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Bischofssynode 2018, Jugend

„Eine bessere Welt wird auch dank Euch, dank Eures Willens zur Veränderung und Dank Eurer Grosszügigkeit, aufgebaut.“ Papst Franziskus in dem Brief an die Jugendlichen, Jugendsynode 2018

OR Nr. 47 vom 24.11.2017, S. 4
Ernennungen für die Bischofssynode

18.11.2017: Der Papst hat für die XV. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode, die vom 3. bis 28. Oktober 2018 im Vatikan zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung“ stattfinden wird, die folgenden Ernennungen vorgenommen:
Generalrelator: Kardinal Sérgio da Rocha, Erzbischof von Brasilia und Präsident der brasilianischen Bischofskonferenz;
Sondersekretäre: P. Giacomo Costa SJ; Don Rossano Sala SDB

Katholische Wochenzeitung Baden 13/2018 März, S. 9
Papst eröffnet Jugendtreffen zur Bischofssynode

An „Vorsynode“ zum Bischofstreffen über „Jugend, Glaube, Berufungsunterscheidung“ nahmen 300 Delegierte aus zahlreichen Ländern teil – mehr als 14’000 User waren zur Beteiligung via Social Media angemeldet.
In Rom begann am 19. März 2018 ein einwöchiges Vorbereitungstreffen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für die im Herbst tagende Bischofssynode. Ziel war die Erarbeitung eines Dokuments, das auch Gegenstand der Beratungen der Bischöfe im Oktober sein soll. Papst Franziskus beklagte bei der Eröffnung, junge Menschen würden zu oft von gesellschaftlicher Beteiligung ausgeschlossen und alleingelassen. Die Kirche wolle alle Jugendlichen hören, niemanden ausschliessen. (…)

Kirche heute 14/15 2018, März, S. 2
Junge für Kirche, die willkommen heisst

In ihrem Abschlussdokument äussert die Jugend-Vorsynode den Wunsch für eine Kirche, die junge Menschen ernst nimmt, die zu Fehlern steht, den Glauben authentisch (echt) lebt, weniger abgehoben spricht und eine echte Orientierungshilfe bietet. „Wir brauchen eine Kirche, die willkommen heisst und barmherzig ist, die ihre Wurzeln und ihr Erbe würdigt und jeden liebt, auch jene, die nicht den allgemeinen Standards folgen“, heisst es. Dann werde die Kirche für viele wieder überzeugender. In das Dokument flossen neben den Beratungen der Teilnehmenden in Rom auch Beiträge ein, die rund 15’000 registrierte Nutzer über Facebook-Seiten äusserten. Das Dokument wird Teil des Arbeitspapiers für die Bischofssynode im Herbst sein.

OR Nr. 21 vom 25.05.2018, S. 1
Heiligsprechung von Papst Paul VI. und Erzbischof Romero am 14. Oktober 2018

(…) Die Heiligsprechungen finden während der XV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode statt, die vom 3. bis 28. Oktober unter dem Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ in Rom abgehalten wird. →Romero    →Nebenregister „Päpste…“

OR Nr. 25 vom 22.06.2018, S. 3
Der Vatikan hat am Dienstag, 19. Juni 2018, das Arbeitsdokument zur bevorstehenden Jugendsynode im Oktober veröffentlicht. Das 214 Punkte umfassende Papier schildert ausführlich die verschiedenen Lebenslagen Jugendlicher weltweit, bietet eine Deutungshilfe aus Sicht des Glaubens sowie Möglichkeiten der katholischen Kirche, jungen Leuten bei ihren Lebens- und Glaubensentscheidungen zur Seite zu stehen. Das vorerst nur in einer italienischen Fassung vorliegende „Instrumentum Laboris“ ist Diskussions- und Informationsgrundlage für die Weltbischofssynode, die sich vom 3. bis 28. Oktober 2018 dem Thema „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ widmen wird. Es beleuchte vielfältige Probleme und wolle ermutigen, Lösungen zu suchen, sagte der Generalsekretär der Synode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, bei einer Pressekonferenz im Vatikan.

OR Nr. 29 vom 20.07.2018, S. 4
Ernennung der Delegierten Präsidenten für die 15. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode

Für die kommenden 15. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung (3.-28. Oktober 2018), ernannte der Heilige Vater zu delegierten Präsidenten:

  • Seine Seligkeit Kardinal Louis Raphaël I. Sako, Patriarch von Babylon der Chaldäer, Vorsitzender der Synode der chaldäischen Kirche (Irak)
  • Kardinal Désiré Tsarahazana, Erzbischof von Toamasina (Madagaskar)
  • Kardinal Charles Maung Bo SDB, Erzbischof von Yangon (Myanmar)
  • Kardinal  John Ribat MSC, Erzbischof von Port Moresby (Papua Neuguinea)

Katholische Wochenzeitung 333/2018 August, S. 9, Walter Sanchez Silva
„Aus dem Herzen eines jungen Vaters“: Wünsche und Hoffnungen für die kommenden Synode

„Wenn die Kirche ihre Traditionen der Schönheit und Wahrheit aufgibt, dann lässt sie uns im Stich“. Ein Familienvater schreibt über die Zukunft der Kirche und des Glaubens.
Erzbischof Charles Chaput von Philadelphia hat in der Zeitschrift „First Things“ einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er die Wünsche und Hoffnungen eines 26jährigen Familienvaters in Bezug auf die nächste, im Oktober stattfindende Bischofssynode zum Thema Jugend geteilt hat (Auszüge):

  • Paradigmenwechsel (Wechsel von einer [wissenschaftlichen] Grundauffassung zur anderen), problematisch und potentiell verhängnisvoll
  • Wir brauchen dringend die Klarheit und qualifizierte Weisung der Kirche zu Themen wie Abtreibung, Homosexualität, Gender, Unauflöslichkeit der Ehe und Folgen der Empfängnisverhütung
  • Wenn die Kirche ihre Traditionen der Schönheit und Wahrheit aufgibt, dann lässt sie uns im Stich

Kath. Wochenzeitung Baden 38/2018 September, S. 4, Petra Lorleberg
Einige US-Bischöfe fordern wegen Krise Absage der Jugendsynode

Bischof Strickland: „Ich unterstütze Erzbischof Chaput, Bischof Burns und weitere Bischöfe, die gefordert hanen, dass die Jugendsynode abgesagt wird und durch eine Ausserordentliche Bischofssynode zur Missbrauchskrise in der Kirche ersetzt wird“.
Bereits 3 namentlich bekannte US-Bischöfe fordern inzwischen öffentlich, dass wegen der skandalösen Kirchenkrise rund um sexuellen Missbrauch und Vertuschung die für Oktober angesetzte Vatikan-Jugendsynode abgesagt werden sollte.
Am 8. September 2018 äusserte Bischof Joseph Strickland/Bistum Tyler, auf seinem Twitterauftritt: „Ich unterstütze Erzbischof Charles Chaput, Bischof Edward Burns und weitere Bischöfe, die gefordert haben, dass die Jugendsynode abgesagt wird und durch eine Ausserordentliche Bischofssynode ersetzt wird, die sich mit der Missbrauchskrise in der Kirche beschäftigt. Diese Krise muss thematisiert werden! NEIN zum business as usual (Weitermachen wie bisher).
Erzbischof Charles Chaput/Philadelphia hatte Ende August 2018 bei einem Vortrag im „St.-Karl-Borromäus-Seminar“ gesagt: „Ich habe dem Heiligen Vager geschrieben und ihn dazu aufgefordert, die bevorstehende Synode über die jungen Leute abzusagen. Genau jetzt würden die Bischöfe absolut keine Glaubwürdigkeit darin haben, diese Themen anzusprechen.“ Auch Bischof Edward Burns/Dallas hat die Einberufung einer Ausserordentlichen Synode über den aktuellen Skandal des sexuellen Missbrauchs durch  Kleriker gefordert, ebenso der britische Bischof Philip Egan/Portsmouth, von dem bekannt ist, dass er einen diesbezüglichen Brief an Papst Franziskus geschrieben hat. Stricklands Formulierung „und weitere Bischöfe“ lässt Raum für die Vermutung, dass noch mehr Bischöfe an den Papst geschrieben haben bzw. anderweitig die Forderung unterstützen könnten, dass derzeit für die Kirche die Aufarbeitung des immensen Missbrauchs- und Vertuschungsskandals oberste Priorität haben sollte.

OR Nr. 38 vom 21.09.2018, S. 1
Synode: Auf das Volk Gottes hören

Papst Franziskus hat mit der Apostolischen Konstitution Episcopalis Communio (Die Bischöfliche Gemeinschaft) die Bischofssynode reformiert, um vor allem die Mitwirkung von Gläubigen zu stärken. Die Bischofssynode müsse „immer stärker ein besonderes Mittel werden, auf das Volk Gottes zu hören“, heisst es in der neuen Ordnung, die am 18.09.2018 vorgestellt wurde. Sowohl bei der Vorbereitung wie bei der Umsetzung sollen die Bischöfe stärker Priester und Laien einbeziehen, wie dies bereits bei den letzten Synoden mit den weltweiten und nationalen Umfragen der Fall war.
Künftig sin auch vorsynodale Versammlungen möglich, bei denen Erfahrungen gesammelt und Einschätzungen ausgetauscht werden. Diese Ergebnisse fliessen dann in die eigentliche Synode ein. Laienorganisationen wie Einzelpersonen können Anregungen und Eingaben machen.
Zudem sollen Experten und Betroffene, auch Frauen, stärker eingebunden werden. Schon jetzt beteiligen sich Autoren, stimmen aber nicht ab. Als Synodenmitglieder mit Stimmrecht, die sogenannten Synodenväter, sind Frauen bislang nicht vorgesehen. Neben den bisherigen Formen einer ordentlichen, ausserordentlichen sowie einer Sondersynode sieht die neue Konstitution weitere Formen vor, die der Papst frei gestalten kann. Mit ihnen etwa könnte die Beteiligung anderer Kirchen gestärkt werden, um etwa ökumenische Themen zu beraten.
Die neue Konstitution ersetzt das Motu proprio Apostolica Sollicitudo Pauls VI. vom September 1965. Sie besteht aus einem lehrmässigen und einem juristischen Teil. In diesem werden in 27 Artikeln Ablauf einer Synode sowie die Zusammensetzung der beteiligten Gremien geregelt.

