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Dachgarten auf dem Papstpalast

Dachgarten1 Einsicht k

Blick von der Petersdom-Kuppel auf den Dachgarten des Papstpalastes (siehe Nebenregister „Dachgarten“).

Er befindet sich oberhalb der Papstwohnung (Papstwohnung im III. Stock und 3-stöckig):
Paul VI. hat den Dachgarten erstellen lassen. Dabei mussten die Fundamente des Papstpalastes verstärkt werden. Folgende Elemente des Dachgartens sind vorzufinden (u. a.):
Kapelle, Küche, Esszimmer, Bibliothek, Studierzimmer, Wintergarten, Brunnen, Statuen, Fernsehen, Radio, Whirlpool, Spazierwege mit Arkaden, Blumen, Ziersträucher usw. Ein kleines Paradies mit herrlicher Aussicht auf Rom und Umgebung.

Dalai Lama

3sat 7. August 2012, 13.15 Uhr:

1959 von Tibet nach Nordindien geflohen. Anrede: Seine Heiligkeit 1. November 2013; 8 Millionen Follower auf Twitter.

Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle

→ Sixtinische Kapelle

Demokratie

Hans Küng, Ist die Kirche noch zu retten? Seite 189:

Immer wieder hört man zur Abwehr von Reformen den einfältigen Satz, die Kirche sei schliesslich keine Demokratie. Doch vom Neuen Testament her gesehen ist die Kirche sicher keine (geistliche) Diktatur. Eher als mit einer Monarchie (Herrschaft eines Einzelnen) oder einer Theokratie (Herrschaft einer heiligen Kaste) ist sie mit einer Demokratie zu vergleichen: einer Herrschaft des ganzen heiligen Volkes. Denn während im Neuen Testament alle weltlichen und sakralen Würdetitel bei bestimmten Dienstträgern strikt vermieden werden, werden sie sehr wohl dem ganzen glaubenden Volk gegeben, das als „das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk (1 Petr 2,9) bezeichnet wird: „zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden (Apk 5,10).

Deutscher Friedhof neben der Peterskirche

Campo Santo Teutonico/Deutsches Priesterkolleg (Deutsches „Hoheitsgebiet“, d. h. letzter Rest des „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“)

Man sagt, die Erde sei vom Kalvarienberg, dem Orte, wo der Heiland seine Passion und die Kreuzigung erlitt, hierher geschafft worden.

Das Deutsche Kolleg nebenan soll auf ein von Karl dem Grossen gegründetes Hospiz für fränkische Pilger zurückgehen. Pius IX. führte es 1876 seiner jetzigen Bestimmung als Kolleg für Geistliche aus den Gebieten des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zu.

Der Friedhof wurde im späten 9. Jh. (799?) zur Beisetzung in Rom verstorbener Pilger aus Ländern jenseits der Alpen angelegt. Noch heute werden hier Angehörige der deutschsprachigen Länder bestattet, sofern sie der dortigen Bruderschaft angehören: letzte Schweizergardeangehörigen in den 80er-Jahren: alt Gardekaplan Krieg (+1984), St. Galler, Cantiniere Giulio Imseng, Walliser. Auf deutscher Seite z. B.: Sr. Pascalina, Sekretärin von Pius XII., Frau Dr. Hermine Speier, erste Angestellte des Vatikans, Bischof Alois Hudal, der „braune“ Bischof (Siehe bei allen drei letztgenannten Personen dort).

Die der schmerzhaften Muttergottes (Kirche Santa Maria della Pietà)  geweihte Friedhofskirche aus dem 16. Jh., ehemals der linke Teil Gardekapelle der Schweizergarde, wurde in neuerer Zeit restauriert. Darin ein Kreuzigungs-Bild mit dem ersten Kommandanten der Schweizergarde, Kaspar von Silenen, der unter dem Kreuze steht. Damaliger erster Gardekaplan: Johann Schliniger. Auftraggeber des Kreuzigungsbildes im Jahre 1522: der zweite Kommandant der Garde, Kaspar Roist. Ausführender: ein ehemaliger Schüler Raffaels, Polidoro da Caravaggio.

Im Kolleg befindet sich ein sehr kleines Museum, das Inschriften und antike christliche Bildhauereien, ausserdem eine reiche archäologische Bibliothek enthält.- Wohnräume für Studenten, die seit Oktober 2006 Warmwasser aus →Sonnenkollektoren erhalten. Damit nutzt der Campo Santo als erster im Vatikan regenerative Energien. Ein bescheidener Beitrag zum Umweltschutz, meint der Rektor Erwin Gatz. Zugleich wurde die Heizung des Campo Santo von Öl auf Fernwärme umgestellt. Das Kolleg ist jetzt an die gasbetriebene Heizzentrale angeschlossen, die die Vatikan-Gebäude versorgt.

Das ganze Areal (Friedhof, Kirche, Gebäude) liegt auf italienischem Staatsgebiet, geniesst aber das Privileg der Exterritorialität, d. h. es unterliegt nicht der lokalen Hoheit. Als sei das Areal ausserhalb des Landes (Privileg wie z. B. die Botschaften, also in unserem Falle deutsches Hoheitsgebiet). Der Besuch ist über den Eingang „Sant’Uffizio/Petriano“ (links der Kolonnaden ) jederzeit gewährleistet.

Friedhof  Rund 1’400 Namensnennungen seit dem 15. Jahrhundert. Hier begraben: Sr.  M.  Pascalina Lehnert (1894-1983, verstorben an einer Feier zum 25.Todestag von Pius XII. in Wien). Haushälterin und Sekretärin bei Pius XII. → Pascalina    → Speier
Erzbruderschaft  Um 1450 gegründet. Eigentümerin des Campo Santo. Mitglieder: deutsche und flämischsprechende Katholiken, die ihren Wohnsitz in Rom oder deren  Umgebung haben. Priester und Laien. Bei der Aufnahme ein grössere Spende
Priesterkolleg  Collegio Teutonico. 25 Plätze. Aufgenommen werden Priester, Priesteramtskandidaten und Mitglieder der Görres-Gesellschaft aus den deutschsprachigen und angrenzenden Ländern. Päpstliches Kolleg.
Bibliothek und Archiv Etwa 47’000 Bände. Werden vom Priesterkolleg und der Görres-Gesellschaft unterhalten. Spezielle Gebiete: christliche Archäologie und Kirchengeschichte.
Institut der Görres-
Gesellschaft 
Sitz im Priesterkolleg. Fachgebiete siehe oben. Joseph v. Görres, Publizist, *1776, +1848, unterstützte in seiner Zeitung „Rheinischer Merkur (1814-16) den nationalen Kampf gegen Napoleon; später Führer des politischen Katholizismus. Görres-Gesellschaft, gegründet 1876, Sitz in Bonn, zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeit deutscher Katholiken.

Unterstützt wird das Campo santo teutonico von der deutschen Bischofskonferenz. August/September  2008: Verschönerungsarbeiten von Schülerinnen und Schülern der Münchener Fachschule für Steinmetze. Reinigungen von Grabsteinen, Restaurierungsarbeiten, Erneuerung von verblassten Inschriften. Diese Arbeiten sollen im Jahre 2009  fortgesetzt werden.

OR vom 19. März 2010 Nr. 11:
Ernennung des Priesterkollegs zum Päpstlichen Kolleg.

„… und dieses Kolleg wollen wir nun recht auszeichnen und fördern. Im Einvernehmen mit der Kongregation für das Katholische Bildungswesen und auf die Bitte des Hochwürdigen Herrn Rektors Erwin Gratz haben wir also in dem Wunsch, unser Wohlwollen zu erweisen und zugleich dem Kolleg wie auch seinem Rektor und den Alumnen dieses Instituts Lob zu zollen, beschlossen, diesem Gesuch zu entsprechen. Kraft unserer Apostolischen Vollmacht verfügen und verkündigen wir daher das Deutsche Kolleg zu St. Marien beim Campo Santo als PÄPSTLICH und erteilen ihm alle Privilegien, Ehren und entsprechende Rechte. … 18.02.2010, Tarcisio Kardinal Bertone, Staatssekretär Seiner Heiligkeit“
→ Dreiländereck.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan:
Eine Enklave auf dem Territorium des Staates der Vatikanstadt. Es ist Privatbesitz einer Erzbruderschaft, wird verwaltet vom Vatikan, aber gehört zum Territorium Italiens, weil das eigentlich zuständige Land derzeit verschwunden ist: das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Deutscher Friedhof: Restreich Karls des Grossen! 5’000 m2, gehört nicht zum Vatikanstaat, aber auch nicht richtig zu Italien. Ähnlicher Status wie die Botschaftsgebiete. Der Campo ist italienisches Territorium unter vatikanischer Verwaltung, dessen zuständiges Land es seit gut 200 Jahren nicht mehr gibt, nämlich das Heilige Römische Reich deutscher Nation.

Über dem Eingang steht: „Carolus Magnus me fundavit“ – Karl der Grosse hat mich gegründet. Legende: Im Jahr 787 soll Karl der Grosse veranlasst haben, eine Fuhre Originalerde vom Kalvarienberg in Jerusalem hierherzubringen, um ein Hospiz samt Friedhof anzubringen. Wahrscheinlicher ist, dass im Mittelalter Erde aus Jerusalem hier zwischengelagert wurde auf dem Weg zum Friedhof nach Pisa.

Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes der Deutschen und Flamen: Friedhof und Kolleg sind ihnen anvertraut. Weltlicher Chef: der amtierende Staatspräsident Österreichs in der Nachfolge des Römisch-Deutschen Kaisers und des Kaisers von Österreich.

Enger, subtropischer Garten, getäfelt und gepflastert mit Grabplatten aus allen Jahrhunderten. Das Becken für die Giesskannen ist ein Fundstück vom Forum Romanum. Dicht zu dicht ruhen „Ritter der Zähringerordens, Botschaftsräthe s.k.k., Apostol. Majestät usf.

Während des 2. Weltkrieges war das Kolleg Zufluchtsort für etwa 40 Flüchtlinge, darunter viele Juden. Ein Flecken: An der VIII. Station des Majolika-Kreuzweges (Töpferware aus Mallorca) „Jesus tröstet die weinenden Frauen Jerusalems“, liegt der Grazer Bischof Alois Hudal, auch genannt der „Nazi-Monsignore“ (auch: Hoftheologe der Nazis, brauner Bischof). Grab nach dem Eintritt an der rechten, westlichen Friedhofswand, in der Mitte der Wand.
→ Hudal

Das Bronzeportal der Kirche wurde 1957 von dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet.

OR Nr. 50 vom 17.12.2010:
Neuer Rektor der Kollegsgemeinschaft: Hans-Peter Fischer, Vizerektor Msgr. Prof. Stefan Heid. Verabschiedet am 08.12.2010:  Apostolischer Protonotar Prof. Erwin Gratz, Kirchenhistoriker und 35 Jahre lang Rektor der Institution. Fischer war bis jetzt Pfarrer in Donaueschingen.

OR Nr. 5 vom 04.02.3011:
Neuer Direktor des Görres-Instituts Rom eingeführt:
Msgr. Prof. Stefan Heid, christlicher Archäologe und Priester des Erzbistums Köln, ist am 29. Januar offiziell als Geschäftsführender Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft eingeführt worden. – Das 1888 auf dem Gelände des Campo Santo Teutonico neben dem Petersdom gegründetes Institut ist eine renommierte deutsche Forschungseinrichtung für die Gebiete Kirchengeschichte und Christliche Archäologie.

