Ga–Gd

Gammarelli , Kleidergeschäft des Papstes

Das päpstliche Kleidergeschäft befindet sich hinter dem Pantheon in Rom, das seit Jahrzehnten den Papst mit Kleidern bedient. Sein Inhaber wartet nach der Papstwahl im Saal der Tränen (Papstpalast) mit 3 verschiedenen weissen Grössen, um den Neugewählten sofort einzukleiden. Bei Papst Johannes XXIII. Roncalli half man sich mit Sicherheitsnadeln aus; seine Soutane musste auf der Seite aufgeschnitten werden.

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Ein Teil des Schaufensters von Gammarelli. Eine weisse Soutane ist nie zu sehen.

OR Nr. 29 vom 22.07.2016, S. 3
Papstschneider Gammarelli gestorben

Annibale Gammarelli, auch „Schneider der Päpste“ genannt, ist tot. Der Seniorchef des traditionsreichsten römischen Geschäfts für liturgische Gewänder starb am 12. Juli 2016 im Alter von 84 Jahren in Rom. Der seit 1798 bestehende Familienbetrieb „Ditta Annibale Gammarelli“ am Pantheon schneidet nach eigenen Angaben  auch Gewänder für Papst Franziskus.
Auch dessen Vorgänger Johannes Paul II., Johannes Paul I. und Johannes XXIII. trugen demnach Gewänder von Gammarelli. Benedikt XVI. bevorzugte hingegen die am Vatikan gelegene Schneiderei Euroclero, deren Preise in der Regel niedriger sind.
Gammarelli fertigt traditionell die 3 Gewänder in verschiedenen Grössen an, die zum Konklave für den neuen Papst in der Sakristei der Sixtinischen Kapelle hinterlegt werden.

Gänswein Georg, Monsignore

OR Nr. 2 vom 11. Januar 2013, S. 1:

Der Privatsekretär von Papst Benedikt XVI., Prälat Georg Gänswein, wurde am Hochfest der Erscheinung des Herrn, am 6. Januar 2013, zum Titularerzbischof von Urbisaglia geweiht. Er wird dem Papst weiterhin als sein Privatsekretär dienen. Zusätzlich hat ihn der Papst zum Präfekten des Päpstlichen Hauses ernannt. Im Bischofswappen von Erzbischof Gänswein ist wie im Päpstlichen Wappen auch der Korbiniansbär und der Freisinger Moor zu sehen. Sein Wahlspruch lautet: Testimonium perhibere veritati (Für die Wahrheit Zeugnis ablegen).

Georg Gänswein wurde am 15. August 2013 zum Ehrendomherrn seiner Heimatdiözese Freiburg i. Br. durch Erzbischof Zollitsch ernannt.

Katholische Wochenzeitung 34/2014 August, S. 6
Gänswein: Benedikt XVI. verbringt Sommer bewusst in Rom

Emeritierter Papst verfolge das kirchliche und politische Leben sehr aktiv, „er liest Zeitungen, sieht Nachrichten, lässt sich informieren, empfängt Besucher.“ Das Gehen bereitet ihm etwas Mühe, „doch der Kopf ist hell und der Geist völlig klar“. –
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. verbringt diesen Sommer (2014) bewusst in Rom und nicht in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo. Er habe sich so entschieden, da auch Papst Franziskus auf einen Aufenthalt in den Albaner Bergen verzichtet habe, sagte der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, Im August habe der emeritierte Papst ausserdem seinen Bruder Georg Ratzinger aus Regensburg zu Besuch. Gänswein, der auch Privatsekretär des emeritierten Papste ist, bedauerte, dass die Brüder nicht nach Castel Gandolfo gingen. Dort sei es im Sommer angenehmer als in Rom, da die Ortschaft über dem Albaner See auf 450 Meter Höhe liege. „Am späten Nachmittag kommt immer ein leichter Westwind vom Meer, der erfrischt und guttut.“ Das fehle im hochsommerlichen Rom. – Zum Gesundheitszustand von Benedikt XVI. sagte der Erzbischof, angesichts seines Alters von 87 Jahren gehe es ihm entsprechend gut. Er habe zwar mit dem Gehen einige Schwierigkeiten, „doch der Kopf ist hell und der Geist völlig klar“. Der emeritierte Papst verfolge das kirchliche und politische Leben sehr aktiv, so Gänswein. „Er liest Zeitungen, sieht Nachrichten, lässt sich informieren, empfängt Besucher.“ In besonderer Weise sei er durch das Gebet für seinen Nachfolger und für die ganze Kirche beteiligt. – Zugleich bestätigte Gänswein, dass der emeritierte Papst nicht mehr nach Bayern kommen werde. Doch dass dieser seine Heimat vermisse, sei kein Geheimnis. Denn in Bayern lägen schliesslich seine Wurzeln. „Sein Herz schlägt bayrisch, wie es ein schöner Buchtitel beschreibt.“ In Gedanken gehe Benedikt XVI. oft in seiner Heimat spazieren, betonte Gänswein. Das schenke ihm innere Freude und Trost. Zudem gebe es noch immer viele Verbindungen in die Heimat wie Briefe, Besuche und andere Kontakte, die die bayrische Heimat zu ihm in den Vatikan brächten.
WA: Rücktrittsankündigung von Benedikt XVI. am 11. Februar 2014:
(…) … um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen. (…)

