten.
(→Heiliger Stuhl, NZZ, Definition)

Bestimmte Besitzungen des Hl. Stuhles in und um Rom haben gemäss den Lateranverträgen exterritorialen Status, ohne aber Teil des vatikanischen Territoriums  zu sein.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Der Heilige Stuhl sitzt auf dem Territorium des Staates der Vatikanstadt, er hat ihn nur als physischen (natürlichen, körperlichen) Sitz auf Erden, geht aber nicht in ihm auf. Deshalb sind die Botschafter anderer Nationen auch beim Santa Sede akkreditiert und nicht beim Staat der Vatikanstadt. Der Heilige Stuhl ist souverän (selbständig, unumschränkt) in den Beziehungen nach aussen, aber für die eigene Müllabfuhr ist er nicht zuständig.

OR Nr. 50 vom 17.12.2010:
Gipfeltreffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Astana, Kasachstan. Die internationale Gemeinschaft muss die Diskriminierung von Christen bekämpfen. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, Leiter der Delegation des Heiligen Stuhles am 1. Dezember 2010, hielt eine Rede. Auszug: Der Heilige Stuhl ist sich immer der Schwere des Verbrechens des Menschenhandels, einer modernen Form der Sklaverei, bewusst gewesen. Gerade heute wird der Welttag für die Abschaffung der Sklaverei begangen. Alle Anstrengungen, die unternommen werden, um den kriminellen Aktivitäten des Menschenhandels entgegenzuwirken und die Opfer zu schützen, sollten Männer und Frauen einschliessen und ins Zentrum aller Strategien die Menschenrechte stellen.

OR Nr. 5 vom 3. Februar 2012:
Der Vatikan verstärkt seine Anstrengungen im Kampf gegen das internationale Verbrechen und verdeckte Terrorismusfinanzierung. Der Heilige Stuhl trat 2 entsprechenden internationalen Abkommen bei. Zudem ratifizierte er eine UNO-Konvention zur Bekämpfung des Rauschgifthandels. Im Einzelnen handelt es sich um das Internationale Übereinkommen zu Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus vom 9. Dezember 1999, die UNO-Konvention gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vom 15. November 2000 sowie die UNO-Konvention gegen den unerlaubten Handel mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen vom 20. Dezember 1988.

→Angestellte   →Bürger   →Finanzen  →Gerichte   →Vatikan    →Völkerrecht

Heiliges Jahr

Kirche heute 13/2015 März, S. 2
Papst ruft Heiliges Jahr aus

Am zweiten Jahrestag seiner Wahl hat Papst Franziskus überraschenderweise ein neues Heiliges Jahr angekündigt. Das sogenannte Jubiläum der Barmherzigkeit beginnt am 8. Dezember 2015 und endet am 20. November 2016. Das Jahr solle der Kirche helfen, „ihre Mission, Zeuge der Barmherzigkeit zu sein“, noch überzeugender zu erfüllen, so der Papst. Es ist kein Zufall, dass das Jahr ausgerechnet am 8. Dezember, genau 50 Jahre nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) beginnt. In einer ergänzenden Mitteilung des Vatikans heisst es, das Heilige Jahr sei auch eine „Einladung, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzusetzen“. Ein Heiliges Jahr ist eine Massenveranstaltung, die zahlreiche Pilger nach Rom anlockt. Das bekannteste Ritual des Heiligen Jahres ist die Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdomes. In allen vier Patriarchalbasiliken wird für die Dauer des „Anno Santo“ eine Heilige Pforte geöffnet.

OR Nr. 12/13 vom 20.03.2015, S. 3

Die Stadt Rom und die Hoteliers haben sich erfreut über die Ankündigung eines ausserordentlichen Heiligen Jahres durch Papst Franziskus geäussert. „Rom ist unverzüglich bereit, sich diesem Weltereignis zu stellen“, sagte Bürgermeister Ignazio Marino. Er kündigte an: „Wir verhundertfachen unsere Anstrengungen, um das aussergewöhnliche Ereignis angemessen zu organisieren.“ Der Vorsitzende des römischen Hotelverbandes, Giuseppe Roscioli, hofft auf einen ähnlich grossen Besucherstrom wie im Heiligen Jahr 2000. Insgesamt kamen im Jahr 2000 rund 25 Millionen Besucher nach Rom.

OR Nr. 16 vom 17.04.2015, S. 5
Offizielle Ankündigung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit

Das Ausserordentliche Jubiläum beginnt am 8. Dezember 2015 mit der Öffnung der Heiligen Pforte. Papst Franziskus überreichte am Samstagnachmittag, 11. April 2015, den Erzpriestern der vier Grossen Päpstlichen Basiliken die Verkündigungsbulle des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Stellvertretend für die Bischöfe aller Kontinente erhielten im Atrium des Petersdomes die Leiter der für die verschiedenen Teile der Weltkirche zuständigen vatikanischen Behörden ein Exemplar der Bulle (feierlicher päpstlicher Erlass) sowie jeweils ein Kurienerzbischof aus Hongkong und dem westafrikanischen Benin. Ein weiteres Exemplar überreichte Franziskus einem Vertreter der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten. Der Apostolische Protonotar Leonardo Sapienza verlas Ausschnitte aus der 25 Punkte umfassenden Bulle.

OR Nr. 18 vom 1. Mai 2015, S. 4
Über Programm und Verlauf des bevorstehenden Heiligen Jahres informiert seit Samstag, 25. April 2015, auch eine vatikanische Internetseite (www.iubilaeummisericordiae.va), die laufend aktualisiert wird. Ausser in Italienisch informiert sie auch in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Polnisch. Bisher sind etwa der Text der Ankündigungsbulle und Hintergrundinformationen zur Geschichte des Heiligen Jahres verfügbar. Über ein Kontaktformular können Interessierte sich online an die Organisatoren wenden. Auch unter www.im.va

OR Nr. 32/33 vom 7. August 2015, S. 4
Pater-Pio-Reliquie kommt im Heiligen Jahr nach Rom

Die sterblichen Überreste des italienischen Volksheiligen Pater Pio (1887-1968) werden zum Aschermittwoch 2016 aus dem süditalienischen San Giovanni Rotondo in den Petersdom nach Rom gebracht. Dort soll der glänzende Sarg des Kapuzinerpatres vom 8. bis zum 14. Februar 2016 ausgestellt werden, wie der Kapuzinerorden in San Giovanni Rotondo auf seiner Internetseite mitteilte. Pater Pio ist einer der populärsten Heiligen Italiens. Vor allem im Süden des Landes sind Statuen, Bilder und Aufkleber des Ordensmannes fester Bestandteil im öffentlichen und privaten Raum. Populär wurde der Kapuziner durch Wundmale an Händen, Füssen und Seite, die den Wunden Jesu bei der Kreuzigung entsprechen.

Kirche heute 35/2015 August, S. 2
Tickets für die heilige Pforte

Wer im bevorstehenden Heiligen Jahr die Heilige Pforte des Petersdoms durchschreiten möchte, braucht dafür eine Einlasskarte. Pilger könnten sich online oder im Pilgerzentrum gegenüber der  Engelsburg (Tiber überqueren)  anmelden (> Deutsches Pilgerzentrum, Via del Banco di  S. Spirito 56, 00186 Roma; Tel. 0039 06 689 71 97; Fax 0039 06 686 94 90; E-Mail: pilgerzentrum@libero.it), zitieren italienische Medien den Vizepräsidenten des römischen Pilgerwerkes. Die Besucher müssen dabei ihre Personalien angeben sowie den gewünschten Zeitpunkt ihres Aufenthaltes im Petersdom. Auf der zum Petersplatz verlaufenden Via della Conciliazione wird eine Sicherheitsschleuse eingerichtet, die nur mit gültiger Karte passiert werden kann. Der Eintritt in den Petersdom bleibt kostenlos. Siehe auch: www.im.va

OR Nr. 34 vom 21. August 2015, S. 3
Hymne zum Heiligen Jahr veröffentlicht
Das bevorstehende Heilige Jahr hat seine eigene Hymne. Am 5. August 2015 wurde sie auf dem Internetportal YouTube veröffentlicht. Die Musik stammt von dem britischen Komponisten Paul Inwood, der Text von dem italienischen Jesuiten Eugenio Costa. Gesungen wird das Stück vom Päpstlichen Chor der Sixtinischen Kapelle unter der Leitung von Don Massimo Palombella SDB. Komponist und Texter haben dem Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung alle Rechte an der Hymne überlassen.

OR Nr. 34 vom 21.08.2015, S. 4
Im Heiligen Jahr wird Papst Franziskus mehr Generalaudienzen auf dem Petersplatz abhalten. Zusätzlich zu den wöchentlichen Veranstaltungen am Mittwochmorgen werde der Papst einmal im Monat auch samstags zu einer Generalaudienz einladen.

OR Nr. 35 vom 28.08.2015, S. 4, von Johannes Schidelko
Heiliges Jahr: Rom baut alte Pilgerwege zum Petersdom aus

Die Stadt Rom setzt für das anstehende Heilige Jahr auf die alte Tugend des Pilgers. Vier alte Pilgerwege durch das Zentrum der Stadt, vorbei an religiösen Zentren und Treffpunkten, mit dem Ziel Petersdom sollen für Fussgänger ausgebaut werden. Damit will Bürgermeister Ignazio Marino den Ansturm von erwarteten 35 Millionen Besuchern kanalisieren – und verhindern, dass sich das tägliche Verkehrschaos in der Ewigen Stadt zu einem totalen Zusammenbruch ausweitet. 800’000 Euro sind für den Ausbau veranschlagt, berichten italienische Medien. – Wer zum „Jubiläum der Barmherzigkeit“ vom 8. Dezember 2015 bis 20. November 2016 nach Rom kommt, muss entweder gut zu Fuss sein oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Denn eine Anfahrt im Reisebus  zur Lateranbasilika, nach Santa Maria Maggiore oder zum Petersdom wird nicht möglich sein. Der Besuch der 4 Papstbasiliken – hinzu kommt noch Sankt Paul vor den Mauern – gehört jedoch zu den festen Programmpunkten eines jeden Jubiläumsjahres. Um zu den Papstbasiliken zu gelangen, sollen sich die Pilger auf 4 alten Pilgerrouten bewegen.

  • Der „Cammino papale“ (Papstweg) folgt in zwei Varianten – der Strecke, den früher die Päpste nach ihrer Wahl auf dem Weg von ihrem Sitz im Lateran zum Petersdom zurücklegten. Seit dem 16, Jahrhundert gehört die Route zudem zu den Pilgerwegen der Heiligen Jahre: Kolosseum – Mamertinischer Kerker – Pantheon – Engelsbrücke – Tiber
  • Das letzte Stück entweder über die Antiquitätenstrasse Via Coronari oder über die Via die Banchi Nuovi
  • Der „Cammino del pellegrino“ (Pilgerweg): Marmertinischer Kerker – Via Giulia – Tiber
  • Der „Cammino Mariano“ (Marienweg): Santa Maria Maggiore – Kolosseum – auf die anderen Wege

Am Tiberufer gegenüber der Engelsburg treffen sich die 4 Pilgerwege zusammen. Kurz davor sind 3 grosse Kirche als Treff- und Sammelpunkt für Heilig-Jahr-Pilger vorgesehen: Die Chiesa Nuova, San Giovanni dei Fiorentini und San Salvatore in Lauro. Das letzte Stück über die Brücke geht es über die Via della Conciliazione zum Petersdom. Die breite Zugangsstrasse zum Vatikan soll zum grössten Teil Fussgängerzone werden. Die rechte Spur wird ausschliesslich Pilgern vorbehalten, die durch die Heilige Pforte in den Petersdom einziehen möchten.

OR Nr. 39 vom 25.09.2015, S. 8
Weltkrankentag des Heiligen Jahres 2016 soll die Herzen öffnen

Der Vatikan hat die Papstbotschaft zum Weltkrankentag 2016 veröffentlicht, der nach dem Wunsch von Franziskus ein wichtiges Datum  in dem in 3 Monaten beginnenden „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ sein soll. Dieser Anlass könne vieler Herzen öffnen, so der Papst. Die zentralen Feiern werden 2016 in Nazareth, der Heimatstadt Jesu, stattfinden. Der 2. Welttag der Kranken wird am 11. Februar 2016 begangen.