Fernsehen BR vom 18. August 2011, 20.15 Uhr:
Beerdigt im Deutschen Friedhof Campo Santo als erste Angestellte des Vatikans mit Vertrag, angestellt im Jahre 1934: Hermine Speier (Spini), Deutsche und Jüdin (später konvertiert), Archäologin, aus Frankfurt am Main. Noch in den 1960er-Jahren sprach man nur von Klofrauen, die angestellt waren.
Grab: vom Eingang her gerade aus, nach dem Kreuz Blick rechts abdrehen. Grabstein wie ein romanisches Turmfenster in 3 m Entfernung.

OR Nr. 38 vom 20.09.2013, S. 3, von Clemens Sohmen
Restaurierung und Neuaufstellung einer Marmorskulptur im Campo Santo Teutonico
Kirchenraum mit neuer Wirkung

Diesmal waren es nicht Grabplatten oder Grabsteine, die Schüler der Städtischen Fach- und Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in München im Campo Santo Teutonico (Vatikan) reinigten. Es war eine Marmorskulptur („Christus an der Geisselsäule“), die sie fachgerecht sanierten und an den neuen Aufstellungsort in der Kirche brachten – Die Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes ist seit 2006 Partner eines von der Europäischen Union geförderten Projekts der Städtischen Fach- und Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in München.  Den Projektteilnehmern bot sich die Möglichkeit, in allen für ihre spätere Tätigkeit relevanten (wichtigen) Bereichen Erfahrungen zu sammeln, konzeptionell, bildhauerisch, denkmalpflegerisch, kunsthistorisch usw. Und die in den 1970er-Jahren äusserst rüde (grob, roh) purifizierte (gereinigte, geläuterte) Friedhofskirche hat durch die Massnahme ein Objekt erhalten, das sie künstlerisch in ansehnlicher Weise aufwertet. (…)

OR Nr. 47 vom 22. November 2013, S. 3
Erstmals eine Frau Vize-Camerlengo der Erzbruderschaft beim Campo Santo Teutonico

Christine Maria Grafinger, aus Österreich stammende Archivarin an der Vatikanischen Bibliothek, ist als erste Frau in das Amt des Vize-Camerlengo der Erbruderschaft beim Campo Santo Teutonico in Rom gewählt worden. Die Generalversammlung der Gemeinschaft bestimmte sie am Sonntag, 10. November, zur Nachfolgerin des belgischen Historikers Johan Ickx (51). Als Camerlengo bestätigt wurde der Südtiroler Journalist Aldo Parmeggiani (74). Die Erzbruderschaft ist Trägerin der Kirche, des Friedhofs und des wissenschaftlichen Priesterkollegs im Schatten des Petersdoms. Frau Dr. Grafinger ist schon viele Jahre freie Mitarbeiterin unserer Zeitung. Die Redaktion verdankt ihr interessante und gern gelesene Artikel, die über „Schätze in der Vatikanischen Bibliothek“ oder zu entsprechenden Jubiläumstagen über Persönlichkeiten aus Kirche und Welt berichten. Die Erzbruderschaft war 1454 von deutschen Bediensteten der Kurie und Kaufleuten gegründet worden und zählt zu den traditionsreichsten deutschsprachigen Institutionen in Rom. Ihr gehören heute rund 100 Mitglieder an, die aus dem deutschen Sprach- und Kulturraum stammen, in Rom wohnen und in der katholischen Kirche aktiv sind. Der neben dem Petersdom auf italienischem Staatsgebiet – aber im exterritorialen Bereich – gelegene deutsche Kirchenkomplex, dessen Anfänge auf Karl den Grossen (742 – 814) zurückgehen, hat die Wirren des 2. Weltkrieges unbeschadet überstanden. Während der deutschen Besatzung Roms fanden dort 30 Gefährdete Zuflucht.

OR Nr. 48 vom 29.11.2013, S. 3
Mallinckrodt-Schwestern verlassen deutsches Priesterkolleg in Rom

Die Gemeinschaft der Mallinckrodt-Schwestern beendet nach 93-jähriger Tätigkeit ihre Aufgaben im deutschsprachigen Priesterkolleg am Campo Santo Teutonico in Rom. Seit 1920 hatten die Schwestern der Göttlichen Liebe in dem Gebäudekomplex neben dem Petersdom den Haushalt geführt und Sakristeidienste in der Kirche geleistet. Die vier derzeit tätigen Ordensfrauen verlassen Rom zum 1. Dezember 2013; drei übernehmen neue Aufgaben in ihrer ostwestfälischen Heimat, eine wechselt nach Uruguay. Auf sie folgen zwei slowakische Ordensfrauen aus der Gemeinschaft der Schwestern vom Göttlichen Erlöser, die im Elsass gegründet wurde.

Die bisher am Campo Santo tätige Ordensgemeinschaft, deren Gründerin Pauline von Mallinckrodt (1817-81) im Jahr 1985 heiliggesprochen worden war, gibt ihre römische Aufgabe aufgrund von Personalknappheit im Orden und wegen des fortgeschrittenen Alters der Schwestern auf. Von den beiden neuen Schwestern soll eine die Haushaltsleitung im Kolleg des Campo Santo übernehmen, die andere ist für die Dienste in der Sakristei sowie die Betreuung der Pilger zuständig, die in der Kirche Gottesdienste feiern.

OR Nr. 39 vom 26.09.2014, S. 6

Junge Münchner Steinmetze verschönern den deutschen Friedhof im Vatikan

Wieder einmal arbeiteten Meisterschüler/innen der Fach- und Meisterschule für Steintechnik München am Campo Santo Teutonico im Vatikanstaat. Bereits zum 8. Mal waren sie vor Ort und halfen mit, den kleinen historischen Friedhof bei der Kirche Santa Maria della Pietà in gutem Zustand zu erhalten. Sie opferten dafür ihre Freizeit. Clemens Sohmen, Lehrer an der Fach- und Meisterschule in München, hat bereits vor Jahren zusammen mit dem damaligen Rektor des Campo Santo, Prälat Erwin Gatz, im Rahmen eines von der EU geförderten Leonardo da Vinci-Projektes den Grundstein gelegt für diese besondere Zusammenarbeit an einem besonderen Ort. Der neue Rektor, Dr. Hans-Peter Fischer, spricht von einer „win-win“ Situation.

OR Nr. 10 vom 6. März 2015, S. 6
Historisches Fresko am Campo Santo Teutonico restauriert

Am Campo Santo Teutonico im Vatikan ist ein altes Fresko aus dem 17. Jahrhundert restauriert worden. Wenn sich Papst Franziskus zu Fuss von seinem Gästehaus Santa Marta zur Synodenaula begibt, sieht er auf der Rückseite des Campo Santo ein frisch restauriertes Marienfresko. Es zeigt eine Darstellung der auf einer Mondsichel stehenden Gottesmutter, die der Maler Luigi Garzi (1638-1721) für das Hauptportal des alten Oratoriums 1681 anfertigte. – Bei den grossen Umbauarbeiten am Campo Santo im Jahre 1964 wurde das Fresko Garzis, der seinerzeit eng mit flämischen Landschaftsmalern zusammenarbeitete, abgenommen und über dem rückwärtigen Eingang an der Via Teutonica angebracht. Dort befindet es sich gegenüber der Ostmauer der modernen vatikanischen Audienzhalle. An der Einsegnung am 22. Februar 2015 durch den Rektor des Priesterkollegs am Campo Santo, Hans-Peter Fischer, nahmen auch die deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Anette Schavan, und der zuständige Direktor der Vatikanischen Museen, Arnold Nesselrath, teil.

OR Nr. 17 vom 24.04.2015, S. 3
Eröffnung einer neuen Papst-Benedikt-Bibliothek im Campo Santo Teutonico

Im Vatikan wird im Herbst 2015 eine neue Bibliothek zum Leben und Denken von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. eröffnet. Sie wird als Sonderbestand in der Gemeinschaftsbibliothek des neuen deutschen Priesterkollegs eingerichtet. Unterstützt wird das Projekt, das mit rund 1’000 Bänden in seinem Wirken als Wissenschaftler, Bischof und Papst beginnen soll, von der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. (…)

OR Nr. 19 vom 13.05.2016, S. 3
Eine Gedenktafel für Monsignore Hugh O’Flaherty (1898-1963) wurde am Sonntag, 8. Mai 2016 im Campo Santo Teutonico feierlich enthüllt. Der irische Priester lebte einige Jahre in dem Priesterkolleg. Er war für den Heiligen Stuhl als Diplomat tätig und versteckte gemeinsam mit Helfern ungefähr 6’500 Juden und aus der Kriegsgefangenschaft geflüchtete Soldanten der Alliierten in Klöstern, kirchlichen Gebäuden und in Privathäusern.

OR Nr. 37 vom 16.09.2016, S. 2
Arbeit an einem besonderen Ort

Deutsche Handwerker verschönern den Vatikan: 21 Steinmetze, Maurer, Bildhauer und Bautechniker restaurieren derzeit den Friedhof der deutsch- und flämischsprachigen Länder neben dem Petersdom. Eine Gruppe vom Städtischen Berufsschulzentrum für das Bau- und Kunsthandwerk in München reinigte Gräber und erneuerte Inschriften auf dem Campo Santo Teutonico.
Angeleitet werden die Schüler von Robert Klier, Lehrer der Fachschule für Bautechnik, und dem bayrischen Bildhauerf Franz Seidl. Er schuf ein Marmor-Wappen von Papst Benedikt XVI. auf dem Campo Santo. Der Rektor des deutschsprachigen Priesterkollegs am Campo Santo, Hans-Peter Fischer, bezeichnete die Kooperation als „riesiges Geschenk“. Klier sagte: „Es ist für uns alle eine Ehre, an diesem besonderen Ort arbeiten zu können. Die jungen Handwerker opfern dafür einen Teil ihres Urlaubs.“ Die Kooperation besteht bereits seit 10 Jahren. Finanziert wird das Projekt mit EU-Geldern aus dem Erasmus-Programm.

OR Nr. 47 vom 25.11.2016, S. 5
Neuausgabe: „Der Campo Santo Teutonico, eine deutschsprachige Enklave im Vatikan.“ Hrsg. von Hans-Peter Fischer und Albrecht Weiland. Verlag Schnell und Steiner Regensburg, Kunstverlag Josef Fink. 128 Seiten. ISBN: 978-3-7954-3149-5. Euro 24,90.

→Frauen   →Speier     Siehe auch: Buchstaben „Fa-Fi“, Nebenregister „Fahne Gardekommandant“: die ersten  Fahnen der Schweizergarde in der Campo-Santo-Kirche.

Deutsche Kirche

Rechtfertigung der Kirchensteuern in Deutschland (auch: →Steuern). Brief eines Mitgliedes des deutschen Bundestages. Lörrach, 2012:

Clemens Pompey, M.A.
Referent Armin Schuster, MdB,
armin.schuster@wk.bundestag.de

Wie eben telefonisch besprochen, reiche ich Ihnen ausgewählte Zahlen für das Jahr 2009 zur Besoldung der Landeskirchen durch den Bund nach. Grundlage dieser Zahlungen ist die folgt:
Die Regelung geht auf vereinbarte Ersatzzahlungen zwischen Staat und Kirche zurück:

Am 25.02.1803 enteignete die Reichsdeputation in Regensburg die alte Reichskirche mit ihrem enormen Besitz: Es ging um vier Erzbistümer, 18 Bistümer, 80 reichsunmittelbare Abteien und mehr als 200 Klöster. Mit diesen Immobilien wurden die weltlichen Fürsten für jene Gebiete entschädigt, die sie an Napoleon hatten abtreten müssen. Bayern erhielt das Siebenfache, Preussen das Fünffache des Verlorenen. Im Gegenzug bekommen seither die Kirchen für ihre Vermögensverluste jährliche Zahlungen aus der Staatskasse.

