Deutscher Friedhof am Vatikan

Campo Santo: „Deutsches Hoheitsgebiet“ am Dreiländer-Eck (Vatikanstaat, Republik Italien, Campo Santo)

Letzte Einheit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
Man sagt, die Erde sei vom Kalvarienberg (Legende).

Diese Enklave umfasst:

  1. Deutscher Friedhof
  2. Kirche zur schmerzhaften Muttergottes
  3. Päpstliches Kolleg
  4. Erzbruderschaft
  5. Bibliothek und Archiv

Friedhof

Ungefähr 1’400 Namensnennungen seit dem 15. Jahrhundert. Der Friedhof wurde im späten 9. Jahrhundert zur Beisetzung in Rom verstorbener Pilger aus Ländern jenseits der Alpen angelegt.
u. a. Sr. M. →Pascalina Lehnert (1894-1983),  „Mädchen für alles“ bei Pius XII., Bischof Hudal  (→Skandale?), unzählige Schweizergardisten, Ex-Kaplan der Garde, die erste Angestellte des Vatikan  (→Frauen →Speyer) usw.

Friedhofskirche

Die der schmerzhaften Muttergottes geweihte Friedhofskirche (Kirche Santa Maria della Pietà) aus dem 16. Jahrhundert, ehemals linker Teil Gardekapelle der Schweizergarde, wurde in neuerer Zeit restauriert. Von Papst Franziskus in den ersten Wochen seines Pontifikates besucht. (Siehe unter „Fa-Fi“, Nebenregister „Fahne Gardekommandant“: Die ältesten Fahnen der Schweizergarde in der Friedhofskriche)

Erzbruderschaft

Um 1450 gegründet. Eigentümerin des Campo Santo. Mitglieder sind deutsche und flämischsprechende Katholiken, die ihren Wohnsitz in Rom oder deren Umgebung haben: Priester und Laien.

Priesterkolleg

Collegio Teutonico. 25 Plätze. Aufgenommen werden Priester, Priesteramtskandidaten und Mitglieder der Görres-Gesellschaft aus den deutschsprachigen und angrenzenden Ländern. Mit kleinem Museum, das Inschriften und antike Bildhauereien enthält. Siehe nachstehend.

März 2010: Ernennung vom Priesterkolleg zum Päpstlichen Kolleg.

Bibliothek und Archiv

Ungefähr 47’000 Bände. Sie werden vom Priesterkolleg und der Görres-Gesellschaft unterhalten. Spezielle Gebiete: christliche Archäologie und Kirchengeschichte.