→Kurie, das Leben an der Kurie  (2. Sekretär: Mons. Alfred Xuereb)
→Papstwohnung

Garage im Vatikan

Alle Reparatur-Ansprüche gegenüber Staatskarossen werden hier gelöst. Privat kann die Garage gerufen werden, z. B. für den Autostart. Gut ist, wenn die Schweizergarde einen (Hobby-)(Auto)Mechaniker in ihren Reihen weiss (Mädchen für alles).

Teile für Teile werden für eine Reparatur von SCV-Autos, wenn nötig, in die Stadt gebracht. Aus Sicherheitsgründen.

Einkauf von neuen Autos geschieht über den Servizio dell’autoparco (im wirtschaftlichen Teil des Vatikans). Beispiel: Kauf eines Mercedes mit Rabatt und ohne MwSt: total Spezialangebot mit 32 % Vergünstigung. Im Normalfall 10 bis 20 %  Rabatt. →Auto

Gardefahne

Siehe unter „Vatikan und Kirchenmix“, Buchstabe Fa-Fi, Nebenregister „Fahne Gardekommandant“

Gardekapelle der Päpstlichen Schweizergarde

(Nicht zu verwechseln mit der Kapelle an der Via S. Pellegrino im Vatikan, die einst der Schweizergarde vom Domkapitel  St. Peter zugeteilt wurde, von ihm seit 1977 der vatikanischen Gendarmerie vermietet wird und seit der Zeit von Gardekaplan Krieg fälschlicherweise als „Nationalkirche der Schweiz“ bezeichnet wird: → Pellegrino, San. Auch nicht zu verwechseln mit der ersten Gardekapelle in der Kirche im Deutschen Friedhof, links neben dem Petersdom.) 

Geschichte (Wikipedia, SKZ-Berichte 1999: www.kath.ch/skz/skz-1999/berichte/be48)
Zusammenfassung

  1. 1568 während des Pontifikats von Pius VI. (1566-72) für die Schweizergarde
    erbaut
  2. Architekten: Nanni di Baci Bigio oder Jacobo Bartozzi? Man ist sich nicht einig
  3. Sicher ist, dass das Innere von Giulio Mazzoni ausgeschmückt wurde
  4. Zweimal im 20. Jh. umgebaut und vergrössert  (unter Pius XI. 1922-39) und
    1967: Ausmalungen der Renovation unter Pius XI. wurden ganz entfernt und
    eine Wand ausgebrochen
  5. 1999: dritte Renovation. Architekt Gabriel Wey, Sursee/LU. Klares Ziel: Platz
    gewinnen. Die Achse der Kapelle wird umgestellt. Neue Anordnung von Altar
    und Orgel. Eine Art Balkon wird eingebaut.
  6. Neue Werke von Gino Gianetti (Rom): Gestaltung der Balustrade (Geländer)
    zum Andenken an die 147 anlässlich des „Sacco di Roma“ (6. Mai 1527)
    gefallenen Schweizer, der monumentale Tabernakel und die „Porta del
    Battista“ (Täufer), die an Werke von Giacomo Manzù erinnern
  7.  Von Benedetto Pietrogrande (Mailand): innere Türe, Altar und Ambo
    (Lesepult)
  8. Einweihung am 11. November 1999 durch den damaligen Staatssekretär
    Kardinal Angelo Sodano

Initiant und Koordinator der dritten Renovation: Gardekaplan Alois Jehle. Die Gardekapelle befindet an der Basis des Papstpalastes, dort, wo der Mauergang (Passetto Richtung Engelsburg) beginnt.