OR Nr. 47 vom 20.11.2015, S. 2
Registrierung für Heilig-Jahr-Rompilger jetzt online

Der Vatikan hat die Registrierung von Pilgern zum Heiligen Jahr online geschaltet:

  • Ab sofort können sich Gruppen aber auch Einzelteilnehmer zu den 8 Grossveranstaltungen elektronisch anmelden: 08.12.2015 (Eröffnung), 03.06.2016 (Jubiläum der Priester); 29.05.2016 (Diakone); 12.06.2016 ( Tag der Kranken und Behinderten); 08./09.11.2016 (Marianisches Jubiläum); 03.04.2016 (Heilig-Jahr-Treffen am Barmherzigkeitssonntag); 04.09.2016 (Tag der Mitarbeiter in katholischem Ehrenamt und Sozialdiensten.
  • „Last-minute-Registrierungen“ auch möglich: Via della Conciliazione 7 (z. B. Papstmessen).
  • Nötige Registrierung und Anmeldung für alle, die den Petersdom im Heiligen Jahr durch die Heilige Pforte betreten wollen.
  • Für den Pilgerzug: eigener Fussgängerweg ab Engelsburg. Auf diese Weise sollten je Stunde etwa 2’000 Personen in den Petersdom gelangen. Eine Anmeldung ist für je einen bestimmten Halbtag (vormittags oder nachmittags) erforderlich.
OR Nr. 48 vom 27.11.2015, S. 3
Vatikan vertraut im Heiligen Jahr italienischer Polizei
Der Vatikan hat den italienischen Sicherheitsdiensten mit Blick auf das bevorstehende Heilige Jahr sein Vertrauen ausgesprochen. Er sei absolut überzeugt, dass Polizei und Militär die Sicherheit in Rom und auf dem Petersplatz gewährleisten könnten, sagte der Pressesprecher des Heiligen Stuhles, P. Federico Lombadi SJ, bei einer Pressekonferenz zu einem gemeinsamen Verkehrsservice-Projekt von Radio Vatikan, der Gemeinde Rom und der italienischen Eisenbahn. Der römische Präfekt Franco Gabrielli sagte, die Stadt habe bereits umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen mit Blick auf das Heilige Jahr getroffen, das am 8. Dezember beginnt und bis 20.November 2016 dauert. Das Entscheidende sei nicht die Zahl von Soldaten und Polizisten, sondern ihre sinnvolle Postierung. Wörtlich fügte er hinzu: „Die Dinge, die sie sehen, sind dabei nicht so wichtig. Die wichtigsten Aktivitäten sind unsichtbar, sogenannte Intelligence-Massnahmen“.
bz BASEL vom 09.12.2015, S. 8, Dominik Straub, Rom
Der Papst stösst die Heilige Pforte auf

Der 78-jährige Papst musste drei- oder viermal an der tonnenschweren Bronzetür rütteln, bis er als Erster ins Innere des Petersdoms schreiten konnte. Damit war das heilige Jahr der Barmherzigkeit offiziell eröffnet. Kurz nach Franziskus ging, gestützt von seinem Privatsekretär, auch Benedikt XVI. durch die Heilige Pforte. Danach schritten unter anderen der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella, Premier Matteo Renzi sowie Vertreter der islamischen und jüdischen Gemeinde Roms durch die Pforte. (…)

OR Nr. 50 vom 11.12.2015, S. 4
In Rom ist Anfang Dezember 2015 das Pilger- und Medienzentrum für das Heilige Jahr eingeweiht worden. Die Einrichtungen sind im historischen Palazzo San Pio X in der Via della Conciliazione 4 zwischen Engelsburg und Petersplatz (am Anfang, rechte Seite)untergebracht. Das Zentrum soll täglich von 7.30 bis 18.30 Uhr geöffnet sein und Besuchern wie Medienvertretern als Anlaufstelle dienen.
OR Nr. 5 vom 05.02.2016, S. 2
Zusätzliche Audienzen im Heiligen Jahr
Es ist der Wunsch von Papst Franziskus, den Gläubigen im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit noch öfter begegnen zu können. Daher ist ab dieser Woche zusätzlich zur Mittwochaudienz ein- bis zweimal im Monat eine weitere „Jubiläumsaudienz“ jeweils samstags geplant.
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OR Nr. 8 vom 26.02.2016, S. 1
Heiligjahrfeier der Römischen Kurie
Papst Franziskus hat die Römische Kurie dazu aufgerufen, „Mitarbeiter Gottes“ und „gute Hirten“ zu sein und sich als „Dienstgemeinschaft“ zu verstehen. Auch in ihrem Arbeitsumfeld müsse immer ein starkes seelsorgerliches Gespür vorhanden sein, sagte er am 22.02.2016 bei einem Gottesdienst im Petersdom. Am Fest „Kathedra Petri“ feierte Franziskus zum Heiligen Jahr eine Messe mit der Römischen Kurie und Einrichtungen, die mit dem Heiligen Stuhl verbunden sind. (…)
Das Heilige Jahr, Deutsche Bischofskonferenz (278), S. 26
Lexikon Heiliges Jahr
Die folgenden Angaben fassen die wichtigsten Begriffe rund um das Heilige Jahr zusammen. Weitere Begriffe finden Sie unter www.heiligesjahrbarmherzigkeit.de
Anno Santo/Heiliges Jahr
Der Begriff „Anno Santo“ bzw. Heiliges Jahr taucht erstmals in einem aus Rom überlieferten Brief zum Jubeljahr 1400 auf. Er setzt sich in den folgenden Heiligen Jahren durch.
Apostelgräber
In Rom befindet sich im Petersdom das Grab des hl.  Petrus (→Petrusgrab), in der Basilika St. Paul vor den Mauern die Grabstätte des hl. Paulus. Bei der Einberufung des ersten Heiligen Jahres 1300 sah der Papst den Besuch des Pilgers in beiden Kirchen vor. Es wurde angeordnet, dass die Römer die Apostelgräber 30 Mal innerhalb von 30 Tagen, die Besucher von aussen die heiligen Stätten 15 Mal innerhalb von 15 Tagen besuchen sollen. Erstmals wurde der Hinweis auf den Begriff „ad limina apostolorum Petri et Pauli“ (an den Schwellen der Apostelgräber, →ad limina Besuch) in der Einberufungsbulle für das Heilige Jahr 1450 unter Nikolaus V. erwähnt.
Dauer des Heiligen Jahres
Zunächst gab es keine genauen Festlegungen zur Dauer des Heiligen Jahres. Erst Paul II. verfügte 1470, dass ein heiliges Jahr jeweils von einem bis zum nächsten Weihnachtsfest dauern solle. Für das Heilige Jahr 2015 hat Papst Franziskus festgelegt, dass das Heilige Jahr am 8. Dezember 2015 im Petersdom beginnt und am 20. November 2016 endet.
Heiliges Jahr
Heiliges Jahr meint ein besonderes Jahr der Umkehr und des Pilgerdaseins. Es entwächst der alttestamentlichen Tradition der „Jobeljahre“, worauf erstmals die Einberufungsbulle Papst Clemens VI. für das Heilige Jahr 1350 verweist. Nach Auffassung von Papst Franziskus soll das Heilige Jahr 2015/16 dafür stehen, „wie die Kirche ihre Sendung, Zeugin der Barmherzigkeit zu sein, deutlich machen könnte. Es ist ein Weg, der mit einer geistlichen Umkehr beginnt; und diesen Weg müssen wir gehen. Darum habe ich mich entschieden, ein ausserordentliches Jubiläum auszurufen, in dessen Zentrum die Barmherzigkeit Gottes steht“.
Heilige Pforte
Der Brauch der Heiligen Pforte wurde erstmals zum Heiligen Jahr 1400 im Zusammenhang mit der römischen Lateranbasilika erwähnt und später auf die anderen Papstkirchen in Rom ausgeweitet. Durch diese Pforten sollen die Pilger die „Schwelle“ überschreiten, um sich mit Gott zu versöhnen. Beim dreifachen Hammerschlag zur Öffnung der Pforte wird der Psalmvers Ps 118, 19 f. gesungen: „Aperite mihi portas justitiae. Haec porta Domini, justi intrabunt in eam. Introibo ad domum tuam“ („Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das
Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein.“)
Pilgerkirchen
Neben den Papstbasiliken werden seit dem Heiligen Jahr 1575 drei weitere Kirchen zu den sogenannten Pilgerkirchen gezählt: St. Laurentius, St. Sebastianus, Hl. Kreuz zu Jerusalem. Seite diesem Jahr wurde die Sieben-Kirchen-Wallfahrt üblich, bei der die Pilger innerhalb eines Tages die sieben Pilgerkirchen zu Fuss aufsuchen mussten.
Pilgerwege
In den Heiligen Jahren sind  die Pilger nach Rom eingeladen. Erst Papst Johannes Paul II. hat zum Heiligen Jahr 2000 auch das Heilige Land ausdrücklich als Ort genannt, in dem das Heilige Jahr gefeiert werden soll. Hinzu kommen die einzelnen Aktivitäten und Feierlichkeiten in den Diözesen. In der Tradition bezeichnete der Begriff Pilgerwege die unterschiedlichen Strassen, die nach Rom führten. Insbesondere seit dem Heiligen Jahr 1450 wurden die Pilger im umbrischen Perugia von Begleitern empfangen, die sie sicher nach Rom geleiteten.
OR Nr. 17 vom 29.04.2016, S. 4

Die bisherige Zahl der Pilger zum Heiligen Jahr in Rom ist seit Ostern deutlich gestiegen. Wie das zuständige Dikasterium im Vatikan auf seiner Internetseite mitteilte, pilgerten mittlerweile insgesamt 5’087’000 Gläubige in die Ewigste Stadt, um die Heiligen Pforten in den Papstbasiliken zu durchschreiten.

Krüger/Wallraff, Luthers Rom, S. 37
Strassen und Plätze, Kirchen und Paläste, ein vollkommen neues Rom wurde von 1417 bis 1527 gebaut, neu und doch alt. In dichter Folge bietet auch heute noch das Centro Storico (Altstadt) ein gutes Bild von diesem Wachstum, das typisch ist für das Schicksal der Stadt überhaupt und gleichzeitig unverwechselbar mit anderen Städten. Denn zu viele Besonderheiten weist die Stadt auf. Keine Dynastie bestimmt Richtung und Art des Wachstums wie in anderen europäischen Metropolen. Rom folgt anderen Rhythmen: Jeder Papst verfolgt seine eigenen Ziele, politisch und kirchenpolitisch, und genauso baupolitisch innerhalb der Ewigen Stadt. Doch dieser kurzfristige Rhythmus wird von anderen Bauwellen überlagert.
So wurde die Stadt immer stärker von den Heiligen Jahren geprägt. Von →Bonifatius VIII. im Jahre 1300 erstmals ausgerufen, wurde ihr Rhythmus von ursprünglich 100 Jahren immer weiter verringert und schliesslich im 15. Jahrhundert auf 25 Jahre verkürzt, um allen Christen zu ihren Lebenszeiten eine Pilgerfahrt nach Rom in einem Heiligen Jahr zu ermöglichen, denn diese versprach hohe Sündenablässe. Zum Heiligen Jahr hatte die Stadt sich in einem neuen Kleid zu präsentieren, wie heute die Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaften oder der Olympischen Spiele.
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OR Nr. 24 vom 17. Juli 2016, S. 4
Der Vatikan hat sich in einer Halbzeitbilanz des Heiligen Jahres zufrieden über die Zahl der Rom-Pilger geäussert. In den ersten 6 Monaten seit Beginn des Heiligen Jahres Anfang Dezember seien rund 9,1 Millionen Pilger nach Rom gekommen, teilte Kurienerzbischof Rino Fisichella mit. Diese „bedeutende Zahl“ bestätige, „dass viele Gläubige aus aller Welt das Heilige Jahr in Rom feiern wollen, obwohl die Heiligen Pforten der Barmherzigkeit in vielen Teilen der Welt offenstehen“, sagte Fisichella weiter. Berücksichtigt worden seien die Pilger, die die Heiligen Pforten des Petersdomes und der drei anderen grossen Päpstlichen Basiliken oder des Marienwallfahrtsortes Divino Amore am Stadtrand durschritten hätten.
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Kirche heute 48/2016 November, S. 2
Heilige Pforte geschlossen
Mit dem Christkönigssonntag (20.11.2016) endete das Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Während der Abschlussmesse auf dem Petersplatz schloss Papst Franziskus die „heilige Pforte“ und rief in seiner Predigt dazu auf, den Weg der Barmherzigkeit gemeinsam weiterzugehen. Das Heilige Jahr 2015/2026 gehörte der Kategorie der ausserordentlichen Heiligen Jahre an und wurde aufgrund des 50. Jahrestages seit dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils begangen. Ordentliche Heilige Jahre sind alle 25 Jahre vorgesehen. Das nächste für 2025.
OR Nr. 47 vom 25.11.2016, S. 4
Von den 21,3 Millionen Pilgern, die im Heiligen Jahr nach Rom gekommen waren, seien rund 15 Millionen Italiener, sagte P. Helmut Rakowski, Mitarbeiter in dem von Erzbischof Fisichella geleiteten Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung. Deutsche stellten die grösste ausländische Besuchergruppe mit über 850’000 Teilnahmen, gefolgt von US-Amerikanern, Polen und Spaniern.
OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 1
Auch nach dem Heiligen Jahr hohe Sicherheitsstandards
Italien zeigt weiterhin Militärpräsenz in der eigenen Hauptstadt: Auch nach dem Heiligen Jahr werde man „sehr sichtbare Militärkontingente in Rom lassen“, sagte Italiens Innenminister Angelino Alfano in einer Bilanz zu dem katholischen Wallfahrtsjahr.
Seit November 2015 setzte das Innenministerium in Rom 2’070 Soldaten zur Sicherung zentraler Plätze und wichtiger Gebäude ein. In Rom fanden während des Heiligen Jahres laut Alfano 151 Grossveranstaltungen statt; im übrigen Italien seien es 295 gewesen. In dem Pilgerjahr, das von Dezember 2015 bis zum 20. November dieses Jahres dauerte, erfolgten nach Angaben Alfanos 9’851 Anzeigen (ø 28 je Tag) und 3’050  Festnahmen (8 je Tag). 2’312 Personen wurden zur Identitätsfeststellung  auf einer Polizeiwache gebracht (6 je Tag), 243’318 Fahrzeuge überprüft (701 je Tag), 22’757 Strassenkontrollen durchgeführt (65 je Tag) und 2’102 Geschäfte kontrolliert (6 je Tag). Zudem seien 5’300 Ausländer auf einen möglichen radikalen Hintergrund durchleuchtet worden (15 je Tag).
OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 4
Papst Franziskus hat Organisatoren und Helfern des Heiligen Jahres gedankt. In einer Audienz lobte er am 28. November 2016 die gute Zusammenarbeit von Vatikan und Italien sowie den Einsatz der Freiwilligen. Alle hätten zum „geordneten und sicheren Ablauf“ beigetragen, so der Papst. Der Heilige Vater würdigte besonders den Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung und dessen Präsidenten, Kurienerzbischof Rino Fisichella, der für die Organisation verantwortlich war. Ausdrücklich dankte das Kirchenoberhaupt auch dem italienischen Innenminister, Angelino Alfano. Dieser habe nicht nur in Rom, sondern landesweit dafür gesorgt, dass Pilger das Heilige Jahr in „Sicherheit und Ruhe“ hätten begehen können. Der Papst dankte auch der Region Latium, der Stadt Rom, den Schweizergardisten und der vatikanischen Gendarmerie.

