Mk – Mz

Mobilfunk

OR vom 28. Mai 2010 Nr. 21

Der Vatikan und der Mobilfunkanbieter Vodafone Italia haben einen Vertrag geschlossen. Wie das Governatorat mitteilte, sei eine Nutzungsvereinbarung für rund 2’000 Verbindungen getroffen worden. Vodafone habe nach einer Ausschreibung den Zuschlag für einen Dreijahres-Vertrag erhalten, teilte der Vatikan mit. Für Festnetzverbindungen und Internetanschlüsse setzt der Vatikan seinen Vertrag mit Telecom Italia fort.

Monarchie 

→Demokratie

Mönchsgemeinschaften

→unter O: Ordensfrauen und -männer

Moro, Aldo, italienischer Ministerpräsident

Ex-Ministerpräsident Italiens (ermordet)
Stefan Ulrik, quattro stagioni

Gradoli ist eine dieser Geschichten, die mich daran zweifeln lassen, dass in Italien alles mit rechten Dingen zugeht. Der christdemokratische Expremier und Spitzenpolitiker Aldo Moro wurde am 16. März 1978 von Linksterroristen namens „Rote Brigaden“ in Rom entführt. Ganz Italien rätselte, wo ihn die brigate rosse versteckt hielten. Plötzlich kam der Verdacht auf, er werde in dem Ort Gradoli im Norden Latiums an der Grenze zur Toskana gefangengehalten. Ein damals unbekannter Professor aus Bologna, der spätere italienische Premierminister und Kommissionspräsident der Europäischen Union, Romano Prodi, hatte den Behörden einen entsprechenden Tipp gegeben.

Prodi sollte später vor Untersuchungs-Ausschüssen eine bizarre (seltsame) Geschichte zum Besten geben: Danach befand er sich am 2. April 1978 mit anderen Akademikern von der Universität Bologna im Landhaus eines Freundes. Da es regnete, beschloss die Runde, zum Zeitvertreib eine spiritistische  Sitzung abzuhalten. Der Katholik Prodi, ein nüchterner Mann, und seine intellektuellen Freunde riefen dabei die Geister verstorbener christdemokratischer Parteigrössen an und fragten sie, wo Aldo Moro versteckt gehalten werde. Ein Teller in der Mitte des Tisches hüpfte darauf hin von Buchstabe zu Buchstabe und formte die Wörter „Bolsena“, „Viterbo“ und „Gradoli“. Die Geisterbeschwörer schauten in einem Atlas nach, und siehe da: Es gab einen Ort Gradoli, der am Bolsena-See in der Provinz Viterbo lag. Prodi fühlte sich nun verpflichtet, den Hinweis der Geister weiterzugeben, auch wenn er sich dabei nach eigenem Bekunden lächerlich vorkam.

Nun folgte die nächste Seltsamkeit: Die Polizeibehörden lachten nicht etwa über die kuriose Information des unbekannten, jungen Professore aus Bologna, oh nein. Sie nahmen sie vielmehr so ernst, dass kurz darauf ganz Gradoli auf den Kopf gestellt wurde. In Tarnanzügen und mit Maschinenpistolen bewaffnet, rückten die Polizeikräfte an, durchkämmten den ländlichen Ort auf seinem Tuffsteinhügel und sogar die Tuffhöhlen, in denen die Bauern ihren Wein lagerten. Sie fanden – nichts.

Keiner der Polizeikräfte dachte damals offenbar daran, dass es in Rom eine Via Gradoli (an der Via Cassia, von der Ponte Milvio nach Norden ausgehend, kurz vor der A90-Autobahn) gibt, in der man ebenfalls suchen könnte. Dabei hatte es durchaus entsprechende Hinweise gegeben, unter anderem von Aldo Moros Frau. Genau hier, in der Via Gradoli Nr. 96, befand sich jedoch das Hauptquartier der Entführer. Als die Wohnung am 18. April 1978 durch einen Zufall entdeckt wurde, waren die Roten Brigaden mit ihrem Opfer längst getürmt. Am 9. Mai wurde Moro von seinen Entführern nach einem sogenannten „Volksprozess“ erschossen.

Seither wird Prodi die Geister nicht mehr recht los, die er damals gerufen hat. Denn natürlich glauben viele Italiener nicht an seine Gespenstergeschichte. Sie fragen sich vielmehr, was wirklich dahintersteckt. Eine Theorie lautet, Prodi habe aus der linksradikalen Studentenszene in Bologna den Namen „Gradoli“ gesteckt bekommen. Die Geschichte mit der spiritistischen Sitzung habe er dann erfunden, um den Informanten zu schützen. Doch stimmt das wirklich? Und was ist dran an all den Gerüchten, dass die italienische Geheimloge P 2, die amerikanische CIA oder gar Parteigrössen der Democrazia Christiana in den Mord an Moro verwickelt sein sollen? Wie so viele andere Geheimnisse Italiens ist auch dieses bis heute ungeklärt.

Aldo Moro, * 23.09.1926, + 09.05.1978, gefunden in der Via M. Caetani, Querstrasse zur Via delle Botthege Oscure. Papst Paul VI. hat sich als Geisel im Austauschverfahren erfolglos zur Verfügung gestellt.

Mosaikwerkstatt im Vatikan

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S.113:

Am Abhang hinter dem Gerichtsgebäude, unterhalb des Bahnhofplatzes, befinden sich die Gebäude der Mosaikwerkstatt, mitsamt Galerie, Depots, Ehrensaal und Direktion. In den Regalen werden die rund 28’000 verschiedenen Steinchen aufbewahrt, mit denen die Mosaizisten arbeiten. Darunter sollen auch erhebliche Mengen Glasteilchen aus den längst zerstörten Brennöfen des 17. Jahrhundert sein, unwiederbringliche Farbtöne und Nuancen. Die 12 fest angestellten Mosaizisten kümmern sich um die 10’000 m2 Mosaiken des Petersdoms. Wenn sie beim Restaurieren auf einen Farbton treffen, den sie nicht bestimmen können, lassen sie sich vom Archiv der Dombauhütte die entsprechende Rechnung geben. Im Vatikan wird alles aufgehoben und das seit einem halben Jahrhundert.