Gärten, Vatikanische (13 ha)

Vatikan - Stato della Città del Vaticano

        Vatikanische Gärten: Nach  Aussage eines  alt Hauptmanns der Schweizergarde soll dieser Ort von Papst Johannes XXIII. Roncalli öfters als Lieblings-Sitzplatz benutzt worden sein. Links, wenige Meter von der Laterne entfernt,  hängt heute die gesponserte Glocke einer oberitalienischen Diözese, die am 31.12.1999 das neue Jahrtausend auf dem Petersplatz einläutete.

Der wichtigste Tuffsteinhügel der Welt

Italienischer, englischer, amerikanischer und französischer Garten. Englischer Rasen. Lourdes-Grotte, Johannes-Turm, Wald oberhalb Adlerbrunnen, Tennisplatz, Kinderspielplatz, Statue der Madonne della Guardia Bombenloch oberhalb des Bahnhofs, überbrückt durch eine Brunnenanlage, heisst es immer wieder, stimmt aber nicht (→Bombardement 4. November 1943 abends). Es ist der Muschelbrunnen. Hubschrauber-Landeplatz. Chinesisches Dach. Gespendete Glocke, die die Jahrtausendwende 2000 auf dem Petersplatz eingeläutet hat usw.

Gärten mit Gewächshaus: hier gehen täglich Blumen in die Wohnungen der Kardinäle, des Papstes usf.
Ein Bruchstück der Berliner Mauer ist vorzufinden.  →Mauer, Berliner

Die Gärten sind 800 Jahre alt, ab 13. Jahrhundert erwähnt. Pius XI. gab dem Garten die heutige Form. Im Jahre 2006: 27 Gärtner, keine Frauen.  Gemüsegarten links des Adlerbrunnens; Produkte gehen in die Papstküche.

OR vom 08.01.2010:
Eine weisse Amsel in den Gärten des Papstes. Es gibt ein Exemplar (albinotische und leuzistische Amsel) im Französischen Garten hinter der Lourdesgrotte. – Die schwarzen Amseln sind eine der grössten Vogelarten in den Gärten.

OR vom 23.10.2009, Nr. 43:
Neues Buch: Barlo jr., Nik/Scaccioni, Vinzenzo, Die Vatikanischen Gärten, Edizione Musei Vaticani, Verlag Schnell & Steiner, Vatikanstadt/Regensburg, 2009, 240 Seiten, 211 Illustrationen, 1 Grundriss, € 49,90

Die Vatikanischen Gärten, eine einzigartige Oase der Stille und Erholung. Sie nehmen fast die Hälfte des Staatsgebietes ein. Unvergesslich wird ein Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten erst dank der unzähligen Pflanzen und Blumen, die aus aller Welt hierher gebracht wurden. Z. B. Sternjasminbögen, Felsengarten mit Kakteen, japanische Kirschbaumallee usf. Im neuen Buch werden die Anfänge des Gartens im 13. Jh. bis hin zu den gartenbaulichen Massnahmen der vergangenen Jahre beschrieben. Ein eigenes Kapitel ist dabei dem kleinen Nutzgarten des Klosters „Mater Ecclesia“ (→Kloster) gewidmet, in dem Klausurschwestern gemäss den strengen Regeln der biologischen Landwirtschaft Obst und Gemüse für den päpstlichen Haushalt anbauen. – Im Jahre 2001 fanden die ersten wissenschaftlichen Bestandesaufnahmen und Katalogisierung der vatikanischen Flora statt, in der rund 100 botanische Familien, 380 Gattungen, 340 Arten und über 6’900 Exemplare in messbarer Grösse verzeichnet sind. Der Leser erfährt hierbei, dass neben der einheimischen Flora, die mit den typischen Spezies der „Macchia Mediterranea“ vor allem im „Boschetto“, einem kleinen Laubwald,  und im Bereich um die Casina Pius’ IV. vertreten ist, in den Vatikanischen Gärten auch eine grosse Zahl exotischer Pflanzen aus klimatisch sehr unterschiedlichen Gegenden der Welt wächst. Viele dieser Pflanzen kamen als Geschenk für die Päpste nach Rom.