Heiraten  (im Vatikan)

Kirchlich: über das Pfarramt St. Anna. Es werden Informationen über das Brautpaar eingezogen mit Bestätigung durch Unterschriften. Wie ist es bei einem heiratslustigen Schweizergardisten? Man fragt über die Strasse die Wachhabenden beim St. Anna-Tor. Die „normale“ Heirat ist dann in St. Anna oder St. Martin (Gardekapelle) oder durch Beziehungen in einer besonderen Kapelle in oder ausserhalb des Vatikans.

Zivil: über das Eheamt des Vatikans und die Schweizer Botschaft in Rom. Kompliziert nach Aussagen der Gardisten. →Eheschliessung

Kath. Wochenzeitung vom 29.10.2010:
Bistum Regensburg:

Das Bistum Regensburg veröffentlicht aufgrund eines aktuellen Falles eine Klarstellung zur kirchlichen Eheliturgie: Es gibt keinen Platz für liturgiefremde Texte von Liedern und säkulär konnotierte (mit einem Wort verbundene zusätzliche Vorstellung, z. B. Nacht bei Mond) Instrumentalmusik. Auch keine Michael-Jackson-Musik bei Trauungen.

Schweiz am Sonntag, 24. November 2013, Seiten 2 und 3, Fabienne Riklin
Bis dass der Tod euch scheidet – aber ohne den Segen der Kirche.
Heiraten ist „in“, aber nicht in der Kirche. Nur gut 20 % aller Paare, die sich das Ja-Wort gaben, haben sich auch in einer katholischen oder reformierten Kirche trauen lassen. Nicht rückläufig ist dagegen die Zahl der Taufen.

Das Versprechen der bedingungslosen Liebe, einander im Leben und im Sterben treu zu bleiben, wird immer seltener vor Gott abgegeben. Zwar liegt das Heiraten an sich im Trend, doch der göttliche Segen ist für viele Paare nicht mehr wichtig. 42’654 Paare haben sich vergangenes Jahr (2012) in der Schweiz auf einem Zivilstandsamt das Jawort gegeben, danach liessen sich aber nur 9’200 Paare (21,6 %) auch in einer reformierten oder katholischen Kirche trauen. Das ist ein historischer Tiefstand. Noch vor 20 Jahren gab es 60 % mehr kirchliche Hochzeiten. Dieser Wandlungsprozess geht aus der „Kirchenstatistik 2013“ hervor, die das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) – eine Forschungsinstitution der katholischen Kirche – gestern veröffentlicht hat. Warum immer weniger Paare ihre Liebe vor Gott besiegeln lassen wollen, begründet Studienautor und Theologe Roger Husistein mit der veränderten religiösen Praxis der Kirchenmitglieder. „Für viele ist die Eheschliessung zunehmend ein rein weltliches Ereignis, das auch ohne religiöse Dimension stattfinden kann“, sagte Husistein. Auffällig ist, das es häufiger zu einer kirchlichen Trauung kommt, wenn beide Ehepartner entweder katholisch oder reformiert sind. Im ersten Fall entscheiden sich 33 % für den Gang in die Kirche, im zweiten Fall sogar 47 %. Aber auch hier Tendenz sinkend. (…)

bz  BASEL vom 29.04.2015, A bis Z, S. 13, André Anwar, Stockholm
Online heiraten mit Ikea

Schweden: Der Möbeldiscounter bietet neu Hochzeiten an virtuellen Orten im Internet an. Teure Hochzeiten könnten bald der Vergangenheit angehören. Und trotzdem kann das Fest schön sein. In Schweden können Liebespaare ihre Hochzeit nun preisgünstig und rechtlich bindend im Internet  bei Ikea-Dienst „Hochzeit-Online“ ausrichten. Das Verfahren ist verblüffend einfach. Die Teilnehmer sitzen daheim an ihren Computern. Wer möchte, kann sich ein Gläschen realen Champagner neben die Tastatur stellen. Per Webkamera werden die Gesichter von Brautpaar, Pfarrer und Gästen aus aller Welt in eine digitale Umgebung eingelesen. Im Ikea-Werbespot heisst es vielversprechend: „Wo willst du heiraten? Du hast dir vielleicht eine Hochzeit an einem idyllischen Sandstrand vorgestellt? Mit einer leichten Sommerbrise. Oder auf einem Schiff. Oder eine magische Waldhochzeit wie im Märchen? Nun kannst du heiraten, wo du willst!“ Zumindest vier virtuelle Plätze stehen den Hochzeitsgästen für die Trauung zur Verfügung und dann noch mal vier Plätze für das anschliessende Hochzeitsfest. Neben Strand un Wald gibt es auch ein Dornröschenschloss und die Grossstadthochzeit auf einem Dach mit Blick auf Hochhäuser wie in New York.  – Einen zwischenmenschlichen Haken gibt es dabei laut schwedischem Gesetz. Brautpaar, zwei Trauzeugen sowie der Pfarrer oder eine andere trauende Person müssen sich zumindest während der Zeremonie im gleichen, wirklichen Raum befinden; der Pfarrer muss real also anwesend sein. Beim anschliessenden virtuellen Fest besteht dann kein Zwang mehr. – „Wir haben bereits Hunderte von Personen, die sich registriert haben,“ sagt Anna Pilkrona-Godden von der Ikea Schweden. (…)

Heirat: Zwangsheirat

Surprise Nr.  27 vom 16. März 2012, Karin Freiermuth

Hilfe für Betroffene: Bei „zwangsheirat.ch“ erhalten Betroffene Online- oder Telefonberatung:
021 540 00 00, www.zwangsheirat.ch
Das Mädchenhaus Zürich bietet Schutz für Frauen zwischen 14 und 20 Jahren, die körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt erleben: Telefon 044 341 40 45.

Helikopter (Luftflotte des Vatikans)

Helikopter-Landeplatz   →Hubschrauber-Landeplatz

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:

Die Luftflotte des Vatikans besteht aus einem weiss lackierten Militärhubschrauber vom Typ „Sikorsky H-3D Sea King“. Die Maschine steht normalerweise im Hangar in Ciampino (Gemeinde südlich Roms), wo man sie mit ein wenig Glück auch besichtigen kann. Da gibt es einen weissen Ledersessel mit dem Papstwappen über der Lehne, eine ebenso weisse Couch und drei andere Sessel, dahinter einen Wandschrank und davor eine Falttür zur zweiten Kabine, wo Bordküche und Klo untergebracht sind. Alles ist mit sandfarbenem Teppich tapeziert, vor den Fenstern hängen leichte Gazevorhänge. Der US-Präsident fliegt die gleiche Maschine. Ausländischen Luftlinien ist das Überfliegen des Staatsgebietes untersagt.

Heraldik

→Hauptregister „Heraldik des Vatikan“
→Organisation Vatikan, Besetzung Kurie, Heraldik (Buchst.  O, Nebenregister)

Hochhuth Rolf

→Hudal Alois

Hochseeschifffahrt

→Schifffahrtsreglement

Hof,  Päpstlicher

→Päpstliches Haus

Hoflieferanten, Päpstliche

Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof

Einleitung: Wir sind beim Aufstellen des Obelisken auf dem Peterslatz im September 1586. Es erfolgt der Warnruf eines genuesischen Seemanns in seinem Dialekt: „Aigua ae corde!“ – Wasser auf die Seile! Deswegen erhielt die Familie Bresca das Privileg, die Palmzweige für die päpstlichen Paläste zur Karwoche zu liefern. Bis ins 20. Jahrhundert behielt diese Familie aus San Remo das Vorrecht. Gleichwohl, ob sich die genannte Episode so oder ähnlich zugetragen hat, sie zeigt einen Zugang zu dem begehrten Titel eines „Päpstlichen Hoflieferanten“.

Historische Quellen weisen darauf hin, dass die Händler in Avignon, die den Hof des Papstes belieferten, geschickt und erfolgreich mit diesem Umstand für sich und die Waren zu werben  wussten. Rechtlich gesehen wurde der Titel eines Päpstlichen Hoflieferanten – von Ausnahmen abgesehen – nur für das Pontifikat des Papstes, der diese Verleihung ausgesprochen hatte, gewährt.  Der Titel wurde verliehen mit einem Schreiben des Majordomos Seiner Heiligkeit und Präfekten der Heiligen Apostolischen Paläste.

Eine solche Auszeichnung konnte in für den Glauben schwierigen Zeiten und in Ländern, in denen die Feinde der Kirche die Macht ausübten, zur Belastung, ja zur Gefährdung von Leib und Gut werden. Ein beredtes Beispiel hiefür ist die Geschichte der Tuchfabrik Mehler in Tirschenreuht (Bayern). 1581 wurde zum ersten Mal ein Christof Mehler in den Kirchenbüchern als „Lanificator“ (Tuchmacher) erwähnt. Seitdem war die Familie Mehler über 10 Generationen in Tirschenreuth als Tuchmacher tätig. 1927 erhielt die Firma den Ehrentitel „Päpstlicher Hoflieferant“.  Das schwarze Korps, die Zeitung der SS, griff 1936 die Firma der Gebrüder Mehler wegen ihres klaren katholischen Bekenntnisses an. Ebenso die Bayrische Ostmark-Zeitung. – Im Zuge der Reform des Päpstlichen Hofes 1968 wurde der Titel eines Hoflieferanten nicht mehr verliehen. Im April 1973 wurde beschlossen, auch diejenigen Titel aufzugeben, die unter dem Pontifikat Paul VI. erneuert wurden. Am 1. Mai 1975 sollte dann keine Firma mehr den Titel „Päpstlicher Hoflieferant“ mehr benutzen dürfen. – Auch heute noch wird der einst verliehene Titel benutzt, zum Beispiel bei der Glockengiesserei: „Pontificia Fonderia“ mit den päpstlichen Insignien, siehe: www.campanemarinelli.com
Auf den Umschlagseiten des aktuellen Katalogs einer österreichischen Kunsthandwerkstätte liest man die Worte: „Päpstliche Hoflieferanten“.
Siehe unter „Glockengiesserei“

Homo-Ehe

→Ehe, gleichgeschlechtliche

Homosexualität

Kath. Wochenzeitung Nr. 8 vom 26.02.2010:
Keine Kommunion für Schwule

Der emeritierte Bischof Simone Statizzi hat an die Priester appelliert, homosexuellen Gläubigen die Kommunion zu verweigern. Dies berichtet die Tageszeitung „Die Presse“. Statizzi meint in einem Interviews mit der italienischen Website „Pontifex“, dass Homosexualität eine Sünde und eine Störung sei. Er betonte aber, dass man Homosexuelle mit Barmherzigkeit behandeln solle, da der einzige wahre Richter Gott sei. „Offen bekundete Homosexualität ist eine Sünde, die die Kommunion unmöglich macht“, betont er allerdings. Wer sich als schwul oute, sollte keine Kommunion erhalten.

In der katholischen Kirche ist der Zugang zur heiligen Eucharistie klar geregelt. Nicht zur Kommunion zugelassen sind alle, die in schwerer Sünde (“Todsünde“) leben. Sie müssen zunächst beichten und die Absolution empfangen. Geschiedene, die in einer „nichtkirchlichen“ Verbindung, beispielsweise einer standesamtlichen Ehe leben, sind dauernd von der Kommunion (und vom Busssakrament) ausgeschlossen, es sei denn, ihre Ehe wird als nicht bestanden festgestellt (annulliert, d. h. wenn ein Ehehindernis vor dem formalen Akt der Trauung vorlag, vgl. Ehekonsens). Darüber hinaus soll jeder Katholik  sein Gewissen prüfen, wenn er zur Kommunion geht, um für den Empfang der Gnade bereit zu sein. →Eheannullierung  →Eherecht   →Sexualität    →Strafrecht

BaZ vom 17. März 2012
Seite 1: Ausbruch aus einer Scheinwelt
Schwuler Theologe beklagt sich

Möhlin/CH. Mit seiner Weihe zum christkatholischen Priester in Möhlin am heutigen Samstag (17.03.2012) nimmt die theologische Laufbahn von Kai Fehringer eine Wende zum Guten. Der Deutsche hatte wegen seiner Homosexualität und der Tatsache, dass er mit seinem Freund zusammenlebte, grosse Schwierigkeiten an seinem früheren Arbeitsort. Fehringer spricht von „Inquisition“ (Ketzergericht im Mittelalter) seitens der römisch-katholischen Kirche, der er bis vor 3 Jahren angehörte. Im Streit mit seinem damaligen Arbeitgeber, der Kirchgemeinde Allschwil, musste er sogar einen Anwalt beiziehen.

„Die römisch-katholische Kirche kann eine Schweinwelt sein, deren Ansprüche nicht zu erfüllen sind“, begründete Fehringer seinen Übertritt zur kleinen Christkatholischen Kirche, die selbst eine Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche ist (auch „Altkatholiken“ genannt. Sie trennten sich 1870 wegen des Dogmas von der Unfehlbarkeit des Papstes).
→Konzil

Seite 39: (..) Fehringer: In seiner Laufbahn habe er viele Pfarrer kennengelernt, die Beziehungen pflegten. Ob zu Frauen oder zu Männern. Alle wissen es – und alle schweigen. – Mit seinem Freund wird Fehringer auch ins Pfarrhaus ziehen. Kommentar des christkatholischen Bischofs: „Kein Problem.“

Kath. Wochenzeitung Nr. 15 vom 13. April 2012
„Dafür wollen wir Euch hängen sehen!!!“

Katholische Schützen und der Kölner Weihbischof Koch erhalten nach Homosexuellen-Beschluss Morddrohungen aus der Homoszene und werden als Nazis beschimpft. – Jetzt gibt es eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln.

Nach dem Nein der katholischen Schützen zu schwulen Königspaaren, haben Vorstandsmitglieder des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) per Mail Morddrohungen erhalten. „Dafür wollen wir Euch hängen sehen!!! Ihr und Eure Familien werden nicht mehr glücklich!!! Wir machen Euch das Leben zur Hölle!!!“ heisst es in einer von drei Mails, die an Mitglieder des Bundesvorstandes, darunter der Kölner Weihbischof Heiner Koch, gingen. Die Verantwortlichen seien zudem als Nazis beschimpft worden.