Motorräder im Vatikan

Papst Franziskus ist neuer Besitzer von zwei Motorrädern vom US-Hersteller Harley Davidson. Vertreter der Firma übergaben dem Papst die beiden Maschinen nach der Generalaudienz am Mittwoch, 12. Juni 2013, auf dem Petersplatz. Am Samstag und Sonntag trafen sich Tausende Harley-Fahrer mit ihren Maschinen in Rom, um das 110-jährige Firmenjubiläum des Motorradbauers mit Sitz in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconin zu feiern.
→Gendarmerie SCV (Motorradstaffel)

Möwen

Im nordöstlichen Teil des Vatikans und in der Umgebung haben sich Möwen eingenistet. Warum? Sie sind Liebhaber von Taubeneiern und kranken Tauben (Petersplatz). Sie und ihr Kot sind eine grosse Plage. Tauben koten nur im Stehen, Möwen im Fliegen. Wie handhabt das die Münster-Dombauhütte zu Basel? Nach Aussage des Chefs der Münster-Dombauhütte verhindern Drahtgehege den Zugang. Ein Marder sei im Einsatz.

Wie gefährlich sind Tauben für die Touristen und Pilger? Prof. Daniel Haag-Wackernagel der Universität Basel, hat dazu seitenweise Infos: „An der Uni Basel läuft zurzeit (Baslerstab, 05.09.2006) ein Forschungsprojekt dazu, wie Tauben welche Krankheiten auf den Menschen übertragen.“ Weltweite Informationen belegen, dass die Tauben 30 verschiedene Infektionskrankheiten übertragen können. Aber nur 7 dieser Krankheiten wurden bis jetzt auf Menschen übertragen. In Liestal sei ein Arbeiter erkrankt, der ohne Schutzbekleidung Taubendreck zusammengeschaufelt habe. Die Bakterien werden ausschliesslich über die Atemwege übertragen.

Muba

Frühlingsausstellung Basel, 13. bis 22. April 2012
Kirche heute 14/2012, April 2012
Ein bunter Strauss im Kirchgarten

Jeden Tag zeigen kirchliche Dienst- und Fachstellen und weitere Institutionen im muba-Kirchgarten ihre Aufgabe und Arbeit. Auf der Forum-Bühne ist die Kirche jeweils von 16.00 bis 16.25 Uhr mit kulturellen Darbietungen vertreten. Von Jugendarbeit über Partnervermittlung, vom Gospelchor bis zur kickboxenden Religionslehrerin reicht die Palette. Hier gibt es einen Überblick auf das Angebot der Kirchen am Stand in der Halle 2.1 und auf der Forum-Bühne im Rahmen der Sonderpräsentation „älter werden – aktiv bleiben“.

Zum Abschluss des muba-Auftritts findet am Sonntag, 22. April 2012, um 10 Uhr, im Rundhof ein ökumenischer Gottesdienst statt. Ebenfalls am letzten muba-Tag, um 14 Uhr, steht ein Podiumsgespräch zum Thema „Grosseltern und Enkel“ auf dem Programm.

Müllabfuhr im Vatikan 

→Abfall

Münzen des Vatikans

OR Nrn. 13/14 vom 2. April 2010

Schon im 2. Jahrhundert kamen viele Pilger aus der ganzen Welt zum Grab des Apostels Paulus. Das belegt jetzt ein grosser Münzenfund bei archäologischen Grabungen in der Kirche. Bei den Arbeiten sind rund 3’600 Münzen von der Antike bis ins 19. Jahrhundert zutage gekommen. Als historisch herausragendes Exemplar gilt eine Medaille, die Karl der Grosse (747/748-814) am Grab des Völkerapostels hinterliess. Es handle sich zugleich um die einzige Goldprägung.

OR Nr.  17 vom 27. April 2012:
Neuer Vatikan-Euro und Sondermünze „10 Jahre vatikanischer Euro“

In der vergangenen Woche erschien die Kursmünzenprägung des Vatikaneuro für das Jahr 2012. Die Münzen haben die allen Ländern der Währungsunion gemeinsame Rückseite und ein Porträt von Papst Benedikt XVI. auf der Vorderseite. Die Serie mit den 8 Cent- und Euromünzen in der Version Prägefrisch mit Nennwert von 3,88 Euro kann für 30 Euro erworben werden. Sie erscheint in der Auflage von 85’000 Münzsätzen.

Ausserdem gibt das vatikanische Amt für Philatelie und Numismatik für je 3 Euro 70’000 „Vatican Coin Cards“ heraus, Blister mit dem Bild der Lakoon-Gruppe aus den Vatikanischen Museen, die ein 50-Cent-Stück enthalten. Zudem erscheinen 2 Sondermünzen zur Einführung des Vatikaneuro vor 10 Jahren. Es handelt sich um eine 15 Gramm schwere Goldmünze im Nennwert von 50 Euro und eine 26 Gramm schwere Silbermünze (Nennwert 20 Euro) mit dem Petersdom als Motiv. Die Sondermünzen können jeweils in einer Schatulle zusammen mit dem neuen Euro-Kursmünzensatz 2012 in der Version Spiegelhintergrund (Proof) erworben werden. Ein Set mit der Silbermünze kostet 150 Euro (Auflage 13’000 Exemplare), das mit der Goldmünze 1’090 Euro (Auflage 2’000 Exemplare).  Neben den vatikanischen Euromünzen will das Amt für Numismatik 2012 nach eigenen Angaben Sammelmünzen im Gesamtwert von 879’000 Euro produzieren. Geplant sind für dieses Jahr unter anderem Sondermünzen zum diesjährigen Weltfamilientreffen in Mailand und zu Raffaels Gemälde „Madonna di Foligno“. Der Vatikanische Euro wurde am 1. März 2002 eingeführt.