Vatikanistan, Alexander Smoltczyk:

Westen, hinter Direktions-
Gebäude Radio Vatikan
2 Hektar natürlicher Wald mit Stiel-Eichen
(Quercus robu L.), Zerr-Eichen (Quercus cerris L.),
Flaum-Eichen (Quercuspubescens),
Stein-Buchen (Carpinus betulus L.)
und Rot-Eichen (Quercus  rubra L.)
Sant’Egidio-Hügel 
(heute: Belvedere-Palast
und Museen)
Papst Nikolaus III. (1277-80): Im Jahre 1279 liess er
einen Obstgarten (pomerium), einen Rasen (pratellum)
und einen echten Garten (viridarium) anlegen.
Richtung Helikopterplatz  Französischer Garten mit ausladenden Kampfer-
Bäumen (Cinnamomum Glanduliferum Meissn.),
Azaleen (Rhododendron L. sp.), einer grossen
australischen Silber-Eiche (Grevillea robusta A. Cunn.),
zwei Exemplaren der Metasequoia, des Urwelt-
Mammutsbaums (Metasequoia glyptostroboidos
Hu ¥ Cheng) und einem Olivenbaum, den der
israelitische Staat anlässlich der Aufnahme der
diplomatischen Beziehungen zum Hl. Stuhl
pflanzen liess.Die schmalen Alleen in diesem Landesteil sind
gewöhnlich mit roter  Rocaille eingefasst und durch Terrakotta-Vasen mit dem Papstwappen markiert.
Mittlere Hanglagen.
Beim Casino
Pio IV.
Reste der ursprünglichen Pflanzungen Nikolaus III. Hier befindet sich das Casino Pio IV., ein kleines Schlösschen, das von Papst Paul IV. (1555-59) in Auftrag gegeben und unter Pius IV. (1559-65) im Jahre 1561 vollendet wurde. Als Sommerruheplatz und Jagdstellung geplant. Die Gärten um die Casina herum wurden im Jahre 1288 Schauplatz der ersten  Versuche zur systematischen Botanik in Italien. Der Arzt von Papst Nikolaus IV. (1288-92) legte einen Heilpflanzen-Garten für die Pflege des    Papstes an und begann, die Namen der dort wachsenden Arzneipflanzen  zu sortieren und zu ordnen.
Südwestliche Richtung,
jenseits der Grotte
2 grössere Sirenenbrunnen, innerhalb eines Gartens aus alten Eiben-Hecken (Taxus baccata L.), umgeben von stark duftenden Stern-Jasmin- Bögen (Trachelospermum jasminoides C. Lemaire). Zwischen Bögen und Spalieren aus wiederblühenden Rosen (Rosa L. sp.) findet man hier  auch den letzten Baum des Botanischen Gartens exotischer Pflanzen, den Leo XIII,. (1878-1903) zum Ende des 19. Jahrhunderts anlegen liess, den Korallen-Strauch oder Hahnenkamm (Erythrina crista-galli L.), der sich regelmässig komplett mit scharlachroten Blüten überzieht.
Heute wachsen anstelle dieses Gartens jahrhundertealte Blau-Zedern  (Cedrus atlantico Manetti) und grosse amerikanische Küsten-Mammut- Bäume (Sequoia sempervirens), die sich dank ihres guten Anpassungsvermögens und ihrer geschützten Position schnell entwickeln.  Anstelle der Jagd finden in dem Schlösschen die Versammlungen der Päpstlichen →Akademie der Wissenschaften statt. Die weisse, mit  besonderem Duft ausgezeichnete Rose „Johannes Paul II.“ wird von den  Nonnen im Kloster „Mater Ecclesia“ gezüchtet und in den Privaträumen  des Papstes verteilt.