OR Nr. 39/40 vom 28.09.2018, S. 3
Treffen mit jungen Menschen bei Synode

Der Vatikan organisiert im Rahmen der Jugendsynode im Oktober eine Begegnung von Papst und Bischöfen mit tausenden jungen Menschen im Vatikan. Die Teilnahme an dem Treffen, das am 06.10.2018 um 17 Uhr in der vatikanischen Audienzhalle stattfinden wird, stehe allen interessierten Jugendlichen offen, teilte der Generalsekretär der Synode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, mit. Kostenlose Einlasskarten dazu gibt es über die Kongregation für das Katholische Bildungswesen.
Der Papst wolle gemeinsam mit den Synodenvätern die Jugendlichen anhören und ihre Vorschläge aufnehmen, um sie in das Abschlussdokument der Synode einfliessen zu lassen, hiess es in einer Pressemitteilung. Bei dem Treffen sollen einige Jugendliche und junge Erwachsene Statements abgeben zu Themen, die sie bewegen.
Die jungen Menschen seien eingeladen, über konkrete Erlebnisse aus Studium und Arbeit, ihre Gefühle, ihre Zukunft und ihre Berufungsentscheidungen zu berichten, hiess es. Dazwischen gebe es musikalische und künstlerische Einlagen. Die Veranstaltung in der „Aula Paolo VI“ soll laut Kardinal Baldisseri „ein Fest sein“ und ist für alle offen, auch wenn besonders junge Leute eingeladen seien.
Kostenlose Einlasskarten auf Anfrage per E-Mail an: llanes@ge.va

Kath. Wochenzeitung Baden 40/2018 Oktober, S. 4
Erzbischof Chaput: Arbeitspapier der Jugendsynode fördert Häresien (Ketzereien, Irrlehren)

Kürzlich warf Kardinal Gerhard Müller der derzeitigen Kirchenführung ziemlich unverhohlen vor, Häresien zu verbreiten. Gleiches tat nun auch Erzbischof Charles Joseph Chaput von Philadelphia, im Zusammenhang mit dem Vorbereitungsdokument der Jugendsynode.
Anlässlich der Weihe eines Neupriesters bezeichnete es Kardinal Müller in seiner Predigt als unmöglich, die überlieferte Lehre beizubehalten, aber „eine neue Pastoral“ einzuführen. Das sei „nicht Reform, sondern eine Irrlehre“. Ebenso kritisierte er die Bestrebungen als „christologische Häresie“, Christus den Lehrer der göttlichen Wahrheit gegen Christus den Guten Hirten gegeneinander auszuspielen und zueinander in einen Gegensatz zu stellen.
Charles Joseph Chaput, einer der profiliertesten Bischöfe der USA (WA: erklärter Kapuziner-Franziskaner, konservativ, der zweite Indianer, der als Bischof geweiht wurde), erhob in der US-Zeitschrift „First Things“ einen Häresievorwurf (ohne den Begriff „Häresie“ zu gebrauchen) gegen das „Instrumentum laboris“, das Grundlage der Arbeit der Bischofssynode über die Jugend ist. Der Erzbischof hatte Papst Franziskus im August aufgerufen, die Jugendsynode abzusagen, weil die Bischöfe wegen des sexuellen Missbrauchsskandals nicht die nötige Glaubwürdigkeit hätten, zum Thema „Jugend“ Stellung zu nehmen.
Franziskus reagierte auf die Empfehlung nicht. Vielmehr ernannte er jene US-Kirchenführer zu Synodalen, die am meisten mit Ex-Kardinal McCarrick verbunden sind und in der Vergangenheit zweifelhafte Positionen zur katholischen Morallehre, besonders zur Homosexualität , erkennen liessen.
Chaput wirft dem Vorbereitungsdokument „Naturalismus“ („Lehre, die alles aus Naturtatsachen erklären will“), „Luthertum“ und „Relativismus“ („philosophisch-erkenntnistheor. Haltung, die alle Erkenntnis nur als relativ richtig gelten lässt, weil sie durch den Standort des Erkennenden bedingt sei“) vor.
Auch Erzbischof Chaput wird im Dossier des ehemaligen Apostolischen Nuntius in den USA, Msgr. Carlo Maria Viganò, erwähnt, allerdings in ganz anderem Zusammenhang als andere Kirchenvertreter, die der Vatikandiplomat der „Homo-Lobby“ zurechnet. Chaput wird von Erzbischof Viganò als Beispiel für jenen Typus von Bischof erwähnt, den Papst Franziskus nicht mag.
Geeignete Kandidaten für das Bischofsamt und die Kardinalswürde sind für Papst Franziskus die Angehörigen des McCarrick-Freundeskreises wie Blase Cupich, Kevin Farrell und Joseph Tobin. Letztere ernannte Franziskus zu Kardinälen, aber nicht Chaput.
Chaput analysiert, warum das von Kardinal Baldisseri, dem engen Vertrauten von Papst Franziskus, vorgestellte Arbeitspapier in mehreren Punkten schwerwiegende Defizite aufweise und mit der kirchlichen Lehre nicht übereinstimme.
Das Vorbereitungsdokument für die Jugendsynode reflektiere einen Naturalismus, so Chaput, da jeder Bezug zur übernatürlichen Wirklichkeit fehle, als wären alle Ursachen und Konsequenzen des menschlichen Seins und Handelns nur psychologischer und physischer Art. Das Dokument setze dem instrumentalisierten Verständnis des Körpers nichts entgegen. Wo das Papier Promiskuität (Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern), Pornographie, Online-Prostitution und Sextourismus erwähne, werde lediglich beklagt, dass dieses Fehlverhalten die „Schönheit und Tiefe des affektiven (gewogenen) und sexuellen Lebens entstellt“. Teil des Dokuments könnten genauso gut von einem Psychologen oder einem Angehörigen keiner Religion geschrieben worden sein. Besonders schwerwiegend sei, dass im Dokument „nichts gesagt wird“ über die Auswirkungen auf die Seele, deren Entstellung, ihre konsequente geistige Blindheit und die negativen Konsequenzen auf das Annehmen des Evangeliums. Erzbischof Chaput wirft den Verfassern des Dokumentes vor, sich mehr um politische Korrektheit zu bemühen als um die geistliche Entwicklung der Jugend.
Die Jugendlichen zu „verantwortungsbewussten Bürgern“ zu erziehen, sei aber keine primäre Aufgabe der Kirche Jesu Christi, ebensowenig die Förderung der „Globalisierung“ oder „weltlicher Erziehungsziele“, wie sie in den Paragraphen 149 und 152-154 des Vorbereitungsdokumentes genannt sind. Problematisch sieht der Erzbischof angesichts der fehlenden geistlichen Dimension auch die Aufforderung zu „sozialem und politischem Engagement“, die als echte „Berufung“ bezeichnet wird. Selbstmord hingegen sei laut dem Dokument so etwas wie ein „unglücklicher“ Ereignis.
Das Dokument weise bezüglich der Autorität der Kirche als Mutter und Lehrerin eine gefährliche Zweideutigkeit auf. Es werde  sehr stark der „Dialog“ mit den Jugendlichen betont und als „ein Prozess des gegenseitigen Lernens“ dargestellt. Wörtlich heisst es im Vorbereitungsdokument:
„Die Kirche wird den Dialog als Stil und Methode annehmen … Keine Berufung, insbesondere keine innerhalb der Kirche angesiedelte, kann sich ausserhalb dieser Dynamik von Aufbruch und Dialog stellen“.
Chaput sieht darin eine grosse Gefahr. Dadurch werde der Boden bereitet, elementare Dinge auf den Kopf zu stellen. Dialog sei gut und recht, aber entscheidend sei, dass jene, die von Christus den Auftrag zur Verkündigung erhalten haben, ihren Auftrag erfüllen. Es müsse also klar sein, wer lehrt und wer hört. Die beiden Aspekte seien nicht austauschbar. Wenn die Kirche die Lehrtätigkeit und Unterweisung aufgebe, werde die gesamte kirchliche Hierarchie in Fragge gestellt. Statt des Weihepriestertums bliebe nur mehr ein Taufpriestertum.
„Kurzum, wir würden zu Lutheranern“. Nicht zuletzt verbreite das Dokument einen Relativismus (Lehre, für die alle Erkenntnis nur relativ, nicht allgemein gültig ist), wenn es nur von der „persönlichen Heiligkeit“ und der „eigenen Wahrheit“ spricht, so als gebe es nur eine subjektive, aber keine objektive Wahrheit.

Kath. Wochenzeitung Baden 41/2018 Oktober, S. 14
US-Theologe beklagt Manipulation der Jugendsynode

Die Berufung von Sonderdelegierten direkt durch den Papst und die Vorbereitung der Jugendsynode würden zeigen, dass die Ergebnisse bereits in Richtung der progressiven Agenda manipuliert würden.
Peter Kwasniewski, Theologe, Autor und Komponist, wirft Papst Franziskus vor, die Jugendsynode zu manipulieren, und dies nicht einmal zu verheimlichen.
Zusätzlich zu den Teilnehmern, die von den Bischofskonferenzen aus aller Welt zur Synode entsandt werden, habe Papst Franziskus 39 Delegierte selbst ausgewählt. Darunter sind einige seiner engen Verbündeten, schreibt Kwasniewski und zählt folgende auf: Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Mitglied des K9-Rates; Blaise Kardinal Cupich, der Erzbischof von Chicago, „der Umweltschutz und Immigration für wichtigere Themen hält als die Missbrauchsskandale“; Kardinal Tobin, „der immer noch behauptet, nichts über das Fehlverhalten von Theodore McCarrick gewusst zu habe“; P. Antonio Spadaro, Herausgeber von „La Civilta Cattolica“; und Erzbischof Vincenzo Paglia, Präsident der neu besetzten Päpstlichen Akademie für das Leben und Grosskanzler des umgewandelten Instituts Johannes Paul II, (der sich in einem homoerotischen Altarbild in seiner Bischofskirche „verewigen“ liess. Red.)
Alle Genannten hätten öffentlich der Lehre der Kirche widersprochen und Katholiken angegriffen, die mit der progressiven Agenda von Papst Franziskus nicht einverstanden seien, schreibt Kwasniewski.
Der Papst halte es nicht einmal für notwendig, seine Strategie zu verbergen, mit welcher er die Ergebnisse der Synode manipulieren wolle. Die Veranstaltungen zur Vorbereitung der Jugendsynode würden bereits eine sehr einseitige Sicht auf die Jugend und ihr Verhältnis zur Kirche zeigen. Kwasniewski zitiert George Weigel, den er als „herausragenden Verfechter der päpstlichen Autorität in den letzten Jahren“ bezeichnet. Selbst Weigel finde nur kritische Worte und erwarte, dass nicht mehr als „gewöhnliche Soziologie“ herauskommen werde und die Kirche sich ihrer Morallehre schäme. (Die völlige Absenz der katholischen Morallehre zugunsten zeitgeistiger Soziologie ist bereits vom sehr angesehenen und bekannten Erzbischof von Philadelphia/USA, Chaput, scharf kritisiert worden. Red.)
Die katholische Jugend, die den Glauben praktiziere und sich an der Überlieferung der Kirche orientiere, werde ignoriert. Papst Franziskus und seinen Verbündeten wäre es wohl am liebsten, sie existierte gar nicht, vermutet Kwasniewski. (Der Papst hat sich schon mehrmals über die wachsende Zahl von Jugendlichen, die den tridentinischen Ritus wiederentdecken, kritisch geäussert. Red.)
Da die Manipulation und die dabei verfolgte progressive Agenda so offensichtlich seien, werde die Synode an Relevanz (Wichtigkeit) für die Gläubigen verlieren, die sich an der Überlieferung der Kirche in Lehre, Moral und Liturgie orientieren, schreibt er.

