Diplomatie Heiliger Stuhl

Heiliger Stuhl (Santa Sede), Diplomatie

Der Staat der Vatikanstadt steht unter der Autorität des Heiligen Stuhles. Auch „Apostolischer Stuhl“ genannt.
Begriffserklärungen zum Worte ‚Vatikan‘ (Körperschaften des Vatikan)

Apostolische Nuntiatur in Berlin

Diplomatische Dienste

  1. Volle diplomatische Beziehungen zu 180 Staaten (Stand März 2013)
    72 Staaten vor Ort vertreten (Stand 11.2010)
    UNO: 193 Staaten (Stand Dez. 2018). 194 Weltstaaten
  2. Je einen Päpstlichen Vertreter bei der Europäischen Union EU und beim Souveränen Malteserorden (Geistlicher Ritterorden, 1099 in Jerusalem gegründet [Johanniterorden]. Sitz seit 1310 auf Rhodos, seit 1530 auf Malta [Malteserorden]. Jetzt an der Via Condotti, Rom)
  3. Sondergesandte für die Palästinensische Befreiungsorganisation
    PLO (Mission mit besonderem Status)
  4. Ständiger Beobachter am Hauptsitz der UNO

09.12.2009: Erstmals volle Diplomatische Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Russischen Föderation.

Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem 180sten Staat: im März 2013 mit der Republik Südsudan.

OR Nr. 38 vom 23.09.2016, S. 4
Beim Treffen der Apostolischen Nuntien trafen sich im Vatikan im September 2016 getroffen: 103 Apostolische Nuntien (alles Erzbischöfe) und 5 Ständige Beobachter bei verschiedenen internationalen Organisationen (ebenfalls alle Erzbischöfe). Im November 2016 treffen sich ebenfalls im Vatikan die übrigen  163 Mitarbeiter im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhles. Das ergibt im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhles total 271 Mitarbeiter, alle Bürger des Vatikanstaates.
Der Heilige Stuhl unterhält diplomatische Beziehungen mit 180 Staaten auf allen Kontinenten; nicht vertreten sind unter anderem Saudi-Arabien und China (Stand September 2016).

OR Nr. 2 vom 11.01.2019, S. 1
Neujahrsempfang für das Diplomatische Korps

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat am 7. Januar 2019 die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschafter in Audienz empfangen. Er unterstrich in seiner Ansprache, dass der Heilige Stuhl danach strebe, „ein aufmerksamer und feinfühliger Zuhörer für die Problemstellungen“ zu sein, „die die ganze Menschheit betreffen.“ Er habe den „aufrichtigen Wunsch, dem Wohl jedes Menschen zu dienen“.
Derzeit unterhalten 183 Staaten diplomatische Beziehungen zum Heiligen Stuhl. Hinzu kommen die Europäische Union und der Souveräne Malteserorden. Es gibt derzeit 89 Botschaftskanzleien.

OR Nr. 25 vom 21.06.2019, S. 3
Papst ruft Diplomaten des heiligen Stuhles zu Loyalität auf

Vatikanstadt. Von Mittwoch, 12. bis Samstag, 15.Juni 2019, waren 103 Apostolische Nuntien und Ständige Beobachter des Heiligen Stuhles zu internen Beratungen im Vatikan versammelt. Dabei rief Papst Franziskus die Diplomaten des Heiligen Stuhles zu Loyalität auf. „Ein Nuntius vertritt nicht sich selbst, sondern den Nachfolger Petri“, hielt der Papst in einem Redetext fest, der den Teilnehmern schriftlich ausgehändigt wurde. Mit dem Status als päpstlicher Vertreter sei es unvereinbar, den Papst hinter seinem Rücken zu kritisieren, sich in Blogs zu äussern oder sich Gruppen anzuschliessen, die dem Kirchenoberhaupt, der Kurie und der römischen Kirche „feindselig“ gegenüberstünden. „Ein Nuntius vertritt nicht sich selbst, sondern den Nachfolger Petri“, hielt der Papst fest. Des Weiteren verlangte Franziskus von seinen Mitarbeitern Anpassungsfähigkeit und Gehorsam. Kirchendiplomaten dürften weder in „mentale, spirituelle und menschliche Starrheit“ fallen noch „heuchlerische und chamäleonhafte (Chamäleon = seine Überzeugung wechselnder Menschen) Biegsamkeit“ zeigen. Als Vertreter und Mittler hätten Diplomaten ihren Auftrag auch über persönliche Sichtweisen zu stellen. „Der Gehorsam gegenüber Gott lässt sich nicht vom Gehorsam gegenüber der Kirche und den Vorgesetzten trennen“, so der Papst. Franziskus zitierte dabei den im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten Ordenspriester Maximilian Kolbe (1894-1941): „Es ist wahr, dass ein Oberer irren kann, aber wer gehorcht, macht keinen Fehler“.  Weiter mahnte der Papst die Diplomaten zu einer unparteiischen Haltung, die auf Gerechtigkeit und Frieden ausgerichtet sein müsse. Ein Nuntius müsse das Evangelium verkünden und dürfe weder einer „Lauheit politischer und diplomatischer Kalküle“ noch dem „politisch Korrekten“ nachgeben. In der persönlichen Lebensführung hielt der Papst die Botschafter zu Integrität (Unbescholtenheit) und Bescheidenheit an. Konkret mahnte er sie zum Verzicht auf Luxus und Markenartikel an, zu karitativen Tätigkeiten und zum persönlichen Kontakt mit Bischöfen, Klerikern und Gläubigen ihres Einsatzlandes.

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