BDHS-Sprecher und Präsidiumsmitglied Rolf F. Nieborg sprach von einer erschreckenden Entwicklung. Er kündigte im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Leverkusen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln an. Zugleich habe man einen Fernsehauftritt bei Stern TV abgesagt, um die Situation nicht weiter anzuheizen. Die Schützen hatten am Sonntag, 11. März 2012, in Leverkusen beschlossen, dass homosexuelle Schützenkönige und Schützenköniginnen auch künftig ihre Lebenspartner nicht als Mitregenten wählen dürfen. In dem mit der grossen Mehrheit von 450 Delegierten beschlossenen Antrag heisst es, dass nichts gegen die Mitgliedschaft Homosexueller in den katholischen Schützenbruderschaften spreche. Auch homosexuelle Könige und Königinnen seien möglich. Bei repräsentativen Auftritten müssten Mitglieder der Schützengesellschaften jedoch die Werte und Traditionen des christlichen Glaubens vertreten. Homosexuelle Königspaare seien nicht vereinbar mit der christlichen Tradition. Gegen den Antrag stimmten lediglich 28 Delegierte, 18 enthielten sich. Ausgelöst worden war die Debatte durch den Münsteraner Schützenkönig Dirk Winter. Er hatte im vergangenen Sommer seinen langjährigen Lebenspartner mit auf den Königsthron genommen. Die Diözesanschützenverbände aus Paderborn und Münster stellten daraufhin den Antrag, repräsentative Auftritte von gleichgeschlechtlichen Königspaaren zu untersagen.

Kath. Wochenzeitung Nr. 25 vom 22. Juni 2012, S. 2:
Schottischer Kardinal: Erziehung durch „Homo-Ehe“ in Gefahr

Zusagen der Regierung zum Schutz christlicher Kirchen und Schulen erwiesen sich nun als „hohl“. Eine Mehrheit schottischer Parlamentarier will einer Umfrage zufolge den Ehebegriff auf homosexuelle Partnerschaften ausweiten. Die Zeitung „Scotland on Sunday“ berichtet, 69 der 129 Abgeordneten seien dafür; es gebe Befürworter in allen Fraktionen. Der schottische Kardinal Keith O’Brien befürchtet, dass durch eine Neudefinition von Ehe die Vermittlung traditioneller christlicher Werte massiv unter Druck geraten könnte. Zusagen der Regierung zum Schutz christlicher Kirchen und Schulen erwiesen sich nun als „hohl“. Wenn das Parlament der Neuerung zustimmte, würde die Arbeit katholischer Schulen und Pfarreien „ohne Zweifel beeinträchtigt, unterminiert und beschädigt“, so der katholische Erzbischof von St. Andreas und Edinbourgh. O’Brien bezieht sich auf ein Rechtsgutachten von Kronanwalt Aidan O’Neill. Dieser hatte erklärt, sollte eine Anweisung des Ehebegriffs auf gleichgeschlechtliche Paare Gegenstand der Europäischen Menschenrechtskonvention werden, würden die Rechte christlicher Eltern in die Defensive gelangen. Ihnen spreche die Konvention eine staatliche Erziehung ihrer Kinder in Übereinstimmung mit ihren eigenen religiösen und philosophischen Überzeugungen zu. Für solche Eltern werde es zunehmend problematisch, ihre Kinder von einem Unterricht abzumelden, in dem eine „neue Sicht von Ehe“ vermittelt werde.

Kath. Wochenzeitung Nr. 28 vom 13. Juli 2012:
Englands katholische Bischöfe gegen Umdefinierung der Ehe

Nach der anglikanischen Staatskirche haben sich auch die katholischen Bischöfe von England und Wales gegen eine geplante Öffnung des Ehebegriffs für gleichgeschlechtliche Partnerschaften gestellt. Mit einem solchen Schritt würde die Ehe zum Rechtsrahmen einer Beziehung herabgestuft und verlöre den Charakter als Grundlage der Familie, erklärte die Bischofskonferenz von England und Wales. (kipa/knq/am)

Kath. Wochenzeitung Nr. 29 vom 20. Juli 2012, S. 5, Johannes Graf:
Eine homosexuelle Identität ist nicht natürlich oder gegeben.

Menschen, die ihre homosexuellen Gefühle verändern wollen, werden heute diskriminiert, sagt Christl Vonholdt (Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Leiterin des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft DIJG in Reichelsheim/Odw. Das DIJG ist ein Arbeitszweig der ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen – OJC e.V.) im kath.net Interview. Es gibt Hinweise, dass Homosexualität angeboren sei,  ihre Veränderung ist aber heute ein Tabu.

Homosexualität gilt seit fast 40 Jahren nicht mehr als emotionale Störung. Wissenschaftliche Untersuchungen zu Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Homosexualität gibt es seither fast nicht mehr. Das diskriminiert Menschen, die sich eine Abnahme ihrer homosexuellen Gefühle wünschen, sagt die Ärztin Christl Vonholdt. Sie fühlen sich von einer Gesellschaft alleingelassen, die nur das „Coming-out“ akzeptiert, wenn homosexuelle Gefühle auftauchen. Diese haben ihre Wurzeln oft in seelischen Verletzungen der frühen Kindheit, worauf viele Forschungsergebnisse hinweisen. Die Veränderung homosexueller Neigungen ist möglich, wenn Motivation, Ausdauer, Mut und einfühlsame Therapien vorhanden sind. (…)

Homosexualität ist weder angeboren noch genetisch festgelegt. Zu Recht befindet der Homosexuellen-Aktivist und Sexualwissenschaftler Professor Martin Dannecker: „Alle in der Vergangenheit angestellten Versuche, die Homosexualität biologisch zu verankern, müssen als gescheitert bezeichnet werden“. Was die psychologische Ursachenforschung angeht: Eine Fülle von Forschungen weist darauf hin, dass homosexuelle Gefühle ihre Wurzeln in individuell erlebten seelischen Verletzungen in der (frühen) Kindheit haben. Hier spielen vor allem eine Rolle: frühe Bindungsverletzungen in der Beziehung des Kindes zu den Eltern, insbesondere zum gleichgeschlechtlichen Elternteil, dann auch Verletzungen in der Beziehung zu gleichgeschlechtlichen Gleichaltrigen und Gefühle des Nicht-Genügens ihnen gegenüber. Sexueller Missbrauch kann eine zusätzliche Rolle spielen. Homosexuelle Gefühle haben ihren Ursprung also oft in bestimmten Traumatisierungen. Wir können sagen, dass Homosexualität der Versuch der Abwehr von Schmerzen ist, die ihre Ursache in einem frühen Bindungs-Trauma haben. In der Auseinandersetzung mit diesem Thema und seinen Folgen liegt ein Schlüssel für Menschen, die sich eine Annahme ihrer homosexuellen Gefühle und die Entwicklung ihres – in ihrem Körper doch angelegten – heterosexuellen Potentials wünschen. Aufgrund der Entscheidung von 1973 (Homosexualität wurde im Jahre 1973 von der Amerikanischen Psychiatrievereinigung von der Liste der emotionalen Störungen gestrichen und gilt seither zumindest in den westlichen Ländern nicht mehr als psychische Störung) kennen aber immer weniger Therapeuten diesen Schlüssel – und das benachteiligt homosexuell empfindende Menschen, die sich eine Veränderung ihrer Neigungen wünschen, massiv.

Basler Zeitung vom 03.08.2012, S. 4, Thomas Wehrli:
Wir vergraulen keine Stammwähler
Markus Hungerbühler steht offen zu seiner Homosexualität – auch auf CVP-Plakaten

Zürich. Die CVP hat in Stadt und Kanton Zürich eine Imagekampagne gestartet. Sie zeigt unter dem Slogan „anders als man denkt“ (stadt-)bekannte und unbekannte Köpfe. Mit von der Partie ist auch Markus Hungerbühler, Gemeinderat und Präsident der Stadtzürcher CVP. Speziell daran: Der 37-Jährige zeigt sich mit seinem Lebenspartner. *Ein solches Plakatsujet habe ich der CVP nicht zugetraut“, meint Politikberater Mark Balsiger. „Sie verbucht damit einen Überraschungseffekt.“ Dann sei ein Ziel erreicht, freut sich Hungerbühler. Er ist überzeugt, dass die Kampagne auch in den katholischen Stimmlanden der Partei verstanden wird.

Kath. Wochenzeitung Nr. 35 vom 31. August 2012, S. 4:
Ehe vor Homo-„Ehe“: Reiche fordert klaren Kurs der Union

CDU-Staatssekretärin Katherina Reiche: „Unsere Zukunft liegt in der Hand der Familien, nicht in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften“, sagte sie. „Neben der Euro-Krise ist die demografische Entwicklung die grösste Bedrohung unseres Wohlstandes“.

In der Debatte um die Gleichstellung der Homo-„Ehe“ hat die CSU-Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche (CSU), einen klaren Vorrang für die Ehe gefordert. An die Union appellierte sie in der „Bild“-Zeitung, einen klaren Kurs zu zeigen. (…)

Basler Zeitung vom 6. November 2012, S. 7, von Rudolf Balmer, Paris:
Kreuzzug gegen die Homo-Ehe
Der höchste Bischof von Frankreich predigt gegen die Wahlversprechen der Regierung Hollande

In einer Messe im Pyrenäen-Wallfahrtsort Lourdes hat der Präsident der französischen Bischofskonferenz, Monseigneur André Vingt-Trois, sich klar gegen eine gesetzliche Zulassung der zivilen Ehe sowie der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen. Die „Homo-Ehe“ gehört zu den emblematischen (sinnbildlichen) Wahlversprechen von Staatspräsident François Hollande. Heute erwarten die Wähler, die ganz speziell im Sinne einer Gleichberechtigung für Gays und Lesben für diese Liberalisierung gestimmt hatten, dass er Wort hält. Eine entsprechende Gesetzesvorlage kommt morgen Mittwoch, 7. November 2012, im Ministerrat aufs Tapet und soll anschliessend vom Parlament verabschiedet werden.

Wenn es jedoch nach Bischof Vingt Trois geht, wird es nicht so weit kommen. Er hat dem Präsidenten und der Regierung in einer geharnischten Predigt ins Gewissen geredet. „Ein Menschenbild, das den Unterschied zwischen den Geschlechtern  nicht anerkennt, wäre ein Schwindel, der die Grundlagen der Gesellschaft erschüttert und eine Diskriminierung zwischen den Kindern entstehen lassen würde. Für die katholische Kirche darf an der Definition der traditionellen Familie nicht gerüttelt werden. (…)

Der Bischof von Lyon warnte von Sodom und Gomorrha als Konsequenz der Homo-Ehe: „Nachher werden sie Ehen zu dritt oder zu viert wollen und eines Tages wird sogar das Inzestverbot fallen!“ Solche Äusserungen gehen einer Mehrheit der französischen Katholiken dann doch zu weit. Manche Kirchgänger sagen, es handle sich beim Gesetz ja um eine zivile Trauung, und wer zum Sakrament der Ehe vor den Altar treten dürfe, entscheide ja immer noch die Kirche und nicht das Parlament. (…)

OR Nr. 46 vom 16. November 2012, S. 9:
Slowakei: Parlament lehnt eingetragene Partnerschaft ab

Pressburg. Der Slowakische Nationalrat hat einen Gesetzesantrag auf Ermöglichung der eingetragenen Partnerschaft für Homosexuelle mit überwältigender Mehrheit zurückgewiesen. Von den bei der Abstimmung anwesenden 129 Abgeordneten stimmten nur 14 für die Annahme des Antrags der Partei SaS (Freiheit und Solidarität).

Geschlossen gegen den Gesetzesentwurf votierten die Abgeordneten der Regierungspartei Smer, die im Einkammerparlament der Slowakischen Republik über eine absolute Mehrheit verfügt sowie die Abgeordneten der Christdemokratischen Bewegung. Geschlossen für den Antrag sprach sich nur die antragstellende SaS aus. Die drei anderen Oppositionsparteien übten keinen Klubzwang aus.

Von der Slowakisch Demokratischen Christlichen Union – Demokratische Partei unterstützten 3 Abgeordnete den Antrag der Liberalen. In der Partei „Normale Bürger und unabhängige Persönlichkeiten“ sagten von 16 Abgeordneten 4 zu dem Antrag Ja. Von der zweisprachigen „Most-Hid“-Sammelpartei stimmte für die registrierte Partnerschaft nur 1 Abgeordneter.

Kath. Wochenzeitung Nr. 47 vom 23. November 2012, S. 2:
Kardinal Vingt-Trois: „Schritte in Richtung Barbarei“

Die geplante Einführung der Homo-Ehe in Frankreich ist eine Transformation (Umwandlung) der Ehe. Es gibt fundamentale Rechte, die sich auf dem Weg von der Barbarei in die Zivilisation herauskristallisiert haben, sagt der Erzbischof von Paris.

Kardinal André Vingt-Trois, Erzbischof von Paris und Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz hat die geplante Einführung der Homo-Ehe in Frankreich erneut scharf kritisiert. Der Widerstand gegen die Ausweitung der Ehe auf Personen gleichen Geschlechts sei kein spezifisch katholisches Thema, sagte der Kardinal in Richtung seiner Kritiker in der regierenden sozialistischen Partei. „Die soziale Funktion  der Ehe hängt nicht von einer Religion ab“, sagte er wörtlich bei der Vollversammlung der Französischen Bischofskonferenz am 3. November 2012.