Kath. Wochenzeitung Baden 42/2018 Oktober, S. 6
40’000 Jugendliche beteten in Warschau gemeinsam für die Synode

Rund 40’000 junge Menschen haben sich im Warschauer Nationalstadion versammelt, um für die Bischofssynode zu beten.
Der zwölfstündige Gebetstag am 6. Oktober 2018 umfasste neben dem Gebet auch Konferenzen und Zeugnisse junger Katholiken sowie Konzerte und künstlerische Darbietungen, so eine Mittelung der Polnischen Bischofskonferenz. (CNA Deutsch/ETWN News)

OR Nr. 48 vom  26.10.218, S. 1
Bischofssynode arbeitet am Schlussdokument

Die im Vatikan tagende Bischofssynode zur Jugend befasst sich seit Dienstag, 23.10.2018, mit dem Schlussdokument. Der Entwurf habe bei der Vorstellung am Vormittag „viel Applaus“ erhalten, sagte der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, bei eine Pressebriefing. Das Dokument sei etwas schlanker als das Arbeitspapier, das der Synode als Grundlage für ihre Beratungen diente. Über konkrete Inhalte wurde bei dem Briefing im vatikanischen Presseamt nicht gesprochen.
Kardinal Charles Maung Bo aus Myanmar, einer der delegierten Präsidenten der Synode, sagte, er hoffe, das Schlussdokument werde zu Veränderungen in den Ortskirchen  und zu mehr Aufmerksamkeit gegenüber jungen Leuten führen. (…)
Am vergangenen Donnerstag haben die Synodenteilnehmer eine Fusswallfahrt auf dem Schlussstück der „Via Francigena“ vom Monte Mario zum Petersdom unternommen und dort mit dem Papst die heilige Messe gefeiert. Öffentlicher Abschluss der am 3. Oktober 2018 begonnenen Synode wird die heilige Messe im Petersdom am Sonntag, 28.10.2018, sein.

Kirche heute 45/2018 November, S. 1
Radikal gegen Missbrauch, grössere Rolle für Frauen (Auszug)

  • Im Abschlussdokument der Bischofssynode zur Jugend kommen auch heikle Themen zur Sprache
  • Der Abschluss ist ein Anfang. nach dreieinhalb Wochen Beratungen hat die Bischofssynode zum Thema „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidungen“ Papst Franziskus ein Schlussdokument übergeben. Das Papier geht von einem Reformbedarf aus und spricht eine Vielzahl von Themen an
  • Die katholische Kirche müsse mehr Partizipation und Verantwortung auch für Laien bieten, besonders für Jugendliche und Frauen, heisst es im Abschlussdokument. Das prophetische Bild einer synodalen Kirche sei 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil noch immer nicht umgesetzt
  • Das Abschlussdokument, das die Bischöfe am 27.10.2018 verabschiedet haben, hat eine Aufforderung: „Ein Appell gegen Machtstrukturen und Klerikalismus (überstarker Einfluss des Klerus auf Staat und Gesellschaft), gegen Missbrauch und kirchliche Arroganz.“
  • Das Dokument behandle sexuellen Missbrauch durch Mitglieder des Klerus
  • Der Abschluss betreffend Missbrauch war umstritten. Dies gilt auch für den Absatz, der die Begleitung homosexueller Personen innerhalb der Kirche fordert
  • Zum Thema „Frauen in der Kirche“ hält das Dokument fest, dass die Abwesenheit der weiblichen Stimmen die Debatte und den Weg der Kirche verarmen lasse
  • Wie geht es nun weiter? Von der Synode und ihrem Dokument sei eine kreative Umsetzung der Ideen und Vorschläge vor Ort gewollt

OR Nr. 44 vom 02.11.2018, S. 3
Beeindruckende Zahlen

Vatikanstadt. Der Vatikan hat Statistiken zur Bischofssynode veröffentlicht. Besonders erfolgreich in sozialen Netzwerken war demnach ein Tweet des Papstes vom 24.10.2018 zur Synode über die Jugend. Die über den neunsprachigen Account des Heiligen Vaters verbreitete Nachricht erreichte mehr als 50 Millionen Menschen, wie das Kommunikationsdikasterium mitteilte. Zudem wurde auf Twitter und Instagram der offizielle Hashtag zur Synode, #Synod2018 (innerhalb eines Netzwerkes wird die Suche nach einem verschlagworteten Begriff erleichtert), mehr als 100’000 Mal verwendet. Darauf gab es mehr als 350’000 Interaktionen.
Darüber hinaus wurden in den sozialen Netzwerken 500’000 verschiedene Inhalte zur Synode – Bilder, Videos, Artikel, Posts – geteilt. Besonders aktiv waren Nutzer aus Amerika und Europa, aber auch aus China und Russland habe es „bedeutende Nutzerwerte“ gegeben. Das Durchschnittsalter der Nutzer, die sich in sozialen Netzwerken zur Bischofssynode, aber auch zum Weltjugendtag in Panama oder zur Jugendpastoral äusserten, betrug laut Vatikan 18 bis 34 Jahre.
Das Kommunikationsdikasterium gab auch Zahlen  zu den Synodenbeiträgen vor Ort bekannt. Demnach äusserten sich 240 Synodenväter und 32 Gasthörer bei der Debatte zum ‚Instrumentum laboris‘. Zudem gab es freie Beiträge von 69 Synodenvätern und 13 Gasthörern.

Kath. Wochenzeitung Baden 45/2018, S. 10
Der Schlussbericht der Jugendsynode und seine Reibefläche

Die Jugendsynode ging am letzten Oktobersonntag zu Ende. Letztlich schien es eine ruhige Synode gewesen zu sein. Doch das trifft nur zum Teil zu. Äussere Umstände zwangen offenbar zu einem improvisierten Regiewechsel. Zudem gab es trotz einer deutlich „bergoglionischen“ Synodenbesetzung deutliche Reibeflächen.
Der Vatikanist Sandro Magister machte darauf aufmerksam, dass die Synodenruhe nicht so sehr eine einträchtige Stimmung unter den Synodalen, sondern einer geänderten Synodenregie geschuldet war. Die Synodalen, die Franziskus besonders nahestehen, gaben sich auffällig zurückhaltend. Die erwarteten und von glaubenstreuen Kirchenkreisen befürchteten Vorstösse der Homo-Lobby bleiben weitgehend aus.
Das, so Magister, könne nur auf eine direkte Entscheidung von Papst Franziskus zurückgehen, der – so die Mutmassung des Vatikanisten – inmitten des anhaltenden Missbrauchsskandals durch Kleriker, doch nicht die Konfrontation suchen wollte, nach der es zunächst aussah.
Als Erzbischof Charles Chaput vin Philadelphia als Reaktion auf den McCarrick-Skandal mit der Aufforderung an den Papst reagierte, die Jugendsynode wegen mangelnder Glaubwürdigkeit abzusagen, erhielt er von Franziskus keine Antwort. Die Jugendsynode wurde gemäss feststehendem Zeitplan durchgezogen.
Das Abstimmungsergebnis des Schlussberichtes lässt dennoch erkennen, dass es in der Synode nicht ganz reibungslos verlief. Die Synode selbst fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was ebenfalls Gegenstand der Kritik war. Die Information über die Synode und die Kommunikation nach aussen wurde ausschliesslich und restriktiv (beschränkt) von Papst-Getreuen kontrolliert. Das sei im besten Fall „einseitig“, wie Kritiker meinten, im schlimmeren Fall eine Form von Manipulation, jedenfalls öffne es die Türen dafür.
Widerstand bei einigen Reizthemen: (…) Paragraph 150 mit der geringsten Zustimmung: „Sexualität: ein klares, freies und authentisches Wort“. 178 Synodalen dafür, 65 dagegen. 19 abwesend. § 150 behandelt dich Homosexualität.
Weit schwerwiegender ist, dass jeder Verweis auf den Katechismus der Katholischen Kirche fehlt. Die Rückkoppelung an die Lehre der Kirche über die Homosexualität wurde gekappt. Der Vatikanist Aldo Maria Valli kritisiert im Zusammenhang mit § 150, dass die Sprache des Schlussberichtes ich einen „wissenschaftlichen“ Anstrich gebe, was aber zu Lasten der Verständlichkeit gehe, wo es genügt hätte, die Sprache der Bibel zu verwenden, die jeder verstehen könne.
Synodalität, Empathie, Paradigmenwechsel? Die beiden §§ betreffen die „Synodalität“, ein Begriff, der erst durch Franziskus in die Weltkirche eingeführt wurde. „Synodalität“ und „Kirche“ werden als Synonyme (sinnverwandtes Wort) dargestellt. Auffallend an diesen §§ sind ihre Überladung durch „Schlüsselbegriffe“ aus der Sprache von Papst Franziskus (gemeinsam gehen – Kirche des Hörens – Beziehungsantlitz – Aufnahme – Dialog – Unterscheidung) und die zahlreichen Zitate von Papst Franziskus sowie Verweise auf seine Aussagen. (…)
Letztlich bleibt nach der dreiwöchigen Jugendsynode vor allem eine Frage im Raum stehen: jene nach dem Wert von gelenkten Synoden – und dem Widerspruch zur betonten Synodalität.