Deutsche Botschaft beim Hl. Stuhl: Rund um den Vatikan“, Homepage vom 06.08.2012:
Vatikan-Münzen erstmals im Umlauf

Seit Juli 2010 bringt der Vatikan eigene Euro-Münzen in den Umlauf. Im vatikanischen Supermarkt, auf dem Postamt und in der Apotheke werden 50-Cent-Stücke mit dem Konterfei des Papstes als Wechselgeld ausgegeben. Die Neuerung geht auf eine Vereinbarung zwischen dem Vatikanstaat und der EU zurück, wonach künftig 51 % aller vatikanischen Euro-Münzen in den regulären Umlauf kommen. Bisher wurden die Münzserien mit einem Nominalwert von 3,88 Euro nur als Sammler-Sets zu einem Preis von 30 Euro an Sammler verkauft.
→Briefmarken

OR Nr. 2 vom 10. Januar 2014, S. 4
2014: Programm der Münzprägungen und Briefmarkenausgaben (siehe dort)

  1. Coin Card 2014
  2. Kursmünzprägung in Euro – Version Stempelglanz
  3. Kursmünzprägung in Euro – Version Spiegelhintergrund mit Silbermünze zu 20 Euro zur Heiligsprechdung von Johannes XXIII.
  4. Kursmünzprägung in Euro – Version Spiegelhintergrund mit Goldmünze zu 50 Euro zur Heiligsprechung von Johannes Paul II.
  5. Silbermedaille und Bronzemedaille zur Heiligsprechdung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II.
  6. Gedenkmünze mit Nominalwert 2 Euro Bimetall zum 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer
  7. Gedenkmünze in Silber mit Nominalwert 10 Euro zum 48. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel
  8. Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert 10 Euro
  9. Die Taufe – MMXIV
  10. Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert 20 Euro zum 450. Todestag von
    Michelangelo
  11. Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert 100 Euro zum Thema „Die Evangelisten“: Markus
  12. Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert 200 Euro zum Thema „Die theologischen Tugenden: die Liebe“

OR Nr. 12 vom 21.03.2014, S. 3
Der Vatikan hat die erste Euro-Münzserie mit dem Porträt von Papst Franziskus auf den Markt gebracht. Das Set der 8 Münzen von Ein-Cent bis zum Zwei-Euro-Stück kostet  35 Euro. Die Münzen sind erhältlich beim vatikanischen Amt für Philatelie und Numismatik. (Tel. 0039 06 698 81 326, E-Mail: order.ufn@scv.va)

OR Nr. 50 vom 12. Dezember 2014, S. 11
Programm der Münzprägungen 2015

  • Coin Card 2015
  • Kursmünzenprägung in Euro – Version Stempelglanz
  • Kursmünzenprägung in Euro – Version Spiegelhintergrund mit Silbermünze zu 20 € „Papst Franziskus MMXV“
  • Kursmünzenprägung in Euro – Version Spiegelhintergrund mit Goldmünze zu 50 € „Papst Franziskus MMXV“
  • Gedenkmünze mit Nominalwert 2 € Bimetall – Version Stempelglanz „EXPO 2015 Weltausstellung Mailand“
  • Gedenkmünze mit Nominalwert € 2 Bimetall – Version Spiegelhintergrund „EXPO 2015 Weltausstellung Mailand“
  • Gedenkmünze in Silber mit Nominalwert € 5 „48. Weltfriedenstag“
  • Sondergedenkmünze in Silber mit Nominalwert € 5 – Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode „Familie und Evangelisation“
  • Gedenkmünze in Silber mit Nominalwert € 10 „10. Todesjahr von hl. Johannes Paul II.“
  • Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert € 10 „Die Taufe – MMXV“
  • Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert € 20 „Päpstliches Heiligtum Unserer Lieben Frauen vom Rosenkranz von Pompej“
  • Gedenkmünzen in Gold mit Nominalwert € 50 „Päpstliches Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Pompej“
  • Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert € 100 „Die Evangelisten: Matthäus“
  • Gedenkmünze in Gold mit Nominalwert € 200 „Die Kardinalstugenden: Die Klugheit“

OR Nr. 46 vom 18.11.2016, S. 3
Vatikan-Sondermünze zu 1700 Jahre heiliger Martin

Der Vatikan ehrt den heiligen Martin von Tours (316-397) mit einer 2-Euro-Sondermünze. Die Gedenkprägung zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit und zum Martins-Jubiläum – aus Anlass von dessen Geburt  vor 1700 Jahren – zeigt Martinus auf einem Pferd, wie er mit dem Schwert seinen Mantel teilt und die Hälfte einem Bettler gibt. – Die Sondermünze wird in einer Auflage von 80’000 Exemplaren in Umlauf gebracht; die Version mit Spiegelhintergrund in einer Auflage von 10’000 Schatullen. Beide Versionen sind beim vatikanischen Amt für Philatelie und Numismatik für 18 bzw. 37 Euro erhältlich.
Der heilige Martin, der vor 1700 Jahren im damaligen Pannonien (heute Ungarn) geboren wurde, sei auch als Motiv für die Sondermünze gewählt worden, weil er beispielhaft für ein leibliches Werk der Barmherzigkeit stehe: die Bekleidung von Nackten. Der Katechismus der Katholischen Kirche unterscheidet leibliche und geistliche Werke. Die Werke der leiblichen Barmherzigkeit sind: Hungrige speisen, Durstige zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde und Obdachlose aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und die Toten begraben.

