Bank des Vatikan – Geschichte

Leo XIII. gründet am 11.02.1887 das AOR, Amministrazione per le Opere di Religione. Verwaltung der religiösen Werke, Sammlung und Verwaltungsstelle für die päpstl. Restvermögen und die Ausgleichszahlungen von Italien (ab 1929) an den Vatikan (91,7 Millionen US-D = CHF 450 Millionen, heute rund 3,5 Milliarden CHF). 1952 durch finanzielles Geschick des ersten Direktors Bernardino Nogara bereits auf 11,5 Milliarden US-D angewachsen (3,12 Milliarden CHF, heute 23 Milliarden CHF), damals zweitgrösster Staatsschatz hinter den USA. 2008 unterhält Norwegen den zweitgrössten Staats-Fonds mit US-Dollar 380 Milliarden.

Geschichte, Anfänge:

27.07.1942

Pius XII. gründet das IOR

24.01.1944

Pius XII. gründet eine „echte Bank“, aber keine Staatsbank

Ende 1970er-Jahre

Das IOR, die Ambrosianabank (Roberto Calvi) und die Mafia miteinander verwickelt?  Erzbischof Paul Marcinkus, damaliger Direktor des IOR, hatte Calvi Bürgschafts-Briefe verschafft. Zusammenbruch der Ambrosianabank. Tod von Calvi in London am 17.06.1982. Das IOR bezahlt an die Gläubiger-Banken 250 Milionen US-Dollar.

Heute

Girozentrale für die römisch-kath. Weltkirche für Orden, Stiftungen und andere kath. Einrichtungen. IOR-Anteil bei 5 Bankhäusern, Einlagen z. B. 1994: rund 5 Millarden US-Dollar. Keine Veröffentlichung der Bilanzen. Skandale. Mit Papst Franziskus Aufarbeiten auf breiter Front.

Dem Papst Geld überweisen

Per Kreditkarte und online (VISA, Diners, Master Card, American Express)
Kontonummer: 000 005 329 965 bei der Unicredit Banca d’Impresa
(Swift UNCRIT2V)
Stichwort: Peterspfennig

→Nuzzi, G., Erbsünde, 2018, S. 118
Bei ihrer Gründung am 11. Februar 1887 entstand die Vatikanbank IOR ursprünglich unter dem Namen Ad Pias Causas (zur frommen Zwecken). Es handelte sich damals um eine Kommission aus Kardinälen, die sich nach dem Wunsch Papst Leos XIII. (→Nebenregister Päpste K-Z) um die Mittel „frommer Stiftungen“ kümmern sollte. Diese Vermögensverwaltung war eigens für Hinterlassenschaften und Schenkungen der Gläubigen geschaffen worden. Die entsprechenden Immobilien  und Geldbeträge sollten damals verborgen bleiben und damit der Gefahr möglicher Einziehung durch italienische Behörden entgehen.  Das IOR selbst wurde 1942 während des II. Weltkrieges durch zwei Chirographen (päpstliche Verlautbarung in Briefform) von Papst Pius XII. ins Leben gerufen. Von Anfang an gewährte der Papst der Bank volle Eigenständigkeit gegenüber der Kurie. Das IOR wurde zu einer „zentralen Behörde der Katholischen Kirche“ und erhielt dadurch gemäss Artikel 11 der Lateranverträge für seine Angestellten die Immunität. In seiner Geschäftsordnung  werden hehre (heilige) Ziele genannt: „Verwahrung und Verwaltung von Geldern (in Form von Wertpapieren oder Bargeld) und Vermögenswerte, die für religiöse Aufgaben und solche christliche Nächstenliebe bestimmt sind.“ Doch jedem im Vatikan ist bekannt: Es handelt sich um ein rein formales Ziel. Seit den Zeiten des Präsidenten Alberto di Jorio und den Aktieninvestitionen  von Geldern, die der Vatikan durch die Lateranverträge erhalten hatte (→Apanage), hat das Institut mehr Ähnlichkeit mit einer Geschäftsbank als mit einem Hüter der Ersparnisse frommer Bruderschaften.

Organigramm IOR
B – Nebenregister Bank des Vatikans