Das Grundgesetz sieht vor, dass die Zahlungen vom Staat an die Kirche irgendwann ein Ende haben – ein genauer Zeitpunkt wurde aber nicht festgelegt. Zitat Prof. Horst Herrmann, Experte für Kirchenrecht: „Das Kaiserreich hat gezahlt, die Weimarer Republik hat gezahlt, Hitler hat gezahlt und die Bundesrepublik zahlt immer noch“.

Auf Grund der unterschiedlichen Konfessionslage in den einzelnen Ländern kommt es zu differierenden Gehaltszahlungen.

Am Beispiel Bayern wurde vom Bund 65 Millionen € an die katholische Kirche, 21 Millionen € an die evangelische Kirche im Jahre 2009 gezahlt. Diese wurden wie folgt auf beide Konfessionen aufgegliedert:

Die 7 Bistümer des Freistaates haben jährliche Kircheneinnahmen von rund 1,2 Milliarden €, trotzdem zahlt das Land die Gehälter von beispielsweise 5 Bischöfen und 2 Erzbischöfen, 12 Weihbischöfen, 60 Kanonikern sowie  33 Erziehern an bischöflichen Priester- und Knabenseminaren.

In Baden-Württemberg wurden 2009 zu gleichen Teilen jeweils 49 Millionen € an die evangelische und an die katholische Kirche überwiesen.

Im eher protestantischen Niedersachsen erhielt die evangelische Landeskirche vom Bund 30 Millionen €, die kath. 7,6 Millionen €.

Insgesamt zahlte im Jahre 2009 die Bundesrepublik Deutschland 442’690’600.00 Euro für kirchliche Personalkosten.

Badische Zeitung, 27.04.2010, Seite 32:
Mixa-Rücktritt
Die Kirche ist nicht zu einer Reform bereit
Zu: „Watschemann und Drachentöter“, Beitrag von Daniel Wirsching

Erzkonservative Hardliner wie der Kölner Kardinal Meisner und der Augsburger Bischof Mixa können heute ungehindert gegen „Ungläubige“ wettern. Ein Priester müsse gewaltfrei sein, forderte Mixa noch am 4. April und wies jede Schuld in Bezug auf Gewaltsanwendung von sich: Mein Herz ist rein. Kurze Zeit später gibt er zu, Kinder geohrfeigt zu haben. Und dies mit der Begründung, dass vor 20 bis 30 Jahren die „Watschn“ noch völlig normal gewesen sei. Verbale Fehltritte von katholischen Würdenträgern wurden in der Presse bislang zwar erwähnt, Konsequenzen aber hatte es keine. Erst jetzt – der Lüge überführt und mit Vorwürfen konfrontiert – gerät Bischof Mixa unter Druck.

Letztlich ist es egal, ob er zurücktritt oder nicht. Die katholische Kirche ist zu einer inneren wie äusseren Reform nicht bereit. So liegt es an den Mitgliedern der Kirche zu handeln. Einzig Massenaustritte könnte die Kirche zum Umdenken zwingen. Dass die vielbeschworene „Kirche von unten“ nichts erreicht, ist offensichtlich: In den letzten Jahrzehnten hat sich kaum etwas verändert – nach wie vor sind die Strukturen hierarchisch, frauenfeindlich und undemokratisch.

Darüber hinaus muss endlich auch die Frage gestellt werden, ob es noch zeitgemäss ist, dass deutsche Bischöfe aus Steuergeldern bezahlt werden – nicht aus Kirchensteuern – wohlgemerkt. Das heisst, auch all diejenigen, die sich von Mixa & Co. auf Grund ihrer „Gottlosigkeit“ beleidigen lassen müssen, tragen mit ihren Steuern das fürstliche Gehalt eines Bischofs.
Dr. Christine Streit, Freiburg

OR Nr.  40 vom 5. Oktober 2012, S. 1:
Neu gestaltetes Internetportal „katholisch.de“

Fulda. Das neu gestaltete Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland „katholisch.de“ ist online. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Medienbischof Gebhard Fürst starteten den völlig neu gestalteten Internetauftritt bei der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda. Das Portal richtet sich nach Angaben von Programmgeschäftsführer David Hober nicht nur an die Katholiken, sondern auch an alle User mit Interesse an Glaubensfragen und Religion. Es solle vor allem „modernere Milieus“ und jüngere Zielgruppen ansprechen und „die katholische Welt erklären“.

Katholische Wochenzeitung Nr. 41 vom 12. Oktober 2012, S. 1:
Grundsatzurteil zur Kirchensteuer: Es reicht!

Mathias Matussek übt im „Spiegel“ schwere Kritik an den deutschen Bischöfen: Die katholische Kirche in Deutschland bindet die Sakramente an Mitgliedsbeiträgen, eine mittlerweile skandalöse Form des Ablasshandels.

Der bekannte katholische Journalist Mathias Matussek hat im „Spiegel“ schwere Kritik am Kirchensteuer-Dekret der Deutschen Bischofskonferenz sowie am Prozess der Erzdiözese Freiburg gegenüber dem Kirchenrechtler Zapp geübt. „Jetzt noch mal amtlich und mit Kirchensiegel und der grösstmöglichen Arroganz: Keine Sakramente ohne Kirchensteuer. Erst zahlen, dann an die Kommunionbank und in den Beichtstuhl. Das ist, was die deutsche Amtskirche in ihrem Schlingerkurs zwischen Staatsanpassung und spiritueller Leere derzeit ausmacht“, schreibt Matussek, der der katholischen Kirche in Deutschland dann vorwirft, dass sie sich zunehmend als seelenloses Inkasso-Unternehmen begreift. Die reiche deutsche Amtskirche, die reichste der Erde, verwaltet laut Matussek derzeit ein Riesenheer an religiösen Karteileichen. Sie sei aussen prächtig, innen aber leer. „Jedes Jahr kehren ihr weit über 100’000 den Rücken. Die Mitgliedschaft in der Kirche wird gekündigt wie ein Abo, das man vergessen hat. Wie eine Art Kasko-Versicherung, deren Hintergrund-Sicherheit man irgendwann schätzte, aber nicht unbedingt in Anspruch nehmen möchte“, so Matussek, der auch kritisiert, dass der überwiegende Teil der Kirchensteuer für die Sicherstellung der Bürokratie draufgehe. Wie fern und wie misstrauisch muss unsere deutsche katholische Kirche der Honoratiorenvereine und üppig ausgebauten Bischofsresidenzen den Gläubigen gegenüber sein, dass sie – nahezu einzigartig – die Sakramente an Mitgliedsbeiträge bindet, also an eine mittlerweile skandalöse Form des Ablasshandels in einer Welt, in der alles nur noch käuflich ist?“

Matussek frage weiter, wie diese Kirche im Ernst den Armuts-Helden, den heiligen Franziskus, als Modell für die Nachfolge anbieten könne, ja, erst recht jene Urgestalt, jenen Gottessohn, der mit 12 leseunkundigen Jüngern durch den Sand von Palästina schritt und später, vor Pilatus, sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

Kirche heute 38/2013 September, S. 2
Konflikt im Bistum Limburg

In den Konflikt um die Amtsführung des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst  greift jetzt der Vatikan ein. Der Bischof war in den letzten Wochen zunehmend in öffentliche Kritik geraten,. Unter anderem wurde ihm mangelnde Kommunikation vorgeworfen. Papst Franziskus hat nun für den 9. September 2013 den brüderlichen Besuch von Kardinal Giovanni Lajolo (früher „Ministerpräsident“ des Vatikanstaates) angekündigt. Dieser werde mit Tebartz-van Elst, dem Domkapitel und anderen relevanten Personen sprechen, um gegebenenfalls „brüderlich zu ermahnen“.  →Skandale?

Kirche heute 44/2013 Oktober S. 2
Kirche braucht Transparenz bei Finanzen

Der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff hat die katholische Kirche in Deutschland zu totaler Transparenz bei den Finanzen aufgerufen. „Ich würde den Diözesen in allen Fällen, in denen sie über erhebliche Vermögen verfügen, empfehlen, diese Fakten zu veröffentlichen und so transparent zu machen wie die Bistumshaushalte“, sagte der frühere Kölner Generalvikar und Finanzexperte in einem Interview der katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Auch die SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks forderte mehr Transparenz in Finanzfragen. Hendricks, Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZDK), kritisierte im Deutschlandfunk den Vermögensverwaltungsrat, der im Bistum Limburg für die Kontrolle der Finanzen des Bischöflichen Stuhles zuständig war.

OR Nr. 43 vom 25. Oktober 2013, S. 3
Pressemitteilung des Heiligen Stuhles hinsichtlich der Diözese Limburg

Der Heilige Vater ist über die Lage in der Diözese Limburg zu jedem Zeitpunkt umfassend und objektiv informiert worden. In der Diözese ist es zu einer Situation gekommen, in welcher der Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst seinen bischöflichen Dienst zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann. Nach dem „brüderlichen Besuch“ von Seiner Eminenz Giovanni Kardinal Lajolo im vergangenen September hat die Deutsche Bischofskonferenz gemäss einer Vereinbarung zwischen dem Bischof und dem Limburger Domkapitel eine Kommission eingesetzt, um eine eingehende Prüfung im Hinblick auf den Bau des Bischofssitzes vorzunehmen. In Erwartung des Ergebnisses besagter Prüfung und der damit verbundenen Vergewisserung über diesbezügliche Verantwortlichkeiten hält der Heilige Stuhl es für angeraten, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Zeit ausserhalb der Diözese zu gewähren. Auf Entscheidung des Heiligen Stuhles tritt die durch den Bischof von Limburg um 1. Januar 2014 ausgesprochene Ernennung des Hochwürdigen Herrn Stadtdekan Wolfgang Rösch zum Generalvikar bereits mit dem heutigen Tag in Kraft. Generalvikar Rösch wird die Diözese Limburg während der Abwesenheit des Diözesanbischofs im Rahmen der mit diesem Amt verbundenen Befugnisse verwalten. – Aus dem Vatikan, 23. Oktober 2013

Nordwestschweiz bz, 19.11.2013, S. 11
Protz-Bischof muss zahlen. Falschaussage: Verfahren eingestellt, dafür 20’000 € Geldstrafe

Das Amtsgericht Hamburg hat das Strafverfahren gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gegen Zahlung einer Geldauflage von 20’000 Euro eingestellt. Das teilte die Pressestelle der Hamburger Gerichte gestern mit. Der Beschluss sei mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ergangen und ausserdem nicht mehr anfechtbar. In dem Verfahren ging es um den Vorwurf der eidesstattlichen Falschaussage. Der Bischof soll im Zusammenhang mit einem Erste-Klasse-Flug nach Indien vor Gericht falsche Angaben an Eides statt gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Einstellung gegen eine Geldbusse zunächst abgelehnt. (…)

OR Nr. 47 vom 22. November 2013, S. 3

Bonn. Das deutsche Stundenbuch ist ab sofort online abrufbar. Auf der Internetseite stundenbuch.katholisch.de  finden sich für jeden Tag alle Texte zu den 6 Gebetszeiten des Stundengebets (Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet).