Kath. Wochenzeitung Baden 45/2018 November, S. 11
Abschlussbericht der Jugendsynode: 5 Problembereiche

Edward Pentin, der Vatikanexperte von EWTN, hat 5 Themenbereiche im Abschlussbericht der Jugendsynode identifiziert, die manchen Bischöfen Sorgen bereiten. Auszüge:

Das Instrumentalis laboris
Das Abschlussdokument der Synode sei in Kontinuität mit dem Instrumentum laboris, der Arbeitsgrundlage der Synode, zu verstehen, heisst es in § 4. Dies sei Anlass zur Sorge, weil es vor und während der Synode aus mehreren Gründen kritisiert worden ist. Der wichtigste Kritikpunkt war der allzu soziologische Zugang. Auch der von der Schwulenbewegung geprägte Begriff „LGBT“ (Lesbian, Gay, Bisexuel, Transgender; auch GLHT, LGBTI)  war darin zu finden, ist aber nicht im Abschlussdokument erwähnt. – Die „Schwächen und Fehler“ des Instrumentum laboris hätten nun weiter Gültigkeit. Dies wäre insbesondere dann problematisch, wenn Papst Franziskus sich dafür entscheiden würde, das Abschlussdokument zu einem Dokument des Päpstlichen Lehramtes zu erheben.

Synodalität
Alle Abschnitte über die Synodalität, die im Abschlussdokument enthalten seien, hätten die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten. Der Begriff bereite vielen Vätern Unbehagen. Manche Bischöfe seien besorgt, dass dies ein Weg zur Dezentralisierung und Demokratisierung der Kirche und des Lehramtes sei. Die Synodalität führe zu einer „hörenden“ Kirche. Synodalität sei keine Frage, die im Themenbereich „Jugend“ zu diskutieren sei. Sie gehöre in die Beratungen der Bischöfe.

Homosexualität
Der § 150 sei wegen unklarer Formulierungen in der Kritik, die in mehrere Richtungen ausgelegt werden könnten: Vertiefung oder Entwicklung der Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung); das Engagement der Kirche gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Homosexuelle; Begleitung  homosexueller Personen im Glauben.

Frauen in der Kirche
Die Rolle der Frauken in der Kirche solle auf allen Ebenen mehr Beachtung erhalten, einschliesslich der Entscheidungsprozesse. Dabei sei dem geweihten Amt der gebührende Respekt zu zollen. In 3 § wird die „unvermeidliche Änderung“ bezeichnet. Kritiker fürchten, dass damit der Weg zu weiblichen Diakonen gebahnt werden solle.

Sexueller Missbrauch
Das Thema werde nicht ausreichend behandelt. Andere Bischöfe waren wiederum der Ansicht, dass sexueller Missbrauch durch Kleriker zu viel Raum im Abschlussdokument erhalten habe.

Trotz dieser Bedenken gebe es viel Gutes im Abschlussdokument der Jugendsynode. Kritiker hätten allerdings angemerkt, dass das Dokument dank der mehrdeutigen Passagen dazu verwendet werden könnte, um den Anschein zu erwecken, die Lehre der Kirche sei geändert worden. Die guten Passagen würden dabei keine Rolle spielen, schreibt Pentin.

Kirche heute 46/2018 November, S. 3
Der Ball liegt jetzt bei den Kirchen vor Ort
Das Abschlussdokument aus der Sicht von Theologieprofessorin Eva-Maria Faber

Wenn die Bistümer vor Ort den Weg mit der Jugend künftig als eine pastorale Priorität sehen, so könnte die Jugendsynode ein Schlüsselereignis der Kirche von heute werden. Das ist das Fazit von Eva-Maria Faber, Professorin an der Theologischen Hochschule Chur, zur Bischofssynode „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“.
Auch für Eva-Maria Faber, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie, ist der Abschluss ein Anfang. „Der synodale Prozess ist nicht zu Ende: Das Abschlussdokument der Bischofssynode appelliert an die Ortskirchen, die Dynamik der Synode aufzunehmen (Abschnitt Nr. 120)“, beginnt ihr Gastkommentar für kath.ch.

Steine, hinter die es kein Zurück gibt.
Das Dokument ist aus Fabers Sicht nicht nur eine Aufforderung zu aktiven Umsetzung vor Ort, es setzt auch „Marksteine“, hinter die es kein Zurück gibt“. „Es würdigt die engagierte Präsenz der jungen Generation im synodalen Geschehen als ‚Neuheit‘ (Nr. 1). Junge Menschen seien selbst die Protagonisten (Vorkämpfer, zentrale Gestalten) des Prozesses (Nr. 54; 119 und öfter). Ihre Stimme erschliesse als ‚locus theologicus‘ (Ort der theologischen Erkenntnis; die Red.) die Zeichen der Zeit (Nr. 64)“, hält Faber fest.
So sei die Bischofssynode ein weiterer Schritt hin zu einem „synodalen Stil“ (Nr. 121) in einer synodalen Kirche (Nr. 122), die von Zuhören (Nr. 6-9 und öfter) und Mitverantwortung geprägt sei. Faber weist darauf hin, dass die Synode alle Ebenen der Kirche dazu auffordert, effektive und in die regulären Abläufe eingebundene Formen der aktiven Partizipation junger Menschen zu entwickeln (Nr. 123)
Dafür könnte es aus zwei Richtungen Hindernisse geben. „Die zwei grossen Fragen werden sein, ob sich die Ortskirchen beherzt darauf einlassen, und ob ihnen die nötigen Entscheidungskompetenzen zuerkannt werden“, schreibt Faber.
Zu den Themen hält Faber fest: „In der breiten Palette angesprochener Themen hebt die Synode bei aller Einsicht in die Pluralität der ‚Jugenden‘ (Nr. 10) besonders Digitalisierung und →Migration sowie die →Missbrauchsskandale hervor (Nr. 21-31; 145-147; 166). In Sachen Missbrauch verpflichtet die Synode zu rigorosen Präventionsmassnahmen. Die Präsenz von Frauen in den kirchlichen Organen auf allen Ebenen, auch in verantwortlichen Positionen und in Entscheidungsprozessen zu realisieren, sei ein Gebot der Gerechtigkeit (Nr. 55; 148).

Eigenverantwortlichkeit unterstrichen
In Sachen Sexualmoral setzt der Text einerseits auf bessere Vermittlung der kirchlichen Wertvorstellungen (Nr. 38f; 149), andererseits (Nr. 150) empfiehlt er weitgehende anthropologische (Anthropologie, Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung) Studien. Die Forderung einer respektvollen Begleitung von Personen mit homosexueller Orientierung unterstreicht erfreulicherweise deren Eigenverantwortlichkeit und deren Wunsch, zum kirchlichen Leben beizutragen. – Ein Fortschritt gegenüber früheren, eher paternalistischen (bevormundenden, männlich dominierten) Formulierungen (zur Kritik am Paternalismus allgemein Nr. 57).
Die Synode gesteht ein, dass viele junge Menschen der Kirche aus nachvollziehbaren Gründen fremd gegenüberstehen (Nr. 53). Gerade der Blick über die Ränder hinaus motiviert einen eindringlichen Appell zur Reform (Nr. 117f). Wenn nun tatsächlich auch die Ortskirchen den gemeinsamen Weg mit jungen Menschen als pastorale Priorität erkennen (Nr. 119), könnte die Bischofssynode 2018 ein Schlüsselereignis unserer zeitgenössischen Kirche werden. (kath.ch(rv)

Kath. Wochenzeitung 47/2018 November, S. 11, Bischof A. Schneider, Kasachstan
Bischof Athanasius Schneider analysiert das Schlussdokument der Jugendsynode

Das Abschlussdokument der kürzlich abgeschlossenen vatikanischen Jugendsynode „ist reich an Ausdrucksformen des Sentimentalismus“ und zeigt auch in wichtigen Passagen, dass die Hierarchie „die jungen Leute“ zur Förderung ihrer eigenen Agenda eingesetzt hat.
Die grundlegende Herangehensweise zeigt deutlich eine Tendenz zu Naturalismus (Naturglaube), Anthropozentrismus (den Menschen in den Mittelpunkt stellen), Zweideutigkeit in der Lehre, vagen Sentimentalismus (Empfindsamkeiten) und Subjektivismus (Denkrichtung, nach der das Subjekt für die Geltung der Erkenntnis entscheidend ist)“, sagte der Weihbischof von Astana, Kasachstan, am 05.11.2018 in einem exklusiven Interview mit LifeSite. Er behandelte die spezifischen Problembereiche im Abschlussdokument der Synode, darunter Synodalität (Kirchenversammlung), Sexualität, Gewissen, sexueller Missbrauch von Geistlichen und die Rolle der Frau in der Kirche. (…)

Kirche heute 1-3/2019, S. 2
Jugendsynode-Schlussdokument deutsch

Das Schlussdokument der Jugend-Bischofssynode vom Oktober 2018 liegt in deutscher Übersetzung vor. Die Deutsche Bischofskonferenz machte den Text am 20.12.2018 auf ihrer Webseite zugänglich: https:((www.dbk.de/themen/kirche-und-jugend/Bischofssynode-jugend-2018/. Nach der Veröffentlichung in Rom am 27.10.2018 war das Dokument zunächst nur auf Italienisch zugänglich gewesen. Das 66-seitige Dokument trägt den Titel „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ und gliedert sich in 3 Teile. Anders als die nachsynodalen Schreiben des Papstes sind Schlussdokumente von Bischofssynoden nicht Teil des kirchlichen Lehramtes. Ein Papst→schreiben zur Jugendsynode steht bisher noch aus.

