H bis Hol

Haag Albert, Wachtmeister der Schweizergarde 

Ex-Wachtmeister Schweizergarde   →Orden

Handschriften der Vatikanischen Bibliothek

OR Nrn. 13/14 vom 2. April 2010
Handschriften der Vatikanischen Bibliothek werden digitalisiert: Die rund 80’000 Handschriften der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek sollen künftig digital verfügbar sein. Internationale Fachleute und Mitarbeiter der Einrichtung haben in einer Machbarkeitsstudie eine Dauer von 10 Jahren für das Vorhaben veranschlagt.

Die Manuskripte sollen demnach fotografiert, eingescannt und digital katalogisiert werden. Die Dokumente können dann am Computerbildschirm eingesehen werden. Die Digitalisierung der insgesamt 40 Millionen Seiten wird nach Berechnungen von Fachleuten eine Datenmenge von 45 Petabyte (45 Millionen Gigabyte) produzieren.

Die Vatikanische Apostolische Bibliothek besitzt eine der wertvollsten Handschriften- und Bücher-Sammlungen der Welt. Sie verwahrt unter anderem eine der zwei bedeutendsten griechischen Handschriften des Neuen Testaments, den sogenannten „Codex Vaticanus B“ aus dem 4. Jahrhundert.

Hasler Peter, Major der Schweizergarde

Ex-Major Schweizergarde  →Orden

Hauptkirchen Roms

→Papstbasiliken (und Unterregister „Hauptkirchen“)

Haus, Päpstliches

→Päpstliches Haus

Haushalt des Papstes

→Papstwohnung   →Päpstliche Wohngemeinschaft

Heilige

Heilige für alle: Welchem Heiligen man kann sich in welchem Beruf anvertrauen kann:
Siehe „Katholische Wochenzeitung“ 44/2016 November, Seite 6: Tel. 0041 (0)56 222 32 50.

OR Nr. 41 vom 13.10.2017, S. 1
35 neue Heilige

Im Rahmen einer Eucharistiefeier auf dem Petersplatz wird Papst Franziskus am 15.10.2017 die Heiligsprechung mehrerer Seliger vornehmen. Insgesamt handelt es sich um 35 Selige aus Brasilien, Portugal, Mexiko, Spanien und Italien. Im Einzelnen sind dies eine Gruppe von 30 Märtyrern um den Jesuiten André de Soveral (1572-1645), die mexikanischen Jugendlichen Cristobal, Antonio und Juan (gest. 1527 bzw. 1529), der spanische Priester Manuel d’Acri(1669-1739).

Heilig- und Seligsprechungen

→Erklärungen Piazza Pius XII.  →Seligsprechungen  →Päpste, Johannes Paul  II., HK ab S. 160

Seligsprechung von Papst Johannes II. Wojtyla auf dem Petersplatz, 01.05.2011

AS, Vatikanistan, S. 320:
Es gibt zwei Grade der höchsten Gottgefälligkeit: selig und heilig. Der einmal Seliggesprochene darf nur lokal verehrt werden, der Heilige überall und von der ganzen Kirche. Ein Seligsprechungsverfahren darf frühestens 5 Jahre nach dem Tod der Person eingeleitet werden. Der Papst kann allerdings eine Ausnahme erteilen. Im Falle von Johannes Paul II. war der Druck der Gläubigen so stark (auf dem Petersplatz wurde organisiert gerufen: „Santo subito“), dass Benedikt XVI. bereits nach 3 Monaten den Dispens erklärte.

Heiliggesprochen zu werden ist zwar nicht ganz so schwierig wie Papst werden oder Formel-1-Weltmeister, aber doch ziemlich schwer. Zumal es nicht nur vom frommen und fehlerfreien Leben abhängt. Das Regelwerk zur Selig- und Heiligsprechung füllt samt Kommentaren mehrere Bände. Zurzeit ist die Version „Divinus perfectionis Magister“ vom 25. Januar 1983 gültig, mitsamt ihrer jüngsten Aktualisierung „Sanctorum Mater“, gegeben zu „Roma A.D. MMVII“ mit dem Ziel, die Suche nach Heiligen effizienter zu machen:

Ablauf der Untersuchungen usf.:  AS ab Seite 321:

Unter Johannes Paul II. wurden insgesamt 1’268 Menschen selig- und 483 heiliggesprochen; das sind deutlich mehr Selig- und fast doppelt so viele Heiligsprechungen wie in den fast 400 Jahren seit 1588, seit der Einführung des Kanonisierungsverfahrens.

AS, Seite 334
: insgesamt 5’120 Heilige der katholischen Kirche.

Hans Küng, Erkämpfte Freiheit, S. 167:

Und sicher wusste er (J. P. II.: 1’338 Seligsprechungen und 482 Heiligsprechungen) auch um das einträgliche Geschäft, das Selig- und Heiligsprechungsprozesse für den Vatikan darstellen, auch wenn darüber öffentlich wenig verlautete: Einträglich nicht nur wegen vieler zusätzlicher Pilgerscharen, sondern auch wegen der hohen Verfahrenskosten, so dass eine bestimmte religiöse Gemeinschaft, wie mir einer ihrer Oberen berichtete, auf eine Seligsprechung verzichtete, um die dafür fälligen vielen hunderttausend Euro für andere Aufgaben verwenden zu können (siehe nachstehend).

Papst Benedikt XVI. trat sofort sämtliche Seligsprechungsprozesse ab an den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen (Piazza Pio XII., 3. Stock, normale vatikanische Öffnungszeiten →Conciliazione). Er behielt sich die Heiligsprechungen vor, verzichtete aber auf jede Reform dieses höchst problematischen Verfahrens. Denn es ist wohlbekannt, dass sich bei diesem aus dem Mittelalter stammenden Brauch – der machtbewusste Innozenz III. (→Päpste) hatte im Jahr 1’200 alle Heiligsprechungen dem Papst reserviert – schwerwiegende Miss-Bräuche eingeschlichen haben. Ob sich gerade so die kranke Kirche beleben lässt? Immer mehr wurden diese Veranstaltungen zur päpstlichen Selbstdarstellung und für ordenspolitische Ziele und kirchenpolitische Zecke gebraucht. Umstritten waren die Heiligsprechungen des Unfehlbarkeitspapstes Pius X. (→Päpste), skandalös erschien manchen die Heiligsprechung des wegen Manipulationen an seinen angeblichen „Wundmalen Christi“ ins Zwielicht geratenen Padre Pio und des in seiner Heiligkeit umstrittenen Gründers des →Opus Dei, Josemaría Escrivá. – Aber was immer da geschah, aus dem Episkopat kam nie eine warnende oder mahnende Stimme.

Fernsehsendung Planet Wissen des WDR, 11. Mai 2012:
Die katholische Kirche hat 6’650 Heilige. Stand Mai 2012.

Kirche heute 18/2014 April, S. 2
Was ist eine Heiligsprechung?

Zur Heiligkeit berufen ist jeder Getaufte. Bei einigen Menschen geht die Kirche aber davon aus, dass sie durch ihren tugendhaften Lebenswandel oder sie durch das Vergiessen ihres Blutes ihren Glauben auf besondere Weise bezeugt und deshalb zweifellos ihren Platz bei Gott gefunden haben. Deshalb können Heilige um ihre Fürsprache bei Gott gebeten werden. Die zuständigen Bischöfe und der Papst reagieren mit der Selig- (in einem Bistum) und die Heiligsprechung (in der Universalkirche) in der Regel auf die Verehrung einer Glaubenspersönlichkeit durch das Kirchenvolk. Voraussetzung ist zudem die Feststellung eines (Heilungs-)Wunders. Die Kanonisierung bildet dann die kirchenamtliche Grundlage für die Anrufung der Heiligen im liturgischen und damit offiziellen Rahmen. Deshalb spricht man auch von der Erhebung zur „Ehre der Altäre“.