Der Zutritt zu diesem Teil des Landes ist jedermann gestattet, angemessene Kleidung vorausgesetzt (2008). Voranmeldungen sind zu leisten unter Tel. 003906 698 846 76 (Einzelpersonen), 003906 698 831 45 (Gruppen). Fax: 003906 698 851 00; E-Mail: visiteguidate.musei@scv.va

Vatikan - Stato della Città del Vaticano

Vatikanische Gärten: Petrusstatue, in die geografische Mitte des Vatikanstaates platziert.

Fernsehen BR vom 13.12.2010:
Die Vatikanische Gärten entsprechen 21 Fussballfeldern. 30 hauptamtliche Gärtner (Castel Gandolfo: 9) arbeiten. Der Wald hat eine Fläche von 2,5 ha (1/10 des Gartens). In den Gärten (Gewächshaus) ist eine Gärtnerschule integriert. Der Felsengarten (Travertin) ist rund 100 m lang. Hier sind Blumen aus aller Welt. Die grössten Bäume im Garten sind die Pinien, bspw. 150 Jahre alt beim Casino. Im italienischen Garten (mit 2 Brunnen) züchtet man Lilien. Das ganze Wasserrohrnetz im Garten hat 61 km Länge.

AS, Vatikanistan, Seite 165:
Von Papst Pius XII. stammt der Ritus, als Pontifex nach dem Mahl einen Verdauungsspaziergang abzuhalten. Joseph Ratzinger hat keinen Grund gesehen, diesen vorkonziliaren Brauch abzuschaffen, im Gegenteil: Egal, wie hoch die Akten sich türmen, egal, welcher deutsche Ministerpräsident um Audienzzeit fleht – nach dem Essen so gegen 15 Uhr flaniert der Papst zusammen mit Georg Gänswein durch den Dachgarten oben auf dem Palazzo Apostolico oder aber durch die Vatikanischen Gärten und betet den Rosenkranz. Immer durch den etwas bewildeten, hochgelegenen Teil um die Lourdes-Grotte, wo seit Johannes XXIII. (→Päpste) päpstlicherseits gern gebetet wird. – →Pius XII. übrigens war derart von einer Insektenphobie (krankhafte Angst) besessen, dass die Gärtner vor jedem Spaziergang durch die Giardini Vaticani die Wege und Sträucher heimlich mit DDT (hochwirksames Insektizid, chemische Mittel zum Vernichten schädlicher Insekten) einsprühten. Seine Furcht vor Mücken als Überträger von Krankheiten war so gross, dass er unter seiner Kleidung stets eine Fliegenpatsche mit sich trug.

OR Nr. 38 vom 23.09.2011:
Die Vatikanischen Gärten sind für Pilger und Touristen nun auch vom Bus aus zu besichtigen. Das Römische Pilgerwerk bietet einstündige Rundfahrten durch die päpstlichen Grünanlagen. Die kleinen Busse mit offenem Verdeck verfügen über je 28 Plätze und verkehren vormittags in halbstündigem Takt. Ein auch in deutscher Sprache verfügbarer Audio-Guide stellt die Gärten vor und vermittelt Wissenswertes über Vatikan und Papsttum. Die Rundfahrt findet täglich halbstündlich von 8 bis 14 Uhr ausser mittwochs, sonntags und an den vatikanischen Feiertagen statt. Die letzte Fahrt beginnt um 13 Uhr.

Telebasel 22. Oktober 2012, Sendung über den Europapark Rust, mittags:
Sein Chefgärtner: Die zu bearbeitenden Bepflanzungsflächen des Europaparks Rust betragen 90 ha und werden von 30 Gärtnerinnen und Gärtnern das ganze Jahr im Volltime-Job instandgehalten. Vergleich: Vatikanische Gärten: 13 ha gross mit 30 Gärtnern.