OR Nr. 5 vom 03.02.2017, S. 3
Papst will nicht mehr auf den vatikanischen Münzen sein

Auf vatikanischen Euro-Münzen wird das Konterfei (Abbild) des Papstes künftig nicht mehr zu sehen sein. Die neuen Prägungen für 2017 ziert nur noch das päpstliche Wappen. Das vatikanische Amt für Philatelie und Numismatik bestätigte, dass Franziskus persönlich diese Entscheidung getroffen habe.
Erstmals seit der Euro-Einführung im Vatikan 2002 ist damit kein regierender Papst auf den Münzen zu sehen. Bislang war Franziskus in 3 verschiedenen Versionen auf allen vatikanischen Münzen von der Cent- bis zur 2-Euro-Münze abgebildet. Bekannt geworden war das Verschwinden des päpstlichen Konterfeis durch das Amtsblatt der EU.
Obwohl der Vatikanstaat kein EU-Mitglied  ist, darf er Euro-Münzen prägen. Ein Abkommen mit der EU legte 2010 das Gesamtvolumen auf 2,3 Millionen Euro fest. Hinzu kommt eine kleinere variable Summe, die regelmässig neu berechnet werden muss. Die Münzen sind begehrte Sammlerstücke. Der Vatikan ist jedoch verpflichtet, mindestens 51 % des Gesamtvolumens in Umlauf zu bringen.

Radio Vatikan, März 2017, Gudrun Sailer
Die Münzen des Vatikans

Umsatz des Münzenverkaufes pro Jahr: 20 Millionen Euro, der Erlös liegt bei der Hälfte. Das Münz- und Briefmarkenamt ist dem Staat des Vatikans SCV unterstellt. Es beschäftigt zzt. 40 Angestellte.
Die erste EU-Münze mit dem Konterfei des Papste erschien am 1. März 2002.
Seit 2017 will Franziskus kein Papstbild mehr auf Münzen, wohl aber sein Papstwappen. Seine Konterfeis sind weiterhin auf den vatikanischen Briefmarken zu sehen. Im Jahr 1975, im Heiligen Jahr, verzichtete ebenfalls Paul VI. auf sein Konterfei.
Pro Jahr gibt der Vatikan 13 bis 14 Briefmarkenserien heraus, Münzen rund ein Dutzend. Italien und Deutschland sind die wichtigsten Abnehmer. In den Kellerräumen des Governatorats setzen 3 Frauen die Münzsets zusammen (3 x im Jahr).Die Münzlieferungen in den Vatikanstaat erfolgen mit Lastwagen, diskret und gut bewacht. Die Eskorte leistet die italienische Finanzaufsicht. Die Münzen werden von der römischen Münzpräganstalt an der Via Appia bis zur Vatikanstaatsgrenze geliefert. Dann übernimmt die vatikanische Gendarmerie die Lieferung bis zum Magazin im Vatikan.

Kirche heute 21/2017 Mai, S. 2
Vatikanmünze für Petrus und Paulus

Der Vatikan würdigt die Heiligen Petrus und Paulus mit einer 2-Euro-Gedenkmünze. Die Münze soll an das Martyrium der römischen Stadtpatrone vor 1950 Jahren erinnern und erscheint am 1. Juni. Petrus und Paulus starben der Überlieferung nach in Jahre 67 während Christenverfolgungen in Rom. Die Gedenkmünze wurde laut dem vatikanischen Amt für Philatelie und Numismatik nach einem Entwurf von Gabriella Titotto gefertigt. Sie zeigt das Profil der heiligen und die für sie typischen Symbole, Schlüssel und Schwert.

Münzkabinett 

→Biblioteca

Münzwerkstätte – Münzrecht

Zecca, beim Gartenaufgang, nicht mehr in Betrieb

Der Vatikanstaat besitzt ein eigenes Münzrecht und gibt eigene →Briefmarken heraus. Vatikanische Münzen, ausgenommen Silber- und Goldmünzen, sind aufgrund eines Abkommens vom 29.12.2000 mit dem Staat Italien (der im Namen der Europäischen Union handelt) auch in Italien und in allen anderen Länder der Eurozone gültig. Diesem Abkommen entstammt auch das Recht des Staates der Vatikanstadt, seit dem 1. Januar 1999 den Euro als offizielle Währung zu nutzen. Seinerseits hat der Staat die Ausübung dieses Rechts per Vatikangesetz vom 26.07.2001 geregelt.

Da der Vatikan über keine eigene Münzprägeanstalt mehr verfügt, wird das Metallgeld beim italienischen Münzamt (für momentan einen maximalen Nomin
alwert von jährlich einer Million Euro) geprägt. Angesichts des Heiligen Jahres 2000 nahm der Vatikan 1996 die Prägung von Goldmünzen wieder auf, die zwischen 1929 und 1959 regelmässig stattgefunden hatte. Diese Prägungen setzten sich auch nach dem Heiligen Jahr fort und bestehen mit einer jährlichen Ausgabe noch heute.

Der Vatikan hat die kleinste Ausgabenauflage aller Europamünzen und sie sind daher Sammlerobjekte. Die bisherigen Auflagen waren schon vor der offiziellen Ausgabe ausverkauft und gelangten daher nie in den normalen Geldumlauf, sind aber offizielle Zahlungsmittel.

Höhere Auflagen sind nur erlaubt in einem sogenannten Heiligen Jahr (das nächste 2025), bei besonderen Jubiläen (z. B. Dienstjubiläum von Johannes Paul II. im Jahre 2003) oder beim Tod des Papstes (2005). Dann wird dem Vatikan gestattet, zusätzliche Münzen im Werte von 250’000 Euro (bzw. seit 2004: 300’000 Euro) zu prägen.