Kirche heute 1/2 2016 Januar, S. 2
Papst spricht Mutter Teresa heilig

Nur 18 Jahre nach ihrem Tod ist der Prozess zur Heiligsprechung von Mutter Teresa abgeschlossen. Der Vatikan hat das dazu nötige Heiligungswunder am 17. Dezember 2015 bestätigt. Die Heiligsprechung soll am 4. September 2016, am Sonntag vor dem 19. Jahrestag ihres Todes, stattfinden. Die aus Albanien stammende Mutter Teresa (mit richtigem Namen: Agnes Gonxha Bojaxhiu, geboren am 26. August 1910 in Skopje, heute Hauptstadt Mazedoniens, gestorben am 5. September 1997 in Kalkutta) war durch ihre Hilfe für die Armen in den Elendsvierteln des indischen Kalkutta seit den 1970er-Jahren weltberühmt. 1950 hatte sie den Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“, der sich vor allem für Strassenkinder, Obdachlose, Arme und Kranke engagiert, gegründet. Sie ist Friedensnobelpreisträgerin und wurde im Jahre 2003 seliggesprochen.

bz BASEL vom 16.03.2016, S. 13, Dominik Straub, Rom
Heilig – trotz aller Kritik
Mutter Teresa: Vatikan zieht Express-Adelung durch – Nonne ist ab September unsterblich

Papst Franziskus hat das Dekret zur Heiligsprechung von Mutter Teresa gestern unterzeichnet. Sie wird am 4. September 2016 auf dem Petersplatz stattfinden, einen Tag vor dem 19. Todestag der Nonne. Die Zeremonie soll zu einem Höhepunkt des laufenden „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“ werden: Schon zur Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. 2003 waren Hunderttausende Gläubige geströmt. Das erforderliche zweite Wunder  ist vom Vatikan bereits im Dezember anerkannt worden: Ein Brasilianer, der an einem Hirntumor litt, soll 2008 durch Teresas Fürbitte auf medizinisch unerklärliche Weise gesund geworden sein. – Mutter Teresa, die bürgerlich Agnes Gonxha Bojaxhiu hiess, war 1910 im heutigen Skopje (Mazedonien, damals Teil des Ostmanischen Reiches), geboren worden. Mit 18 trat sie beim Orden der Loreto-Schwestern ein, die sie bald als Missionarin nach Indien schickten. Erschüttert von der unsäglichen Armut verliess die junge Frau 1948 ihre Gemeinschaft, um sich um die Menschen in einem Slum in Kalkutta zu kümmern. Zwei Jahre später gründete sie die Gemeinschaft der „Missionarinnen der Nächstenliebe“. – Sieht Vatikan weg? In einem Elendsviertel baute die Ordensgemeinschaft Obdachlosenheime und Spitäler. Die Schwestern kümmerten sich vorab um Leprakranke und Sterbende. Heute gehören den Missionaren der Nächstenliebe weltweit über 3’000 Schwestern und 500 Brüder in 133 Ländern an. Für ihr Wirken ist Teresa, die 1947 die indische Bürgerin wurde, mehrfach geehrt worden: so wurde sie US-Ehrenbürgerin oder erhielt den Friedensnobelpreis.   Beim Tod 1997 galt sie als Symbol für gelebte christliche Nächstenliebe. – Mit Johannes Paul II. hatte Mutter Teresa auch im Vatikan einen engen Freund und Bewunderer. Aufgrund der grossen Verehrung leitete der Pole schon zwei Jahre nach ihrem Tod das Verfahren zur Kanonisierung ein – und setzte damit die Regel ausser Kraft, wonach dazu eigentlich fünf Jahre verstreichen müssen. Die Seligsprechung erfolgte in sechs weiteren Jahren. – Die Biografie der Heiligen in spe (zukünftig) hat aber auch dunkle Flecken, die der Vatikan in der Hektik der Kanonisierung bislang ausblendet. Dass es um die Hygiene und medizinische Versorgung in Mutter Teresas Spitälern nicht immer zum Besten stand, war schon zu Lebzeiten ruchbar. 2013 erhoben kanadische Wissenschafter, die Hunderte Dokumente zum Wirken gesichtet hatten, weitere – teils schwerwiegende – Vorwürfe. So hätten Arme und Schwerstkranke „in katastrophalen und unhygienischen Bedingungen dahinvegetiert“. Zudem werden die Forscher Mutter Teresa bezüglich der Millionen Spendengelder aus aller Welt „totale Intransparenz“ (Undurchsichtigkeit) vor. Für Studienleiter Professor Serge Larivée war Mutter Teresa „alles andere als eine Heilige“.

bz BASEL vom 18.03.2016, Leserforum S. 30
Atheistenschelte ist nicht wissenschaftlich

Für den im Artikel (siehe oben) erwähnten Studienleiter der Abteilung für Psychoedukation an der Universität von Montreal, Professor Serge Larivée, ist Mutter Teresa „alles andere als eine Heilige“, und er macht ihr in seiner Publikation schwere Vorwürfe. Bedauerlicherweise fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass Larivée als erklärter Atheist diese „wissenschaftliche“ Arbeit zu einem nicht geringen Teil auf die Schriften von Christopher Hitchens abstützte. Dieser wiederum war als ehemaliger Trotzkist und kämpferischer Atheist der Meinung, man solle Religion der Lächerlichkeit preisgeben und ihr mit „Spott, Hass und Verachtung“ begegnen (Wikipedia). Die Arbeit von Larivée über diese bekannte katholische Nonne entbehrt jeder Wissenschaftlichkeit und Fairness. Georg Reichlin, Seltisberg

Youtube, 15.06.2016
Eine Heiligsprechung kann bis zu Euro 250’000 kosten. Das ergäbe für alle Heiligsprechungen, die Papst Johannes Paul II. durchführen liess (Annahme: bei einem durchschnittlichen Kostenaufwand von Euro 200’000 für 483 Heiligsprechungen) ein total von rund Euro 100’000 Millionen, dazu kommen die 1’268 Seligsprechungen (bei  bescheiden angenommenen Euro 100’000 je Sprechung) mit total rund Euro 130’000 Millionen, ergeben mit Bestimmtheit anzunehmende Gesamteinnahmen von Euro 230’000 Millionen für den Heiligen Stuhl.

OR Nr. 28 vom 14.07.2017, S. 1
Selige und Heilige: Hingabe des Lebens neues Kriterium

Papst Franziskus hat die Regeln für Selig- und Heiligsprechungen geändert. Neben dem Martyrium hat er die „Hingabe des Lebens“ als neues Kriterium auf dem Weg zu einer Selig- und Heiligsprechung eingeführt. Die aufgrund von Nächstenliebe erfolgte „heroische Hingabe ders Lebens“ sei ein neuer Sachverhalt, der sich vom Martyrium und dem heroischen Tugendgrad unterscheide, heisst es in dem am 11. Juli 2017 veröffentlichten Motu proprio (aus eigenem Antrieb) ‚Maiorem hac dilectionem‘.
Christen, die „frei und freiwillig ihr Leben aus Nächstenliebe für andere Menschen hingaben und deshalb selbst einen verfrühten Tod starben, verdienten gleiche Verehrung wie Märtyrer“, so der Papst. Voraussetzung für eine Anerkennung dieses neuen Tatbestandes sind weiter die Akzeptanz eines sicheren und bald nahenden Todes sowie eine Verbindung der „Hingabe des Lebens“ mit einem frühzeitigen Tod. Für eine Seligsprechung ist zudem ein Wunder notwendig, das nach dem Tod durch die Fürsprache des Verstorbenen erfolgte.


Die Teppiche unter der Loggia der Petersdomfassade anlässlich der Heiligsprechungen, u. a. von Papst →Paul VI. Montini und Erzbischof Oscar →Romero

Heiliger Stuhl 

auch „Apostolischer Stuhl“ genannt  (→Organigramm)
Der Bischofsstuhl (cathedra Petri) in der Apsis des Petersdomes, getragen von Ambrosius von Mailand, Augustinus von Hippo, Athanasius von Alexandria und Johannes ‚Christostomus‘, geschaffen von G. L. Bernini, 1657-66. Zuerst in Stein, dann in Holz, seit Bernini mit geschaffener Hülle aus Bronze.