Kirche heute 15/2004 April, S. 2
Bischof Tebartz-van Elst zurückgetreten

Papst Franziskus hat am 26.03.2014 den Amtsverzicht des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst angenommen und Manfred Grothe zum Apostolischen Administrator ernannt. Grothe ist Paderborner Weihbischof und hat die Untersuchungskommission zu Limburg geleitet.

Der von der Deutschen Bischofskonferenz am 26. März veröffentlichte Prüfbericht zum Bauprojekt der Limburger Bischofsresidenz listet Fehler auf finanzieller und rechtlicher Ebene sowie bei der Kommunikation auf. So hatte 2004 das Limburger Domkapitel den Bau des Bischofshauses ohne Rechtsgrundlage beschlossen und sich danach jegliche Kontrolle entziehen lassen. Der unterdessen zurückgetretene Bischof hatte systematisch zu niedrige Kosten angegeben, Kontrollen verhindert und kirchliche Vorschriften umgangen.

Schweizerische Wochenzeitung 14/2014, April, S. 207
Licht ins Limburger Halbdunkel. Prüfbericht zu Tebartz-van Elst enthüllt alte und neue Skandale. Von Ludwig-Ring-Eifel

Berlin. Ein Badezimmer für umgerechnet CHF 38’000.00. Beheizte Steine in einem Kreuzgang für CHF 23’000.00. Lautsprecher für CHF 55’000.00. Der Prüfbericht zum Limburger Bauprojekt, den die Deutsche Bischofskonferenz am 26. März 2014 veröffentlicht hat, listet minutiös aufs, was zwischen 2004 und 2014 alles falsch gelaufen ist: finanziell, aber auch rechtlich und in der Kommunikation. Die Finanz- und Bausachverständigen weisen nach, dass durch Neuplanungen Mehraufwendungen von 10,1 Millionen Franken entstanden – also mehr als ein Viertel der Baukosten. Vier neue Architekten-Entwürfe hat es zwischen 2007 und 2010 gegeben, der Raumbedarf vervierfachte sich. Und die Tieferlegung des Baus im Felsgrund des Domberges machte knapp ein Zehntel der Baukosten aus. Dann ist da noch die lange Liste der Luxus-Objekte wie ein Koi-Teich für CHF 260’000.00 , ein „Garten der Stille“ für CHF 814’000.00 oder bronzene Fensterrahmen für 2 Millionen Franken. (…)

Katholische Wochenzeitung 33/2014 August, S. 4, Reinhard Dörner
Öffentlich-rechtliche Desinformation

Was viele erwartet haben, hat sich nun in vollem Umfang bestätigt. Elst ist nach dem geltenden Recht in jeder Hinsicht rehabilitiert (sein Ansehen wieder hergestellt), nachdem endlich auch die zuständige Staatsanwaltschaft das Untersuchungsverfahren gegen ihn eingestellt hat. Grund: Keinerlei Tatverdacht. Der auf Bischof Tebartz gelenkte Schatten fällt jetzt ganz und gar auf das zuständige Domkapitel, das in keiner Weise seiner Loyalitätspflicht genügte. Statt dessen hat es offenbar die Medien zum Erfüllungsgehilfen gegen den eigenen Bischof missbraucht. –  Der aufmerksame Beobachter der Zeitereignisse  kann sich noch gut erinnern, wie die „Öffentlich-Rechtlichen“ in abgekarteter Manier wochenlang unisono (auf demselben Ton) über Bischof Tebartz herfielen, ihm finanzielle Untreue und privatem Luxus frönende Lebensführung vorwarfen. Dabei bedienten Domkapitel und aus der sogenannten „katholischen Öffentlichkeit“, ohne zu recherchieren (nachforschen), in welchem Verhältnis diese zu ihrer Kirchlichkeit standen. Diese Szenerie beruhigte sich erst, als der Papst dem Bischof eine „Auszeit“ verordnete und schliesslich dessen Rücktrittsangebot annahm. Nachdem man also den Bischof auf diese Weise „sturmreif geschossen“ hatte, konnte auch die Akte Tebartz bei den Medienvertretern geschlossen werden. Auf jeden Fall hatte man einen unliebsamen Vertreter der Kirche beseitigt. – Falsche Behauptungen wie z. B, über die „Badewanne für 15’000 Euro“ werden öffentlich nie zurückgenommen. Durchgehend wartet man vergeblich auf Richtigstellungen. Die Art der Pressehatz war von vornherein auf die Person des Bischofs ausgerichtet nach dem Motto: Aliquid haeret mit dem Ziel des Rücktritts des Bischofs, weil der Vorwurf der persönlichen Untreue an ihm „hängen“ blieb, obwohl er nicht zutrifft. Wer jetzt darauf wartet, dass die „Öffentlich-Rechtlichen“ den Bischof rehabilitieren durch eine Korrekturmeldung im Sinne der Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft Limburg, der ist „blauäugig“. Die Kampagne gegen den Bischof hat ja ihren Erfolg gebracht, eine Richtigstellung ist nicht mehr opportun (angebracht). Das hiesse ja, dass man sich selbst an die moralische Brust klopfen und sich sogar für Desinformation schuldig bekennen müsste. Ist es nicht an der Zeit, den „Öffentlich-Rechtlichen“ den Geldhahn abzudrehen?

Katholische Wochenzeitung 43/2014 Oktober, S. 4, Hubert Gindert
Erosionsprozess in der Kirche? Wenn ja, warum?

Wenn der formale Kirchenaustritt grössere Unruhe hervorruft als die innere Kündigung von fast 90 % der Katholiken, dann kommt die Frage auf, ob der Ausfall von Kirchensteuer wichtiger erscheint als der Missionsbefehl.
Es gibt Meldungen, die man nicht kommentieren muss und danach zur Tagesordnung übergehen kann. Dazu zählen die 178’000 Austritte der Katholischen Kirche in Deutschland im Jahre 2013. Zur Kirchenstatistik 2013 erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx u. a.: „Das zweite Halbjahr 2013 hat offensichtlich zu einem Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust geführt.“ Für viele Kommentatoren liegt die Ursache dafür schnell auf der Hand., Es sind „die Kosten um den schicken Bau auf dem Limburger Dom“ (SZ, zitiert nach Konradsblatt 30.2014), mit Bischof Tebartz van Elst als Sündenbock. Die Medien fragen nicht, in wieweit sie den „Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust“ durch die Art ihrer Berichterstattung mit verursacht haben. Kardinal Marx sagt in seiner Ursachenanalyse weiter: „Die aktuellen Zahlen sind schmerzlich und alle in der Kirche müssen das ernst nehmen für ihr handeln,“
Aber müsste der auf 10,8 % zurückgegangene Kirchenbesuch nicht noch mehr erschrecken als die Austrittszahlen von 2013?
Von den rund 24,2 Mio. Katholiken in Deutschland nehmen 21,6 Mio. nicht an der sonntäglichen Eucharistiefeier, dem wichtigsten Ereignis einer Pfarrgemeinde, teil. Die FAZ sagt entsprechend: „Weit dramatischer … sind langfristige Erosionsprozesse. Die Zahl der regelmässigen Gottesdienstbesucher hat sich binnen weniger als einer Generation halbiert“ (Zitiert nach Konradsblatt 30.2014).
Wenn aber der formale Kirchenaustritt grössere Unruhe hervorruft als die innere Kündigung von fast 90 % der Katholiken, dann kommt die Frage auf, ob der Ausfall von Kirchensteuer wichtiger erscheint als der Missionsbefehl.
Dieser lautet bei Matthäus: „Geht hin in alle Welt und verkündet aller Schöpfung die frohe Botschaft.“ Es taucht auch die Frage auf, ob man Christ sein kann ohne Kirche, wie das bei denen ist, die zu ihr keinen Kontakt mehr haben. Über Neuevangelisierung spricht die Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz nicht. – In den westlichen Ländern gibt es die gern geglaubte Entschuldigung: Mit wachsendem Wohlstand schwindet der Glaube. Papst Franziskus war in Korea: Dort wächst die Katholische Kirche im gleichen Rhythmus mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Man kann ja fragen: Ist der Wohlstand in der Kirche bei uns ein Hindernis für das religiöse Lebern? Man schätzt nicht, was man nicht kennt. Nach 9 Jahren Pflichtunterricht in Religion kennen die jungen Katholiken die Inhalte ihres Glaubens nicht. Das ist seit langem bekannt. Wer sich in den letzten Jahrzehnten um Abhilfe an die Verantwortlichen gewandt hat, musste den Eindruck gewinnen, dass solche Schreiben auf den Index der verbotenen Schriften gesetzt worden sind.- „Wir erleben nicht so sehr eine Epoche der Veränderungen, sondern die Veränderung der Epoche“, sagte Papst Franziskus in einem Interview. Dieser Epochenwechsel zeigt sich bei uns auch im dramatischen Niedergang des Glaubens“. – Erzbischof Gänswein sieht die eigentliche Ursache der Vertrauenskrise als eine Glaubenskrise: „Es handelt sich um eine wirkliche Glaubenskrise. Die Glaubwürdigkeit des Evangeliums steht auf dem Spiel.“
Aber wenn auch die Heilige Schrift vom Massenabfall und vom Auftreten falscher Propheten in der Endzeit berichtet, enthebt uns das nicht der Aufgabe, nach den Ursachen für den Glaubensabfall heute zu fragen, und ihn, soweit das in unserer Hand liegt, aufzuhalten!
Prof. Dr. Hubert Gindert ist der Initiator und Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken
(siehe auch unter „Kirchen in Rom“)

Katholische Wochenzeitung Baden/CH, 4/2015, Januar, S. 5, Peter Winnemöller
Zur Lage der Kirche in unserem Land
In bischöflichen Ordinariaten sollten die Alarmglocken klingeln. (Der Ausdruck „in unserem Land“ im Titel meint Deutschland. Die Analyse trifft aber fast zu 100 Prozent auch auf die Lage der Kirche in der Schweiz zu. Red.)

Weihnachten ist vorbei, die vollen Kirchen haben wir hinter uns. In einem „FAZ“-Artikel hat sich Markus Günther analytisch mit der Lage der Kirche befasst. Der Analyse kann man zu fast 100 % zustimmen. – Mag der Vergleich der Kirche in unseren Tagen mit der DDR in ihren letzten Jahren auch etwas krass klingen. Dieser Vergleich jedoch entbehrt nicht einer gewissen Grundlage, wenn man die Aufbruchsrhetorik der Pastoralstrategen in den Bistümern hört und liest.  Man fragt sich doch allen Ernstes, ob  die nicht kapieren, dass die Leute an der Basis ihre Propagandalügen am Ende doch durchschauen. Bei knapp 10 % regelmässigem sonntäglichen Kirchenbesuch sollten in bischöflichen Ordinariaten die Alarmglocken ebenso klingeln wie bei der Tatsache, dass nicht einmal die Hälfte der Kinder eines Geburtsjahrganges noch getauft wird. (In der Schweiz dürfte in vielen Gegenden der Kirchenbesuch deutlich unter 10 % sein. Red.) In 30 Jahren, wenn die jetzt letzte kirchlich sozialisierte Generation ausgestorben ist. das betont Markus Günther zu Recht, ist auch die Kirchensteuerherrlichkeit vorbei. Die Kirchensteuer nicht zu zahlen, führt in D unmittelbar zu Exkommunikation, auch wenn die kirchliche Propaganda längst andere Begriffe dafür gefunden hat. Fakt bleibt es. Wer die Steuer verweigert, ist raus aus der Sakramentengemeinschaft.