OR vom 27.07.2009:

  • 2. August 1930: Prägung der ersten vatikanischen Münzen durch die Königliche Münzanstalt (Zecca Reale).
  • 1939: Erste Prägung von Sedisvakanz-Münzen
  • Allgemein: Durch die Einführung der Euro-Münzen 2000, im Vatikan am 1. März 2002, fand dort eine grundlegende Wende statt: Der Euro wurde einzige offizielle Währung im SCV.

Museen, Vatikanische
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Eintritts-Billette zum Voraus bestellen: www.rome-museum.com
Telefon Sekretariat: 0039 06 698 833 32

Meldung OR Juli 2007:
Von St. Anna bzw. der Porta Angelica soll ein unterirdischer Eingang zu den Museen führen, um die langen Kolonnen vor dem jetzigen Museumseingang zu vermeiden.
Geschlossen ist das Museum an Sonn- und Feiertagen. Rund 310 Tage offen. 450 Mitarbeiter/innen. Rundgang durch alle Säle: rund 10 km. Diebstähle hier und allgemein im Vatikan: gehen alle über die italienischen Carabinieri und das Finanzamt.

2006 (500 Jahre Museum): 4,2 Millionen Besucher, d. h. rund 13’500 Besucher je Tag.
Bei einem Eintritt von Euro 13 ergibt das  Euro 175’500 Tageseinnahmen = rund CHF 292’000/Tag.

Im Jahr 2006 beliefen sich die Museums-Einnahmen auf total rund Euro 54’600’000 bzw. CHF 90’636’000.

 Museumseingang:OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 L’Osservatore Romano, deutsche Ausgabe 04.01.2008, Nummer 1:
Vom 2. Januar 2008 an können Besucher das Vatikanische Museum von 08.30 bis 18.00 Uhr (um 2 Stunden Verlängerung) besichtigen. Das Eintrittsticket für Besucher kostet aber künftig 14 Euro statt 13 wie bisher. Pilgergruppen und Studenten sind von der Preiserhöhung ausgenommen.

L’Osservatore Romano, 18.07.08, deutsche Ausgabe:
Mit 4,3 Millionen Gästen im vergangenen Jahr (2007) haben die Vatikanischen Museen einen neuen Besucherrekord erreicht. Damit haben die päpstlichen Sammlungen ein unter allen Gesichtspunkten positives Ergebnis erzielt, wie aus den Angaben der Haushaltsbilanz 2007 hervorgeht. Eine Eintrittskarte ohne Ermässigung kostet Euro 14.00. Die aktuellen Besucherzahlen übertreffen sogar den Höchststand aus dem Jubiläumsjahr 2006. Im 500. Jahr des Bestehens der Vatikanischen Museen waren 42 Millionen Menschen durch die Säle geströmt.

Vatikanische Museum 2007: 4,3 Mio Besucher bei 310 Tagen (geschätzt), ergibt einen Tages-Besucher-Durchschnitt von rund 13’870 Besuchern x Euro 14.00 Eintritt (nicht ermässigt) = Tageseinnahmen von Euro 194’180.00, umgerechnet in CHF mit Kurs 1.62 = CHF 314’570.00/Tageseinnahmen. Jahreseinnahmen 2007: 4,3 Mio Besucher x Euro 14.00 (nicht ermässigt) = Euro 60’200’00.00 = CHF 97’524’000.00.

OR vom 31. Juli 2009:
Zum ersten Mal in ihrer 503jährigen Geschichte waren die Vatikanischen Museen am letzten Freitagabend vier Stunden lang geöffnet. Bereits an der Vorbestellung von 7’000 Eintrittskarten liess sich das rege Publikumsinteresse ablesen. Am Abend selbst wurde dann entschieden, auch den Besuchern ohne Vorbestellung Einlass zu gewähren. Das Ereignis eröffneten um 19 Uhr der Generalsekretär des Governatorates des SCV, Erzbischof Carlo Maria Viganò, und der Vizebürgermeister von Rom. Bis 23 Uhr war es möglich, die Museen im abendlichen und dann bei elektrischem Licht zu erleben. Auch im September und Oktober sollen die Vatikanischen Museen einmal im Monat abends geöffnet werden.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 127:
Zwischen Gärten und der Unterstadt (east-end) liegt das längste Bauwerk im Staat Vatikan, der gewaltige Doppelriegel des von Donato Bramante für Julius II. (1503-13) entworfenen Vatikanpalast (Museum), in dem sich u. a. die Vatikanischen Museen aneinanderreihen. Der Bau erstreckt sich von der Landesgrenze im Norden, dem achteckigen Belvedere–Turm bis an die Sixtinische Kapelle. Er ist über 320 m lang und besteht aus zwei Flügeln, in deren Mitte Bramante das erste Kulturforum seit der Antike anlegen wollte,  Theater, Museum und Garten in einem, Natur mit  Architektur vereinigendem Prachthof. Leider kam einiges dazwischen. So die Zerstörung Roms, der Sacco di Roma, und die Teilzerstörung der römischen Kirche durch Luther. Dann wollte Sixtus V. (1585-90) einen Bibliotheksflügel haben und liess ihn quer durch Bramantes Elysium legen. So wurde der (nicht öffentliche) Belvedere-Hof abgetrennt. Schliesslich führte auch der neue Museumsflügel (der Braccio Nuovo mit der Skulpturensammlung) von Pius VII. (1800-23) zu einem weiteren Einschnitt, liess in der Mitte den Bibliothekshof entstehen und jenseits des Querriegels den (allen Museumsbesuchern zugänglichen) Hof des Pinienzapfes (Cortile della Pigna).