Ein von zwei Rechtsträgern im Vatikan. Zweiter: Staat der Vatikanstadt SCV. Er unterliegt der Autorität des Hl. Stuhles. „Heiliger Stuhl“ wird in der Diplomatie bei offiziellen und bilateralen Interventionen verwendet (gemäss Nuntiatur Bern).

Der Heilige Stuhl ist das Subjekt der völkerrechtlichen Beziehungen bzw. der Papst selbst. Diese Konstellation ist einzigartig auf der Welt, dass eine Person Völkerrechtssubjekt ist. Für die Schweiz gilt beispielsweise: Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist das Völkerrechtssubjekt. – Der Staat der Vatikanstadt (Stato della città del Vaticano) garantiert völkerrechtlich die Unabhängigkeit des Heiligen Stuhles. Der Heilige Stuhl pflegt mit über 180 Staaten diplomatische Beziehungen (Stand März 2013).

Unter dem Heiligen Stuhl versteht man in der Gesamtheit wohl die römisch-katholische Weltkirche und in der Römischen Kurie mit beispielsweise 9 Kongregationen (Ministerien), 11 Päpstlichen Räten und Päpstlichen Kommissionen usf. den administrativen Apparat des Heiligen Stuhles.

Ständige Beobachter hat der Hl. Stuhl bei UNO, FAO, IFAD, PAD, CMA und UNESCO, um nur einige Beispiele zu nennen (Piazza San Calisto die Büros). Bei IAEA (Internationale Agentur für Atomenergie) und WTO (Weltorganisation für Tourismus) ist der Hl. Stuhl ständiges Mitglied (auch S. Calisto). Ausserdem gehört der →Staat der Vatikanstadt diesen Organisationen an. KSZE = volles Stimmrecht.
(KSZE = Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa)

OR Nr. 49 vom 9. Dezember 2011:
Der Heilige Stuhl ist seit 04.12.2011 Vollmitglied in der Internationalen Organisation für Migration IOM. Üblicherweise ist der Heilige Stuhl bei internationalen Organisationen wie der UNO nur als Ständiger Beobachter vertreten. Die 1951 gegründete IOM ist keine UN-Organisation. Ihr gehören mehr als 120 Staaten als Mitglieder an; rund 90 Staaten und nichtstaatliche Organisationen haben Beobachterstatus.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Der Heilige Stuhl ist Mitglied einer grösseren Zahl internationaler Organisationen, darunter der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), dem Internationalen Institut für die Vereinheitlichung des Privatrechtes (UNIDROIT), der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW).

Der Heilige Stuhl ist Beobachter in weiteren Organisationen (darunter den Vereinten Nationen und mehreren ihrer Unterorganisation, z. B. Internationale Drogenkontrollprogramm der UN (UNDCP), Umweltprogramm der UN (UNEP), Organisation der UN für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), Organisation der UN für industrielle Entwicklung (UNIDO) sowie Beobachter auf informeller Basis in mehreren internationalen Organisationen, zum Beispiel der Organisation der UN für Nachhaltige Entwicklung (UNCSD), der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der Internationalen Seeschifffahrtorganisation (IMO), der Internationalen Zivilluftfahrt-organisation (ICAO).

Der Vatikan hat zwar die Menschenrechtserklärung des Europarats nie unterzeichnet (mit dem Argument, dafür müssten zu viele Kanones des Kirchenrechtes geändert werden) –  aber jede Menge anderer Abkommen. Etwa gegen Rassendiskriminierung, für Nichtverbreitung von Atomwaffen, für das Verbot von Giftgasen und bakteriologischen Waffen, die Genfer Flüchtlingskonvention sowie die Abkommen über Kulturgüter, Seerecht und Strassenverkehr. Ketzer würden sagen: Seerecht geht vor Menschenrecht. (→ Menschenrechte)

OR Nr. 50 vom 11.12.2009:
Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhles bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Celestino Migliore, führte die sechsköpfige Delegation des Hl. Stuhles bei der Klimaschutz-Konferenz in Kopenhagen an  Er wurde unterstützt von einem Priester und vier Laien-Experten.

Die Bezeichnung Heiliger Stuhl wurde früher auch anderen bedeutenden Bischofssitzen zuerkannt. Im Zuge der Säkularisierung (Verweltlichung) nach 1803 fiel diese Bezeichnung jedoch weg. Ausnahmen bilden das Bistum Rom und das Bistum Mainz, welches die Bezeichnung Heiliger Stuhl (… von Mainz) führt. Das Bistum Rom erstreckt sich über die Grenzen des Vatikanstaates hinaus nach Italien; der Papst ist Bischof dieses Heiligen Stuhles, vertreten durch den Generalvikar im Range eines Kardinals.

Apostolischer (Heiliger) Stuhl: eine Institution der Stabilität und der Geheimniskrämerei, der Klassen und Kasten, der Fraktionen und Seilschaften, eine Männergesellschaft, die mit der Kirche verheiratet ist. Der Vatikan denkt nicht in Jahren, sondern in Jahrhunderten.
(→Heiliger Stuhl, NZZ, Definition)

Bestimmte Besitzungen des Hl. Stuhles in und um Rom haben gemäss den Lateranverträgen exterritorialen Status, ohne aber Teil des vatikanischen Territoriums  zu sein.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Der Heilige Stuhl sitzt auf dem Territorium des Staates der Vatikanstadt, er hat ihn nur als physischen (natürlichen, körperlichen) Sitz auf Erden, geht aber nicht in ihm auf. Deshalb sind die Botschafter anderer Nationen auch beim Santa Sede akkreditiert und nicht beim Staat der Vatikanstadt. Der Heilige Stuhl ist souverän (selbständig, unumschränkt) in den Beziehungen nach aussen, aber für die eigene Müllabfuhr ist er nicht zuständig.

OR Nr. 50 vom 17.12.2010:
Gipfeltreffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Astana, Kasachstan. Die internationale Gemeinschaft muss die Diskriminierung von Christen bekämpfen. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, Leiter der Delegation des Heiligen Stuhles am 1. Dezember 2010, hielt eine Rede. Auszug: Der Heilige Stuhl ist sich immer der Schwere des Verbrechens des Menschenhandels, einer modernen Form der Sklaverei, bewusst gewesen. Gerade heute wird der Welttag für die Abschaffung der Sklaverei begangen. Alle Anstrengungen, die unternommen werden, um den kriminellen Aktivitäten des Menschenhandels entgegenzuwirken und die Opfer zu schützen, sollten Männer und Frauen einschliessen und ins Zentrum aller Strategien die Menschenrechte stellen.

OR Nr. 5 vom 3. Februar 2012:
Der Vatikan verstärkt seine Anstrengungen im Kampf gegen das internationale Verbrechen und verdeckte Terrorismusfinanzierung. Der Heilige Stuhl trat 2 entsprechenden internationalen Abkommen bei. Zudem ratifizierte er eine UNO-Konvention zur Bekämpfung des Rauschgifthandels. Im Einzelnen handelt es sich um das Internationale Übereinkommen zu Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus vom 9. Dezember 1999, die UNO-Konvention gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vom 15. November 2000 sowie die UNO-Konvention gegen den unerlaubten Handel mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen vom 20. Dezember 1988.

→Angestellte   →Bürger   →Finanzen  →Gerichte   →Vatikan    →Völkerrecht
→Diplomatische Beziehungen Heiliger Stuhl       →Nebenregister: Diplomatie

Heiliges Jahr

Kirche heute 13/2015 März, S. 2
Papst ruft Heiliges Jahr aus


Standarte mit dem Logo des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Schriftzug: MISERICORDES SICUT PATER: Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist. Lk 6,36

Am zweiten Jahrestag seiner Wahl hat Papst Franziskus überraschenderweise ein neues Heiliges Jahr angekündigt. Das sogenannte Jubiläum der Barmherzigkeit beginnt am 8. Dezember 2015 und endet am 20. November 2016. Das Jahr solle der Kirche helfen, „ihre Mission, Zeuge der Barmherzigkeit zu sein“, noch überzeugender zu erfüllen, so der Papst. Es ist kein Zufall, dass das Jahr ausgerechnet am 8. Dezember, genau 50 Jahre nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) beginnt. In einer ergänzenden Mitteilung des Vatikans heisst es, das Heilige Jahr sei auch eine „Einladung, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzusetzen“. Ein Heiliges Jahr ist eine Massenveranstaltung, die zahlreiche Pilger nach Rom anlockt. Das bekannteste Ritual des Heiligen Jahres ist die Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdomes. In allen vier Patriarchalbasiliken wird für die Dauer des „Anno Santo“ eine Heilige Pforte geöffnet.