Glaubensirrtümer hingegen interessieren nicht. So schreibt Günther: Wie wenig die Kirchenmitgliedschaft noch mit dem Glauben zu tun hat, offenbarte eine Meinungsumfrage des Instituts Allensbach im Auftrag der katholischen Kirche. Sie fiel allerdings so verheerend aus, dass die Ergebnisse nie veröffentlicht wurden. Man weiss es natürlich in den Ordinariaten und in der Bischofskonferenz. Die grässliche Wahrheit liegt längstens auf dem Tisch. Nur knapp die Hälfte der Christen im Land glaubt an die Auferstehung Christi. Die überwältigende Mehrheit der Menschen glaubt nicht an das ewige Leben. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Wie es um den Glauben an die Realpräsenz in der Eucharistie aussieht, mag man sich gar nicht vorstellen, wenn man an Weihnachten mal wieder erleben durfte, wie sich die zahlreichen U-Boot-Christen ihren Keks abholten.

40 Jahre ohne nennenswerte Katechese (Religionsunterricht): Das „Werk“ der Mietlinge unter den Hirten! Einen Punkt lässt Markus Günther in seinem brillanten Artikel allerdings unerwähnt. Es ist die Tatsache, dass wir seit über 40 Jahren ohne nennenswerte Katechese auskommen müssen. Weder im schulischen Religionsunterricht noch im Rahmen der Sakramentenkatechese in den Gemeinden lernen die Menschen in unserem Land, was die Kirche wirklich glaubt. Im besten Fall bekommen sie eine weichgespülte Wahrheit präsentiert. Im schlimmsten Falle sind es Privatmeinungen von Lehrern, Gemeindereferentinnen oder ehrenamtlichen (zumindest nicht ausgebildeten) Katecheten. Wer mal Firmenvorbereitung gemacht hat, kann es wissen. Schüler nach 10 Jahren katholischem Religionsunterricht kennen weder die Grundgebete noch die Zehn Gebote. Sie wissen nichts von der Göttlichkeit Jesu und können die 7 Sakramente der Kirche nicht (schon gar nicht in der richtigen Reihenfolge) nennen. Sie haben von den Fünf Geboten der Kirche nichts gehört, wissen nichts von der Dreifaltigkeit Gottes und dümpeln (leicht schlingern) auch ansonsten in einem diffusen (verschwommenen) Gemisch aus Vulgär-Atheismus/-agnostizismus (niedrige Verneinung der Existenz Gottes und gemeine Lehre, die das übersinnliche Sein für unerkennbar hält) und esoterischen (grenzwissenschaftlichen) Religionen Marke Eigenbau herum.

Von religiöser Praxis erst recht keine Spur! Fehlt es an Wissen schon dramatisch, so ist von religiöser Praxis erst recht keine Spur. Was für Kinder und Jugendliche gilt, gilt für Eltern in gleicher Weise. Elternabende zu Firm- oder Erstkommunionsvorbereitung sollten FSK 18 sein. Kein Gruselfilm hat mir bislang einen solchen Schauer über den Rücken gejagt, wie derartige Elternabende. Die Antwort lautet nicht etwa, eine katechetische Grossoffensive zu starten, d. h., aus für die Ausbildung ehrenamtlicher Katecheten mal wirklich ein paar von 5,5 Milliarden Kirchensteuer-Euro in die Hand zu nehmen. Statt dessen schreibt man aufwendige Pastoralpläne, verwendet Methoden aus der Unternehmensberatung und pflegt eine sinnleere Aufbruchsrethorik. Man möchte den Jugendlichen ein positives Erlebnis „mit Kirche“ verschaffen. Damit ist man auf einem Niveau weit unterhalb des örtlichen Fussballvereins angelangt. Man mache sich nichts vor: Katechese generiert (hervorbringen) keinen Glauben. Doch Katechese schafft die Basis, damit der Glaube auf einem Fundament der Vernunft wachsen kann. Die Suche nach Gott ist dem Menschen zu eigen. Aufgabe der Kirche ist es, hier Fleisch ans Bein zu bringen. Denkt man dies mit, liest man den Artikel von Markus Günther noch mal in einem anderen Licht.

Prinzip der „konstruktiven Destruktion“? (Zerstörung) Es stimmt, die Kirche wird sich nach Zusammenbruch der Kirchensteuer zahlenmässig irgendwo in der Grössenordnung einer Sekte ansiedeln. Doch die Kirche ist eine übernatürliche Wirklichkeit. Der Zusammenbruch der Kirche in Deutschland, den man – ceteris paribus (unter sonst gleichen Bedingungen) – für die nächsten 20 Jahre vorhersagen kann, tut die Kirche keinen Abbruch. Dann kommen Missionare aus Korea, Afrika und Indien, um hier das Evangelium zu verkünden. Ob diese Kirche, die dann wächst, dem Staat allerdings so nützlich ist, wie die fiskalisch (von der Staatskasse)  finanzierte und politisch gesteuerte Kirche unserer Tage, das sein einmal dahingestellt. Wer die Kirche der Zukunft in Deutschland (und in der Schweiz. Red.) sehen will, kann das schon jetzt tun. Man besuche Nightfever und ähnliche Veranstaltungen. Man schaue sich bei geistlichen Bewegungen und Gemeinschaften um. Dort wächst, langsam und in Anfängen, was die Kirche in unserem Land künftig sein wird. Sie wird die Kirche in Lateinamerika und Afrika ähnlicher sein, als viele von uns sich das bis heute vorstellen können.  Und die Wahrscheinlichkeit, dass sei eine vom Staat ungeliebte oder gar verfolgte Kirche sein wird, ist nicht so ganz gering. (Zwischentitel Redaktion KWZ)

DOLOMITEN von Samstag/Sonntag, 21./22.02.2015, S. 6
Reichste Diözese legt Vermögen offen

Köln. Das Erzbistum Köln, das grösste und reichste in Deutschland, verfügt über ein Vermögen von 3,35 Milliarden Euro. Das Erzbistum legte am Mittwoch seinen Jahresabschluss für das Jahr 2013 vor. Es ist das erste Mal, dass die Erzdiözese ihr Vermögen offenlegt. Die Finanzanlagen – Wertpapier- und Immobilienfonds – beliefen sich auf 2,4 Milliarden Euro, teilte das Erzbistum mit. Nicht erfasst sind unverkäufliche Kunstschätze wie der Dreikönigsschein im Kölner Dom. Sachanlagen wie Schulen und Tagungshäuser, wurden mit 646 Millionen Euro bewertet. Hinzu kamen Bankguthaben und Vorräte. Das Milliardenvermögen sichere „die tägliche Arbeit in der Seelsorge und Caritas“, so Generalvikar Stefan Hesse. Jeden Tag flössen rund 2 Millionen Euro in Pfarreien, Caritas und Hilfseinrichtungen sowie in Projekte in Krisenregionen.

OR Nr. 12/13 vom 20. März 2015, S. 6
Abermals Kirchensteuer in Rekordhöhe

Bonn. Die katholische Kirche hat im vergangenen Jahr 2014 ein beachtliches Ergebnis bei der Kirchensteuer erzielt. Mit rund 5,68 Milliarden Euro übersteigen die Einnahmen aus dem von den Finanzämtern eingezogenen Mitgliedsbeitrag zum dritten Mal in Folge die Fünf-Milliarden-Grenze. Dies teilte die Deutsche Bischofskonferenz mit. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von 4,24 %. – Im Jahre 2013 summierten sich die von Katholiken gezahlten Kirchensteuern auf rund 5,45 Milliarden Euro, damals verzeichnete die Evangelische Kirche in Deutschland 4,84 Milliarden Euro. Eine Sprecherin der Bischofskonferenz begründete das Rekordergebnis mit der guten Konjunktur und der hohen Zahl von Katholiken in regulären Arbeitsverhältnissen. Die katholische Kirche in Deutschland zählt laut jüngsten Angaben etwa 24,2 Millionen, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) rund 23,4 Millionen Mitglieder. Sie sind damit die beiden mitgliederstärksten Organisationen in Deutschland.

Kirche heute 16/2015 April, S. 2
Tebartz-van Elst neu im Vatikan tätig

Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat seine Tätigkeit im Vatikan aufgenommen. Im Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (Via della Conciliazione 5, Rom) ist er im Rang eines „Delegaten“ für den Bereich Glaubensunterweisung (Katechese) zuständig. Der im Jahre 2010 gegründete Päpstliche Rat soll Empfehlungen für die Bischöfe in der westlichen Welt entwickeln, wie die Weitergabe des christlichen Glaubens an die unterschiedlichen Generationen besser gelingen kann. – Stand Januar 2016; Tebartz-van Elst soll in einer 200 m2 grossen Wohnung an der Piazza Navona wohnen.

Katholische Wochenzeitung CH Baden, 15/2015 April, S. 9
Was die deutsche Kirche weiss, aber verschweigt.
Kasper und Marx, das „Gesicht“ der deutschen Kirche  (…)

„Die letzte christlich sozialisierte und kirchlich aktive Generation scheidet bald aus dem Arbeitsleben aus und stirbt in den nächsten drei Jahrzehnten. Dann bricht auch die Fassade der Kirche zusammen. Dahinter wird eine Minderheit zum Vorschein kommen, die nicht viel grösser sein wird als die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas“. Diese nüchterne Feststellung schrieb Markus Günther vergangenes Jahr wenige Tage nach Weihnachten in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. – Er verwertete eine Erhebung des Allensbach Institutes, die von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Auftrag gegeben worden war. Die Ergebnisse waren jedoch so niederschmetternd, dass sie der DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx sofort in der Schublade verschwinden liess. – Einzige Zahlen:  68 % der Befragten wählen auf die Frage, warum sie katholisch seien, die Antwort: „Weil man dann wichtige Ereignisse im Leben kirchlich feiern kann, zum Beispiel Hochzeit, Taufe“. Die zweithäufigste Antwort war: „Es gehört für mich einfach dazu, das hat in unserer Familie Tradition“. Religiöse Antworten klingen anders. Es seien einfach „kulturelle, soziale Gründer“, konstatierte Günther. Ein Befund, der von katholischen Priestern und protestantischen Pastoren bestätigt werde: Die Kirche könne heute noch dort einen „Staat“ machen, „wo sie eine glänzende Feier verspricht“, so Günther. Laut Allensbach glauben mehr Deutsche an Ufos als an das Jüngste Gericht. Zwei Drittel der Deutschen sind amtliche Christen, aber nur kein Drittel glaubt an die Auferstehung Christi. 60 % der Deutschen glauben nicht an ein ewiges Leben. Für sie ist mit dem Tod Feierabend. „Dagegen glaubt jeder vierte Deutsche, dass die Begegnung mit einer schwarzen Katze Unglück bringt“, Jeder dritte Firmkandidat und Confirmand glaubt nicht an Gott. – Die Menschen feiern gerne. Das gelte heute auch für viele Gottesdienste. Man feiere weiter, auch wenn man nicht an Gott glaube. Die Kirchensteuer werde spätestens ab 2030 in schnellen Schritten versiegen, meint Günther Allein 2013 habe die katholische Kirche 10 % ihrer Gottesdienstbesucher verloren. Kein Benedikt- und Franziskus-Effekt habe etwas an der Talfahrt geändert. Erstaunlicherweise steige trotz des massiven Schwundes praktizierender Gläubiger die Zahl der Atheisten (Existenz eines Gottes wird verneint) nicht. Für die „grosse Mehrzahl“ der Menschen sei die Frage nach Gott auch weiterhin ein lebenslanges Thema. Die Suchenden und Fragenden würden von den Kirchen immer seltener erreicht. „Die populärste Antwort“ auf die Fragen, war dem so sei, laute, „weil die Kirche nicht mehr zeitgemäss ist“. (…)