OR Nr. 49 vom 07.12.2012, S. 3:
Ein Nussbaum für den Papst

Ein neugepflanzter Nussbaum ziert den Spazierweg von Papst Benedikt XVI. in den Vatikanischen Gärten. Vertreter der italienischen Forstbehörde und der Stiftung „Sorella Natura“ (Schwester Natur) pflanzten ihr Geschenk an den Papst während einer Zeremonie mit dem Generalsekretär des Governatorats der Vatikanstadt, Bischof Giuseppe Sciacca. Anlass waren der „Tag zum Schutz der Schöpfung“ und der Jahrestag der Erhebung des hl. Franz von Assisi zum Patron der Naturschützer durch Papst Johannes Paul II. am 29. November 1979. Der heilige Vater wird bei seinen regelmässigen Spaziergängen den neuen Baum zwischen dem Hubschrauberlandeplatz und dem San-Giovanni-Turm sehen können.

OR Nr. 28 vom 12. Juli 2013, S. 3
Neue Statue in den Vatikanischen Gärten

Am Freitagmorgen, 5. Juli 2013, wurde in den Vatikanischen Gärten eine neue Statue für den heiligen Erzengel Michael eingeweiht. An der Zeremonie nahm auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus und zur Freude aller Anwesenden sein Vorgänger Benedikt XVI. teil (Patron der vatikanischen Gendarmerie).
→Brunnen     →Fauna   →Fischzucht  →Bauernhof

Vatikan - Stato della Città del Vaticano

Brunnenanlage in der Nähe des vatikanischen Bahnhofs. Eine weitere Gartenfoto unter „Casino Pius IV.“.

OR Nr. 36 vom 5. September 2014, S. 7
Kubanische Marienstatue in den Vatikanischen Gärten

Die „Virgen de la Caridad del Cobre“, die Schutzpatronin Kubas, hat nun einen Ehrenplatz im Vatikan. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde segnete Kardinal Tarcisio Bertone, Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche, am 28. August 2014 eine Kopie des auf der Karibikinsel hochverehrten Gnadenbildes. Die Marienstatue wurde in der Via Pio XI, nahe dem mittelalterlichen Turm des heiligen Johannes, aufgestellt. – Der hohen Stellenwert der Marienverehrung in Lateinamerika ist hier besonders hervorzuheben. Maria sei in der Geschichte des amerikanischen Kontinents zur „Sprecherin der Sehnsucht der Völker nach der Frohen Botschaft und dem Glauben an Jesus Christus“ geworden. Bertone würdigte dabei, wie die Menschen in den zahllosen Marienwallfahrtsorten Lateinamerikas ihren Glauben durch ihren jeweiligen Kulturen entsprechend Frömmigkeitsformen zum Ausdruck brächten. Besonders beeindruckend sei in diesem Zusammenhang die Verehrung der „Virgen Nuestra Señora de la Caridad del Cobre“ als Schutzpatronin des kubanischen Volkes. Die Aufstellung dieser Statue in den Vatikanischen Gärten sei ein besonderes Zeichen für die „engen geistlichen Bande zwischen dem Marienheiligtum von Cobre und dem Vatikan“, so Kardinal Bertone. Das Heiligtum der Jungfrau von Cobre liegt im Südosten Kubas in El Cobre etwa 20 km von Santiago de Cuba entfernt. Der Gnadenort geht auf Ereignisse im Jahre 1612 zurück. Der Überlieferung zufolge waren Juan und Rodrigo de Hoyos und Juan Moreno – zwei indigene (einheimische) Kubaner und ein 10-jähriger Sklave afrikanischer Abstammung – unterwegs nach Nipe, um Salz zu holen, als sie beim Fischer im Wasser die leuchtende Holzstatue der Gottesmutter vorfanden. Das Marienbildnis mit der Aufschrift „Ich bin die Jungfrau der Nächstensliebe“ wurde bald zu einer Kupfermine nach El Cobre übertragen, wodurch es seinen Beinamen „vom Kupfer/del Cobre“ erhielt. Spätestens seit dem Jahr 1801 wurde dieser <Ort dann zum Symbol für die Sklavenbefreiung auf Kuba, in der Folgezeit wurde die Muttergottes auch zur Patronin der Befreiung der Insel vom Kolonialismus. Das Gnadenbild der „Nuestra Señora de la Caridad“ wurde 1916 durch Papst Benedikt XV. zur Patronin Kubas erhoben. – Bei seinem Besuch am 27. März 2012 ehrte Papst Benedikt XVI. Ratzinger die Gottesmutter von El Cobre durch die Überreichung der „Goldenen Rose“ (WA: siehe unter „Orden“), einer hohen Auszeichnung, die bisher nur wenigen herausragenden Marienwallfahrtsorten wie Altötting, Fatima und Aparecida in Brasilien zuteil wurden.