OR Nr. 12/13 vom 20.03.2015, S. 3

Die Stadt Rom und die Hoteliers haben sich erfreut über die Ankündigung eines ausserordentlichen Heiligen Jahres durch Papst Franziskus geäussert. „Rom ist unverzüglich bereit, sich diesem Weltereignis zu stellen“, sagte Bürgermeister Ignazio Marino. Er kündigte an: „Wir verhundertfachen unsere Anstrengungen, um das aussergewöhnliche Ereignis angemessen zu organisieren.“ Der Vorsitzende des römischen Hotelverbandes, Giuseppe Roscioli, hofft auf einen ähnlich grossen Besucherstrom wie im Heiligen Jahr 2000. Insgesamt kamen im Jahr 2000 rund 25 Millionen Besucher nach Rom.

OR Nr. 16 vom 17.04.2015, S. 5
Offizielle Ankündigung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit

Das Ausserordentliche Jubiläum beginnt am 8. Dezember 2015 mit der Öffnung der Heiligen Pforte. Papst Franziskus überreichte am Samstagnachmittag, 11. April 2015, den Erzpriestern der vier Grossen Päpstlichen Basiliken die Verkündigungsbulle des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Stellvertretend für die Bischöfe aller Kontinente erhielten im Atrium des Petersdomes die Leiter der für die verschiedenen Teile der Weltkirche zuständigen vatikanischen Behörden ein Exemplar der Bulle (feierlicher päpstlicher Erlass) sowie jeweils ein Kurienerzbischof aus Hongkong und dem westafrikanischen Benin. Ein weiteres Exemplar überreichte Franziskus einem Vertreter der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten. Der Apostolische Protonotar Leonardo Sapienza verlas Ausschnitte aus der 25 Punkte umfassenden Bulle.

OR Nr. 18 vom 1. Mai 2015, S. 4
Über Programm und Verlauf des bevorstehenden Heiligen Jahres informiert seit Samstag, 25. April 2015, auch eine vatikanische Internetseite (www.iubilaeummisericordiae.va), die laufend aktualisiert wird. Ausser in Italienisch informiert sie auch in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Polnisch. Bisher sind etwa der Text der Ankündigungsbulle und Hintergrundinformationen zur Geschichte des Heiligen Jahres verfügbar. Über ein Kontaktformular können Interessierte sich online an die Organisatoren wenden. Auch unter www.im.va

OR Nr. 32/33 vom 7. August 2015, S. 4
Pater-Pio-Reliquie kommt im Heiligen Jahr nach Rom

Die sterblichen Überreste des italienischen Volksheiligen Pater Pio (1887-1968) werden zum Aschermittwoch 2016 aus dem süditalienischen San Giovanni Rotondo in den Petersdom nach Rom gebracht. Dort soll der glänzende Sarg des Kapuzinerpatres vom 8. bis zum 14. Februar 2016 ausgestellt werden, wie der Kapuzinerorden in San Giovanni Rotondo auf seiner Internetseite mitteilte. Pater Pio ist einer der populärsten Heiligen Italiens. Vor allem im Süden des Landes sind Statuen, Bilder und Aufkleber des Ordensmannes fester Bestandteil im öffentlichen und privaten Raum. Populär wurde der Kapuziner durch Wundmale an Händen, Füssen und Seite, die den Wunden Jesu bei der Kreuzigung entsprechen.

Kirche heute 35/2015 August, S. 2
Tickets für die heilige Pforte

Wer im bevorstehenden Heiligen Jahr die Heilige Pforte des Petersdoms durchschreiten möchte, braucht dafür eine Einlasskarte. Pilger könnten sich online oder im Pilgerzentrum gegenüber der  Engelsburg (Tiber überqueren)  anmelden (> Deutsches Pilgerzentrum, Via del Banco di  S. Spirito 56, 00186 Roma; Tel. 0039 06 689 71 97; Fax 0039 06 686 94 90; E-Mail: pilgerzentrum@libero.it), zitieren italienische Medien den Vizepräsidenten des römischen Pilgerwerkes. Die Besucher müssen dabei ihre Personalien angeben sowie den gewünschten Zeitpunkt ihres Aufenthaltes im Petersdom. Auf der zum Petersplatz verlaufenden Via della Conciliazione wird eine Sicherheitsschleuse eingerichtet, die nur mit gültiger Karte passiert werden kann. Der Eintritt in den Petersdom bleibt kostenlos. Siehe auch: www.im.va

OR Nr. 34 vom 21. August 2015, S. 3
Hymne zum Heiligen Jahr veröffentlicht
Das bevorstehende Heilige Jahr hat seine eigene Hymne. Am 5. August 2015 wurde sie auf dem Internetportal YouTube veröffentlicht. Die Musik stammt von dem britischen Komponisten Paul Inwood, der Text von dem italienischen Jesuiten Eugenio Costa. Gesungen wird das Stück vom Päpstlichen Chor der Sixtinischen Kapelle unter der Leitung von Don Massimo Palombella SDB. Komponist und Texter haben dem Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung alle Rechte an der Hymne überlassen.

OR Nr. 34 vom 21.08.2015, S. 4
Im Heiligen Jahr wird Papst Franziskus mehr Generalaudienzen auf dem Petersplatz abhalten. Zusätzlich zu den wöchentlichen Veranstaltungen am Mittwochmorgen werde der Papst einmal im Monat auch samstags zu einer Generalaudienz einladen.

  Vatikan-Euromünze zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

OR Nr. 35 vom 28.08.2015, S. 4, von Johannes Schidelko
Heiliges Jahr: Rom baut alte Pilgerwege zum Petersdom aus

Die Stadt Rom setzt für das anstehende Heilige Jahr auf die alte Tugend des Pilgers. Vier alte Pilgerwege durch das Zentrum der Stadt, vorbei an religiösen Zentren und Treffpunkten, mit dem Ziel Petersdom sollen für Fussgänger ausgebaut werden. Damit will Bürgermeister Ignazio Marino den Ansturm von erwarteten 35 Millionen Besuchern kanalisieren – und verhindern, dass sich das tägliche Verkehrschaos in der Ewigen Stadt zu einem totalen Zusammenbruch ausweitet. 800’000 Euro sind für den Ausbau veranschlagt, berichten italienische Medien. – Wer zum „Jubiläum der Barmherzigkeit“ vom 8. Dezember 2015 bis 20. November 2016 nach Rom kommt, muss entweder gut zu Fuss sein oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Denn eine Anfahrt im Reisebus  zur Lateranbasilika, nach Santa Maria Maggiore oder zum Petersdom wird nicht möglich sein. Der Besuch der 4 Papstbasiliken – hinzu kommt noch Sankt Paul vor den Mauern – gehört jedoch zu den festen Programmpunkten eines jeden Jubiläumsjahres. Um zu den Papstbasiliken zu gelangen, sollen sich die Pilger auf 4 alten Pilgerrouten bewegen.

  • Der „Cammino papale“ (Papstweg) folgt in zwei Varianten – der Strecke, den früher die Päpste nach ihrer Wahl auf dem Weg von ihrem Sitz im Lateran zum Petersdom zurücklegten. Seit dem 16, Jahrhundert gehört die Route zudem zu den Pilgerwegen der Heiligen Jahre: Kolosseum – Mamertinischer Kerker – Pantheon – Engelsbrücke – Tiber
  • Das letzte Stück entweder über die Antiquitätenstrasse Via Coronari oder über die Via die Banchi Nuovi
  • Der „Cammino del pellegrino“ (Pilgerweg): Marmertinischer Kerker – Via Giulia – Tiber
  • Der „Cammino Mariano“ (Marienweg): Santa Maria Maggiore – Kolosseum – auf die anderen Wege

Am Tiberufer gegenüber der Engelsburg treffen sich die 4 Pilgerwege zusammen. Kurz davor sind 3 grosse Kirche als Treff- und Sammelpunkt für Heilig-Jahr-Pilger vorgesehen: Die Chiesa Nuova, San Giovanni dei Fiorentini und San Salvatore in Lauro. Das letzte Stück über die Brücke geht es über die Via della Conciliazione zum Petersdom. Die breite Zugangsstrasse zum Vatikan soll zum grössten Teil Fussgängerzone werden. Die rechte Spur wird ausschliesslich Pilgern vorbehalten, die durch die Heilige Pforte in den Petersdom einziehen möchten.