OR Nr. 18 vom 1. Mai 2015, S. 2
Katholische Kirche in Deutschland will Familienfreundlichkeit verbessern

Die katholische Kirche in Deutschland will ein familienfreundlicherer Arbeitgeber werden. Dazu hat die Deutsche Bischofskonferenz jetzt eine Studie in Auftrag gegeben, die die Massnahmen der 27 Bistümer zur Vereinsbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer sichten und deren Wirksamkeit auswerten soll. Wie die Bischofskonferenz in Bonn mitteilte, wird das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingoldstatt eine Bestandsanalyse über familienfreundliche Massnahmen in den deutschen (Erz-) Bistümern durchführen. Mit einem ausführlichen Fragebogen werden die Personalverantwortlichen, Gleichstellungsbeauftragten und Mitarbeitervertreter der Bistümer zu 4 Schwerpunkten befragt: Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung, Angebote für Eltern und Elternzeit, Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Angehörige sowie Familienserviceangebote. Die Ergebnisse sollen Im Herbst präsentiert werden. Die katholische Kirche in Deutschland hat rund 650’000 hauptamtliche Mitarbeiter. Davon sind allerdings mehr als 500’000 beim Wohlfahrtsverband Caritas beschäftigt.

Katholische Wochenzeitung 20/2015 Mai, S. 4
Journalist: „Kolossales Scheitern des deutschen Episkopats“ – oder:
Über die moralische Verelendung der reichen Prasser!

Der Publizist Gersdorff kritisiert DBK-Stellungnahme für die Familien-Bischofssynode: „Wie viel Geld hat die reiche katholische Kirche in Deutschland ausgegeben, um die negativen Einflüsse von Fernsehen, Internet und sonstige Medien zu bekämpfen?“
„Welche katechetischen Gegenmassnahmen wurden getroffen, um die katholische Lehre wach zu halten?“ Diese pointierten Fragen stellte der katholische Publizist Mathias von Gersdorff in einem Kommentar in der „Jungen Freiheit“ angesichts der Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz auf die Vatikanumfrage zur Vorbereitung der Familiensynode im Oktober 2015. Das Dokument sei „das Eingeständnis eines kolossalen Scheiterns des deutschen Episkopats, in diesem Land den katholischen Glauben und das katholische Lehramt zu verteidigen“. „Falls die Stellungnahme tatsächlich die hiesige Realität wiedergibt, so hat die Kirche keinerlei Einfluss auf die Ansichten ihrer Gläubigen hinsichtlich Ehe, Familie und Sexualmoral. Was Scheidung, Patchwork-Familien, Verhütung und homosexuelle Partnerschaften angeht, haben die Gläubigen laut der Stellungnahme der deutschen Bischöfe vollständig die Ansichten übernommen, wie sie Zeitschriften wie Bravo, Spielfilme, Soap Operas oder Bündnis 90/Die Grünen verbreiten. Mit anderen Worten: Laut der Deutschen Bischofskonferenz hat die sexuelle Revolution in Deutschland ganze Arbeit geleistet. Die katholischen Bischöfe haben keinerlei Einfluss darauf, was die Gläubigen über Ehe und Sexualität denken.“ (…)

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 47/2015 November, S. 9
Ist die Kirche reich? In Deutschland ja

Die Kirche in Deutschland ist reich, aber wenig lebendig. Zwischen diesen beiden Beobachtungen besteht ein Zusammenhang, schreibt der britische Moraltheologe Alexander Lucie-Smith. Ist die Kirche reich? Das kommt darauf an. Die Kirche in Afrika ist es sicher nicht. Aber es gibt ein Land, in dem die Kirche sehr reich ist. Dieses Land ist Deutschland, dank seiner Kirchensteuer. Das schreibt der katholische Priester und Moraltheologe Alexander Lucie-Smith in einem Kommentar für dei „Catholic Herald“, dessen Mitherausgeber er ist. Die deutsche Kirche sei gleichzeitig eine wenig lebendige Kirche. Zwischen den beiden Beobachtungen bestehe ein Zusammenhang. Der wöchentliche Messebesuch sei von 22 % 1989 auf knapp 11 % 2014 zurückgegangen. Die Zahl der kirchlichen Trauungen sei zwischen 1990 und 2013 von 116’000 auf 44’000 zurückgegangen. Die Zahl der Messebesucher liege bereits deutlich unter jener, die Kirchensteuer zahlen würden. Die deutschen Bischöfe hatten also wenig Anlass, über den Rückgang der Kirchenbesuche nachzudenken, schreibt Lucie-Smith.
(In der Schweiz ist die Kirche ähnlich reich wie in Deutschland, und die pastorale Situation ist ähnlich niederschmetternd. Reiche Prasser verlieren die Fruchtbarkeit, auch spirituell. Herbert Meier)

OR Nr. 48 vom 27.11.2015, S. 6
Kardinal Marx lädt Papst Franziskus nach Deutschland ein

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat Papst Franziskus im Rahmen des „Ad-limina“-Besuches der deutschen Bischöfe nach Berlin und in andere Städte eingeladen. Über einen möglichen Termin wollte er sich nicht äussern. Er könnte sich jedoch nicht vorstellen, dass eine solche Visite 2017 in Frage komme. (…)

→ Österreichische Kirche    → Kirche Schweiz     → Frauen

Deutsches Pilgerzentrum in Rom

Via del Banco di S. Spirito 56, 00186 Roma. Telefon 0039 06 689 71 97 und 0039 06 689 71 98,
Fax 0039 06 686 94 90, E-Mail: info@pilgerzentrum.net  Leiter: H. P. Fischer, Campo Santo. Leitung ab 1. November 2013: Werner Demmel (59), bisher Krankenseelsorger im Erzbistum München und Freising.

Diakone

OR Nr. 23 vom 6. Juni 2014, S. 3

Jahr 2012: Stark gewachsen ist die Zahl der Ständigen Diakone in der katholischen Kirche. Sie stieg von rund 33’400 im Jahr 2005 um 26 % auf 42’000 im Jahr 2012. Das Diakonat als Weiheamt war vom Zweiten Vatikanischen Konzil  (1962-65) neu belebt worden; seit 1968 können auch verheiratete Männer in der katholischen Kirche zu „Ständigen Diakonen“ geweiht werden. Ständige Diakone dürfen auf taufen und predigen, nicht jedoch die Messe zelebrieren oder Beichte hören.

OR Nr. 15/16 vom 14.04.2017, S. 3
(…) Positive Zahlen aus der westlichen Welt gibt es vor allem bei den Ständigen Diakonen: Global wuchs deren Zahl in dem betrachteten Fünfjahreszeitraum 2010 – 2015 auf 45’255; der Anstieg von 14,4 % verdankt sich hauptsächlich Europa und den beiden Amerikas, wo 98 % aller Diakone tätig sind. Ansonsten fällt die Bilanz der Vatikanstatistik eindeutig aus: Afrika bleibe „die geografische Region mit dem grössten Potenzial“.
→Priester     →Bischöfe      →Ordensleute

Diebstähle im Vatikan

Sie gehen normalerweise über die italienischen Carabinieri (→Polizei beim Vatikan unter den rechten Kolonnaden vorne) und das italienische Finanzamt.  →Justiz

OR Nr. 10 vom 08.03.2013, S. 2:
Kirchen sollen besser vor Diebstahl geschützt werden

Kirchen und Klöster in der ganzen Welt sollen künftig wirksamer vor Diebstählen und  mutwilligen Zerstörungen geschützt werden. Ein neuer Ratgeber der italienischen Polizei mit 15 Tipps zur Prävention soll hierbei Hilfestellung leisten, wie die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ berichtet. Raub und Beschädigungen in Kirchen seien ein „wachsendes Phänomen“, zitierte die Zeitung des Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Kultur, Kardinal Gianfranco Ravasi. Anlass der Äusserung war die Übergabe des Ratgebers durch den italienischen Minister für Kulturgüter, Lorenzo Ornaghi, an Kardinal Ravasi. Der in vier Sprachen verfügbare Ratgeber zur Prävention soll an alle Diözesen der Weltkirche versandt werden. Im Jahr 2012 sind allein in Italien 424 Diebstähle in Kirchen und Klöstern registriert worden. Im Vorjahr seien es 396 gewesen. Das beliebteste Diebesgut stellten Kerzenleuchter dar, schreibt die Zeitung.

Dienstgeheimnis für die Vatikan-Angestellten

Nach Artikel 76 der Kuriensatzung wird eine Verletzung des Dienstgeheimnisses mit Entlassung bestraft.

Dikasterium (Dikasterien; Ministerien des Hl. Stuhles)

Die Departemente (Ministerien) des Heiligen Stuhles:

  • 9  Kongregationen als Regierungsorgane (Conciliazione, Piazza Pius XII., Rom)
  • 11  Päpstliche Räte mit fördernden Funktionen (6 Räte allein im Palazzo S. Calisto, Trastevere, Rom)
  • 3  Gerichtshöfe (alle 3 im Palazzo della Cancelleria, Piazza della Cancelleria 1, Rom)

Keines der 24 oben erwähnten Dikasterien liegt auf dem Staatsgebiet des Vatikans. Sie alle sind in der Stadt  Rom vorzufinden; sie liegen aber auf Vatikanischem Hoheitsgebiet (steuerfrei).

OR Nr. 24 vom 17.06.2011:
Am 13. Juni 2011 fand im Apostolischen Palast in der Sala Bologna eine Sitzung der Leiter der Dikasterien der Römischen Kurie statt, deren Vorsitz der Heilige Vater persönlich übernahm.

OR Nr. 48 vom 28. November 2014, S. 3
Die Leiter der wichtigsten vatikanischen Dikasterien haben über den Verlauf der Kurienreform von Papst Franziskus diskutiert. Die Chefs der 9 Kongregationen, 3 Gerichtshöfen und 12 Räte wurden zunächst vom Sekretär der Kardinalsgruppe „K9“ über den Stand der Überlegungen informiert. Anschliessend habe es einen Meinungsaustausch gegeben, sagte P. Lombardi, der Pressesprecher des Heiligen Stuhles. Er kündigte an, Diskussionsrunden wie diese solle es künftig alle 6 Monate geben, während die Reform umgesetzt wird.