Gärten in Castel Gandolfo

Radio Vatikan, Newsletter vom 03.03.2014
Franziskus öffnet päpstliche Gärten in Castel Gandolfo

Papst Franziskus gibt die Gärten der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo für die Öffentlichkeit frei. Ab sofort können zahlende Besucher den 55 Hektar grossen Park besichtigen, der zu den exterritorialen Besitzungen des Heiligen Stuhles in Italien zählt. Castel Gandolfo diente den Päpsten seit den Zeiten des Barbarini-Papstes Urban VIII. (1623-44) als Sommerresidenz. Franziskus ist der erste Papst seither, der sich entschlossen hat, die Villa nicht zu benutzen. Buchung über die Webseite der Vatikanischen Museen: www.museivaticani.va   Tel. 0039 06 698 83 332. Der Eintritt kostet 26 Euro, eine Führung ist obligatorisch. Vorerst werden die Führungen immer samstags und ausschliesslich in italienischer Sprache angeboten.

Kirche heute 36/2016 September, S. 20, Stefanie Stahlhofen, cic
Auf den Spuren der Päpste in Castel Gandolfo
Die Gartenanalgen der päpstlichen Sommerresidenz am Albanersee sind offen für Führungen

Im heissen römischen Sommer zogen sich die Päpste gewöhnlich auf ihren kühleren Sommersitz in Castel Gandolfo zurück. Papst Franziskus hat mit dieser Tradition gebrochen und das Areal für Besucher geöffnet.
„Der Papst hat den Leuten ein Geschenk gemacht“, sagt Osvaldo Gianoli, der Direktor der sogenannten Päpstlichen Villen in Castel Gandolfo. Weil Franziskus den 55 Hektar umfassenden Sommersitz der Päpste mit Gärten und kleinem Bauernhof nur selten besucht, hat er Teile davon für Führungen freigegeben. Interessierte können nicht nur die wunderschönen Gartenanlagen entdecken, sondern auch Überreste antiker Theater, Refugien (Zufluchtsorte), die den Bewohnern Castel Gandolfos im Zweiten Weltkrieg Schutz vor den deutschen Truppen boten. Und sie können sich auf die Spuren begeben, die die Päpste hier hinterlassen haben.
Benedikt betet und füttert Fische. Papst Urban VIII. (1623-44) sorgte für den Umbau zur Sommerresidenz des etwa 25 Kilometer südlich von Rom gelegenen Geländes und wohnte dort ab 1626 als erster Papst über längere Zeit. Mehr als 300 Jahre später zieht Franziskus hingegen vor, keinen Urlaub in Castel Gandolfo zu machen. Überhaupt lässt er sich nur selten am Sommersitz blicken. „Drei, vier Mal war er vielleicht da“, berichtete Gianoli. Aber der emeritierte Papst Benedikt XVI., der komme auf Einladung Franziskus‘ immer noch gerne einige Tage im Sommer.
„Beten und Fische füttern“, das macht Benedikt XVI., wenn er hier ist“, erzählt Gianoli. Bevorzugter Ort des emeritierten Papstes sei der „Giardino della Madonnina“, den auch Papst Johannes Paul II. gern zum Gebet aufsuchte. Der „Garten der kleinen Madonna“ ist ein idyllischer Ort abseits der grossen Wege. Im Zentrum steht eine Madonnenskulptur unter einem Portikus (Säulenhalle), ihr Bild spiegelt sich im kleinen, davor angelegten Seerosenteich. Darüber flattert eine Libelle, darin schwimmen einige Goldfische.
Zurzeit zwei Papstwappen. Auch wenn der emeritierte Papst nicht mehr so häufig wie zu Amtszeiten in Castel Gandolfo weilt, ist er dort immer noch präsent: An ihn erinnert beispielsweise das aus Mosaiksteinen und Buchsbaum gebildete grosse Wappen Benedikts XVI. mit Muschel, Mohrenkopf und Bär bei der „Viale delle Siepi“ („Strasse der Hecken“). Gianoli erzählt, es sei üblich, das Wappenzeichen des amtierenden Papstes in den Gärten abzubilden.