Das von der Regierung geplante neue Ehegesetz sei nicht nur eine grosszügige Öffnung der Ehe für weitere Gruppen der Bevölkerung, sagte der Kardinal. „Es ist eine Transformation der Ehe, die jeden betrifft“, sagte er wörtlich. „Es wäre nicht „Ehe für alle“ (ein seltsamer Slogan, den man wahrscheinlich nicht wörtlich nehmen sollte!). Es wäre die Ehe einiger weniger, die allen aufgezwungen wird“, fuhr er fort. Das zeige sich im geplanten Ehegesetz der sozialistischen Regierung. Wörtlich sagte der Erzbischof: „Hat jemand die Bürger gefragt, ob sie damit einverstanden sind, nicht mehr Vater oder Mutter ihres Kindes zu sein, sondern ein unbestimmtes Elternteil A oder B?“

Es gebe eine Reihe fundamentaler Rechte, die man sich wieder in Erinnerung rufen müsse. Sie seien das Ergebnis des angesammelten Wissens unserer Zivilisation, als sich diese schrittweise aus der Barbarei entwickelt habe, fügte er hinzu. Zu diesen Rechten gehörten das Recht auf Leben für alle Personen einschliesslich menschlicher Embryonen und das Recht, seine Eltern zu kennen und von ihnen aufgezogen zu werden.

Kirche heute 4/2013, Januar:
Demo gegen „Homo-Ehe“

In Paris haben am 13. Januar 2013 gemäss der Polizei 340’000 Personen gegen einen Gesetzesentwurf zur Einführung, gleichgeschlechtlicher Ehen und des Adoptionsrechts für homosexuelle Paare demonstriert. Der Pariser André Vingt-Trois sprach seine Solidarität mit den Gegnern des Gesetzesentwurfs aus. Die Franzosen sollten hier „sagen, was sie wirklich über die Homosexuellen-Ehe denken“, sagte der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz am Rande der Kundgebung.

Katholische Wochenzeitung Nr. 19/2013 Mai, S. 13
Erzbischof von Detroit: Wer für die Homo-Ehe ist, soll nicht zur Kommunion gehen

Katholiken, die für die Homo-Ehe eintreten, sollten nicht die Kommunion empfangen. Dies sagte Allen Vigneron, der Erzbischof von Detroit. „Ein Katholik, der die heilige Kommunion empfangen möchte und gleichzeitig die der Kirche anvertraute Offenbarung Christi leugnet, will zwei einander widersprechende Dinge gleichzeitig ausdrücken. „Ich glaube, dass die Kirche die rettende Wahrheit Jesu verkündet“ und „Ich lehne ab, was die Kirche lehrt“, sagte der Erzbischof in einem Interview mit der Zeitung „Detroit Free Pres“. Wer sich so verhalte, lege eine Doppelbödigkeit an den Tag, die an Meineid erinnere, kritisierte er.

Joe Kohn, Sprecher der Erzdiözese Detroit erläuterte Vignerons Aussagen. Es sei dem Erzbischof nicht in erster Linie um die Homo-Ehe gegangen, sondern um die Frage des Kommunionempfanges. Wer die Lehre der Kirche in einer schwerwiegenden Sache ablehne, widerspreche sich selbst, wenn er sich durch Empfang der Kommunion zur Kirche bekenne, sagte er.

Der Kirchenrechtler Edward Peters hat Vignerons Aussagen in seinem Blog unterstützt. Die Lehre der Kirche verstehe die Ehe als Verbindung eines Mannes mit einer Frau. Daher sollten Katholiken, die für die Homo-Ehe eintreten, nicht zur Kommunion gehen. Sie würden es riskieren, dass ihnen die Kommunion verweigert wird und sie nach dem Kirchenrecht verurteilt werden, schrieb Peters, den Papst Benedikt XVI. als Mitarbeiter an die Apostolische Signatur (→Gerichte) berufen hat.

bz BASEL vom 13. Juni 2013, S. 8
Papst prangert ominöse „Schwulen-Lobby“ an

Vatikan. Im Gespräch mit lateinamerikanischen Ordensleuten hat sich Papst Franziskus über kriminelle Aktivitäten „von geschlechtlich gleich orientierten Personen im Vatikan“ beklagt. „In der Kurie gibt es heilige Leute, wirklich heilige. Aber es gibt auch einen korrupten Flügel, auch das existiert. Und man spricht von einer „Schwulen-Lobby“, das stimmt, es gibt sie. Jetzt muss man sehen, was wir diesbezüglich machen können.“ Diese Aussagen von Papst Franziskus waren auf der chilenischen Internet-Seite „Reflexion y Liberacion“ zu lesen. Die Zitate stammen aus einer Privataudienz des Verbandes von Ordensleuten Lateinamerikas und der Karibik (Clar), die letzte Woche stattfand. Der Vatikan mochte die Aussagen nicht kommentieren: „Das Treffen hatte privaten Charakter. Ich habe deshalb keinerlei Erklärungen zum Inhalt abzugeben“, erklärte der Sprecher des Heiligen Stuhles, Federico Lombardi. (…)

Basler Zeitung vom 1. Juli 2013, S.3
Das Kreuz mit den Schwulen im Vatikan. Peter Holenstein

(…) Das traditionelle Schweigen des Vatikans brachte die Gerüchte um schwule Seilschaften innerhalb der Kurie allerdings nicht zum Verstummen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis der neue Papst damit konfrontiert wurde. Anlass dazu bot Mitte Juni die vermeintliche „Enthüllung“ des kirchenkritischen Publizisten und Vatikan-Kenners Vittorio Messori, der in seinem viel beachteten Internet-Blog darauf hinwies, dass im Netz eine Website namens „Fraternitas Venerabilis (Ehrwürdige Bruderschaft) existiere, die schwulen Priestern und Laien als Plattform für die Suche nach Gleichgesinnten diene. Die von einer obskuren (fragwürdigen, verdunkelten) „Homosensiblen Priesterbruderschaft“ betriebene Website bietet nicht nur die Möglichkeit, dass homosexuelle Priester untereinander Kontakt aufnehmen und sich zu Sex-Treffs verabreden können, sondern auch Chatrooms in fünf Sprachen (darunter Deutsch), in denen sich schwule Gottesmänner über ihre Probleme, Triebstaus und Sexnöte austauschen können. Den Beweis, dass sich unter den Usern der Website auch Kardinäle und andere Mitglieder der Kurie befinden, blieb Messore allerdings schuldig. – Was Vittorio Messori ebenfalls verschwieg: Die Venerabilis-Website ist in einschlägigen Homokreisen längst bekannt und existiert schon seit sechs Jahren. (…)

Kirche heute 33/2103 August, S. 2
Papst über angebliche „Gay-Lobby“

Während seines Rückfluges von Rio de Janeiro vergangene Woche äusserte sich Papst Franziskus erstmals öffentlich zur angeblichen „Homosexuellen-Lobby“ im Vatikan. Obwohl viel über dieses Thema geschrieben werde, habe er selbst im Vatikan keinen Ausweis gefunden, auf dem stehe, dass einer homosexuell sei, so Franziskus. Es gebe solche Personen, aber man müsse klar zwischen der homosexuellen Person und der Bildung einer Lobby unterscheiden. Der Papst hob dabei klar hervor, dass der Katechismus der katholischen Kirche eine Diskriminierung von Homosexuellen verbiete und deren Integration fordere.

Katholische Wochenzeitung 34/2013 August, S. 5 von Giuseppe Nardi
„Homo-Ehe“, Kauf und Verkauf von Kindern – Das Geschäft hat begonnen

Während die Regierung Hollande (F) sich mit der „Homo-Ehe“ als „Zwingherr zum Glück“ aufspielt und sich auch polizeistaatlicher Einschüchterungsmethoden bedient, um den Widerstand gegen das „Glück“ zu brechen, hat bereits der Kinderhandel für die Homosexuellen begonnen. Die künstliche Befruchtung ist für Homosexuelle in Frankreich noch untersagt und die Leibmutterschaft verboten. Das Geschäft mit den Kindern läuft dennoch. Für Aufsehen sorgte die Geschichte der 34jährigen Aurora, die sich von 2 schwulen Männern für die heterologe Insemination (künstliche Befruchtung) bezahlen liess, um das Kind nach der Geburt den beiden Schwulen auszuhändigen. Aurora täuscht dann jedoch den Tod des Kindes vor, um es einem anderen Paar zu verkaufen. – Aurora lebt in Vedome. Vor einem Jahr las sie die Anzeige der Homosexuellen, die 15’000 Euro für eine Leihmutterschaft boten. Aurora ist Mutter von 4 Kindern und hat finanzielle Schwierigkeiten. Sie ging auf das unmoralische Angebot ein und „vermietete“ ihre Gebärmutter für den Samen eines der beiden Männer. 9’000 Euro für die Insemination, weitere 6’000 bei Lieferung des Kindes. Dann kam es aber anders. Ende März brachte die junge Frau das Kind zur Welt, dessen Mutter sie in jeder Hinsicht ist. Sie teilte den beiden Homosexuellen jedoch mit, dass das Kind die Geburt nicht überlebt habe. In Wirklichkeit verkaufte sie das Kind einem anderen Paar. Die beiden Homosexuellen wurden misstrauisch und wandten sich an die Polizei. Aurora wurde verhaftet. Vergangene Woche lehnte ein Richter in Orleans den Antrag der Verteidigung ab, Aurora bis zum Gerichtsverfahren auf freien Fuss zu setzen. Das verkaufte Kind konnte inzwischen ausfindig gemacht werden. Vorerst bleibt es bei dem Paar, das es gekauft hat. Laut Ermittlungen soll Aurora bereits zwei weitere Kinder verkauft haben. Ihr Fall bestätigt, was die Gegner der „Homo-Ehe“ vorhersagten: Wenn man jeder Kombination von Paar ein „Recht“ auf ein Kind einräumt und damit die Leihmutterschaft zulässt, wird das Kind zu einem Objekt, das man kaufen und verkaufen kann, wie jeden anderen Gegenstand auch, den man im Geschäft begutachten und erwerben kann. Im konkreten Fall hatte das „Objekt Kind“ schon ein Preisschild: 15’000 Euro. (…)

Kirche heute 40-42/2013 September, S. 2
Gegen Einmischung in persönliches Leben

Papst Franziskus hat sich gegen eine moralische Verurteilung von Homosexuellen in der katholischen Kirche gewandt. In einem kürzlich veröffentlichten Interview meinte Franziskus, er habe in seiner Zeit als Erzbischof Briefe von Homosexuellen bekommen, die sich von der Kirche verurteilt gefühlt hätten. Das wolle die Kirche aber nicht, sagte der Papst klar. Es dürfe keine spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben. Gott habe die Menschen in der Schöpfung frei gemacht.

bz BASEL vom 6. Januar 2014, S. 5 (SDA)
Segnung statt Kommunion für Homosexuelle

Wer in einer „irregulären Situation“ lebt – darunter fallen für die katholische Kirche auch homosexuelle Paare und Geschiedene – kann gemäss bestehender Kirchenlehre die Kommunion nicht empfangen. Dennoch soll der Einzelne vom Priester gesegnet werden dürfen. Dieser Vorschlag macht das Bistum Chur. Betroffene sollen beim Kommunionempfang vor den Priester treten, dabei aber die Arme verschränken und so signalisieren, dass sie aus bestimmten Gründen keine Kommunion empfangen. Daraus würden sie vom Priester gesegnet. – Die Verbindung oder Lebenssituation von Homosexuellen und wiederverheirateten Geschiedenen könne die Kirche von der Lehre her zwar nicht segnen, den einzelnen Menschen jedoch sehr wohl, sagte Bistumssprecher Giuseppe Gracia gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. In einer „irregulären Situation“ sei auch, wer vor der Eheschliessung zusammenlebe oder nicht-natürliche Verhütungsmethoden anwende.

Kirche heute 4/2014 Januar, Kipa
Appell gegen Segnungsvorschlag

Der Vorschlag des Churer Bischofs Huonder, Homosexuelle und wiederverheiratete Geschiedene statt zur Kommunion zuzulassen zu segnen, hat kritische Reaktionen ausgelöst. In einem Appell, den bis Ende letzter Woche rund 300 Frauen und Männer unterzeichnet haben, wird die Idee einer Segnung von Menschen in einer irregulären Situation als demütigende Geste bezeichnet. Das Ansinnen von Bischof Huonder beschäme und empöre sie, halten die Initianten und Initiantinnen fest.

Katholische Wochenzeitung Nr. 7 vom 14.02.2014, S. 12
US-Bischof: Kampf gegen Homo-Ehe ist Akt der Liebe

Wer den Menschen klar sage, was falsch und sündhaft sei, tue ihnen damit etwas Gutes, sagte Bischof Paprocki. Der Einsatz gegen die Homo-Ehe geschehe aus Liebe zu den Homosexuellen, sagte Thomas Paprocki, der Bischof von Springfield (US-Bundesstaat Illinois). Um das zu verstehen, muss die Bedeutung des Wortes „Liebe“ geklärt sein. „Sie müssen verstehen, was Liebe wirklich bedeutet. Liebe heisst, das Beste für die Menschen zu wollen“, sagte Paprocki wörtlich gegenüber „Life-Site News“. Wer die Neudefinition der Ehe ablehne, wer gegen die Sünde eintrete, tue damit etwas Gutes, Liebevolles, weil er damit die Wahrheit über die Ehe verkünde. Die heutige permissive (frei gewährend lassen) Gesellschaft nenne es sofort „Hass“, wenn man die Menschen nicht tun lasse, „was sie wollen“. Doch dieser Vorwurf sei ungerechtfertigt, sagte der Bischof. „Alle guten Eltern werden bestätigen, dass man seine Kinder manchmal disziplinieren muss. Manchmal muss man „Nein“ sagen. Manchmal muss man sogar strafen“, fuhr er wörtlich fort. – In der Auseinandersetzung um die Homo-Ehe im Bundesstaat Illinois führte Bischof Paprocki im November 2013 einen kleinen Exorzismus durch. Der Bischof hatte es damals als „absurd“ (sinnwidrig, sinnlos) bezeichnet, dass sich katholische Parlamentsabgeordnete bei ihrer Zustimmung zur Homo-Ehe auf eine etwas missverständliche Äusserung von Papst Franziskus auf dem Rückflug vom Weltjugendtag berufen hatten. Sein Einsatz sei von Papst Franziskus inspiriert, sagte Paprocki. Dieser hat die Homo-Ehe als „Machenschaft des Vaters der Lüge“ bezeichnet. Auf dieser Ebene sei der Kampf um die Homo-Ehe zu sehen.