OR Nr. 18 vom 6. Mai 2011:
Wegen des grossen Erfolges im Vorjahr werden die Vatikanischen Museen ab 6. Mai wieder bis in die späten Abendstunden geöffnet sein. Bis zum 28. Oktober 2011 haben die Besucher die Möglichkeit, die Museen des Papstes ausser zu den normalen Öffnungszeiten auch an jedem Freitag (mit Ausnahme im Monat August) von 19 bis 23 Uhr zu besichtigen. Informationen: www.museivaticani.va

OR Nr. 27 vom 8. Juli 2011:
Der Staat der Vatikanstaat macht 2010 einen Reingewinn von 21,1 Mio Euro (Einnahmen 255,9 Mio, Ausgaben 234,8 Mio). Zu diesem Gewinn hätten vor allem die gestiegenen Besucherahlen in den Vatikanischen Museen beigetragen. →Finanzen 2010 (dort ein ganz anderes Bild wegen Erzbischof Viganò)

OR Nr. 3 vom 20. Januar 2012 (von A. Paolucci, Museumsdirektor)
Die Schallmauer von 5 Millionen Museums-Besuchern ist durchbrochen

Die Vatikanischen Museen haben die Schallmauer von jährlich 5 Millionen Besuchern durchbrochen. Am vergangenen 31. Dezember 2011 um Mitternacht hatten im Verlauf  des Jahres 2011 insgesamt 5’078’004 Personen die Museen des Papstes betreten. Es handelt sich objektiv um eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass die Uffizien, das berühmteste und meistbesuchte Museum für alte Kunst Italiens, in einem Jahr „nur“ 1,5 Millionen Besuchern Zutritt gewähren kann.

In Europa spielen die Vatikanischen Museen in derselben Liga wie der Louvre (das bei weitem meistbesuchte Museum mit seinen 8,5 Millionen verkauften Eintrittskarten, das British Museum in London, die Eremitage in Sankt Petersburg und der Prado in Madrid). (…)

Bei 5 Millionen Besuchern ist ein gewisser Verschleiss unvermeidbar. Daher müssen dessen Folgen methodisch und programmatisch angegangen werden. Der praktisch ununterbrochene Besucherstrom durchquert Ausstellungsflure und –räume, Treppen und Gärten und nutzt sie dabei ab, er bringt Abfall, Feuchtigkeit und Staub mit, verschleisst freskierte Wände, Stuckreliefs, Mosaikfussböden oder Einlegearbeiten. Seit 2 Jahren wirken Kampagnen der Staubentfernung an den Kunstwerken und eine Überwachung und Instandhaltung der Rundgänge unter der Leitung des Restaurierungsbüros und durch professionelle Restauratoren mit anerkannter Effektivität den Phänomenen entgegen, die von der massiven menschlichen Präsenz in den Sammlungen verursacht werden. Kurz gesagt, wir sind uns bewusst, was „in den Club der 5 Millionen“ einzutreten für die grossen Museen der Welt bedeutet, bisher unbekannte Probleme zu bewältigen und neue Lösungen zu testen. (…)

OR Nr. 16 vom 20. April 2012:
Vatikanische Museen ab Mai 2012 wieder abends geöffnet

Die Vatikanischen Museen sind vom 4. Mai 2012 an wieder nachts zu besichtigen. Bis zum 13. Juli und dann vom 7. September bis 26. Oktober 2012 öffnet das Museum jeden Freitag zusätzlich von 19 bis 23 Uhr. Eintrittskarten müssen vorab im Internet unter http://biglietteria-musei.vatican.va gebucht werden; letzter Einlass ist um 21.30 Uhr.

OR Nr. 28 vom 13. Juli 2012, S. 3:
Als besondere Einnahmequelle für den Vatikanstaat erwiesen sich im Jahre 2011 die Vatikanischen Museen. Sie überschritten die bisher erlangte Grenze von 5 Millionen Besucher. Die Einnahmen stiegen somit von 82,4 Millionen Euro auf 91,3 Millionen Euro (Staat der Vatikanstadt 2011: Reingewinn von 21,8 Millionen Euro bei 1’887 Mitarbeitenden).

OR Nr. 32/33 vom 10. August 2012, S. 3:$
Besucher der Vatikanischen Museen finden auf ihrem Rundgang künftig auch Seelsorger: Ab August 2012 stehen in den päpstlichen Sammlungen zwei Priester für geistlichen Rat und Gedankenaustausch zur Verfügung, wie der Generalsekretär der Verwaltung des Vatikanstaates, Bischof Giuseppe Sciacca, mitteilte.

OR Nr. 2 vom 10. Januar 2014, S. 9
Besucherrekord macht auch Sorge

Knapp 5,5 Millionen Menschen, mehr als je zuvor, haben im vergangenen Jahr 2013 die Vatikanischen Museen besucht. Diese weitere Rekordmeldung aus dem Vatikan einen Tag nach dem Hinweis auf den „Franziskus-Effekt“ bei Generalaudienzen und Papstgottesdiensten mit mehr als 6,6 Millionen Mitfeiernden betrachtet der Verantwortliche für die päpstlichen Sammlungen, Museumsdirektor Antonio Paolucci, mit Freude, aber auch mit Sorge. Er fragt sich, wie der Ansturm zu bewältigen sei, „wenn zu Ostern und zur Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II. ungeheure Massen von Katholiken aus der ganzen Welt nach Rom kommen.“ Besucherzahlen dieser Grössenordnung gäben Anlass zu einem „grundsätzlichen Nachdenken“, so Paolucci.  Vorrang müsse die Bewahrung des Kulturerbes haben. Nur mit einem wachsenden finanziellen Aufwand sei es möglich, einem „derart gravierenden und besorgniserregenden Besucherdruck“ zu begegnen. So würden in diesem Jahr Massnahmen eingeführt, um die Sixtinische Kapelle, Hauptattraktion der Museen, vor Staub, Ausdünstung und Temperaturschwankungen zu schützen.