OR Nr. 39 vom 25.09.2015, S. 8
Weltkrankentag des Heiligen Jahres 2016 soll die Herzen öffnen
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Der Vatikan hat die Papstbotschaft zum Weltkrankentag 2016 veröffentlicht, der nach dem Wunsch von Franziskus ein wichtiges Datum  in dem in 3 Monaten beginnenden „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ sein soll. Dieser Anlass könne vieler Herzen öffnen, so der Papst. Die zentralen Feiern werden 2016 in Nazareth, der Heimatstadt Jesu, stattfinden. Der 2. Welttag der Kranken wird am 11. Februar 2016 begangen.
.
OR Nr. 47 vom 20.11.2015, S. 2
Registrierung für Heilig-Jahr-Rompilger jetzt online

Der Vatikan hat die Registrierung von Pilgern zum Heiligen Jahr online geschaltet:

  • Ab sofort können sich Gruppen aber auch Einzelteilnehmer zu den 8 Grossveranstaltungen elektronisch anmelden: 08.12.2015 (Eröffnung), 03.06.2016 (Jubiläum der Priester); 29.05.2016 (Diakone); 12.06.2016 ( Tag der Kranken und Behinderten); 08./09.11.2016 (Marianisches Jubiläum); 03.04.2016 (Heilig-Jahr-Treffen am Barmherzigkeitssonntag); 04.09.2016 (Tag der Mitarbeiter in katholischem Ehrenamt und Sozialdiensten.
  • „Last-minute-Registrierungen“ auch möglich: Via della Conciliazione 7 (z. B. Papstmessen).
  • Nötige Registrierung und Anmeldung für alle, die den Petersdom im Heiligen Jahr durch die Heilige Pforte betreten wollen.
  • Für den Pilgerzug: eigener Fussgängerweg ab Engelsburg. Auf diese Weise sollten je Stunde etwa 2’000 Personen in den Petersdom gelangen. Eine Anmeldung ist für je einen bestimmten Halbtag (vormittags oder nachmittags) erforderlich.

OR Nr. 48 vom 27.11.2015, S. 3
Vatikan vertraut im Heiligen Jahr italienischer Polizei

Der Vatikan hat den italienischen Sicherheitsdiensten mit Blick auf das bevorstehende Heilige Jahr sein Vertrauen ausgesprochen. Er sei absolut überzeugt, dass Polizei und Militär die Sicherheit in Rom und auf dem Petersplatz gewährleisten könnten, sagte der Pressesprecher des Heiligen Stuhles, P. Federico Lombadi SJ, bei einer Pressekonferenz zu einem gemeinsamen Verkehrsservice-Projekt von Radio Vatikan, der Gemeinde Rom und der italienischen Eisenbahn. Der römische Präfekt Franco Gabrielli sagte, die Stadt habe bereits umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen mit Blick auf das Heilige Jahr getroffen, das am 8. Dezember beginnt und bis 20.November 2016 dauert. Das Entscheidende sei nicht die Zahl von Soldaten und Polizisten, sondern ihre sinnvolle Postierung. Wörtlich fügte er hinzu: „Die Dinge, die sie sehen, sind dabei nicht so wichtig. Die wichtigsten Aktivitäten sind unsichtbar, sogenannte Intelligence-Massnahmen“.

bz BASEL vom 09.12.2015, S. 8, Dominik Straub, Rom
Der Papst stösst die Heilige Pforte auf

Papst Johannes Paul II. hat am 24. Dezember 1999 die Heilige Pforte im Petersdom geöffnet und damit das Heilige Jahr 2000 eingeleitet.

Der 78-jährige Papst musste drei- oder viermal an der tonnenschweren Bronzetür rütteln, bis er als Erster ins Innere des Petersdoms schreiten konnte. Damit war das heilige Jahr der Barmherzigkeit offiziell eröffnet. Kurz nach Franziskus ging, gestützt von seinem Privatsekretär, auch Benedikt XVI. durch die Heilige Pforte. Danach schritten unter anderen der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella, Premier Matteo Renzi sowie Vertreter der islamischen und jüdischen Gemeinde Roms durch die Pforte. (…)
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OR Nr. 50 vom 11.12.2015, S. 4
In Rom ist Anfang Dezember 2015 das Pilger- und Medienzentrum für das Heilige Jahr eingeweiht worden. Die Einrichtungen sind im historischen Palazzo San Pio X in der Via della Conciliazione 4 zwischen Engelsburg und Petersplatz (am Anfang, rechte Seite)untergebracht. Das Zentrum soll täglich von 7.30 bis 18.30 Uhr geöffnet sein und Besuchern wie Medienvertretern als Anlaufstelle dienen.
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OR Nr. 5 vom 05.02.2016, S. 2
Zusätzliche Audienzen im Heiligen Jahr
Es ist der Wunsch von Papst Franziskus, den Gläubigen im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit noch öfter begegnen zu können. Daher ist ab dieser Woche zusätzlich zur Mittwochaudienz ein- bis zweimal im Monat eine weitere „Jubiläumsaudienz“ jeweils samstags geplant.
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OR Nr. 8 vom 26.02.2016, S. 1
Heiligjahrfeier der Römischen Kurie
Papst Franziskus hat die Römische Kurie dazu aufgerufen, „Mitarbeiter Gottes“ und „gute Hirten“ zu sein und sich als „Dienstgemeinschaft“ zu verstehen. Auch in ihrem Arbeitsumfeld müsse immer ein starkes seelsorgerliches Gespür vorhanden sein, sagte er am 22.02.2016 bei einem Gottesdienst im Petersdom. Am Fest „Kathedra Petri“ feierte Franziskus zum Heiligen Jahr eine Messe mit der Römischen Kurie und Einrichtungen, die mit dem Heiligen Stuhl verbunden sind. (…)
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Das Heilige Jahr, Deutsche Bischofskonferenz (278), S. 26
Lexikon Heiliges Jahr

Verkündigung des ersten Heiligen Jahres durch Bonifatius VII., im Jahre 1300. Freskenfragment von Giotto, zu finden in der Lateranbasilika in Rom