OR Nr. 1 vom 04.01.2019, S. 3
Vatikanstadt/Bonn. Das Abschlussdokument der letzten Bischofssynode zum Thema „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung“ in Rom liegt nun in vollem Umfang auch in deutscher Sprache vor. Das rund 60 Druckseiten umfassende Papier ist auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz (www.dbk.de) in einer Übersetzung des DBK-Sekretariates online abrufbar.
→Missbrauchsfälle, Vertuschungen         →Homosexualität

Bischofssynode 2019, Missbrauch

Kardinal L. Baldisseri, Italiener, Generalsekretär der Bischofssynode

https://www.msn.com/de-ch/video vom 30.11.2018

  • 2017 erschütterten Missbrauchsfälle die katholische Kirche
  • Im August wurde in Pennsylvania ein Bericht veröffentlicht. Darin wurden 300 Priester für schuldig befunden
  • Über 50 Jahre sollen sie mehr als 1’000 Kinder missbraucht haben
  • In Australien melden  sich 16’000 Menschen und berichten von sexuellem Missbrauch
  • Eine unabhängige Organisation untersucht die Fälle. Danach soll es weltweit über 100’000 Opfer geben
  • Die katholische Kirche will dazu Stellung nehmen
  • Im Februar 2019 wolle der Papst auf der Bischofskonferenz im Vatikan darüber beraten und die sexuellen Missbrauchsfälle thematisieren
  • Das Thema der Konferenz: „Schutz von Minderheiten“
  • Kann der Vatikan dem Ganzen ein Ende setzen oder wird es hier nie ein Ende geben?

Kirche heute 49/2018 November, S. 2
Details zu Missbrauchsgipfel

Papst Franziskus hat ein Komitee ernannt, welches das für Februar 2019 geplante weltweite Bischofstreffen zum Umgang mit Missbrauch in der Kirche vorbereiten soll. Dem Gremium gehören der deutsche Psychologe und Theologe Hans Zollner, 2 Kardinäle aus Chicago und Bombay und Maltas Erzbischof an. Zollner, der Ansprechpartner des Komitees sein soll, ist Leiter des Zentrums für Kinderschutz an der päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom. Auch externe Fachleute, Frauen und Männer, sollen zur Gestaltung der Konferenz beitragen, sagte Vatikansprecher Greg Burke. Ziel des in seiner Art bisher einmaligen Treffens sei es, dass Verantwortliche in der Kirche „ein umfassendes Bewusstsein für die verheerenden Folgen entwickeln, die sexueller Missbrauch durch Kleriker für Heranwachsende hat“.

OR Nr. 48 vom 30.11.2018, S. 1
Vorbereitungskomitee für das weltweite Bischofstreffen zum Umgang mit Missbrauch

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat ein Komitee ernannt, um das weltweite Bischofstreffen im Februar 2019 zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche vorzubereiten. Dem Vorbereitungskomitee gehören die Kardinäle Blase Cupich von Chicago und Oswald Gracias von Bombay, Maltas Erzbischof Charles Scicluna sowie der deutsche Psychologie und Theologe Hans Zollner an. Der Jesuit Zollner leitet das Zentrum für Kinderschutz (CCP) an der päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom und soll Ansprechpartner des Komitees sein.
Auch externe Fachleute, Frauen und Männer, sollen zur Gestaltung der Konferenz beitragen, so Vatikansprecher Greg Burke am 23.11.2018. Sie sollen demnach vor allem verdeutlichen, was für mehr Transparenz und Rechenschaft getan werden muss. So sind in die Vorbereitungen ebenfalls Vertreter von Missbrauchsopfern eingebunden, die Päpstliche Kinderschutzkommission sowie die Untersekretärinnen der Vatikanbehörde für Laien, Familie und Leben, Gabriella Gambino und Linda Ghisoni.
Bei dem Treffen vom 21. bis 24. Februar 2019 in Rom wollen die Vorsitzenden sämtlicher Bischofskonferenzen der Welt mit Kurienleitern und Spitzenvertretern von Orden über besseren Kinderschutz in der Kirche beraten. Ziel des in seiner Art bisher einmaligen Treffens sei, dass Verantwortliche in der Kirche „ein umfassendes Bewusstsein für die verheerenden Folgen entwickeln, die sexueller Missbrauch durch Kleriker für Heranwachsende hat“, sagte Vatikansprecher Burke. Das Treffen sei in erster Linie für Bischöfe gedacht, sie trügen „einen Grossteil der Verantwortung für dieses schwerwiegende Problem“.

OR Nr. 1 vom 04.01.2019, S. 3
Gemeinsames Vorgehen gegen Missbrauch

Vatikanstadt. Der Vatikan will bei einem Gipfel mit den Vorsitzenden aller katholischen Bischofskonferenzen im Februar 2019 auf mehr Aufmerksamkeit für Missbrauchsopfer und auf bessere Prävention (Vorbeugung) hinarbeiten. Bei aller Rücksicht auf lokale Unterschiede müsse die Kirche ein gemeinsames Vorgehen zeigen, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin dem Portal „Vatican News“. Auf Wunsch von Papst Franziskus treffen sich vom 21. bis 24. Februar 2019 die Spitzen der Bischofskonferenzen weltweit im Vatikan, um über Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal zu beraten. Parolin sagte, das Augenmerk der Teilnehmer solle sich vor allem darauf richten, wie sich eine sichere Umgebung für Minderjährige und schutzbedürftige Personen herstellen lasse. Der Kardinal plädierte dabei für einen innerkirchlich gemeinsamen Ansatz im Umgang mit sexuellem Missbrauch.
→Missbrauchsfälle, Vertuschungen (Infos 2019-   )

Kirche heute 10/2019 März, S. 2
Was ist …. der Anti-Missbrauchs-Gipfel?

Die offizielle Bezeichnung des Treffens vom 21. bis 24.02.2019 im Vatikan lautete „Schutz der Minderjährigen in der Kirche“. An der mit Reden von Papst Franziskus eröffneten und abgeschlossenen Konferenz nahmen 190 Personen teil, hauptsächlich Vorsitzende der nationalen Bischofskonferenzen, dazu 12 männliche und 10 weibliche Ordensobere, die Leiter von Vatikanbehörden sowie Experten und Missbrauchsopfer. Neben Vorträgen und Diskussionsgruppen standen täglich Berichte von Missbrauchsopfern auf dem Programm. Angekündigt wurde ein Papsterlass zum Kinderschutz im Vatikan und in der römischen Kurie, eine Broschüre mit den Pflichten der Bischöfe sowie eine „Task force“, die Bistümer und Bischofskonferenzen bei Schwierigkeiten unterstützen soll. cva

OR Nr. 9/10 vom 01.03.2019, S. 1
Konkrete Massnahmen

Vatikanstadt. Zum Abschluss der Kinderschutz-Konferenz hat der Vatikan weitere konkrete Massnahmen bekanntgegeben. So soll es in Kürze ein päpstliche Vereinbarung „zum Schutz von Minderjährigen und schutzbefohlenen Personen geben, teilte der Moderator des viertägigen Treffens, P. Federico Lombardi SJ, am Sonntag, 24. Februar, vor Journalisten mit. Dieses Motu proprio (→Schreiben) solle die Vorbeugung  und den Kampf gegen Missbrauch von Seiten der Römischen Kurie und des Vatikanstaates stärken. Begleitet werde dieses von einem neuen Gesetz für den Staat der Vatikanstaat sowie von Richtlinien für das Vikariat des Vatikan.
Des weiteren werde die Glaubenskongregation ein „Vademecum“ („Ratgeber“) veröffentlichen, das Schritt für Schritt auflistet, wie Bischöfe mit Fällen umzugehen haben und wie Prävention auszusehen hat. Ausserdem habe der Papst den Wunsch geäussert, eine Art von „Task Forces“ zu schaffen, besetzt mit Experten verschiedener Disziplinen. Diese sollen jenen Bischofskonferenzen und einzelnen Diözesen helfen, die sich schwer tun, das Problem anzugehen und Präventionsmassnahmen in die Wege zu leiten, erläuterte Lombardi.
Am Montag trafen sich zudem leitende Mitarbeiter des Staatssekretariates und die Leiter verschiedener Dikasterien mit dem Moderator der Kinderschutz-Konferenz. Dabei wurde über weitere konkrete Folgemassnahmen beraten, die sich aus den Ideen und Vorschlägen der vergangenen Tage ergaben. Derartige Treffen soll es künftig regelmässig geben.

Kath. Wochenzeitung Baden 10/2019, S. 11, Peter Winnemöller (Auszüge)
Keine Folgen zu erwarten

Auch wenn das Urteil hart klingen mag: „Es war die ganze Konferenz und auch die Abschlussrege ein populistisches Event des Synodalismus dieses Pontifikates.“ Kommentar zum vatikanischen Antimissbrauchgipfel.
Jetzt habe ich die heiss diskutierte Papstrede zum Abschluss des Missbrauchgipfels doch noch gelesen, denn eigentlich ist es vertane Zeit. Es leuchtet durchaus ein, warum vom Konservativen bis zum Kirchenrevoluzzer alle irgendwie enttäuscht sind. Doch man muss einwenden, der Papst hat kein Wort gesagt, das man als unwahr ansehen kann. Dass der Kirchrechtsprofessor Schüller gleich das Ende des Pontifikats verkündet, weil Franziskus nun definitiv nicht als Reformpapst in die Geschichte eingehen wird, hat zumindest für ein Schmunzeln gesorgt. Es gibt aus dem Kreis prominenter Linkskatholiken auf Facebook sogar Austrittsdrohungen, die allerdings wohl erst nach Eintritt in den Ruhestand zu erwarten sind. Sein wohldotiertes kirchliches Pöstchen mag denn doch nicht aufgeben.
Von Links bis Rechts im ganzen Spektrum ist grosse Unzufriedenheit festzustellen. Was steckt nun hinter dieser umstrittenen Papstrede? Wenn möglich, konsultiere man den Originaltext.
Kein Reformpapst. Der Papst hat weder das Zölibat abgeschafft noch die Frauenweihe postuliert und er hat schon mal gar nicht das Hohelied der Homosexualität gesungen. (…)

Bischofs-Amazonas-Synode 2019

Kath. Wochenzeitung Baden 38/2019 September, S. 6
Kardinäle Brandmüller und Burke warnen das Kardinalskollegium vor der Amazonas-Synode. Schreiben an alle Kardinäle gegen „häretische“ („ketzerische“) Bestrebungen