OR Nr. 19 vom 13. Mai 2016, S. 9
Vatikanische Museen abends wieder länger geöffnet

Vatikanische Museen bei Sonnenuntergang: das geht ab Mai wieder. Bis 29. Juli und vom 2. September bis 28. Oktober 2016 sind die Museen immer freitags zusätzlich von 19.00 bis 23.00 Uhr geöffnet. Die Museumsnächte werden durch ein ausgewähltes Live-Musikprogramm ergänzt, das von argentinischem Tango über Gesänge eines russischen Chors aus Moskau bis hin zu Jazz und Klassik reicht.
Die Sonderöffnungszeiten sollen Gelegenheit geben, die Vatikanischen Museen jenseits des täglichen Touristentrubels in den kühleren Stunden nach Feierabend besuchen zu können. Durch die Kombination aus Musik, Kunst und wechselnden abendlichen Beleuchtungen sollen sich nach Wunsch von Museumsdirektor Antonio Paolucci magische Momente in den Museen ergeben.

OR Nr. 41 vom 14.10.2016, S. 2
Bessere Erste-Hilfe-Leistungen im Vatikan

In den Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle wurden Vorkehrungen gegen einen plötzlichen Herztod von Besuchern getroffen. Seit Anfang Oktober sind die kilometerlangen Gänge der päpstlichen Sammlungen mit 18 Defibrillatoren ausgestattet. 300 Aufseher wurden im Gebrauch der Apparate unterwiesen, um im Notfall Personen mit Herzrhythmusstörungen wiederbeleben zu können. Die Schulung übernahm die vatikanische Klinik „Bambino Gesù“, die ihrerseits von der „American Heart Association“, einer führenden Institution für Kardiologie, als Ausbildungsstätte zertifiziert ist. Die Vatikanischen Museen zählen jährlich rund 6 Millionen Besucher.

OR Nr. 1 vom 06.01.2017, S. 3
Bessere Besucherführung in Vatikanischen Museen

Die neue Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta, hat die Lenkung der jährlich 6 Millionen Besucher als eine der Herausforderungen der Sammlungen bezeichnet. Man wolle die Besucherströme „differenzieren und auch in Bereiche der Museen führen, die augenblicklich weniger besucht werden“, sagte Jatta in einem Interview mit der Presseagentur Kathpress. Sie wolle Reiseveranstalter und Touristenführer motivieren, Gruppen in Abteilungen der Museen zu bringen, die bislang abseits der üblichen Rundgänge lägen, aber dennoch attraktiv seien.
Als Beispiel nannte Jatta das Museo Gregoriano Profano mit den Athletenmosaiken aus den Caracalla-Thermen und die etruskische Sammlung. Diese brauche sich „vor dem Etruskischen Museum in der Villa Giulia nicht zu verstecken“. Weiter verwies Jutta auf die jüngst restaurierte Galerie im Bracccio Nuova, einem Museumsflügel, der unter anderem die antike Kaiserstatue des „Augustus von Primaporta“ beherbergt.
Ihre Berufung an die Spitze der Vatikanischen Museen, die neben dem Metropolitan Museum in New York, dem Pariser Louvre und dem British Museum in London zu den grössten der Welt gehören, nannte Jatta „eine Revolution“ in diesem Umfeld. Dass eine Frau diesen Posten bekleiden könne, sei „ein Zeichen für Veränderung, auch für moderne Zeiten“, wobei die Kirche immer auch eine Vorreiterrolle übernommen habe. Zugleich unterstrich sie, sie hoffe, nach ihrer Qualifikation als Kunsthistorikerin beurteilt zu werden.
Konkrete Pläne für Veränderungen wollte Jatta nicht preisgeben. Sie habe aber „eine Menge Ideen“. Vorerst gehe es um Kontinuität mit ihrem Vorgänger Antonio Paolucci, der die Museen seit 2007 leitete. Er habe „eine herausragende Arbeit geleistet“, so Jatta.
An Projekten für das kommende Jahr kündigte Jatta eine Ausstellung zum jüdischen Siebenarmigen Leuchter, der Menora, an. Die Sonderschau werde gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Rom ausgerichtet. Ferner gestalteten die Vatikanischen Museen eine Ausstellung in Lissabon zu Marienbildern. Anlass ist ein Besuch von Papst Franziskus im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima im Mai.

OR Nr. 2 vom 13.01.2017, S. 4
Rom. Italiens Museen zogen 2016 so viele Besucher an wie nie zuvor: Insgesamt 44,5 Millionen Eintritte verzeichneten die staatlichen Sammlungen und archäologischen Stätten des Landes im vergangenen Jahr, wie das Kulturministerium in Rom mitteilte. Das sind 1,2 Millionen mehr als 2015.