OR Nr. 24 vom 12. Juni 2015, S. 3
Der für die Kurienreform zuständige Kardinalsrat (K9-Rat) ist vom 8. bis 10. Juni 2015 im Vatikan zu einer neuen Konferenzrunde zusammengetreten. Im Gästehaus Santa Marta berieten die Kardinäle zusammen mit dem Papst über noch offene Fragen zu den Behörden der Römischen Kurie. → Kardinalsrat C8 (K9-Rat)

Diözese

Schweiz am Sonntag vom 09.02.2014, S. 17, Fabienne Riklin
Zeit für ein Bistum Zürich

Die Nachricht: Ein Bistum, zwei Auffassungen. Vertreter der Seelsorge in Zürich und Chur sehen die Nöte der Gläubigen an der Basis diametral anders. Der Kommentar: Schweizweit beteiligten sich mehr als 23’000 Menschen an einer von Papst Franziskus angeregten Umfrage zur Ehe, zu Sexualität und zu Partnerschaft. Die grosse Beteiligung zeigt: Gläubige wollen sich Gehör verschaffen und der Kirche mitteilen, wo sie mit der Lehre unzufrieden sind. Dazu gehört beispielsweise , dass Partnerschaften von Schwulen und Lesben nicht anerkannt sind oder Wiederverheiratete die Sakramente nicht empfangen dürfen.  Im Bistum Chur nimmt man die Sorgen und Nöte der Gläubigen unterschiedlich wahr. Während in Zürich Vertreter der Seelsorge anerkennen, dass künftig in der Kirche Sexualethik und Morallehre überdacht werden müssen, schlägt das nahe Umfeld von Vitus Huonder einen anderen Kurs vor. Nicht die Kirche liege falsch, sondern die Gläubigen. Sein Rezept: Die Kirche solle missionarischer werden. Das Verhalten von  Vitus Huonder ist unverständlich. Und es wird immer deutlicher, dass das fortschrittliche Denken der Landeskirche in Zürich und die Rückwärtsgewandtheit der Churer Oberhirten nicht zusammenpassen. Deshalb ist es an der Zeit, ein Bistum Zürich anzustreben. Die Schaffung eines neuen Bistums könnte beiden Seiten dienen – die Zürcher könnten ihre Vorstellung von zeitgemässer Kirche verwirklichen, Bischof Vitus Huonder hätte seine Ruhe. Zurzeit ist ein Projekt eines Bistums Zürich zur Prüfung bei Papst Franziskus. Mit der weltweiten Umfrage zeigt Franziskus, dass ihm offenbar einiges daran liegt, herauszufinden, was die Gläubigen denken. Vielleicht erkennt er die Sorgen und Nöte der Zürcher und erbarmt sich ihrer.

Diözesenbeitrag der Weltkirche

→Peterspfennig (separates Register unter P)

Diplomatische Beziehungen Heiliger Stuhl

OR 3, 16.01.2009

2009: Diplomatische Beziehungen mit 178 Staaten. Der Heilige Stuhl unterhält seit 2009 volle diplomatische Beziehungen zu 178 Staaten. Zuletzt kam am 4. November 2008 Botswana und am 09.12.2009 die Russische Föderation hinzu.  Neben den Apostolischen Nuntien für die derzeit 178 Staaten zählt der diplomatische Dienst des Heiligen Stuhles je einen Päpstlichen Vertreter bei der Europäischen Union EU und beim Souveränen Malteserorden sowie Sondergesandte für die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO. Am Hauptsitz der UNO ist der Heilige Stuhl aus Gründen der Neutralität durch einen Ständigen Beobachter vertreten.

Die Schweiz ist durch einen Sonderbotschafter vertreten, ohne Akkreditierung. Dieser Sonderbotschafter war bis jetzt Botschafter in einem anderen Land (zzt. der CH-Botschafter in Budapest) und durfte nur Protestant sein (bis Jahr 2005 gesichert). Erfahrener Grund wackelig: seit 1848

OR 51 vom 18.12.2009:
Der Heilige Stuhl und die Russische Föderation haben in gegenseitigem Einverständnis die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen beschlossen. Die Kontakte sollen künftig auf Ebene einer Apostolischen Nuntiatur und einer Botschaft beim Heiligen Stuhl geführt werden, heisst es in einem Kommuniqué vom 9. Dezember 2009. Eine entsprechende Aufwertung der diplomatischen Kontakte war bereits vergangenen Freitag, 4. Dezember 2009, nach der Audienz von Papst Benedikt XVI. für den russischen Präsidenten Dimitrij Medwedew in Aussicht gestellt worden.

Damit hat der Hl. Stuhl Diplomatische Beziehungen mit 178 Staaten. (UNO: 192 Staaten, Stand 01.2011).

OR Nrn. 32/33 vom 12. August 2011:
Der Heilige Stuhl und Malaysia haben mit dem Wunsch, die Bande beidseitiger Freundschaft zu stärken, einvernehmlich beschlossen, diplomatische Beziehungen aufzunehmen, von seiten des Heiligen Stuhles auf der Ebene der Apostolischen Nuntiatur und von seiten Malaysias auf Botschaftsniveau.

Stand August 2011: Hl. Stuhl hat diplomatische Beziehungen mit 179 Staaten.

OR Nr. 9 vom 01.03.2013, S. 3:
Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

Vatikanstadt. Der Heilige Stuhl und die Republik Südsudan haben in gegenseitigem Einvernehmen diplomatische Beziehungen aufgenommen in Form der Errichtung einer Apostolischen Nuntiatur seitens des Heiligen Stuhles und einer Botschaft seitens der Republik Südsudan.

Stand März 2013: Der Hl. Stuhl hat diplomatische Beziehungen mit 180 Staaten.

OR Nr. 8 vom 21.02.2014, S. 8
Immer mehr Staaten lassen sich beim Heiligen Stuhl von einer Frau diplomatisch vertreten: 16 von derzeit 136 Botschaftern sind weiblich. Der Heilige Stuhl als Leitungsorgan der Weltkirche unterhält zu 180 Staaten diplomatische Beziehungen, doch nicht alle entsenden einen eigenen Botschafter zum Papst.

Kirche heute 22/2014 Mai, S. 2

(…) Zu den neuen Botschaftern beim Heiligen Stuhl gehört auch der Schweizer Pierre-Yves Fux. (…)

OR Nr. 20 vom 20.05.2016, S. 3
Privater Besuch in der Diplomatenakademie

Es war ein Privatbesuch. Papst Franziskus hat den Freitagabend, 13.05.2016, in der Päpstlichen Diplomatenakademie verbracht. Nach dem gemeinsamen Stundengebet in der Kapelle der Einrichtung hat sich der Papst in einem einfachen, vertraulichen und familiären Klima den Fragen der künftigen Vatikan-Diplomaten gestellt. Franziskus nannte dabei drei Dinge besonders wichtig für ihre Ausbildung: Kompetenz, Brüderlichkeit und vor allem Gebet. Es sei wichtig, freundschaftliche Beziehungen zu anderen Priestern aufzubauen, um nicht den Versuchungen des Ehrgeizes und des Klatsches zu erliegen, so der Papst. Beim Gebet seien auch die stillen Momente vor dem Tabernakel wichtig, um alle Schwierigkeiten, die man im Dienst erlebe, vor den Herrn zu tragen.
Auch ein Diplomat des Heiligen Stuhles sei zur Prophetie (Weissagung) berufen, so Papst Franziskus. Zur prophetischen Dimension gehöre zum einen die Erinnerung an die Heilsgeschichte; ein Absolvent der „Accademia“ solle die Geschichte Gottes mit dem Volk, bei dem er arbeitet, gut kennen. Zweitens bedeute es, einen sehr genauen Blick auf die Gegenwart zu werfen.
Als dritten Punkt nannte der Papst „die Utopie der Zukunft“: Damit meinte er das Nachdenken über mögliche Wege eines Volkes in eine gute Zukunft. Auf diesen drei Pfeilern müsse ein Prophet aufbauen, um zur rechten Zeit das Rechte zu sagen und zu tun.
Die „Pontificia Accademia Ecclesiastica“ liegt in der römischen Innenstadt hinter dem Pantheon (gegenüber dem kleinen Elefanten mit dem Obelisken, Piazza Minerva); an ihr werden derzeit 29 Priester, die aus 16 Ländern kommen, auf den Dienst an Apostolischen Nuntiaturen in aller Welt vorbereitet.
→Diplomatie Heiliger Stuhl (separates Register unter D)
→Nuntius     →Organigramm

Discount-Supermarkt im Vatikan 

→Annona

Dispensario di S. Marta in Vaticano

Siehe unter „Kinderfürsorge-Zentrale S. Marta“

Dolendeckel (Kanaldeckel)

Markierung auf dem Deckel:

Im Vatikan          SCV (Stato della Città del Vaticano)

In Rom               SPQR; Senatus Popolusque Romanus; Der Senat und das Volk
.                          von Rom

In der Schweiz   GE (Giesserei Erzenberg Liestal), von Roll

Zu den Rivalitäten zwischen Rom und Florenz:  Die Florentiner deuten diese vier Buchstaben SPQR anders:
Sono porchi questi Romani; Schweine sind sie, diese  Römer“. Der Römer revanchiert sich: „Besser eine Leiche  im Haus, als einen Florentiner an der Tür“.  Aus „Michelangelo“ von Irving Stone, 1961, Seite 264.

Wer im Vatikanstaat eingegossene Heilige auf den Dolendeckeln  zu finden glaubt, sucht vergebens. Die deutsche Stadt Trier hingegen führt auf ihren Deckeln den Stadtheiligen, den Heiligen Petrus. Er ist mit seiner rund 20 cm gusseisernen Grösse und einem überproportionalen Schlüssel in seiner rechten Hand  in den autofreien Strassen nicht zu übersehen. Noch eindrücklicher sind einige Dolendeckel in der Stadt Aschaffenburg/Franken. Sie zeigen den Stadtheiligen St. Martin zwischen Türmen der Johannisburg der Stadt.

Domkapitel von Sankt Peter

Von Leo IX. 1053 errichtet: Er verlangte von den Kanonikern (das blieb auch im Mittelalter und in der Neuzeit nicht anders) nicht nur die Seelsorge, sondern auch das Gebet. Benedikt XVI.: neben des Gebetes als berufliche Aufgabe auch die Verwaltung der Güter und des Vermögens der Basilika. Anfänglich klösterliche, heute kanonische Struktur: Änderung der Tracht, tägliches verpflichtendes Chorgebet nur noch an Sonn- und Feiertagen und bei traditionellen Anlässen wie an den Gedenktagen der heiligen Päpste, denen Altäre in der Basilika geweiht sind. Die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes findet jeden Tag statt. September 2008: ein Erzpriester, ein Domvikar und 34 Kanoniker. Hinzu kommen die Koadjutoren. Für alle Ernennungen ist der Papst zuständig. (Siehe „Pellegrino, San“)

Domus Sanctae Marthae im Vatikan

Siehe unter „Marta, Santa, im Vatikan“

Don Camillo und Peppone

OR Nr. 5 vom 04.02.2010

Die „Nachfolger“ von Don Camillo und Peppone besuchten den Papst: Der Bürgermeister sowie der Pfarrer des norditalienischen Ortes Brescello, in dem die bekannten Filme über die Zankereien zwischen dem katholischen Priester und dem kommunistischen Bürgermeister gedreht wurden, nahmen an der Generalaudienz des Heiligen Vaters teil. Ihr Plakat: BRESCELLO, DON CAMILLO E PEPPONE SALUTANO IL SANTO PADRE (BRESCELLO, DON CAMILLO UND PEPPONE GRÜSSEN DEN HEILIGEN VATER)

http://de.wikipedia.org/wiki/Brescello
Brescello ist ein Dorf mit 5’487 Einwohnern (Stand 31.12.2009) in der Provinz Reggio Emilia in der Region Emilia-Romagna. Es liegt am Ufer des Po, rund 20 km nördlich von Parma. Weltweite Bekanntheit erreichte der Ort als Schauplatz der 5 zwischen 1951 und 1965 verfilmten Geschichten um Don Camillo und Peppone auf der Grundlage der Romane von Giovannino Guareschi (fiktiver Autorenname: Boscaccio). Der Ort wurde vom Regisseur gegen die Wünsche Guareschis ausgewählt, der seinen Geburtsort Fontenelle vorgezogen hatte.