Zwei der profiliertesten Kardinäle warnen da Kardinalskollegium vor der umstrittenen Amazonassynode. Der „ultra Progressive“ Flügel der Kirche versuche einen Angriff gegen das Depositum fidei.
Einen Monat vor der Eröffnung warnten zwei der profiliertesten Purpurträger der Kirche vor der Amazonassynode. Die umstrittene Kirchenversammlung, die vom radikal-progressiven Flügel der Kirche gewünscht wurde, wolle Hand an das Depositum fidei (Glaubenshinterlage) legen, so die Kardinäle Raymond Burke und Walter Brandmüller.
Mit Briefen, jeweils vom 28. August, haben sich die beiden herausragenden Kirchenfürsten, der US-Amerikaner Burke und der Deutsche Brandmüller, an alle Kardinäle gewandt und äussern ihre grossen Bedenken und Sorgen über das Instrumentarium laboris (Arbeitsdokument), das Grundlage der Amazonassynode sein wird, die am kommenden 5. Oktober 2019 eröffnet wird. Über das Schreiben berichtete die „Catholic News Agency“ von EWTN (kath. Fernsehsender). Die beiden Purpurträger lassen keinen Zweifel: Das von Papst Franziskus abgesegnete Arbeitsdokument „scheint nicht nur“ in einigen Punkten „im Widerspruch zur authentischen Lehre der Kirche zu sein“, sondern „ist es“.
Konkret nennt Brandmüller in seinem Schreiben die „nebulösen Formulierungen“ und dabei vor allem „die vorgeschlagene Schaffung neuer kirchlicher Dienste für Frauen“ /sowie die „vorgeschlagene Priesterweihe für sogenannte „viri probati“ („bewährte Männer“), mit der der priesterliche Zölibat in Frage gestellt wird“.
Kardinal Brandmüller äussert gegenüber seinen Mitbrüdern im Kardinalskollegium auch starke Bedenken wegen der treibenden und  führenden Kräfte, die hinter der Amazonassynode stehen. Namentlich genannt werden vor allem Kardinal Claudio Hummes, Bischof Erwin Kräutler und Bischof Franz-Josef Overbeck die „einen gravierend negativen Einfluss“ ausüben.
Ohne es explizit (ausdrücklich) zu erwähnen, zeigt der Kardinal, selbst Deutscher, auf, dass die Amazonassynode vor allem eine „deutsche“ Operation ist und damit die Interessen des deutschen Sprachraums verfolgt werden. Alle drei Genannten gehören dem ultraprogressiven Flügel der Kirche an und sind entschiedene Verfechter der Zölibatsbeseitigung, des Frauenpriestertums und eines Paradigmenwechsels (Wechsel von einer Grundauffassung zur anderen) in der Sexualmoral. (…)

Kirche heute 42-43 2019, Oktober, S. 2
Amazonassynode soll neue Wege gehen

Im Vatikan ist am 06.10.2019 mit einem Festgottesdienst die Amazonassynode eröffnet worden. 3 Wochen lang wollen Bischöfe aus Südamerika gemeinsam mit Ordensleuten, Vertretern von Indigenen (Bevölkerungsgruppen, die sich als Nachkommen eines bestimmten räumlichen Gebietes betrachten) und Experten über Reformen des kirchlichen Lebens, aber auch über ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region beraten. Papst Franziskus rief die Bischöfe zum Beschreiten neuer Wege auf. Wenn alles so bleibe wie bisher, werde die Berufung der Kirche „unter der Asche der Ängste und der Sorge erstickt, den Status quo (bestehender Zustand)  zu verteidigen“. Wörtlich sagte Franziskus: „Jesus ist nicht gekommen, die Abendbrise, sondern das Feuer auf die Erde zu bringen.“

Kath. Wochenzeitung Baden 42/2019 Oktober, S. 10, Cathwalk
Christus statt Flussgötter: Gebetssturm für die Amazonas-Synode

Sie beteten zur Sonne und zur Erde statt zum Schöpfer. Sie opferten Menschen, um ihren Götzen zu gefallen. Barbarei und Götzengeister knechteten Brasilien – bis Christoph Columbus Amerika entdeckte und Missionare (Dominikaner, Franziskaner, Jesuiten) Christus brachten und die Eingeborenen vom Gottesdienst befreiten. Die Missionare schützten sie auch vor den grausamen Konquistadoren (Teilnehmer an der spanischen Eroberung Süd- und Mittelamerikas im 16. Jh. durch Soldaten, Entdecker und Abenteurer), die im Auftrag der Giert ermordeten und zerstörten.
Wir dürfen nicht vergessen,: Das Licht Christi scheint heller als alle anderen Lichter dieser Welt. Wo die Grausamkeit gross wurde, ist die Gnade übergross geworden. Als die Konquistadoren ganz schlimm wüteten, erschien Unsere Liebe Frau von Guadalupe, um die Neue Welt zu heiligen und zu retten. Es waren nicht die Frommen, die Lateinamerika zerstörten, sondern die Gottlosen Männer von heiliger Gesinnung wie Bartalomé de Las Casas OP oder Petrus Claver SJ gaben ihr Leben, um der Neuen Welt das Licht Christi zu bringen. In der Schule von Salamanca arbeiteten Dominikaner, Franziskaner und Jesuiten zur gleichen Zeit an der ersten Menschenrechtserklärung der Menschheitsgeschichte: Weil alle Menschen Anteil an der gleichen Natur haben, haben sie auch alle die gleichen Rechte  wie: Gleichheit, Freiheit und Eigentum. Dies galt auch für die Ureinwohner Amerikas..
„Christus ist das Licht der Völker“ („Lumen Christi“).Die Apostel Petrus und Paulus haben zuerst Kleinasien und Europa  aus Dunkelheit und Aberglaube befreit. Von dort aus sandte Christus später Apostel in die ganze Welt. Wie schlimm klingt es dann, wenn zu lesen ist, im Instrumentum Laboris für die Amazonas-Synode würde „Heidnischer Aberglaube als Quelle der göttlichen Offenbarung und alternativer Weg zur Erlösung gesehen? Wie Bonifatius damals die Donar-Eiche (ein dem germanischen Gott Donar bzw. Thor geweihter Baum bei Geismar, heute Stadtteil von Fitzler, in Nordhessen/D)  fällte, muss auch heute dunkler Aberglaube schwinden und Christus leuchten.
Es braucht unseren Gebetssturm, um solche Gotteslästerungen abzuwenden.  Oder in den Worten von Kardinal Burke und Bischof Schneider: „Ein Kreuzzug des Gebets und des Fastens, um Gott anzufliehen, dass Irrtum und Häresie (Ketzerei) die bevorstehende Sonderversammlung der Amazonassynode  nicht beeinflussen mögen“.
Nehmen wir unsere Rosenkränze und ziehen wir in den Kreuzzug des Gebets!
Bild: Die Entdeckung der Neuen Welt. Menschenopfer, Heidentum, Kannibalismus: So lebten die Völker in der Neuen Welt, die Christus nicht kannten.

Kath. Wochenzeitung Baden 43/2019 Oktober, S. 4
Lateinamerika wird protestantisch – und wir Katholiken unterhalten uns über veraltete marxistische Rezepte aus den Siebzigerjahren

Kardinal Sarah kritisierte in einem ausgezeichneten Beitrag, die Amazonas-Synode werde zu ideologischen Zwecken missbraucht (Catholic News Agency).
Der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung bezeichnete Versuche, die Amazonas-Synode für ideologische Pläne wie die Weihe verheirateter Männer zu Priestern zu instrumentalisieren, als abscheulich und eine Beleidigung Gottes. (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 43/2019 Oktober, S. 5, Patrick Craine
Kardinal Müller: Sie haben Jesus aus der Amazonas-Synode vertrieben

„Die Amazonas-Synode steht kurz vor dem Abschluss. Aber es wird Konsequenzen für die Weltkirche haben“, warnt Kardinal Müller in einem ausführlichen Interview mit Matteo Matzuzzi für die Zeitung „Il Foglio“, die noch am Tag der Eröffnung des Werkes erschienen ist.
„Wenn man die den Stimmen einiger Protagonisten (zentrale Gestalten) dieser Versammlung zuhört, versteht man licht, dass die Agenda vollständig europäisch ist.“ Europäisch und vor allem deutsch:

  • Aber die Warnungen, die Rom an Deutschland gerichtet hat, haben bisher keine Wirkung gezeigt
  • Sie (Deutsche) denken, dass Christus nur ein Mann ist, der vor 2000 Jahren gelebt hat, sie behaupten, dass er kein moderner Mann war, sie sind davon überzeugt, dass er keine ihrer Ausbildungen hatte, und glauben daher, dass es notwendig ist, diese Lücken zu füllen und dass es an ihnen liegt, zu handeln
  • In Aparecida warnte Benedikt XVI. 2007 die Bischöfe des Kontinents: „Die Utopie, die präkolumbianischen Religionen wieder zum Leben zu erwecken und sie von Christus und der Universalkirche zu trennen, wäre kein Schritt nach vorn, sondern ein Rückschritt. In Wirklichkeit wäre es ein Rückschritt. Es wäre ein Rückzug in eine Phase der Geschichte, die in der Vergangenheit verankert war (…)

OR Nr. 43 vom 25.10.2019, S. 1
Vatikanstadt. Die 3. Woche der Synodenarbeiten steht ganz im Zeichen der Ausarbeitung des Schlussdokuments. Nachdem der Generalrelator Kardinal Claudio Humnes am Montagvormittag, 21.10.2019, einen Entwurf vorgestellt hatte, folgten am Montagnachmittag und am Dienstag weitere Diskussionen in den 12 Sprachgruppen. Die dort ausgearbeiteten Änderungsvorschläge konnten bis spätestens Dienstag Abend beim Sekretariat der Synode eingereicht werden. Diese Vorschläge wurden dann vom Generalrelator und den Sondersekretären mit Hilfe der Experten in das Schlussdokument aufgenommen. Der Text wurde anschliessend von der zuständigen Kommission gegengelesen und soll am Freitagnachmittag, 25.10.20199, während der 15. Generalkongregation (Vollversammlung) in der Synodenaula im Vatikan vorgetragen und den Teilnehmern ausgehändigt werden. Am Samstag findet dann in der 16. Generalkongregation die abschliessende Abstimmung über das Schlussdokument statt. Die Absätze mit Zweitdrittelmehrheit gelten als angenommen. Es folgen die Schlussreden und der Gesang des Te Deum. Die Synode endet am Sonntag, 27.10.2019, mit einer feierlichen heiligen Messe unter Vorsitz von Papst Franziskus. (…)

OR Nr. 44 vom 01.11.2019, S. 7
(Bildtext) Mit der Abstimmung über das Schlussdokument ist am Samstag, 26.10.2019, die Amazons-Synode im Vatikan zu Ende gegangen. Die Synodenväter sprachen sich unter anderem für einen noch energischeren Einsatz für den Schutz des Amazonas und seiner Bewohner wie auch dafür aus, dass für Gemeinden des Amazonasgebietes, die besonders unter Priestermangel leiden, auch entsprechend ausgebildete Familienväter geweiht werden können, die zuvor Ständige Diakone waren Eine allgemeine Aufhebung des Zölibats, der ein „Geschenk Gottes“ sei, ist damit nicht verbunden. Kriterien für die Auswahl geeigneter und von den Gemeinde anerkannter Männer gelte es erst zu finden.