OR Nr. 4 vom 27.01.2017, S. 3
Virtueller Rundgang durch Vatikanische Museen

Einen virtuellen Rundgang durch die Vatikanischen Museen ermöglicht die neue Internetseite der päpstlichen Sammlungen. Damit komme man dem Wunsch von Papst Franziskus nach, die Museen für alle zugänglich zu machen, sagte die neue Direktorin Barbara Jatta. Sie hoffe, dass der virtuelle Besuch der Museen ebenso wie ein Rundgang vor Ort „die Schönheit, die zum Glauben führt“ vermitteln könne, so Jatta. Der komplett überarbeitete Internetauftritt informiert auf 12’955 Seiten über Kunstwerke und historische Hintergründe, unter anderem auf Deutsch. Abrufbar sind Fotos und Werkbeschreibungen von mehr als 600 Ausstellungsstücken sowie 57 Videos.
Informationen zu Führungen und Öffnungszeiten sind auf der Startseite zu finden, ebenso der Link zur Online-Bestellung von Eintrittskarten:
http://www.museivaticani.va/content/museivaticani/de.html

OR Nr. 15/16 vom 14.04.2017, S. 4
Die Vatikanischen Museen wollen mit einem deutlich ermässigten Eintrittspreis zu Blutspenden animieren. Wer sich den Lebenssaft in der römischen Gemelli-Klinik abnehmenlässt, erhält einen Gutschein, der bis Jahresende zum Kauf einer auf 4 Euro reduzierten Eintrittskarte berechtigt, wie die Museen und das Krankenhaus mitteilten. Auch müssen sich die Blutspender samt einer Begleitperson nicht in die Warteschlange einreihen. Eine reguläre Karte kostet 16 Euro (mit Führung eines [Ex-]Gardisten ist der Petersdom mit Direktweg von der Sixtina aus dabei); für zusätzliche 4 Euro lässt sich die Warteschlange umgehen.

Museen, ganzer westlicher Längstrakt Gartenseite (a. Sternwarte)

In der Mitte dieser langen Front liegt der Torre dei Venti, erste Sternwarte, bevor sie 1908 zur Sommervilla Leo XIII. dislozierte. Durch Gregor XIII. gegründet, der den Gregorianischen Kalender einführte. Er wurde aufgrund der hier angestellten Beobachtungen errechnet und trat im Oktober 1582 in Kraft: Länge des Jahres 365,2425 mittlere Sonnentage. Der Ausgleich der Tagesbruchteile erfolgt durch Einschieben von Schalttagen (29. Februar). Im Torre dei Venti wohnte 1655 die schwedische Königin Christine.

  1. Erdgeschoss 
    Vatikanisches Geheimarchiv mit der →Schule für Paläographie
    (Lehre von der Entwicklung der Buchstabenschrift,
    Handschriftenkunde), Diplomatie und Archivkunde Geheimarchiv:
    wichtige Dokumente des Hl. Stuhles. Seit 1660 auch die
    Korrespondenz des Staatsekretariats
    Erstes Geschoss
    Vatikanische Bibliothek (etwa 800’000 Bände, 80’000 Handschriften, 100’000 Stiche)
  2. Zweites Geschoss
    Galerien des Vatikanischen Museums→ Römisches Jahr (Folie)   →Sternwarte

Museum, neues

OR Nr. 50 vom 17.12.2010:

Die Kongregation für die Evangelisierung der Völker macht ihre wertvolle Gemäldesammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Ab sofort können die Werke in einem neuen Museum am Sitz der vatikanischen Behörde (Propaganda fide, hinter Spanischem Platz, Immakulata-Säule) besichtigt werden. Die Ausstellung umfasst italienische Malerei des 17. Jahrhunderts sowie Werke aus Afrika und Asien, die die Ausbreitung des Christentums dokumentieren. Für die Besucher geöffnet sind auch die von Francesco Borromini geschaffene „Cappella die Re Magi“, die Dreikönigs-Kapelle sowie die Bibliothek. Ausserdem zeigt das Museum frühere Schwarzweiss-Aufnahmen aus seiner mehr als 10’000 Fotos umfassenden Sammlung über das Wirken von Missionaren in entlegenen Erdteilen. Öffnungszeiten ab 1. Januar 2011, montags, mittwochs und freitags von 14.30 Uhr bis 18 Uhr, Eintritt Euro 8, ermässigt 6 Euro. Informationen unter www.museopropogandafide.it

Musikkapelle (la banda)

Die „offizielle“ Musikkapelle des Vatikans (mit Uniform) ist die ehemalige Gardemusik der 1970 aufgelösten Palatingarde aus Römer Bürgern mit Nachfolgerecht). Sie spielt beim Urbi et orbi und führt die Schweizergarde auf den Petersplatz.

Die zweite Banda ist diejenige der Schweizergarde (seit 1897). Extern spielt sie beim Papst-Besuch der Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz. Manchmal auf dem Helikopterplatz, damals, als Johannes Paul  II. nach vielen Tagen heimkehrte. Bei Beförderungen im kleinen Rahmen, beispielsweise bei der Bischofsernennung des damaligen Sekretärs Don Stanislaus von Johannes Paul  II. oder seinem Zeremonienmeister Marini.

Intern spielt sie am Muttertag oder besonderen Anlässen (z. B. Geburtstage, Empfänge, 1.-August-Feier) und beim grossen Auftritt während der Vereidigung am 6. Mai. Hier holt man öfters Exgardisten und einen Armee-Musik-Instruktor. Hier tritt auch die Fanfarengruppe und der Tambouren- und Pfeiferzug auf. Johannes Paul II. schenkte der Garde die an Ostern erhaltenen Lämmer an die Musikkapelle, die auf einem Bauernhof ausserhalb Roms gefüttert und auf die Generalversammlung der Banda hin im Januar  geschlachtet werden, meistens von einem Gardisten, der den Metzgerberuf erlernte.

Die dritte Musikkapelle ist die 2010 neue erstandene Banda der Vatikanischen Gendarmeria.
→Banda

Mussolini Benito

→Lateranvertrag
→Kirche, ihre territoriale Geschichte
→Register „Schweizergarde“, Unterregister „Geschichte der Schweizergarde“

Benito Mussolini, geboren am 29.07.1883 in Dovia/Predappio, Region Emilia Romagna, Provinz Forli-Cesena. Heute rund 6’500 Einwohner. Gestorben am 28.04.1945 in Giulino di Mezzegra, Provinz Lombardei. Diktator.

Mutterschutz

→Gewerkschaft