Die Figur des Don Camillo Tarocci ist nach Don Camillo Valota benannt, einem katholischen Priester, Partisanen und Gefangenen der Konzentrationslager Dachau und Mauthausen. Als wichtigstes Vorbild für Don Camillos Charakter gilt jedoch Alessandro Parenti, Dorfpfarrer in Trepalle, bei dem Guareschi in der Entstehungszeit der Erzählungen häufig Gast war. Er ist ein schlagkräftiger und schlitzohriger Priester, der in ständigem Konflikt mit dem kommunistischen (und ebenfalls schlagkräftigen) Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, liegt. Beide sind durch ihre gemeinsame Vergangenheit als Partisanen verbunden, konkurrieren um die Lösung der sozialen Fragen ihrer Zeit, setzen dazu aber unterschiedliche Mittel ein und müssen am Ende ihrer Auseinandersetzungen erkennen, dass sie einander näher sind, als sie es wahrhaben wollen.

Guareschi ist in Roncole,  gute 60 km westlich von Brescello, beerdigt. In der Nähe von Roncole liegt Busseto, wo sich Verdis erstes Wohnhaus „Palazzo Orlandi“ befindet.

Brescello wird jährlich von etwa 50’000 Touristen besucht. Es gibt ein „Museo de Peppone e Don Camillo“ und eines, das dem Autor Guareschi gewidmet ist. Zwischen diesen beiden Museen steht der amerikanische Panzer, der im dritten Film zu sehen ist.  Viele Utensilien, beispielsweise die Aufnahmegeräte, das Fahrrad von Don Camillo, das Motorrad von Peppone oder die Soutane, die im dritten Film verwendet wurde, sind ausgestellt. Wie in den Filmen gesehen, steht die kürzlich renovierte Nascente-Kirche mit dem mächtigen Turm am Dorfplatz. Zuoberst am Turm fliegt jetzt ein Engel, nicht schwer zu erkennen, dass es sich um Don Camillo handelt. Am linken Ende des grossen Dorfplatzes steht in Bronze Peppone vor dem Municipio. Er grüsst mit erhobenem Hut die Don-Camillo-Statue auf der Gegenseite. Er grüsst Peppone mit erhobener Hand. Rund um den eindrücklichen Platz befinden sich Cafès, Restaurants und Souvenirläden. – Von Parma benötigt man mit dem Zug gute 30 Minuten bis Breschello-Staation. Von dort sind es 10 Minuten zu Fuss bis zum Dorfplatz. Auf diesem Weg erkennt man den Deich (Breschello ist eine Deichstadt am Po.) und die Baumallee, wo u. a. der Bischof damals erwartet wurde.

Kath. Wochenzeitung Nr. 7 vom 17.02.2012:
Erdbeben beschädigt Kirche von Don Camillo

Bei der jüngsten Erdbebenserie in Norditalien ist auch die aus Don Camillo und Peppone-Film bekannte Kirche Santa Maria Nascente in Brescello leicht beschädigt worden. Wie die italienische Tageszeitung „Avvenire“ berichtete, verursachte das schwerste Beben, mit einer Stärke von 4,9 auf der Richterskala, Risse im Gewölbe der Kirche (kleine Putzstücke von den Innenwänden). Im April 2010 war die Kirche bereits durch einen Brand beschädigt worden.

(Google):
Sechs  Don Camillo und Peppone-Filme (1952-65):

1.  Don Camillo und Peppone
2.  Don Camillos Rückkehr
3.  Die grosse Schlacht des Don Camillo
4.  Hochwürden Don Camillo
5.  Genosse Don Camillo
6. Don Camillo und das rothaarige Mädchen (unvollendet)

Der 6. Film musste 1970 abgebrochen werden, weil Fernandel an Krebs erkrankte. Peppone zog sich als Schauspieler zurück.

Giovannino Guareschi          Autor, geb. 01.05.1908 in Fontanelle di Roccabianca,
Italiener                                 gest. 22.07.1968 in Cervia, Herzinfarkt.
.                                             Lebte mehrere Jahre in Roncole (zwischen Parma und
.                                             Modena), darum hier beerdigt.

Don Camillo                          Fernandel: Fernand Joseph Désiré Contandin
Franzose                              geb. 08.05.1903 in Marseille, gest. 26.02.1971 in Paris.
.                                            (beerdigt Friedhof Passy Paris)

Peppone                               Gino Cervi, geb. 03.05.1901 in Bologna,
Italiener                                 gest. 03.09.1974 in Punta Ala, Lungeninfarkt.
.                                            Diese Rolle des Peppone beanspruchte zuerst der Autor
.                                            Guareschi selbst.

Regie                                   Julien Duvivier (Filme 1 und 2)
.                                           Carmine Gallone (Filme 3 und 4)
.                                           Luigi Comencini (Film 5)
.                                           Christian Jaque (Film 6)

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 47/2015, S. 9
Franziskus wünscht sich Priester wie Don Camillo

Papst Franziskus wünscht sich mehr Priester und Bischöfe vom Schlag eines Don Camillo. Ihn beeindrucke an dieser Figur, dass Volksnähe und Gebet „Hand in Hand“ gingen, sagte er in Florenz. Die italienische Kirche habe grosse Heilige von Franz von Assisi bis hin zu Philipp Neri, die ihre helfen könnten, den Glauben in Demut und Freude zu leben. „Aber ich denke auch an die Einfachheit von Romanfiguren wie Don Camillo und seinen Widerpart Peppone“, so Franziskus. – Don Camillo stelle sich selbst als einfacher Landpfarrer vor, der alles und jeden in seiner Pfarrei kenne und die Sorgen und Nöte seiner Gläubigen teile, erklärte Franziskus weiter. Das sei zusammen mit dem Gebet der Schlüssel für einen „volksnahen, demütigen, grosszügigen, freudigen Humanismus“, betonte Franziskus vor dem Fünften Nationalen Konvent der Katholische Kirche Italiens. Sein Thema war ein neuer christlicher Humanismus. – Die Geschichten des italienischen Schriftstellers Giovannino Guareschi (1908-68) über den Dauerstreit zwischen dem schlitzohrigen Landpfarrer Don Camillo und dem kommunistischen Bürgermeister Peppone wurden durch ihre Verfilmung in den 1950er und 60er Jahren weltberühmt. – Auch Franziskus‘ Vorgänger Benedikt XVI. (2005-13) ist ein Don-Camillo-Fan. In seinem Interviewbuch „Licht der Welt“ berichtet der heute 88jährige über seine besondere Vorliebes für „Don Camillo und Peppone“-Filme. Er schaue sie manchmal im Kreis der päpstlichen Familie an; die Handlung kenne er beinahe auswendig.

„Dorf“, das Vatikanische

Eingang S. Anna. Wirtschaftsteil (Dienstleistungsteil) des Vatikans; Druckerei, Elektrizitätsversorgung, Wasserversorgung, Garagen, Baudepartement, Supermarkt, Hauptpost, Zeitungsredaktion, Fotoverkauf, medizinische  Versorgung, Heizzentrale, Mittagessensverpflegung für Mitarbeitende, Pfarreikirche S. Anna, Polizeikorps des Staates, Schweizerquartier mit Päpstl. Schweizergarde und einzigem „Restaurant“ des Vatikans.

Dreiländer-Eck im Vatikanstaat

An der Nordwand des Deutschen Friedhofes (Gendarmerie-Posten) bzw. an der Südwand des Deutschen Kollegs (gleiche Parzelle) befindet sich das Dreiländer-Eck: Italien – „Deutschland“ – Staat der Vatikanstadt.

Teile der Audienzhalle Nervi und der Palast der Glaubenskongregation stehen deshalb auf italienischem Boden. Die Parzelle des Deutschen Friedhofs bzw. Deutschen Priesterkollegs ist „Deutsches Hoheitsgebiet“, sie ist bescheidener Restbestand des ehemaligen Heiligen Reiches Deutscher Nation mit dem österreichischen Bundespräsidenten als „weltliches Oberhaupt“.

Drogen im Vatikan

Smoltczyk, Vatikanistan:
Bis zum Jahreswechsel 2008 waren der Konsum und der Handel mit Drogen kein Straftatbestand im Vatikan. Denn das aus dem Jahre 1884 stammende Strafrecht kannte diese Sünden nicht. Die Gesetzeslücke wurde im Jahre 2007 zum Problem, als ein Angestellter des Governatorats mit 87 g Kokain erwischt wurde. Der Mann konnte schliesslich nur verurteilt werden, weil sich die Richter etwas mühsam auf Artikel 23 des Lateranvertrages beriefen. Danach kann ein Verstoss gegen die Prinzipien der Moral und öffentlichen Ordnung mit Geld- oder Haftstrafe belegt werden.
→ Rauchverbot         siehe auch: Kokain

Druckerei des Vatikans

AS, Vatikanistan, S. 141:
Tel. 06 698 830 11 Sekretariat

Gleich hinter der Porta S. Anna ragt das Gebäude der vatikanischen Druckerei (Tipografia Vaticana, vom Salesianer-Orden des Don Bosco seit 1937 geführt: S.D.B.), leicht zu erkennen an dem fortwährenden Fauchen und Rattern der Druckmaschinen. Hier wird täglich der Osservatore Romano hergestellt, die politische und religiöse Tageszeitung des Vatikans. Ebenso alle Urkunden, Einladungen, Segenswünsche, die offiziellen Missale, Breviere, Martyrologien sowie die Erstausgaben aller päpstlichen Texte. Die Druckerei ist 1587 als Propagandamaschine der Gegenreformation gegründet worden (Sixtus V., 1585-90) – um das Wirrdenken der Ketzer durch die Edition der wahren Texte zu beenden. Die Tipografia trägt den Beinamen „poliglotta“, weil sie – zu Zeiten des Bleisatzes – über eine in der Welt wohl einmalige Auswahl an Schriftzeichen verfügte. Man konnte Texte aller Sprachen drucken, über die es eine Literatur gab. Vom Griechischen gab es allein 9 verschiedene Schrifttypen, vom Arabischen 7, dem Syrischen 3, ausserdem nestorianisches und allgemeines Chaldäisch. Es wäre auch heute noch möglich, die Enzykliken des Papstes in altägyptischen Hieroglyphen zu verbreiten, oder in Malabarisch, Brahmanisch oder Tamilisch.

Bis zum Ende des Kirchenstaates 1870 gab es noch eine päpstliche Geheimdruckerei, wo die heiklen Dokumente gedruckt wurden, etwa der Text für die Exkommunikation Napoleons durch Papst Pius VII. (1800-23). Diese „Segreta“ ist inzwischen in der vatikanischen Druckerei aufgegangen. Dort ist auch heute noch eine „Sezione Segreta“, eine Geheimabteilung, damit beschäftigt, die „Top-Secrets“-Dokumente der Kurie zu drucken. Die Mitarbeiter der Abteilung müssen moralisch und beruflich hoch qualifiziert sein und sind zu absolutem Schweigen verpflichtet.