Gleiche Seite:
Papst kündigt konkrete Reformen für Seelsorge im Amazonas an

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat eine Reihe konkreter Reformen zur Stärkung der Seelsorge im Amazonas-Gebiet angekündigt. In seiner Abschlussansprache nach der dreiwöchigen Amazonas-Synode sagte er am Samstagabend, 26.10.2019, im Vatikan, die Synode habe gezeigt, dass einiges reformiert werden müsse. So müsse die Verteilung der Priester innerhalb der Länder Lateinamerikas gerechter gestaltet werden, damit auch bisher unterversorgte Gebiete seelsorgerisch besser betreut werden.
Unter dem Applaus der Synodalen kündigte er an, dass demnächst alle künftigen Vatikandiplomaten mindestens ein Jahr in einem Missionsgebiet als Seelsorger eingesetzt würden. Eine weitere Neuerung werde die Schaffung spezieller Priesterseminare für Ureinwohner sein sowie die Schaffung einer eigenen Sektion für die Amazonasregion innerhalb des vatikanischen Dikasteriums für Entwicklungs- und Menschenrechtsfragen.
Der Papst rief die Synodenteilnehmer auf, keine Furcht vor der Entwicklung eines eigenen kirchlichen Ritus für das Amazonasgebiet zu haben. Viele heute in der katholischen Kirche bestehenden 23 Sonderriten seien aus kleinen kirchlichen Zellen entstanden und hätten heute teilweise erhebliche Eigenständigkeit, ohne dass dies die Einheit der Kirche gefährde.
Kreativität forderte Franziskus auch bei der Entwicklung neuer kirchlicher Dienstämter in den Amazonas-Gemeinden für Männern und Frauen. Viele hätten immer noch nicht begriffen, welch fundamentale Rolle Frauen in der Kirche hätten. Zum Thema einer möglichen Öffnung des Diakonentsamtes kündigte der Papst eine personelle Neuaufstellung der von ihm eingesetzten Kommission und ihre Anbindungen an die Kongregation für die Glaubenslehre an.
Klar sprach sich der Papst gegen eine verengte Sicht katholischer „Eliten“ auf  formale Fragen aus. Manche meinten, auf der Seite Gottes zu stehen, weil sie nicht den Mut hätten, auf der Seite von Menschen zu sein, so der Papst mit einem Zitat des französischen Dichters Charles Péguy (1873-1914). Die Synodenteilnehmer dürften sich nicht zu Gefangenen einer kleinen Gruppe machen lassen, die auf Einzelaspekte statt auf die grosse Diagnose schaue.
Mit Bezug auf die ökologischen Themen der Synode lobte der Papst vor den rund 280 Synodenteilnehmern den orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I.  als einen Pionier des Umweltgedankens und verwies auch auf Greta Thunberg. Die jungen Menschen erinnerten mit ihren Klimaprotesten daran, dass ihnen die Zukunft gehöre, so der Papst.

Kath. Wochenzeitung 44/2019 November, S. 5
Kardinal Urosa zur Synode: Jesus zu verkünden ist die grundlegende Mission der Kirche

Venezolanischer Erzbischof warnt vor Synkretismus (Vermischung von Lehren und Religionen) und betont: Jesus Christus ist auch der Retter der Indigenen (Einheimischen). Er gilt Beobachtern als moderater Kardinal der Mitte – und als einer der erfahrensten Hirten der Region in Lateinamerika. Zum Ende der Amazonas-Synode hat sich Kardinal Jorge Urosa an dei Teilnehmer des Treffens in Rom gewandt.
Dabei würdigte er die Beiträge zur Synode, aber erinnerte deutlich an den eigentlichen Auftrag der Kirche. Die Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus. (…) EWTN News

Gleiche Zeitschrift, Seite 6, AC Wimmer
Warum die Amazonas-Synode manchen wie ein Flashback (Blitzrückruf) in die 1970er scheint.

Einen kritischen Blick auf die Amazonas-Synode und den Umgang mit der Herausforderung der Evangelisierung hat der Salesianerpater Martin Lasarte aus Uruguay geworfen.
Papst Franziskus hat den Ordensmann zur Synode in Rom eingeladen. Doch das Treffen leidet an den „Drei Alzheimererkrankungen“ der Kirche in Lateinamerika, so Lasarte, der 255 Jahre in Angola missionierte un die letzten 4 Jahre im Amazonas diente.
Die Diskussion über „Viri Probati“ („bestandene Männer“) findet er jetzt schon ermüdend, sagt er. Lasarte ist nichtt der einzige, dem Aspekt des Bischofstreffens in Rom – wie Beobachter polemisch (angriffig) pointiert sagen – geradezu wie ein Flashback in die 1970er Jahre erscheinen.
Statt über Zölibat zu diskutieren, müsste es um Jesus Christus gehen.
Über 30 Jahre lang habe sich eine Gruppe katholischer Priester und Bischöfe im Amazonas mit längst überholtem Fortschrittsdenken geziert. Die „3 Alzheimer Krankheiten“, die dabei aus seiner Sicht eine Rolle spielten: eine anthropologische (Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung) Radikalisierung (rücksichtsloser religiöse Richtung), gesellschaftlicher Moralismus und Säkularisierung (Verweltlichung). (…)
Anmerkung der Redaktion: Ein Priester, der Jahrzehnte in Amazonien tätig war, beschrieb die Situation so: Vor 4 Jahrzehnten seien in seinem Bistum noch 95 % der Bevölkerung katholisch gewesen. Jetzt betrage der Anteil der Katholiken noch 30 %, die übrigen seien vor allem Mitglieder von protestantischen Freikirchen.

Gleiche Zeitschrift, S. 9
Katholiken werfen nackte „Pachamama“-Figuren in den Tiber

In Rom haben Katholiken sich dagegen zur Wehr gesetzt, dass plötzlich in der katholischen Kirche „Santa Maria in Traspontina“, an der Prachtsstrasse Richtung Petersplatz, Rom, Gläubige mehrfach mit heidnischen Figuren nackter schwangerer Frauen (vielfach als „Göttin Pachamama“ interpretiert) „beglückt“ wurden. Diese Statuen waren im Rahmen der Amazonas-Synode nach Rom gekommen.
Die Kirche der „Madonna del Carmelo“, Titelkirche des kanadischen Kardinals und Präfekten der Bischofskongregation Marc Quellet, liegt an der Via della Conziliazione. In einem auf YouTube  befindlichen Video wird gezeigt, wie die Figuren entfernt und von der Brücke vor der Engelsburg in den Tiber geworfen werden.
(Die Göttin Pachamama oder Mama Pacha gilt einigen indigenen Völkern der Anden Südamerikas als personifizierte Erdmutter, die Leben in vielfacher Hinsicht schenkt, nährt, schützt und zu virtueller Kommunikation fähig ist.)
→Österreichische Kirche, Kath. Wochenzeitung 46/2019 November, Kardinal König

Kath. Wochenzeitung Baden 45/2019 November, S. 4
Kardinal Müller: „Götzen in die Kirche zu bringen, war eine schwere Sünde …“

Der emeritierte Glaubenspräfekt übt scharfe Kritik daran, dass im Rahmen der Amazonas-Synode Götzenbilder in die Kirche gebracht wurden – „Götzen in die Kirche zu bringen, war eine schwere Sünde, ein krimineller Akt gegen das göttliche Recht.
„Götzendienst ist gemäss dem ersten Gebot eine schwere Sünder“. Darauf weist der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, hin. Er äusserte sich im Interview auf die Frage von EWTN-Chefredakteur Raymond Arroyo zu der Aktion katholischer Laien. Diese hatten die umstrittenen Holzfiguren nackter schwangerer Frauen aus der vatikanischen Kirche „Santa Maria del Traspontina entfernt und in den Tiber geworfen. (…)

Gleiche Zeitschrift, S. 9
„Es herrscht Konfusion, und der Papst schweigt.“

Bischof Marian Eleganti: Die eigentlichen Ziele der Synode standen schon seit 2014 fest – Es ging um die Einführung der „Viri probati“ – Das Zweite Vatikanische Konzil hatte diesen Wall aufrechterhalten, jetzt wird daran gerüttelt.
„Nach der Synode ist vor der Synode“. Bischof Marian Eleganti übt in einem Beitrag im Rahmen des „kath.net-Video-Blogs“ deutliche Kritik am Ergebnis der Amazonas-Synode. Die eigentlichen Ziele der Synode standen laut Eleganti schon seit 2014 fest. Es ging um die Einführung der „Viri probati“ („bewährte Männer“).
Dabei stehen auch die deutschen Bischöfe in den Startlöchern, um nachzuziehen. Der Bischof erinnerte dazu an das Zweite Vatikanum, welches klar festgestellt hat dass am Zölibat nicht gerüttelt werden soll. „Es ist nicht nur ein Kirchengesetz, es hat eine viel tiefere Bedeutung. Ich erinnere an Jesus, der zölibatär gelebt hat. Jesus ist der Prototyp des Priesters. Jesus ist die Ikone, das Vorbild. Der Zölibat hat eine innere Seite. Das Konzil hat diesen Wall aufrechterhalten. Jetzt, nach 50 Jahren, wird daran gerüttelt. (…)

OR Nr. 45 vom 08.11.2019, S. 7
Kurz notiert. Am 25.10.2019 wurden die 13 Mitglieder des Rates gewählt, der für die Umsetzung der Synodenvorschläge verantwortlich sein wird. Die Mitglieder repräsentieren die wichtigsten Länder der Amazonas-Region: 4 kommen aus Brasilien, 2 aus Bolivien, 2 aus Kolumbien, 2 aus Peru, einer aus den Antillen, einer aus Venezuela und einer aus Ecuador. Hinzu kommen noch 3 weitere vom Papst ernannte Mitglieder. Wie bei den Synodenversammlungen üblich, hatte der Papst für die Teilnehmer noch ein besonderes Geschenk bereit: die Pontifikatsmedaille für das Jahr 2019 mit einer Darstellung des Amazonas.