Der „neuen Situation der zwei Päpste“ nach dem freiwilligen Amtsverzicht Benedikt XVI. sei zu verdanken, dass aktuell zwei grosse Papstwappen die Gärten zieren (→Buchstabe O, Ore-Oz, Nebenregister „Organisation Vatikan, Besetzung Kurie, Heraldik“). Das von Papst Franziskus – mit dem Symbol des Jesuitenordens, einem Stern und einem Lavendelblatt – findet sich einige Meter weiter in der „Viale del Pan di Zucchero“ („Strasse des Zuckerbrotes“). Unter dem Wappen steht der Wahlspruch des Papstes „miserando atque eligendo“ – „Aus Barmherzigkeit gewählt“.
Liebevoll gepflegt. Wer genau hinschaut, kann in der Anlage auch die Symbole weiterer Päpste entdecken. Zum Beispiel das Wappen Pius‘ XI. mit einem Adler über drei roten Bällen als Mosaik am Treppenaufgang bei der „Piazzale quadrato“ oder die Wappen von Benedikt XVI. und Johannes Paul II. auf Terracotta-Blumentöpfen, in denen Zitronenbäumchen hin und wieder den Wegesrand säumen. Es wird schnell deutlich: Die Gärten sind liebevoll gepflegt, bis ins letzte Detail. Dafür sorgen mehr als 30 Arbeiter, die sich um die Botanik und den zugehörigen →Bauernhof nebst landwirtschaftlichem Betrieb kümmern, den Papst Pius XI. um 1930 errichten liess.
Da der Hof für die Führung zu Fuss zu weit entfernt ist, kann er bei dieser Tour nicht besucht werden. Eine kleine Touristenbahn mit Audioguide (auch auf Deutsch) fährt aber nicht nur durch die Gärten, sondern auch beim Bauernhof vorbei. Es gibt viel zu entdecken, denn nicht nur die Päpste haben hier ihre Spuren hinterlassen – schliesslich residierten bereits römische Kaiser in Castel Gandolfo.
So hatte etwa Domitian (81-96 nach Christus) seinen Landsitz am Albaner See. Davon zeugt beispielsweise ein auf seinen Wunsch errichtetes Theater, dessen Ruinen auf dem heutigen Gelände der Päpstlichen Villen ebenfalls Teil der Führungen sind.
Unter der Erde ein düsterer Ort. Domitian  liess auch einen unterirdischen Gewölbegang errichten, von dem noch heute ein Teil erhalten ist. Dieser Gang unter den italienischen Gärten wurde während des Zweiten Weltkrieges zum Schutzraum für die Bürger Castel Gandolfos vor den deutschen Truppen, was einige eingeritzte Namen und Datumsangaben belegen. Hier unten riecht es etwas muffig, an einigen Stellen sind Spinnweben in der Ecke. Im Gegensatz zu den sonnigen, gepflegten Gärten ein düsterer Ort.
Das Gelände in Schuss zu halten sei anstrengend, sagt Gianoli. Der Direktor der Päpstlichen Villen trägt Anzug, aber er ist sich keineswegs zu fein, gelegentlich selbst mit anzupacken: Als er beim Rundgang einen verstopften Wasserfilter in einem Brunnen entdeckt, krempelt er spontan die Ärmel hoch, reinigt den Filter und setzt ihn wieder ein.

Gärtnerei, Apostolische

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 127:

Jenseits der Gärten, auf der nördlichsten Bastion, stehen die Garagen, Werkzeugschuppen und Gewächshäuser der apostolischen Gärtnerei, eingehüllt in einen ewigen Hauch von Abgas und den Lärm des Verkehrs von jenseits der Mauer. Hier ist die Gärtnerschule integriert.

Gästekantine der Schweizergarde

Siehe →Verpflegung