Die folgenden Angaben fassen die wichtigsten Begriffe rund um das Heilige Jahr zusammen. Weitere Begriffe finden Sie unter www.heiligesjahrbarmherzigkeit.de
Anno Santo/Heiliges Jahr
Der Begriff „Anno Santo“ bzw. Heiliges Jahr taucht erstmals in einem aus Rom überlieferten Brief zum Jubeljahr 1400 auf. Er setzt sich in den folgenden Heiligen Jahren durch.
Apostelgräber
In Rom befindet sich im Petersdom das Grab des hl.  Petrus (→Petrusgrab), in der Basilika St. Paul vor den Mauern die Grabstätte des hl. Paulus. Bei der Einberufung des ersten Heiligen Jahres 1300 sah der Papst den Besuch des Pilgers in beiden Kirchen vor. Es wurde angeordnet, dass die Römer die Apostelgräber 30 Mal innerhalb von 30 Tagen, die Besucher von aussen die heiligen Stätten 15 Mal innerhalb von 15 Tagen besuchen sollen. Erstmals wurde der Hinweis auf den Begriff „ad limina apostolorum Petri et Pauli“ (an den Schwellen der Apostelgräber, →ad limina Besuch) in der Einberufungsbulle für das Heilige Jahr 1450 unter Nikolaus V. erwähnt.
Dauer des Heiligen Jahres
Zunächst gab es keine genauen Festlegungen zur Dauer des Heiligen Jahres. Erst Paul II. verfügte 1470, dass ein heiliges Jahr jeweils von einem bis zum nächsten Weihnachtsfest dauern solle. Für das Heilige Jahr 2015 hat Papst Franziskus festgelegt, dass das Heilige Jahr am 8. Dezember 2015 im Petersdom beginnt und am 20. November 2016 endet.
Heiliges Jahr
Heiliges Jahr meint ein besonderes Jahr der Umkehr und des Pilgerdaseins. Es entwächst der alttestamentlichen Tradition der „Jobeljahre“, worauf erstmals die Einberufungsbulle Papst Clemens VI. für das Heilige Jahr 1350 verweist. Nach Auffassung von Papst Franziskus soll das Heilige Jahr 2015/16 dafür stehen, „wie die Kirche ihre Sendung, Zeugin der Barmherzigkeit zu sein, deutlich machen könnte. Es ist ein Weg, der mit einer geistlichen Umkehr beginnt; und diesen Weg müssen wir gehen. Darum habe ich mich entschieden, ein ausserordentliches Jubiläum auszurufen, in dessen Zentrum die Barmherzigkeit Gottes steht“.
Heilige Pforte
Der Brauch der Heiligen Pforte wurde erstmals zum Heiligen Jahr 1400 im Zusammenhang mit der römischen Lateranbasilika erwähnt und später auf die anderen Papstkirchen in Rom ausgeweitet. Durch diese Pforten sollen die Pilger die „Schwelle“ überschreiten, um sich mit Gott zu versöhnen. Beim dreifachen Hammerschlag zur Öffnung der Pforte wird der Psalmvers Ps 118, 19 f. gesungen: „Aperite mihi portas justitiae. Haec porta Domini, justi intrabunt in eam. Introibo ad domum tuam“ („Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das
Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein.“)
Pilgerkirchen
Neben den Papstbasiliken werden seit dem Heiligen Jahr 1575 drei weitere Kirchen zu den sogenannten Pilgerkirchen gezählt: St. Laurentius, St. Sebastianus, Hl. Kreuz zu Jerusalem. Seite diesem Jahr wurde die Sieben-Kirchen-Wallfahrt üblich, bei der die Pilger innerhalb eines Tages die sieben Pilgerkirchen zu Fuss aufsuchen mussten.
Pilgerwege
In den Heiligen Jahren sind  die Pilger nach Rom eingeladen. Erst Papst Johannes Paul II. hat zum Heiligen Jahr 2000 auch das Heilige Land ausdrücklich als Ort genannt, in dem das Heilige Jahr gefeiert werden soll. Hinzu kommen die einzelnen Aktivitäten und Feierlichkeiten in den Diözesen. In der Tradition bezeichnete der Begriff Pilgerwege die unterschiedlichen Strassen, die nach Rom führten. Insbesondere seit dem Heiligen Jahr 1450 wurden die Pilger im umbrischen Perugia von Begleitern empfangen, die sie sicher nach Rom geleiteten.
OR Nr. 17 vom 29.04.2016, S. 4

Die bisherige Zahl der Pilger zum Heiligen Jahr in Rom ist seit Ostern deutlich gestiegen. Wie das zuständige Dikasterium im Vatikan auf seiner Internetseite mitteilte, pilgerten mittlerweile insgesamt 5’087’000 Gläubige in die Ewigste Stadt, um die Heiligen Pforten in den Papstbasiliken zu durchschreiten.

Krüger/Wallraff, Luthers Rom, S. 37
Strassen und Plätze, Kirchen und Paläste, ein vollkommen neues Rom wurde von 1417 bis 1527 gebaut, neu und doch alt. In dichter Folge bietet auch heute noch das Centro Storico (Altstadt) ein gutes Bild von diesem Wachstum, das typisch ist für das Schicksal der Stadt überhaupt und gleichzeitig unverwechselbar mit anderen Städten. Denn zu viele Besonderheiten weist die Stadt auf. Keine Dynastie bestimmt Richtung und Art des Wachstums wie in anderen europäischen Metropolen. Rom folgt anderen Rhythmen: Jeder Papst verfolgt seine eigenen Ziele, politisch und kirchenpolitisch, und genauso baupolitisch innerhalb der Ewigen Stadt. Doch dieser kurzfristige Rhythmus wird von anderen Bauwellen überlagert.
So wurde die Stadt immer stärker von den Heiligen Jahren geprägt. Von →Bonifatius VIII. im Jahre 1300 erstmals ausgerufen, wurde ihr Rhythmus von ursprünglich 100 Jahren immer weiter verringert und schliesslich im 15. Jahrhundert auf 25 Jahre verkürzt, um allen Christen zu ihren Lebenszeiten eine Pilgerfahrt nach Rom in einem Heiligen Jahr zu ermöglichen, denn diese versprach hohe Sündenablässe. Zum Heiligen Jahr hatte die Stadt sich in einem neuen Kleid zu präsentieren, wie heute die Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaften oder der Olympischen Spiele.
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OR Nr. 24 vom 17. Juli 2016, S. 4
Der Vatikan hat sich in einer Halbzeitbilanz des Heiligen Jahres zufrieden über die Zahl der Rom-Pilger geäussert. In den ersten 6 Monaten seit Beginn des Heiligen Jahres Anfang Dezember seien rund 9,1 Millionen Pilger nach Rom gekommen, teilte Kurienerzbischof Rino Fisichella mit. Diese „bedeutende Zahl“ bestätige, „dass viele Gläubige aus aller Welt das Heilige Jahr in Rom feiern wollen, obwohl die Heiligen Pforten der Barmherzigkeit in vielen Teilen der Welt offenstehen“, sagte Fisichella weiter. Berücksichtigt worden seien die Pilger, die die Heiligen Pforten des Petersdomes und der drei anderen grossen Päpstlichen Basiliken oder des Marienwallfahrtsortes Divino Amore am Stadtrand durschritten hätten.
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Kirche heute 48/2016 November, S. 2
Heilige Pforte geschlossen
Mit dem Christkönigssonntag (20.11.2016) endete das Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Während der Abschlussmesse auf dem Petersplatz schloss Papst Franziskus die „heilige Pforte“ und rief in seiner Predigt dazu auf, den Weg der Barmherzigkeit gemeinsam weiterzugehen. Das Heilige Jahr 2015/2026 gehörte der Kategorie der ausserordentlichen Heiligen Jahre an und wurde aufgrund des 50. Jahrestages seit dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils begangen. Ordentliche Heilige Jahre sind alle 25 Jahre vorgesehen. Das nächste für 2025.
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OR Nr. 47 vom 25.11.2016, S. 4
Von den 21,3 Millionen Pilgern, die im Heiligen Jahr nach Rom gekommen waren, seien rund 15 Millionen Italiener, sagte P. Helmut Rakowski, Mitarbeiter in dem von Erzbischof Fisichella geleiteten Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung. Deutsche stellten die grösste ausländische Besuchergruppe mit über 850’000 Teilnahmen, gefolgt von US-Amerikanern, Polen und Spaniern.
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OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 1
Auch nach dem Heiligen Jahr hohe Sicherheitsstandards
Italien zeigt weiterhin Militärpräsenz in der eigenen Hauptstadt: Auch nach dem Heiligen Jahr werde man „sehr sichtbare Militärkontingente in Rom lassen“, sagte Italiens Innenminister Angelino Alfano in einer Bilanz zu dem katholischen Wallfahrtsjahr.
Seit November 2015 setzte das Innenministerium in Rom 2’070 Soldaten zur Sicherung zentraler Plätze und wichtiger Gebäude ein. In Rom fanden während des Heiligen Jahres laut Alfano 151 Grossveranstaltungen statt; im übrigen Italien seien es 295 gewesen. In dem Pilgerjahr, das von Dezember 2015 bis zum 20. November dieses Jahres dauerte, erfolgten nach Angaben Alfanos 9’851 Anzeigen (ø 28 je Tag) und 3’050  Festnahmen (8 je Tag). 2’312 Personen wurden zur Identitätsfeststellung  auf einer Polizeiwache gebracht (6 je Tag), 243’318 Fahrzeuge überprüft (701 je Tag), 22’757 Strassenkontrollen durchgeführt (65 je Tag) und 2’102 Geschäfte kontrolliert (6 je Tag). Zudem seien 5’300 Ausländer auf einen möglichen radikalen Hintergrund durchleuchtet worden (15 je Tag).
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OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 4
Papst Franziskus hat Organisatoren und Helfern des Heiligen Jahres gedankt. In einer Audienz lobte er am 28. November 2016 die gute Zusammenarbeit von Vatikan und Italien sowie den Einsatz der Freiwilligen. Alle hätten zum „geordneten und sicheren Ablauf“ beigetragen, so der Papst. Der Heilige Vater würdigte besonders den Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung und dessen Präsidenten, Kurienerzbischof Rino Fisichella, der für die Organisation verantwortlich war. Ausdrücklich dankte das Kirchenoberhaupt auch dem italienischen Innenminister, Angelino Alfano. Dieser habe nicht nur in Rom, sondern landesweit dafür gesorgt, dass Pilger das Heilige Jahr in „Sicherheit und Ruhe“ hätten begehen können. Der Papst dankte auch der Region Latium, der Stadt Rom, den Schweizergardisten und der vatikanischen Gendarmerie.
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Heirat