Katholische Wochenzeitung Baden/CH 46/2014, S. 4, Erich Maria Fink
Gelebte homosexuelle Beziehungen sind Sünde!

(…) Der christliche Geist aber steht dem Pansexualismus (Gesamtsexualismus)  und dem Konsumdenken der modernen Gesellschaft diametral (entgegengesetzt) gegenüber. Er setzt an der Formung des Herzens an, die ohne bewusstes Bemühen um Selbstbeherrschung nicht möglich ist. Die Hinführung zu vorehelicher Enthaltsamkeit ist deshalb ein Schlüssel zur „Erlösung des Leibes“.  (…) Die Richtung, welche die Diskussionen auf der Bischofssynode eingeschlagen haben, birgt die Gefahr in sich, vor dem Geist der Welt zu kapitulieren (aufgeben). Warum ist es so abwegig, wiederverheirateten Geschiedenen, die die Sakramente empfangen möchten, die Enthaltsamkeit nahezulegen? Warum wird diese Lehre überhaupt nicht angesprochen? Warum wird nicht eindeutig gesagt, dass alle Formen direkter sexueller Befriedigung ausserhalb des ehelichen Akts, auch gelebte homosexuelle Beziehungen, ungeordnet und damit eine Sünde sind? Respekt für die Mitmenschen und Barmherzigkeit bestehen nicht darin, die Sünde gutzuheissen, sondern die Menschen auf dem Weg der „Erlösung des Leibes“ mit dem Gnadenangebot Gottes zu begleiten.

Gleiche Seite: Die Kirche zur widernatürlichen Unzucht der Homosexualität

Das Lehramt der Kirche, das sich im Laufe von 2’000 Jahren nie geändert hat, lehrt dagegen, dass die praktizierte Homosexualität als widernatürliches Laster und schwere Sünde zu betrachten ist, das den moralischen Ruin der Gesellschaft herbeiführt. Die Worte des heiligen Augustinus in den Bekenntnissen fassen das Denken der Väter zusammen: „Darum sind Schandtaten, die wider die Natur sind, immer und überall zu verabscheuen und zu bestrafen als solche, die denen Sodoms gleichkommen. Begingen alle Völker solche, so würden sie nach dem göttlichen Gesetz derselben Strafe verfallen, da sie nicht dazu geschaffen sind, um auf solche Weise Missbrauch zu üben.“ (Confessiones, Buch III, Kapitel 8). Die Hirten der Kirche haben im Laufe der Jahrhunderte diese ewiggültige Lehre aufgenommen und weitergegeben. Die christliche Moral hat die Homosexualität immer vorbehaltlos verurteilt und festgelegt, dass dieses Laster auf keine Weise von der Rechtsordnung legalisiert oder von der politischen Macht gefördert werden kann. Als 1994 das Europäische Parlament die erste Resolution zugunsten der homosexuellen Pseudo-Ehe beschloss, rief Johannes Paul II. in seiner Rede vom 20. Februar 1994 in Erinnerung, dass „die rechtliche Anerkennung der homosexuellen Praktik moralisch unzulässig ist. (…) Mit der Resolution des Europäischen Parlaments wird verlangt, eine moralische Unordnung zu legitimieren ((zu beglaubigen). Das Parlament hat unrechtmässig abweichenden, nicht dem Plan Gottes entsprechenden Verhaltensweisen einen institutionellen Wert anerkannt. (…) Das Wort Christi vergessend: – „Die Wahrheit wird euch freimachen“ (Joh 8,32) – hat man versucht, den Einwohnern unseres Kontinents das moralische Übel, die Abirrung, eine Form der Sklaverei, als Weg der Befreiung aufzuzeigen, indem man selbst das Wesen der Familie verfälscht hat.

Kirche heute 47/2014 November, S. 12
Mitteilungen Pfarrei Heiliggeist Basel, persönliche Mitteilung, T.V.

Liebe Pfarreiangehörige, nach über 3 Jahren als leitender Priester in der Pfarrei Heiliggeist werde ich mich zum 31. Januar 2015 von Ihnen verabschieden. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen und hat mich sehr viel Kraft und Anstrengung gekostet. Ich werde zurück nach … gehen und – nach einem Konfessionswechsel – im Bistum der altkatholischen Kirche …  als Priester tätig sein. Für mich war dies ein langer und schwieriger Prozess und ich weiss, dass dieser Schritt vielleicht nicht für alle verständlich ist. Ich bin mit Leib und Seele Priester und  Seelsorger und sehr gerne hier in der Pfarrei Heiliggeist tätig. Da ich aber künftig offen mit meinem Partner leben möchte, wechsle ich in die altkatholische Kirche …, wo ich beides – meine Berufung und meine Beziehung – leben kann. (…)

20 Minuten Luzern vom 10.02.2015, S. 4
Homo-Ehe in Alabama

Montgomery. Homosexuelle können seit gestern nun auch im US-Staat Alabama heiraten. Der Oberste Gerichtshof lehnte am Morgen einen Antrag ab, gemäss dem die Schliessung gleichgeschlechtlicher Ehen gestoppt werden sollte. Damit wird das konservativ geführte Alabama der 37. US-Staat, in dem Homosexuelle legal heiraten können. SDA

Katholische Wochenzeitung 15/2015 April, S. 14
Homosexuelle nicht ausgrenzen

Homosexualität ist objektiv beurteilt eine sexuelle Verirrung. Die Forderungen für Verheiratung Homosexueller stehen mehr denn je im Blickpunkt; obwohl ein Widerspruch in sich. Ich begegnete oft Menschen, die wegen ihrer Veranlagung in seelische Nöte geraten sind. Hand aufs Herz! Unter diesen zu Unrecht Geächteten – als Minderheit – fand ich solche, die nach ethischen und christlichen Grundsätzen ihr Leben zu meistern versuchten. Darunter auch Priester, die seelsorgerisch Grosses geleistet haben. Solche Menschen sind hoch einzuschätzen, denn sie erleiden in Geduld ein unblutiges Martyrium. Mit Gottes Gnade ist jedoch viel möglich. Als Christen sind wir dazu verpflichtet, auch für jene zu beten, die unter ungünstigen Veranlagungen zu leiden haben. Max Walker, Frutigen

Frankfurter Allgemeine vom 14. April 2015
Homosexueller Vatikan-Botschafter: Der Papst schweigt

Laurent Stefani sollte der neue Botschafter Frankreichs beim Heiligen Stuhl werden. Doch der Vatikan lehnt es seit Monaten ab, den bekennenden Homosexuellen zu akkreditieren. Kritiker sagen, das Schweigen des Papstes passe nicht zu seinen früheren Worten über Schwule. (Artikel von Jörg Bremer, Rom)

Kath. Wochenzeitung Baden CH 18/2015 Mai, S. 4
„Schuss nach hinten“; Aufruf gegen Erzbischof Cordileone wird zur Solidarität für ihn

In den USA ist eine bezahlte Anzeige zu einem landesweiten Thema geworden. Am vergangenen 16. April 2015 erschien auf einer ganzen Seite der Tageszeitung „San Francisco Chronicle“ eine Anzeige mit einem Aufruf an Papst Franziskus, Erzbischof Salvatore Cordileone  von San Francisco seines Amtes zu entheben und aus der Stadt zu jagen. Der Vorwurf der finanzkräftigen Unterzeichner des Appells? Der Erzbischof widerspreche dem päpstlichen Postulat „Wer bin ich, um zu urteilen?“ Anlass sind Richtlinien des Erzbischofs vom vergangenen 4. Februar 2015 an die katholischen Schulen seines Erzbistums, mit denen er die katholische Ehe- und Morallehre in Erinnerung rief und die Schulen aufforderte, deren Vermittlung an die Schüler sicherzustellen. Vorwurf: Erzbischof verstosse gegen Postulat „Wer bin ich, um zu urteilen?“ Die Homo-Lobby in- und ausserhalb der katholischen Kirche fühlte sich vom Erzbischof herausgefordert, der es wagte, an die katholische Lehre in Sachen Homosexualität zu erinnern. „Zu intolerant“ sei der Erzbischof und müsse deshalb seines Amtes enthoben werden, meinen rund hundert Unterzeichner des Appells, die sich selbst als „Katholiken“ bezeichnen oder, um genau zu sein, als „engagierte, vom Zweiten Vaticanum inspirierte Katholiken“. Unter den Unterzeichneten finden sich Brian Cahili, ehemaliger Direktor der Catholic Charities von San Francisco und „zahlreiche reiche Gönner“. Zu nennen wären auch Charles Geschke, der Vorsitzende von Adobe Systems und ehemaliger Vorsitzende des Verwaltungsrates der University of San Francisco. Progressive Katholiken im Bündnis mit grossen Medien: Der „San Francisco Chronicle“, die grösste Tageszeitung Nordkaliforniens, die den Appell als bezahlte Anzeige veröffentlichte, stelle die Unterzeichner als „prominente Katholiken“ vor. Sie gehört der „Hearst Gruppe“, zu der auch die Internetplattform „San Francisco Gate“ zählt. Um der Veröffentlichung noch grössere Bedeutung zu geben, startete das „San Francisco Gate“ eine Umfrage mit vier vorformulierten Antwortmöglichkeiten – zwei für und zwei gegen Erzbischof Cordileone – auf die Frage: „Soll Papst Franziskus Erzbischof Cordileone aus der Erzdiözese San Francisco entfernen?“ Doch der Schuss ging nach hinten los. Die Umfrage ergab, dass die weitaus grösste Mehrheit der Bürger sich nicht mit den Unterzeichnern des Aufrufs identifiziert, sondern sich mit Erzbischof Cordileone solidarisiert. (…)

bz BASEL vom 11.08.2015, S. 5
Huonder angezeigt
Schwulenhetze: Dem Churer Bischof drohen bis zu 3 Jahre Haft

Bei der Bündner Staatsanwaltschaft ist gestern eine Strafanzeige einer Privatperson gegen den Churer Bischof Vitus Huonder eingegangen. Der Vorwurf: öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit. – Die Strafanzeige bezieht sich auf einen Vortrag des Bischofs von vorletzter Woche in Fulda im deutschen Bundesland Hessen. Dort hatte Huonder Textstellen aus dem Alten Testament zitiert, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei, die mit dem Tod bestraft werde. Der Vortrag hat unter liberalen Gläubigen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. – Eingereicht worden sei die £Anzeige von einer Privatperson aus dem Kanton St. Gallen, sagte Claudio Riedi, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft. Schon am Wochenende hatte der Schwulenverband Pink Cross eine Strafanzeige angekündigt. Diese sei laut Geschäftsführer Bastian Baumann am Montag nach Chur gesandt worden. Pink Cross macht – wie die Privatperson – eine Verletzung von Artikel 259 des schweizerischen Strafgesetzbuches geltend. – Keine Immunität für den Bischof: Die Anzeige wird nun geprüft. Sollte es zu einer Anklage und später einer Verurteilung kommen, drohen Huonder bis zu 3 Jahre Haft oder eine Busse. Anders als Politiker oder Richter sind Bischöfe in der Schweiz nicht immun (unter Rechtsschutz stehend) gegen eine Strafverfolgung.

Katholische Wochenzeitung Baden/CH 35/2015 September, S. 4
Schluss mit der verlogenen Hetze gegen Bischof Vitus Huonder!

Pro Ecclesia teilt mit: Die wüsten Attacken der Presse, von verschiedenen Gremien und Einzelpersonen gegen den Bischof von Chur Dr. Vitus Huonder im Zusammenhang mit seinem Vortrag in Fulda vom 31. Juli 2015 können wir nicht akzeptieren. Wir verurteilen sie. Die Sache ist ganz einfach. Der Bischof hat u. a. die Bibel zitiert. Mit den Zitaten sollte ganz offensichtlich nicht eine bestimmte strafrechtliche Sanktion befürwortet, sondern die prinzipiell klare Ablehnung homosexueller Praktiken in der jüdisch-christlichen Tradition belegt werden. In einer aufrichtigen Diskussion hätte dieser Sachverhalt erkannt werden müssen; doch an einer ehrlichen Auseinandersetzung ist man offenbar gar nicht interessiert. Es geht darum, mit dieser Hetze die Kirche zur Änderung ihrer Lehre zu zwingen und Menschen mit anderer Meinung einzuschüchtern. Wenn ein Christ das Alte oder Neue Testament nicht mehr zitieren darf, dann steht es schlimm um unsere Gesellschaft. Aufregen müssen sich im übrigen Nichtchristen und Ungläubige überhaupt nicht. Der Bischof muss das verkünden, was im A.T. und N.T. niedergeschrieben ist. Gegen den Zeitgeist zu schwimmen, ist nicht immer einfach. Katholische Volksbewegung Pro Eccclesia, 5401 Baden CH

bz BASEL vom 04.09.2015, S. 5 Inland, von Franziska Linder
Schwul oder nicht – Kirche ist für alle da

Katholische Kirche: Bischof Huonder sorgte mit schwulenfeindlichen Aussagen für Wirbel. Dafür setzts eine Zurechtweisung vom obersten Amtskollegen ab.
Nach den umstrittenen Äusserungen des Churer Bischofs Vitus Huonder üben sich die Schweizer Bischöfe in Schadensbegrenzung. In ihrer ersten gemeinsamen Reaktion betonen sie, dass „die Kirche allen Menschen gleichermassen offen steht“. (…) Um diese Formulierung habe die Konferenz gerungen, so Büchel, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz., Es gebe in der Kirche zwar eine Einheit der Kirche, aber keine Einheit der Wahrnehmung.
Bischof Büchel kritisiert Huonders Aussage:  Die Bischöfe sind nicht befugt, Huonder zu rügen. Büchel mahnte die Kirchenmänner grundsätzlich an, sich im theologischen Diskurs (Erörterung) auch zu überlegen, wie Aussagen bei Aussenstehenden ankommen könnten – gerade bei Reizworten wie „Todesstrafe“. „Ein Bischof muss sich bewusst sein, was er sagt.“ Konkret zu Huonders Aussagen befragt, ergänzte Büchel: „Es war falsch, dass er das so in einem Satz stehen liess.“  (…)

bz BASEL vom 4.Oktober 2015, S. 7, von Dominik Straub, Rom
Schwuler Vatikan-Theologe outet sich