Kirche heute 46-47 November 2019, S. 1, kath.ch/Regula Vogt-Kohler
Verheiratete Priester, aber nur in Ausnahmefällen

Mit der Verabschiedung des Schlussdokumentes und einer Messe ist die Amazonas-Synode im Vatikan am 26./27. Oktober 2019 zu Ende gegangen. Die von einigen erhofften und anderen gefürchteten grossen Schritte blieben aus.
Drei Wochen dauerten die Beratungen über neue Wege der Seelsorge und einer ganzheitlichen Ökologie im Amazonasgebiet.  Im Zentrum stand dabei die Frage, wie dem Notstand in der pastoralen Versorgung der riesigen und teilweise schwer erreichbaren Region zu begegnen sei. Das am 26.10.2019 verabschiedete Schlussdokument schlägt eine vorsichtige Öffnung vor. Ja zur Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt, aber nur in Ausnahmefällen.
Konkret sprachen sich die Synodenväter dafür aus, dass für Gemeinden des Amazonasgebietes, die besonders unter Priestermangel leiden, auch entsprechend ausgebildete Familienväter geweiht werden können, die zuvor Ständige Diakone waren. Eine allgemeine Aufhebung des Zölibats ist damit nicht verbunden. Der entsprechende Artikel im Schlussdokument schaffte das erforderliche Zweidrittelmehr mit 128 Ja-Stimmen (bei 41 Nein-Stimmen) nur knapp.
Zum Frauendiakonat heisst es, dass dieses in den Beratungen mehrfach geforderte worden sei. Der Vorschlag einer Zulassung jedoch wird von der Vollversammlung nicht explizit (ausdrücklich) unterstützt. Allerdings enthält der Text den Wunsch, mit einer vom Papst im Jahre 2016 eingesetzten Kommission zum Frauendiakonat in Austausch zu treten.
Appelle enthält das Papier auch zum Einsatz für die Rechte von indigenen Traditionen und den Umweltschutz. Das Schlussdokument hat keine bindende Kraft, dient aber als Grundlage für die Meinungsbildung  des Papstes für ein eigenes Schreiben. Dieses soll bis Ende Januar vorliegen.

Kath. Wochenzeitschrift Baden 47/2019 November, S. 3
Kardinal Ruini gegen Priesterweihe für verheiratete Männer

Die richtige Antwort auf den Priestermangel sei ein intensiveres Glaubens- und Gebetsleben der Christen, insbesondere der Priester, sagte der ehemalige Generalvikar der Diözese Rom.
Er hoffe, Papst Franziskus werde beim Zölibat keine Ausnahmen für Priester in der Amazonas-Region machen, sage Camillo Kardinal Ruini (88), der ehemalige Generalvikar von Rom, in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Aus seiner Sicht sprechen vor allem zwei Gründe gegen verheiratete Priester. Zum einen sei der Priesterzölibat in der „erotisierten“ Gesellschaft der Gegenwart ein grossen Zeichen der Ganzhingabe an Gott und den Dienst am Nächsten.  Würde die Kirche den Zölibat aufgeben, auch wenn es sich nur um eine Ausnahmeregelung für eine bestimmte Region handle, würde sie dem „Geist der Welt“ nachgeben, der stets versuche, in die Kirche einzudringen und sich kaum auf Ausnahmefälle wie den Amazonas eingrenzen liesse, gab Ruini zu bedenken.
Zum anderen sei auch die Institution der Ehe in einer Krise. Verheiratete Priester und ihre Ehefrauen seien gegenüber den Auswirkungen dieser Krise nicht immun (unempfindlich), betonte der Kardinal. Er könne den Wunsch nach der Weihe verheirateter Diakone zu Priestern angesichts des Priestermangels in Amazonien und anderen Regionen der Welt nachvollziehen, räumte Ruini ein. Er hoffe aber, dass Papst Franziskus dem Wunsch der Mehrheit der Synodenväter nicht nachkommen werde. Die richtige Antwort auf den Priestermangel sei ein intensiveres Glaubens- und Gebetsleben der Christen, insbesondere der Priester.

Kath. Wochenzeitung Baden 47/2019 November, S. 6
Brasilianischer Bischof kritisiert vatikanisches Pachamama-Ritual

Bischof Azcona Hermoso hat das Pachamama-Ritual in den Vatikanischen Gärten zu Beginn der Amazonas-Synode  als „skandalös“ und als „dämonisches Sakrileg“ („teuflisches Vergehen gegen Heiliges“) bezeichnet.
José Luis Azcona Hermoso, ein Bischof aus Brasilien, hat scharfe Kritik am Pachamama-Ritual in den Vatikanischen Gärten zu Beginn der Amazonas-Synode geübt und diese als „skandalös“ und „dämonisches Sakrileg“ bezeichnet. „Mutter Erde sollte nicht verehrt werden, weil alles, sogar die Erde, unter der Herrschaft von Jesus Christus steht. Es ist nicht möglich, dass es Kräfte gibt, die gleich oder über dessen unseres Herrn Jesus oder der Muttergottes stehen“, betonte der Bischof in einer Predigt in der Kathedrale von Pará (im Norden Brasiliens) vor einigen Tagen.
„Pachamama ist nicht und wird nie die Muttergottes sein“, erläuterte er weiter. „Zu behaupten, dass diese Statue die Muttergottes repräsentiere, ist eine Lüge. Sie ist nicht unsere Frau vom Amazonas, weil die einzige Frau vom Amazonas Maria von Nazareth ist. Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was von Satan, von Menschenhand und was vom Heiligen Geist kommt. Diese Unterscheidung ist wichtig, um zur Kirche zu gehören und ebenso wichtig, um evangelisieren zu können.“
Der Bischof erinnerte auch daran, dass das Netzwerk REPAM schon Monate vor der Synode in Brasilien ein Treffen organisierte, bei dem Bischöfe  ebenfalls an indigenen Ritualen teilnahmen. „Das sind fundamentale Sachen, und hier in Amazonien kennen wir die Bedeutung von Macumba und Candomble, den afro-brasilianischen Kulten.“

Kath. Wochenzeitung Baden 49/2019, S. 9, Anastasius Schneider
„Warum die ‚Pachamama‘-Verehrung im Vatikan keine Belanglosigkeit war“

„Dieser ‚Pachamama‘-Kult drückt den Glauben an die Erde als lebendiges und persönliches Wesen aus, deshalb handelt es sich hier um Synkretismus (Vermischung von Lehren und Religionen), der Trügerisches in den christlichen Kult einführt.“
Am 4. Oktober 2019, dem Fest des heiligen Franz von Assisi, wurde im Beisein von Papst Franziskus und anderer hoher kirchlicher Würdenträger in den Vatikanischen Gärten eine Zeremonie abgehalten, die einen eindeutig religiösen Charakter hatte, wie es aus der Mitteilung des Vatikanischen Pressesaals vom 04.10.2019 hervorgeht. „Während der Gebetszeremonie fand zum Abschluss der Initiative ‚Zeit für die Schöpfung‘, die kürzlich von Papst Franziskus gefördert wurde, die Pflanzung eines Baumes aus Assisi als Symbol für eine ganzheitliche Ökologie statt, und die Amazonas-Synode dem heiligen Franziskus zu weihen, der Wiederkehr des 40. Jahrestages der päpstlichen Verkündigung des Poverello von Assisi als Patron der Ökologieliebhaber. Am Ende der Feier rezitierte der Heilige Vater das Vaterunser-Gebet. An der Zeremonie nahmen Vertreter der Ureinwohner Amazoniens, Franziskaner und verschiedene Vertreter der Kirche teil“.
Was diese Erklärung verschwiegen hat, ist die Tatsache, dass währende dieser Gebetszeremonie religiöse Riten aus den heidnischen Religionen dr Ureinwohner Amerikas stattfanden.
Es wurden Gesten und Worte verrichtet, die eine religiöse Verehrung von mythologischen (geheimnisvollen) Gestalten der Ureinwohner-Religion zum Ausdruck brachten, vor allem wurden Akte der Prostration (d. h. Sich-mit-vollem-Körper-Niederwerfen) vor 2 schwangeren Frauenfiguren verrichtet, welche die Fruchtbarkeit darstellen sollten. Es wurde auch ein religiöser Tanz um diese Gestalten aufgeführt, bei dem eine als Schamamin (Zauberpriesterin) gekleidete Frau Rasseln (Klappern) verwendete, die heidnische Fruchtbarkeitsgötter darstellen. (…)
Angesichts der schwerwiegenden Tatsache solcher zweifelhafter Akte religiöser Verehrung, die offensichtlich zumindest in die Nähe von Aberglauben und Götzendienst reichen, haben einige Kardinäle, Bischöfe, Priester und viele Laien öffentlich protestiert, und manche von ihnen haben Papst Franziskus sogar zur Umkehr und Wiedergutmachung aufgerufen.
Leider werden diese mutigen Stimmen selbst von rechtschaffenen Katholiken kritisiert, oft mit der Begründung, dass dadurch Papst Franziskus persönlich angegriffen werde. Solch eine Begründung erinnert sehr stark an die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern. Andere betrachten die Verehrung von „Pachamama“-Statuen als etwas Belangloses und vergleichen diese Angelegenheit mit dem Streit um die sogenannten
„chinesischen Riten“ (genannt „Akkomodationsstreit“) im 17. und 18. Jahrhundert. Wer solches behauptet, entbehrt sowohl einer sachlichen Kenntnis dessen, was die „Pachamama“ bei den indigenen Völkern und in der weltweiten Propaganda der neuen „Gaia- bzw. Mutter-Erde-Religion“ heute bedeutet. (…)

→Voreheliches Zusammenleben         →Homosexualität         →Missbrauchsfälle
→Amoris Laetitia                                 →Familie

Bistum

siehe unter „Diözese“

Blumen- und Gemüsegarten im Vatikan

Nähe Tennisplätze und Kinderspielplatz in den Vatikanischen Gärten, in der Nähe des Museum-Eingangs und hinter dem →Adlerbrunnen bzw. vor dem Klösterchen

Blumen- und Gemüsegarten in den Vatikanischen Gärten: rechts davon der Adlerbrunnen, ob dem Garten die Administration des Radio Vatikan und der kleine Neubau (Klösterchen, von Johannes Paul II. gegründet. Jetzt Sitz vom emeritierten Papst Benedikt XVI.)

Blumen für Papst- und Kardinalstaatssekretären-Wohnung und nach Bedarf.
Gemüse: Tomaten, Salat, Kartoffeln usf.