Kirchliche Eheschliessungen bei Vatikanbürgerinnen und Bürgern, z. B. bei der Schweizergarde (alle Gardisten sind während ihrer Dienstzeit gleichzeitig Bürger des Vatikanstaates): Eheschliessungen über das Pfarramt St. Anna. Es werden Informationen über das Brautpaar eingezogen mit Bestätigung durch Unterschriften. Wie ist es bei einem heiratslustigen Schweizergardisten? Man fragt über die Strasse die Wachhabenden beim St. Anna-Tor. Die „normale“ Heirat ist dann in St. Anna oder St. Martin (Gardekapelle) oder durch Beziehungen in einer besonderen Kapelle in oder ausserhalb des Vatikans.

Zivil: über das Eheamt des Vatikans und die Schweizer Botschaft in Rom. Kompliziert nach Aussagen der Gardisten. →Eheschliessung

Kath. Wochenzeitung vom 29.10.2010:
Bistum Regensburg:

Das Bistum Regensburg veröffentlicht aufgrund eines aktuellen Falles eine Klarstellung zur kirchlichen Eheliturgie: Es gibt keinen Platz für liturgiefremde Texte von Liedern und säkulär konnotierte (mit einem Wort verbundene zusätzliche Vorstellung, z. B. Nacht bei Mond) Instrumentalmusik. Auch keine Michael-Jackson-Musik bei Trauungen.

Schweiz am Sonntag, 24. November 2013, Seiten 2 und 3, Fabienne Riklin
Bis dass der Tod euch scheidet – aber ohne den Segen der Kirche.
Heiraten ist „in“, aber nicht in der Kirche. Nur gut 20 % aller Paare, die sich das Ja-Wort gaben, haben sich auch in einer katholischen oder reformierten Kirche trauen lassen. Nicht rückläufig ist dagegen die Zahl der Taufen.

Das Versprechen der bedingungslosen Liebe, einander im Leben und im Sterben treu zu bleiben, wird immer seltener vor Gott abgegeben. Zwar liegt das Heiraten an sich im Trend, doch der göttliche Segen ist für viele Paare nicht mehr wichtig. 42’654 Paare haben sich vergangenes Jahr (2012) in der Schweiz auf einem Zivilstandsamt das Jawort gegeben, danach liessen sich aber nur 9’200 Paare (21,6 %) auch in einer reformierten oder katholischen Kirche trauen. Das ist ein historischer Tiefstand. Noch vor 20 Jahren gab es 60 % mehr kirchliche Hochzeiten. Dieser Wandlungsprozess geht aus der „Kirchenstatistik 2013“ hervor, die das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) – eine Forschungsinstitution der katholischen Kirche – gestern veröffentlicht hat. Warum immer weniger Paare ihre Liebe vor Gott besiegeln lassen wollen, begründet Studienautor und Theologe Roger Husistein mit der veränderten religiösen Praxis der Kirchenmitglieder. „Für viele ist die Eheschliessung zunehmend ein rein weltliches Ereignis, das auch ohne religiöse Dimension stattfinden kann“, sagte Husistein. Auffällig ist, das es häufiger zu einer kirchlichen Trauung kommt, wenn beide Ehepartner entweder katholisch oder reformiert sind. Im ersten Fall entscheiden sich 33 % für den Gang in die Kirche, im zweiten Fall sogar 47 %. Aber auch hier Tendenz sinkend. (…)

bz  BASEL vom 29.04.2015, A bis Z, S. 13, André Anwar, Stockholm
Online heiraten mit Ikea

                  Die Hochzeitseinladung wurde in der Ikea-Filiale in L./CH aufgenommen

Schweden: Der Möbeldiscounter bietet neu Hochzeiten an virtuellen Orten im Internet an. Teure Hochzeiten könnten bald der Vergangenheit angehören. Und trotzdem kann das Fest schön sein. In Schweden können Liebespaare ihre Hochzeit nun preisgünstig und rechtlich bindend im Internet  bei Ikea-Dienst „Hochzeit-Online“ ausrichten. Das Verfahren ist verblüffend einfach. Die Teilnehmer sitzen daheim an ihren Computern. Wer möchte, kann sich ein Gläschen realen Champagner neben die Tastatur stellen. Per Webkamera werden die Gesichter von Brautpaar, Pfarrer und Gästen aus aller Welt in eine digitale Umgebung eingelesen. Im Ikea-Werbespot heisst es vielversprechend: „Wo willst du heiraten? Du hast dir vielleicht eine Hochzeit an einem idyllischen Sandstrand vorgestellt? Mit einer leichten Sommerbrise. Oder auf einem Schiff. Oder eine magische Waldhochzeit wie im Märchen? Nun kannst du heiraten, wo du willst!“ Zumindest vier virtuelle Plätze stehen den Hochzeitsgästen für die Trauung zur Verfügung und dann noch mal vier Plätze für das anschliessende Hochzeitsfest. Neben Strand un Wald gibt es auch ein Dornröschenschloss und die Grossstadthochzeit auf einem Dach mit Blick auf Hochhäuser wie in New York.  – Einen zwischenmenschlichen Haken gibt es dabei laut schwedischem Gesetz. Brautpaar, zwei Trauzeugen sowie der Pfarrer oder eine andere trauende Person müssen sich zumindest während der Zeremonie im gleichen, wirklichen Raum befinden; der Pfarrer muss real also anwesend sein. Beim anschliessenden virtuellen Fest besteht dann kein Zwang mehr. – „Wir haben bereits Hunderte von Personen, die sich registriert haben,“ sagt Anna Pilkrona-Godden von der Ikea Schweden. (…)

Schweiz am Wochenende vom 05.01.2019, S. 24, V. L. Simonsen, Ph. Felber
Wenig Scheidungen, dafür teure Hochzeiten (→Ehescheidungen)