Kurz vor Beginn der Familiensynode hat ein Priester und Vatikanmitarbeiter mit seinem Coming-out für Aufsehen erregt. Der Vatikan suspendierte ihn umgehend. Krzystof Charamsa ist geweihter Priester, theologischer Mitarbeiter der vatikanischen Glaubenskongregation und Dozent an 2 päpstlichen Universitäten in Rom. Und: Er ist schwul und hat einen Lebenspartner. Das Coming-out des 43-jährigen Polen erfolgte am Samstag mit einem ganzseitigen Interview im „Corriere della Sera“, einen Tag vor Beginn der Familiensynode. „Ich möchte, dass die Kirche und meine Gemeinschaft wissen, wer ich bin: Ein homosexueller Priester, der glücklich und stolz auf seine Identität ist“, sagte Charamsa. „Ich hätte mich im Albtraum meiner verleugneten Homosexualität verloren – aber Gott lässt uns nie allein.“  – Die Antwort des Vatikans liess nicht lange auf sich warten: Charamsa wird umgehend aller seiner Funktionen im Kirchenstaat enthoben. (…)

bz BASEL vom 10.10.2015, S. 5
Strafverfolgung gegen Bischof Huonder eingestellt

Churs Bischof Vitus Huonder hat wegen seiner Äusserungen zur Homosexualität Ende Juli im deutschen Fulda keine Strafverfolgung zu befürchten. Die Staatsanwaltschaft Graubünden stellte ihre Ermittlungen gegen den katholischen Oberhirten ein. In den breit kritisierten Aussagen sei zu wenig eindringlich zu Verbrechen oder Gewalttätigkeiten aufgerufen worden. (SDA)

Kath. Wochenzeitung Baden, 30-32/2016 Juli, S. 11
Vatikan kritisiert Einsetzung eines UNO-Sonderkommissars für Homosexuelle

Der Heilige Stuhl kritisierte die Einsetzung eines UNO-Sonderkommissars für „Homo-Rechte“. Der kürzlich in Genf vom UN-Menschenrechtsrat gefasste Beschluss, einen „Experten zum Schutz von Rechten sexueller Minderheiten“ einzusetzen, findet die Ablehnung der katholischen Kirche.
23 Mitgliedsländer des Rates, darunter die Bundesrepublik Deutschland und die USA, stimmten für die Revolution. Die USA gelten als treibende Kraft hinter der neuen Institution, die im Büro des UNHCHR angesiedelt wird. Zu den Hintergründen siehe den Bericht Trend 2016: Homosexualisierung – Erstes Homo-Dezernat, Gay-friendly-Kardinal und UN-Homo-Sonderkommissar. Eine „besondere Gruppe von Rechten für eine spezifische Gruppe von Personen“ schützen zu wollen, stehe im Widerspruch zum Prinzip der Gleichheit aller Menschen, erklärte die Vertretung des Heiligen Stuhles in Genf auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die katholische Kirche sei gegen jede Form von Diskriminierung, betonte der Erste Sekretär der Vatikan-Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf, Msgr. Richard Gyhra.

bz BASEL vom 31.01.2017, S. 11
Norwegen: Homosexuelle können nun kirchlich heiraten

Schwule und Lesben in Norwegen können sich von diesem Mittwoch an auch in der Kirche das Ja-Wort geben. Die Synode der norwegischen Kirche verabschiedete am Montag in Trondheim eine Liturgie, die die kirchliche Trauung von homosexuellen Paaren möglich macht. 89 von 112 Mitgliedern votierten für den Vorschlag. Zuvor hatte das Kirchenparlament im vergangenen Jahr für die Homo-Ehe vor dem Traualtar gestimmt. (SDA)

bz BASEL vom 12.05.2017, S. 31 (SDA)
Bistum Basel engagiert sich für Schwule und Lesben

Neuer Arbeitskreis: Bistum Basel will Diskriminierung und Vorurteile gegenüber sexuellen Minderheiten abbauen. Im Bistum Basel ist auf Anregung von Bischof Felix Gmür der Arbeitskreis Regenbogenpastoral ins Leben gerufen worden. Der Arbeitskreis soll sich der Lebensrealität von christlich engagierten Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen annehmen. Das Bistum wolle seine Seelsorge für diese Menschen verbessern, teilte das Bistum Basel mit Sitz in Solothurn gestern mit. Papst Franziskus habe sich mehrfach gegen die Diskriminierung von Menschen mit anderer sexueller Orientierung ausgesprochen.
Der Arbeitskreis Regenbogenpastoral ist gemäss Angaben des Bistums ein zielgruppenspezifischer Dienst wie er bereits für Jugendliche,  Anderssprachige und Migrantinnen sowie Migranten existiert. Das Leben und die Spiritualität von Lesben, Schwulen und weiterer sexueller Minderheiten wolle man „aus einer Perspektive der ganzheitlichen Erfüllung verbinden“, heisst es im Flyer des Arbeitskreises, der seit Sommer 2016 besteht. Auch wolle man deren Lebensrealität „in Kirche und Gesellschaft erkennen, ernst nehmen und thematisieren“. Vorurteile und Diskriminierung sollten abgebaut werden. „Wir alle wollen angenommen sein – unabhängig davon, wen wir lieben und wie wir uns identifizieren“, schreibt der Arbeitskreis. „Wir sind Teil der grossen Vielfalt des Menschseins.“
Der Arbeitskreis Regenbogenpastoral hat sich auch zum Ziel gesetzt, eine spirituelle Begleitung für Intersexuelle, Transpersonen sowie für homo- und bisexuelle Menschen und deren Angehörige und Freunde zu vermitteln. Dem Bistum Basel gehören 10 Kantone an, darunter die beiden Basel. Es ist mit mehr als einer Million Gläubigen das grösste Bistum der Schweiz.

bz BASEL vom 03.07.2017, S. 1
Gleichstellung: Nun dürfen Schwule Blut spenden

Am Samstag ist eine neue Regelung in Kraft getreten: Homosexuelle Männer sind nun zum Blutspenden zugelassen  – allerdings nur, wenn sie seit einem Jahr keinen Sex mit anderen Männern hatten. „Diese Vorstellung hat wirklich etwas Absurdes“, sagt Michel Rudin, Co-Präsident von Pink Cross, dem Schweizer Schwulen-Dachverband. Auch Daniel Stolz, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe beider Basel, hält die Bestimmung für „einen Witz“. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen: Die zuständige Organisation will mittelfristig das Risikoverhalten der Männer als Kriterium etablieren.

Siehe „Ehe, gleichgeschlechtliche“

Hotels und Pensionen des Vatikans

→unter dem Buchstaben E, separates Register „Exterritoriale Gebiete Vatikanstaat
und Heiliger Stuhl“ oder
⇒Ospitalità (unter Buchstabe O, separates Register)

Hubschrauber-Landeplatz im Vatikanstaat

Er befindet sich seit Papst Paul VI. am westlichsten Zipfel des Vatikans im Garten. Vorher war dort ein Tennisplatz, der jetzt neben dem Kinderspielplatz unmittelbar vor dem Museum (Norden) liegt. Der Hubschrauberplatz liegt auf 77,5 m ü. M., auf dem höchsten Punkt des Vatikans mit dem Johannesturm zusammen. Tiefster Punkt: Obelisk auf dem Petersplatz, 19 m ü. M. Differenz: 58,5 m

Wenn der Helikopter-Platz benutzt wird, sind bei Abflug wie Ankunft anwesend:
Krankenwagen, Vatikan-Feuerwehr, Schaumwerfer-Wagen der italienischen Armee.

In den Gärten von Castel Gandolfo, in der Nähe des Bauernhofes, befindet sich auf italienischem Hoheitsgebiet ein weiterer Hubschrauber-Landeplatz.

OR Nr. 30/31 vom 24.07.2015
Der Hubschrauberlande-Platz von Papst Franziskus im Vatikan (in den Gärten, auf dem höchsten Punkt des Staates) darf künftig auch für Krankentransporte und Organtransfers benutzt werden. Darauf verständigten sich die zum Vatikan gehörende Kinderklinik „Bambino Gesu“ (am Autoweg auf den Gianicolo) und die vatikanische Staatsverwaltung in einer Vereinbarung. Es handele sich um eine „bedeutende Geste der Nächstenliebe“, zitierte die vatikanische Tageszeitung die Präsidentin des Krankenhauses, Mariella Enoc. Die Nähe des auf dem Gianicolo-Hügel gelegenen Krankenhauses zum Vatikan erlaube eine erhebliche Verkürzung der Transportzeiten und könne in vielen Fällen zur Lebensrettung beitragen.

OR Nr. 39 vom 30.09.2016, S. 3
Der Vatikan will seinen Landeplatz für Hubschrauber modernisieren. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, unterzeichneten der Vatikanstaat und die italienische Luftfahrtbehörde ENAC eine Vereinbarung zur „Anpassung der Infrastruktur“. Sie solle italienischen und internationalen Standards angeglichen werden. Papst Franziskus hatte der vatikanischen Kinderklinik „Bambino Gesù“ im Juli die Nutzung des Landeplatzes für Rettungseinsätze und Krankentransporte erlaubt. Zuvor wurde der Platz nahezu ausschliesslich vom Papst genutzt, für Reisen innerhalb Italiens oder den Transfer zum Flughafen. Der vatikanische Hubschrauberlandeplatz wurde von Papst Paul VI. (963-1978) angelegt. Das Gelände befindet sich an der höchsten Stelle des Vatikanhügels (ca. 78 m ü. M.)

Hudal Alois, Titularbischof

Hudal1

Während des 2. Weltkrieges war das Kolleg Campo Santo  Zufluchtsort für etwa 40 Flüchtlinge, darunter viele Juden. Ein Flecken: An der VIII. Station des Majolika-Kreuzweges (Töpferware aus Mallorca) „Jesus tröstet die weinenden Frauen Jerusalems“, liegt der Grazer Bischof Alois Hudal, auch genannt der „Nazi-Monsignore“ (auch: Hoftheologe der Nazis, brauner Bischof). Das Grab befindet sich nach dem Friedhofseingang an der rechten Wand in der Mitte. Hudal träumte vergeblich von einer Symbiose von Katholizismus und Nationalsozialismus, von Papst und Führer, und intervenierte später nichtsdestotrotz gegen Judendeportationen aus Rom. Nach Kriegsende sass Hudal unterm Madonnenbild in der deutschen Nationalkirche Anima und organisierte die „Rattenlinie“, ein klandestines (heimliches) Fluchthilfesystem, um neben diversen Gestrandeten auch Nazigrössen nach Südamerika, Spanien oder in den Nahen Osten zu schleusen. Über diese Fluchtlinie flüchteten u. a. Josef Mengele, Hans-Ulrich Rudel, Franz Stangl und Klaus Barbie. Bereits zuvor hatte sich der deutsche Botschafter beim Hl. Stuhl, Ernst von Weizäcker, vor den alliierten Truppen auf den Campo Santo gerettet. Nach massivem politischem Druck trat Hudal 1952 als Rektor des deutschen Anima-Kollegs zurück (verbitterter Abschiedsbrief an Papst Pius XII.). Auch Hudals Mutter ist im Campo Santo begraben (gleiches Grab).

Daten: Alois Hudals: * 31. Mai 1885 in Graz, Steiermark, + 19. Mai 1963 in Rom. 2 Doktortitel, 1919 Professor für Altes Testament in Graz. 1923 Rektor des Priesterkollegs Santa Maria dell’Anima, 1933 Bischof. Päpstlicher Thronassistent, Aussenseiter wegen des Brückenschlags zum Nationalsozialismus, daher keine weiteren Ämter. Professor in Graz bis 1945. Fluchthelfer (caritativer Akt der Nächstenliebe, wie er zu sagen pflegte) in Zusammenarbeit mit Krunoslav Draganovic (kroatischer Priester OFM, während des Krieges Umsiedlungsbeamter für die Deportation von Juden und Serben, 1943 Sekretär der kroatischen Nationalkirche „Istituto San Girolamo degli Illistici“, Via Tomacelli, Nähe SCV. Die gesamte Führungsriege des Ustascha-Staates [Ustascha = kroatische faschistische Bewegung gegen serbische Hegemonie, Vorherrschaft,  in Jugoslawien] wurde von hier nach Argentinien geschleust. 1963 geht Draganovic nach Jugoslawien  zurück und lebt unbehelligt in einem Kloster nahe Sarajewo. + 1983). Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, der Caritas wie auch mit Erzbischof Giuseppe Siri von Genua. Daneben Zusammenarbeit mit dem deutschen Unterstützungsverein ‚Stille Hilfe’ von Helene Elisabeth Prinzessin von Isenberg, weiter mit Vertretern der evangelischen (Bischof Theophil Wurm) und der katholischen (Weihbischof Johannes Neuhäusler) Kirche zusammen. Den konservativen Parteien Österreichs, Deutschlands und Italiens war das nicht genehm.

Ausgerechnet hier, im wissenschaftlichen Priesterkolleg Teutonicum, sammelte der junge Rolf Hochhuth  1959 das Material für seinen „Stellvertreter“, das Theaterstück über das schuldhafte Schweigen von Pius XII. zum Holocaust. Kurioserweise war eine von Hochhuths Quellen eben jener Bischof Hudal, der Pius XII. nie verziehen hat, zurückgestuft worden zu sein. Hudal packte voller Groll aus und erzählte, womöglich mehr, als der Wahrheit gut tat. (Hansjakob Stehle, Geheimdiplomatie im Vatikan, Seite 420: Rolf Hochhuth, der Stellvertreter. Ein Schauspiel, Hamburg, 1963. Hochhuth hat in einem Gespräch mit dem Verfasser am 24.09.1987 bestätigt, dass Hudal sein Hauptgesprächspartner in Rom war.)  Aufführung in Basel im September 1963. →Pius XII.

Wikipedia, 18.08.2012:
Zusammenfassungen

Dr. Dr. Alois C. Hudal, geb. 31. Mai 1885 in Graz, Steiermark, gestorben 19. Mai 1963 in Rom. Er war österreichischer katholischer Theologe, Rektor des deutschen Priesterkollegs Santa Maria dell’Anima in Rom und Titularbischof von Aela sowie nach dem 2. Weltkrieg Fluchthelfer von Kriegsverbrechern. Zuletzt wohnhaft in Grottaferrata (vor Rom), wo ihn Rolf Hochhuth öfters besuchte.

Werdegang

1904-08             Studium der Theologie in Graz
19.07.08            zum Priester geweiht
1911                  Promotion zum Dr. theol. in Graz

und anschliessend Studien am deutschen Priesterkolleg Santa Maria dell’Anima in Rom. Erlangung einer zweiten Promotion und die Habilitation auf dem Gebiet des Alten Testaments. Anschliessend befasste sich Hudal intensiv mit den Ostkirchen und sollte auf diesem Gebiet in Wien einen Lehrstuhl erhalten, der allerdings nicht eingerichtet wurde.

1919                  ausserordentlicher, ab 1923 ordentlicher Professor für
>                        Altes Testament in Graz
1923                  Rektor am Priesterkolleg Santa Maria dell’Anima in Rom.

Hudal lernte dort auch Eugenio Pacelli kennen, den päpstlichen Nuntius in Deutschland und späteren Papst Pius XII.

18.06.33            Bischofsweihe. Er wurde später vom Papst mit dem Ehrentitel
>                        „Päpstlicher Thronassistent“ ausgezeichnet.

Seine letzte Ruhe fand er auf dem Campo Santo Teutonico im  Vatikan im Grab seiner Mutter Maria Hudal-Wieser. Grab: nach dem Friedhofeingang an der westlichen Friedhofmauer, in der  Mitte.

Verhältnis zum Nationalsozialismus

Hudals Verhältnis zum Nationalsozialismus war zwiespältig. Einerseits erkannte er die Gefahren, die von den Lehren nationalsozialistischer Ideologen wie Alfred Rosenberg ausgingen, und setzte sich als einer der ersten für ein kirchliches Verbot solcher Lehren durch die Kongregation für die Glaubenslehre und die Indizierung (auf den Index setzen) entsprechender Werke ein. Andererseits glaubte Hudal, Gemeinsamkeiten in den Zielen des Nationalsozialismus und denen der katholischen Kirche zu sehen, vor allem, was das Wiederherstellen einer antiliberalen, antiinternationalen Ordnung und entsprechender Werte sowie die Abwehr des „Ostbolschewismus“ anging. Er strebte eine Symbiose („Zusammenleben“ ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen) zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus an, was er auch eindeutig in seinem Hauptwerk „Die Grundlagen des Nationalsozialismus“ (1936) zum Ausdruck brachte. Das Buch, das für Adolf Hitler die Widmung „Dem Führer der deutschen Erhebung (und) Siegfried deutscher Hoffnung und Grösse“ enthielt, hat ihm den Ruf eines „Hoftheologen der Nazis“ eingetragen. Hudal befürwortete darin den Nationalsozialismus, sofern dieser nicht versuche, den Platz des Christentums einzunehmen, und ebenfalls als dogmatische Metaphysik, sprich Religionsersatz, fungiere. Wichtigste ideologische Klammer von Hudals Christentum mit dem  Nationalsozialismus war und blieb der radikale Antibolschewismus. – Hitler hat ihn für seine Arbeit ausdrücklich gelobt. Es wird behauptet, er habe auch das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP erhalten, doch gibt es dafür keine Nachweise.

Innerhalb der katholischen Kirche machte ihn sein Eintreten für den Brückenschlag zum Nationalsozialismus zu einem Aussenseiter, dem daher noch höhere Ämter verwehrt blieben, mit Ausnahme des reinen Ehrentitels eines „päpstlichen Thronassistenten“. Er verlor seine Professur in Graz jedoch erst 1945 nach dem Ende des NS-Regimes, erhielt diese nach Angaben in seiner Autobiographie jedoch nach einem Gerichtsverfahren zurück, allerdings unter der Bedingung, sie nicht auszuüben, und ohne Erwähnung seines Namens im Status der Universität.

Tätigkeit als Fluchthelfer

Nach Ende des Krieges avancierte er zum Fluchthelfer und bezeichnete diese Aktionen als „caritativen Akt der Nächstenliebe“. Im März 1948 erstellte er ein „Merkblatt für Auswanderer“ mit wichtigen Tipps und Unterstützungsmöglichkeiten durch die katholische Kirche. Hudal betonte immer wieder den Nutzen der SS-Männer als erfahrene Kämpfer gegen den „antichristlichen Bolschewismus“.

Die als Rattenlinie berühmt gewordene Fluchtroute nach Südamerika und in den Nahen Osten (vorerst das Zillertal hoch nach Italien) wurde von Hudal gemeinsam mit Krunoslav Draganovic geführt. Unterstützung erhielten sie von Seiten des Roten Kreuzes und der Caritas, wie auch von Giuseppe Siri, dem Erzbischof von Genua. Daneben arbeitete Hudal auch eng mit dem deutschen Unterstützungsverein „Stille Hilfe“ von Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg zusammen, der sowohl von Vertretern der evangelischen (Bischof Theophil Wurm) als auch der katholischen (Weihbischof Johannes Neuhäusler) Kirche unterstützt wurde.

Für die in Buenos Aires herausgegebene deutsche Emigrantenzeitschrift „Der Weg“, in der viele geflüchtete NS-Täter (Johann von Leers, Gerhard Bohne) aktiv waren, schrieb er aufmunternde Artikel.

1962 schrieb Hudal über seine Tätigkeiten: „Alle diese Erfahrungen haben mich veranlasst, nach 1945 meine ganze karitative Arbeit in erster Linie den früheren Angehörigen des Nationalsozialismus und Faschismus, besonders den sogenannten Kriegsverbrechern zu weihen, die von Kommunisten und „christlichen“ Demokraten verfolgt wurden …

Erst nach massivem Druck seitens des Vatikans trat Hudal 1952 als Rektor des deutschen Priesterkollegs zurück, arbeitete jedoch noch bis Ende 1953 intensiv als theologischer Gutachter für das Heilige Offizium, bis er diese Tätigkeit, in einem verbitterten Abschiedsbrief an Papst Pius XII. dokumentiert, aus eigenem Entschluss zurücklegte.

Forschung

Die Öffnung des Hudal-Archivs des Priesterkollegs Santa Maria dell’Anima im Herbst 2006 war Impuls, sich mit der Person Hudal eingehender zu beschäftigen. Ein Symposium von Historikern aus diesem Anlass brachte kein einheitliches Bild. So wurde neben den bekannten Vorwürfen auch erwähnt, dass Hudal bis 1945 Kontakte mit der italienischen Resistenza gepflegt und Juden vor der Deportation gerettet habe.

Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) am 11. Oktober 2006 meinte, werfen die neuen Funde „ein etwas milderes Licht auf die auch in Kirchenkreisen als  ziemlich finster angesehene Gestalt Hudals“. Eine „Reinwaschung“ des „braunen Bischofs“ werde dabei nicht herauskommen können, da die „Widersprüche und Fehler in seinem Denken zu eklatant (aufseherregend)“ seien. Zwar seien pauschale Verurteilungen nicht mehr zulässig, doch dürfe „Hudal nun ebenso wenig zum unverstandenen Märtyrer einer aussichtslosen, aber edlen Sache hochstilisiert werden“.

Englisch Andreas, FRANZISKUS, S. 254
Während Bergoglio (Papst Franziskus) studiert, erlebt Argentinien einen Albtraum. Das Land und vor allem die katholische Kirche in Argentinien mit ihren Beziehungen zum Vatikan stehen am Pranger. Am 11. Mai 1960 wird in San Fernando, einem Stadtteil von Buenos Aires, Adolf Eichmann von Mossad-Agenten geschnappt (Mossad: HoMossad leModi‘ in ule Tafkidim Meyuhadim; israelischer Auslandgeheimdienst). Der ehemalige Chef des Judenreferats im Reichsicherheitshauptamt war hauptverantwortlich für die Deportation und Ermordung von Millionen von Juden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. – Die Verhaftung Eichmanns bestätigt endgültig, die seit Langem kursierende Mutmassung, dass Perón (Präsident Argentiniens, 1946-1955. 1973, kurz vor seinem Tod, wiedergewählt), der während des Zweiten Weltkrieges als Militärattaché in Nazi-Deutschland und Mussolini-Italien tätig war und dabei auch zahlreiche Frontabschnitte besuchte, ganz gezielt Nazi-Militärs in sein Land holte, und zwar mithilfe der katholischen Kirche. Die Drehscheibe für die Flucht von Nazi-Verbrechern befand sich mitten im Vatikan. Der österreichische Bischof Alois Hudal, ein Rassist, der dunkelhäutige Menschen mit Affen gleichsetzte und offen Hitler bewunderte, hatte in Rom die „Rattenlinie“ organisiert. Hudal, das katholische Oberhaupt der deutschsprachigen Gemeinde von Rom, besorgte falsche Pässe, die es Nazi-Grössen, darunter Adolf Eichmann, ermöglichten, nach Argentinien zu finden. Neben Eichmann soll es nach Schätzungen des argentinischen Journalisten Uki Goñi rund 300 Nazi-Verbrechern gelungen sein, nach Argentinien zu entkommen. Darunter waren Klaus Barbie (alias Klaus Altmann, der Schlächter von Lyon), Josef Mengele (Lagerarzt und Todesengel von Auschwitz), Erich Priebke (das Gesicht des Naziterrors in Italien), Eduard Roschmann (alias Federico Wagner, Schlächter von Riga) und vor allem zahlreiche Mitglieder der faschistischen Ustascha-Bewegung aus Kroatien, die  für ihre ungeheuren Gräueltaten in KZs berüchtigt waren (Ustascha = Aufständische mit totalitärer Diktatur in Kroatien, Bosnien, Herzegowina. Völkermord an ethnischen Gruppen. Katholische Geistliche kooperierten; „Klerikalfaschismus“). Die radikale Linke in Argentinien hatte jetzt klare Beweise dafür, in welchem Ausmass das Land mithilfe der Kirche von Nazis unterwandert worden war. Kein gutes Terrain für einen jungen Geistlichen wie Jorge Mario Bergoglio, der am 13. Dezember 1969 zum Priester geweiht wurde.

E-Mail vom 9. Februar 2016: Sekretariat@teutonico.va
Tel. 0039 06 698 839 23, Anna Maria Brunner

Hudal-Grabstätte im Campo Santo Teutonico, links des Petersdomes, Vatikanstadt
Alois Paul Hudal, Graz, * 31.05.1885, + 13.05.1963

1908          zum Priester geweiht, Promotion zum Dr. theol., in Graz
1911-13    Rom, Doktorat der Bibelwissenschaften
1914         Habilitation in Graz. Gründung der Leo-Gesellschaft: Gesellschaft
>               für die kath. Kultur und das Geistesleben
1923         Rom, Vize-, dann Rektor des Priesterkollegs Anima, nähe Piazza
>               Navona
1933         Titularbischof. Umstrittenes Buch: „Die Grundlagen des
>               Nationalsozialismus“
1937         Geistige Beziehung zwischen Kirche und Nationalsozialismus

1952         Rücktritt als Rektor. Verbitterter Rückzug in sein Privathaus in
>              Grottaferrata.
16.05.1963  Begräbnis neben seiner Mutter im Campo Santo Teutonico.

Maria Hudal-Wieser, Mutter von Alois Hudal

geb. 1850, + 04.12.1936
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie bei ihrem Sohn in einer kleinen Anima-Wohnung. Bestattet in der von ihr selbst 1936 ausgewählten Grabstätte im Campo Santo Teutonico.

Geschichte Grabstätte Hudal
Gelegen bei der VIII. Kreuzwegstation, in der Mitte der rechten Längsmauer (Domkapitelseite).
28.01.1930: Kauf der Grabstätte durch Prälat Hudal. Gebühren: 4’000 Liren. Grund des Kaufes: zur späteren Bestattung seiner Mutter. Beim Kauf lässt Hudal die Kreuzwegstation in Majolika (nach der Insel Mallorca: Töpferware mit Zinnglasur) ausführen mit Prälatenwappen und Wappen der Anima.

5 weitere Personen in Hudals Grabstätte begraben
Hudal lässt deswegen auf eigene Kosten die Grabstätte erweitern, auch für sich selbst:

  • Sr. Maria Bertina Kussmann, Schlesien, * 26.10.1885, + 02.01.1950, Dienerin des Heiligsten Herzen Jesu. Seit 1925 lebte sie in der Anima.
  • Sr. Maria Frumentia Bushard, Württemberg, * 14.01.1886, + 12.10.1953. Von der gleichen Schwesternkongregation. 1948 in die Anima versetzt.
  • Maria Kaminski-Esposito, * 15.02.1908, Linz, + 19.05.1955. Durch Verkehrsunfall verstorben. Frau Kaminski war die Frau des Anima-Verwalters.
  • Franz Andreas Kaminski, Fulda, * 27.09.1903, Graz, + 23.01.1973. Über 40 Jahre als Verwalter in der Anima tätig.
  • Sr. Maria Valentia Muglich, Fulda, * 27.08.1899, + 26.10.1974. Von der gleichen Schwesternkongregation.
    Alle genannten Schwestern waren im Hausdienst der Anima.

Hymne, Päpstliche

Inno pontificio    →Nationalhymne