Im Schnitt geben junge Heiratswillige heute zwischen 30’000 und 40’000 Franken aus, schätzen die Experten.
Bund fürs Leben, Geld auf die Schnelle. Eine weitere Hochzeitsmesse drängt auf den Markt – die Bridal Tea Time (die Hochzeits-Tee-Zeit) findet Ende Januar 2019 in Basel statt und richtet sich nur an Frauen. Es ist eine von vielen Nischen, welche beim Heiraten von findigen Geschäftsleuten besetzt werden. Und die Ehepaare auch in die Schuldenfalle treiben können.
Der schönste Tag im Leben ist einer, an dem das Portemonnaie besonders locker sitzt. Bei den Hochzeiten wird mehr Geld ausgegeben als je zuvor. Das Business floriert und besetzt immer neue Nischen im Hochzeitssegment. Messen gibt es in Basel zuhauf, Ende Januar gibt’s noch eine weitere. Im Lokami an der Rheinpromenade findet am 27. die Bridal Tea Time statt, eine Messe „nur für Frauen“. Die Idee der Hochzeitsplanerin Sonja-Kath: „Wir haben einfach nicht die Musse, die es bei gewisse3n Themen einfach braucht“, sagt Kath. So sei das Thema Dekoration eines, womit man die Männer schnell vergraule. An der „Women’s only“-Messe könnten sich die Bräute nun in Begleitung ihrer Mütter oder Trauzeuginnen völlig ungestresst beraten lassen. Alle Fragen werden an diesen Ausstellungen beantwortet – auch solche, die man bis zum Besuch gar nicht hatte. Schneiderinnen beraten die Braut zum Hochzeitskleid. Keyboarder und DJs bieten ihre musikalischen Dienste an. Juweliere nehmen die Masse des Ringfingers, Cateringfirmen erzählen, welchen exklusiven Wein sie im Angebot haben, Konditoren werben für ihre Hochzeitstorte, Floristinnen für ihre Blumen, Fotografen sind da, Coiffeure, Hochzeitsplaner, Kutscher, Gestalter von Hochzeitswebsites, Zeremonienleiter für freie Trauungen, Carunternehmen, Dekofirmen und Reisebüros, welche die Flitterwochen planen. (…) Nur das Beste ist gut genug. Eine aufwendig gestaltete Hochzeitstorte für 100 Personen kostet schnell einmal mehr als 1’000 Franken.
→Ehe, gleichgeschlechtliche         →Ehe und Mischehen
→Ehenichtigkeitsverfahren            →Eheannullierungen

Heirat: Zwangsheirat

Surprise Nr.  27 vom 16. März 2012, Karin Freiermuth

Hilfe für Betroffene: Bei „zwangsheirat.ch“ erhalten Betroffene Online- oder Telefonberatung:
021 540 00 00, www.zwangsheirat.ch
Das Mädchenhaus Zürich bietet Schutz für Frauen zwischen 14 und 20 Jahren, die körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt erleben: Telefon 044 341 40 45.

Helikopter (Luftflotte des Vatikans)

Helikopter-Landeplatz   →Hubschrauber-Landeplatz

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:

Die Luftflotte des Vatikans besteht aus einem weiss lackierten Militärhubschrauber vom Typ „Sikorsky H-3D Sea King“. Die Maschine steht normalerweise im Hangar in Ciampino (Gemeinde südlich Roms), wo man sie mit ein wenig Glück auch besichtigen kann. Da gibt es einen weissen Ledersessel mit dem Papstwappen über der Lehne, eine ebenso weisse Couch und drei andere Sessel, dahinter einen Wandschrank und davor eine Falttür zur zweiten Kabine, wo Bordküche und Klo untergebracht sind. Alles ist mit sandfarbenem Teppich tapeziert, vor den Fenstern hängen leichte Gazevorhänge. Der US-Präsident fliegt die gleiche Maschine. Ausländischen Luftlinien ist das Überfliegen des Staatsgebietes untersagt.

Heraldik (die Farben/Tinktur)

Heraldik (Wappenkunde)

→Hauptregister „Heraldik des Vatikan“
→Organisation Vatikan, Besetzung Kurie, Heraldik (Buchst.  O, Nebenregister)

Hochhuth Rolf

→Hudal Alois

Hochseeschifffahrt

→Schifffahrtsreglement

Hof,  Päpstlicher

→Päpstliches Haus

Hoflieferanten, Päpstliche

Ulrich Nersinger, Liturgien und Zeremonien am Päpstlichen Hof

Einleitung: Wir sind beim Aufstellen des Obelisken auf dem Peterslatz im September 1586. Es erfolgt der Warnruf eines genuesischen Seemanns in seinem Dialekt: „Aigua ae corde!“ – Wasser auf die Seile! Deswegen erhielt die Familie Bresca das Privileg, die Palmzweige für die päpstlichen Paläste zur Karwoche zu liefern. Bis ins 20. Jahrhundert behielt diese Familie aus San Remo das Vorrecht. Gleichwohl, ob sich die genannte Episode so oder ähnlich zugetragen hat, sie zeigt einen Zugang zu dem begehrten Titel eines „Päpstlichen Hoflieferanten“.

Historische Quellen weisen darauf hin, dass die Händler in Avignon, die den Hof des Papstes belieferten, geschickt und erfolgreich mit diesem Umstand für sich und die Waren zu werben  wussten. Rechtlich gesehen wurde der Titel eines Päpstlichen Hoflieferanten – von Ausnahmen abgesehen – nur für das Pontifikat des Papstes, der diese Verleihung ausgesprochen hatte, gewährt.  Der Titel wurde verliehen mit einem Schreiben des Majordomos Seiner Heiligkeit und Präfekten der Heiligen Apostolischen Paläste.

Eine solche Auszeichnung konnte in für den Glauben schwierigen Zeiten und in Ländern, in denen die Feinde der Kirche die Macht ausübten, zur Belastung, ja zur Gefährdung von Leib und Gut werden. Ein beredtes Beispiel hiefür ist die Geschichte der Tuchfabrik Mehler in Tirschenreuht (Bayern).

1581 wurde zum ersten Mal ein Christof Mehler in den Kirchenbüchern als „Lanificator“ (Tuchmacher) erwähnt. Seitdem war die Familie Mehler über 10 Generationen in Tirschenreuth als Tuchmacher tätig. 1927 erhielt die Firma den Ehrentitel „Päpstlicher Hoflieferant“.  Das schwarze Korps, die Zeitung der SS, griff 1936 die Firma der Gebrüder Mehler wegen ihres klaren katholischen Bekenntnisses an. Ebenso die Bayrische Ostmark-Zeitung. – Im Zuge der Reform des Päpstlichen Hofes 1968 wurde der Titel eines Hoflieferanten nicht mehr verliehen. Im April 1973 wurde beschlossen, auch diejenigen Titel aufzugeben, die unter dem Pontifikat Paul VI. erneuert wurden. Am 1. Mai 1975 sollte dann keine Firma mehr den Titel „Päpstlicher Hoflieferant“ mehr benutzen dürfen. – Auch heute noch wird der einst verliehene Titel benutzt, zum Beispiel bei der Glockengiesserei: „Pontificia Fonderia“ mit den päpstlichen Insignien, siehe: www.campanemarinelli.com
Auf den Umschlagseiten des aktuellen Katalogs einer österreichischen Kunsthandwerkstätte liest man die Worte: „Päpstliche Hoflieferanten“.
Siehe unter „Glockengiesserei“

Gelegen bei der VIII. Kreuzwegstation, in der Mitte der rechten Längsmauer (Domkapitelseite).
28.01.1930: Kauf der Grabstätte durch Prälat Hudal. Gebühren: 4’000 Liren. Grund des Kaufes: zur späteren Bestattung seiner Mutter. Beim Kauf lässt Hudal die Kreuzwegstation in Majolika (nach der Insel Mallorca: Töpferware mit Zinnglasur) ausführen mit Prälatenwappen und Wappen der Anima.

5 weitere Personen in Hudals Grabstätte begraben
Hudal lässt deswegen auf eigene Kosten die Grabstätte erweitern, auch für sich selbst:

  • Sr. Maria Bertina Kussmann, Schlesien, * 26.10.1885, + 02.01.1950, Dienerin des Heiligsten Herzen Jesu. Seit 1925 lebte sie in der Anima.
  • Sr. Maria Frumentia Bushard, Württemberg, * 14.01.1886, + 12.10.1953. Von der gleichen Schwesternkongregation. 1948 in die Anima versetzt.
  • Maria Kaminski-Esposito, * 15.02.1908, Linz, + 19.05.1955. Durch Verkehrsunfall verstorben. Frau Kaminski war die Frau des Anima-Verwalters.
  • Franz Andreas Kaminski, Fulda, * 27.09.1903, Graz, + 23.01.1973. Über 40 Jahre als Verwalter in der Anima tätig.
  • Sr. Maria Valentia Muglich, Fulda, * 27.08.1899, + 26.10.1974. Von der gleichen Schwesternkongregation.
    Alle genannten Schwestern waren im Hausdienst der Anima.